Leserstimmen zu
Das Leuchten des Mondes

Lydia Netzer

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Durch viele Rückblicke erfährt der Leser mehr über die Vergangenheit von Sunny und Maxon. Man merkt, dass ihr so perfektes Leben alles andere als perfekt ist, denn nicht zuletzt wegen ihrem Sohn Bubber, der Autist ist. Mir hat es sehr gut gefallen, dass Autismus in einem Buch angesprochen wird, da ich das Gefühl habe, dass diese Krankheit noch zu einen der vielen Tabu-Themen gehört. Auch die Geschichte an sich war für mich mal etwas ganz neues. Sunny, die Hauptperson, ist relativ schwierig zu fassen, vorallem auf der Gefühlsebene. Aber nach dem Autounfall war sie für mich wie ein neuer Mensch, so als hätte der Autounfall etwas in ihr bewegt. Was ich etwas schade fand war, dass die Rolle von Maxon so klein gehalten wurde. Lydia Netzer hat mit „Das Leuchten des Mondes“ ein anderes aber besonderes Buch mit tollen Themen geschrieben.

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Das Leuchten des Mondes von Lydia Netzer ist eine Liebesgeschichte mit realistischen Problemen, sehr autentisch erzählt. Das Cover kann mich mit seiner Schlichtheit überzeugen und passt perfekt zum Inhalt des Buches. Im laufe des Buches erfährt man in den rückblickenden Abschnitten wie Sunny und Maxon aufgewachen sind und sich kennen gelernt haben, wohingegen in den Abschnitten der Gegenwart das Leben mit all seinen Problemen geschildert wird. Maxon ist ein Astronaut und Wissenschaftler der in einer bemannten Rakete zum Mond unterwegs ist und der als Kind unter seinem gewalttägige Vater litt. In der Schule war er ein Außenseiter weil durch seine autistischen Züge, die Reaktionen der anderen nur schwer einordnen und erkennen konnte. Sunny hingegen ist alleinerziehende Mutter des gemeinsamen autistischen Sohnes Bubber und kämpft in der Vorstadt um Normalität. Sie leidet seit ihrer Geburt unter Kahlköpfigkeit und trägt deswegen Perücken. Auch sie war in der gemeinsamen Schulzeit eine Außenseiterin aufgrund ihres kahlen Kopfes. Sie wuchs als Tochter eines christlichen Misionars in Birma auf. Maxon und Sunny haben ihre eigene Art zu kommunizieren entwickelt und aus der anfänglichen Freundschaft wurde eine ganz besondere Art der Liebe. Nach einem Autounfall, den sie ohne ihren Mann Maxon durchstehen muss, weil er im Weltall schwebt, entscheidet sich Sunny dann ihrem Leben eine Kehrtwende zu geben und zieht nicht weiter ihre Perücken an. Außerdem setzt sie die Medikamete ihre Sohnes Bubber ab und lernt ihn so noch einmal auf eine ganz neue Weise kennen. Vieles verändert sich und Geheimnisse aus vergangener Zeit kommen wieder an die Oberfläche, wärend die Rakete in der Maxon sich befindet von einem Meteoriten getroffen wurde und der Kontakt abbricht. Wird sie ihre Liebe, die bis zum Mond und wieder zurück reicht, je wieder sehen?! Das Leuchten des Mondes ist ein Buch was mich völlig in seinen Bann gezogen hat. Der Klappentext hat mich von Anfang an begeistert und mich mit den Themen des Autismus und dem Beruf des Astronauten augenblicklich überzeugen können. Der Schreibstil war sehr flüssig und angenehm zu lesen auch wenn man anfänglich Schwierigkeiten hat die Verbindung zwischen den beiden zu verstehen und die Mathematik eine große Rolle in der Kommunikation zwischen den beiden spielt, merkt man mit der Zeit, das die Verbindung zwischen Sunnx und Maxon etwa ganz Besonderes und Großes ist. Mein Fazit: Für mich ist dieses Buch, das Erste mit diesen Themen, was ich gelesen habe und was mich überzeugt hat. Ich für meinen Teil kann dieses Buch nur jedem wärmstens empfehlen der an einer ganz Besonderen Liebesgeschichte teilhaben möchte.

