Leserstimmen zu
Schwarzblende

Zoë Beck

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London, 2013: Auf offener Straße wird der Soldat Lee Rigby von zwei Tätern mit einer Machete angegriffen und getötet. In die Handykameras der umstehenden Menschen sprechen sie ihre Bekenntnisse (für Syrien, für den Islamischen Staat). Ein Verbrechen, das die Öffentlichkeit schockte und das Thema des Islamischen Staats ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rief. Zoe Beck hat diese Ereignisse nun als Ausgangspunkt für ihren Kriminalroman Schwarzblende gewählt. Mit leicht veränderten Namen erzählt sie vom Kameramann Niall, der zum unfreiwilligen Zeugen der Terrorattacke wird. Berufsbedingt hält er seine Handykamera auf den beiden Angreifer, als er diese zufällig mit Macheten durch London wandern sieht. Doch damit gerät er in einen unaufhaltsamen Strudel. Nachdem er von der Polizei inhaftiert wurde, beschließt er eine Dokumentation über die beiden Attentäter, ihre Motive und den Islamischen Staat zu drehen. Doch mit seinen Plänen bringt er sich in große Gefahr und sieht sich in ein gefährliches Gespinst aus Bildern, Lügen und Propaganda verstrickt. Denn es sind nicht nur unbedingt Menschen im fernen Syrien und Co., die in Schwarzblende die Strippen ziehen. Manch einer verachtet ja ganz gerne den Krimi (platte Figuren, unlogische Plots, überkonstruierte Handlungsfäden lauten ein paar der stereotypen Vorwürfe), ohne dabei zu beachten dass all diese Vorwürfe locker auch auf die restliche belletristische Dutzendware zutreffen. In Schwarzblende zeigt sich nun aber die Stärke dieses Genres. Hochaktuell reagiert Henrike Heiland auf das Thema des Islamischen Staats, dessen Hintergründe und Propaganda und liefert damit eines der wenigen Bücher, das sich nun mit diesem dominanten Thema auseinandersetzt. So schnell wie in der Kriminalliteratur wird selten auf aktuelle Trends, Bewegungen und Themen reagiert. Gute Literatur muss sich hier auch in aktuelle Debatten einmischen, Möglichkeiten zur Positionierung offerieren und dem Leser die Chance bieten, sich zu bilden. Das Genre des Kriminalromans ist hier wie kaum ein anderes geeignet und positioniert sich immer wieder mit hochaktuellen Plots und Problembeschreibungen (man werfe nur einmal einen Blick in die Krimizeit-Bestenlisten). Zwar ist auch Zoe Beck nicht vor einigen Schwächen gefeit (das allzu hektische Ende, die etwas blass gezeichneten Figuren, etc.), aber die Aktualität und Ambition dieses Romans machen ihn so lesenswert. Sie beleuchtet die aktuellen Problematiken und schafft es, ein Thema aus den Nachrichten in die Literatur zu überführen. Zu Recht wurde sie deshalb mit dem Deutschen Krimipreis 2016 ausgezeichnet.

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Aktuell und brisant ist der Roman von Zoe Beck. Spannend beschreibt sie den Fall um einen getöteten Soldaten. Bisher war mir die Autorin nur via Facebook bzw durch verschiedene Leseproben bekannt. Nun war es für mich an der Zeit eines ihrer Bücher zu lesen, und ich wurde nicht enttäuscht. Glaubhafte Figuren, spannende Dialoge und authentische Schauplätze zeichnen dieses Buch aus. Man glaubt ihren Figuren jedes Wort und man hat das Gefühl als wären diese Dialoge keine Fiktion der Autorin, sondern das wahre Leben. Insbesondere auch die Schauplätze machen neugierig und es kommt einem wirklich so vor, als wäre das Buch kein Buch , sondern vielmehr ein bunter Farbenfroher, aber auch ob der Thematik, düsterer Film, der vor meinem inneren Auge abgelaufen ist. Schon auf den ersten Seiten ist es der Autorin gelungen mich abzuholen, und mich zu fesseln bis zum Finale. Es gelang mir nur schwerlich das Buch aus der Hand zu legen, weil die Spannung mich regelrecht ans Buch festgenagelt hatte. So muss ein moderner Spannungsroman geschrieben sein, spannend, aktuell und brisant in der Thematik. Mich hat die Autorin mit diesem Buch absolut überzeugen können und ich kann das Buch guten Gewissens weiter empfehlen. In der Summe sind das für mich 4 von 5 Sternen.

