Leserstimmen zu
Wo war ich noch mal?

John Cleese

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John Cleese

Von: Rocket Queen

30.03.2018

John Marwood Cleese ist jedem bekannt. Sein Humor erobert die Welt - Ruhm erlangte er als Mitglied von Monty Phyton und jedem ist die Serie Falty Towers ein Begriff. Im Deutschen wurde seine Stimme von Thomas Danneberg gesprochen. John Cleese lebt und arbeitet in Kalifornien, die Ulk-Nudel und hat erst 2012 die 31 Jahre jüngere Jennifer Wade geehelicht. In 2015 hat Herr Cleese seine Biografie bei Markus Lanz in der Talkshow vorgestellt. Uns liegt heute die deutsche Ausgabe vor. Was gibt es hier zu berichten? Mit Witz und Charme schildert er sein Leben, sein Schaffen. Seien Sie gespannt.

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Das Leben des John

Von: Bri

20.12.2015

Vorab: Ich bin bekennender Monty Python Fan. Vom Flying Circus über Das Leben des Brian zu den Rittern der Kokosnuss: Auch wenn ich sie alle schon gefühlte tausend Mal gesehen habe, kann ich mich immer wieder aufs Neue und wie beim ersten Mal über den scharf beobachtenden, die Absurditäten des Alltags ins Unermessliche überspitzten, total schrägen Humor der Pythons amüsieren. Was heißt amüsieren? Kaputt lachen! Vor allem John Cleese fand ich mit seiner sehr natürlich wirkenden Korrektheit und dem meist etwas steif daherkommenden Verhalten, das durch seine geniale Mimik und die schrägen Handlungen noch dazu karikiert wurde, umwerfend komisch. Wie schön, dass ein Mensch, der wahrscheinlich eher britisch-traditionell aufgewachsen war, so verrückt sein konnte. Immerhin war er während des Zweiten Weltkriegs aufgewachsen und in etwa die Generation, die ich mit solchen Verrücktheiten, wie zum Beispiel dem Ministry of Silly Walks niemals in Verbindung bringen würde. Dank der heutigen Technik ist es möglich, solche Glanzleistungen der Komik immer und immer wieder zu genießen, und das zu jeder Zeit. Die Hoffnung auf etwas Neues der nun doch schon betagteren Herren hatte ich jedoch aufgegeben. John Cleese hatte sich, wie auch die anderen Pythons, beruflich zu anderen Ufern aufgemacht und durchaus Interessantes dabei hervorgebracht. So setzt er sich zum Beispiel so nachhaltig für den Schutz von verschiedenen Lemuren Arten ein, dass sogar eine nach ihm benannt wurde. Im Mai 2014 allerdings gab es eine kleine Sensation: Die Pythons wollten sich noch einmal auf die große Bühne der O² Arena in London wagen. Ein, höchstens zwei Abende sollten es sein. Als die Karten für den ersten Abend aber bereits nach sagenhaften 45 Sekunden – ganz recht, Sekunden! - ausverkauft waren, wurde klar, es mussten 10 Abende sein. Als Krönung sollte die letzte One down, five to go - Live (mostly) Show in vielen Kinosälen überall auf dem Planeten mitzuerleben sein. Auch in Berlin! Die Euphorie der Fans kannte kein Ende und überrollte die Pythons mit ungeahnter Wucht. Jahre, nachdem die Presse sie bereits ad acta und verstaubt zur Seite geschrieben hatte, waren sie wieder da. Live! Und wie! Und ich war dabei. Was wäre ein besserer Zeitpunkt für eine Autobiografie, als dieser? John Cleese hat das mal wieder messerscharf erkannt und gehandelt. Wo war ich noch mal? muss mit seinen 480 Seiten natürlich schon vorbereitet gewesen sein, denn so schnell kann auch Mr. Silly Walk kein solches Werk aus dem Hut zaubern – oder vielleicht doch? Gewohnt eloquent und erheiternd führt Cleese sich zunächst selbst ein. Das Leben mit einer eher fremden Mutter und einem hoch geschätzten und geliebten Vater in England während des Zweiten Weltkrieges schildert er detailreich, authentisch und lebendig. Seine Gedanken zu den damaligen Ereignissen und die Erinnerungen daran lässt er mäandernd aber nicht chaotisch einfließen. Äußerst unterhaltsam erlesen wir uns das Leben eines der genialsten Unterhalter unserer Zeit. Und nebenbei lässt Cleese den Leser ganz nah an sich heran. Eher zurückhaltend und schüchtern ist er. Auffällig durch seine körperliche Größe, die sich schon bald zeigt und die damit wohl für die anderen Jungs so gar nicht zu vereinbarenden Zurückhaltung was zum Beispiel Schulhofkämpfe angeht, versucht er diesen aus dem Weg zu gehen - also sowohl den anderen Jungs als auch den Kämpfen - was auch beinahe immer klappt. Wenn es denn sein muss, kann er sich aber auch den nötigen Respekt verschaffen und wird fortan in Ruhe gelassen. Er hat quasi „das Feuchte hinter den Ohren verloren“. Ein kluger Junge, der seine Warmherzigkeit vom Vater ererbt oder erlernt wissen will. Einem Mann, dessen Lieblingsbuch Jerome K. Jeromes Drei Männer im Boot ist. Wenn das nicht schon wegweisend zu nennen ist … Während des Jurastudiums in Cambridge lernt er zunächst Graham Chapman kennen und später auch Terry Jones, Eric Idle, Terry Gilliam und Michael Palin. Die Truppe des Flying Circus ist nunmehr komplett und kommt bei den Zuschauern ungemein gut an. Das ist etwas, womit niemand so richtig gerechnet hatte. Nun heißt es am Ball bleiben. Die Truppe funktioniert basisdemokratisch, was sich noch als etwas problematisch erweisen wird. Geschwätzig könnte man sie nennen, die Autobiografie, aber im positivsten Sinn des Wortes, zeigt sie uns doch einen liebenswerten, meist an der Qualität seiner Arbeit zunächst zweifelnden, hochintelligenten Menschen, der viele angenehme Charakterzüge vereint. Wichtig ist ihm aber auch, seine Vorstellung von Arbeit und Komik genügend umgesetzt zu wissen. Wenn das nicht mehr gegeben ist, dann geht er andere Wege. So verlässt er schließlich den Flying Circus, arbeitet aber an anderen Python-Produktionen weiterhin mit. Auch sein Privatleben lässt Cleese nicht aus. Doch schildert er es immer aus einem distanziert – ironischen und gerade deshalb so sympathischen Blickwinkel. Auch die unangenehmen Seiten des Lebens verschweigt er nicht und hier zeigt sich ganz deutlich, dass er im Grunde genommen ein sehr ernsthafter Mensch ist. 480 Seiten lang pure Unterhaltung, kein bisschen Langeweile, wunderbare Einblicke in das Seelenleben eines genialen Künstlers und verehrungswürdigen Menschen – das ist es, was Wo war ich noch mal? zu einem unbedingten Must-Have für jeden Monty Python / John Cleese Fan macht. Aber auch wenn man das nicht ist, sollte man dieses Buch lesen. Alleine die Fotos und deren umwerfende Unterschriften sind es wert. Und die Tatsache, dass man auch älter geworden genauso verrückt sein kann, wie ehedem, was für mich eine wunderbare Entdeckung war. Dieses Buch bekommt einen Ehrenplatz in meinem Regal, damit ich es immer mal wieder in die Hand nehmen und darin blättern kann. Und nicht vergessen: Always look on the bright side of life ...