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Raumfahrer .... Das Leuchten des Mondes Diane Jordan WOCHENENDE ☺ ich heb ab, nichts hält mich am Boden... Das hübsche Cover des Romans „Das Leuchten des Mondes“ von Lydia Netzer erinnert mich sofort an den Song „Astronaut“ von Sido und Andreas Bourani. Grins, mich hält natürlich nichts davon ab, mir dieses Taschenbuch zu schnappen und mich gemütlich damit in eine Ecke zum Lesen zu verziehen. Schon auf den ersten Seiten wird mir klar, dieses Buch ist anders. Eigenartig und faszinierend zu gleich. Anders, als die Bücher, die ich sonst so lese. Die Protagonisten Sunny, Maxon und ihr kleiner Sohn Bubber sind ungewöhnlich und von der Autorin gut erdacht mit sprachlich zum Leben erschaffen worden. Wahrscheinlich stecken in den Namen der Buchhelden schon kleine Hinweise, denn Sunny (Sonne), Maxon (Mond) sowie Bubber (Blase) spinne ich mich augenblicklich zusammen. Wer weiss, ob ich damit nicht richtig liege?! Und als Fotografin finde ich den Mond selbstverständlich super, weil er immer wieder, genau wie weit entfernte Sterne, ein geniales Fotomotive darstellt. Aber auch Mythen rund um den Mond und die Erde reizen mich, genau wie diese ungewöhnliche kleine Geschichte. Kulturreales mit einem Schuss Fantasie, dem Leser nähergebracht anhand mathematischer Formeln, wie einst in der Schule. Trotzdem erinnert mich das Ganze ein wenig an „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“, denn Missverständnisse sind so vorprogrammiert, wenn der Partner ständig als „Mann im Mond“ unterwegs ist. Und so hat Sunny „alleine“ einiges auszuhalten, genau wie zahlreiche andere Familien auch, deren Männer zu Geschäftsreisen aufbrechen und nicht daaaaaaa sind. Und die dann den Haushalt, Kinder und alles drum herum „wuppen“ müssen. Und das man sich dabei, wie auf verschiedenen Planeten, eben Erde und Mond fühlt, wundert mich ebenfalls nicht. Und trotzdem kann man beim Lesen, die Liebe der Beiden zueinander sowie was die beiden verbindet, zwischen den Seiten spüren. Zum Träumen schön und daher würde ich empfehlen, diesen Blick ins All zu wagen. Inhalt: Als Maxon Sunny zum ersten Mal traf, war er sieben Jahre, vier Monate und achtzehn Tage oder - in seinen Worten - 2693 Erdumdrehungen alt. Maxon war anders. Zusammen waren sie anders. Und auch heute noch, zwanzig Jahre später, führen die beiden keine gewöhnliche Ehe. Maxon ist Astronaut geworden. Während er zwischen Himmel und Erde schwebt, versucht Sunny in der idyllischen Kleinstadt in Virginia die Fäden der kleinen Familie zusammenzuhalten. Alles geht gut, bis zu dem Tag, als sie einen Autounfall hat. Obwohl harmlos, löst er eine Lawine in Sunnys Leben aus. Da ist ihr kleiner autistischer Sohn, um den sie sich sorgt. Da ist ihre schwerkranke Mutter, um die sie sich kümmert. Da sind ihre eigenen Wünsche, die sie bislang immer unterdrückt hat. Und wie immer ist Maxon nicht zur Stelle, um sie zu unterstützen. Schlimmer noch: Auf dem Weg ins All, passiert etwas Unvorhergesehenes … Die Autorin: Lydia Netzer wurde in Detroit geboren und wuchs unter dem endlos weiten Sternenhimmel des Mittleren Westen auf. Unzählige Nächte verbrachte sie wach, den Blick auf die Sterne gerichtet, und dachte sich Geschichten aus. Heute lebt sie mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern, zwei Boston Terriern und einem Pferd auf einer Farm in Virginia. Fazit: 4**** Der Roman „ Das Leuchten des Mondes“ ist im btb Verlag erschienen. Das Taschenbuch 384 hat Seiten.

