Leserstimmen zu
Bird Box - Schließe deine Augen

Josh Malerman

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Spannende Kurzgeschichte Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar vom Verlag über Random House bekommen. Ein absolutes Wunschbuch! Da mich die Einschätzung auf dem Buch „Ein verstörender Thriller, der gleichermaßen an Hitchcocks Film Die Vögel wie an die besten Romane von Stephen King erinnert.“ total neugierig gemacht hat. Ich bin ein absoluter Stephen King Fan, gerade von seinen älteren Romanen. Daher war ich echt total von den Socken, dass ich dieses Buch bekommen habe. Eigentlich war ich gerade noch mit einem anderen Buch beschäftigt und wollte nur ganz kurz rein lesen, aber das ging nicht. Ich war direkt von Anfang an im Buch gefangen und hatte es ganz schnell durch, wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, hätte ich es wahrscheinlich in 3 Tagen durch gehabt. Das Cover ist gut gemacht, das O im Schutzumschlag ist offen, die Vögel sind also auf dem Buch, sehr schön gemacht. Stellenweise konnte eine Herzklopfenspannnung wie in einem Stephen King Roman erzeugt werden, aber nicht ständig. Jedoch war das Buch gut zu lesen und trotzdem spannend. Im Buch wird zwischen der Gegenwart und Vergangenheit, die die aktuelle Situation erklären soll, hin und her gesprungen, das hat mir gut gefallen, war ein guter Mix. Die Geschichte ist wirklich verstörend und teilweise schockierend. Als Mutter sind einige Szenen in diesem Buch unglaublich schrecklich und lassen einen das Herz bluten. Wie schlimm es für die Kinder ist, welch strenge Erziehung sie bekamen, sehr traurig, aber notwendig. Denn Melorie will ja nur dass sie und die Kinder überleben und das erfordert nun mal diese strenge. Was aber noch viel schlimmer ist, die kühle Distanz die Melorie zu den Kindern hat, ihr tut es auch leid was sie alles den Kindern „antut“ aber sie rechtfertigt sich vor sich selbst immer damit, dass es notwendig ist. Die Distanz hält sie sehr stark, allein schon dass sie den Kindern keine Namen gibt, sondern die Beiden einfach nur „Junge“ und „Mädchen“ nennt. Die Zwischenmenschliche Seite und Probleme hätten noch mehr ausgearbeitet sein können, leider konnte ich nicht mit den Charakteren nicht warm werden. Die Idee der Geschichte ist sehr gut, ich hätte mir nur gerne mehr Erklärungen gewünscht. Vor allem das Ende war für mich sehr unbefriedigend, schade. Bird Box ist eine nette Kurzgeschichte und ein guter Zeitvertreib für zwischendurch, ich kann es durchaus empfehlen. 4 von 5 Punkten

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Die Grundidee fand ich einfach großartig für ein Buch dieses Genres, denn sie sorgt direkt für einen ganz ursprünglichen, instinktiv verankerten Horror. Jedes Kind kennt sie, die Angst vorm Dunkeln, vor den Monstern, die in den Schatten lauern. Gibt es etwas Schlimmeres, als die Augen schließen zu müssen, wenn man in einer Extremsituation Todesangst hat? Sich blind einer Welt auszuliefern, in der etwas unsäglich Grauenhaftes lauert? Beim Lesen habe ich diese Angst auf jeder Seite gespürt, und das Buch hat mich dadurch unglaublich gefesselt. Im Mittelpunkt der Geschehnisse steht die junge Malorie, die schwanger war, als die ganze Welt die Augen schloss. Sie hat für sich und ihr ungeborenes Baby ein kleines Refugium gefunden: ein Haus, in der eine kleine Gruppe Überlebender Zuflucht suchen und sich gegenseitig Hilfe und Trost spenden. