Leserstimmen zu
Krähenmädchen

Erik Axl Sund

Die Victoria-Bergman-Trilogie (1)

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Wenn man dieses Buch mit einem Wort beschreiben müsste, wäre dies "Spannung"! Erik Axl Sund versteht es, den Leser völlig ist seinen Bann zu ziehen. Er schreibt die verschiedenen Sichten der Charaktere so, dass man immer das nächste Kapitel lesen will und wieder das nächste und wieder das nächste, weil man unbedingt wissen möchte, wie es mit gewissen Handlungssträngen weiter geht. Dabei zeigt er einem, sowohl die verstörenden Handlungen der Mörderin, auf die man schon im ersten Kapitel trifft, als auch Hintergrundinformationen der verschiedenen Personen. Es geht teilweise um das Jetzt und teilweise um die Vergangenheit und ist trotz wirklich vorhersehbarer Punkte einfach spannend. Es gibt für mich durch die Vorhersehbarkeit keinen richtigen Plottwist, für den einen oder anderen dürfte dieser aber auf jeden Fall gegeben sein! * Für Thrillerfans auf jeden Fall ein spannender Auftakt und Band 2 sollte möglichst schon im Regal liegen, damit es sofort gelesen werden kann, denn das möchte man! Aber Achtung, wer ein Problem damit hat, dass es auch in verschiedenen Arten um Kinder geht, der sollte um dieses Buch einen Bogen machen. 4 1/2 Sterne von mir!

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Wow

Von: dat pueppi aus Uelzen

27.01.2019

Ich hab alle drei Teile gelesen und finde kaum Worte, außer fantastisch!!! Ich will auch garnicht über die Geschichte groß was sagen, außer, dass die beiden Schriftsteller sich selbst übertroffen haben. Am Anfang viel es einem schwer die Übersicht zu behalten, doch im Zweiten Teil war es kein Problem mehr und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Das es im dritten Teil dann im Kopf knallt, als wäre da der Knoten geplatzt, der das Wirrwarr der beiden voran gegangenen Teil verband, gab dann so ein wahnsinniges Gefühlskaos frei und ich Seite um Seite nur noch verschlang. Ich kann man nur verbeugen und den Hut ziehen. Ich kann nur sagen; Lesen! Lesen! Lesen!

