Leserstimmen zu
Die Widerspenstigkeit des Glücks

Gabrielle Zevin

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Alice Island ist eine idyllische Insel, mit gutmütigen Bewohnern. Die einzige Buchhandlung der Insel, Island Books, betreibt A.J. Fikry, dessen Ehefrau bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Schwermütig wendet er sich dem Alkohol zu und badauert sich und sein Dasein. Doch plötzlich ändert sich einiges: A.J.s wertvollstest Buch, „Tamerlane“, das einen 6stelligen Wert hat, verschwindet, und ein zweijähriges Kind wird von seiner Mutter mit einem Brief an ihn in der Buchhandlung zurück gelassen: „An den Besitzer dieser Buchhandlung: Das ist Maya. Sie ist fünfundzwanzig Monate alt. Sie ist SEHR GESCHEIT, ungewöhnlich sprachgewandt für ihr Alter und ein liebes, süßes Mädchen. Ich möchte, dass sie später ihre Liebe zum Lesen entdeckt, ich möchte, dass sie in einer Umgebung mit vielen Büchern aufwächst und unter Menschen, denen solche Dinge wichtig sind. Ich liebe sie sehr, aber ich kann mich nicht mehr um sie kümmern. Der Vater hat in ihrem Leben nichts zu sagen, und ich habe keine Familie, die helfen könnte. Ich bin verzweifelt. Gruß Mayas Mutter“ A.J.s Leben ändert sich schlagartig. Er wendet sich dem Leben wieder zu, adoptiert Maya und zieht seinen „kleinen Nerd“ zu einer intelligenten und schreibbegabten jungen Frau auf. Genau. Frau. Die fehlt dem Buchhändler. Doch dann erinnert er sich an Amelia, die ihn mehrfach pro Jahr besucht, denn sie ist Verlagsvertreterin…. „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ ist ein kleiner, feiner Roman über das Leben, was es mit sich bringt und wie schnell sich alles ändern kann. Verpackt in einer kleinen Geschichte rund um die Buchhandlung Island Books, A.J., Maya und Amelia. Und alle anderen Bewohner von Alice Island. Die Autorin Gabriele Zeven schlägt in dem Roman einen ruhigen Ton an, überstürzt nichts an Handlungen und lässt die Geschichte vor sich hinplätschern. Es gibt weder Höhen noch Tiefen. Selbst nicht bei dem kleinen Finale, das sich so ganz anders entwickelt, als das, was der Leser erwartet. Ein nicht vorhandenes Happy End. Die Figuren des Romans werden nie so beschrieben, dass der Leser keine Fantasie mehr aufbringen müsste, um sich ein Bild zu machen. Ihnen zu folgen ist teilweise, durch große Zeitsprünge etwas schwierig. Vieles muss sich zusammen gereimt werden, bis die tatsächlichen Ereignisse der Zeitlücke erklärt werden. Dies lässt die Autorin meist durch A.J. geschehen. Denn der schreibt zu jedem Buch, das ihm am Herzen liegt, einen kurzen Hinweis für seine Adoptivtochter Maya – verbunden mit einem väterlichen Rat für’s Leben: „Das Glück von Roaring Camp – 1868 von Bret Harte Ziemlich sentimentale Geschichte […]. Gelesen – und zwar völlig ungerührt – habe ich sie zum ersten Mal in Princeton in einem Seminar […] […], dass es wichtig ist, bestimmten Erzählungen in genau dem richtigen Lebensalter zu begegnen. Denk daran, Maya: Das, was uns mit zwanzig gefällt, ist nicht notwendigerweise das, was uns mit vierzig anspricht, und umgekehrt. Das gilt für Bücher und auch für’s Leben.“ Die Widerspenstigkeit des Glücks ist ein wunderschöner Roman, der es schafft, den Leser mit in eine andere Welt zu nehmen. Dennoch viel mir, nachdem ich den letzten Satz gelesen habe, als erstes ein: Flatterhaft wie ein Schmetterling. Das mag an der Leichtigkeit liegen, mit der die Autorin diese doch teils schweren Themen verarbeitet, vielleicht auch daran, dass sich die Geschichte zum Ende hin auflöst – wie Luft. Kaum etwas bleibt übrig von dem, was einen über 287 Seiten begleitet hat. Vielleicht ist dies das Geheimnis der Geschichte: alles ist vergänglich, wie im wahren Leben? Die Autorin Gabrielle Zevin wurde in New York geboren und studierte Literatur in Harvard. Sie hat bereits mehrere Romane und Drehbücher veröffentlicht, die in über zwanzig Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet wurden. Heute lebt die Autorin in Los Angeles.* *Quelle: DIANA Verlag