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen: in der Gegenwart, in der Malorie darum kämpft, sich mit zwei Kleinkindern an einen sicheren Ort zu retten, und in der Vergangenheit, in der sie mit ihren Hausgenossen versucht, ein halbwegs erträgliches Leben aufzubauen. Deswegen erfährt man nur nach und nach, Stück für Stück, was eigentlich geschehen ist. Das Verhältnis von Malorie zu den beiden Kindern zeigt vielleicht am besten, wie brutal und gefährlich die Welt geworden ist. Sie trainiert sie schon als Babys darauf, sich mit geschlossenen Augen zurecht zu finden und sich anhand von Geräuschen zu orientieren, und dieses Training wirkt oft geradezu grausam - aber dennoch ist es ein Akt der Liebe, denn nur so können die Kinder überleben. Bedrückend fand ich, dass Malorie ihre Gefühle komplett unterdrückt, um hart genug dafür zu sein. Sie zuckt zurück, wenn eines der Kinder sie berührt, und hat ihnen nicht einmal Namen gegeben... Ich fand es schwer, zu den Kindern Zugang zu finden, denn sie zeigen nur wenig Persönlichkeit und funktionieren wie kleine Roboter, die blind gehorchen - was allerdings bei der Art und Weise, wie sie aufwachsen, nur realistisch ist. Auch zu den anderen Charakteren spürte ich meist eine gewisse Distanz. Es ist aber nicht so, als wären sie in meinen Augen schlecht geschrieben! Ich bekam sogar schnell ein Gefühl dafür, wie sie denken und was sie antreibt, aber durch die Extremsituation kann sich niemand Emotionen leisten und das macht es auch schwer, mit ihnen mitzufühlen. Der Charakter, der sich am meisten seiner Menschlichkeit bewahrt und dadurch für mich zur Identifikationsfigur wurde, ist Tom. Tom, der Problemlöser, der Rettungsanker, an den sich alle klammern. Er hält die kleine Gemeinschaft von Überlebenden zusammen, bastelt ständig an neuen Erfindungen, wie das Leben im Dunkeln erleichtern sollen, und wagt scheinbar Unmögliches, wie etwa blind drei Meilen zu seinem alten Haus und zurück zu laufen. Interessant fand ich auch Gary, der seine ganz eigenen Theorien hat, was die Kreaturen betrifft, die die Menscheit in den Wahnsinn treiben... Durch ihn stellen sich Fragen wie: was ist Wahnsinn überhaupt, und ist es nicht der Mensch, den der Mensch am meisten fürchtet? Das Buch ist in der Gegenwartsform geschrieben , und den Schreibstil fand ich grandios. Mal hat er eine atemlose Dringlichkeit, dann wieder etwas beinahe Lyrisches, Hypnotisches. Meist ist reduziert auf die Essenz einer Szene und dadurch sehr exakt, sehr klar. Als ich das Buch zuschlug, war ich begeistert. Erst als ich eine Nacht darüber geschlafen hatte, ging mir auf, dass das Ende für mich unbefriedigend ist. Die wichtigsten Dinge bleiben einfach ungesagt, und man verlässt die Geschichte mit mehr ungeklärten als geklärten Fragen. Allerdings ist das vielleicht auch ganz bewusst, schließlich besteht der Horror in diesem Buch darin, dass der Mensch sich blind in einer Welt bewegt, die er nicht mehr versteht?

