Leserstimmen zu
Bittere Wunden

Karin Slaughter

Georgia-Serie (4)

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dieses Buch von Karin Slaughter ist komplett anders aufgebaut. Es springt von der eigentlichen Story der Gegenwart immer wieder in die Vergangenheit. Die Anfangszeit von Amanda und Evelyn. Hängen die Fälle wirklich zusammen. Was verheimlicht Amanda noch immer vor Will? Kommt die Wahrheit endlich ans Licht? Die Beziehung zw. Will und Sara löst sich auch weiter auf - oder festigt sie sich, durch die gemeinsam überstandene Zeit? Bleibt Sara weiter im Gracy oder übernimmt sie Petes Job? Viele Fragzeichen gibt es im ersten Teil zu beantworten, aber dem 2. Drittel wird dann ein Puzzelteil zum anderen gefügt und es geht im flüssigen Schreibstil, wie von Karin Slaughter gewohnt, dahin. Ein Ereignis und eine Auflösung kommt nach dem anderen, in immer kürzeren Abständen, bis es sich kontinuierlich zu immer mehr Spannung steigert. Das Ende ist wieder sehr prickelnd und macht Lust gleich auf das nächste Buch Ein wirklich guter Teil, obwohl es anfangs etwas verwirrend war mit den Zeitsprüngen von der Gegenwart in die Vergangenheit - aber es hat sich wieder sehr gelohnt.

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Zum Buch: Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Atlanta, August 1974. Auf dem Straßenstrich stehen Kitty, Lucy, Jane und Mary; ihr schwarzer Zuhälter Juice führt die Mädchen mit brutaler Gewalt. Dann ist eines der Mädchen tod, zerschmettert liegt sie im Innenhof eines Wohnbunkers in den Slums von Atlanta. Juice ein willkommener Täter. Die Polizeiarbeit wird schlampig und oberflächig gemacht, es ist ja “nur eine Nutte”, die da wohl Selbstmord begangen hat. Amanda Wagner und Evelyn Mitchell, zwei weibliche Polizistinnen in Zivil, kämpfen gegen Sexismus und Korruption im Dezernat. Sie finden Spuren, die eindeutig auf Mord hinweisen und fangen an auf eigener Faust zu ermitteln. Fazit: es sind noch mehr junge Mädchen spurlos verschwunden und alle kannten sich. Es ist schwer in dieser Zeit eine Frau zu sein, die nicht am Herd steht, auch die Dienstmarke verschafft den Ermittlerinnen keinen Respekt in der Männerdomaine. Atlanta, Gegenwart. Ein Frauenmörder wird aus der Haft entlassen und zeitgleich verschwindet eine junge, blonde Studentin spurlos. Amanda Wagner übernimmt persönlich die Ermittlungen, doch Will Trent darf nicht mitermitteln, er wird aus nichtigen Gründen strafversetzt -an den Flughafen von Atlanta. Gerade das weckt natürlich seine Neugier an diesem Fall. In einem leerstehenden Waisenhaus begegnen Trent und seine Freundin Dr. Sara Linton plötzlich Amanda Wagner. Was gibt es in diesem Kinderheim zu finden, das Amanda Wagner persönlich hier einsteigt? Bald wird klar, das der aktuelle Fall mit dem Fall von 1974 zusammen hängt. Die beiden jungen Ermittlerinnen riskierten 1974 ihren Job und ihr Leben um zu ermitteln, was den drogensüchtigen Mädchen geschehen ist. Also fängt Will an auf eigene Faust zu ermitteln und eine ungebändigte, kalte Wut bringt ihn dabei an seine seelischen und körperlichen Grenzen. Wird er durch seine Vergangenheit die Gegenwart zerstören? Meine Meinung: Zuerst sollte ich sagen, dass ich ein großer Karin Slaughter Fan bin und beide Krimireihen - die um Dr. Sara Linton und ihrem Exmann Jeffrey Tolliver und auch die um Will Trent und Faith Mitchell- verschlungen habe. Und dann der Clou, beide Reihen miteinander zu verbinden – genial! “Bittere Wunden” hat mich von Anfang an gefesselt und zum Ende hin nicht mehr los gelassen. Die Autorin führt uns auf zwei Zeitebenen durch das Buch, die aber gut gekennzeichnet sind. Endlich erfahren wir mehr über das seltsame Verhältnis von Amanda Wagner zu Will Trent. Dieses Buch enthüllt die Vorgeschichte von Trent und erzählt uns wie es zu seiner Abhängigkeit von seiner Ehefrau Angie Polaski gekommen ist. Aber auch die kalte und berechnende Amanda Wagner wird uns in diesem Buch näher gebracht. Überhaupt gibt das Buch den persönlichen Geschichten der Protagonisten viel Raum. Ich persönlich finde das sehr gut, für mich lebt ein Krimi nicht nur vom Fall an sich, sondern ich möchte auch etwas über die Ermittler erfahren. Und in diesem Band wird endlich meine Neugierde befriedigt. Das Buch hat mich aber auch wütend gemacht. Ist es wirklich erst so kurze Zeit her, dass wir Frauen nicht mehr unter der Vormundschaft unserer Männer stehen? Und Alkohol im Dienst, verbunden mit Rassendiskreminierung und Sexismus – eine gefährliche Mischung. Um so mehr verstehe ich jetzt Amanda Wagner, die sich als Frau unter diesen Bedingungen an die Spitze des Georgia Bureau of Investigation (GBI) hoch gearbeitet hat. Mein Fazit: Absolut lesenswert und ein Muss für Karin Slaughter Fans.

