Leserstimmen zu
Das Gedächtnis des Herzens

Jan-Philipp Sendker

Die Burma-Serie (3)

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Ein zwölfjähriger Junge wächst allein bei seinem Onkel auf. Einmal im Jahr kommt sein Vater ihn für wenige Wochen besuchen. Mehr Zeit kann Ko Bo Bo nicht mit seiner Familie verbringen. Warum das so ist, weiß der Junge nicht. Er weiß nur, dass er seinen Vater gerne häufiger sehen würde und, dass er eine große Narbe im Gesicht hat. Warum seine Mutter ihn nie besucht und was mit ihr sein könnte, liest Bo Bo nur zwischen den Zeilen. Obwohl sein Onkel U Ba ihn sehr liebt, sehnt sich der Junge nach seiner Familie, an die er nur vage Erinnerungen hat. Jedes Wort und jede Erzählung über sie, lässt ihn sofort aufhorchen. Und während sowohl der Lesende als auch Bo Bo wissen, dass die Geschichte um seine Familie und seine Narbe keine einfache werden kann, fühlt es sich erleichternd an, als sein Onkel endlich die Geschichte von Bo Bos Mutter und Vater erzählt. Das Gedächtnis des Herzens wird von einer Stimmung getragen, die zugleich fremd, exotisch und doch ebenso vertraut und bewegend ist. Obwohl dieses Buch der dritte Teil einer Serie ist, lässt es sich problemlos eigenständig lesen. Ich habe diesen Roman geschenkt bekommen und hatte Band 1 und 2 der Burma-Serie zuvor nicht gelesen. Trotzdem hatte ich keine Schwierigkeiten, den Roman verstehen und genießen zu können. Natürlich werden Lesende, die Band 1 und 2 gelesen haben, in manchen Szenen sicherlich mehr sehen können als andere Leser, aber ein Muss ist es keinesfalls. Da mir der dritte Band aber so gut gefallen hat, werde ich die ersten beiden bestimmt nachholen. Jan-Philipp Sendker gelingt es, uns in seinem Roman Das Gedächtnis des Herzens bereits nach wenigen Seiten zu Vertrauten des jungen Bo Bos und seiner Welt zu machen. Er ist eine jener Figuren, die man mögen muss, weil sie das Herz am rechten Fleck haben und mit sich und der eigenen Geschichte zu kämpfen hat. Er ist auf der Suche nach einem Ort, an den er hingehören darf und an dem er angenommen wird. Ein Ort, den sein Onkel ihm zwar zu geben versucht, der aber den Wunsch nach Vater und Mutter nie ganz ersetzen kann. Es ist auch diese Suche, die Ko Bo Bos Mutter in der Erzählung des Onkels anzutreiben scheint und Kinder mit Behinderungen in das Kloster führte, in dem Bo Bos Vater einst lebte. Ein Ort und ein Mensch, bei dem sie sich angenommen, geschätzt und sicher fühlen durften, bis die Ereignisse in Burma über ihnen hereinbrachen. Mit Gefühl und doch ohne Kitsch erzählt Sendker die Geschichte eines Jungen, der sich seine Familie wünscht, und zugleich die Geschichte einer Familie, die im Schatten der eigenen Vergangenheit erst zu gedeihen lernen muss.

