Leserstimmen zu
Der Herr der Tränen

Sam Bowring

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Inhalt Zunächst begleitet der Leser Rostigan und Tarzi auf ihrer Reise. Als diese jedoch der "Diebin" begegnen wird klar, dass etwas grundlegend nicht stimmen kann. Die Wächter von einst sind ins Leben zurück gekehrt, jene legendären Fadenwirker, die gegen Regret, den Herrn der Tränen kämpften und siegten. Jene, die durch ihren Sieg ganz einzigartige magische Fähigkeiten erhielten und teilweise wahnsinnig, bösartig und grausam wurden. Nach und nach lernt man einen jeden der noch lebenden Wächter (die getötete Diebin ausgenommen) persönlich kennen und begleitet sie durch einzelne Kapitel des Buches, oder durch Rückblenden. Tarzi, die den Ruf König Brastons zu den Waffen nur zu gerne folgen will, überzeugt Rostigan sich anzuschließen. Auf der "anderen Seite" sammeln sich dunkle Mächte. Forger besteigt wieder seinen Thron und die Seidenrachen werden eine Bedrohung für die Menschen Aorns. Zudem ist die Wunde, die Regret in die große Magie riss alles andere als verheilt. So sieht sich die Welt Rostigans finsteren Zeiten gegenüber... Meine Meinung Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und ich fand den Roman angenehm zu lesen. Auch die Idee für diese Geschichte hat mich durchaus begeistern können und ich folgte Rostigan und Tarzi gern durch ihre Welt. Allerdings waren mir die Gewaltszenen an manchen Stellen etwas zu viel und zu explizit. Anderen hingegen wird dies sicher nichts ausmachen, oder es wird ihnen gefallen. Die Rückblenden in die Zeit des Kampfes gegen den Herrn der Tränen, oder die Zeit kurz danach beleuchten natürlich die sonst dürftig bekannte Vergangenheit und helfen dem Leser einiges zu verstehen. Allerdings war es für mich persönlich manchmal sehr verwirrend mich plötzlich und unerwartet in einer Rückblende wieder zu finden und ich benötigte meine Zeit zu begreifen, dass ich mich nicht in der Haupthandlung befinde. Was, zumindest für mich, jedoch der deutlichste Minuspunkt des Buches war: Das Ende. Man begleitet die Figuren durch die Kapitel, und für mein Gefühl war es dann plötzlich vorbei. Es wurden Probleme und Fragen aufgeworfen und nicht eine beantwortet. Selbst für einen ersten Band erwarte ich persönlich ein runderes Ende. Hier hatte ich vielmehr das Gefühl, dass die Geschichte aufhörte, wo sie hätte weiter gehen sollen. Und auch der Kappentext erweckte bei mir andere Erwartungen. Ich nahm an, dass ich als Hauptfiguren Rostigan und Tarzi folgen würde Doch ihr Anteil am Geschehen war mir dafür deutlich zu gering, der der anderen Wächter dagegen deutlich zu hoch. Trotz dieser nicht erfüllten Erwartung haben mir einige Figuren (unter anderem Salarkis) gut gefallen. Insgesamt mochte ich das Buch, aber eben nicht uneingeschränkt. Fazit Insgesamt fand ich "Derr Herr der Tränen" sehr angenehm zu lesen und auch die Story hat mir zugesagt. Durch einige Minuspunkte wie die Gewaltszenen und das Ende gebe ich dem Buch jedoch nicht die volle Punktzahl. Jedem, der sich für dieses Buch interessiert möchte ich allerdings dazu raten sich den zweiten Teil gleich mit zu kaufen, da das Ende wirklich unbefriedigend ist. Da ich mich überhaupt nicht zwischen 3 und 4 Sternen entscheiden kann möchte ich insgesamt 3,5 Sterne vergeben.