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Krähenmädchen ist der Auftakt einer hochpsychologischen Thrillertrilogie um Vitoria Bergmann, die sich mit extremen Themen wie Missbrauch und Pädophilie befasst. Klappentext: Stockholm. Ein Junge wird tot in einem Park gefunden. Sein Körper zeigt Zeichen schwersten Missbrauchs. Und es bleibt nicht bei der einen Leiche … Auf der Suche nach dem Täter bittet Kommissarin Jeanette Kihlberg die Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe, bei der eines der Opfer in Therapie war. Ihr Spezialgebiet sind Menschen mit multiplen Persönlichkeiten. Eine andere Patientin Sofias ist Victoria Bergman, die unter einem schweren Trauma leidet. Sofia lässt der Gedanke nicht los, bei ihr irgendetwas übersehen zu haben. Schließlich müssen sich Jeanette und Sofia fragen: Wie viel Leid kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird? Rezension: Mein Einleitungssatz lässt es schon vermuten: dieses Buch ist sehr harte Kost! Nicht nur, dass es um (Kindes-)Missbrauch und schwere Pädophilie geht, die Autoren gehen dabei in den Beschreibungen auch so weit, dass nur noch wenig bis gar nichts der Fantasie überlassen bleibt. Sowas liest natürlich niemand gern. Und warum? Weil es so nah an der Realität ist. Weil es sich nicht um abstruse Serienmorde handelt, die so offensichtlich fiktiv sind, dass sie einen nicht weiter beschäftigen. Wenn aber geschildert wird, was der eigene Vater der kleinen Victoria Bergmann alles angetan hat, dann lässt einen das nicht kalt. Denn man weiß genau, dass solche Grausamkeiten keinweswegs erfunden sind und viele Kinder von genau den Personen missbraucht werden, denen sie eigentlich vertrauen können sollten. Allein deswegen finde ich dieses Buch schon gelungen. Es wird ein Tabu gebrochen und ein Thema behandelt, das gerne totgeschwiegen wird, ganz nach dem Motto „Passiert ja nicht mir“. Sicherlich muss man die Nerven dafür haben das Buch zu lesen, wenn man diese hat, kann ich es aber nur jedem ans Herz legen. So viel vorweg, bevor ich nun zur eigentlichen Rezension komme, bei der ich mir sehr schwer tue. Ich weiß nämlich gar nicht so wirklich wie ich in Worte fassen soll, was ich von dem Buch halte. Es ist unglaublich schwer die Atmosphäre und das was das Buch ausmacht zu beschreiben, ohne dabei zu viel zu verraten. Deswegen wird diese Rezension gezwungenermaßen wohl leider sehr vage bleiben. Schon zum Inhalt selbst möchte ich gar nicht mehr verraten, als der Klappentext schon preisgibt, denn hat man das Buch gelesen, weiß man, dass dieser nur sehr wenig anreißt. Dementsprechend wäre jede weitere Info bereits ein Spoiler. Zum Aufbau lässt sich sagen, dass die Kapitel nicht durchnummeriert sind, sondern Namen tragen. Das war häufig zum Beispiel der Ort an dem die Handlung in diesem Kapitel dann gespielt hat. Zum einen war das praktisch, weil man immer wusste WO man war. Leider hat das WANN und WER aber zu Beginn oft gefehlt. Es ist nämlich so, dass wir verschiedene Perspektiven haben. Wir begleiten die Kommissarin Jeanette, die Psychologin Sofia, aber auch Victoria Bergmann. Dabei gibt es vor allem bei den letzten beiden auch Sprünge in die Vergangenheit, die zwar als „damals“ gekennzeichnet wurden, aber die Folgekapitel blieben ohne Zeitangabe. So habe ich oft immer erst ein bisschen gebraucht und das Gelesene sortieren müssen, um zu wissen in welchem Zeitstrang ich mich gerade befinde. An solchen Stellen wurde der Lesefluss dann entsprechend etwas gebremst, was mich insgesamt dann doch gestört hat. Lange Zeit fragt man sich auch, wie all diese Stränge zusammenhängen mögen und bei einem entscheidenden Teil hat es bei mir recht früh (nach etwas mehr als 100 Seiten) klick gemacht. Danach gab es dann aber doch wieder Situationen die mich das in Frage stellen ließen und so war es letztendlich doch bis zum Ende spannend. Zum Thema Spannung lässt sich sagen, dass diese nicht auf übliche Weise vorherrscht. Das Buch kann sehr spannend sein, wenn man sich auf die psychologische Ebene einlässt und bereit ist das Gelesene immer auch selbst zu interpretieren und zu hinterfragen. Was man nicht erwarten darf, ist ein klassischer Thriller der durch rasante Szenen zum Pageturner wird. Krähenmädchen ist viel subtiler und unaufgeregter, deswegen aber nicht weniger gut – im Gegenteil! Gerade das hat mich letztendlich überzeugt, denn ich persönlich habe bis jetzt noch keinen vergleichbaren Psychothriller gelesen. Kommen wir am Ende zu den Protagonisten… Jeanette finde ich einfach nur furchtbar, lässt sie sich von ihrem Mann doch alles gefallen und versinkt deswegen regelmäßig in Selbstmitleid. Umso spannender ist dafür Sofia. Lange ist nicht klar was es mit ihr und vor allem mit den Sequenzen aus ihrer Vergangenheit auf sich hat. Umso spannender wird es dann, als dies langsam durchzukommen scheint. Und dann wäre da noch Victoria Bergmann, die in ihrer Kindheit schwer missbraucht wurde. Als Leser hat man für sie natürlich nur Mitgefühl übrig. Gleichzeitig ist es aber auch spannend zu beobachten was diese Erfahrungen mit ihr als Mensch gemacht haben. Abschließend lässt sich sagen, dass Krähenmädchen ein vollkommen ungewöhnlicher Psychothriller ist. Nicht nur durch die Thematik, sondern auch durch die Art der Ausgestaltung. Das Buch ist definitiv sehr anspruchsvoll, erfordert es doch durchweg die Aufmerksamkeit des Lesers. Ich war sehr froh es in meiner Lesegruppe gelesen zu haben und so automatisch immer ein paar Verschnaufpausen zu bekommen. Denn für gemütliche Lesestunden ist dieses Buch definitiv nichts, dennoch (oder gerade deswegen) aber sehr empehlenswert. Eckdaten: Autor: Erik Axl Sund Verlag: Goldmann Preis: 12,99€ – Paperback Seitenzahl: 480 ISBN: 978-3-442-48117-0 Weitere Formate: eBook, Hörbuch