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Für mich hat das Buch "Das leuchten des Mondes" von Lydia Netzer mehr als 5 Sterne verdient. Zuerst finde ich es total abwechslungsreich, dass die Familienverhältnisse nicht so Klischeehaft gehalten wurden Bsp.: Ehemann ist Bänker, Frau ist Hausfrau und hat eine Affäre. Nein! Maxon ist Astronaut und seine Frau Lydia wartet auf der Erde mit seinem Sohn und seiner ungebornen Tochter. Das Buch ist total spannend und lässt nichts zu Wünschen übrig. Lydia Netzer hat einen super tollen Schreibstil, der es dem Leser einfach macht, dass Buch nicht aus der Hand legen zu wollen. Das Buch ist mit seinem tollen Cover einfach "eine runde Sache" und ich kann es jedem nur ans Herz legen dieses Buch zu lesen. Ihr werdet wirklich überrascht sein! :-)

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Mitten in einer amerikanischen Kleinstadtidylle leben Sunny, ihre Ehemann Maxon und ihr autistischer kleiner Sohn Bubber. Haus mit gepflegtem Garten, diverese Vorschulaktivitäten, Elternabende, Hauseinweihungsparties und Grillabende entsprechen den allgemeinen Vorstellungen. Nichts und niemand soll an den Grundfesten der Vorstadt rütteln. So sieht es auch Sunny. Sie fügt sich in diese Gesellschaft nahtlos ein, obwohl sie eine sehr ungewöhnliche Kinderheit verbracht hat. Sie schafft es immer, sich den Gegebenheiten anzupassen, wie ein Chamälion und vergisst darüber, wer sie eigentlich ist. Sunny, die Ehefrau eines genialen Mannes. Maxon mit Preisen ausgezeichnet, befindet sich auf einer sensationellen Mission im All, um auf dem Mond die Kolonialisierung zu beginnen. Als Paar von den Medien umschwärmt, noch dazu da Sunny hochschwanger ist, als Maxon sich auf den Weg macht. Sunny, die Mutter eines autistischen Sohnes, der ebenfalls geniale Züge zu erkennen gibt. Immer bereit die besten Therapien zu finden, die Behandlung zu optimieren. Sonny, die Mutter eines noch ungeborenen Kindes, um die Familie komplett zu machen. Sunny, die Tochter einer schwerkranken Mutter, die noch so viel zu erzählen hätte. Da ist dann noch Sunny, die Frau – aber wer ist diese nun? Wie hat es mir gefallen? Ich weiß nicht mehr ganz genau, bei wem oder auf welchem Blog ich dieses Buch entdeckt habe, aber der Klappentext lies mich sofort aufhorchen. Ich danke dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Sunny steht im Mittelpunkt der Geschichte. In Rückblicken erfährt der Leser mehr über ihre Eltern, ihre ungewöhnliche Kindheit, ihre Jugend und ihre Studienzeit. Die Autorin hat mit ihr eine einzigartige Figur erschaffen. Ihre innere Stärke und ihre Kraft sich allen Widrigkeiten zu stellen, sich den Problemen entgegenzusetzen, machen sie zu einer ungewöhnlichen Frau. Trotzdem bleibt sie im Dunkeln und schwer zu fassen. Vor allem gefühlsmäßig hatte ich meine Probleme mit ihr. Dennoch mochte ich sie, auch wenn sie ein wenig zu distanziert wirkte. Aber ich denke, das liegt an dem Mix aus Erfahrungen, ihren Eltern und ihrem genialen Ehemann. Sunny entspricht immer den Anforderungen, aber niemals aus vollstem Herzen. Erst ein harmloser Autounfall bringt alle ihre Mauern zu Bruch. Ab diesem Moment fand ich sie persönlich richtig toll. Maxons Rolle bleibt eher klein, aber wir begleiten ihn ins All und erfahren, wie sehr er Sunny liebt. Die zwei scheinen für einander bestimmt zu sein. Für Maxon stand immer schon fest, dass er Sunny für immer lieben wird. Eine Konstante, die für ihn unumstößlich ist. So wie die Erde die Sonne umkreist. Dieses Buch beschreibt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, eine kleine Familie mit ihren einzigartigen Mitgliedern und eine Frau, die ihren Platz im Leben sucht. Mein Fazit: Wer seltsame Figuren mag, einer Handlung Zeit gibt sich zu entwickeln und kein Problem mit Interpretationsmöglichkeiten hat, der kann diesem Buch genauso viel abgewinnen, wie ich.

