Leserstimmen zu
Die Erbin

John Grisham

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Einst fing für den amerikanischen Anwalt und Thriller-Autor John Grisham alles mit einer Pleite an. Sein Roman „Die Jury“ verkaufte sich schlecht. Das änderte sich jedoch bald. Nun kehrt Grisham zu seinen Wurzeln zurück. Er erzählt in „Die Erbin“ vom Kampf der Schwarzen gegen die Weißen im Clanton, dem Handlungsort von „Die Jury“. Erneut geht es um Alles oder Nichts vor einer Jury. Als der schwer kranke Seth Hubbard seinem Leben selbst ein Ende setzt und sich an einem Baum aufhängt, ist die Bestürzung im beschaulichen Clanton groß. Seiner Familie geht es dagegen recht schnell um die Testamentseröffnung. Hubbard war schließlich ein reicher Mann. Doch er war auch ein Einzelgänger. Versorgt von einer Haushälterin, hatte er kaum Kontakt zu seiner Familie. Schon bald lässt Grisham jedoch die Bombe platzen und gewährt seinen Lesern einen Vorsprung gegenüber den Protagonisten: Hubbard hat seine Kinder enterbt. Sein Vermögen von 24 Millionen Dollar soll zu 90 Prozent an seine Haushälterin gehen. Doch Lettie Lang wäre damit die reichste Schwarze in Ford County. Die Kinder fechten das Testament an und der Kampf vor Gericht und der Jury beginnt. Auf der Seite des Testaments steht dabei der Anwalt Jack Brigance, der Jahre zuvor bereits den Schwarzen Carl Lee Hailey vor Gericht erfolgreich vertreten hat. So sehr John Grishams „Die Erbin“ von den Erinnerungen an die alten Figuren aus „Die Jury“ lebt, so sehr sorgen eben diese Brücken in die Vergangenheit für die ein oder andere Länge in dem Roman: teilweise wirken Szenen überflüssig und nur dem Nostalgie-Gefühl geschuldet. Etwa wenn es um Jack Brigance Kampf gegen seine Versicherung geht, ist kein Zusammenhang zum aktuellen Fall erkennbar. Vielmehr fühlt sich Grisham gedrängt erneut davon zu erzählen, dass während des Hailey-Prozesses das Haus des Anwalts angezündet wurde. Dennoch ist es dann wiederum eben diese Nostalgie, die den Leser in den Bann zieht. Grisham hat über die Jahre eine bildhafte Erzählweise entwickelt, bei der durch die Charakterisierung der Personen und der Interaktion seiner Protagonisten eine Spannung entsteht, die den Roman trägt. So sind es letztlich dann die Überraschungsmomente vor Gericht, die das Besondere des Romans ausmachen und „das Trauma der amerikanischen Südstaaten“, wie es Literaturkritiker Denis Scheck formulierte, lebendig wirken lassen. Der Schlüssel des Prozesses – und dies kann, ohne etwas vorwegzunehmen, gesagt werden – liegt in der Erzählung von Hubbards Bruder Ancil. Er kann allem einen Sinn geben, doch Ancil scheint spurlos verschwunden zu sein. „Die Erbin“ ist ein Grisham-Thriller, der zwar nicht überrascht, dennoch aber auf einem hohen Niveau die Kunst des Autors unterstreicht. John Grisham gelingt es erneut trotz der trockenen Atmosphäre von Anwälten, Geschworenen und Gerichtssälen spannende Geschichten zu schreiben. Geschichten, die in Wunden der amerikanischen Gesellschaft bohren.

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Das Buch war, nach einem kurzen Durchhänger, wieder ganz großes Kino. John Grisham schreibt, so Bildhaft, dass man kaum dass man begonnen hat zu lesen, auch schon die Figuren und Schauplätze vor Augen hat. Natürlich merkt man, dass er als Anwalt tätig war. Zu gut kennt er die Materie, und so bleiben auch bei diesem Titel letztendlich keine Fragen offen. Das Buch spielt in den achtziger Jahren und damals wie auch heute tritt der Rassismus offen zu Tage. Ihm gelingt wie nur wenigen Autoren die Spannung auf einem von Anfang an recht hohem Niveau zu halten. Und so war es nur zu natürlich, dass mich das Buch fesselte und ich es innerhalb von nur dreieinhalb Tagen gelesen hatte. Es ist nicht nur ein Buch das unterhalten soll, es regt auch zum Nachdenken an. Insbesondere die Menschen in den Südstaaten der USA sind für mich nun Thema, sprich ich möchte noch mehr über die Menschen und den Allgegenwärtigen Rassismus dort lesen und erfahren. Ich weiß nicht wie es anderen bei der Lektüre erging, ob sie ähnlich wie nun ich neugierig sind mehr zu erfahren, aber mich hat das Thema absolut geflasht. Der Schreibstil von John Grisham ist so schön, ich denke selbst ein Sachbuch würde man ihm aus den Händen reißen. Wie gesagt nach einem Durchhänger von ihm, war ich erst am Zweifeln ob ich das Buch denn nun wirklich lesen soll. Aber ich bin absolut begeistert und meiner Meinung nach ist das wieder ganz der Alte John Grisham. Vom mir sind das ganz klare und verdiente 5 Sterne sowie eine Leseempfehlung!

