Leserstimmen zu
Tag Vier

Sarah Lotz

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Mir gefällt das Cover sehr gut, es passt perfekt zum Buch und drückt durch die dunkle Farbe die düstere Stimmung, die irgendwann an Bord des Schiffes herrscht, gut aus. Einen richtigen Hauptcharakter gibt es in der Geschichte eigentlich nicht. Ein großer Teil dreht sich um die exzentrische Celine, eine alte Frau, die als Medium ihr Geld verdient. Mit ihr auf dem Schiff ist unter anderem ihre Assistentin Maddie, die Celine treu ergeben zur Seite steht, da sie ihren Job nicht verlieren möchte. Mit auf dem Schiff ist ein Blogger, der Celine zur Rede stellen möchte, denn seiner Meinung nach ist sie eine Betrügerin. Neben dem Blogger, Celine und Maddie lernt man noch viele andere Charaktere kennen. Vom Bordpersonal bis hin zum Mörder und zwei älteren Damen, die sich zusammen auf dem Schiff an Sylvester das Leben nehmen wollen, wird in verschiedenen Kapiteln über verschiedene Schicksale erzählt. Als dann der Strom ausfällt machen einige Passagiere und Besatzungsmitglieder seltsame Erfahrungen, aber niemand möchte an etwas Übersinnliches glauben, sie reden sich ein, dass es dafür eine rationale Erklärung geben muss. Mir hat die Geschichte ganz gut gefallen, aber manche Handlungsstränge fand ich etwas zu sehr in die Länge gezogen. Interessant fand ich, dass es nicht nur einen Hauptcharakter gab, auch wenn der Fokus letztendlich auf Celine und ihrer Assistentin Maddie lag, so hat man doch sehr viele andere Charaktere und Schicksale kennengelernt, was das Ganze sehr abwechslungsreich machte. Den Schreibstil von Sarah Lotz mochte ich schon in dem letzten Buch, das ich von ihr gelesen habe sehr (Angstrausch). Sie schreibt einfach und leicht verständlich. Manche Kapitel enden mit Cliffhangern, was ich immer ganz gut finde, denn es baut Spannung auf und man möchte unbedingt weiterlesen. Leider war es aber nicht immer so. Das Buch war weniger spannend, dafür aber oft gruselig und unheimlich. Fazit Eine schöne Schauergeschichte für zwischendurch. Umgehauen hat mich dieser Thriller nicht, aber ich fand ihn trotzdem gut und abwechslungsreich geschrieben, da er aus verschiedenen Blickwinkeln her erzählt war. Auch den Schluss fand ich sehr gut und etwas überraschend. Schön beschrieben wird hier, wie die Menschen sich verändern, wenn ihnen die Grundbedürfnisse erschwert werden und die Nahrung knapp wird. Sie sind gefangen wie Tiere auf diesem Schiff und bis auf einige Ausnahmen benehmen sie sich auch wie Tiere. Wer gerne Thriller liest, die dazu noch ein bisschen durch Geistergeschichten angereichert sind, hat an diesem Buch sicher viel Freude.