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„Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor: „Das Gedächtnis des Herzens“ von Jan-Philipp Sendker Das Herzenhören Herzenstimmen Das Gedächtnis des Herzens Myanmar / Burma Der zwölfjährige Ko Bo Bo, genannt Bo Bo wächst seit seinem 5. Lebensjahr bei seinem Onkel U Ba in Kalaw einem kleinen Dorf in den Bergen auf. „Er ist ein Kind mit einer ungewöhnlichen Gabe: Bo Bo kann die Gefühle der Menschen in ihren Augen lesen.“ Zur Schule geht Bo Bo nicht gerne, denn er langweilt sich dort. Sein Onkel bringt ihm Englisch viel besser bei, als seine Lehrerin in der Schule. Außerdem lernt er von ihm das Restaurieren von Büchern und viele andere lebenstauglichen Dinge, die viel interessanter sind. Zudem wird Bo Bo oft von seinen Mitschülern wegen seiner Narbe im Gesicht gehänselt. Einmal im Jahr bekommt Bo Bo Besuch von seinem Vater Thar Thar, der Burmese ist. An seine Mutter Julia, die in Amerika aufgewachsen ist und Halbburmesin ist, erinnert er sich kaum noch. Eines Tages bedrängt Bo Bo seinen Onkel ihm die Geschichte seiner Eltern zu erzählen. „Dann erzählt ihm U Ba von einer großen Liebe, die im Wirbel politischer Ereignisse zu zerbrechen droht, von der Tapferkeit des Herzens und einer geheimnisvollen Krankheit seiner Mutter. Bo Bo beschließt sich auf die Suche nach seinen Eltern zu machen. Er ist überzeugt, dass er seine Mutter heilen kann.“ Fazit: Es ist schon eine Weile her, da bekam ich überraschend Post vom Blessing Verlag und das neue Buch von Jan-Philipp Sendker (sogar signiert) hielt ich in meinen Händen. Ein kleiner grüner Beutel, indem ein rotes buddhistisches Armband (Kabbalah) lag, war ebenfalls noch mit dabei. Ausgewählt wurde ich vermutlich, weil ich 2017 „Das Geheimnis des alten Mönches (Märchen und Fabeln aus Burma)“ dieses Autors rezensiert hatte. Diese Geschichten hatten mir ausgesprochen gut gefallen. Da dieses Buch sozusagen aus heiterem Himmel zu mir kam, mussten jedoch erst einmal einige andere Bücher „abgearbeitet“ werden, bevor ich mich diesem widmen konnte. Aber vielleicht sollte es auch genau jetzt sein, denn die dunkle und besinnliche Jahreszeit, in der wir uns ja gerade befinden, war für diese Geschichte genau richtig. Jan-Philipp Sendker schreibt eine schöne, einfühlsame und sehr bewegende Familiengeschichte, die – wie es im Buchtitel steht – auch mir zu Herzen ging. Wenn ich die ersten beiden Teile der Reihe auch nicht gelesen habe so war es überhaupt kein Problem in die Geschichte hineinzukommen und ihr zu folgen. Der Autor hat eine sehr schöne, klare und intensive Erzählweise. Ihm ist es hervorragend gelungen, detailliere und farbige Bilder von Myanmar vor meinem geistigen Auge entstehen zu lassen. Mit Bo Bo ist von Jan-Philipp Sendker ein sehr liebenswerter und warmherziger Charakter geschafften worden, der einen sogleich ans Herz wächst. Und auch U Ba und Thar Thar empfand ich als hervorragend beschrieben; wunderbare Protagonisten. Zu Julia konnte ich jedoch keine Nähe aufbauen, sie blieb mir auf Distanz. Allerdings wäre dies vielleicht anderes gewesen, wenn ich die ersten beiden Bücher gelesen hätte, oder aber es ist genau so vom Autor gewollt. Ein äußerst berührendes Buch zum Wohlfühlen für die Seele und eventuell ein schönes Weihnachtsgeschenk. Sehr zu empfehlen! Besten Dank an den Blessing Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Ein Buch das mich berührt hat. Der Autor hat eine sehr anpassungsfähige Sprache. Die Gedankenwelt eines zwölfjährigen darzustellen ist eine große Herausforderung. Ich meine, dass der Autor dieses gut hinbekommen hat. Vor allem die sprachlichen Bilder haben die Geschichte von Bo Bo sehr gut beschrieben. Es war auch in dieser Hinsicht sehr gut, dass das Buch in drei Teile aufgeteilt war. Weiter auf meinem Blog

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Wer die letzten Bücher von Jan-Philipp Sendker gelesen hat, weiß, dass Burma und die Magie des Geschichtenerzählens bei ihm eine zentrale Rolle spielen. So ist auch sein jüngster Roman "Das Gedächtnis des Herzens" eine Erzählung in einer Erzählung, die in Burma spielt. Der zwölfjährige Ko Bo Bo, der bei seinem Onkel U Ba in dem Dorf Kalaw lebt, lässt sich von ihm eine Geschichte erzählen, die nicht nur von der Kraft der Liebe handelt, sondern auch ein Familiengeheimnis lüftet. Nicht nur der Junge, auch als Leser brennt man darauf, mehr über seine Mutter Julia zu erfahren – eine Halbburmesin, die dem stressigen Leben als Anwältin in New York entfloh und, ihren familiären Wurzeln folgend, ein Kloster in Hsipaw aufsuchte. Dort lernt sie den Mönch Thar Thar kennen und lieben. Beide kommen in die Lage, sich auf eine völlig andere Welt einzulassen: zunächst Julia im Kloster, wo Thar Thar zahlreiche hilfsbedürftige Kinder in seine Obhut genommen hat; später Thar Thar, der ihr nach New York folgt und einen Kulturschock erlebt. Ihre gegenseitige Liebe scheint stark genug zu sein, um die massiven Unterschiede in ihren Sichtweisen und Gewohnheiten zu überwinden. Was ihrer Liebe vielmehr im Weg steht, sind ihre Ängste. Während Thar Thar in ständiger Angst lebt, er könne Julia verlieren, fürchtet sie sich vor der Unwägbarkeiten im burmesischen Alltag. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive des Jungen und des Onkels erzählt und bringt damit einen interessanten Kontrast hinein zwischen der kindlichen Neugier und dem Unverständnis gegenüber dem Verhalten der Erwachsenen einerseits und den Weisheiten des Onkels andererseits. Jan-Philipp Sendker beschäftigt sich vor allem mit der Frage, inwieweit die Liebe zwischen zwei Menschen Grenzen überwinden kann und gibt gleichzeitig einen interessanten Einblick in die burmesische Kultur und politischen Konflikte.