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Lange habe ich die Georgia-Reihe rund um Will Trent vernachlässigt, aber nun musste ich einfach mal wieder weitermachen. Entgegen aller Erwartungen kam ich sehr gut in das Geschehen rein. Wobei ich jetzt schon sagen muss, daß es eins der stärksten und ergreifensten Bücher von Karin Slaughter ist. Denn hierbei geht es nicht nur um Sadismus, Diskriminierung und Mordfälle. Das ganze geht viel tiefer, es geht um Vergangenheit und Gegenwart. Es geht um Will Trent, man erfährt viel von ihm, was mir wirklich sehr gut gefallen hat. Zu ihm hatte ich immer ein eher zwiespältiges Verhältnis. Es rankte sich immer ein Geheimnis um ihn, daß ihn undurchschaubar machte. Jetzt endlich ist es soweit und man dringt weiter vor. Aber auch über Amanda erfährt ma einiges. Ich muss ehrlich gestehen, sie hat mir wirklich Respekt abgezollt, mit ihrer Stärke und ihrem Mut. Das muss sie auch, denn damals 1975 hatten die Frauen es nicht einfach sich zu behaupten, schon gar nicht bei der Polizei. Sie wurden abwertend behandelt und einfach nicht für voll genommen. Ehrlich, daß hat mich unglaublich wütend gemacht. Diese Art wie man mit Menschen umgeht ist einfach unwürdig und völlig inakzeptabel. Der Fall um den es sich dreht, nahm in gewisser Weise, seine Anfänge im Jahre 1975. Das Schicksal einer jungen Frau, daß hier geschildert wurde, hat mich wirklich tief berührt. Es hat geschmerz, mich wütend gemacht und einfach nicht losgelassen. Diese Frau ging mir unglaublich ans Herz, daß es mir immer wieder den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Ihr Weg war steinig, ihre Qualen und ihr Leid, aber auch ihre Hoffnungslosigkeit konnte ich mit jeder Faser meines Herzens spüren. Sie ware lebendig, zum greifen nah und absolut authentisch. Die Szenen mit ihr, haben mir am besten gefallen. Gerade weil sie so grausam und emotional waren. Ich bin dabei schier an meine eigenen Grenzen gekommen. Größtenteils dreht sich das Buch um 1975. Man erfährt viel aus der damaligen Zeit, wie es zuging und allgemein wie es lief. Dieses Buch empfinde ich vor allem deswegen als so stark, weil es sehr persönlich und tiefgründig ist. Lange weiß man nicht, worauf alles hinauszielt. Man fragt sich immer, warum das ganze geschieht und worauf es hinausläuft. Ich habe immer wieder gerätselt und gerätselt und kam auf keinen Nenner. Bis es plötzlich peng gemacht hat und mir das Ganze Ausmaß klar wurde. Ich war einfach nur schockiert, entsetzt und emotional völlig am Ende. Die Abgründigkeit die dabei zutage kommt, wird wirklich sehr gut aufgezeigt. Dabei muss ich auch sagen, ist die Geschichte sehr komplex gehalten. Sie ist wirklich sehr gut durchstrukrturiert und zeigt Dinge auf, die wirklich kaum zu glauben und zu ertragen sind. Dabei schafft es die Autorin Wendungen einzubauen, die es wirklich in sich haben. Mir als Fan der Reihe, hat es wieder extrem gut gefallen. Vor allem war es eine Reise in die Vergangenheit die alles in einem neuen Licht erscheinen lässt. Absolut spannend, ich konnte es keine Sekunde aus den Händen legen. Wobei ich auch sagen muss, daß mir die Vergangenheit wesentlich mehr gefallen hat, als der eigentlich Fall. Und da liegt auch der eigentliche Fokus. denn ich kann nicht umhin zu sagen, das 1975 intensiver behandelt wurde, als die heutige Zeit. Dennoch tappte ich, was den Täter anging, die ganze Zeit im dunkeln. Einziger manko für mich, Sara wirkte mir etwas zu perfekt, da hoffe ich das es im nächsten Band besser wird. Nun bin ich sehr gespannt , wie es im nächsten Band weitergeht. Hierbei erfahren wier verschiedene Perspektiven, zum größten Teil die der Ernmittler und der Opfer. Das gibt ihnen sehr viel raum Und Tiefe. Auch die Nebencharaktere haben mir wunderbar gefallen. Sie wirken authentisch und nehmen völlig für sich ein. Ihre Handlungen und Gedankengänge sind stets gut nachvollziehbar gestaltet. Anhand der lebendigen Beschreibungen entsteht ein Kopfkino, daß das ganze noch tiefgreifender und emotionaler macht. Die einzelnen Kapitel sind normal gehalten. Beim Geschehen wird immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart gewechselt, man kann dies jedoch immer sehr gut anhand der Überschirften auseinanderhalten. Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd, intensiv, aber auch fließend, bildgewaltig und mitreißend gehalten. Das Cover und der Titel passen gut zum Inhalt des Buches. Fazit: Meine meisten Gedanken zum 4.Band der Georgia-Reihe waren "Was zum Teufel...". Ich glaub das drückt es recht gut aus. Es ist ein Achterbahn der Gefühle, es reißt mit, ringt zu Boden und erschüttert und entsetzt einfach zutiefst. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, verknüpft mit der Gegenwart, dabei aber sehr tiefgründig gehalten. Für mich eine der stärksten, emotionalsten und persönlichsten Bücher der Reihe. Unbedingt lesen. Ich vergebe 5 von 5 Punkten.

