Leserstimmen zu
Im hohen Gras

Stephen King, Joe Hill

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Da isser wieder, der alte Stephen King. Mitgebracht hat er seinen Sohn und eine obskure, gruselige Kurzgeschichte - echter Horror, den viele seiner Fans zuletzt vermisst haben. Eine junge schwangere Frau und ihr Bruder sind auf dem Highway unterwegs. Als sie anhalten hören sie aus dem nahegelegenen Feld Rufe. Als sie davor stehen ruft ein Junge, dass er sich im hohen Gras verlaufen habe. Beide zögern, denn das undurchdringbare Feld aus hohem Gras strahlt etwas aus... Vater und Sohn schaffen hier eine Horrorgeschichte, die an alte Zeiten erinnert, in denen Stephen King zum Hohepriester des Horror aufstieg. Okkulte Züge trägt diese Geschichte - aber mehr soll hier nicht verraten werden. Nicht wenige Leser wünschen sich wohl, dass King wieder mehr in diese Richtung schreiben würde. Seit "Doctor Sleep" haben Kings Romane immer weniger Horror; zuletzt war nur noch ein Hauch Mystery in seinen Werken zu finden. Aber mit Joe Hill gibt es einen würdigen Nachfolger. Wieviel in dieser Geschichte von Stephen King und wieviel von Joe Hill stammt ist schwer nachvollziehbar. Klar aber ist, dass "im hohen Gras" eine gruselige und düstere Horrogeschichte ist.

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“Im hohen Gras” ist nichts weiter als ein kleines, etwa 60-seitiges Häppchen des Vater-Sohn-Gespanns King/Hill. Das sehr innige Geschwister-Pärchen Cal und die schwangere Becky hören einen Hilferuf eines Kindes aus einem Feld bestehend aus mannshohem Gras, welches sich – den Blick schweifend – scheinbar bis zum Horizont erstreckt. Selbstverständlich folgen beide diesem Hilferuf und schon werden sie vom vermeintlichen Helfer zum Opfer dieser mysteriösen Grasfläche. Irgendwie erkennt man als King-Leser einige starke Anleihen aus einem früheren Werk des Autors mit dem Titel “Kinder des Zorns”. Nichts desto trotz kann “Im hohen Gras” für eine ganz nette, unterhaltsame Stunde sorgen – ohne sich dabei in das Gedächtnis des Lesers zu brennen, aber dennoch ein ganz netter Zeitvertreib. Ein klein wenig fragt man sich bei diesen zur Zeit recht oft im Vertrieb befindlichen Häppchen, ob da der Meister nicht einfach seinem Sprößling das Schreiben beibringen möchte ohne dabei auf ein wenig klingende Münze zu verzichten. Andererseits hat Joe Hill schon ab und an gezeigt, dass er aus dem Schatten seines allumfassenden Dads ein wenig hervortreten kann. Diese Häppchen sind im Großen und Ganzen als in Ordnung zu betrachten – sie würden sich sicher ganz gut in einem kleinen Band machen. So hat man aber leider immer ein klein wenig das Gefühl, dass ein Autor oder Verlag ein wenig mehr verdienen möchte, als es ein Sammelband hergeben könnte. Am Ende dieses sehr kleinen eBooks gibt es dann auch noch zwei Leseproben: Stephen Kings “Doctor Sleep” und Joe Hills “Christmasland”.

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