Leserstimmen zu
Der tödliche Tanz des Monsieur Bernard

Marie Pellissier

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Der Klappentext fasst die Handlung sehr gut zusammen, ohne vorab schon zu viel preiszugeben. Wie schon im Vorgängerband scheint es, als ob unsere gute Lucie der Polizei immer eine Nasenlänge voraus zu sein scheint wobei man auch sagen muss, dass sie nicht gerade die hellste Birne im Kronleuchter als Ermittler einsetzen. Commissaire Legrand, vielen vielleicht schon aus Band eins bekannt, hat sich nämlich unsterblich in einer der ehemaligen Tänzerinnen an der Oper verliebt und ist deshalb nicht immer ganz bei der Sache und ganz schön voreingenommen. Während die Beschreibungen der Oper und der ganzen Atmosphäre rund um das Pariser Ballet einfach nur zauberhaft sind, gehen die Ermittlungen selbst etwas schleppend, ja an manchen Stellen schon fast zäh voran. Am Rande wird natürlich auch das Privatleben von Lucie etwas gestreift, indem wir ihren Mann, ihren Sohn und dessen Frau wiedertreffen, doch auch das bleibt leider etwas blass im Hintergrund. Während ich Teil eins dieser Reihe vor vier Jahren noch mit vier von fünf Sternen bewertet hatte, bleibt meine Bewertung diesmal im mittleren Segment mit nur noch drei Sternen. Einen weiteren Teil braucht die Autorin meinetwegen nicht mehr schreiben.

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Inhalt Gerade als die rüstige Hausmeisterin Lucie zum putzen in der Pariser Oper aushilft, stürzt der Balletdirektor Guillaume Bernard die Treppe herunter und stirbt. Wie es der Zufall will, ist Monsieur Bernard Bewohner in Lucies behütetem Haus. Zunächst behauptet Lucie dem ermittelndem Polizisten Legrande gegenüber, es handle sich bestimmt um Mord, nur um den Verdacht von der Putzkolonne ohne Nässewarnschilder zulenken, doch nach und nach erweist sich diese Theorie als immer wahrscheinlicher. Lucie begibt sich in die innersten Kreise der Oper um zu ermitteln. Meine Meinung Auf diesen Paris-Krimi wurde ich im Zuge einer Infomail des Dianaverlags aufmerksam. Das erste Buch über die Hausmeisterin Lucie kannte ich zu dem Zeitpunkt nicht, die schöne Gestaltung und die Stadt Paris als Schauplatz konnten mich aber sofort für sich einnehmen. Da Krimis sowieso wunderbar in die kalte Jahreszeit passen, habe ich nicht lange gezögert und das freundliche Angebot angenommen, mir ein Exemplar zusenden zulassen. Vielen Dank an dieser Stelle an Frau Winkel vom Diana Verlag! Mit dem Buch nahm ich dann auch gleich an der netten Lovelybooks-Leserunde teil. Das Buch spielt zwar nach Marie Pellissiers erstem Werk "Die tödliche Tugend der Madame Blandel" und auch die Hauptcharakterin Lucie ist dieselbe, dennoch kann man die Bücher auch in umgekehrter Reihenfolge lesen. "Der tödliche Tanz des Monsieur Bernard" spoilert nichts Wichtiges aus dem Vorgängerbuch, es werden nur kleine teasernde Details verraten. Die Hauptfigur Lucie ist Hausmeisterin einer besseren Adresse in Paris und kümmert sich aufopferungsvoll um die Ordnung des Hauses und seine Bewohner. Sie erwartet von den meisten Menschen nur das Beste. Ihr Beschützerinstinkt ist sehr ausgeprägt und so lügt sie auch mal um andere zu schützen, obwohl sie gleichzeitig sehr gottesfürchtig ist. Als neugierige Person, verwickelt sie sich selbst immer mehr in fremde Geschehnisse und findet sich so schnell wieder dabei, den Todesfall des Monsieur Bernard aufzuklären. Lucies Gegenspieler ist der Kommissar Legrande, der alles andere als ein guter Polizist ist. Er stellt das genaue Gegenteil von ihr dar. Er hat keine Lust zu ermitteln und interessiert sich nur für sich selbst und die Frauen an der Oper. Dazu kommt noch eine schlechte Einstellung zu Frauen. Allerdings kommt es für Legrande zu einer Begegnung, die eine innere Entwicklung in Gang setzt. Insgesamt sind Lucie und Legrande unterschiedlich wie schwarz und weiß. Sie stellt die sympathische, warmherzige und fleißige Heldin dar, er ist der selbstbezogene Macho. Auch wenn die Geschichte so an interessanten Spannungen gewinnt, waren mir beide daher etwas überspitzt dargestellt. Die Gespräche, die sich zwischen beiden ergeben, sind dafür meist sehr unterhaltsam geworde. Dagegen haben mir die Nebencharaktere besser gefallen, weil sie vielschichtiger und nicht so leicht durchschaubar waren. Da ist zum einen Antonio, Lucies Mann, der es allen recht machen will, seine eigenen Wünsche und Gemütlichkeit aber auch nicht vernachlässigen will. Oder die ehemalige Tänzerin Amandine, die vor einigen Jahren unter mysteriösen Umständen aus Paris abreiste. Insgesamt hat die Geschichte einige interessante Charaktere zu bieten, auch wenn das Aufklärerteam mir zu überspitzt dargestellt war. Die Geschichte braucht am Anfang etwas an Zeit um spannender zu werden. Nach und nach wird der Kreis der verdächtigen Personen eingegrenzt und es werden interne Verwicklungen und Intrigen zwischen den Opernangestellten offen gelegt. Das Rätselraten begleitet uns durch das Buch und die Autorin schafft es gekonnt falsche Finten zu legen und den Leser auf die falsche Fährte zu lenken. Letztendlich hat mich die Auflösung überrascht, obwohl einige Zusammenhänge schon zuvor klar waren. Spannung kam erst gegen Ende des Buches so richtig auf. Vor allem aber war die Geschichte unterhaltsam. Lucies aufgeweckte Persönlichkeit bringt sie immer wieder in ammüsante Situationen und es macht auch Spaß Legrande dabei zu beobachten, wie er sich unbeholfen in immer mehr Probleme mannövriert. Interessant fand ich auch die Ausführungen dieses Buchs über das Leben an der Oper, an den Zusammenhalt gegenüber allen Außenstehenden und die mangelnde Freizeit. Die harte Konkurrenz und die Schwierigkeit Beziehungen zu Außenstehenden zu unterhalten werden sehr eindrucksvoll geschildert. Der französische Einschlag der Geschichte hat dem ganzen eine besondere Note verliehen. Wir begleiten Lucie nicht nur durch die schöne Stadt Paris, Marie Pellisier verwendet auch viele französische Wörter. Lucie ist zum Beispiel nicht Hausmeisterin, sondern gardienne der Nummer 3 am Place des Vosges. Dieses Buch ist ein unterhaltsamer Krimi, der zwar nicht durchgängig spannend ist, aber einen guten Unterhaltungswert hat. Es macht Spaß die gutmütige Lucie bei ihren Ermittlungen zu begleiten.

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