Leserstimmen zu
Bei Anbruch des Tages

Sveva Casati Modignani

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„Immer im Dezember“ war bereits unter einem anderen Titel erschienen und wurde nun noch einmal aufgelegt. Es geht in diesem Buch um eine italiensiche Industriellenfamilie. Alles geht von ihr aus und läuft auch bei ihr wieder zusammen. Die Geschichte ist gut erzählt und weist viele feine kleine Verästelungen innerhalb der Geschichte der Familie auf. Die Abschweifungen und die verschiedenen Familien- und Liebesgeschichten machen das Buch interessant. Dabei stellt Leonie mit ihrer heimlichen Liebe den Ausgangspunkt dar. Alles dreht sich um und mit ihr geht die Geschichte voran. Sie trifft sich einmal im Jahr mit einem Mann. Es ist nicht ihr Ehemann. Stets am gleichen Tag im Jahr und stets im gleichen Hotel. Es ist eigentlich nur ein kleiner Handlungsstrang, aber er strahlt auf die gesamte Geschichte aus. Es wird in den verschiedenen Kapiteln, das Leben und die Lieben der einzelnen Familienmitglieder erzählt. Was wollten sie werden, was sind sie geworden, wen haben sie geliebt, wen durften sie lieben und welche Entbehrungen und Erfolge haben sie erlebt. Die Geschichte fließt, durch den gut zu lesenden Schreibstil der Autorin, durch die Seiten. Selten wird es aufregend oder beängstigend. Es gibt kaum Geschehnisse, die dem Leser den Atem anhalten lassen. Dafür gibt es leider eine Überperson. Leonie. Sie wird so durch und durch als perfekte Hausfrau, Mutter von sechs Kindern (der Ehemann lebte nur am Wochenende bei seiner Familie) und Unternehmerin dargestellt, dass sich jede Mutter mit einem Kind, Job und Stress schlecht fühlen muss. Ich fand es etwas unrealistisch und schlichtweg zu perfekt. Auch das Ende ist etwas kitschig und klischeehaft geraden, aber zu der gesamten Geschichte passt es wiederum. Für ein langes verregnetes Wochenende ist es eine schöne Familiengeschichte.

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Charaktere lernen wir in diesem Buch so einige kennen. Neben 4 Generationen der Familie Cantoni noch einige andere. Die Frage, ob mir ein Charakter besonders gefiel, muss ich verneinen. Sowohl das Verhalten unserer Protagonistin Léonie, als auch das ihres Mannes Guido konnte ich an manchen Stellen nicht ganz nachvollziehen… Aber, wie der Leser im Verlauf des Lesens bemerken wird, ist die gesamte Geschichte der Familie Cantoni von unzähligen Geheimnissen geprägt. Dieser Aspekt war wohl das Spannende am Buch. Ich habe eigentlich jeder Geschichte bzw. jedem Geheimnis gern gelauscht und fand es toll erzählt. Nun zum gedachten Mittelpunkt des Buches. Die leidenschaftliche Affäre von Léonie und ihrem heimlichen Geliebten. Ich hatte mir einen radikalen Ehebruch vorgestellt, jedoch sollte das Augenmerk hier wirklich auf leidenschaftlich liegen. Die „Affäre“ war etwas ganz Besonderes und ich habe mich oft versucht in die Lage der beiden zu versetzen. Jedoch war die Beziehung der beiden so bemerkenswert, dass ich es mir selbst nicht vorstellen kann, so eine Art Beziehung zu vollführen. Obwohl die Affäre nun eindeutig nicht im Mittelpunkt stand, sondern eher die kompletten Familiengeschichten, gefiel mir die Story unheimlich gut, denn ich mag Familienromane sehr! Die Autorin hat es auch dank eines grandiosen Schreibstils geschafft, dieses familiäre Feeling perfekt rüber zu bringen. Weiterhin fantastisch fand ich die Zeit, in der das Buch spielt. Hauptsächlich spielt sich die Geschichte um die Weihnachtstage ab und die Umgebung ist immer sehr winter- und weihnachtlich. Ich liebe es. Lediglich ein Dorn im Auge war mir zum einen die Geschichte, um die junge Léonie und ihrer Mutter. Die Geschichte war weder spannend, noch sympathisch. Ich habe eindeutig die Familie Cantoni bevorzugt. Und zum anderen die Namen der Kinder von Léonie und Guido. Es waren einfach zu viele und alle beginnen mit „G“, hinzukommt, dass es italienische Namen waren. Folge waren Zungenbrecher und Verwirrspiele :) Fazit Ein toller Familienroman mit nur ganz wenigen Schwächen. Hingegen hat er für den Leser tolle, aber auch tragische Geschichten der einzelnen Familienmitglieder zu bieten.

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