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“Einst“, sagte sie, “lebte ein mächtiger Fadenwirker, den man Regret, den Herrn der Tränen nannte. Er herrschte über das Tal des Friedens. Zu jener Zeit war es noch ein einladender Ort mit guten Menschen, wie ihr es seid.“ (Seite 25) Als der alternde Krieger Rostigan und die zauberhafte Bardin Tarzi quasi Zeuge davon werden, wie die Stadt Silberstein einfach vom Erdboden verschwindet und sich währenddessen der Himmel kurzzeitig verdunkelt, befällt sie eine dunkle Vorahnung. Denn es gab in der ganzen Geschichte des Landes nur eine Person, die zu solchen Dingen fähig war: Die Diebin, eine Wächterin. Gemeinsam mit einer ausgewählten Gruppe weiterer Wächter wurde sie seinerzeit dazu ausgewählt, dem gefährlichen Herrn der Tränen das Handwerk zu legen und ihn zu vernichten. Dies ist gelungen, doch seine, zum Teil leider auch negativen, Kräfte sind danach auf die Gefährten übergesprungen, ohne dass sie es wollten. Für Rostigan, der eigentlich keine Lust mehr aufs Kämpfen und große Schlachten hat, steht völlig außer Frage, seine ehemalige Gefährtin ein weiteres Mal zu vernichten, um einer neuerlichen Katastrophe aus dem Weg zu gehen. Schnell stellt sich heraus, dass nicht nur die Diebin nach ihrem Tod vor dreihundert Jahren zurückgekehrt ist, sondern auch die anderen Wächter wieder zum Leben erwacht sind. Und so kommt Rostigan gar nicht drum herum, seine früheren Freunde erneut suchen und sich ihnen in den Weg stellen zu müssen. Denn die Gefahr, die von ihnen ausgeht, ist zu groß, um sich einfach gewähren und ihnen die Welt Aorns, in der sich trotz der grausigen Überbleibsel des Herrn der Tränen endlich ein wenig Frieden entwickelt hat, kampflos zu überlassen. Kaum ein anderes Genre bietet eine derart große Bandbreite an Themen wie die Fantasy. Leider sind die meisten Romane aus diesem Genre in den letzten Jahren immer mehr einem Einheitsbrei verfallen, in dem es immer wieder um die gleichen Gestalten und Geschichten geht, sodass das Lesen nur noch wenig Spaß macht. Sam Bowring geht diesem Ganzen aus dem weg und schafft in seinem Debüt eine ganz andere fantastische Welt, in welcher der Leser eintauchen und sich nach einigen Startschwierigkeiten schnell wohlfühlen kann. Zwar bietet die erste Hälfte noch nicht sehr viel Spannung, sondern plätschert eher vor sich hin, doch schon hier merkt man recht früh, dass der Autor etwas von seinem Handwerk versteht. Obwohl die Handlung noch etwas mager bleibt, fällt es dem Leser nur schwer, sich von den Seiten loszureißen – "Der Herr der Tränen" hat eine ganz eigene Magie inne, die fasziniert und fesselt. Spätestens mit dem Auftauchen weiterer Wächter verdichtet sich die Geschichte und wird zu einem echten Lesegenuss. Dass man hierbei manchmal über seltsame und verwirrende Satzkonstruktionen stolpert, tut dem Vergnügen keinen Abbruch, es dauert nur seine Zeit, bis man sich ganz in den Schreibstil fallen lassen kann und auch die Hintergründe sich ein wenig klären. Der Schreibstil Bowrings ist genauso speziell wie die von ihm erzählte Geschichte, und beides wird zusammen mit den Charakteren und der gezeichneten Welt zu einer überaus gelungenen Mischung. Teilweise bleiben die Charaktere zwar ein wenig eindimensional, doch durch die Bank weg haben sie alle etwas Besonderes an sich, sodass der Leser sich jedes Mal darauf freut, wenn einer von ihnen wieder auf der Bildfläche erscheint. Allen voran sind da Rostigan, der sich als zurückgezogener Krieger ziemlich wohlfühlt, und die quirlige, aber auch sehr liebenswerte Bardin Tarzi, die nicht aufhören kann, immer wieder Lobeshymnen über ihren Begleiter zu singen und jedem von seinen Abenteuern zu berichten, der davon hören möchte. Doch auch die anderen Wächter, die nach und nach eingebunden werden, sind in ihrer Einzigartigkeit mehr oder weniger sympathische Wegbegleiter. Es bleibt nun abzuwarten, was Sam Bowring im zweiten Band noch aus seinen Protagonisten und ihrer Geschichte holen kann, denn einige Fragen bleiben in diesem ersten Teil noch unbeantwortet und lassen den Leser ein wenig ratlos und unbefriedigt zurück. Eins ist jedoch gewiss: Fantasy erhält mit "Der Herr der Tränen" ein neues Gesicht und man freut sich schon jetzt aufs Weiterlesen und hofft auch noch viele weitere Romane aus der Feder dieses Autors. Wenn man über kleine Schwächen hinwegsehen kann, darf man hier mit guter Unterhaltung rechnen, die sich fernab vom Einheitsbrei bewegt. Nicht nur für Genre-Liebhaber ist dieses Debüt daher eine echte Leseempfehlung. Fazit: High Fantasy abseits von den üblichen Gestalten – "Der Herr der Tränen" kommt gänzlich ohne Trolle, Zwerge, Drachen, Elfen und ähnlichen Wesen aus und schafft es genau aus diesem Grund, dem Leser endlich mal wieder saubere, lesbare und fesselnde Fantasy zu liefern. Sam Bowring bringt in seinem Debüt eine andere Art der Magie zu Tage, die nicht weniger faszinierend ist, und zeigt somit, dass Fantasy nicht nur mit alten Mustern sehr erfolgreich sein kann. Ein gelungener Einstieg und eine tolle Grundlage für weitere Romane! Wertung: 4,5 von 5 Schwertpaaren Handlung: 4 / 5 Charaktere: 5 / 5 Lesespaß: 4 / 5 Preis/Leistung: 5 / 5

