Leserstimmen zu
Das Erbe von Temple Hill

Judith Kinghorn

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Die Contessa Cora und die Romanautorin Sylvia sind bereits seit vielen Jahrzehnten beste Freundinnen, die sich einst in Rom kennenlernten. Da Coras Vergangenheit selbst trotz der tiefen Freundschaft der beiden, im Dunklen liegt, würde Sylvia gerne ein Buch über die Lebensgeschichte ihrer Freundin verfassen. Und Cora, mittlerweile hochbetagt, stimmt zu. Doch als Sylvia das Anwesen Temple Hill erreicht, hält Cora sie hin und abermals zeigt sich ganz deutlich, dass sie einiges zu verbergen hat- glaubt zumindest Sylvia, doch diesmal will sie sich nicht wieder abwimmeln lassen und stochert nach. Doch statt sich Sylvia anzuvertrauen, zieht Cora ausgerechnet die junge und schöne Nachbarin Cecily Chadwick ins Vertrauen. Diese hegt insgeheim den großen Traum, einmal Schriftstellerin zu werden, doch kann sie nicht sehr viel mit den Erinnerungsfragmenten von Cora anfangen. Vielmehr hat sie aber in diesem Sommer des Jahres 1911 ganz andere Sorgen; hat sie sich doch Hals über Kopf in Coras Enkel Jack verliebt, der ihre Liebe scheinbar auch erwidert. Doch der 1. Weltkrieg stellt ihre Gefühle auf eine harte Probe und selbst Cora und Sylvia haben sich entzweit. Werden Coras Geheimnisse noch rechtzeitig gelüftet, oder wird sie diese mit ins Grab nehmen? Ich habe eine Schwäche für Romane, in denen die Protagonisten dunkle (Familien)geheimnisse lüften müssen und so weckte, nach dem Lesen des Klappentextes, dann auch „Das Erbe von Temple Hill“ gleich mein Interesse. Ich erhoffte mir einen Roman im Stile Katherine Webbs bzw. Kate Mortons, doch entpuppte sich diese Geschichte, trotz der ansprechenden Ausdrucksweise, den die Autorin hier an den Tag legt und trotz der nachdenklich machenden Lebensweisheiten, die Cora dann und wann durch den Kopf gehen, leider als etwas zähe Angelegenheit. Zwei Teile erwarten den Leser. Während sich der Großteil des ersten Teils mit vagen Andeutungen zu Coras Vergangenheit, bruchstückhaften Erinnerungen, Coras und Sylvias Zwist und Jacks und Cicilys Kennenlernen beschäftigt, was sich als leider sehr langatmige Angelegenheit für mich herausstellte und ich mehrfach versucht war, den Roman zwischenzeitlich wegzulegen, um mich anderer Lektüre zu widmen, entschädigte mich der 2. Teil dann doch wieder etwas, weil man darin endlich Coras wahre Geschichte erfährt und Cecily und Jacks Liebesgeschichte interessant beschrieben wird. Ein großes Manko war für mich, dass keine der agierenden Personen, ob Haupt oder Nebenfiguren, sympathisch auf mich wirkte. Zudem empfand ich, dass die Akteure zu blass blieben und viele Dialoge einfach zu sehr nach „Small Talk“ klangen, um mein Interesse halten zu können. Überhaupt wird viel beim Dinner zusammen gesessen oder im Garten gegessen, während man sich über die Sehenswürdigkeiten Roms austauscht oder eher uninteressante, allgemeine Themen, während die wirklich wichtigen Momente eher dünn gesät bleiben. So hatte ich anfangs große Probleme damit, überhaupt richtig in die Geschichte hineinfinden zu können, da die Autorin einen für mich sehr ungewöhnlichen Erzählstil an den Tag legte. Viele Nebensächlichkeiten finden indirekt Erwähnung; anstatt dass die Protagonisten sich in wörtlicher Rede miteinander austauschen, gleichen diese Momente eher einer Nacherzählung, was ich unheimlich ermüdend fand, vor allem, weil über 300 Seiten lang kaum etwas geschieht. Man darf zwar als Leser in die Köpfe von Cora, Sylvia oder auch Cecily schauen, doch geht mir die Autorin dabei einfach nicht tief genug, als dass ich dadurch auch gefühlsmäßig hätte angesprochen werden können. Wenn man dann endlich Coras Geschichte erfährt und das war für mich der einzige Grund an der Geschichte bis zum Ende dranzubleiben, ist des Rätsels Lösung schon verblüffend, doch bleibe ich dennoch bei meiner Meinung, dass die Story um mindestens 200 Seiten kürzer hätte ausfallen sollen und um einiges besser von mir bewertet worden wäre, wenn die Figuren greifbarer und facettenreicher gewesen wären. Sehr blass, bleibt leider auch Jack, dem verhältnismäßig nur sehr wenige gemeinsame Dialoge mit Cecily vergönnt wurden und über den man außer seines familiären Hintergrunds und Werdegangs kaum etwas Persönlicheres als gewisse Eckdaten, die er Cecily in einem Brief anvertraut, erfährt. Und auch, wie es sich mit Sylvias „Liebe“ zu Cora verhält, bleibt im Dunklen. Übrig bleibt eine Geschichte über eine geheimnisvolle Frau, die drei Ehen führte und unsterblich verliebt in einen Maler war. Coras Geheimnis selbst kann man im Laufe der Story zwar ein wenig erahnen, doch ein Überraschungsmoment bleibt am Ende dann doch. Kurz gefasst: Im Fokus: Eine alte Dame mit vielen Geheimnissen, die gelüftet werden müssen, doch der Weg bis dahin gestaltet sich bisweilen sehr zäh für den Leser. Lediglich der gestrafftere 2. Teil, und die ansprechende Ausdrucksweise der Autorin konnten mich von einer schlechteren Bewertung abhalten.

