Leserstimmen zu
Der Berg

Dan Simmons

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Dan Simmons ist ein begnadeter Erzähler und gilt in meinen Augen völlig zurecht als einer der ganz Großen seiner Zunft. Ich lese seine Romane wahnsinnig gern! Er besitzt die Fähigkeit seine Leser mit fließenden und mitreißenden Bildern gefangen zu nehmen. Vor allem Kletterer und Alpinisten kennen die historischen Geschehnisse rund um die Erstbesteigung des Mount Everest. „Der Berg“ erzählt die schrecklichen Begebenheiten, die zum Verschwinden der britischen Bergsteiger George Mallory und Andrew Irvine geführt haben. Bei ihrem Versuch Mitte der 1920er Jahre, verschwanden die beiden Männer spurlos! George Mallorys Leiche wurde erst 1999 gefunden, die allerdings keine typischen Absturzverletzungen aufwies, lediglich einen gebrochenen Unterschenkel. Mit diesem historischen Hintergrund erschuf Dan Simmons einen fiktiven Roman, der den Leser in die damalige Zeit und in einen rauen Teil der Bergsteigergeschichte eintauchen lässt … Wer jedoch einen spannenden Abenteuerroman erwartet, wird hier wohl eher enttäuscht sein! Dan Simmons schreibt authentische, detailreiche und vor allem bildgewaltig, konzentriert sich aber vor allem auf seine Charaktere und die beeindruckenden und doch atmosphärischen Natur- und Bergbeschreibungen. Wir lernen den „Alspinstil“ kennen und sind bei den Vorbereitungen der Expedition hautnah dabei. So erhält man einen großen Einblick in die damalige Ausrüstung und die Weiterentwicklung der wichtigsten Gegenstände. Gegen Ende des Buches wird die Geschichte dann doch nochmal sehr temporeich und der Roman entwickelte sich zu einer spannenden Spionagegeschichte mit waghalsigen und beklemmenden Kletterpartien, die mir mehr als einmal den Atem geraubt haben. Ein toller Roman, der mein Kopfkino ordentlich auf Touren gebracht hat!

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❄❄❄❄❄ "Während wir rasch von einer Eisnadel zur nächsten huschten, um Deckung vo reinem unbekannten Feind zu suchen, fragte ich mich allmählich, wann diese Expedition die Grenze vom lediglich Ausgefallenen ins Reich des Fantastischen überschritten hatte." (S. 553) Vor allem Kletterer und Alpinisten kennen die historischen Ereignisse bezüglich so mancher Erstbesteigungen. Hierbei ist das Verschwinden von den britischen Bergsteigern George Mallory und Andrew Irvine auf dem Mount Everest DAS Ereignis schlechthin.Sie wollten die "Mutter des Universums", so die Namensübersetzung aus dem Tibetischen, bezwingen, verschwanden jedoch spurlos. Erst 1999 wurde Mallorys Leiche und ein Eispickel Irvines gefunden. Mallorys Leiche wies keine typischen Absturzverletzungen auf, lediglich ein gebrochener Unterschenkel und Irvines Überreste wurden bis heute nicht gefunden. Dies gibt natürlich bis heute Rätsel auf. Vor allem die Frage, ob die beiden womöglich den Gipfel erreichten und somit als die Ersten den Mount Everest bezwungen haben. Mit diesem historischen Ereignis im Hintergrund erschuf Dan Simmons einen fiktiven Roman, der den Leser in die damalige Zeit, in einen Teil der Geschichte des Bergsteigens und vor allem in die Welt der Berge eintauchen lässt. Dabei haben auch durchaus berühmte Bergsteiger und Pioniere ihren Auftritt, wie z.B. George Ingle Finch und Edward Felix Norton einen Auftritt. Nur wenige Tage nach dem Verschwinden von Mallory und Irvine fand auch ein anderer Brite auf dem Mount Everest den Tod. Lord Bromley schien der Everest-Expedition von Mallory zu folgen und das auf eigene Faust und ohne die entsprechende Ausrüstung. Laut eines Zeugen wurden er und sein unbekannter Begleiter von einer Lawine erfasst und in den Abgrund gerissen. Drei Männer wollen diesen beiden Ereignissen, das Verschwinden von Mallory und Irvine und den angeblichen Tod von Lord Bromley, nachgehen. Der Engländer Davis Deacon - von allen nur "Der Diakon" genannt. 