Leserstimmen zu
Sturmnacht

Sophia Cronberg

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Der Gartenpavillon

Von: Miss Norge

13.05.2020

✿ Meine Meinung ✿ Aufgrund des Covers und des Klappentextes dachte ich an einen Roman der sich mit einem düsteren und unheimlichen Familiengeheimnis schmückt. Ja, so war es in etwa auch, aber für mich fühlte es sich eher an, als wäre dieses Buch in das Genre "Jugendroman" einzuordnen. Die Hauptperson Dora ist 16 Jahre alt und sie lernt einen fast gleichaltrigen Jungen kennen. Es entwickelt sich eine Lovestory und gleichzeitig wollen sie die Geheimnisse lösen, die ihre Familien verfeindet haben. Zudem kamen mir die Liebesabschnitte auch zu schmalzig rüber und Dora ist extrem tollpatschig. Hinzu kam dann noch das Medium Orphelia mit ihren Séancen, ihrem Hexenbrett und den Geisterkontakten, ab da wurde es für mich recht unglaubwürdig. Am besten gefallen haben mir noch die Notizen von Doras toter Mutter Ellen aus deren Jugend (wenn man von diesem überirdischen Gehabe absieht) und die Tagebucheinträge von Violet aus den 1960er Jahren. ✿ Mein Fazit ✿ Ich habe es eher als ein Buch für junge Mädchen empfunden, im Alter von 13-16 Jahren, und nicht als Roman für Erwachsene. Daher bin ich etwas enttäuscht, da man dies nicht vorher erkennen konnte.

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Dora hat ihre Mutter bei einem Unfall verloren und soll nun bei ihrem Onkel Julian auf der Isle of Wight bleiben, bis sie in ein Internat kommt. Sie kennt die Familie ihrer Mutter Ellen kaum, denn ihre Mutter hat sich lange vor ihrer Geburt mit der Familie überworfen und ist urplötzlich nach London aufgebrochen, um dort ein eigenes Leben zu beginnen. Dora versucht mehr über die Vergangenheit ihrer Mutter herauszufinden und stößt auf eine unglückliche Liebe, Aufzeichnungen über Geisterbeschwörungen und gelangt so auf die Spur eines Familienmitglieds, über dessen Existenz alle eisernes Schweigen bewahren und von dessen Leben im Haus der Familie es kaum mehr Zeugnisse gibt. Dora macht sich daran, die dunklen Geheimnisse ihrer Familie aufzudecken. Handlungsort und Grundidee fand ich toll. Die Landschaftsbeschreibungen sind atmosphärisch und auch das alte Herrenhaus ist ein stimmungsvolles Setting für die Geschichte. Dora ist eine sympathische Protagonistin, mit der man sich gut identifizieren kann. Allerdings wurde mir etwas zu tief in die Melodrama-Kiste und den Klischee-Topf gegriffen. Einige Charaktere blieben sehr blass und waren sehr klischeehaft gezeichnet (wie z.B. Nino oder Eric). Die Auflösung war für mich sehr vorhersehbar, allerdings bin ich auch eine erfahrene Vielleserin und um einiges älter als die eigentliche Zielgruppe. Jedenfalls habe ich mich streckenweise gewundert, warum die Protagonistin es nicht früher durchschaut. Die Motivation einiger Charaktere war für mich schlecht nachzuvollziehen. Es gab ein paar Figuren mit einer plausiblen Motivation, die Vergangenheit verdrängen und verschweigen zu wollen, bei anderen fand ich die Begründung dann etwas zu konstruiert (z.B. Tony). So konnte ich manches nicht wirklich nachvollziehen. Der Stil ist einfach und nicht besonders anspruchsvoll, so dass sich das Buch schnell herunterlesen lässt. Ich denke, dass es für 13-14-jährige Mädchen durchaus eine spannende Lektüre für zwischendurch (z.B. Ferienlektüre) sein kann. Meiner Einschätzung nach eignet sich das Buch eher nicht für leseerfahrene Vielleser und Krimiexperten. Die würden die Handlung zu schnell durchschauen, fürchte ich.

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