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Bei den schwersten Rezensionen des Jahres, schafft es dieses Buch definitiv in die Top 5. Ich bin so dermaßen hin und her gerissen, unglaublich. Zum einen fand ich die Charaktere ja wirklich grauenvoll. Jeanette will ja so mega taff sein, ärgert sich über die Unterdrückung der Männerwelt, unter der sie als weibliche Polizistin ja so sehr leidet. Bekommt es aber nicht auf die Reihe ihrem Mann, der buchstäblich nichts leistet, mal die Leviten zu lesen. Warum macht man sowas? Ist das die Ansicht der Autoren über Frauen? Spiegelt das ihr Bild von uns Frauen wieder? Eine Frage, die ich mir immer wieder gestellt habe. Denn auch Sofia macht den Eindruck, dass sie weder Fleisch noch Fisch ist. Auf der anderen Seite dreht sich vieles in dem Buch um das Thema "gespaltene Persönlichkeiten". Hier könnte man dann mutmaßen, dass die Autoren das dann einfach mal willkürlich auf so ziemlich jeden Charakter des Buches übertragen haben, denn auch die meisten anderen haben einen gewissen Drall dazu. Der Kollege Hurtig erscheint ganz nett, aber von dem liest man auch nicht all zu viel. Bei ihm ist nur der Name recht irritierend, da es vermutlich der einzige ist, den ich aussprechen kann - oder eben "Hurtig betrat den Raum". Wer betrat denn hurtig den Raum? Ja, langt euch gerne an den Kopf. Hab ich auch gemacht. Um mal noch was nettes zu dem Buch zu sagen: Den Schreibstil fand ich recht angenehm zu lesen. Die kurzen Kapitel führten gerne zu dem "eins geht noch"-Effekt. Obwohl das Buch recht brutal begann, verlagerte sich die Brutalität im Laufe der Zeit von der physischen zur psychischen Gewalt. Was ich für meinen Teil angenehmer fand. Ich habe kein Problem mit Brutalität, aber hier hat "Die Welt" es doch recht gut mit ihrer Formulierung getroffen: "Man treibt Kindesmissbrauch nicht dadurch aus, dass man missbrauchte Kinder literarisch noch einmal missbraucht." Mir gefällt dann eher die subtile Andeutung als eine bebilderte Beschreibung. Doch was mich wirklich am meisten störte waren zum einen die Charaktere, die sich für mich einfach falsch und unpassend anfühlten. Außerdem auch diese Lücken. Dinge, auf die ich aus Spoilergründen nicht eingehen werde, die aber das Buch für mich stellenweise zur Katastrophe machten - und vor allem auch unglaubwürdig. Gerade im Leben von Victoria Bergmann gibt es für mich zu viele Ungereimtheiten, die so keinen Sinn machen und ich spreche hier von alltäglichen Dingen, nicht einmal die Charterzüge. Die Thematik, mit welcher sich das Buch laut Beschreibung befassen soll ("Wie viel kann ein Mensch ertragen, ehe er selbst zum Monster wird?") finde ich an sich höchst interessant. Ebenfalls die Sache mit den multiplen Persönlichkeiten. Doch im Gesamten, sind die Autoren aus meiner Sicht leider an der Umsetzung gescheitert. Zu viel Chaos, zu wenig Struktur, zu viele Mängel. Dennoch habe ich mich entschlossen die Triologie abzuschließen, denn mit den Mädels zu lesen macht einfach mega viel Spaß. Falls es ein Reinfall wird, dann ich kann immer noch ein Exempel statuieren und die Bücher in aller Öffentlichkeit verbrennen. Worauf ich schon sehr gespannt bin, wie sich der Verlauf in den zukünftigen Bänden gestalten wird. In Krähenmädchen befand man sich zum einen in der Gegenwart aus der Sicht von Sofia oder Jeanette, sowie verschiedene Kapitel über die Vergangenheit von Sofia und ihrer Patientin Victoria Bergmann. Ich vermute stark, dass sich nicht viel ändern wird, da es ja ursprünglich ein Buch war, was mir aber wiederum Hoffnung gibt, dass die Autoren es doch noch schaffen eine gewisse Struktur einzubringen - oder gar eine schlüssiges Ende zu zaubern. Fazit: Tendenziell eher weniger begeistert, aber wer weiß was die Reihe noch in Petto hat.