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Von der Autorin habe ich bisher noch nichts gelesen, da ich aber die Zeit der Handlung sehr spannend finde, das Cover mich an Downton Abbey denken ließ und ich geheimnisvolle Bücher liebe, da musste ich einfach zu diesem Roman greifen. Im Wesentlichen geht es im Buch um Contessa Cora, die so einige Geheimnisse in sich birgt, die im Verlauf der Geschichte sehr langsam offenbart werden. Der Einstieg ins Buch fiel mir zunächst leider nicht ganz leicht. Die Autorin hat zwar eine angenehme Erzählweise, aber irgendwie kommt die Geschichte am Anfang nicht so richtig in die Gänge und es wollte erst einmal der Funke nicht überspringen. Leider ist die Handlung zu Beginn doch sehr langatmig, weist Längen auf und fordert Durchhaltevermögen vom Leser ab. Es geht erst einmal um Dinge, die gar nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben, fast hat man das Gefühl es wurden Seitenfüller benötigt. Ab der zweiten Hälfte des Romans wird es dann aber endlich spannend und man wird mit gelüfteten Geheimnissen überschüttet. Von den handelnden Charakteren ist mir persönlich keiner so recht ans Herz gewachsen. Die Mehrzahl der Personen wirkte recht blass und oberflächlich. Der Roman beschreibt die dargestellte Zeit recht gut, wahrscheinlich bin ich beim Lesen einfach mit zu hohen Erwartungen herangegangen und ich bin einfach zu sehr eingefärbt von meinen Erfahrungen mit anderen Autorinnen, die im selben Genre unterwegs sind (Lucinda Riley, Kate Morton, Heidi Rehn oder Micaela Jary). Fazit: Ein solider Roman, der durchaus gut zu unterhalten weiß, wenn man sich auf ihn einlässt. Bedingt empfehlenswert!

