Leserstimmen zu
Das Grüne Florilegium – The Green Florilegium (dt./engl.)

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Lieben Sie gut gestaltete Bücher? Dann kommt hier ein absolutes Schätzchen für den Bücherschrank. Ein Traum für alle Pflanzen-Liebhaber, Fans von gemalter Floristik und Ästheten. Dieser Gruß aus dem 17. Jahrhundert ist im Großformat auf Englisch und Deutsch im Prestel Verlag erschienen. Er beinhaltet 178 Tafeln mit ca. 400 Blumenportraits, die in Lebensgröße und detailgetreu gemalt wurden. Zugeschrieben wird das Werk dem Hamburger Hans Simon Holtzbecker (1649 – 1671), der zu den bedeutendsten Blumenmalern seiner Zeit gehört. Holtzbecker zeichnete die blühenden Pflanzen auf Pergament. Das Original des Florilegiums befindet sich im Statens Museum for Kunst in Kopenhagen, wo es nach seiner Restauratierung wieder bewundert werden kann. Im Anschluss an die Zeichnungen findet sich ein Tafelverzeichnis mit botanischen Namen der abgebildeten Blumen. Schachblumen, Krokusse, Tulpen – alles was gerade und in nächster Zeit in unseren Gärten erblüht, ist hier auf Papier gebannt. Im Vorwort von Hanne Kolind Poulsen erfahren wir sehr viel über diesen Schatz aus der Vergangenheit. Bis zu seiner Restaurierung von 2011 – 2012 war über „Das grüne Florilegium“ nicht viel bekannt. Es stand immer im Schatten des sogenannten „Gottorfer Codex“. Dieses vierbändige Werk über den Garten des Schlosses Gottorf wurde von Holtzbecker im Auftrag von Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf erstellt. Ich habe natürlich auch zuerst alle Zeichnungen betrachtet und mich dann erst dem Text gewidmet. Es ist eben ein absolut SEHENSwertes Buch! Es lohnt sich aber auch, den Text zu lesen, der uns die Geschichte dieses Werkes näherbringt. Bis heute weiß man nicht, wer diese Arbeit in Auftrag gegeben hat. Man vermutet, dass die Ehefrau Friedrich III., Maria Elisabeth, ihren Garten auf dem Schloss vor Husum hat malen lassen. Außerdem lernt man unglaublich viel. Zum Beispiel, dass „Blumensammlungen in Büchern“ - wie man Florilegium übersetzt – ein eigenes Genre des 17. Jahrhunderts darstellte. Anders als bei Kräuterbüchern oder botanischen Büchern, spielen die Illustrationen die Hauptrolle, während der Text in den Hintergrund tritt. Die Reihenfolge orientiert sich an den Jahreszeiten, wann die Pflanze erblüht, nicht an Sachthemen oder am Alphabet. Über den Autor ist nicht viel bekannt. Es gibt keine persönlichen Unterlagen über Hans Simon Holtzbecker, die über sein Leben Auskunft geben könnten. Lediglich anhand von Zahlungsaufzeichnungen lassen sich seine Werke belegen. „Holtzbecker lässt sich nicht wirklich fassen, weder als Mensch noch als Künstler.“, schreibt Hanne Kolind Poulsen auf Seite 24 über den Blumenmaler. Dem Zeitgeist und Stand der Forschung entsprechend, malte Holtzbecker eine Art „Idealpflanzen“, die frei von verwelkten Blättern oder anderen Schäden war. Er gab der reinen Ästhetik den Vorrang. Im 18. Jahrhundert erst wurden die Pflanzen mit ihren Fortpflanzungsorganen und Wurzeln zur botanischen Bestimmung gemalt. Jetzt, wo der Garten noch nicht ganz erwacht ist, macht es umso mehr Freude, in dem prachtvollen Werk herumzublättern und sich an der reinen Schönheit der Blumen sattzusehen.

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