Leserstimmen zu
Der Herr der Ringe. Erster Teil: Die Gefährten

J.R.R. Tolkien

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Hörbuch MP3-CD
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Mittelerde wird von Sauron bedroht. Um ihn zu stoppen, macht sich der Hobbit Frodo zusammen mit acht Begleitern auf den Weg, Saurons Ring der Macht zu zerstören. „Der Herr der Ringe“ ist seit meiner ersten Begegnung mit der Geschichte im Jahr 2001 eine meiner allerliebsten Buchreihen. Auch wenn ich mich durch die Bücher und Filme mittlerweile schon mindestens 20 Mal nach Mittelerde begeben habe, bekomme ich einfach nicht genug davon. Daher wollte ich die Reise nun zum ersten Mal mit dem Hörbuch antreten. Der erste Band der Trilogie kümmert sich natürlich um die Einleitung. Die Welt, in die Geschichte spielt, wird vorgestellt, ebenso wie die Protagonisten. Hier merkt man gut, dass die Leidenschaft des Autors J.R.R. Tolkien eigentlich eher bei der Erschaffung neuer Welten und Rassen lag, als bei der Charakterisierung einzelner Individuen. Obschon die einzelnen Figuren sich genügend unterscheiden, sind sie in sich doch nicht so fein ausgearbeitet, wie die Landschaft oder die Rassen der Elben, Hobbits etc. als solche. So sehr ich die Trilogie liebe, so wenig kann ich ihre Schwachstellen vergessen, die sich vor allem hier im ersten Band zeigen. Die Einleitung zieht sich ewig hin, es dauert Stunden, bis die Geschichte wirklich beginnt. Und auch dann zieht sie sich an vielen Stellen relativ zäh, weil Tolkien mehr Zeit mit Landschaftsbeschreibungen verbringt als damit, die Handlung voranzutreiben. Auch die vielen Lieder und Gedichte machen die uns fremde Welt Mittelerde zwar plastischer, drücken aber das Erzähltempo in Schneckengleiche Richtungen. Hier muss ich ausdrücklich Peter Jacksons Verfilmung loben, die diese zähen Längen geschickt gestrichen hat, ohne allzu viel von der Handlung aussen vor zu lassen. In meinen Rezensionen äussere ich mich nur selten zur Übersetzung. Dies liegt daran, dass ich mir dazu auch nur selten wirklich Gedanken mache. Hier ist sie mir aber ins Auge, respektive ins Ohr gestochen. Obschon ich mich in den letzten eineinhalb Jahrzehnten wiederholt intensiv mit dem Herrn der Ringe beschäftigt habe, sowohl in der Buch- wie auch in der Filmversion, ist das Hörbuch erst mein zweiter Kontakt mit der deutschen Übersetzung. Sonst kenne ich nur das englischsprachige Original, als Buch und als Film. Als ich die Trilogie zum ersten Mal gelesen habe, tat ich dies in der deutschen Version. Ich hatte die Bücher von meiner Mutter ausgeliehen, die Ausgabe war aus den 1970ern, und dementsprechend noch die alte Übersetzung von Margaret Carroux. Mit der neuen Übersetzung von Wolfgang Krege hatte ich nun erst mit diesem Hörbuch Kontakt, und ich muss direkt festhalten, dass ich sie nicht mag. Und zwar gar nicht. Wie kann man auf die Idee kommen, Frodo von Sam als „Chef“ anreden zu lassen? Auch „tidings“ mit „Post“ zu übersetzen finde ich sehr unpassend, „Post zu überbringen“ oder „dies ist schlimme Post!“ passt schon von der Stimmung her überhaupt nicht nach Mittelerde (ich sah vor meinem inneren Auge einen Elben mit Mütze und einer gelben Umhängetasche vor mir…). Ebenso fand ich die Wahl der Du- und Sie-Form nicht immer stimmig. Der Sprecher Achim Höppner gefiel mir hingegen ganz gut. Er gab der Geschichte die richtigen Emotionen mit und versuchte auch, den verschiedenen Charakteren ihre eigenen Stimmen zu geben, damit sie besser auseinanderzuhalten sind. Nur die hohe Piepsstimme, mit der er Pippin gesprochen hat, ging mir sehr auf die Nerven. Dass Höppner als Synchronsprecher von Gandalf bekannt ist, ist mir nicht negativ aufgefallen. Da ich die Filme immer nur auf Englisch gesehen habe, fehlte mir die feste Verknüpfung der Stimme mit Gandalf, die bei anderen Hörern anscheinend teilweise zu Verwirrung geführt hat. Mein Fazit Auch wenn ich die Trilogie liebe, der Einstiegsband ist etwas gar zäh. Die Hörbuchversion gefällt mir grundsätzlich ganz gut, die Übersetzung versaut jedoch vieles.

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