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Aufgrund einiger Rezensionen "begegnete" mir dieses Buch eigentlich schon vergangenes Jahr das erste Mal, ich las damals auch eine Leseprobe, die mir durchaus gefiel, aber irgendwie sollte es damals wohl nicht sein ... Wahrscheinlich zu viele andere Bücher, die ebenfalls meine Aufmerksamkeit forderten. Dass das Buch jetzt doch seinen Weg zu mir fand, habe ich Betty zu verdanken, die mir vorschlug, doch wieder ein Buch gemeinsam zu lesen. Und als ich ihren SuB auf Lovelybooks entdeckte, fand ich dieses Buch bei ihr :). Zum Inhalt: A.J. Fikry ist ein Eigenbrötler. Frisch verwitwet, führt er die Buchhandlung seiner Frau weiter fort und weiß nicht so recht mit seiner Trauer umzugehen. Zu diesem Zeitpunkt lernt er Amelia, die neue Verlagsvertreterin von Knightley Press kennen. Aus anfänglicher Abneigung wird im Lauf der Zeit mehr, aber so richtig beginnt A.J. erst wieder aufzuleben, als er eines Tages ein zweijähriges Mädchen bei sich aufnimmt, das in seiner Buchhandlung zurückgelassen wurde ... Meine Meinung: Der Inhalt klingt auf den ersten Blick nicht weiß Gott wie spektakulär und das Buch braucht auch eine Weile, um seinen Charme zu entfalten.Auf 288 Seiten entfaltet sich eine Geschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann - mit allen Auf und Abs, die man sich nur vorstellen kann. Wer Bücher um ihrer selbst willen liebt, wird auf jeden Fall mit diesem Buch voll auf seine Kosten kommen, da die Literatur und die Liebe zu ihr hier eine tragende Rolle spielt. Alle Figuren leben und lieben rund um Bücher, lernen sich durch Bücher und ihre Geschichten kennen ... Am besten hat mir wohl folgendes Zitat gefallen: Alles, was du über einen Menschen wissen musst, erfährst du aus der Antwort auf die Frage: Welches ist dein Lieblingsbuch? Gut, in Wirklichkeit ist es wahrscheinlich nicht so einfach, aber es zeigt schön auf, wie sehr das Leben der Charaktere mit Literatur verflochten ist, mal mehr, mal weniger, aber alle werden irgendwie von Büchern beeinflusst. Selbst der Schluss endet meiner Meinung nach mit einer kleinen Liebeserklärung an die Literatur! Kommen wir zu dem, was mir an dem Buch nicht so gut gefallen hat - die Länge. Kann man sagen, dass einem ein Buch zu kurz sein kann? Ja, kann man, finde ich. Denn als ich mich in die Geschichte und die Charaktere erst einmal verliebt hatte, hatte ich immer wieder das Gefühl, die Geschichte wird einfach zu schnell erzählt. Die Handlung entwickelt sich zu schnell, die Figuren altern zu schnell - und manches bleibt irgendwie unerzählt in der Luft hängen. Hier hätte ich mir wirklich gewünscht, dass das Buch wenigstens 400 Seiten gehabt hätte - und nicht nur 288! Aus diesem Grund tue ich mich jetzt auch schwer, das Buch zu bewerten. Ja, ich mochte es sehr, hatte aber immer wieder das Gefühl, als ob man nur Teile aus dem Leben der Figuren erzählt bekommt. Ein echtes Begleiten ist es nicht, vor allem weil die zeitlichen Sprünge leise und unauffällig passieren. Mein Fazit: Das Buch erzählt eine wunderschöne Geschichte, in die man sich ohne Probleme verlieben kann, die aber für meinen Geschmack zum Teil viel zu hastig erzählt wird. Etwas weniger Geschwindigkeit - und ich hätte ohne Schwierigkeiten die volle Sternezahl vergeben.