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Allgemeines zu Buch und Autor Josh Malerman liest für sein Leben gern gruselige Literatur, fast so gern, wie er Horrorfilme schaut. Angefangen hat er mit Gedichten und Kurzgeschichten, dann folgten Songtexte und schließlich sein Debüt “Bird Box – Schließe deine Augen”. Er hat eine eigene Band, mit der er regelmäßig auftritt, unter anderem in Guantanamo Bay. Ich kann euch von vornherein sagen: Dieses Buch ist großartig! Solche Empfindungen, wie ich sie bei diesem Buch hatte, habe ich sonst nur bei Stephen King. Es unglaublich gruselig und zwischendurch dachte ich einfach nur “Hör jetzt sofort auf, das hier weiter zu lesen”, aber ich konnte einfach nicht. Ein Buch, dass sicher nichts für schwache Nerven ist, aber ansonsten unbedingt mal gelesen werden sollte! Kritische Auseinandersetzung Was bei diesem Buch hervorsticht und so auch nur selten vorhanden ist, ist die Atmosphäre. Der Autor schafft es, den Leser mitten in dieses Szenario hineinzuziehen, man hat das Gefühl, einen Horrorfilm in 3D anzuschauen, bevor es zu dem Gefühl wird, mittendrin zu sein. Ich hatte teilweise wirklich so etwas wie Angst und mich hätte es nicht gewundert, wenn jemand zu mir gesagt hätte, ich dürfe meine Augen nie wieder öffnen. Der Wunsch, zu wissen was passiert trifft auf den Wunsch, nicht mehr weiter lesen zu wollen. Dieses Gefühl rührt natürlich vor allem auch vom Schreibstil, der einfach grandios ist. Man hat wirklich das Gefühl, dabei zu sein, als ob alles wie ein Film im Kopf ablaufen würde. Es wird alles sehr gut beschrieben, aber ohne zu viel zu beschreiben. Der Leser hat genug Spielraum, alles mit seiner eigenen Fantasie auszuschmücken, trotzdem kann man sich alles ganz genau vorstellen. Vor allem die Tatsache, dass man erst mal gar nicht weiß, worum es eigentlich geht und warum die Protagonisten die Augen nicht mehr öffnen, sobald sie ihr Haus, welches ihr Schutz ist, verlassen, macht das Ganze so wahnsinnig spannend. Denn natürlich starten im Kopf schon direkt die ersten Gedanken über das Grauen und man stellt sich alles vor, nur vermutlich nicht das, was es dann in Wirklichkeit ist. Achtung! Hier befindet sich ein Spoiler! Hier möchte ich auf meine einzige negative Anmerkung kommen, wobei sie vielleicht auch gar nicht negativ ist. Es gibt keine Auflösung. Das ist natürlich irgendwie ganz cool, da der Schrecken eben keinen Namen hat und man weiterrätseln kann, was denn der Grund für alles war (und glaubt mir, ich habe gerätselt!), aber irgendwie finde ich es auch ein bisschen schade, da wirklich gern wüsste, was denn da jetzt genau passiert ist. Das Buch ist auf jeden Fall sehr spannend und atemberaubend, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich konnte einfach nicht aufhören zu Lesen, bis ich es aus hatte, aber ich rate euch, dieses Buch nicht im Dunkeln zu lesen. Ich finde aber auch sehr gut, dass es aus der Sicht einer Person, nämlich Malorie, geschrieben ist und nicht mit einem allwissenden Erzähler, denn so hat man die Möglichkeit, noch viel näher am Geschehen dran zu sein und man kann die Gefühle, die die Protagonistin hat, sehr gut nachvollziehen, eine richtige Bindung zu ihr aufbauen. Fazit Ich kann nur sagen: Lest dieses Buch. Lest es einfach, es ist großartig, aber wie gesagt, nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. Aber jeder, der sich gern gruselt und auch King-Fans kommen hier meiner Meinung nach voll auf ihre Kosten. Probiert es doch einfach aus:) .

