Leserstimmen zu
Wilde Reise durch die Nacht

Walter Moers

(1)
(2)
(2)
(0)
(0)
€ 22,99 [D] inkl. MwSt. | € 23,70 [A] | CHF 32,50* (* empf. VK-Preis)

Der Junge Gustave Doré ist erst 12 Jahre alt und doch hat er sich aufgemacht, mit einem Schiff die Welt zu erkunden. Leider gerät er zwischen zwei Siamesische Zwillingstornados und stirbt beinahe. Nur beinahe, denn der Tod und seine irre Schwester bieten ihm einen Deal an: wenn er es schafft, sieben Aufgaben zu erfüllen - eine unmöglicher als die andere - darf er weiterleben. Also macht sich Gustave auf den Weg, Jungfrauen vor Drachen zu retten, Riesen zu besiegen und schrecklichen Ungeheuern in die Fratzen zu lachen. Ein "wilder Ritt" ist es allemal, dazu noch unterhaltsam, amüsant und durch Dorés Illustrationen (die aus verschiedenen Werken zusammengestellt wurden) wunderschön illustriert. Die Geschichte und die Bilder passen wie Faust auf Auge und auch wenn der Stil mir manchmal etwas holprig vorkam, so ist es doch ein kurzweiliges (leider nur 200 Seiten) und amüsantes Lesevergnügen, bei dem das Kopfkino durch die irren Illustrationen ein neues Level bekommt. Eine Galerie der verwendeten Doré Bilder sowie ein erster Einblick kann auf Moers' Homepage eingesehen werden. ~ Lilith ~ 23.11.2013

Lesen Sie weiter

Inhalt: Gustave Doré ist zwölf Jahre alt und der Kapitän seines eigenen Schiffes - der Aventure. Seine Crew und er befinden sich in unruhigem Gewässer als es noch schlimmer kommt. Siamesische Zwillingstornados halten Kurs auf sein Schiff und sind wild entschlossen es zu zerlegen. Gustave hat entgegen aller Annahme überhaupt keinen Schimmer von der Schiffsführung und es kommt, wie es kommen muss. Die Tornados treffen die Aventure mit voller Wucht. Doch während seine Mannschaft und das meiste seines Schiffes von den Stürmen in die Luft gewirbelt werden, herrscht um ihn herum eine erstaunliche Ruhe. Kurz darauf sieht er sich einer mageren Gestalt in Kaputze gegenüber mit weiblicher Begleitung. So ist es also, wenn man dem Tod gegenüber steht und nebenbei auch noch seine Schwester kennenlernt - Dementia. Gustave glaubt nun sein letztes Stündlein habe geschlagen, da verquatscht sich der Tod und gibt ihm die Möglichkeit eines Schlupfwinkels. Er muss sechs Aufgaben erfüllen: eine Jungfrau in Not retten, den Wald der bösartigen Gespenster durchqueren, die Namen von sechs Riesen erraten, einen Zahn dem schrecklichsten aller Ungeheuer abnehmen, sich selbst begegnen und zu guter Letzt zurück zum Tod auf dem Mond reisen. Und das alles in nur einer Nacht. Das kann Gustave unmöglich schaffen, denkt er sich, doch sein Wille zu leben ist stark. Mit einem Fingerzeig vom Tod ist das tosende Meer verschwunden und Gustave findet sich wie ein Ritter gerüstet auf dem Rücken eines Greifen wieder. Bereit sich der ersten Aufgabe zu stellen. Meinung: Vor ca. vier Jahren habe ich bereits das Hörbuch, gelesen von Dirk Bach, gehört und war damals stark begeistert. Nun dachte ich mir, kann ich ja auch das Buch direkt dazu lesen, da ich mich an das Hörbuch kaum noch erinnere. Leider war es nicht so unterhaltsam wie gedacht. Sicherlich ist es ein Buch, was man lesen kann, aber keinesfalls eines, das man gelesen haben muss. Die Betonung von Dirk Bach hat der Geschichte viel mehr Leben eingehaucht als eigentlich zu finden ist. Das finde ich sehr schade. 'In Wilde Reise durch die Nacht' lernen wir den den jungen Gustave Doré kennen, der eigentlich nichts anderes möchte als einmal ein großer Zeichner und Maler zu werden. Aber es liegt ein weiter Weg vor ihm. Am Ende des Buches gibt es eine kleine Biografie des bekannten Illustrator und eine Auflistung seiner Veröffentlichungen. Viele Andeutungen findet man auch liebevoll im Text versteckt und so manches Mal ließ es mich beim Lesen schmunzeln. Leider kann aber auch dies und die vorkommenden unterhaltsamen Kreaturen nicht mehr viel herausreissen. Schade eigentlich.

Lesen Sie weiter

Früher mochte ich Walter Moers nicht. Da waren einerseits die Comics vom kleinen A*schloch, da fand ich schon den Namen so unnötig demonstrativ provokant. Da waren andererseits die Käpt'n Blaubär Filme im Kinderprogramm, die mir viel zu albern waren. Aber dann habe ich "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" als Hörbuch in der Bücherei entdeckt und ihm eine Chance gegeben. Schon nach wenigen Sekunden hat mich die Stimme von Dirk Bach in die verrückte Geschichte hineingesogen und bis zum letzten Ton gefesselt. Seitdem höre ich alles, was Walter Moers geschrieben und Dirk Bach gelesen hat. Wie schade, dass er so früh schon gestorben ist. *schnief* Jetzt habe ich also die "Wilde Reise durch die Nacht" gehört und es war wieder der absolute Wahnsinn! Walter Moers hat diesmal eine spannende Abenteuergeschichte entlang der Bilder Gustave Dorés komponiert, die der unvergleichliche Dirk Bach mitreißend vorliest. Klassische Motive werden mit modernem Humor und Ironie elegant verknüpft. Man kann die Geschichte einfach als Unterhaltung nebenbei hören oder sich auf den philosophischen Tiefgang einlassen. Die Soundqualität ist natürlich wieder perfekt! Ist ja auch vom Hörverlag. Mehr will ich nicht verraten. Einschalten, fallen lassen, genießen!