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Ich bin allgemein kein Liebling von klassischen Liebesroman, die nur mit Stereotypen und Klischées spielen. Deswegen bin ich ständig auf der Suche nach außergewöhnlichen Liebesgeschichten und besonderen Ideen, die das Herz erweichen. In diesem Sinne kann ich euch mit bestem Herzen auch gerne noch einige andere Romane empfehlen, aber „Das Leuchten des Mondes“ von Lydia Netzer gehört definitiv auch dazu. Klappentext: Als Maxon Sunny zum ersten Mal traf, war er sieben Jahre, vier Monate und achtzehn Tage oder – in seinen Worten – 2693 Erdumdrehungen alt. Maxon war anders. Zusammen waren sie anders. Und auch heute noch, zwanzig Jahre später, führen die beiden keine gewöhnliche Ehe. Maxon ist Astronaut geworden. Während er zwischen Himmel und Erde schwebt, versucht Sunny in der idyllischen Kleinstadt in Virginia die Fäden der kleinen Familie zusammenzuhalten. Alles geht gut, bis zu dem Tag, als sie einen Autounfall hat. Obwohl harmlos, löst er eine Lawine in Sunnys Leben aus. Da ist ihr kleiner autistischer Sohn, um den sie sich sorgt. Da ist ihre schwerkranke Mutter, um die sie sich kümmert. Da sind ihre eigenen Wünsche, die sie bislang immer unterdrückt hat. Und wie immer ist Maxon nicht zur Stelle, um sie zu unterstützen. Schlimmer noch: Auf dem Weg ins All, passiert etwas Unvorhergesehenes … „Er hatte einen Ring in der Tasche, der genau so aussah wie ein Verlobungsring auszusehen hatte. Aber Maxon hatte kein Drehbuch. Er war auf sich selbst gestellt.“ (S. 263) Mich interessieren Astronauten schon immer, vielleicht, weil sie im Gegensatz zu mir mutig genug sind sich in einer winzigen Kapsel von der Erde schießen zu lassen. Maxons und Sunnys Geschichte sind abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt, die immer wieder Einschübe aus Vergangenheit der beiden zeigt. Tatsächlich beschreibt der Klappentext Maxon und Sunny schon sehr gut – sie sind anders, wirklich beide auf ihre Art anders. Zuerst war ich mir nicht ganz sicher, ob Sunny und Maxon sich wirklich lieben, dieser Zweifel wurde allerdings relativ schnell ausgeräumt. Maxon ist still, er sagt nichts, sondern beschäftigt sich lieber mit Robotern und KI. Manchmal kam es mir so vor, als versuchte er durch Roboter herauszufinden, was für Gefühle er hat. Seine Denkweise ist durch und durch rational, überlegt und besonnen, aber gerade seine Liebe zu Sunny ist ein Wunder für ihn. Er kann sich nicht erklären, wieso er sie vor allen anderen bevorzugt, wieso sie so wichtig für ihn ist – es macht für ihnen keinen Sinn und trotzdem kann er es nicht ändern. Maxon passt nicht dazu, nicht mal im Weltraum, aber es macht ihm nichts aus. Mein allerliebstes Zitat von ihm ist folgendes: „Wenn ich nicht deinen [Job] und den jedes anderen hier oben machen könnte, wäre ich gar nicht mitgekommen.