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Diese Geschichte ist vor allem eines: ziemlich krass verstörend. Aber genau das macht diesen Thriller aus. Mehr und mehr Menschen drehen durch und begehen Selbstmord, nachdem sie ETWAS sehen, das sie sehen, wenn sie nach draußen blicken. Die wenigen Menschen, die noch nicht dem Wahnsinn verfallen sind, verstecken sich in ihren Häusern. Die Türen sind ständig geschlossen. Die Fenster verhangen, damit niemand nach DRAUSSEN sehen kann. Denn sobald jemand etwas sieht, wird er wahnsinnig. Ausnahmslos alle betroffenen Menschen begehen auf besonders grausame Art Selbstmord. Wenn die Menschen dann doch einmal nach draußen gehen müssen, tragen sie eine Augenbinde, die sie ohnehin nur in sicheren Häusern abnehmen. Schließe deine Augen Malorie ist hochschwanger als der Wahnsinn beginnt. Viele Menschen in aller Welt nehmen sich das Leben, nachdem sie etwas sehen. Als der Wahnsinn ihrem Heim gefährlich nahe kommt, reagiert sie auf eine Zeitungsanzeige und fährt in ihrem Wagen zu einem Haus, in dem eine Gruppe von Menschen lebt, die sich vor dem Wahnsinn versteckt. Vier Jahre später macht sich Malorie erneut auf den Weg. Zwanzig Meilen den Fluss hinab. Und das mit verbundenen Augen, wobei sie sich auf das Gehör ihrer Kinder verlassen muss, die bis zum Schluss nur Junge und Mädchen genannt werden. All das passiert in einer Welt, in der man den Tod erblickt, wenn man die Augen öffnet. Etwas ist absolut tödlich Bis zum Ende des Buches erfährt der Leser nicht wirklich, was die Menschen so dermaßen verstört, dass sie sich anschließend das Leben nehmen und möglicherweise andere Menschen verletzen. Der Leser ist dauerhaft von der Angst geplagt, nicht zu wissen, wo der Schrecken lauert. Ein kleiner Tipp am Rande: Man sollte dieses Buch nicht unbedingt direkt vor dem Einschlafen lesen. Sonst könnte es sein, dass man am nächsten Morgen nicht mehr vor die Tür gehen will. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass mir so unter die Haut geht. Der Thriller -offiziell nur als "Roman" bezeichnet- lebt von einem subtilen Horror, den man am Ehesten noch in einem Buch von Stephen King erwarten würde. "Bird Box" ist einfach nur verstörend. Verstörend allerdings in einem durchaus positiven Sinn. Die Geschichte macht mir Angst. Allein schon, weil die Wesen, die den Wahnsinn offenbar auslösen, immer nur eine Randerscheinung bleiben. Die letzte Seite lässt den Leser mit einem flauen Gefühl in der Magengegend zurück. Am Ende wird man überlegen, ob man ab jetzt die Augen geschlossen hält oder lieber gleich die Fenster bedeckt.

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Kritik: Normalerweise sind weder Horror noch Thriller wirklich mein Genre. Hin und wieder breche ich zwar mit Gewohnheiten (für Michael Robotham zum Beispiel), aber im Großen und Ganzen sind das, wie der geneigte Leser schon bemerkt haben dürfte, eher Sebastians Sparten. Was ich hingegen schon mag, ist ein gutes Endzeit-Setting. Und der Klappentext von "Bird Box" klang ganz nach einem solchen Setting. Ich haderte eine ganze Weile mit mir, einfach weil mir der Autor gänzlich unbekannt ist und ich deshalb auch nicht einschätzen konnte, wie detailliert eventuelle Exzesse hier beschrieben werden. Aber das Thema reizte mich sehr, und so nahm ich das Buch schließlich doch zur Hand und sog es innerhalb eines Tages sprichwörtlich auf. Die Geschichte von "Bird Box" ist sogar relativ einfach gestrickt. Vier Jahre zuvor ist auf der Welt "etwas" ausgebrochen, das die Menschen dazu treibt, verrückt zu werden und sich selbst umzubringen, mitunter erst nachdem sie einen kleinen Amoklauf hinter sich haben. Was dieses "etwas" ist, weiß niemand. Malorie war damals schwanger und verbarrikadierte sich mit anderen