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Inhalt: Rostigan hat schon einige harte Schlachten hinter sich und sehnt sich nach einer ruhigen Erkundungsreise in der er die Welt beobachten kann und sich seiner Kräuter widmen kann. Die Rechnung hat er aber ohne die junge Bardin Tarzi gemacht. Diese ist von dem Helden ganz angetan und hat sich in den Kopf gesetzt ihn zu begleiten um neue Heldenlieder über ihn zu dichten. In den letzten Wochen haben sie allerdings wenig spannendes entdeckt - was Rostigan nicht unangenehm ist. Inzwischen hat er sich an ihre Anwesenheit gewöhnt und würde sogar so weit gehen zu behaupte, dass er sie ganz gerne hat. In einer Höhle entdeckt er eine ungewöhnliche Pflanze - Lockenzahn. Dieses kleinblättrige Gewächs hat einen unschätzbaren wert und ist eigentlich längst nicht mehr zu finden. Doch Rostigan hat Glück. Mit diesem Fund kann er sich ein ruhiges Leben machen und muss sich um seine Zukunft nicht mehr sorgen. Als er Tarzi von seinem Fund berichtet ist diese völlig aus dem Häuschen. Lockenzahn ist kein gewöhnliches Kraut. Eine kleine Prise eines zerstoßenen Blattes hebt den Geschmack eines jeden Gerichtes hervor. Um ihr eine Freude zu bereiten würzt er den Kanincheneintopf und Tarzi kann kaum an sich halten. Rostigan ist amüsiert. Sie beschließen sich auf den Weg nach Silberstein zu machen um das Kraut zu verkaufen. Doch Silberstein gibt es nicht mehr. Es ist beinahe so als hätte es diese Stadt nie gegeben. Ein Wispern liegt in der Luft und eine verhüllte Gestalt verschwindet im Wald. Das kann unmöglich sein! Es gibt nur eine Person, die solch eine Tat vollbringen könnte und auf die diese Beschreibung passt - die Diebin. Aber sie wurde vor 300 Jahren getötet. Und wenn sie wieder auf der Aorn wandelt - sind dann auch die anderen zurück gekehrt? Meinung: Im ersten Band der beiden Teile um Rostigan und Tarzi lernen wir die Geschichte von Aorn kennen und auch die Aufgabe der Wächter. Wir erfahren wer sie waren, wie sie zu den gefürchteten Wächtern wurden und was das Land jetzt heimsucht. Sam Bowring hat einen flüssigen Schreibstil und ein gutes Gespür für Spannung. Wenn man gerade eine Sache verdaut hat, kommt er mit der nächsten Überraschung um die Ecke. Das hat mich natürlich am Lesen gehalten und immer wieder saß ich da - du musst ins Bett, aber ich will noch das Kapitel beenden. Dumm nur, dass die Kapitel sehr lang sind. Im vorderen Teil des Buches befindet sich eine Karte, was sehr hilfreich ist. Hätte es jetzt auch noch ein Personenregister gehabt, wäre ich noch viel begeisterter gewesen. In der Geschichte wird immer wieder gesprungen. Einmal erleben wir die Zeit in der Gegenwart mit Rostigan und Tarzi und einmal die Vergangenheit 300 Jahre zuvor. Es ist nicht immer ganz einfach zu trennen, so dass ich ab und an doch verwirrt war. Am Ende gab es dann diesen Moment, in dem jeder Fantasyleser da hockt und sich fragt - warum bitte ist das kein Einzelband?