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Fassaden

Von: Helga Hensel aus Herzogenrath

13.02.2016

In Stockholm werden fürchterlich missbrauchte Jungenleichen gefunden. Hängen die Taten zusammen? Warum vermisst niemand diese Kinder? Ist es ein Einzeltäter? Geht es um Menschenhandel? Oder "nur" um eine grausame Variante der Pädophilie? Im Laufe ihrer Ermittlungen trifft Kommissarin Jeanette Kihlberg auf die Psychologin Sofia Zetterlund, die über Erfahrungen in der Therapie von Pädophilen hat und darüber hinaus auch missbrauchte Kinder behandelt. Die Ermittlungen gehen sehr zäh voran, da von verschiedenen Seiten bewusst Hindernisse aufgebaut werden. Es entsteht der Verdacht, es gebe gar kein wirkliches Interesse, diese Morde aufzuklären, da es keine schwedischen Kinder sind, welche ihr Leben lassen mussten. Und "nebenher" muss die Kommissarin Jeanette ihr Privatleben meistern, was irgendwie neben einer so emotional belasteten und zeitintensiven Ermittlung nicht recht klappt. Auch die Psychologin Sofia ist in ihren Fällen gefangen, sie nimmt sogar die Arbeit mit ihrer Patientin Victoria Bergmann mit nach Hause, lässt eine zu große Bindung zu, was professionelle Neutralität vermissen lässt. "Krähenmädchen" ist ein spannendes, interessantes und auch brutales Buch, welches zartbesaitete Gemüter hinsichtlich des Kindesmissbrauchs abschrecken mag. Die Charaktere sind für mich schlüssig geschaffen und auch, wenn ich einige mehr als ablehne, auf ihre Weise interessant. Wirklich atemlose Spannung kommt nicht auf, ich will aber unbedingt wissen, wohin mich die Geschichte führen wird. Letztlich werde ich dazu jedoch alle drei Bände der Trilogie lesen müssen, was in der Natur einer Trilogie liegt. Dies ist mein erstes Buch des Autorenduos Erik Axl Sund, aber gewiss nicht mein letztes.

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Cover: Das Cover ist ein totaler Eyecatcher, auch wenn es nichts mit dem Inhalt zu den tun hat, ist es einfach toll. Es ist richtig düster und einfach perfekt für einen Psychothriller. Meine Meinung: Ich habe dieses Buch bei wasliestdu.de gewonnen. Ich habe mich riesig darüber gefreut, da ich schon viele begeisterte Stimmen zu dem Buch gehört habe. Ich kann mich den allerdings nicht komplett anschließen. Der Anfang des Buches ist sehr verwirrend, was allerdings nicht an dem Schreibstil liegt. Denn der Schreibstil des Autorenduos lässt sich sehr gut lesen. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, was den Vorteil hat, dass man mal schnell noch ein Kapitel lesen kann, allerdings wurde so auch der Lesefluss etwas gestört. Die Kapitel fangen alle unterschiedlich an, was daran liegt, dass die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben ist, was mir am Anfang nicht sofort klar war, weswegen mir der Einstieg schwer fiel. Als ich dann aber dort durchgestiegen bin, fand ich es super, denn das hat jedem Charakter seine eigene Note gegeben. Die Charaktere waren insgesamt sehr gut ausgearbeitet, alle hatten ihre Tiefe und ihren Hintergrund und alle mochte ich, obwohl ich manche Handlungen nicht nachvollziehen konnte. Alle haben an einigen Stellen für mich sehr merkwürdig gehandelt, dennoch haben die Autoren sich gute Charaktere überlegt. Kommen wir nun zu dem, was mir nicht gut gefallen hat. Mich konnte die Geschichte einfach nicht genug fesseln. Ein Psychothriller muss in meinen Augen packend sein, er muss mich mitreißen und ich muss die ganze Zeit überlegen was los ist und wie das alles passiert. Der letzte Punkt ist sogar eingetroffen, aber leider konnte mich das Buch nicht mitreißen. Ich hatte einfach viel mehr erwartet. Lediglich zum Schluss gab es eine Wendung, die ich wirklich überraschend fand. Zu diesem Buch muss man dazu sagen, dass das Buch nichts für schwache Nerven ist, denn es geht hier um Kindesmissbrauch und für jeden, für den das zu viel ist, sollte lieber die Finger von dem Buch lasse. Außerdem sollte man wissen, dass das Buch nicht abgeschlossen ist. Man muss die anderen beiden Teile lesen, um zu erfahren, wie es ausgeht. Fazit: "Krähenmädchen" ist ein Psychothriller, der mit einem guten Schreibstil und tollen Charakteren überzeugen kann. Allerdings fehlte mir hier die Spannung, das Buch konnte mich nicht genug fesseln.