Menschen in einem Haus. Jetzt - vier Jahre später - ist ein Großteil der Menschheit ausgerottet. Malorie lebt mit ihren beiden Kindern, die sie nur "Junge" und "Mädchen" nennt in dem kleinen Haus. Die Fenster sind verbarrikadiert, vor die Tür zu gehen ist nur mit Hilfe von Augenbinden möglich, denn recht früh und schnell waren sich die Medien damals einig, dass das, was die Menschen den Verstand verlieren lässt, etwas ist, was sie vorher gesehen haben. Aber Malorie lebt in Einsamkeit und sie träumt von einem besseren Leben, vor allem für ihre Kinder. Also macht sie sich auf die beschwerliche Reise in einem Boot flußabwärts, in der Hoffnung ein Lager zu finden, in dem sie sicherer sind und komfortabler leben können. Diese Reise kann aber nur mit verbundenen Augen stattfinden, und Malorie muss sich auf das geschulte Gehör der Kinder verlassen, die in diese Welt geboren wurden. Dennoch lauern auf dem Fluss allerlei Gefahren. Erzählt wird Malories Geschichte abwechselnd in zwei Zeitlinien, sozusagen zwei Hauptstränge. Zum einen erzählt der erste Strang von der Reise auf dem Fluss und den Erlebnissen Malories und der Kinder. Zum anderen beschreibt der zweite Strang die Ereignisse vor der Geburt der Kinder, wie etwa den Ausbruch und Malories Einzug in das Haus. Diese Erzählweise war in keiner Weise anstrengend, im Gegenteil, sie fesselte mich extrem, denn als Leser brannte man darauf zu erfahren, was es denn mit alledem auf sich hat. Josh Malerman hat hier eine wunderbare Geschichte aufgebaut und lenkt die Gedanken des Lesers wirklich an unsichtbaren Fäden. Stellt sich also am Anfang noch die zentrale Frage WAS ist es, das die Menschen den Verstand verlieren lässt? , so lenkt er den Fokus nach und nach auf viele andere Fragen, die sich auftun: Warum haben die Kinder keine Namen? Wie ist Malorie in dem Haus gelandet? Was ist mit den anderen Bewohnern passiert? Dadurch rückt diese zentrale Frage am Ende in den Hintergrund. Desweiteren weiß der Autor auch, wie man eine wahnsinnig gute und bildgewaltige Kulisse in die Köpfe der Leser zaubert. Ich habe selten so ein lebhaftes und detailliertes Bild eines Buches vor Augen gehabt wie in diesem Fall. Glücklicherweise neigte er aber auch nicht zur Detailverliebtheit, auch nicht in expliziten Szenen (die am Ende nicht explizit sind, sondern einfach schnörkellos auf den Punkt gebracht), was ja aber bekanntermaßen Geschmackssache ist. Sebastian beispielsweise mag es detailliert, ich mag es in der Regel nur angerissen. Josh Malerman hat jedenfalls diese wunderbare Gabe, die Dinge auf den Punkt zu bringen, ohne Schmuck, einfach konkret. Großartiger Stil, toller Spannungsbogen, hier wurde meiner Meinung nach wirklich alles richtig gemacht. Denn aus der Hand legen mag man das Buch nicht mehr, wenn man einmal angefangen hat. Es gibt einige Aha-Effekte, die eine oder andere Überraschung, ein tolles Bild vom Untergang der normalen Zivilisation, einen fantastischen Spannungsbogen und einen wirklich angenehmen Schreibstil. So begeistert ich von Bird Box auch war, es gab dann doch zwei winzige Wehmutstropfen. Kommen wir erst einmal zu den Figuren. Malorie ist hier natürlich die Protagonistin, aber leider bleibt sie ein bisschen farblos. Ich hab ihr die Rolle als liebende Mutter abgekauft, denn ich weiß, wie sehr die Geburt eines Kindes einen Menschen verändern kann. Ich konnte - und ich bin selber Mutter - nicht einmal verurteilen, wie sie die Kinder abgerichtet hat, denn ich kann mir gut vorstellen, dass die moralischen Regeln, die wir in unserer Gesellschaft haben, sich ändern, wenn so eine Ausnahmesituation eintritt. Und es wurde zumindest glaubwürdig rüber gebracht, dass sie getan hat, was sie getan hat, um ihre Kinder zu schützen und weil sie sie liebt. Aber leider