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Meinung: Nachdem mich "Die Drei" von Sarah Lotz mit seiner Andersartigkeit und seinem originellen Schreibstil begeistern konnte, wollte ich unbedingt auch das neue Buch der Autorin lesen. Zuerst musste ich jedoch etwas enttäuscht feststellen, dass es sich hierbei gar nicht so wie es vermarktet wurde um eine Reihe in dem Sinne handelt, wie ich gedacht hatte. Der Einzigste Querverweis zum Vorgänger war eigentlich nur die nebenbei erwähnte Anspielung auf Lori und ihren Sohn Bobby und die Flugzeugabstürze am "Schwarzen Donnerstag" ohne dass diese jedoch noch eine größere Rolle gespielt hätten. Die Handlung setzt gleich am schicksalhaften Tag 4 der Kreuzfahrt und mit dem Stehenbleiben des Schiffes ein, so dass es eigentlich ohne großes Vorgeplänkel losgeht. Trotzdem passiert am Anfang relativ wenig und die Autorin konzentriert sich erstmal auf die Einführung der vielen Charaktere. Die Vielseitigkeit dieser fand sehr interessant. Diese reichen von einer weltberühmten Seherin und ihrer Assistentin, einem Blogger, der diese Seherin als Scharlatanin entlarven will, über zwei Rentnerinnen, die sich auf dem Schiff verabredet haben, um Selbstmord zu begehen bis hin zu diversen Mitgliedern der Crew. Darunter ein Zimmermädchen, Security Mitarbeiter und der medikamentenabhängigen Schiffsarzt. Die Charaktere wurden alle sehr gut mit ihren eigenen Geheimnissen und Problemen ausgearbeitet und die Kapitel werden abwechselnd aus der Perspektive all dieser Charaktere erzählt. Durch diese vielen Erzählperspektiven bekam das Buch mehr Dynamik und war flott zu lesen. Leider liefen die Erzählstränge aber auch bis zum Schluss sehr nebeneinander her ohne sich irgendwann wie erwartet zu verknüpfen. Das Setting eines Kreuzfahrtschiffes hat gleich mir von Anfang an sehr gut gefallen und ist natürlich aufgrund des abgeschlossenen Raumes, aus dem es kein Entrinnen gibt bestens geeignet für einen Thriller. Leider wollte sich bei mir im Vergleich zum Vorgänger trotzdem keine rechte Spannung einstellen. Die erste Hälfte plätschert so vor sich hin und man beobachtet die Passagiere ebenfalls beim herum vegetieren und warten auf eine Weiterfahrt. Später ist es ist ganz interessant zu sehen, wie die Stimmung an Bord langsam kippt und die düstere beklemmende Atmosphäre ist gut eingefangen. Aber die grusligen unerklärlichen Phänomene sind doch eher rar gesät. Meiner Meinung nach wurde auch viel von der Spannung dadurch zerstört, dass zum Beispiel der Mörder an Bord, der auf dem Klappentext erwähnt wird, von vornherein klar ist. Genauso wie sein Opfer und diese Storyline deswegen doch sehr belanglos ausfällt. Dass das Ende bei Sarah Lotz verwirrend sein kann und viel der Fantasie des Lesers überlassen wird, wusste ich schon seit "Die Drei". Doch ich muss sagen beim Vorgänger hat es mich noch zum Nachdenken angeregt und war auf seine Weise interessant. Hier fand ich es wirklich nur seltsam, verwirrend und sehr unbefriedigend, da im Vergleich zum Vorgänger einfach zu viele Fragen offen bleiben um die Geschichte zu verstehen und weiter spinnen zu können. Bei diesem Buch hatte ich wirklich einfach nur das Gefühl, die Autorin hat den einfachsten Weg gewählt, weil sie selber nicht mehr wusste, wie sie diese ganzen losen Fäden zu einem runden Ende bringen soll. Fazit: Bei "Tag Vier" handelt es sich um einen Mysterythriller, der aber für mich leider weder von der Spannung, noch von der Genialität der Erzählweise her an seinen Vorgänger "Die Drei" heran reichen kann. Die Atmosphäre ist zwar sehr gut eingefangen, aber das Erzähltempo ist bis auf die letzten Seiten leider viel zu gemächlich und das Ende hinterlässt viel zu viele Fragezeichen, um die Geschichte zu verstehen und zum Weiterdenken anzuregen.

