Leserstimmen zu
Januarfluss

Ana Veloso

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Inhalt: Die 15-jährige Isabel de Oliveira lebt im Brasilien des Jahres 1889. Sie ist die Tochter eines verarmten Kaffeeplantagenbesitzers und soll deswegen mit dem mächtigen Dom Fernando verheiratet werden. Isabel möchte aber auf gar keinen Fall mit diesem abscheulichen Mann zusammenleben, deswegen flieht sie nach Rio de Janeiro. Doch schon bald merkt sie, dass es nicht so einfach ist, sich alleine durch zuschlagen. Hilfe findet sie bei dem 17-jährigen Luiz, der ihr sogar Unterschlupf gewährt. Doch er verfolgt andere Pläne und zieht Isabel ebenfalls mit hinein… Der Story-Stapel Erster Satz: „Es ist vorbei.“ Die Geschichte beginnt ruhig, aber sehr atmosphärisch. Dadurch bekommt man direkt ein Gefühl von der damaligen Welt und lernt gleichzeitig die Protagonistin Isabel kennen. Mit der Flucht von Isabel steigt dann auch der Spannungsbogen rasant an, wenn er auch noch einmal etwas ruhiger wird in ihrer ersten Zeit in Rio. Mit dem Kennenlernen von Luiz ist die Ruhe aber dahin und man rennt förmlich durch die Geschichte und ist gleichzeitig immer wieder geschockt über die Zustände und den Umgang mit den Sklaven. Der Charakter-Stapel Isabel ist am Anfang das typische, weiße verwöhnte Püppchen, die nichts kann und die unglaublich hochnässig ist. Doch mit jedem Tag mehr alleine in der Freiheit und Armut verändert sie sich. Sie fängt an, Dinge zu hinterfragen, vor allem auch ihr eigenes Verhalten und gleichzeitig zeigt sie viel Biss, Zähheit und Stärke. Ihre Entwicklung ist toll und sehr authentisch gestaltet, so dass es immer glaubhaft bleibt, da sie gewisse Gedanken und Verhaltensweisen nicht so einfach ablegen kann. Luiz ist mystisch, geheimnisvoll und toll. Er ist so aufopferungsvoll, bewegt sich oft in Grauzonen und trotzdem trägt er das Herz am rechten Fleck. Er trägt die Geschichte gut voran und holt aus Isabel die guten Seiten hervor. Sein Kampf, den er führt, ist ehrenhaft und mutig und dafür hat er die Bewunderung des Lesers auf jeden Fall sicher. Der Stil-Stapel Das Buch liest sich sehr flüssig und leicht. Dennoch kommt die tropische Atmosphäre Brasiliens und zahlreiche Details nicht zu kurz. Die Welt erwacht vor den Augen des Lesers zum Leben und gerade die damals noch ruhige Copacobana wirken paradiesisch. Das Buch vermittelt historisches Wissen, ohne, dass es zäh wirkt, zumal der Blickwinkel gut gewählt ist und man wirklich in verschiedene gesellschaftliche Schichten blicken kann. Der Kritik-Stapel Ich fand das Buch sehr rund – es war ruhig, aber trotzdem spannend. Die damalige Zeit wurde authentisch an den Leser vermittelt und dennoch blieb der rote Faden die ganze Zeit vorhanden und straff gespannt. Dadurch hat man Isabel auf ihrem Weg in die Freiheit gerne begleitet und hätte dabei gleichzeitig ebenfalls am Strand von Rio de Janeiro Pause gemacht und einen Kaffee getrunken. Auf den Lesen-Stapel? Ja, jeder der gerne historische Jugendbücher liest, kann bei „Januarfluss“ gerne zugreifen. Das Buch entführt in das Brasilien des ausgehenden 19. Jahrhunderts und spiegelt die damalige Zeit sehr authentisch wider. Die zarte Liebesgeschichte ist genau richtig dosiert, so dass die eigentliche Geschichte im Vordergrund bleibt. Mich hat das Buch in die Hitze Brasiliens entführt, fasziniert und gut unterhalten. Von mir gibt es deswegen verdiente 5 Karlys und eine klare Leseempfehlung.

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