Lesen Sie weiter

Der 12-jährige Gustave Doré gerät mit seinem Schiff „Adventure“ Zwillingstornados in die Quere, worauf er mitsamt seines Schiffes auf den Grund des Meeres gezogen wird. Dort begegnet er dem Tod und seiner Schwester Dementia, die um sein Leben spielen. Doch der Tod gibt ihm noch eine letzte Chance, sein Leben zu retten: Gustave soll einige schier unlösbare Aufgaben erfüllen, die ihn auf die Insel der gepeinigten Jungfrauen, in einen Gespensterwald und ins All führen werden. Auf dieser wilden Reise begegnet er einem guten Freund, aber auch der Zeit und sogar schließlich sich selbst. Frage ist nur, ob das alles ausreichen wird, um den Tod schlussendlich gnädig zu stimmen… Da ich das Buch schon mehrere Male gelesen habe, habe ich mich wahnsinnig gefreut, als ich gesehen habe, dass es auch ein Hörbuch dazu gibt, und dann auch noch gesprochen von einem meiner liebsten Hörbuchsprecher, Dirk Bach! Meine hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Dirk Bach spricht das Hörbuch wie immer so lebhaft, dass es die Figuren, von denen man durch Dorés Bilder ohnehin schon eine konkrete Vorstellung hat, einem noch plastischer vor Augen stehen! „Wilde Reise durch die Nacht“ ist eine sehr schnelllebige Geschichte, die ein ungeheures Tempo vorlegt, ohne jedoch zu überfordern. Man kann das Hörbuch mit seinen etwas mehr als vier Stunden problemlos zwischendurch hören, kann sich aber auch, vielleicht beim zweiten Hören, etwas mehr Zeit damit lassen, da die Geschichte doch gerade was die Themen Tod, Zeit, älter werden und die Welt an sich angeht, recht tiefgründig ist. Immer wieder werden zwischen ironischen und skurrilen Stellen ernste Töne angeschlagen. Dennoch ist und bleibt "Wilde Reise durch die Nach"t ein Abenteuerroman mit viel Action und Spannung, der schnell begeistert, gleichzeitig aber auch das Genre des Abenteuerromans aufs Korn nimmt. Welche Jungfrauen zähmen denn schon Drachen oder gewinnen aus ihnen Sonnenschutzcreme? Alles in allem ein wirklich hörenswertes Hörbuch! Da dies jedoch nicht mein Lieblingswerk von Walter Moers (meinem Lieblingsautor) ist, muss ich fair sein und nur 4 Sterne vergeben. Dennoch ist dieses Hörbuch, gerade auch dank Dirk Bach (er Ruhe in Frieden), ein kleines Meisterwerk.

Lesen Sie weiter

Wilde Reise durch die Nacht

Von: Vivien Illigens

02.03.2014

An mein erstes Buch von Moers, das nicht in Zamonien spielt, hatte ich große Ansprüche. Die Feder des Autors ist zumindest überall spürbar, schräge Ideen und unvorhersehbare Ereignisse können ihm einwandfrei zugeordnet werden. Dabei ist Wilde Reise durch die Nacht mit etwas mehr als 200 Seiten wirklich nur leichte Kost und durch zahlreiche Karrikaturen und darauffolgenden leeren Seiten, was ich etwas verschwenderisch finde. Aber davon abgesehen ist dieses Büchlein vollgepackt mit einer fantastischen Geschichte. Gustave, zwölf Jahre alt, beginnt sein unglaubliches Abenteuer auf See als Kapitän der Adventure, das in den Sturm der Zwillingstornados gerät. Das erinnert gleich an Zamonien-Zeiten und gibt den Leser den anfänglichen Spannungshöhepunkt, auch wenn jegliche weitere Einleitung leider nicht existiert und der Anfang für Verwirrung sorgt. Kurz darauf treten zwei sonderbare Figuren auf und zwar der Tod höchstpersönlich und zwar so, wie man sich den Sensenmann vorstellt, und seine leicht verwirrten Schwester. Die erwähnten Aufgaben werden gestellt und Gustave tritt seine Reise an, wobei ihm verschiedene Hilfmittel gegeben werde – Rüstung, Schwert und mehr oder weniger treue Gefährten. Die Aufgabenstellungen haben einen Märchencharakter, die tatsächlichen Herausforderungen liegen zwischen Absurdität, Philosophie, Betrug und Schwachsinn. Kurz gesagt, Moers bietet mal wieder einfach alles und nichts, das man erwarten könnte. Schlag auf Schlag wechseln die Handlungsorte, ständig begegnen dem jungen, aber äußerst raffinierten Protagonisten neue Gefahren und Märchenelemente wechseln sich mit blutigen Szenarien ab. Diese schnelle und leichte Lektüre wird durch die Zeichnungen von Gustave Doré zusätzlich zu einem Augenschmaus und es ist wunderbar, zu sehen und zu lesen, zu welcher Geschichte Moers dessen Bilder verbunden hat, auch wenn sie keine große Rahmenhandlung zu bieten hat. Fazit: Dieses Buch kann man sich leicht zu Gemüte führen und wird trotz einiger Macken nicht enttäuscht, wenn man sich auf eine verrückte und skurrile Geschichte einlassen kann.

Lesen Sie weiter