“ (S. 330) Es ist unglaublich süß und lustig, wie er Berechnungen über Liebe in seinem Notizbuch festhält. Gleichzeitig wird dem Leser aber auch veranschaulicht, dass Maxon nicht besonders sozialfähig ist. Er braucht „Drehbücher“, um bestimmte Unterhaltungen zu führen und hat sich Redewendungen aufgeschrieben, um zu wissen wie er auf Menschen reagiere muss. Sunny ist sozusagen das komplette Gegenteil von Maxon. Während er sich nicht um sein soziales Umfeld kümmert, erlebt der Leser die Sunny der Gegenwart als die perfekte Ehefrau. Sie lebt in einer netten Nachbarschaft und fügt sich perfekt ein. Es wird schnell klar, dass sie eindeutig verscucht, etwas durch ihre Normalität zu kompensieren und deswegen so krampfhaft versucht wie alle anderen zu sein. Dabei vernachlässigt Sunny allerdings ihren Mann und ihren Sohn, die nun mal einfach nicht „normal“ sind und sich auch nicht mit Sunnys Lebensart vereinbaren können. Zusätzlich ist Sunny gerade noch in den letzten Zügen ihrer zweiten Schwangerschaft und durch die Abwesenheit ihres Mannes im Stress. Dabei wird deutlich, dass sie Maxon eigentlich als feste Konstante in ihrem Leben braucht und ohne ihn ihren Pol verliert. Gleichzeitig ist sie aber auch nur durch eine Kette aus interessanten Ereignissen fähig, aus ihrem Trott auszubrechen. Bubber, Sunnys und Maxons Sohn ist ebenfalls wichtig in dieser Geschichte. Während Sunny ihn versucht mit Medikamenten auf ein „normales“ Level zu brignen, möchte Maxon lieber, dass Bubber sich entwickeln kann und seine Stärken und Schwächen entdecken kann. Ich fand Bubber großartig. Er ist erst vier Jahre alt, aber bereits so schlau und mir gefällt wie sein Autismus umgesetzt ist. Obwohl er fast nie etwas sagt, ist er sehr wichtig für Sunny und für ihre Veränderung, aber auch für Maxon. Mir hat der gesamte Aufbau des Romans wirklich sehr gut gefallen. Man erlebt alle verschiedenen Zeitformen, Perspektiven und Handlungsstränge, die zusammen das große Ganze und Wunderbare dieses Romans bilden. Er lebt von Maxon und Sunny, von Bubber und dem Leben in Virginia und von den Astronauten im Weltall. „So ist es, Bubber zu sein, dachte Sunny. Niemand versteht ihn.“ (S. 112) Fazit: Insgesamt finde ich, dass „Das Leuchten des Mondes“ eine unglaublich schöne Liebesgeschichte ist, die noch über viel mehr hinausgeht. Es war eine sehr kurzweilige Geschichte, die mir immer wieder gefallen würde, dass sie durch ihre sehr interessante Thematik überzeugt. Besonders toll fand ich die Charaktere, das Setting und den Schreibstil der Autorin, der mir sehr angenehm vorkam. Vielen, vielen Dank nochmal an das Bloggerportal von Randomhouse und an btb Verlag für das freundliche Bereitstellen dieses Rezensionsexemplars. Diese Tatsache hat meine Meinung und Wertung in keiner Weise beeinflusst. [Werbung, Rezensionsexemplar, alle Cover- und Zitatrechte liegen beim btb Verlag] Bibliographische Angaben: Autor: Lydia Netzer Seitenanzahl: 377 Seiten Verlag: btb Verlag Genre: Liebesroman

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"Lieben, bereuen, verzeihen. Das waren die drei hässlichen Flecken auf dem schneeweißen Tischtuch seiner Forschung. Die drei Posten auf seiner Liste, um die er sich noch kümmern musste: lieben, bereuen, verzeihen." Worum es geht: Sunny und Maxon führen die bilderbuch Ehe, mit den richtigen Möbel, dem richtigen Gärtner, den immer perfekten Haaren und den 1.5 Kindern. Mit dem zweiten Kind schwanger steht Sunny nun vor folgender Situation: Die Mutter liegt