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Lahm, verwirrend und ohne Konzept

Von: Jenny aus Pforzheim

08.09.2015

Nach dem ganzen vorangegangen Presserummel, erwartet man deutlich mehr von diesem Buch. Ich war gespannt auf einen neuen, klaren und spannenden Krimi, der mich fesseln würde. Stattdessen ist dieses Buch lahm, verwirrend und ohne Konzept. Es laufen mehrere scheinbar wichtige Handlungen parallel, die jedoch wenig wesentliches zu diesem Buch beitragen. Es gibt keinen klaren Handlungsstrang. Die Kommissarin ist völlig lethargisch. Die Schlüsse, die sie zieht sind ohne erkennbare Grundlage. Dazu kommen gravierend grammatikalische Fehler. Kurz, das Buch schwächelt an allen Ecken und Enden. Es macht wenig Lust auf die beiden folgenden Teile. Die beiden Autoren scheinen dazu noch völlig abgehoben - "Was Stieg Larssen kann, können wir auch". Ich würde sagen, es braucht einiges mehr um sich auf eine Stufe mit Stieg Larssen zu stellen.

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"Sie ist müde, doch tief im Innern weiß sie, dass sie nie tief genug wird schlafen können, um wirklich zu entkommen." (Seite 86) In Stockholm tauchen aus heiterem Himmel mehrere Jungenleichen auf – mit deutlichen Zeichen von Missbrauch und Gewalteinwirkung, eine Identifizierung ist nicht möglich. Selbst die harterprobten Ermittler sind bis ins Mark erschüttert und stehen vor einem großen Problem, denn keiner der Jungs wurde vermisst gemeldet. Es stellt sich schnell heraus, dass es sich um Einwanderer handelt – Jungen, die nirgends gemeldet sind und von niemandem vermisst werden. Kommissarin Jeanette Kihlberg, die auch privat mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, macht sich gemeinsam mit ihrem Team an den Fall, wird dabei aber immer wieder ausgerechnet von ihren Vorgesetzten behindert, denn wen interessieren schon Kinder, die eigentlich gar nicht in Schweden sein sollten? Einige ihrer Mitarbeiter werden zu anderen Fällen abgezogen, weshalb Jeanette ihre weiteren Ermittlungen auf andere Pfeiler stützen muss. Hilfe bekommt sie unerwartet von der Psychologin Sofia Zetterlund, deren Spezialgebiet multiple Persönlichkeitsstörungen sind und die auch Erfahrungen im Umgang mit Kindersoldaten hat. Eines der Opfer befand sich bei Sofia in Therapie, sodass diese Verbindung schnell hergestellt werden kann und Jeanette sie um ihre Mitarbeit bittet. Zeitnah verdichtet sich der Verdacht um den Täter, doch auch eine andere Patientin von Sofia scheint irgendwie in den Fall verwickelt zu sein. Immer tiefer geraten die beiden Frauen in den Sog der Ermittlungsarbeiten und decken dabei mehr Grausamkeiten auf, als ein einzelner Mensch ertragen kann. Aus verschiedenen Perspektiven erzählt und mit Rückblenden ausgestattet bleibt die Story zu jedem Zeitpunkt spannend, obwohl gerade die wechselnden Blickwinkel vor allem an Anfang ein wenig Verwirrung stiften. Doch man findet sich schnell zurecht, einer Seite folgt die nächste und die übernächste, und ehe man sich‘s versieht, ist man schon wieder ein Kapitel weiter. "Krähenmädchen" gehört zu den Büchern, die sich einfach nicht aus der Hand legen lassen, auch wenn sich einzelne Szenen hart an der Grenze des Erträglichen bewegen. Das Autorenduo Jerker Eriksson und Håkan Axlander Sundquist liefert im