Leserstimmen zu
Es ist nie zu spät für die Liebe

Alice Peterson

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In dieser Geschichte geht es um Trauer, Verlust, Freundschaft und die Suche nach dem Richtigen. Die drei Freunde Becca, Olly und Joe haben sich vor zehn Jahren während des Studiums in Bristol kennengelernt. Olly und Becca waren zu der Zeit schon ein Paar, als Joe zu ihnen in die WG gezogen ist. Die Geschichte springt zwischen damals und heute hin- und her. Heute ist Becca frisch verwitwet und muss den Tod von Olly überwinden. Weil sie es in London nicht mehr aushält zieht sie zurück zu ihren Eltern nach Winchester. Dort trifft sie ausgerechnet Joe wieder, den sie seit ihrem Studium aus den Augen verloren hat. Der Leser weiß von Anfang an, dass damals etwas zwischen den Freunden passiert ist. Durch die Rückblenden erfährt man Häppchenweise wie sich alles zugetragen hat. Zuerst haben mich diese schnellen Wechsel zwischen heute und damals etwas verwirrt. Teilweise wird in jedem Absatz gewechselt. Doch je mehr man die Hintergründe kennt, desto eindeutiger kann man der Geschichte folgen. Die Autorin legt ein gutes Tempo vor. Ich musste mich erst an ihren Schreibstil gewöhnen. Dieses schnelle Umspringen zwischen den Situationen und während Unterhaltungen fordert Konzentration. Sie lässt ihre Charaktere reden ohne mehr dazu zu erklären. Viele Dinge muss man daher zwischen den Zeilen herauslesen. Das wirkt manchmal etwas abgehackt, hat aber auch einen ganz eigenen Charme. Becca erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht. Trotz der Ich-Perspektive bleibt sie als Charakter sehr distanziert und man erfährt kaum etwas über ihre Gefühle. Das liegt wahrscheinlich an dem sehr neutralen Erzählstil. Manchmal konnte ich ihre Handlungen daher nicht verstehen bzw. ihren Gedanken folgen. Auch ihre Art sich mit dem verstorbenen Olly zu unterhalten, war mir etwas suspekt. Richtig gut gefallen hat mir aber der Aufbau der Geschichte. Er war unkonventionell und nicht so vorhersehbar. Durch die stückchenweise Aufarbeitung der alten Geschichte kamen immer wieder neue Details ans Licht mit denen ich nicht gerechnet hätte. Im Vordergrund der Geschichte steht jedoch Beccas Trauer um Olly und ihren Weg sich mit der neuen Begebenheit zurechtzufinden. Die Liebesgeschichte mit Joe (wie im Klappentext angekündigt) gibt es fast gar nicht. Sie spielt nur eine untergeordnete Rolle. Das fand ich persönlich etwas schade, da ich mir etwas anderes vorgestellt habe. Auch Beccas Probleme mit ihrer Schwester Pippa und ihren Eltern hätten gerne noch detaillierter hervorgehoben werden können. So blieb alles ziemlich oberflächlich. Außerdem wusste ich einfach nie woran ich bei Becca war. Das hat es einerseits interessant gemacht, aber mich zum Schluss doch eher frustriert. Ihre Gefühle für Joe waren daher schwer nachvollziehbar, weil es die ganze Zeit nur um Olly ging. Ich hätte mir da einfach mehr Zweisamkeit zwischen Joe und Becca gewünscht und viel mehr gemeinsame Szenen. Aber wie gesagt, der Schwerpunkt des Buches liegt einfach woanders. Trotz der ganzen Kritik hat mir das Buch ganz gut und gefallen und ich war richtig an die Seiten gefesselt. Die Autorin hat eine schöne Art große Emotionen bei ihrem Leser zu wecken. Ich musste ziemlich oft schlucken, denn es gibt viele tragische Momente. Und auch wenn die Geschichte zwischendurch dahin plätschert wird es seltsamerweise nie langweilig. Ich kann das Buch daher mit ruhigem Gewissen weiterempfehlen. Man sollte nur wissen, dass die Liebesgeschichte eher im Hintergrund abläuft. Wer Bücher von Jill Mansell oder Abby Clement mag, kann auch mit diesem Buch nichts verkehrt machen. Fazit: In diesem Buch geht es um eine junge Frau, die versucht den Tod ihres Ehemannes zu verarbeiten. Auf der Suche nach sich selbst trifft sie einen alten Freund wieder und muss lernen endlich ihren Gefühlen zu folgen. Im Vordergrund steht die Verarbeitung des Verlustes. Die Liebesgeschichte rückt dadurch sehr in den Hintergrund. Ich hatte ein paar interessante Lesestunden und vergebe knappe vier Sterne.

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