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Die Widerspenstigkeit des Glücks ist vor allem ein Roman über das Lesen und die Liebe zu Büchern, zur Literatur. Protagonistin ist eine Buchhandlung und ihr Personal: Der exzentrische Buchhändler A.J. Fickry, seine Tochter Maya und Verlagsvertreterin Amelia Loman. Ein Roman also, der bei begeisterten Lesern sofort auf Interesse stößt. Dementsprechend sind auch schon viele, viele Rezensionen auf Bücher-Blogs zu finden… Verlagsvertreterin Amelia Loman ist noch relativ neu in ihrem Job, als sie nach Alice Island fährt, um dem Besitzer der Buchhandlung “Island Books” das Herbstprogramm ihres Verlags vorzustellen. Buchhändler A.J. Fickry zeigt sich nicht sehr zugänglich, die Bücher entsprechen nicht seinem Geschmack und Höflichkeit gehört nicht zu seinen Tugenden. Trauernder Witwer, spezieller Literaturgeschmack A.J. leidet immer noch unter dem Tod seiner Frau, mit der gemeinsam er die Buchhandlung gegründet hat. Fast widerwillig führt er das Geschäft weiter, denn die Käufer seiner Bücher haben leider keinen so exklusiven Literaturgeschmack wie er. A.J. wird erst wieder menschlicher, als er eines Tages in seinem Laden die zweijährige Maya findet. Auf einem Zettel bittet ihre Mutter, dass er sich um das Mädchen kümmert. Zurück ins Leben Maya ist sehr aufgeweckt und liebt Bücher ebenso sehr wie ihr Adoptivvater. Der entdeckt dann auch, nachdem er sie vier Jahre kennt, wie interessant er Amelia findet. Aus ihnen wird ein Paar, später auch ein Ehepaar. Den Weg zur Liebe ebnen viele Gespräche über Bücher und Literatur. Auch in die Buchhandlung zieht wieder Leben ein, mehrere Buchclubs tagen in “Island Books”, A.J. wird auch weniger streng in seinen Anforderungen an seine Kunden. Das Happy-End des Romans befindet sich irgendwo in der Mitte des Buches, am Ende wechselt “Island Books” den Besitzer und die Gründe sind nicht sehr erfreulich. Oberflächlich erzählte Handlung Wie man an dieser knappen Zusammenfassung schon erkennen kann, umspannt die Handlung mehrere Jahre, der Roman aber nur knapp 180 (E-Book-)Seiten. Da bleibt kein Platz für Beschreibungen von Orten oder Menschen, kein Platz für Details, die sich nicht auf Bücher beziehen, kein Platz für Gefühle oder ausführliche Charakterisierungen. Was und wie es erzählt wird, ist wirklich gut, die Menschen werden einigermaßen lebendig, aber leider bleibt die Geschichte recht oberflächlich. Als Leser erfährt man vom Leben der Protagonisten quasi “in groben Zügen”. Oft kann man aus dem Verhalten natürlich auf Charaktereigenschaften oder Gefühle schließen, aber leider viel zu selten. Weiterführende Lektüre empfohlen Am meisten über A.J. und Amelia lernt man vermutlich, wenn man ihre bevorzugten literarischen Werke kennt. Und vermutlich eröffnen sich neue Perspektiven auf den Roman, wenn man den Literaturempfehlungen A.J.s für Maya folgt, die sich am Beginn jedes Kapitels befinden. Vermutlich sollte man alle diese Romane und Kurzgeschichten ebenfalls lesen, um Die Widerspenstigkeit des Glücks besser schätzen zu können. Aber, Hand aufs Herz, wer von uns “normalen” Lesern wird das schon machen? Sehr viel Buchbegeisterung Wenn also auch die Menschen in diesem Roman ein wenig zu kurz kommen, so hat die Literatur hier doch einen großen Auftritt. Die meisten Leser werden deshalb ein wenig ihrer eigenen Begeisterung für Bücher in diesem Roman wiederfinden und ihn vermutlich schon deshalb lieben. Gabrielle Zevin. Die Widerspenstigkeit des Glücks. München: Diana, 2015. | Original: The Storied Life of A. J. Fikry. Chapel Hill, NC: Algonquin, 2014. Übersetzung Renate Orth-Guttmann.