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grishams neues Buch “Die Erbin” ist ein Band mit dem Anwalt aus “Die Jury“, dümpelt jedoch mehrere hundert Seiten lang herum um dann auf den letzten 50 Seiten loszulegen. Ich mags eher wenns von vorne an losgeht!

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Die Erbin

Von: Baroness

14.04.2015

„Vorsicht Spoiler!“ Seth Hubbard hat von den Schmerzen die Nase voll und setzt seinem Leben ein Ende. Allerdings hat er seinen Tod vorher akkurat geplant, denn nichts hat er dem Zufall überlassen. Keiner ahnt, dass mit seinem Testament seine Haushälterin Millionen erhalten soll. Seine Kinder und Enkelkinder sollen leer ausgehen. Der Anwalt Jake Brigance soll dafür sorgen, dass sein neues handgeschriebenes Testament genau so vollstreckt werden soll. Das Testament wird von seinen Kindern angefochten und die Debatte vor Gericht beginnt. Anwälte reiben sich die Hände, denn es ist viel Geld im Spiel. Lettie Lang, seine schwarze Haushälterin, hat bei der Auseinandersetzung vor Gericht wenig Chancen. Als jedoch ein Video vorgeführt wird, wo der Bruder von Seth Hubbard eine Zeugenaussage beglaubigt hatte, ändert sich die Sachlage gewaltig. „Sie fanden Seth Hubbard an der vereinbarten Stelle, allerdings anders als erwartet. Er hing am Ende eines Seils zwei Meter über dem Boden und schwang leicht im Wind.“ So beginnt die Geschichte um einen Rechtsstreit eines millionenschweren Nachlasses. Erst am Ende gibt das Testament einen Sinn, denn der Tote versucht damit Gerechtigkeit zu üben. Eine Wiedergutmachung für das Vergehen seiner Familie. Der Autor hat die Problematik der damaligen Zeit gut eingearbeitet. Gerade im Süden war die Rassenhetze weit verbreitet. Dies hätte ruhig noch mehr ausgearbeitet sein können, denn das ist der Aufhänger des Buches. Man merkt in seinen Büchern, dass John Grisham Jurist ist, denn die Vorgehensweise und die Beschreibungen bei der Aufnahme des Prozesses oder im Gerichtssaal sind detailbezogen. Durch die juristischen Erläuterungen wird die Geschichte etwas monoton. Die Charaktere der Protagonisten sind gut herausgearbeitet, am besten hat mir die Darstellung von Lucien gefallen, der aus dem Rahmen fällt. Dieses Buch ist die Fortsetzung von dem Buch „Die Jury.“ Fazit: Ein effektives Gerichtsdrama, wo die Aufarbeitung von Schuld und Sühne eine große Rolle spielt.

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Das Buch vergibt eine Chance nach der anderen: Ein Erbschaftsstreit zwischen einer armen, schwarzen Haushälterin und einem weißen, reichen Clan auf der anderen Seite verspricht Intrigen wie in der dänischen Serie Die Erbschaft gepaart Rassismuskritik wie z.B. in Mississippi Burning. Man hätte auch thematisieren können, wie die Erbschaft die ganzen Aasgeier in der Familie anzieht. Leider bekommt der Leser davon nichts mit: Die weiße Familie kann sich zwar untereinander nicht ausstehen, zieht aber an einem Strang. Es wäre spannend gewesen zu erfahren, welche Intrigen dort laufen und wie sie sich gegenseitig ausbooten wollen. Leider Fehlanzeige. Rassismus kommt zwar immer mal wieder vor, aber leider werden die Schwarze zu klischeehaft beschrieben, vor allem der Ehemann der Erbin: Prekärer Job, trunk- und spielsüchtig, am Ende im Gefängnis. Das ist ein weiteres Manko: Die Unruhestifter werden konsequent rausgeschrieben, sei es der Ehemann oder ein schwarzer Bürgerrechtsanwalt. Kaum sind sie aufgetreten, sind sie auch schon wieder verschwunden. Vor allem war es irritierend, dass die Straftat des Gatten gar keine Rolle mehr vor Gericht spielte, und das, obwohl sich die Anwälte alle Mühe gegeben haben, die Erbin in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen. Zurück bleibt ein netter Roman, welcher keine kritischen Themen aufgreift oder zum Denken anregt. Schade fand ich ebenfalls, das am Ende nicht das Können des Erbschaftsanwaltes über den Ausgang des Gerichtsverfahrens entscheidet, sondern eine Zeugenaussage. Fazit Nett und gefällig, aber nicht anregend.

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