im Sterben, Maxon wird als Astronaut ins All geschossen um den Mond mit Robotern zu besiedeln, ihr Sohn Bubbers hat Autismus. Als sie dann auch noch einen Autounfall hat, scheint alles zu zerbrechen. Vorerst ihre perfekte Erscheinung. Sunny hat nämlich von Geburt an eine Glatze, und erst als die Perücke verschwindet, lichtet sich auch der Nebel, der über ihrem Leben lag. Und dann trifft ein Meteorit Maxons Raumschiff... Meine Meinung: Das Liebesprojekt von Lydia Netzer erschien 2016 und beschäftigte sich mit Glauben an den Seelenpartner und Kosmologie. Musste ich folglich sofort haben. Bei der deutschen Neuerscheinung " Das Leuchten des Mondes" handelt es sich um Netzer's 2013 erschienenes Debüt "Shine Shine Shine" und hier hat das Marketing für mich alles richtig gemacht. Mit dem wunderschönen Cover und dem Mond im Vordergrund musste ich das Buch ebenfalls sofort haben. Ja, ich bin meinem Beuteschema treu. Zugegebenermaßen war ich nicht auf das vorbereitet, was mich schlussendlich erwartete. Die meisten Kapitel erzählen Sunnys Schwierigkeiten als alleinerziehende Mutter auf der Erde, vor übergroßen Entscheidungen. Ab und an wird aber auch Maxon zu Wort gelassen, im All treibend, Sunny liebend. In Rückblenden kriegt der Leser nach und nach die Geschichte der beiden erzählt. Sunnys Kindheit in Birma mit einem Missionär als Vater, das gemeinsame Aufwachsen und Maxons leiden unter seinem gewalttätigen Zuhause, die Liebe, die wächst zwischen den Beiden. Aber auch Bubbers und sein Autismus wird thematisiert. Die drei, die in sich eine perfekte Welt geschaffen haben, leiden nun unter dem Einfluss von aussen. Denn Sunny will dazugehöre, will alles perfekt haben, zergeht unter dem Druck, den sie sich selbst auferlegt. Nach dem Autounfall kommt die Wende, und Sunnys ausbrechen aus ihrem selbst abgeschlossenen Gefängnis. Weg mit den Perücken, den Lügen, und den Medikamenten von Bubber. Das eigene Kind ohne Drogeneinfluss kennen lernen, ist das zuviel verlangt? Mit einer herrlichen Prise Humor, aber nie geschmacklos, geht Netzer das Familiendrama an. Dazu kommen sehr ernste Situationen und moralische Fragen. Habe ich die Mutter umgebracht weil ich dem Arzt die Erlaubnis gab, die Maschinen abzustellen? Bin ich eine schlechte Mutter, weil ich meinem Kind verschriebene Drogen verabreiche? Maxon und Sunny haben eine eigene Art miteinander zu kommunizieren. Während der Leser sich anfangs vielleicht noch fragt, was die beiden verbindet, wird schnell klar: Niemand versteht sie so, wie sie es einander tun. Mathematik wird eingefügt in den alltäglichen Sprachgebrauch. Eine kleine eigene Welt um die ich die beiden beneidet habe. Im Endeffekt doch eine Liebesgeschichte, aber auch soviel mehr. "Maxon schwebte ins All hinaus, vollkommen frei von jeglichen Verbindungen. Ohne eine Schnur, die ihn festband, und ohne einen Gedanken, der ihn in seiner Entschlossenheit hemmte, flog er weg. Die Männer in der Rakete sahen seine Silhouette vor dem Mond, den unendlichen Weltraum hinter sich. Er wirkte nicht länger menschlich, sie mussten sich bewusst daran erinnern, dass sich in dem leuchtend weißen Anzug sein Körper und seine Seele befand."