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Klappentext Drei Tage im Paradies, aber am vierten bricht die Hölle los. Am vierten Tag einer Kreuzfahrt durch den Golf von Mexiko hält das betagte Schiff „Beautiful Dreamer” plötzlich und unerwartet an. Die Maschinen lassen sich nicht wieder starten, es gibt keinen Strom, keinen Funkempfang, und weder Passagiere noch Crew-Mitglieder können Rettung anfordern. Als die Situation sich verschlimmert und das Essen sich dem Ende neigt, beginnt die Besatzung unruhig zu werden. Und dann wird noch die Leiche einer jungen Frau in ihrer Kabine entdeckt, Panik bricht aus. An Bord hält sich ein Mörder auf – aber das ist noch nicht alles: Merkwürdige Dinge geschehen, und bald wünschten alle, es wäre nur ein Mörder, der unter ihnen ist. Die Autorin Sarah Lotz ist Drehbuch- und Romanautorin und lebt mit ihrer Familie und diversen Tieren in Kapstadt, Südafrika. www.sarahlotz.com Meine Meinung Story Alles läuft gut auf der Kreuzfahrt durch die Karibik, bis zum vierten Tag, als plötzlich die Motoren ausgehen und das Kreuzfahrtschiff, mit über 2900 Menschen an Bord, zum Stehen kommt. Während der Kapitän noch von einem kurzen Zwischenfall redet, beginnt für die Schiffbesatzung eine schwer Zeit. Die Passagiere werden immer ungehaltener. Als auch an den nächsten Tagen kein Weiterkommen in Sicht.st, spitz sich die Situation zu. Handys, Funk alles funktioniert nicht und Hilfe ist auch nicht in Sicht. Als die Passagiere erfahren, dass es auf dem Schiff einen Mordfall gibt, bricht Panik aus. Schreibstil Das Buch hat einen außergewöhnlichen Schreibstil. Der erste Teil beschäftigt sich mit den Vorgängen auf dem Schiff, das wird aus unterschiedlichem Blickwinkel erzählt. Der zweite Teil erzählt die Geschichte in Form von Zeitungsberichten, während im dritten Teil einige Personen durch eine unbekannte Behörde verhört werden, der Epilog hat, so scheint es, nichts mit den ersten Teilen zu tun. Charaktere Die Darstellung der Ereignisse wird sowohl aus Sicht der Passagiere als auch aus der Sicht der Besatzung erzählt. Mit Letzteren ist es auch möglich, einen Bezug herzustellen. Man fühlt mit, unter welchen Druck diese stehen. Ein Bezug zu den Passagieren ist kaum möglich, dafür erfährt der Leser zu wenig über diese. Mein Fazit Das Buch ist recht ungewöhnlich, zu nächst einmal mal drei unterschiedliche Erzählweisen. Am Ende eines jeden Teils bleibt der Leser mit vielen Fragen zurück. Auch der Epilog liest sich seltsam, als wenn er nicht zum Buch gehört. Sicherlich werden sich einige Leser am Ende fragen, ob sie das Buch verstanden haben. An einigen Stellen nimmt das Buch Bezug auf das erste Buch der Autorin "Drei", auch diese endetet ungewöhnlich und ließ Fragen offen. Vielleicht bleibt den Leser die Hoffnung, dass ein weiteres Buch erscheint, in den dann alles aufgeklärt wird. Das Buch ist an sich recht gut gemacht, es ist spannend und durch den Erzählstil hebt es sich von den meisten Büchern ab. Auf jeden Fall bleibt das Buch hängen. Bleibt zu hoffen wie, und ob es weitergeht, weil dieses nicht ersichtlich ist, gebe ich dem Buch 3,5 Leseratten. Sollte es noch weiter gehen und die Fragen, die man hat, beantwortet werden, hätte es auch 4 oder 5 Leseratten verdient. So aber muss man gespannt sein, was nun und ob überhaupt etwas kommt, von einer Autorin, die durchaus viel Talent besitzt. Ich vergebe wie gesagt, 3,5 von 5 Leseratten/Sternen . Autor: Sarah Lotz