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Der alte Krieger Rostigan zieht mit seiner Bardin Tarzi durch die Gegend, als die beiden das Verschwinden einer ganzen Stadt bemerken. Tarzi versteht die Welt nicht mehr, doch Rostigan befürchtet das Schlimmste. Und er soll recht behalten, denn bald stellt sich heraus, dass die Wächter zurück in die Welt gekehrt sind und die grosse Magie doch nicht so geheilt ist, wie sich das alle gewünscht haben. Ein äusserst origineller Roman. Sam Bowrings Art die Magie darzustellen hat mich echt "verzaubert", seine Idee, dass alles aus ineinander verwobenen Fäden besteht, die von den Magiern (hier "Fadenwirker" genannt) bewegt werden können, finde ich aussergewöhnlich und mal eine nette Abwechslung. Rostigan gibt einen liebenswürdigen alten Helden ab, seine hübsche Bardin Tarzi als (meiner Meinung nach ziemlich aufdringliche) Motivation. Sowieso gelingt es dem Autor seine Charaktere lebhaft zu beschreiben; den übereifrigen König Braston, die nachdenkliche und demütige Priesterin Yalenna und natürlich die mehr oder weniger bösen Gegner, die es zu bekämpfen gilt. Viele tolle neue Ideen und ab und zu eine Prise Romantik und Humor und schon ist dem Autor ein aussergewöhnlicher Roman gelungen. Es gibt einzelne, sehr detaillierte, sadistische Szenen, aber ich fand diese genau richtig, um die Boshaftigkeit darzustellen, den Wahn, in dem sich der schlimmste aller Wächter befindet. Wer ein schwaches Gemüt hat sollte trotzdem nicht zu diesem Roman greifen. Ich freue mich auf Band zwei und bin gespannt, was der Autor aus der Geschichte machen wird.

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Inhalt: Einst waren sie mächtige Fadenwirker, die die Fäden der Großen Magie entwirren und lenken konnten. Dann schlossen sie sich als die Wächter gegen einen wahnsinnigen Feind zusammen, der die Welt ins Chaos stürzen wollte. Sie bezwangen den Herrn der Tränen, aber sie zahlten einen hohen Preis dafür: Teile der verwirrten Magie gingen auf sie über und veränderten sie für immer. Um die Große Magie wieder ins Gleichgewicht zu bringen, beschlossen zwei von ihnen, alle Wächter und anschließend auch sich selbst zu töten. Doch der Plan sollte nicht aufgehen... 300 Jahre später ziehen der berühmte Krieger Rostigan Schädelspalter und die Bardin Tarzi durchs Land. Rostigan will nur Frieden finden und Tarzi möchte mit ihm ein großes Abenteuer erleben, über das sie ein Lied dichten kann. Es sieht so aus, als wäre Tarzi ihrem Ziel näher als der alte Krieger, denn beängstigende Dinge ereignen sich. Rostigan wird noch einmal in die Schlacht ziehen müssen gegen Gegner, die ihn besser kennen, als ihm lieb sein kann. Meine Meinung: Ja, das ist mal wieder eine Fantasy-Geschichte, die mir richtig gut gefällt. Sie hat nur einen Fehler: wer auch immer auf den „genialen“ Gedanken gekommen ist, sie auf 2 Bücher aufzuteilen , der muss sich Geldmacherei unterstellen lassen. Nicht einmal 900 Seiten hätten auch sehr gut in einen Band gepasst, der dann vielleicht sogar eine der selten gewordenen abgeschlossenen Geschichten enthalten hätte. Aber das ist nun nicht zu ändern und ändert zum Glück aber nichts an der Qualität der Story. Was Sam Bowring geschaffen hat, sind faszinierende Charaktere mit interessanten Eigenschaften. Jeder der Wächter ist nach dem Sieg über den Herrn der Tränen nicht mehr er selbst und verfügt über Eigenschaften, die ihn einzigartig machen. Wir erfahren rückblickend, was vor langer Zeit geschah und wie sich die einstigen Gefährten verändert, verfeindet und gegenseitig gejagt haben. Nun kehren sie zurück und die 300 Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. Und während die Große Magie noch längst nicht „geheilt“ ist, finden sich alte und neue Bündnisse. Schön ist, dass Bowring seine Charaktere nicht auf Gut oder Böse festgelegt hat und ihnen Raum für Veränderung und Entwicklung lässt. Die 400 Seiten lasen sich fast in einem Rutsch weg. Spannend erzählt, nehmen einen die Geschehnisse wirklich gefangen, um dann aber leider mitten in der Geschichte abzubrechen. Nun bleibt mir nichts anderes übrig, als mir Teil 2 gleich bei Erscheinen zu holen (was zum Glück schon im Juni sein wird). Dieser fiese Cliffhanger sorgt für einen halben Stern Abzug und somit gibt es 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung an Freunde von Magie und fiesen Charakteren. Aber wartet vielleicht, bis auch der 2. Band erhältlich ist, um dann die Story am Stück verschlingen zu können. Fazit: Unterhaltsame spannende Fantasy mit Helden, die viele Ecken und Kanten haben – das macht Spaß!