bleibt Malorie davon abgesehen relativ blass, denn der Leser erfährt wenig darüber, was für ein Mensch sie eigentlich war. Die Nebencharaktere sind genau das: Nebendarsteller. Nicht mehr und nicht weniger. Und während der eine oder andere ein wenig mehr Tiefe und Persönlichkeit auf den Leib geschneidert bekam, blieben andere leider völlig auf der Strecke, und man erfuhr überhaupt nichts über sie. Das tut der Begeisterung für das Buch aber kaum Abbruch, denn ehrlich gesagt, fällt es einem während des Lesens nur rudimentär auf (deswegen gibt es auch nur einen halben Punkt Abzug), dafür aber hinterher, wenn man die Ereignisse und Personen noch einmal im Kopf Revue passieren lässt. Der zweite Kritikpunkt ist ein Spoiler, also Achtung. Wie eingangs erwähnt, ist anfangs die große Frage, was die Menschheit so dezimiert hat. Nun, das wird nicht aufgeklärt. Obwohl ich kein Freund von offenen Enden bin und mich die Antwort schon interessiert hätte, gibt es aber auch hier nur einen halben Punkt Abzug, denn - wie auch schon erwähnt - Josh Malerman ist geschickt darin, den Leser von dieser Frage abzulenken und den Fokus auf andere Dinge zu legen. Fazit: Mit "Bird Box" hat Josh Malerman einen Endzeit-Thriller geschaffen, der nicht mit Zombie-Gemetzel oder Splatter punktet, sondern ganz bewusst auf die Psyche des Lesers setzt und die Dinge, die sonst vielleicht eher außen vorgelassen werden: Einsamkeit, Isolation, Angst, ein Leben in Dunkelheit. Dafür gibt es die volle Punktzahl, denn das hat der Autor so brillant gemacht, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen mag. Einen kleinen Wehmutspunkt Abzug gibt es jedoch für die eine große, offene Frage am Ende und die fehlende Tiefe einiger Figuren. Dennoch ist der Roman eine Leistung, die sich absolut sehen lassen kann. Und ausnahmsweise wurde ein Buch mal zurecht mit einem ganz großen Klassiker verglichen, nämlich mit Hitchcock's "Die Vögel".

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Super!

Von: NA

30.01.2016

Das Cover hat mich total neugierig gemacht obwohl es eigentlich nichts aussagt bzw ich konnte mit dem Titel nichts anfangen. Das O im Umschlag ist ein Loch durch das man die Vögel auf dem Buch sieht. Sobald man aber anfängt zu lesen weiß man direkt nach den ersten 50 Seiten wie der Titel zustande kommt und was es damit auf sich hat. Im ersten Moment dachte ich beim lesen, ach ja Walking Dead neu verpackt, aber der weitere Storyverlauf passt da nicht zu. Allgemein wusste ich die meiste Zeit nicht auf was die Story hinausläuft oder in welche Richtung es gehen soll und genau das hat mich beeinflusst möglichst viel am Buch dran zu bleiben und es gar nicht lang aus der Hand zu legen. Ich war gefesselt und gespannt was Malorie passiert. Es wird aus ihrer Sicht in der Gegenwart erzählt, teils aber auch in der Vergangenheit. Was mit ihr passiert ist in der Zeit als alles anfing bis zu der Zeit an dem das Buch eigentlich anfängt. Die Kapitel sind immer sehr kurz gehalten und dennoch informativ. Und dennoch wird man nie erfahren wie es zu dieser Katastrophe kam, wer diese Wesen sind die mit einen Blick sämtliche Menschen in den Wahnsinn treiben und was in den Köpfen der Leute wirklich vorgeht. Was wirklich geschehen ist und was einfach nur Hirngespinste sind. Nach dem lesen weiß ich immer noch nicht in welche Sparte ich das Buch stecken soll. Thriller, Horror oder doch etwas ganz anderes. Klar ist das man mit 'Bird Box' eine neue Art von Story und des Erzählens in den Händen hält. Mein einziges Manko ist der Preis. 19,99 € finde ich persönlich arg teuer für ein 320 Seiten Buch das zwar ein Hardcover Buch mit Umschlag ist aber ansonsten nichts besonderes bietet was den Preis rechtfertigen könnte. Daher 4 von 5 Herzchen für 'Bird Box'.