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Für die Reisenden auf dem Kreuzfahrtschiff "Beautiful Dreamer" nimmt der Urlaub am vierten Tag im Golf von Mexiko eine unerwartete Wendung, als das Schiff plötzlich anhält. Der Kreuzfahrtdirektor gibt zunächst durch, dass es sich nur um eine kleine technische Störung handele, und die meisten Passagiere gehen davon aus, dass es bald weitergeht. Doch die Maschinen stehen auch in den nächsten Tagen still, der Strom ist ausgefallen und mangels Funkempfang kann keine Rettung angefordert werden. Die sporadischen Durchsagen des Kreuzfahrtdirektors bleiben vage, vom Kapitän ist lange Zeit überhaupt nichts zu sehen, das Personal weicht den Fragen der Passagiere aus. Während manche Urlauber nur genervt sind, weil sie ihre gebuchten Flüge verpassen und der Komfort aufgrund des Stromausfalls wegfällt, machen sich andere zunehmend Sorgen um ihre Sicherheit. Bei einer Kabinenkontrolle wird schließlich eine tote junge Frau gefunden. Offiziell wird als Todesursache eine Alkoholvergiftung angegeben, doch schnell verbreiten sich die Gerüchte, sie sei ermordet worden. Die Spannungen und Ängste an Bord steigen, und weitere seltsame Dinge geschehen. Die Schiffsangestellte Althea sieht immer wieder einen kleinen Jungen, obwohl keine Kinder an Bord sind, das angebliche Medium Celine macht eigenartige Äußerungen, und ein dumpfes, unerklärliches Pochen erfüllt das Schiff ... Bewertung: Von der Idylle in den Alptraum, so etwa lässt sich das Grundthema von Sarah Lotz' "Tag Vier" in aller Kürze zusammenfassen. Die "Beautiful Dreamer" gehört zwar eher zur unteren Klasse der Kreuzfahrtschiffe, verspricht aber dennoch zunächst ein paar entspannte Urlaubstage auf dem Meer. Doch nach dem plötzlichen Anhalten der Maschinen ist nichts mehr, wie es vorher war, und allmählich kristallisiert sich bei Personal und Passagieren heraus, dass sie alle noch weit tiefer in der Misere stecken als gedacht. Die Handlung ist grundsätzlich spannend, wenngleich sie sich manchmal ein wenig zu sehr in Details verliert. Das Unwohlsein der Beteiligten steigert sich ganz langsam über mehrere Tage hinweg, und diese betuliche Steigerung stellt ungeduldigere Leser bisweilen auf die Probe. Die zunehmend beklemmende Atmosphäre wird gut eingefangen, ebenso die unterschiedlichen Reaktionen der Passagiere, die teils vernünftiger und teils egoistischer und hysterischer erscheinen. Die Kapitel fokussieren sich jeweils auf unterschiedliche Charaktere, indem personale Erzähler deren Sichtweise beleuchten. Da ist einmal Maddie, die Assistentin der betagten Celine del Ray. Celine, die im Rollstuhl sitzt, gibt sich als Medium aus, das mit den Toten sprechen kann. Als Gaststar der Kreuzfahrtreise bietet sie ihren Anhängern regelmäßig Shows, in denen sie dem Publikum Nachrichten von ihren lieben Verstorbenen übermittelt. Maddie weiß als ihre Assistentin nur zu gut, dass diese Informationen aus weitaus profaneren Quellen stammen als angegeben und betrachtet diese Veranstaltungen daher mit sehr gemischten Gefühlen. Ihr leichtes Unwohlsein steigert sich jedoch erheblich, als Celine nicht nur kränklich wirkt, sondern auch seltsame Botschaften übermittelt, die ausnahmsweise authentisch zu sein