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"Über ihm klaffte die Wunde im Gewebe der Welt, offen mit rot ausgefransten Ränder. Dahinter war zusehen, was niemals Blicken ausgesetzt sein sollte, das Innenleben der Großen Magie. Es sah aus wie die bunten Venen eines Riesen, die aus eng geschnürten kleinen Fäden zusammen gewoben waren und einander umschlangen." Seite 60 Dieses Buch ist ein zweischneidiges Schwert, einerseits ist es sehr gut geschrieben und ich konnte mir alles gut vorstellen, andererseits ist die Handlung ziemlich grausam, aber auch sehr spannend. Was am Anfang aber für Verwirrung gesorgt hat waren die Rückblicke, denn die fingen einfach so ohne Vorwarnung an, und erst habe ich überhaupt nicht verstanden, dass das grade ein Rückblick ist. Der Schreibstil ist kurz und knackig und man wird immer von neuen Wendungen überrascht. Was ist richtig gut finde ist das Magiesystem in diesem Buch. Bei Sam Bowring ist alles mit Fäden ineinander verknüpft und die sogenannten Fadenwirker können die Fäden beeinflussen und kontrollieren. Das ist mal etwas Neues. Die Charaktere finde ich auch ziemlich gut, man merkt direkt, dass alle etwas Gutes und etwas Schlechtes an sich haben, die einen mehr und die anderen weniger. Die Geschichte wird aus der Sicht der Wächter und Rostigan erzählt. Rostigan ist ein alter Krieger wie er im Buche steht, etwas wortkarg, aber gewissenhaft bei seiner Pflicht. Zu den Wächtern gehören der überheblichen Braston, der denkt, alles gehöre ihm, weil er vor zigtausend Jahren mal König war, die schöne Yalenna, die alles dafür tun würde, dass der Einfluss der Wächter auf die Welt nachlässt und vor 3000 Jahren nicht einmal davor zurückgeschreckt hat, ihre Kameraden zu töten, der körperlich veränderte Salarkis, der sich nicht recht entscheiden kann auf welcher Seite er stehen will, den grausamen Forger, der durch das Leiden anderer Leute mehr Kraft bekommt und ihr Anführer Megan, der lange Zeit verschollen war. Die Bardin Tarzi, die rettungslos in Rostigan verliebt und eine ausgesprochen lebhafte Geschichtenerzählerin ist. Ich mag sie. Das Buch ist allerdings nichts für schwache Nerven, denn es werden bis aufs kleinste Detail Grausamkeiten beschrieben und obwohl ich eigentlich dachte, das mir sowas nichts ausmachte, bekam ich einmal einen Alptraum in dem ich Forgers Grausamkeiten verübt habe, und auch beim Lesen lief es mir manchmal eiskalt den Rücken runter. Der Titel ist gut, da mit dem Kampf gegen den Herrn der Tränen alles angefangen hat, und auch wenn er schon lange tot ist, immer noch über allem schwebt. Auch das Cover passt, da es die offene Wunde der Magie zeigt die durch den Herrn der Tränen entstanden ist. Es ist eigentlich ein gutes Buch aber für den Alptraum, den es mir beschert hat, bekommt es 3,5 von 5 Bücherwelten, trotzdem bin ich sehr gespannt auf den zweiten Teil "Der Herr der Lügen"