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Will Trent kann das Verhalten seiner Vorgesetzten Amanda Wagner nicht so recht nachvollziehen. Manchmal könnte man meinen, ihre Entscheidungen haben Methode und sie manipuliert Will und dessen Handlungen stets und ständig: Erst wird er strafversetzt und er fühlt sich irgendwie degradiert – schließlich ist er ein richtig guter Ermittler, dessen Aufgabe es ist Verbrechen aufzuklären und nicht nach einem Sexualstraftäter zu suchen. Er sieht eine Chance seine Fähigkeiten als Ermittler wieder unter Beweis zu stellen, als nach der verschwundenen Studentin gefahndet werden soll. Anders als sonst stellt sich Amanda Wagner Will in den Weg und verweigert ihm sogar ausdrücklich Teil des Ermittlerteams zu sein. Doch eigentlich hätte es Amanda besser wissen müssen, denn damit hat sie Wills Ehrgeiz erst recht angestachelt und er macht das genaue Gegenteil von dem, was sie ihm aufgetragen hat. Will ermittelt auf eigene Faust und als ihm die Spur zu einem verlassenen Waisenhaus führt, kriechen so langsam düstere Erinnerungen aus längst vergessener Zeit aus seinem Gedächtnis hervor… Und er muss herausfinden, ob seine Befürchtungen sich bewahrheiten – ist sein Erzeuger wieder auf freiem Fuß und geht seiner Mordlust nach? Mein Fazit Ich persönlich bin wirklich ein großer Fan der Karin Slaughter-Thriller. Der vierte Teil der Georgia-Serie hat es in sich. Zuallererst muss man sich erst mal in der Handlung zurechtfinden, denn die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart muss sich Will Trent seiner Vergangenheit und seinen Wurzeln stellen, ob er nun will oder nicht. Dass seine Vorgesetzte Amanda Wagner schon immer eine große Rolle in seinem Leben gespielt hat und ihn deshalb immer etwas komisch behandelt, wird Will erst im Laufe seiner Ermittlungen noch herausfinden. Die aktuellen Geschehnisse hängen mit einem Fall aus den siebziger Jahren zusammen, in dem Amanda Wagner mit ihrer Kollegin Evelyn als Rookie’s ermittelten. Die Handlung springt deshalb immer zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her und erst gegen Mitte/Ende des Hörbuches hatte ich so langsam das Gefühl, einen gewissen Durchblick zu haben. Normalerweise bin ich kein großer Freund von zig Charakteren bzw. Namen und das auch noch auf verschiedenen Zeitebenen. Mit der Buchausgabe hätte ich mich deswegen vielleicht etwas rum gequält, doch die Hörbuchversion – mit der Stimme von Nina Petri – hat die Handlung fantastisch erzählt und spannend herüber gebracht. Und was die Handlung anbelangt, so finde ich fast die Ergebnisse aus den siebziger Jahren einen Tick spannender. Denn Karin Slaughter gibt Einblicke in einen Beruf zu einer Zeit, wo Frauen stets und ständig sexuell am Arbeitsplatz belästigt worden. Die Polizei war damals fast eine Männerdomäne und Frauen mussten sich ihre Position hart erkämpfen. Genau diese Szenerie hat die Autorin sehr gut mit Amanda und Evelyn festgehalten. Ich bin mir nicht sicher, ob „Bittere Wunden“ tatsächlich etwas Quereinsteiger ist. Doch ich kann sagen, dass dieser vierte Teil der Georgia-Reihe für eingefleischte Fans sehr viele Ungereimtheiten aufklären wird und einem mit Spannung auf die Fortsetzung warten lässt.

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