37 Jahre und schon 1922 mit Mallory auf einer Mount Everest-Expedition und somit ein erfahrener Alpinist. Der Franzose Jean-Claude Clairoux - kurz J.C., 25 und bereits erfahrener Bergführer. Und der Amerikaner Jake Perry - 22, erfahrener Felskletterer, der ebenfalls schon einige Bergbesteigungen hinter sich hat und dessen Geschichte wir hier lesen. "Bald nachdem wir vom Schnee auf Fels gelangen, fängt der Gipfel des Everest an golden zu leuchten. Dann erstrahlen auch die Spitzen des Changtse, Makalu, Chomolonzo und anderen hohen Berge in der Nähe, und auch weit im Norden begrüßen die ersten steinernen Riesen den Morgen." (S. 479) Diese drei machen sich zum Ziel den Mount Everest zu besteigen und den mysteriösen Hintergründen nachzugehen. Um dies finanzieren zu können, wenden sie sich an Lady Bromley, die Mutter von Lord Bromley, welche noch immer die Hoffnung hegt, dass ihr Sohn lebt. Schnell wird jedoch klar, dass sie eigentlich die Erstbesteigung des Mount Everest im Sinn haben und somit begeben wir uns mit ihnen auf eine waghalsige Mount Everest-Expedition und besteigen mit ihnen die Mutter der Berge. Doch hier scheinen nicht nur Schnee, Eis und die Berge selbst die Feinde der drei Bergsteiger zu sein...hier lauert noch etwas ganz anderes auf sie. Dies ist mein erster Dan Simmons und ich bin begeistert. Wer jedoch einen spannenden Abenteuerroman erwartet, wird hier wohl eher enttäuscht sein. Simmons konzentriert sich vor allem auf die Charaktere und atmosphärische Natur- und vor allem Bergbeschreibungen. Bis man sich auf der eigentlichen Expedition befindet, gehen schon mal 250 Seiten ins Land. Diese gestalten sich jedoch keineswegs langweilig. Man erhält Kenntnisse in die tragische Matterhorn-Besteigung des Bergsteigers Whymper im Jahre 1865 , bei der drei Männer in den Tod stürzten. Ebenso ist man bei den Vorbereitungen dabei, erhält so Einblick in die Ausrüstung, sowie in die Entwicklung dieser. Dadurch lernt man wiederum so einiges über die Geschichte der Bergsteigerausrüstung und mit welch einfachen und primitiven Mitteln damals geklettert wurde. Hier möchte ich anmerken, dass die Bergsteiger von damals den höchsten Respekt verdienen. Man erfährt aber auch, dass mit dem Tod von Lord Bromley etwas nicht stimmt und dieser Zeuge alles andere als vertrauenswürdig ist. Dadurch blickt man auf die politischen Ereignisse von damals, als der Nationalismus bereits eine gefährliche Wendung annimmt und dessen Ausgang uns nur wohl bekannt ist. Danach erhält man ein Bild von den Darjeeling-Teeplantagen und weiteren Vorbereitungen, bis man sich schließlich auf den Berg begibt. "Während ich mich über die Leiter schiebe, mache ich den Fehler, einen Blick in die blauschwarz schimmernden Tiefen zu werfen. Unter den wackelnden, vereisten Sprossen tut sich ein gähnender Abgrund auf. Die Neigung der Leiter wirkt auf einmal viel steiler. Ich spüre, wie mir das Blut in den Kopf schießt." (S. 391) Der Roman punktet vor allem durch die detailreichen Natur- und Bergbeschreibungen und die Charakterzeichnungen. Obwohl es eher