Auftakt der Victoria-Bergman-Trilogie wirklich alles, was ein guter Psycho-Thriller mitbringen muss, um das Leserherz höher schlagen zu lassen. Natürlich wurde das Rad hier nicht neu erfunden, mit Sicherheit werden Skeptiker und Kritiker zahlreiche Parallelen zu anderen großen Autoren finden – und doch hat der Roman seinen ganz eigenen Stempel, der im Kopf des Lesers zurückbleibt. Lebensnahe Probleme, die nichts mit der eigentlichen Ermittlung zu tun haben, könnten so manchen langweilen, fließen aber ziemlich gekonnt in die Geschichte ein. Möglicherweise gehören diese Seiten zu denen, die man ein bisschen schneller liest, weil man eigentlich viel lieber wieder in die Ermittlungen einsteigen möchte, um dem Täter endlich auf die Schliche zu kommen und ihm das Handwerk zu legen. Dabei beweisen die Charaktere zumindest partiell eine fast schon unangenehme Tiefe, allen voran Victoria Bergman kann den Leser mit ihren Erinnerungen auf der Stelle vereinnahmen. "Krähenmädchen" ist sicherlich kein einfaches Buch und Zartbesaitete sollten wohl lieber die Finger davon lassen. Das Cover suggeriert schon sehr deutlich, dass es auf den 480 Seiten nicht gerade rosarot, sondern eher düster zugehen wird. Welche Abgründe sich aber tatsächlich auftun, wird auch den hartgesottensten Leser überraschen. Es geht um sexuellen Missbrauch und seine Auswirkungen auf die Psyche der Opfer, um das Leben von Kindersoldaten und die Zustände in Kriegsgebieten, um die innere Falschheit von Menschen und ihre nach außen hin getragenen Masken, aber auch Hoffnung, Zuversicht und Liebe finden ihren Platz im ersten Band des Dreiteilers. Die wechselnden Perspektiven und die Einschübe von Erinnerungssequenzen halten die Story auf einem rasanten Tempo, und obwohl sich die verschiedenen Verdachtsmomente zu verhärten scheinen, ist man sich der Identität des Täters nie wirklich sicher. Erst in den letzten Kapiteln kommt ein wenig Licht in die Sache und lässt den Leser erschrocken nach Luft schnappen. Besonders fies ist dementsprechend auch der Cliffhanger ganz am Ende, der von der angehängten Leseprobe nur noch zusätzlich unterstützt wird. Trösten kann den erwartungsvollen Leser nun nur noch, dass man bis zum Erscheinen des zweiten Bandes "Narbenkind" nicht allzu lange warten muss – offizieller Termin ist der 15. September und auch der dritte Teil wird noch in diesem Jahr erscheinen. Bis dahin kann man sich, wenn man möchte, mit dem kurzen informativen Autoreninterview auf den letzten Seiten des Buches vergnügen – oder das Buch einfach noch mal lesen, wenn man es denn aushält. Fazit: Ein gut durchdachter, rasanter Psycho-Thriller, der dem Leser alles bietet, was Genre-Liebhaber glücklich macht – "Krähenmädchen" von Erik Axl Sund ist ein wahrer Pageturner, der seinesgleichen sucht. Authentische, problembehaftete Charaktere und zahlreiche leider aktuelle Themen werden in diesem Trilogie-Auftakt zu einer mitreißenden Story verbunden, die den geneigten Leser durchaus in einen echten Rausch versetzen können. Definitiv kein einfaches Buch, aber in jedem Fall eines, das von Genre-Kennern näher unter die Lupe genommen werden sollte. Wertung: 4,5 von 5 Schwertpaaren Handlung: 4 / 5 Charaktere: 4.5 / 5 Lesespaß: 4 / 5 Preis/Leistung: 5 / 5

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