scheinen. Maddie ist eine sympathische Figur, die zwischen ihrer Loyalität zu ihrer Arbeitgeberin und ihrer gleichzeitigen Abscheu hin- und hergerissen ist. Ab dem vierten Tag sorgt sie sich zunehmend um die Gesundheit von Celine und spürt immer mehr, dass hier etwas absolut nicht in Ordnung ist. Während der Reise lernt Maddie den Blogger Xavier kennen, der Celines Lügenshow entlarven möchte und zynische Einträge zu der Schiffsreise schreibt - auch wenn er sie mangels W-Lan zunächst nicht veröffentlichen kann. Weitere Hauptcharaktere sind die verwitweten Freundinnen Helen und Elaine; Helen schmal und energisch, Elaine rundlich und freundlich. Niemand an Bord ahnt, dass die beiden Frauen die Reise mit dem Ziel angetreten haben, gemeinsam Selbstmord zu begehen; keine verzweifelte, spontane Aktion, sondern ein wohlüberlegter Entschluss. Wichtig ist weiterhin die Schiffsangestellte Althea, die einerseits die Passagiere beruhigt, andererseits selbst nicht weiß, was überhaupt los ist. Althea ist auch diejenige, die immer wieder eine geisterhafte Jungenerscheinung sieht, die es an Bord überhaupt nicht geben dürfte. Althea hat mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen und bemüht sich dennoch, auf dem Schiff einen Hauch von Souveränität gegenüber Gästen und Kollegen zu bewahren. Schließlich gibt es da noch den Schiffsarzt Jesse, der wie so viele Figuren auch mit gewissen Dämonen zu kämpfen hat, die in dieser Ausnahmesituation besonders präsent werden. Sympathieträger sind vor allem Maddie, Althea und die "Selbstmordschwestern" Elaine und Helen, aber zunehmend auch der sarkastische Blogger Xavier. Mit ihnen nimmt man Anteil, und man möchte gerne erleben, dass sie sich aus dieser Katastrophe retten können. Der Roman beginnt als normaler Thriller, ehe er nach und nach zusätzlich Mysteryelemente aufblitzen lässt, die gegen Ende hin offenkundig werden. Wer den Vorgänger "Die Drei" gelesen hat, wird darauf vorbereitet sein, für alle anderen kann insbesondere der Schluss eher Ratlosigkeit hervorrufen - es ist dringend anzuraten, "Die Drei" vorher zu lesen, auch wenn die inhaltlichen Zusammenhänge zunächst sehr dezent zu sein scheinen. Es wird mehrfach jener "Schwarzer Donnerstag" aus "Die Drei" erwähnt, an dem vier Passagierflugzeuge am gleichen Tag auf verschiedenen Kontinenten abstürzten; zudem wird Bezug auf zwei wichtige Personen genommen. Über weite Strecken ist "Tag Vier" auch ohne den Vorgänger gut verständlich, aber gerade der Schluss nimmt deutliche Bezüge auf "Die Drei". Die Sogkraft des ersten Bandes kann "Tag Vier" nicht ganz erreichen, da die Handlung phasenweise etwas langatmig und zu detailliert erzählt wird. Wie in "Die Drei" muss man damit leben, dass man nicht auf alle Fragen völlig eindeutige Antworten erhält, und der Leser ist aufgerufen, ein wenig zu spekulieren - das sollte man mögen, um den Roman genießen zu können. Fazit: "Tag Vier" ist ein weitgehend spannender Mysterythriller, dessen Bezüge zum Vorgänger "Die Drei" anfangs sehr dezent und später intensiver werden. Die zunehmend beklemmende Atmosphäre an Bord wird anschaulich dargestellt, die grundsätzliche Spannung leidet phasenweise darunter, dass sich das Werk in zu vielen Details verliert. Das Ende lässt Raum für Spekulationen - man darf hier nicht erwarten, alle Ereignisse erklärt zu bekommen.