ruhig verläuft, konnte mich dieses Buch von Anfang an fesseln. Gegen Ende wird es dann aber doch sehr temporeich und der Roman entwickelte sich nahezu zu einer spannenden Story a la Indiana Jones. Ich muss jedoch gestehen, dass mir eher waghalsige und beklemmende Kletterpartien den Atem raubten. Ich las so manche Kletterszene mit angehaltenem Atem und durch gespreizte Finger. Kurz gesagt - der Schreib- und Erzählstil von Simmons ist packend und plastisch zugleich. Zusätzlich enthält dieser historische Roman durchaus wunderschöne und nachdenkliche Passagen, welche vor allem Alpinisten und Kletterer nachempfinden können. "Doch heute weiß ich, dass Bergsteigen vor allem unter extremen Bedingungen, die keinen Fehler zulassen - ein sonderbares Pendant zu Zen ist. Das Bewusstsein des Kletterers ist hier bis auf die nächsten Bewegungen, die er erspäht oder erspürt, und die Geschwindigkeit, die er benötigt, um am Fels zu bleiben, beschränkt. Im Geist spielt er die Griffe und Tritte durch, die ihn voranbringen und vor dem Sturz in den Tod bewahren." (S. 677) Fazit: Dieses Buch habe ich auch teils im Gedenken an meinen Großvater gelesen, welcher leidenschaftlicher Alpinist und somit bei jeder sich bietenden Gelegenheit in und auf den Bergen war. Er bestieg, unter anderem, den Mount Blanc und als Bergführer auch das Matterhorn. Diese Liebe zur Natur und zu den Bergen habe ich Großteils ihm zu verdanken, wobei ich mich eher auf das "gemütlichere" Wandern in den tieferen Ebenen beschränke. Dan Simmons schaffte es mich in die Welt der Berge eintauchen zu lassen und diese Welt ist alles andere als ungefährlich. Authentische, detailreiche und vor allem bildhafte Beschreibungen, egal ob Ausrüstung, Bergverhältnisse oder Klettermanöver betreffend - hier passt einfach alles. Für Alpinisten, Kletterer und Liebhaber von Bergen und Natur ein absolutes Muss. © Pink Anemone

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Spannend, mit allen Zutaten eines klasse Abenteuerromans. Zugegeben, auch der Plot ist teilweise abenteuerlich mit dieser wirklich üblen Spionage-Farce, aber dafür gibt es einiges an Kompensation, wie interessante Charaktere, Kulturvergleich, spannende Bergsteigergeschichten, 1000 von Details... Und am Ende geht mächtig die Post ab.

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DieseR ezension fällt jetzt ein wenig anders aus als andere. Sie ist ein offener Brief an Dan Simmons, den realen 1925Dan Simmons, und sie enthält - das vorneweg - einige Spoiler!! Lieber Mr.Simmons, als ich die Möglichkeit bekommen habe, mir ein Buch als Rezensionsexemplar auszusuchen, habe ich das VErlagsprogramm von Heyne durchsucht und bin bei Ihrem Buch sofort hängengeblieben. Denn das Buch, so steht es im Klappentext, spiel am Mount Everest. Sie sollten wissen, dass ich seit meinem 12 Lebensjahr zwei Helden habe, die Edmund Hillary und Tenseng Nrgay heißen. Ich konsumiere Bücher über den Everest wie andere Leute Süßigkeiten, und auch die Namen Irving und Mallory sind mir mehr als vertraut. Deshalb habe ich mich wahnsinnig gefreut, ein Buch lesen zu dürfen, das die missglückte Expedition von Mallory und Irving thematisiert ... Ja, und dann begann das Drama. Zunächst einmal damit, dass mir aus nicht völlig nachvollziehbaren Gründen ein Gegenwartsplot geschenkt wird, in welchem ein Autor namens Dan Simmons die Bekanntschaft eines alten Herren macht, der ihm etwas über eine Südpolexpedition 1927 erzählt und ihm am Ende einige Notizen