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Ein Buch, das in einer Buchhandlung spielt und in dem es viel um Bücher und Literatur geht, das klingt für Leseratten wie mich sehr verführerisch, und tatsächlich wimmelt es von literarischen Zitaten und Anspielungen. Um diese allerdings einigermaßen einordnen und genießen zu können, hilft es, wenn man zumindest eine Ahnung vom zeitgenössischen angelsächsischen Literaturgeschehen hat und auch ein paar Klassiker gelesen hat. Dass Bücher im Roman einen so breiten Raum einnehmen, hat aber auch den Nachteil, dass nicht mehr viel Platz für anderes übrig bleibt, denn die Geschichte ist verhältnismäßig kurz, obwohl sie einen langen Zeitraum abdeckt, was immer wieder zu recht abrupten Zeitsprüngen führt. Auch die Charakterentwicklung kommt etwas kurz, gerade die Protagonisten bleiben abgesehen von ihrer Bücherliebe eher blass. Wer also eine nette romantische Geschichte erwartet, wird enttäuscht werden, wer aber Bücher und (angelsächsische) Literatur mag, dürfte viel Freude an der „Widerspenstigkeit des Glücks“ haben, denn in diesem Roman sind die Bücher das Zentrale und die Figuren nur Beiwerk.

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Der eigenwillige Buchhändler A J. Fikry hat seinen Laden für gehobene Literatur auf der Ferieninsel Alice Island. Um seinen Anspruch an Bücher zufriedenzustellen muss man schon sehr genau suchen. Der Witwer ist Anfang 40 und lieber allein, als dass er mit Leuten zusammen ist, die er nicht mag. Er guckt zu tief ins Glas, ist oft mürrisch und kümmert sich nicht um die Belange anderer. Eines schönen Sommertages gerät seine beschauliche Welt jedoch ins Wanken. Zuerst stellt er den Diebstahl seiner Erstausgabe von Tamerlane fest und dann wurde offenbar ein Kleinkind bei ihm in der Buchhandlung ausgesetzt. Obendrein muss er sich nun auch noch an einen anderen Verlagsvertreter gewöhnen. An diesem Punkt tritt Amelia Lomann in das Leben des Eigenbrödlers. Sie ist nun die neue Verlagsvertreterin und soll nun zweimal jährlich mit Fikry sein Bestellsortiment durchsprechen. Die Vielleserin wurde durch die unzähligen romantischen Romane für die reale Männerwelt verdorben. Jedenfalls ist das die Meinung ihrer Mutter, wenn sie sich über Amelias nichtvorhandenes Liebesleben auslässt. Irgendetwas zieht sie an A. J. an und auch er kann es spüren. Die geschäftlichen Gespräche wecken bei den beiden die Vorfreude auf ein neues Wiedersehen. Die Drehbuchautorin Gabrielle Zevin gelang mit diesem Roman der Durchbruch. Die Idee, die hinter der Geschichte steckt, ist vielschichtig. Der vom Leben enttäuschte Mann wird durch die Veränderungen in seinem Leben gezwungen, eine Entscheidung über den weiteren Verlauf seines Lebens zu treffen. Er wiegt die einzelnen Komponenten ab und nutzt dazu sein Wissen über die Literatur. Jedes Kapitel beginnt mit einem Eintrag aus seinem Lesetagebuch, aus dem der Leser nicht nur kurz über seine Gedanken zum Gelesenen informiert wird, sondern schon bald auch Bezug zu seinem Leben hergestellt wird. Aus diesen kurzen Texten ahnt der Leser schnell, dass hinter der harten Schale ein durchaus liebenswerter Mensch steckt. Der verwendete Schreibstil ist ideal, um sich langsam an diese Wendung zu gewöhnen. Die Wortwahl ist stets geeignet, dem Protagonisten bis auf den Grund seiner Seele zu schauen. Ebenso wird Bezug auf die Umwelt genommen. Officer Lambiase, der zunächst nur den Diebstahl untersuchen soll, entwickelt sein Interesse für Bücher. Das eröffnet ihm eine ganz neue Welt, in der auch er neue Entscheidungen treffen muss. Diese Beispiele sind auf einer kleinen Insel bestens platziert, da ansonsten kaum Ablenkung geboten wird. Der Roman wird die Leserschaft sicherlich spalten. Die Eintönigkeit des Alltags zwingt den Leser dazu, es sich gemütlich zu machen und die Geschichte an sich vorbeiziehen zu lassen. Es werden tiefgehende Gedanken aufgeworfen, die man sich bald nicht mehr entziehen kann. Das setzt aber Interesse und die Fähigkeit, sich manchen Aussagen unvoreingenommen hinzugeben, voraus. Dann eröffnen sich Überlegungen, ob es tatsächlich Auswirkungen auf das eigene Leben hat, in welchem Geschäft man sich wiederfindet. Der wohl schönste Satz ist: Kein Mensch ist wie eine Insel; jedes Buch ist eine Welt. Wer diesen Gedanken zustimmt, wird viel Spaß mit dem Roman haben.

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