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Über den Autor: John Marwood Cleese, geboren 1939 in Weston-super-Mare, England, schloss sein Jura-Studium am Downing College in Cambridge mit Promotion ab, bevor er mit seinem Talent als Texter Karriere machte. Als Drehbuchautor und Schauspieler war er für namhafte Preise nominiert - vom Emmy- über den Edgar-Allen-Poe-Award bis zum Oscar. Mit Drehbüchern und Hauptrollen reüssierte er auch in Hollywood, seine Gastauftritte bereicherten so diverse Filmserien wie James Bond, Harry Potter und Shrek. Heute lebt John Cleese in London. Zum Inhalt: (Klapptext) "And now for something completely different!“ Als im September 1969 die erste Folge von Monty Python’s Flying Circus gedreht wurde, war John Cleese knapp dreißig Jahre alt. Bis zu diesem Moment hatte das Leben bereits schwerwiegende Fragen aufgeworfen. Hatten die Deutschen kurz nach seiner Geburt sein unbedeutendes englisches Heimatdorf tatsächlich nur bombardiert, um zu beweisen, dass sie doch Sinn für Humor besaßen? Würde er sich je wieder von dem Trauma erholen, als Kleinkind von einem Kaninchen gebissen worden zu sein? Warum hatte man ihn für seinen ersten ernsthaften Bühnenauftritt als Luzifer ausgerechnet in Strumpfhosen gesteckt? In seiner Autobiografie zeichnet Weltstar John Cleese ein Porträt des Künstlers als junger Mann bis zur Gründung von Monty Python, um diesen und vielen anderen Fragen auf den Grund zu gehen. "Wo war ich noch mal?" erzählt den Lebensweg eines schüchternen englischen Schlaks zum gefeierten Komödianten, der den Humor ganzer Generationen prägen sollte. Meine Meinung: Auf diese Biographie habe ich regelrecht gewartet. Ich finden John Cleese schon seit Jahrzehnten großartig und endlich erzählt er uns etwas über sein aufregendes Leben. Wir kennen ihn wohl am besten durch die englische Comedytruppe Monty Python oder aus so genialen Filmen wie Das Leben des Brian. Ich kann mir seine Filme 100 Mal angucken und kringel mich doch immer wieder jedes Mal von neuem vor Lachen. Geboren als Sohn eines liebenvollen Vaters und einer etwas schwierigen Mutter, hat er sich die Sonne im Herzen doch immer bewahrt. Er erzählt von seiner Kindheit und Schulzeit bis hin zu seinen ersten Versuchen als Komödiant. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass John Cleese den britischen Humor mehr als geprägt hat. Sein Leben ist hochinteressant und wie es zu dieser wahnsinns Karriere gekommen ist, ist superspannend zu lesen. Er gibt viele Tipps für junge Komädianten und er hatte im Laufe seiner Karriere unglaubich tolle Wegbegeleiter. Nicht nur auf der Bühne, nein, auch hier als Buchautor versteht er es großartig mit Worten zu jonglieren und dem begeisterten Leser immer wieder mit seiner Komik ein Lachen ins Gesicht zu zauben. Vom einstigen schüchternen englischen Schalk hin zum großartigen Comedian. Einzig über sein heutiges Privatleben hält er sich mehr als bedeckt, er erzählt ein bißchen was über seine erste Frau Connie Booth (die auch in Fawlty Tower mitgespilet hat) und erwähnt kurz seine zwei Töchter. Was ich schade finde, aber auch nachvollziehen kann, da es in diesem Buch ja um seine einzigartige Karriere gehen soll. Beim Lesen merkt man, dass er ein sehr cleverer, humorvoller und bodenständiger Mann ist, der das Leben nicht so ernst nimmt und einen großen Spaß daran hat, die Leute zum Lachen zu bringen. John Cleese gehört zu der Gruppe Menschen, denen ihre Karriere einfach "passiert" ist. Zielgerichtete Karriereplanung?? Hah, keine Spur. Direkt nach seinem Jura Abschluß an der Universität Cambridge, ließ er auch schon die juristische Laufbahn hinter sich um sein Leben der Comedy zu widmen. Es war so spannend zu lesen wie es zum Zusammenschluß von Monty Python kam und ich ärgere mich heute noch, dass ich nicht schnell genug war, Tickets für die Reunion Tour 2014 in London zu ergattern, die innerhalb von 45 Sekunden!!! ausverkauft war. Diese Truppe einmal Live zu sehen, käme einem Traum gleich. Cover: Geniales Cover, das abesolut perfekt zu dieser unglaublichen Biographie passt. Fazit: Selten hat mich eine Biographie so in ihren Bann gezogen wie diese.Ich ziehe meinen Hut vor der Genialität und Herzenswärme dieses Mannes und beneide jeden, der bisher das Glück hatte, ihm einmal begegnen zu dürfen.