zukommen lässt, in denen er Dan Simmons erzählt, wie er 1925 gemeinsam mit einem Franzosen und einem Briten zu einer Mount-Everest-Expedition aufbricht. Auslöser ist es, dass man die Leiche des parallel zu Mallory und Irving verschwundenen Reggie Bramley finden will, abr eigentlich haben die drei einfach nur vor, auf den Berg zu klettern und den Gipfel zu erreichen. Ihnen schließt sich Reggies Cousine an (die natürlicheine perfeke Schönheit aus Indien ist). Bis die vier dann mal aufbrechen, vergingen im Buch über die Hälfte der Seiten. Diese Seiten zogen sich stellenweise zäh wie Kaugummi, wenn seitenlang über die Vorteile des ShackletonAnoraks schwadroniert wird, der Erzähler Jacob rumheult, wie amerikanisch er sich findet, der >Franzose Jean-Pierre doofe Witze reißt oder - mein Favorit - sich Diakon Richard Deacon merkwürdig verhält. Das tut er nämlich mit Vorliebe, der lte Haudegen. Ich bin mir unsicher, ob die reichlich dämlichen Versuche, französsichen Akzent zu imitieren, auf den Übersetzer zurückgehen oder auch im Original vorkommen, aber bitte, bitte, bitte - machen Sie das nie wieder!! Als die vier dann endlich mal am Berg ankommen und loslegen, fiel Ihnen vielleicht ein, dass eine reine Beschreibung der Qualen und des Scheitersn am Everest (denn schließlich wurde das Ding anchweislich erst von Hillary und Norgay bezwungen) vielleicht nicht alle Leser fesseln kann. Und deshalb suchten Sie nach einer Handlung. Das ist nachvollziehbar, ein Autor muss von seinem Buch leben können und will, dass es sich gut verkauft. Aber mal ehrlich - haben Sie das Buch unter Sauerstoffmangel geschrieben??? Denn jetzt beginnt die Spionagegeschichte in 8500 Metern Höhe. Es treten auf: Als Yeti verkleidete Nazis, ein nepalesischer Heckenräuber mit dem schönen Namen Jimmy Chang, und ein tapferes Expeditionsteam. Denn der gute Reggie war eigentlich Spion im Dienste - nein, nicht Ihrer Majestät, sondern Winston Churchills (natürlich. Churchill. Das Buch spielt ungefähr in den Dreißiger Jahren, werden Sie gedacht haben, da braucht man Churchill einfach). Und er hat ... Mr. Simmons im Ernst? Kinderponos mit Adolf Hitler? Was genau haben Sie sich gedacht? Mal ganz abgesehen davon, dass die NSDAP und Hitler zum Zeitpunkt des Romans eine so unbedeutende Splitterpartei waren, dass sich kein Schwein für sie interessiert hat ... Die letzten hundert Seiten habe ich effektiv nur noch drauf gewartet, dass der Berg in die Luft fliegt, weil er eigentlich ein Vulkan oder wahlweise ein verstecktes Atomwafffentestlabor der Nazis ist. Stattdessen muss sich die indische Schönheit auf dem Gipfel nackig machen, die Nazis werden angemessen vernichtet und kreischen wie Babys, während die heldenhaften Expeditionisten den Mount Everest nur so rauf und runterkraxeln. Und das, wo Jacob zuvor dreihundert Seiten lamentiert, dass er den geringen Sauerstoff auf 800 Metern kaum aushält - aber zum dramatischen Showdown hustet er mal kurz seinen Kehlkopfknorpel aus und ist fit wie ein Turnschuh! Wenn Sie das Ganze wenigstens in die EigerNordwand gesetzt hätten. Die ist weniger hoch und irhe Erstbesteigung war ebenso spektakulär. Aber dann htte man ja weniger "wilde Sitten aus Nepal" einbringen können. Bitte, Mr. Simmons, schreiben Sie nie wieder so ein Buch. Machen Sie ein bisschen Urlaub, vielleicht sogar in den Bergen. Aber bitte lassen Sie den Mount Everest zufrieden. Die Yetis werden es Ihnen danken.

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