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Kurzbeschreibung Am vierten Tag einer Kreuzfahrt auf dem Golf von Mexico, steht das Schiff „Beautiful Dreamer“ plötzlich still. Die Maschinen und auch der Strom fallen aus, das Funknetz funktioniert nicht mehr und weder Passagiere noch die Crew können Rettung anfordern. Die Situation verschlimmert sich und eskaliert, als eine junge Frauenleiche auf dem Schiff entdeckt wird. An Bord befindet sich ein Mörder und dann passieren noch mysteriösere Dinge und bald wünschen sich alle, es wäre nur ein Mörder unter ihnen. Eindruck Für mich muss ein Thriller dieser Art, von seiner spannenden und unheimlichen Atmosphäre leben und da mich diese bereits bei „Die Drei“ von Sarah Lotz begeistern konnte, war ich sehr gespannt auf „Tag Vier“. Auch hier schaffte es die Autorin mich von den ersten Seiten an, mit einer unterschwelligen Spannung die überwiegend bis zum Schluss erhalten blieb, durch die Geschichte zu treiben. Obwohl dieser Thriller eigenständig ist, findet der Leser immer wieder Bezug zu „Die Drei“ – dass für mich natürlich die Handlung umso interessanter werden ließ. Der Erzählstrang bietet vier verschiedene Perspektiven. In vielen kurzen Kapiteln wird aus der Sicht der jeweiligen Person erzählt, deren Handlungsstränge miteinander verwoben werden. Die Geschichte lebt von ihren mysteriösen Ereignissen, Andeutungen auf Ereignisse und den ausgesprochen interessanten Charakteren, die für eine gewisse Dramatik und Spannung sorgen. Auch das Ende konnte mich überzeugen, denn meiner Meinung nach lässt es genügend Raum für die eigene Fantasie und im Grunde genommen war ich noch so mitgerissen von der unheimlichen und fesselnden Atmosphäre, dass ich mir am liebsten den nächsten Thriller der Autorin geschnappt hätte. Figuren Die Charaktere finde ich sehr gut gelungen. Sie sind überzeugend und sehr interessant beschrieben. Man kann sie zwar relativ leicht durchschauen aber die Auswahl und Konstellationen der Personen sind dermaßen gut getroffen, dass dem Leser recht schnell bewusst wird, dass die Situation auf dem Schiff eskalieren muss und wird. Gerade weil jeder dort sein eigenes Süppchen kocht, wird die Handlung noch fesselnder. Schreibstil Auch bei diesem Thriller bin ich wieder völlig begeistert von dem Schreibstil. Die Autorin ermöglicht einen schnellen Lesefluss und schafft es, selbst Situationen in denen im Grunde genommen nicht viel passiert, spannend und unheimlich werden zu lassen. Die Schlüsselszenen wirken fesselnd, sind sehr bildhaft beschrieben und regen die eigene Fantasie an. Auch die Beschreibung der Handlungskulisse ist sehr gut gelungen. Ich hatte absolut keine Probleme, mir das Kreuzfahrtschiff und seine Passagiere vorzustellen. Im Gegenteil, ich fühlte mich schon fast als wäre ich mit an Bord. Fazit Mit „Tag Vier“ konnte mich die Autorin mit ihrer unheimlichen und mysteriösen Geschichte erneut in ihren Bann ziehen. Wenig Blut, dafür aber genau dieses Kopfkino, die eigene Fantasie anzuregen, diese leicht gruselige Atmosphäre, ist es, was ich von einem guten Mystery-Thriller erwarte. Ich bin sehr gespannt welche Geschichte sich Sarah Lotz als nächstes einfallen lässt.

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Nachdem ich Passagier 23 von Sebastian Fitzek vor einiger Zeit verschlungen habe und danach festgestellt habe, dass ich niemals in meinem Leben ein Kreuzfahrtschiff betreten werde, hat mich Sarah Lotz' Werk Tag Vier darin nur noch mehr bestärkt (nachdem ich nach ihrem vorherigen Buch "Die Drei" ja auch schon Flugzeuge meiden werde :D). Der Einstieg in den Thriller ist mir sehr leicht gefallen, ebenso das Kennenlernen der verschiedenen Charaktere und deren Geschichten. Der Plot wird aus verschiedenen Sichtweisen der