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John Cleese ist in Deutschland vor allem als Teil der Monthy Python Gruppe bekannt. Doch auch die Jüngeren unter uns kennen ihn, und zwar durch seine Rolle als der kopflose Nick, aus den Harry Potter Filmen. In dieser Autobiografie erzählt er von seinen Anfängen im Leben, bis zu seinem Start in der Komikergruppe Monthy Python 1969. Sein Name steht für den typisch britischen Humor, von dem auch in diesem Buch eine Menge zu spüren ist. Doch auch einen kritischen Blick hinter die Kulissen gewährt John Cleese hier in seiner Autobiografie. Offen und ehrlich erzählt er auch von den Schattenseiten seines Lebens. Und dennoch gibt es auf fast jeder Seite eine Kostprobe seines Talents. Seine Art seine Geschichte aufzuschreiben zeigt ihn genau so, wie man ihn auch aus Film und Fernsehn kennt. Biografien sind ja gelegentlich eine trockene Angelegenheit, doch in "Wo war ich nochmal" erzählt der Weltstar auf witzige und unterhaltsame Art und Weise. Die fast 500 Seiten habe ich wie im Fluge ruckzuck durchgelesen. Aufgepeppt wird das Ganze mit einigen Schwarz/Weiß Aufnahmen von ihm, beginnend mit einem Foto, auf dem er gerade mal ein Jahr alt war. Von diesen Fotos hätte ich mir gerne noch mehr gewünscht. Ob man nun Fan ist oder nicht, es ist auf jedem Fall interessant so viel aus erster Hand dieses Comedys-Helden zu lesen!