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Eine brutale Hinrichtung eines britischen Staatbürgers (eines Angehörigen der Armee, wie sich herausstellt) durch Mitglieder des IS - kaum ein Roman erfaßt so brandaktuell die derzeitige Bedrohung der westlichen Lebensweise durch eine islamistische Gruppierung, deren Wirken nur schwer erfaßt werden kann. Die unmittelbaren gesellschaftlichen Auswirkungen sind sofort zu beobachten und verlangen der Autorin nur wenig an Kreativität ab: In Fernseh-Diskussionen fordert die Innenministerin eine strengere Überwachung und eine härtere Law-and-Order-Politik, während andere für eine Verbesserung der Integration werben und Experten die Mechanismen der Radikalisierung erklären. Übergriffe auf muslimische Einrichtungen beinhalten von verbal bis physisch alle Nuancen der eskalierenden Gewalt. Die ohnmächtige Wut wird von der Autorin präzise als Ausdruck einer "Angst, vor dem, was uns fremd ist", enttarnt. Was aber, wenn das Fremde nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, was, wenn die Attentäter Reisepässe unseres eigenen Heimatlandes besitzen? Und was, wenn der Staat nicht in der Lage ist, uns zu beschützen, was, wenn ein rechtschaffener Bürger unschuldig in die Mühlen des Gesetzes gerät? Wie bereits aus dem - thematisch nicht verbundenen - Vorgängerroman "Brixton Hill" bekannt, setzt die Autorin auf einen rasanten Stil, in dem Actionszenen und Gespräche dominieren. Die Beschreibung von Örtlichkeiten und Situationen ist auf das Notwendigste beschränkt, die Handlung entwickelt sich vorwiegend in den Dialogen. Die Figuren werden dabei vor allem durch ihren Idiolekt, den ganz persönlichen Sprachgebrauch definiert. Der Austausch von Belanglosigkeiten wirkt dabei als verbaler Fugenkitt und taucht die Dialoge in das Licht des Alltäglichen. Am Beginn wirkt der zum Islam konvertierte Brite Frank Holeywell, der sich selbst Farooq nennt, noch wie ein stereotypes Abziehbild eines fanatischen Terroristen, der mangelnde intellektuelle Kapazität mit der Wiederholung hohle Phrasen kompensiert und sich in Widersprüche verstrickt. Je mehr die Hauptfigur Niall jedoch im weiteren Verlauf dessen Biographie durchleuchtet, desto konturierter wird diese. Mit einem britischen Vater und einer palästinensischen Christin als Mutter ist Farooq von Geburt an ein Kind zweier Welten, das sich unausweichlich auf die Suche nach seiner religiösen Identität begeben muß. Aufgrund der dunklen Haare und den schwarzen Augen wird er bereits in der Schule von weißen Kindern gehänselt und von muslimischen gemieden. Sein Wunsch nach Zugehörigkeit bleibt unerfüllt, er wird zum leichten Opfer für ideologische Verführer. Frank bricht den Kontakt zu seinen Eltern ab, entkoppelt sich von seiner angestammten Umgebung, um zehn Jahre später als verblendeter Mörder mit einem fremden Namen selbstbewußt Haßbotschaften in eine Kamera zu sprechen. Keineswegs soll Nialls Gespräch mit Franks Mutter Rana eine Rechtfertigung für seinen Wandel sein. Ohne Partei zu ergreifen, läßt die Autorin seine Wegbegleiter zu Wort kommen. "Wir sind nicht hier, um über Sie zu urteilen. Wir wollen wissen, was Frank für ein Mensch war", erklärt Niall. Nüchtern und weitgehend frei von wertenden Kommentaren bleibt auch der Erzählstil. Was auf den ersten Blick sträflich oberflächlich scheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als sprachliche Abbildung jenes Dokumentarfilmes, den Niall über die beiden Verbrecher produziert. Gezeigt werden Bilder, Eindrücke, Gespräche, Erinnerungen, eine Beurteilung wird dem Leser überlassen. Es gelingt der Autorin, deskriptiv zu bleiben, was zwar einerseits von vornherein nur wenig Emotion aufkommen läßt, andererseits gerade einen objektivierteren Blick auf das Geschehen ermöglicht, indem der Leser auf Distanz gehalten wird. Die titelgebende Schwarzblende bezeichnet einen Filmschnitt, einen Szenenwechsel durch eine kurze Verdunkelung des Bildes. Eine solche Zäsur stellt auch die Ermordung des jungen Briten dar, deren unfreiwilliger Zeuge der Protagonist Niall wird. Der Handlungsfaden seines Lebens wird durchschnitten um gleich darauf wieder weitergesponnen zu werden. Was bleibt, ist eine nachhaltige Veränderung. Auch, wenn sich Niall um Neutralität bemüht, ist er doch ab diesem Zeitpunkt zum Teil des Geschehens geworden. Immer wieder schimmert daher zwischen den Zeilen die Frage, wie objektiv ein Objektiv tatsächlich sein kann ... Fazit Actionreich, gefährlich, glühend aktuell: Zoe Beck widmet sich in rasanter Erzählweise einem Thema, das derzeit die Nachrichten beherrscht und dreht einen Dokumentarfilm für das Kopfkino. Der dialoglastige Stil fordert die Aufmerksamkeit des Lesers ein, entlohnt jedoch durch besondere Authentizität.