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Nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, war mir klar, dass ich wissen muss wie es weitergeht. Irgendetwas, was dich tötet, wenn du es siehst? Meine Neugier war geweckt zu erfahren, was es damit auf sich hat. Malorie lebt mit ihren beiden Kindern, die das ganze Buch über nur "Mädchen" und "Junge" genannt werden, eingesperrt in einem Haus. Niemand hat sie dort eingepfercht - sie müssen drin bleiben um zu überleben. Als Malorie erfährt, dass sie schwanger ist, ist sie gerade ganz frisch mit ihrer Schwester zusammengezogen. Kurze Zeit später tritt der "Russlandbericht" das erste Mal in Erscheinung und verbreitet sich von da an rasant in der ganzen Welt. Auch Malories Schwester fällt diesem "Etwas" zum Opfer und rammt sich eine Schere in die Brust. In einer Zeitung rief ein Mann dazu auf, dass er Hilfebedürftigen Obdach bieten würde, also macht Malorie sich auf den Weg zu ihm. Dort angekommen wird sie von einer ungleichen Hausgemeinschaft aufgenommen. Völlig Fremde, die irgendwie zusammenhalten - denn anders schafft man es nicht. In der Zwischenzeit ist das ganze Leben zum Erliegen gekommen. Es gibt nur noch einen Radiosprecher, Strom gibt es nur, da er aus Wasserenergie gewonnen wird und es wird nichts mehr gekauft, sondern nur noch geplündert. Irgendwie schafft es diese WG aber immer wieder sich etwas Neues einfallen zu lassen und so weiter zu kommen. Bis zu diesem einen Tag, der alles verändern soll... Als Malorie keinen Ausweg mehr sieht, nimmt sie sich ihre Kinder, legt die Augenbinden an, steigt in das Boot hinterm Haus und begibt sich auf eine Reise um Leben und Tod - in völliger Dunkelheit. Viel mehr werde ich euch zu dem Inhalt jetzt nicht verraten - ich würde definitiv zu viel sagen ;-) Josh Malerman wechselt fast jedes Kapitel zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, was zur Folge hat, dass es lange dauert bis der Leser wirklich alles versteht. Allerdings wurden viele Kapitel mit Cliffhangern ausgestattet, so dass immer wieder der typische Satz eines jeden Bücherwurms in meinem Kopf hallte: "Ach komm...nur noch dieses eine Kapitel" :-D Die Frage nach dem "Ja was ist es denn nun?" peitschte mich immer weiter. Ich litt zusammen mit Malorie und den anderen. Die Angst kroch auch meinen Nacken hinauf. Und immer wieder fragte man sich, was genau so angsteinflößend sein wird. Es liest sich wirklich flüssig und an vielen Stellen will man sehr rasant weiterlesen, da man auf ein nächstes Puzzlestück innerhalb der nächsten Seiten hofft. Hätte ich es nicht gemusst, hätte ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand gelegt. Die Taschenbuchausgabe wird "Der Fluss" heißen, was wesentlich besser passt. Titel und Cover passen zu dem Buch und der Geschichte, doch "Der Fluss" passt einfach noch eine Spur besser, da dieser einen ganz großen Anteil im Buch bekommt. Fazit Ein Buch, das beklemmend und düster ist und den Leser immer wieder mit sich reißt. Auch wenn es hier und da einen kleinen Kritikpunkt gibt, reicht es für mich nicht aus um einen Stern abzuziehen und so bekommt dieses Buch nicht nur eine Leseempfehlung, sondern ist auch bereits jetzt schon einer meiner Favoriten in 2016!

