Leserstimmen zu
Der Arm des Kraken

Christoph Peters

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Grauenhaft schlecht

Von: M. Mendel aus Rampe

15.12.2018

Mein erstes und eindeutig letztes Buch, das ich von diesem Autor gelesen habe. Autoren müssen sich heutzutage von der Masse von Schriftstellern abheben, um am Markt bestehen zu können. Eine Möglichkeit wäre, eine aussergewöhnliche Erzähltechnik anzuwenden. Genau das hat Christoph Peters versucht. Sein Versuch ging jedoch vollkommen daneben. Dem Leser wird zugemutet, einen Satz zu lesen, der sich, ohne enden zu wollen über ZEHN Seiten erstreckt und dabei alle Informationen, Meinungen und Spekulationen enthält, die dem Autor beim Schreiben eingefallen sind. Einfach aneinander gereihter Blödsinn. Dabei wäre das Thema, dem sich Peters gestellt hat, Berlin als Schauplatz eines japanischen Killers, sehr interessant gewesen. Ich, meinerseits, werde den Fortgang des Geschehens nicht mehr erleben, denn ich habe das Buch nach dem verzweifelten Lesen nach Seite 52 entnervt in den Mülleimer geworfen.

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In die Geschichte selber habe ich sehr gut hineingefunden. Auch wenn die Story gleich von Null auch Hundert steigt, so hat man nicht das Gefühl, einfach so hineingeworfen zu werden. Auch mit den Charakteren konnte ich mit gut anfreunden. Wobei, mit den ein oder anderen möchte man nicht wirklich befreundet sein. Kommissarin Annegret Bartsch steht in diesem Buch im Mittelpunkt. Sie ist eine frustrierte, etwas schludrige Frau. Zumindest scheint es so. Doch hin und wieder spürt man, dass auch Sie Angst hat und nicht weiter weis und dankbar für jede Hilfe ist. Auch, wenn Sie es selber vielleicht nicht zugeben mag. Die zweite Hauptfigur des Buches ist, der japanischer Killer Fumio Onishi. Kommissarin Annegret Bartsch ermittel im Fall des ermordeten Japaners Yuki, dessen Leiche in einem Park aufgefunden wurde. Die Lösung des Falles liegt in weiter Zukunft, den niemand will ihr Informationen geben und so gestaltet sich die Aufklärung schwierig. Ich will heute eigentlich gar nicht zu viel verraten, den ich mochte das Büchlein ganz gerne und wer Krimi mag, wird sich sicherlich auch dieses zu herzen nehmen. Für meinen Fall jedoch bleiben solche Morde in Büchern, die sich zudem auch noch in Deutschland abspielen immer sehr im Gedächtnis, sodass ich schon in die heutige Zeit hineinblicke und Parallelwelten suche.

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Klein Vietnam

Von: wal.li

26.08.2016

Im Berliner Vietnamesen Viertel wird die Leiche eines Japaners gefunden. Ein unerwarteter Fund, der nicht ins ruhig gewordene Bild passt. Der Tote trägt Tattoos wie sie von der Yakuza bekannt sind. Sollte sich da ein neuer Krieg unter verschiedenen Sparten des organisierten Verbrechens anbahnen? Kommissarin Annegret Bartsch, die seit über zehn Jahren in der Vietnam-Kommission beschäftigt ist und sich dort allmählich wie auf dem Abstellgleis vorkam, muss nun alle Kräfte zusammentrommeln. Was sie zunächst nicht weiß, ein weiterer Japaner ist in Berlin angekommen, um die Umstände des Todes seines Protegé Yuki zu klären. Zunächst einmal muss die Zuständigkeit für den Fall geklärt werden, denn weil es unter den Vietnamesen so lange ruhig war, fühlt sich das normale Morddezernat zuständig. Die jahrelang gesammelten Spezialkenntnisse von Annegret Bartsch werden vermeintlich erstmal nicht gebraucht. Inzwischen begibt sich Fumio Onishi auf die Spuren seines ehemaligen Schützlings. Was hatte dieser vor? Hat er sich von der Organisation abgewandt? Wollte er etwa eigene Geschäfte aufziehen? Onishi beginnt Fragen zu stellen, zunächst bei den möglichen Freunden und Bekannten Yukis und natürlich auch bei dessen Freundin. Nikola, eine Deutsche, scheint größeren Einfluss auf Yuki gehabt zu haben als üblich. Die Wege von Kommissarin Bartsch und Fumio Onishi führen aufeinander zu und sind doch von einander getrennt. Um das klar zu machen, wähl Christoph Peters ein Stilmittel, dass die beiden Handlungsstränge eindeutig voneinander abgrenzt. Allerdings wird die Lektüre durch die ohne Punkt formulierten Gedanken der Kommissarin nicht unbedingt einfacher. Ob absichtlich herbei geführt oder nicht, so wendet sich die Sympathie beinahe automatisch mehr dem Killer Onishi zu, der planvoller und mit mehr Übersicht vorzugehen scheint. Fraglich, ob überhaupt die Möglichkeit besteht, den Fall wirklich zu klären. Vermutlich spielen verschiedenste Parteien sich gegeneinander aus. Die Polizei möchte in diesem Spiel gerne die lachende Dritte sein. Doch wer ist mit seinen Gedankenspielen einen Schritt voraus? Asiaten in der Bundeshauptstadt, Geschäfte, die ohne Kunden auskommen und doch ordentlich Umsatz bringen. Zonen, die unter verschiedenen Gruppen aufgeteilt sind. Ist da eine Parallelgesellschaft entstanden, deren Abläufe nicht einmal die Polizei richtig durchblickt? Lösen sie ihre Probleme lieber selbst, ohne die Staatsgewalt hinzuzuziehen? Ein spannender und ungewöhnlicher literarischer Ausflug, allerdings kein Kriminalroman im üblichen Sinne. Denn so wie die Polizei nicht alles durchdringt, so bleibt auch dem Leser einiges verborgen. Tatsächlich ist der Weg eher das Ziel, ein Weg, der fesselt.