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Das zweite (von mir gelesene) Buch von Zoë Beck hat mich mehr begeistert als ihr Debütbuch. Obwohl das Thema nicht unbedingt zu meinen Favoriten zählt, habe ich das Buch in wenigen Tagen gelesen. Es hat alles, was einen guten Kriminalroman (ich würde es eher Thriller nennen) ausmacht. Ein interessantes Thema, Spannung, die bis zum Schluss hält, ein überraschendes Ende und gut ausgearbeitete Charaktere mit Ecken und Kanten. Zoë Beck wagt sich an ein aktuelles und brisantes Thema – Islamischer Staat und Selbstmordattentäter. Sie packt die Themen in eine spannende Geschichte, die teilweise sehr brutal und deutlich die Vorgehensweisen der Attentäter aufzeigen. Schon auf den ersten Seiten wird der Leser mit der Realität und dem Blut konfrontiert. Es fließt viel Blut, es wird vertuscht, verdeckt und gelogen und es rollen immer wieder Gewaltwellen über die Geschichte. So manches Mal musste ich schlucken und das Buch erst mal weglegen und durchatmen. Menschen mit einem zarten Gemüt sollten das Buch nicht vor dem Schlafengehen lesen. Die Verwicklungen der einzelnen Handlungen, die Widersprüche der Aussagen, die Angst der Opfer, der Hass der Täter und die Sensationsgier der Medien werden hier zu einer gut durchdachten Geschichte verarbeitet und halten den Leser bis zum Schluss am Buch fest. Zoë Beck hat ein hohes Tempo in die Geschichte gebracht, die Stunden der Charaktere sind voll mit Terminen, Handlungen und durchkreuzten Plänen. Der Schreibstil ist sehr gut und flüssig und zieht den Leser in seinem Fluss mit. Ein Thriller/Kriminalroman, der wenig Zeit zum Verschnaufen lässt und am Ende den Leser doch nicht alle Fragen beantwortet.

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