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Wenn ein Buch mit einem ansprechenden Cover lockt und der Inhalt verheißungsvoll verspricht, eine andersartige Geschichte zu erzählen ,werde ich aufmerksam, allerdings entgehen mir dann die kleinen aber feinen Details. Als ich den Roman dann in Händen hielt und er auf dem Cover als Liebesroman ausgeschildert war – ein NoGo für mich – war das Entsetzen groß. Eine Chance habe ich ihm dennoch gegeben und das war gut. Tatsächlich ist „Das Leuchten des Mondes“ eine Geschichte über Liebe. Liebe zu Eltern, Menschen, Kindern und die Geschichte einer Suche nach einem nie gekannten Vater. Es ist aberauch ein Bericht über eine, nein zwei starke Mütter, einem Leben als komplett haarlose Frau, Autismus, Hochbegabung, der NASA, einer Mondkolonisierungsmission und vom Leben in einer Gesellschaft mit ungeschrieben Verhaltenskodizes und damit ist der Inhalt noch längst nicht auserzählt. Klingt wirr und konstruiert? Ist es nicht. Ich möchte nicht zuviel vorweg nehmen, Sunny und Maxon kennen sich seit ihrer Kindheit, sind verheiratet, haben sich gestritten. Das ist die Rahmenhandlung innerhalb derer sich eine ganze Welt auftut mit Verletzungen, Verletzlichkeiten, Anforderungen der Gesellschaft und dem unbedingten Willen zum Glück, das sich im Alltag so leicht verliert. Wie der Verlag auf die Idee kam „Shine Shine Shine“ so Netzers Debüt-Originaltitel von „Das Leuchten des Mondes„, der es 2012 immerhin auf die New York Times Liste der 100 Notable Books brachte und dort nicht als Liebesroman sondern als „This thought-provoking debut novel presents a geeky astronaut and his pregnant wife.“ angepriesen wurde, ist mir schleierhaft. Mit dieser kleinen Buchperle wurde zwar sicherlich das Niveau für die klischeeerfüllende Liebesromanleserin angehoben, zugleich aber auch die Hürde für Menschen, die dieses Genre mit Bedacht meiden, so hoch gelegt, dass diesem Buch eine weiter und breiter gefächerte Leserschaft, die man ihm wünschen würde, entschwindet. „Das Leuchten des Mondes“ liest sich fluffig weg, man weiß nie genau wohin die Reise geht, obwohl etliches erzählerisch schon vorweggenommen ist hält sich der Flow. Die Zeitrückblenden halten die Spannung hoch Überraschungen bleiben nicht aus. Ich habe mich nach und nach verliebt in diese kleine sachte Geschichte über außergwöhnliche Menschen und ihre Versuche sich anzupassen, was wie Sunny Mann glaubt, nötig ist um Sohn Bubber ein glückliches Leben zu ermöglichen. Ihr Ehemann und Astronaut Maxon Mann hingegen bezeichnet ihr Dasein mit den Worten: „Wir sind Mohnblumen im Weizenfeld.“ Lydia Netzer hat eine berührende, außergewöhnlich verträumte, zum Sinnieren einladende Geschichte erfunden, die sich der Kategorisierung in nur eine Genreschublade gekonnt entzieht. Tatsächlich ist sie sogar ein klein wenig kitschig, das aber nur, wenn man verlernt hat guten Geschichten zu lauschen, denn dies ist eine. Sie macht die Welt mit all ihren Schrunden, Kanten und weniger schönen Facetten ein klein wenig besser, runder und schöner. Genauso wünsche ich mir gute Geschichten.

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