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Christoph Peters, der Rheinländer mit dem Faible für Japan (siehe auch „Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln“ und „Mitsukos Restaurant“), wagt sich in seinem neuen Roman „Der Arm des Kraken“ thematisch in Bereiche eines Thrillers vor. Handlungsort ist der Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, früher ein Arbeiterbezirk, mittlerweile aber ein gentrifiziertes Wohngebiet für Gutverdiener. Neben diesem wohlanständigen Bürgertum existiert dort aber auch noch eine Parallelgesellschaft, in der die vietnamesische Mafia das Sagen hat. Und gegen deren Treiben kann auch die Berliner Polizei mit ihrem Sonderdezernat nichts ausrichten. Das muss auch Kommissarin Annegret Bartsch erkennen, die in dem Fall des Japaners Yuki ermittelt, dessen Leiche in einem Park aufgefunden wird. Er ist keines natürlichen Todes gestorben, sondern wurde erschossen. Ihre Nachforschungen gestalten sich schwierig, denn niemand gibt Informationen preis. So kann sie nur vermuten, dass sich kriminelle Elemente im Prenzlauer Berg einen tödlichen Kampf um die Vorherrschaft liefern. Dieser Verdacht erhärtet sich, als Fumio Onishi in Berlin eintrifft, ein Meister mit dem Schwert und Killer der Yakuza, der den Tod seines Landsmann aufklären und rächen möchte. Und schon bald pflastern Leichen seinen Weg… Es sind zwei Welten, die in Christoph Peters „Der Arm des Kraken“ aufeinanderprallen, repräsentiert durch die beiden Hauptfiguren. Auf der einen Seite Annegret Bartsch, die chaotische Kommissarin des Vietnamdezernats, die weitgehend erfolglos vor sich hin ermittelt, und deren Privatleben ein einziger Scherbenhaufen ist. Sowohl das Verhältnis zu ihrem Mann als auch zu der halbwüchsigen Tochter ist problematisch und wird für sie zunehmend belastend. Auf der anderen Seite Onishi, die japanische Ein-Mann-Armee, hochdiszipliniert und organisiert, dem Kodex der Samurai verpflichtet, der ohne Rücksicht auf Verluste seinen Auftrag durchzieht. Der Autor arbeitet mit Perspektivwechsel und lässt uns das Geschehen abwechselnd durch die Augen der beiden Protagonisten betrachten, wobei die Passagen aus Sicht der Kommissarin sehr anstrengend zu lesen sind. Geschrieben in der Form eines inneren Monologs, ohne Punkt und Komma, werden Beobachtungen, Empfindungen und individuelle Interpretationen wild aneinandergereiht. Im Gegensatz dazu sind die klar strukturierten Kapitel Onishis eine erholsame Abwechslung. Auch dieser Kniff dient dazu, die beiden Personen klar gegeneinander abzugrenzen und deren Unterschiede deutlich zu machen. Und gerade in dieser präzisen Charakterisierung liegt die Stärke des Romans.

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