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„In anderen Bereichen verlor ich allmählich meine Reserviertheit – oder, im St.- Peter´s-Jargon, etwas Feuchte hinter den Ohren“. Was umgehend zu einer „echten“ Rauferei führt, was umgehend zu einem „klassischen Cleeseschem Nachdenken“ führte und damit umgehend zu einer Vertauschung der Rollen (hatte Cleese zunächst die Oberhand, fand er sich nach einem komplizierten Gedankengang nun untern „im Dreck“ wieder“. Zum Glück (und auch wenn es seine Zeit benötigte), bis auf sein privates Desaster bei seiner letzten Scheidung (nicht menschlich, eher finanziell), hat sich John Clesee weiterhin nicht mehr gerauft, sondern seine sehr britische Trockenheit, seinen sehr andersartigen Humor und seine Schaffenskraft in den Dienst der kreativen Kunst gestellt. Mit den bekannten Folgen (die vor „Monthy Pythons Flying Circus“ bereits erste Spuren gezeigt hatten und die nach Monthy Python noch lange nicht auserzählt sind). „Mein erster Kampf war auch mein Letzter geblieben“. Auch wenn Zeitungen anderes über den ein oder anderen Disput mit Terry Gilliam zu berichten wussten, „ich erinnere mich definitiv nicht an einen Kampf mit Terry Gilliam“. Zumindest nicht auf körperlicher Ebene, sollte man hinzufügen. Denn kreativ war John Clesse immer einer, der seine Ideen verteidigt hat, der sich durchaus auch an Kollegen rieb, der, letzten Endes, Monthy Python verließ, als er sah, dass seine persönliche Richtung, sein Geschmack, sein Potential in dieser basisdemokratischen Künstlergruppe nicht (mehr) genügend Entfaltung fand. Im Plauderton, bei dem der britische Akzent fast „herauszuhören“ ist, flüssig und teilweise zum Wegwerfen komisch, erzählt Cleese teils aber auch sehr lakonisch seine Lebensgeschichte, entführt den Leser dabei in die Zeit der Entwicklung neuer Kunstformen Mitte der 60er bis Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, gibt Einblick in die charakterliche „Ausgewogenheit“ der ganz andersartigen Komik von Monthy Python, lässt den Ernst des Lebens (den Alkoholismus Graham Chapmanns z.B.) dabei nicht aus, erzählt von seiner weiteren schauspielerischen und künstlerischen Entwicklung und gibt ebenso Einblick in sein privates Leben (mit entsprechend ironischer Distanz im Übrigen). Wobei Cleese immer den scharfen Blick (gemildert durch seine blumige Ausdrucksweise) auf das behält, was an Veränderungen in der Welt (nicht nur des Humors) stattfindet. „In alten Zeiten haben Menschen um ein Foto von Dir gebeten. Heute geht es immer, immer um ein Foto mit Dir. Damit die Leute sagen können: „Schau mal, hier bin ich mit…..“. Bedenklich findet Cleese diese Änderung der Mentalität in der Gesellschaft, dem eigenen Leben mehr Bedeutung verleihen zu können, wenn sie „den Anzug von……“ berührt haben. Einer, der von sich sagt, dass ihn kein gewaltiger Ehrgeiz je angetrieben hätte noch antreiben würde, der einfach eines Tages feststellt, dass sein Leben „außerordentlich geschäftig“ geworden ist. Einer, der Kontrolle über seine Kunst immer angestrebt hat, aber Verantwortung für Abläufe ungern umfassend übernahm. Clesse schreibt hoch sympathisch, gibt dem Leser nie das Gefühl, dass er sich selbst zu ernst nehmen würde, hinterlässt aber auch nicht den Eindruck, mit seinen Memoiren zum 75. Geburtstag nur das eigene Image bedienen zu wollen. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre von und über einen kreativen Freigeist.

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