Leserstimmen zu
Harry Potter und der Orden des Phönix

J.K. Rowling

Harry Potter, gelesen von Rufus Beck (5)

(2)
(0)
(0)
(0)
(0)
€ 39,95 [D]* inkl. MwSt. | € 44,80 [A]* | CHF 52,90* (* empf. VK-Preis)

"Harry Potter und der Orden des Phönix" war bislang immer mein Lieblingsband der ganzen Reihe und ich war neugierig, ob es mich heute noch immer so begeistern kann, wie damals. Und was soll ich sagen: Ja, das tut es! Und ja, es ist und bleibt weiterhin mein Lieblingsband. Einer der Gründe liegt ja gerade in der Länge des Buches, denn der 5. Band ist das dickste Buch der ganzen Reihe. Was für einige abschreckend wirken kann, bedeutet für mich längere Lesefreude. Obwohl das Hörbuch gefühlt ewig dauert, war ich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt und war überrascht, wie schnell die Zeit rumgegangen ist. Über den Inhalt will ich, wie immer, gar nicht so viele Worte verlieren, denn ich gehe davon aus, dass er den meisten bekannt sein sollte. Mit Umbridge wurde ein neuer Charakter und in meinen Augen der mit Abstand unsympathischste, widerlichste Charakter der ganzen Reihe geschaffen. (Abgesehen natürlich von den üblichen Bösewichten). Rufus Beck schafft es sie durch seine Interpretation noch unsympathischer erscheinen zu lassen und trifft damit voll ins Schwarze. --- Achtung Spoiler!! -- Das Ende und Sirius' Tod ist natürlich eines der traurigsten Ereignisse der ganzen Reihe. Es war berührend, wie sehr Harry diesen Tod getroffen hat. -- Spoiler Ende -- Beim Hören ist mir übrigens aufgefallen, wie viele Dinge für die Verfilmung weggelassen wurde. Ich hätte zum Beispiel gerne gewusst, wie die Thestrale ausgesehen hätten und auch der Besuch im St. Mungos Hospital und das Wiedersehen mit einem alten Bekannten aus Band 2 hätte ich sehr gerne gesehen. Vermutlich würde der Film heute in zwei Teile aufgeteilt werden, was bei der dicken Buchvorlage auch mehr Sinn gemacht hätte. Alles in allem eine tolle Fortsetzung, an der es absolut nichts auszusetzen gibt. Harry Potter ist einfach Liebe! ♥

Lesen Sie weiter

Auch im fünften Band muss sich Harry einigen Abenteuern stellen: Nicht nur die Tatsache, dass der Dunkle Lord zurück ist, bereitet ihm Sorgen. Auch die neue Lehrerin für Verteidigung gegen die Dunklen Künste, Professor Umbridge, hat sichtlich Freude daran, den Schülern das Leben zur Hölle zu machen und neue Regeln in Hogwarts einzuführen. Als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, kam es mir furchtbar langatmig vor. Ich fand es schlimm, lesen zu müssen, wie es den Schülern in Hogwarts ergeht. Mir wäre es lieber gewesen, wenn einige Quälereien aus geblieben wären, oder Rowling auf den ein oder anderen Handlungsstrang verzichtet hätte. Diesmal sehe ich es etwas anders. Zu Beginn der Geschichte findet keine Wiederholung statt. Rowling setzt voraus, dass jeder weiß, wer Voldemort ist, oder was es mit seinen Gefolgsleuten, den Todessern, auf sich hat. Diesmal habe ich erkannt, dass auch die Nebenstränge wichtiger Bestandteil der Haupthandlung ist. Wäre beispielsweise Hagrids Halbbruder nicht in die Geschichte eingeführt worden, hätte er Harry und Hermine nicht aus dem Verbotenen Wald retten können. Auch was die Charakterentwicklung betrifft hat Rowling hier einen Sprung gemacht. In diesem Band wird Harrys Ego auf eine harte Probe gestellt. Seine Freunde Ron und Hermine sind zu den Vertrauensschülern der Gryffindors gewählt worden. Harry ist hin- und hergerissen. Einerseits gönnt er seinem besten Freund Ron das Abzeichen und die damit verbundenen Pflichten. Andererseits fragt er sich, warum man ihn nicht ausgewählt hat. Schließlich ist er Voldemort schon oft gegenüber getreten... Auch in anderen Situationen schafft es Rowling Harrys Zwiespalt glaubhaft darzustellen. Rowlings Schreibstil hat sich in diesem Band, meiner Meinung nach, auch etwas verändert. In den ersten vier Bänden hatte ich den Eindruck, dass sie Harry immer aus einer distanzierten Sicht heraus, beschreibt. Im fünften Band hatte ich das erste Mal das Gefühl, Harry ganz nah zu sein und miterleben zu können, wie er sich fühlt. Auch Rufus Beck hat bei diesem Band wieder wunderbare Arbeit geleistet. Er vergibt den Charakteren deutsche Dialekte. Mr Weasley, Rons Vater, bekommt beispielsweise eine nordisch angehauchte Stimme, während Professor Umbridge, die neue Lehrerin und Ministeriumsmitarbeiterin, einen kalten österreichischen Dialekt bekommt. (Bisher war ich wirklich ein großer Fan von Dialekten und hätte mir im Traum nicht vorstellen können, dass beispielsweise das Österreichische auch kalt klingen kann. Allerdings ist diese Kälte eine wichtige Vorraussetzung um Umbridges Charakter darzustellen). Die Kernaussage des Buches besteht darin, zu erkennen, wie ein Land reagiert, wenn der Krieg droht. Spielt die Regierung mit und unterstützt die Bevölkerung um sich gegen den Feind zu wehren? Oder versuchen sie alles Erdenkliche zu tun, damit die Normalität aufrecht erhalten wird? Rowling führt die wichtigen Mittel in diesem Band wunderbar auf. Außerdem hat sie es geschafft, einer "Fantasyverfechterin", wie mir zu beweisen, dass auch reale Probleme in eine magische Welt übertragen werden können. Was den Gesamteindruck betrifft kann ich nur sagen, dass mich auch dieser Potter-Band wieder überzeugt hat. Mein versprochener Eindruck ist fast noch etwas übertroffen. Ich hatte eigentlich befürchtet, dass sich die Geschichte, wie Kaugummi in die Länge zieht. (Schließlich hatte ich schon einmal versucht den fünften Band zum zweiten Mal als Schwarzschriftausgabe zu lesen. Allerdings hatte ich nur nach wenigen Seiten die Nase voll). Umso überraschter war ich, wie gut ich mit dem Hörbuch zurechtkam. Dieses Buch kann ich daher allen Fantasyfans ans Herz legen. (Allerdings muss beachtet werden, dass man am besten mit dem ersten, oder mit dem vierten Band beginnt).

Lesen Sie weiter