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Handlung: Vor langer, langer Zeit stürzte der skrupellose Lord Regret die Menschheit beinahe ins Verderben. Er erschuf grauenvolle Monster und seine Magie riss eine schwelende Wunde ins Gefüge der Welt. Eine Gruppe von Helden, die sich selber die Wächter nannten, tat sich zusammen und es gelang ihnen, Lord Regret zu töten. Aber der Tod von Regret schloss die Wunde in der Welt nicht wieder, und seine verderbte Magie ging auf die Wächter über, die dadurch neue Fähigkeiten erlangten - aber auch ihre Persönlichkeiten veränderten sich und sie wurden zum Teil schlimmer als das Böse, dass sie eigentlich bekämpfen wollten. Die drei einzigen Wächter, deren Sinn für Gut und Böse immer noch intakt war, zogen schweren Herzens gegen ihre früheren Freunde in den Kampf, töteten sie und setzten dann ihrem eigenen Leben ein Ende - in der Hoffnung, dass Regrets Magie dadurch ein für alle Mal aus der Welt verschwinden würde. Und lange Zeit sah es so aus, als hätten sie damit Erfolg gehabt. An der Stelle, wo die meisten Fantasy-Bücher enden, beginnt dieses erst. Denn natürlich war das noch nicht das Ende, und so sieht sich viele Generationen später der alte Krieger Rostigan gezwungen, doch noch einmal loszuziehen, um Heldentaten zu vollbringen... Denn die Wächter sind von den Toten auferstanden. Pro: Der ganz große Pluspunkt des Romans ist für mich die dichte, originelle Welt, die der Autor erschaffen hat. In den liebevoll erdachten Details liegt deren Überzeugungskraft, und darin hebt sich dieser Fantasy-Roman für mich auch aus der Masse ab. Er bietet viele neue, brilliante Ideen, und es gibt auch die ein oder andere wirklich überraschende Wendung! Die Art und Weise, wie hier Magie funktioniert, fand ich sehr faszinierend und überzeugend, und die fantastischen Wesen sind großartig und lebendig beschrieben. Gut, die Grundidee des widerwilligen Helden, der gegen ein scheinbar übermächtiges Unrecht ankämpft, ist vielleicht nicht neu, aber sie wird hier auf ganz eigene Art umgesetzt. Denn Rostigan ist ein sehr interessanter Protagonist, den man am Anfang nur schwer einschätzen kann und dessen Tiefgang man erst nach und nach erkennt. Überhaupt sind die Charaktere ein echtes Highlight, wobei mir besonders gefiel, wie hier mit Gut und Böse gespielt wird. Die Wächter waren immerhin alle mal gute Menschen, die ihr eigenes Leben riskierten, um die Welt zu retten. Dass Regrets Magie auf sie überging, war ja nicht ihre Schuld - aber dennoch sind sie zum Teil jetzt nur noch abgrundtief böse... Kann man sie dafür verurteilen? Besteht noch eine Chance, aus dem Grund ihrer Seele ihr altes Ich wiederzuerwecken? Und selbst wenn das gelingen sollte - lohnt ein Leben noch, wenn es von soviel Hass und Gewalt berührt wurde? Die Spannung baute sich für mich schnell auf und schraubte sich im Verlauf der Geschichte immer weiter in die Höhe - wobei ich die Entwicklung der Charaktere fast noch spannender fand als die Frage, ob und wie die Welt gerettet werden kann! Der Schreibstil liest sich gut und flüssig, und der Autor biete viele fesselnde Szenen und eindringliche Bilder. Er lässt viele Hinweise nur nach und nach einfließen, und so können Entwicklungen immer noch überraschen, auch wenn der aufmerksame Leser schon eine Vorahnung gewinnen konnte. Kontra: Das Einzige, was mich an dem Roman immer wieder gestört hat, war die Darstellung von Gewalt. Versteht mich nicht falsch - ich denke, dass Gewalt durchaus beschrieben werden DARF und je nach Genre oft auch MUSS: um eine Szene realistischer zu machen, eine Botschaft rüberzubringen oder vielleicht auch nur die Spannung zu erhöhen. Aber es ist für mich ein Unterschied, ob in einem Fantasy-Buch eine Schlacht geschildert wird, bei der es Tote und Verletzte gibt, oder ob, wie hier, sadistische Taten immer und immer wieder geschildert werden, um... Ja, um was? Zu zeigen, wie böse der Charakter ist? Dafür hätten ein oder zwei solcher Szenen gereicht, aber der Autor schwelgt geradezu in immer neuen Beschreibungen der Folter und des Blutrauschs. Ich habe sicher schon genauso grausame Szenen in anderen Büchern gelesen, aber hier erschienen sie mir zum Teil einfach... überflüssig und damit seltsam frivol. Gewalt als Selbstzweck, auch wenn der Autor das vielleicht so nicht beabsichtigt hat. Allerdings habe ich ein Interview mit ihm gesehen, in dem er zu suggerieren scheint, dass er die übertriebene Gewalt lustig findet, und ich weiß nicht, ob das besser ist... Das Ende kam für mich ein wenig zu abrupt - ich habe tatsächlich erstmal nachgesehen, ob meinem Buch nicht vielleicht ein paar Seiten fehlen. Zusammenfassung: Trotz meines leichten Unbehagens, was die Schilderung sadistischer Gewalt in diesem Roman betrifft, fand ich das Buch definitiv sehr lesenswert! Die Charaktere sind interessant, die Welt ist dicht und originell, und die Geschichte zieht den Leser schnell und gründlich in ihren Bann. Ich werde definitiv auch den zweiten Band lesen!