Kreuzfahrt-Besucher erzählt, daher lernt man auch die Figuren und deren (vorheriges) Leben besser kennen. Die Vielfalt an Charakteren hat der Geschichte einen besonderen Touch gegeben und die Geschehnisse an Bord der mysteriösen Schiffes Beautiful Dreamer gruseliger und gespenstiger wirken lassen. Vor allem, da jeder etwas anderes gesehen, eine verrücktere Theorie oder irgendwas verrücktes gemacht hat. Mitleid hatte ich anfangs vor allem mit der Crew (später nicht mehr :D), weil sie genauso überfordert und nichtsahnend waren wie die meisten Urlauber. Einen richtigen Protagonisten gibt es nicht, da die Handlung pro Kapitel aus einer anderen Sichtweise erzählt wird. Das macht es zwar schwierig, sich mit einer Person zu identifizieren und sich einlassen, bringt die ganze Dramatik meiner Meinung nach dafür aber umso besser herüber. Während ich mit jeder Seite mitgefiebert habe, hat mich das Ende ein wenig sprachlos zurückgelassen. Es entsteht pure Verwirrung, ob beabsichtigt oder nicht, kann ich nicht mal sagen. Vieles wird offen gelassen, es bleiben so viele Fragen und Handlungen unbeantwortet und unerklärt. Meistens mag ich solche Enden, weil man sich seinen eigenen Schluss ausdenken kann, aber dafür hat die Verwirrung einfach überwogen. Besonders gut gefallen haben mir die Andeutungen über Sarah Lotz Werk "Die Drei". Auch wenn ich mit Sicherheit sagen kann, dass diejenigen, die den Thriller nicht gelesen haben, nicht viel in Tag Vier verpassen. Andeutungen über die Familie Small, die bei einem Flugzeugabsturz in "Die Drei" ums Leben kam (oder auch nicht?), könnten eventuell nicht verstanden werden, da es aber keinen Bezug zur wirklichen Story hat, ist das nicht weiter schlimm oder tragisch. Ich persönlich mag das sehr, wenn zu vorherigen Geschichten wieder Bezug genommen wird. Sarah Lotz' Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Sie hat mir wunderbare, realitätsnahe und klare Bilder in den Kopf gezaubert; an manchen Stellen nicht unbedingt erwünscht (kotzende Passagiere, überlaufende Toiletten). Sie erzeugt unglaubliche Spannung, von der ersten bis zur letzten Seite. Auch ihre Art, Interviewbelege, Zeitungsartikel oder Internetseiten zur besseren Erklärung einfließen zu lassen, hat mich sowohl bei "Die Drei", als auch bei Tag Vier wieder überzeugen können. Ebenso gut wie ihr Schreibstil hat mir auch das Cover gefallen. Die düstere und unheimliche Stimmung des Thrillers wird bei der Gestaltung aufgenommen und auf den Betrachter bzw. Leser übertragen. Fazit Ähnlich wie "Die Drei" konnte mich auch Tag Vier mit Schreibstil, Charakteren und der Hauptgeschichte überzeugen. Ein bisschen enttäuscht war ich zwar vom Ende, der Aufbau durch Interviews und Zeitungsartikel fand ich dagegen jedoch eine herausragend gute Lösung für einen Rundum-Blick. Das Buch kann ich nur empfehlen.

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Schrecken auf See

Von: NiWa

03.05.2016

Am vierten Tag der Kreuzfahrt hält die „Beautiful Dreamer“ abrupt an. Das Schiff lässt sich nicht mehr starten und die Verbindung zur Außenwelt ist gekappt. Weder durch Internet noch durch Funksignale kann das Schiff auf sich aufmerksam machen und da ist es keinWunder, dass Passagiere sowie Besatzung langsam unruhig werden. Noch dazu wird eine Leiche entdeckt und mysteriöse Ereignisse häufen sich. Dieses Buch hat mich vom Klappentext her sofort angesprochen, weil die Grundlage allein schon ziemlich aufreibend ist. Wenn man sich vorstellt, dass man nichtsahnend eine Kreuzfahrt macht und plötzlich bleibt das Schiff mitten am Meer liegen. Und es kann niemand Hilfe holen - schon allein beim Gedanken daran, kriege ich Gänsehaut! Gleich beim Einstieg in die Geschichte hatte mich die Autorin an der Angel, denn sie beschreibt diese Urlaubsstimmung