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Bird Box - Schließe deine Augen, Josh Malerman Titel: Bird Box - Schließe deine Augen Autor/-in: Josh Malerman Originaltitel: Bird Box Übersetzung aus dem Englischen von: Fred Kinzel Genre: Krimi und Thriller Erscheinungstermin: 16. März 2015 Verlag: Penhaligon Verlag ISBN: 9783764531218 Seitenanzahl: 320 Seiten Preis: € 19,99 [D] | € 20,60 [A] Quelle Inhaltsangabe: Ich sehe was, das du nicht siehst - und es ist tödlich... Malorie ist hochschwanger, als immer mehr Menschen aus aller Welt von einem schrecklichen Wahnsinn befallen werden und sterben. Gleichzeitig häufen sich die Meldungen von etwas Unheimlichem, dessen bloßer Anblick die Raserei auslösen soll. Schon bald herrscht überall gespenstische Ruhe. Die wenigen Überlebenden haben sich in kleinen versprengten Gruppen zusammengefunden und verbarrikadieren sich in ihren Häusern. Malorie versucht alles, um die Menschen, die sie liebt, zu beschützen in einer Welt, die von vier Wänden und verdunkelten Fenstern begrenzt wird. Und in der man den Tod erblickt, sobald man nur die Augen öffnet. Der Autor: Josh Malerman Josh Malerman ist ein großer Fan von Gruselliteratur und zählt mehr als 500 Horrorfilme zu seinen Favoriten. Er schrieb zunächst Gedichte und Kurzgeschichten, doch seine professionelle Karriere startete er mit Songtexten, bevor er sich ganz seinem Debüt Bird Box widmete. Josh Malerman ist Sänger und Chef der gefeierten Indie-Band The High Strung, mit der er bereits zweimal in Guantanamo Bay aufgetreten ist. Er lebt heute mit seiner Verlobten in Royal Oak, Michigan. Cover: Mir gefällt das Cover total gut. Es ist total geheimnisvoll und düster und macht gleich Lust dieses Buch zu lesen. Es verrät nicht viel über den Inhalt des Buches und macht es dadurch umso spannender. Was ich auch total cool finde ist dass, das Buch im dunklen leuchtet. Meine Meinung: Da mir viele von dem Buch "Bird Box" vorgeschwärmt haben, wurde ich total neugierig darauf und wollte es unbedingt auch lesen. Der Schreibstil von Malerman ist total spannend und zog mich sofort in seinen Bann. Die Stimmung die beim Lesen verbreitet wird ist unglaublich düster und beängstigend. Die Kapitel sind kurz, sodass es mir schwer fiel das Buch wieder aus der Hand zu legen. Man kommt dadurch zügig durch die Seiten und der Erzählfluss bleibt erhalten. Allein durch den Schreibstil bleibt die Neugier und Spannung dieses Buches erhalten. Die Charaktere bleiben eher blass. Man erfährt nur wenig über sie und ihr Leben und auch ihr Charakter wird nur kurz zusammen gefasst. Dadurch konnte man leider nicht so gut eine Verbindung zu ihnen aufbauen. Malorie wird von vielen anderen als kühl und unscheinbar bezeichnet, aber genau das fand ich sehr authentisch und interessant. Ich finde das sie eine sehr starke Protagonistin ist. Die Handlung war für mich durchgehend spannend, auch wenn gar nicht so viel passiert ist. Die Handlung war total düster und erschreckend, aber genau das war so unglaublich fesselnd. Die Idee dahinter war einfach nur grandios und wurde auch toll umgesetzt. Leider war ich aber vom Ende etwas enttäuscht da alles sehr offen endet. Hier fehlte mir noch ein bisschen mehr Aufklärung. Allerdings ist alles zusammen sehr zufriedenstellend. Fazit: Mit "Bird Box - Schließe deine Augen" ist Josh Malerman ein sehr beängstigendes aber spannendes Endzeitszenario gelungen, das mich total fesseln konnte. Ich kann euch dieses Buch sehr empfehlen wenn man sich gruseln und ein flaues Gefühl im Magen bekommen möchte! "Bird Box" von Josh Malerman bekommt von mir 4 von 5 Sternen! Danke an den Penhaligon Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar!

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