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Anders als erwartet

Von: Aleshanee

23.01.2014

Seit ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe, hat mich das Cover magisch angezogen. Es zeigt passend zur Handlung den Riss der Großen Magie, die in den Wolken klafft und den einsamen Ritter, der sich endlich seiner Vergangenheit stellen muss. Der Schreibstil ist sehr eigenwillig, teilweise fast schon nüchtern und ich musste mich sehr konzentrieren, um der Handlung zu folgen. Es wirkt alles sehr kurz angebunden und ich fand nur wenige versteckte „Schätze“ zwischen den Zeilen. Rückblicke und Erinnerungen unterbrechen das aktuelle Geschehen und haben mich anfangs eher irritiert als mir geholfen, mich in der Geschichte zurecht zu finden. Der etwas trockene Schreibstil wirkte manchmal gefühllos und ich konnte mich dadurch anfangs nicht wirklich in die Charaktere einfühlen. Rostigan war mir von Anfang an sympathisch. Er gefällt sich in seiner Rolle des alternden, zurückgezogenen Kriegers und überlässt sich gerne der Gesellschaft der quicklebendigen, sprunghaften Bardin Tarzi. Umso enttäuschter war ich, dass es anfangs die meiste Zeit um die Wächter ging, die zurückkehren. Alle Figuren erhalten einen prägnanten Auftritt und besondere Charakterzüge, dennoch hat es einige Zeit gedauert, bis ich mich mit dem Verlauf der Handlung anfreunden konnte. Trotzdem hat mich die Stimmung nicht losgelassen und ich war neugierig, was weiter passiert. Bis zur Mitte war es ein gleichmäßiger Lesefluss ohne bemerkenswerte Spannung, trotz allem hat mich diese Welt fasziniert. Als dann etwa in der Mitte des Buches eine Wende eintrat, ein neuer Aspekt, wurde ich völlig an das Geschehen gefesselt; es wurde sehr interessant, das Tempo angezogen und die steigende Anspannung riss mich bis zum Schluss mit. Auch wurden die Zusammenhänge immer klarer und das unerwartete Ende ließ mich in großer Erwartung auf den zweiten Teil zurück. Die Idee der Welt und ihrer Magiefäden ist sehr speziell und lässt noch einige Fragen offen. Hier hätte ich gerne noch einige Antworten gehabt und denke, dass diese im abschließenden Band aufgeklärt werden. Fazit Nach dem unerwarteten Anfang hat ein neuer Aspekt die Geschehnisse in interessante Bahnen gelenkt und die erhoffte Spannung entstehen lassen. Mit dem Schreibstil konnte ich mich nicht wirklich anfreunden, trotzdem hat mich die Idee fasziniert. Nach der packenden zweiten Hälfte hat das Buch auf jeden Fall 4 Sterne verdient. © Aleshanee

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