im Massenwahn, die man vielleicht vom Club-Urlaub oder sogar selbst von Kreuzfahrten kennt. Hier geht sie sehr realistisch vor, geht bei der Beschreibung auf die verschiedenen Urlauber-Typen ein und gesteht auch der Besatzung ihren Teil der Handlung zu. Auf diese Weise erfährt man, wie anstrengend die Arbeit auf einen „Dream Liner“ ist, wie unhöflich manche Passagiere sind und gleichzeitig aber auch, wie sie von den Veranstaltern von vorne bis hinten geschröpft werden. Die Kapitelunterteilung entspricht dem Perspektivenwechsel zwischen den verschiedenen Figuren, wobei man nur schwierig einen Protagonisten identifizieren kann, weil sich die gesamte Handlung über mehrere Charaktere erstreckt. Dabei sind die Kapitel immer so beschriftet, dass man sofort weiß, mit wem man gerade die Schrecken auf See erlebt und hat durch klangvolle Überschriften wie „Die Magd der Hexe“ oder „Die Selbstmord-Schwestern“ eine sehr gute Orientierung. Die Handlung ist eher ruhig aufgebaut, aber gerade das hat für mich immer einen gewissen Reiz. Im Großen und Ganzen kommt die Autorin ohne Actionszenen aus, schafft aber durch die Situation des liegengebliebenen Schiffes in Kombination mit mysteriösen Ereignissen einen eigenartigen Thrill, der mich nicht losgelassen hat. Denn es tun sich ständig neue Fragen auf. Man grübelt nicht nur, warum das Schiff mitten am Meer liegt und die Kommunikation nicht funktioniert, sondern auch, wo die Täuschung beginnt und die Wahrheit endet. Denn an Bord befindet sich ein Medium. Sie ist eine Frau, die mit Toten kommuniziert, und als Einzige absolute Ruhe bewahrt, obwohl sie eigentlich als Scharlatan verschrieen ist. Oder ist an ihrer Gabe doch ein Funken Wahrheit dran? Das Ende der Geschichte hat mich ordentlich verwirrt. Es ist sehr interessant zu lesen und ich habe hier jedes Wort mit Hochspannung verfolgt. Dennoch hat es mich rastlos zurückgelassen, weil doch viele Fragen unbeantwortet bleiben und ich mir nicht wirklich einen Reim auf die Ereignisse machen kann. Erst nach der Lektüre ist mir aufgefallen, dass es sich um eine Thriller-Reihe handelt und „Tag Vier“ bereits der 2. Teil ist. Hier muss ich sagen, dass ich nicht den Eindruck hatte, dass mir wesentliche Informationen fehlen. Ich wusste zwar, dass viele Personen eine Vorgeschichte haben, aber die wurde so geschickt in die Ereignisse eingesponnen, dass es mir gar nicht aufgefallen ist. Insgesamt habe ich „Tag Vier“ mit hoher Spannung gelesen und es gefällt mir, dass die Autorin das gewöhnliche Schema F verlässt und einen ausgefallenen Weg mit ihrem Thriller beschreitet. Es ist eine faszinierende Mischung aus Mystery, Spannungsroman und Untergangsstimmung, die ich interessierten Lesern empfehlen und genau wie am Cover von Stephen King verlautet als „Erstklassige Unterhaltung!“ bezeichnen kann.

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“Tag Vier” von Srag Lotz ist ein Thriller der besonderen Art. Die Story setzt exakt zu Beginn der sich anbahnenden Katastrophe ein und nimmt sofort Fahrt auf – ganz im Gegensatz zu dem Kreuzfahrtschiff, auf dem sie angesiedelt ist. Und die Autorin beschränkt sich auch nicht auf das gängige Muster, ihre Handlung anhand einiger weniger Hauptfiguren zu entrollen, sondern sie legt viel Wert auf der Beschreibung vieler unterschiedlicher Charaktere, durch deren Augen, Ohren und Nasen wir die Ereignisse hautnah miterleben. Dabei schwankt Lotz’ Geschichte zwischen Katastrophenthriller, Schauerroman mit unheimlichen Begegnungen und feinem Horror, ist aber gleichzeitig auch eine herrliche Sozialstudie über Kreuzfahrtliebhaber. 448 Seiten, deren subtile Spannung sich aus wenig Action, aber jeder Menge beklemmend-unheimlicher Stimmung speist.

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