Leserstimmen zu
Im Auge des Betrachters

Damion Searls

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„Beim Rohschachtest kommen lediglich zehnt Tintenklekse zum Einsatz, die ursprünglich von Herrmann Rohrschach gefertigt…..wurden. Unabhängig davon, was diese Bilder sonst noch sein mögen, sind es wohl die zehn am häufigsten Interpretierten und analysierten Abbildungen des 20. Jahrhunderts“. Aber wie kam es zu deren Entwicklung? Wofür sind die eigentlich gut? Macht das Sinn oder ist das reine Wahrsagerei, Illusion oder, neutraler formuliert, „Kaffeesatzleserei“, wie Searls ebenfalls als einen der Aspekte des Tests im Buch differenziert bedenkt? Wer genau war Herrmann Rohrschach und aus welchen Gründen hat dieser überhaupt eine solch eher abwegig scheinende Idee in die Betrachtung menschlicher Persönlichkeiten mit einfließen lassen? Alles Fragen, die im Buch eine Rolle spielen und die in der umfassenden Darstellung im Buch mit Antworten versehen werden. Die zum einen die Biographie des Erfinders nachvollzieht und zum anderen die Biographie des Testes selbst zum Thema hat. Wozu auch gehört, das lange Zeit ein gewisses Mysterium um den Test entstanden ist. Denn um die Methode nicht zu „§infiltrieren“, ist es die Regel, die Abbildungen nicht frei zu veröffentlichen, sondern erst in der therapeutischen Arbeit Patienten vorzulegen (damit nicht im Vorfeld bereits wilde Assoziation mit den „Klecksen“ verbunden werden). „Selbst in wissenschaftlichen Aufsätzen….werden die Kleckse normalerweise nur umrisshaft, verschwommen oder verändert dargestellt, um einzelne Aspekte der Bilder sichtbar zu machen, aber nicht alles“. Seit einiger Zeit allerdings, seit die Bilder nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind, können interessierte Leser die Original Abbildungen durchaus frei im Internet finden und betrachten. Klar ist und bleibt aber: Die regelgerechte Durchführung des Testes, die Art und Größe der verwendeten Abbildungen, all dies ist kein „nettes“ Gesellschaftsspiel, sondern, das wird nach der Lektüre eindeutig klar, eine durchaus fundierte und sorgsam anzuwendende psychologische Methode und Hilfe zur Psychotherapie und hier vor allem zur psychologischen Beurteilung von Menschen. Mit der einfachen Aufforderung je verbunden, nur mitzuteilen, was der einzelne Proband genau sieht. Wie sich an dem ein oder anderen Praxisbeispiel im Werk deutlich nachvollziehen lässt, ist es gerade dieser Test, der bedeutsame Einblicke ermöglicht. Warum das so ist und wie das funktioniert, wie das „erfunden“, verfeinert und erforscht wurde, all dies lässt sich in dieser gehaltvollen Lektüre sehr verständlich und flüssig geschrieben nachvollziehen. Eine hochinteressante Lektüre, gerade weil Searls sein Thema umfassend und strukturiert behandelt und damit dem Leser sachlichen und fundierten Einblick in diesen Test ermöglicht, um den sich viele Mythen und Interpretationen ranken. Was einen anderen Blick am Ende ermöglicht, wenn die Codes zur Auswertung, das Typische oder Ungewöhnliche, das Berechnen von Formeln am Ende zu einer, nicht selten, überraschenden Aussagekraft über die inneren Vorgänge in einem Menschen kulminieren. „Der Rohrschachtest hatte…..auf jeden Fall dazu gebracht, eine Seite von sich zu offenbaren, die er sonst nicht sichtbar werden ließ“. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

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