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Ganz überraschend hat mich dieses hübsche Buch erreicht. Von dem Autor hatte ich zuvor schon einmal ein Buch gelesen, dass mir sehr gut gefallen hat, da habe ich mir das hier natürlich auch angesehen. Es geht darin um den Jungen Ko Bo Bo, der mit seinem Onkel in einem Dorf in Burma lebt. Sein Vater besucht ihn nur selten und an seine Mutter kann er sich kaum erinnern. Doch er hat die Gabe die Gefühle eines Menschen in seinen Augen zu erkennen. Bo Bo sehnt sich nach seiner Mutter und eines Tages lüftet sein Onkel ein Geheimnis und erzählt auch von der mysteriösen Krankheit seiner Mutter. Entschlossen diese zu heilen macht sich Bo Bo auf die Suche nach ihr. 🌸Der Junge war mir einfach sofort sympathisch und ich habe richtig mit ihm mitgefühlt und mitgefiebert. Als er sich dann auf die Suche nach seiner Mutter begeben hat, musste ich das Buch einfach sofort zu Ende lesen, um zu erfahren, wie es ausgeht. Die Geschichte hat mir einfach sehr gut gefallen.😍 🌸Der Autor erzählt die Geschichte auf wundervolle Weise, so einfühlsam und gefühlvoll. Dabei ist auch der Schreibstil sehr angenehm und flüssig zu lesen. . 🌸Eine sehr schöne Geschichte, die mich richtig mitgerissen hat.

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"Das Gedächtnis des Herzens" hat mich zunächst nachdenklich gestimmt, da ich nicht verstanden habe, warum Bo Bo nicht bei seinen Eltern leben kann und durch seinen Onkel erzogen wird. Dieses Geheimnis wird etwa zur Mitte des Buches aufgelöst und wirkt nachvollziehbar, wobei Bo Bo's Flucht nach vorne, einen großen Beitrag erzielt, sein Leben dahingehend zu verbessern, sich seinen Eltern anzunähern. Es findet in allen Bereichen Verzeihen und Neuanfänge statt, die zunächst nicht zu erkennen waren. "Die Liebe, die keinen Namen braucht und keine Grenzen kennt. Die Liebe, die uns größer und schöner macht, weil sie uns zuerst an andere denken lässt und nicht an uns selbst, die einen Menschen über sich hinaus wachsen lässt und kein Ende kennt. Sie ist das Licht im Herzen der Finsternis. Zitat Seite 245" Dieses und vieles mehr an Lebensweisheiten hält diese Erzählung für mich bereit und es sind oftmals Botschaften, die sich direkt in mein Herz begeben. Ich war von Anfang an fasziniert von "Das Gedächtnis des Herzens", da Bo Bo's Leben sich von dem anderer Kinder seines Alters unterscheiden. Sein Vater verbringt einige Zeit im Jahr gemeinsam mit seinem Sohn und verschwindet dann wieder, um ihn in der Obhut seines Onkels zu lassen. Für mich als Mutter absolut unvorstellbar. Die Sehnsucht nach meinem Kind würde mich schier auffressen. "Das Gedächtnis des Herzens" ist der dritte Band einer Reihe, die in Burma spielt. Als Schauplatz der Story absolut gelungen und da das Buch in sich abgeschlossen ist, auch als Einzelband zu lesen. Ich, die ich die vorherigen Bücher nicht kenne, fiel der Einstieg leicht. Die Liebe ist ein ganz großer Bestandteil der Story, denn in Rückblenden wird aufgezeigt, wie sich Thar Thar und Julia ineinander verlieben. Amerika ist für Thar Thar keine Option, da er als Burmese die Gepflogenheiten nicht kennt und sich unsicher fühlt, daher tritt er die Flucht an und überlässt Julia ihrem Schicksal. Bo Bo kommt zur Welt und die ersten Lebensjahre verbringt er gemeinsam mit seinen Eltern, bis dann ein Schicksalsschlag große Schuldgefühle mit sich bringt und die Familie zunächst zerbricht. Mich hat "Das Gedächtnis des Herzens" sehr angesprochen und daher möchte ich definitiv eine Leseempfehlung aussprechen, an eine Story, die nachdenklich stimmt und dennoch ganz viel Liebe und Wertschätzung bereithält. Für Bo Bo scheint es letztendlich ein Happy End zu geben und die Narben, die sich hier offenbaren, können anfangen zu heilen.

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