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England im Sommer des Jahres 1911

Von: dubh aus Hamburg

02.01.2015

Cora, von allen "Contessa" genannt und die Schriftstellerin Sylvia sind seit langer Zeit sehr gute Freundinnen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Sylvia über das geheimnisvolle Leben von Cora ein Buch schreiben möchte und die betagte Dame zustimmt. Doch als Cora auf dem verlassenen Anwesen Temple Hill ankommt, sind alle in Aufruhr. Besonders eine junge Nachbarin namens Cecily Chadwick und dies beruht bald auf Gegenseitigkeit: denn kaum ist Sylvia ebenfalls auf Temple Hill angekommen, bricht die alte Dame ihr Versprechen, mauert plötzlich gegenüber ihrer Freundin und erzählt stattdessen Cecily allerhand aus ihrem Leben. Die junge Frau ist aber nicht nur an Cora interessiert, sondern auch an deren Enkel, dem ausgesprochen attraktiven Jack. Als dieser ihre Gefühle zu erwidern scheint, träumt Cecily vom prickelndsten Sommer ihres Lebens - voller Abenteuer und Schmetterlinge im Bauch... Zugegebenermaßen ist dies mein erstes Buch von Judith Kinghorn, da ich aber ab und an gerne Romane lese, die von Geheimnissen handeln, die meist auf (ehemals) prunkvollen Anwesen spielen, in (scheinbar) mit allerhand Luxus gesegneten Familien. Besonders wenn diese Geheimnisse sich über Generationen oder eine sehr interessante Zeitspanne spannen... Und Anfang des letzten Jahrhunderts bis weit in die goldenen 1920er zählt für mich zu einer der interessantesten Zeitspannen. Von daher passte das Buch prima in mein "Beuteschema" und versprach einige wunderbare Lesestunden auf dem Sofa - im Winter für mich eine herrliche Vorstellung. Doch leider entpuppten sich schon bald die ersten Probleme: die Figuren waren und blieben mir allesamt fremd, weil ich einfach nicht mit ihnen warm wurde. Dialoge blieben an der Oberfläche, die Charaktere wurden angerissen, aber es fehlte ihnen in meinen Augen an Tiefe. Aber nicht nur das, was noch viel schlimmer war: der Roman zog sich ziemlich in die Länge, gerade die Bruchstücke aus Coras Erinnerung und die ersten Szenen zwischen Cecily und Jack zogen sich unwahrscheinlich dahin. Bitte nicht falsch verstehen: wenn ich beispielsweise ein literarisches Buch lese, kann ich mich durchaus auch einmal "abarbeiten" - aber bei einem solchen Roman, den ich als Schmöker einstufe, erwarte ich irgendwie, dass die Lektüre „flutscht“, ich vom Alltag abgelenkt werde und mich auch atmosphärisch gut unterhalten fühle. Wenn ich mich aber abmühen muss, macht es mir unter Umständen rasch keinen Spaß mehr und dann fällt es mir zunehmend schwer, überhaupt dabei zu bleiben. So habe ich mich bei 'Das Erbe von Temple Hill' mehrfach dabei ertappt, dass ich beim Lesen abgeschweift bin und mich anschließend an etliche Seiten nicht mehr erinnern konnte. Zum Ende tut sich dann noch Einiges - das Lüften der Geheimnisse um Cora war wieder einigermaßen interessant, aber wenn ich ehrlich bin, hätte ich dies im Grunde fast nicht erfahren, da ich nicht nur einmal überlegt habe, abzubrechen. Kurzum, auch wenn es ein hartes Urteil ist: mittlerweile gibt es so viele spannende Familiengeheimnis-Romane, dass man auf diesen hier getrost verzichten kann. An dieser Stelle eine Empfehlung für einen solchen (gelungenen) Roman - ebenfalls aus dem Hause Blanvalet: 'Die Tuchvilla' von Anne Jacobs. Wenngleich dieser nicht in England spielt, so ist er spannend und sehr flüssig erzählt.

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