Leserstimmen zu
Wilde Reise durch die Nacht

Walter Moers

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Der 12-jährige Gustave Doré gerät mit seinem Schiff „Adventure“ Zwillingstornados in die Quere, worauf er mitsamt seines Schiffes auf den Grund des Meeres gezogen wird. Dort begegnet er dem Tod und seiner Schwester Dementia, die um sein Leben spielen. Doch der Tod gibt ihm noch eine letzte Chance, sein Leben zu retten: Gustave soll einige schier unlösbare Aufgaben erfüllen, die ihn auf die Insel der gepeinigten Jungfrauen, in einen Gespensterwald und ins All führen werden. Auf dieser wilden Reise begegnet er einem guten Freund, aber auch der Zeit und sogar schließlich sich selbst. Frage ist nur, ob das alles ausreichen wird, um den Tod schlussendlich gnädig zu stimmen… Da ich das Buch schon mehrere Male gelesen habe, habe ich mich wahnsinnig gefreut, als ich gesehen habe, dass es auch ein Hörbuch dazu gibt, und dann auch noch gesprochen von einem meiner liebsten Hörbuchsprecher, Dirk Bach! Meine hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Dirk Bach spricht das Hörbuch wie immer so lebhaft, dass es die Figuren, von denen man durch Dorés Bilder ohnehin schon eine konkrete Vorstellung hat, einem noch plastischer vor Augen stehen! „Wilde Reise durch die Nacht“ ist eine sehr schnelllebige Geschichte, die ein ungeheures Tempo vorlegt, ohne jedoch zu überfordern. Man kann das Hörbuch mit seinen etwas mehr als vier Stunden problemlos zwischendurch hören, kann sich aber auch, vielleicht beim zweiten Hören, etwas mehr Zeit damit lassen, da die Geschichte doch gerade was die Themen Tod, Zeit, älter werden und die Welt an sich angeht, recht tiefgründig ist. Immer wieder werden zwischen ironischen und skurrilen Stellen ernste Töne angeschlagen. Dennoch ist und bleibt "Wilde Reise durch die Nach"t ein Abenteuerroman mit viel Action und Spannung, der schnell begeistert, gleichzeitig aber auch das Genre des Abenteuerromans aufs Korn nimmt. Welche Jungfrauen zähmen denn schon Drachen oder gewinnen aus ihnen Sonnenschutzcreme? Alles in allem ein wirklich hörenswertes Hörbuch! Da dies jedoch nicht mein Lieblingswerk von Walter Moers (meinem Lieblingsautor) ist, muss ich fair sein und nur 4 Sterne vergeben. Dennoch ist dieses Hörbuch, gerade auch dank Dirk Bach (er Ruhe in Frieden), ein kleines Meisterwerk.

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Wilde Reise durch die Nacht

Von: Vivien Illigens

02.03.2014

An mein erstes Buch von Moers, das nicht in Zamonien spielt, hatte ich große Ansprüche. Die Feder des Autors ist zumindest überall spürbar, schräge Ideen und unvorhersehbare Ereignisse können ihm einwandfrei zugeordnet werden. Dabei ist Wilde Reise durch die Nacht mit etwas mehr als 200 Seiten wirklich nur leichte Kost und durch zahlreiche Karrikaturen und darauffolgenden leeren Seiten, was ich etwas verschwenderisch finde. Aber davon abgesehen ist dieses Büchlein vollgepackt mit einer fantastischen Geschichte. Gustave, zwölf Jahre alt, beginnt sein unglaubliches Abenteuer auf See als Kapitän der Adventure, das in den Sturm der Zwillingstornados gerät. Das erinnert gleich an Zamonien-Zeiten und gibt den Leser den anfänglichen Spannungshöhepunkt, auch wenn jegliche weitere Einleitung leider nicht existiert und der Anfang für Verwirrung sorgt. Kurz darauf treten zwei sonderbare Figuren auf und zwar der Tod höchstpersönlich und zwar so, wie man sich den Sensenmann vorstellt, und seine leicht verwirrten Schwester. Die erwähnten Aufgaben werden gestellt und Gustave tritt seine Reise an, wobei ihm verschiedene Hilfmittel gegeben werde – Rüstung, Schwert und mehr oder weniger treue Gefährten. Die Aufgabenstellungen haben einen Märchencharakter, die tatsächlichen Herausforderungen liegen zwischen Absurdität, Philosophie, Betrug und Schwachsinn. Kurz gesagt, Moers bietet mal wieder einfach alles und nichts, das man erwarten könnte. Schlag auf Schlag wechseln die Handlungsorte, ständig begegnen dem jungen, aber äußerst raffinierten Protagonisten neue Gefahren und Märchenelemente wechseln sich mit blutigen Szenarien ab. Diese schnelle und leichte Lektüre wird durch die Zeichnungen von Gustave Doré zusätzlich zu einem Augenschmaus und es ist wunderbar, zu sehen und zu lesen, zu welcher Geschichte Moers dessen Bilder verbunden hat, auch wenn sie keine große Rahmenhandlung zu bieten hat. Fazit: Dieses Buch kann man sich leicht zu Gemüte führen und wird trotz einiger Macken nicht enttäuscht, wenn man sich auf eine verrückte und skurrile Geschichte einlassen kann.

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