Leserstimmen zu
Sommer vorm Balkan

Danijela Pilic

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Wenn es im Januar draußen bitterkalt ist und so gar nicht hell werden will, muss ich immer ganz schnell Urlaube buchen, damit ich mich freuen kann. Und es wird wohl im Sommer wieder Kroatien werden. Obwohl ich dieses Mal endlich woanders hin wollte. Aber es ist immer noch verhältnismäßig günstig, wir sind mit dem Auto in ein paar Stunden da, und das Meer ist so wunderbar... Wir sind ja kein Sandstrand-Fans, also sind die felsigen Küsten ideal. "Mein Leben zwischen Alpen und Adria" - so der Untertitel des Buches von Danijela Pilic, kam mir da gerade recht, um mich einzustimmen. Die Bloggerin, Journalistin und Autorin wuchs in Split auf und wanderte 1981 mit ihrer Familie, ihr Vater ist der berühmte Tennisspieler Niki Pilic, nach München aus. Wo sie erst einmal in der Schule völlig isoliert war, da sie kein Wort Deutsch gesprochen hat. Aber da sind wir schon mitten in der Erzählung, die erst einmal mit allerlei Geschichtlichem zum ehemaligen Jugoslawien aufwartet: Helden, Dichter und Politiker, die eine wichtige Rolle spielten, aber auch der typische Wind, Landschaften und Völkergruppen werden liebvoll vorgestellt. Pilic ist gemischt (Serbin/Kroatin), wie so viele andere, was in dem schrecklichen Kriegen in der 90ern, plötzlich zum Problem werden sollte. Die längst in Deutschland Beheimatete musste sich dann plötzlich Fragen stellen, wie denen, ob ihre Eltern sich jetzt scheiden lassen würden. Ich habe solche Konflikte am eigenen Leib mitbekommen, da in dem Restaurant, in dem ich als Studentin gejobbt habe, plötzlich Serben, Bosnier und Kroaten, die oftmals in Deutschland geboren waren und vorher friedlich miteinander gelebt hatten, ein bisschen den Boden unter den Füßen verloren. Flüchtlinge kamen an und hatten Schreckliches erlebt. Ich hätte mir ein bisschen mehr Einblick erhofft, worum es in diesen Auseinandersetzungen eigentlich gegangen ist, von einer absoluten "Insiderin", das ist aber auch der einzige Kritikpunkt. Ansonsten ist das Buch unterhaltsam, nett geschrieben - und man freut sich einmal mehr auf die Adria... (Goldmann, € 9,99, Taschenbuch)

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Vom Klappentext her hätte ich eher ein Familienroman mit biografischem Hintergrund und Jugoslawien als Handlungsort erwartet. Bekommen habe ich eher eine Art Reiseführer, der viel Geschichtliches beleuchtet und hin und wieder Einblicke in die Familie von Danijela Pilic gibt. Irgendwie wirkt es wie ein Tagebuch, jedoch teilweise arg ungeordnet, wie sie in ihrem Buch über ihre Familie; Begebenheiten des täglichen Lebens in Jugoslawien und ihren Umzug nach Deutschland schreibt. Berühmte Persönlichkeiten des Landes werden genauso wie die Sprache und das Essen. Diese Stellen sind für mich teilweise sehr lesenswert gewesen. Ein großes Grundthema ist die Sehnsucht nach der Heimat, nach dem Ort der Kindheit und nach dem, was nicht mehr so ist wie es einmal war. Ich lebe in meiner Heimat, habe aber oft Sehnsucht nach Familienmitgliedern die ich nicht mehr und/oder sehr selten sehe. Ich habe Sehnsucht nach Orten, an denen ich mich wohl gefühlt habe. Daher kann ich diese Sehnsucht sehr gut nachvollziehen und man kann sich sehr gut in dieser Beziehung in diesem Buch wiederfinden. Man merkt, dass die Autorin Danijela Pilic Journalistin ist, denn sie schafft es auch hier, sehr gut zu schreiben und zu erzählen. Allerdings muss man sich als Leser auf ihren Erzählstil einlassen können. Gerade beim ersten Teil des Buches habe ich mich sehr schwer getan, musste immer wieder pausieren und konnte es bis zum Schluss eigentlich nicht am Stück lesen. Eine konkrete Leseempfehlung kann ich nicht aussprechen – ich bin hierbei zu sehr hin und hergerissen. Wer ein Buch möchte, in dem er etwas über Land und Leute lernen kann, und geschichtliche Hintergründe sucht, ist hier richtig. Wer aber eine richtige Familiengeschichte mit einem Hauch Geschichte sucht, ist glaube ich nicht richtig beraten mit diesem Buch. Wertung: 3 von 5 Sternen

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