Leserstimmen zu
Ikarus

Andreas Brandhorst

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Solide Belletristik

Von: TB aus Berlin

19.05.2018

Dies ist einer der besseren Romane von Brandhorst. Mit Zutaten, die man von anderen Autoren kennt (der Tote, der seinen Mörder jagt: Iain Banks; ein mysteriöses, antikes Artefakt ... Dutzende von Autoren .. usf.) schafft er es, einen spannenden Thriller zu komponieren, der in einer von ihm liebevoll ausgedachten Welt spielt. Ein eher leichtes Lesevergnügen ... aber immer noch ein Lesevergnügen.

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Bei so einem dicken Brocken denkt man erst mal: Okay, entweder das wird super spannend - oder nicht. Doch bereits nach den ersten Seiten wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht: Takeder, dessen Bewusstsein nach seinem plötzlichen Tod, in den Körper eines Kopiaten (Klon) übertragen wird, hat zwanzig Tage Zeit um den Mörder zu finden. Und vor allem auch das Rätsel um seinen Tod zu lösen - das irgendwie mit dem Stichwort "Ikarus" zu tun haben scheint. Doch was oder wer ist Ikarus? Neben der Hauptstory um Takeder gibt es auch noch weitere Handlungsstrenge, die sich mit jedem Kapitel immer mehr miteinander verweben und man selbst als Leser einfach nicht ahnt, worauf das ganze hinauslaufen soll. Neben einer gehörigen Portion Sci-Fi (vor allem digitale Welt) spielen auch Krimi- und Thrillerelemente eine Rolle, sodass sich auch Nicht-SciFi-Fans gerne mal an das Buch herantrauen dürfen!

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"Das Kosmotop" war ein gelungenes Paradebeispiel für epische Science Fiction. Der Autor Andreas Brandhorst hatte mit diesem Roman ein unvergleichliches Meisterwerk geschrieben. Und jetzt liegt mit "Ikarus" sein neuster Roman vor. Jamo Jamis Takeder war Zeit seines Lebens ein wichtiger Politiker auf seinem Planeten Tayfun. Er hatte vor allem mit der sogenannten Independenz zu tun, einer Gruppierung von Aliens, die die Welt und andere menschliche Kolonien vom Rest der Galaxie abschirmen und beherrschen. Takeder hatte etwas entdeckt und wurde daraufhin umgebracht. Doch vor seinem Ableben hinterließ er eine Verfügung, sein Bewusstsein in einen Klon, einen sogenannten Kopiaten zu übertragen. Dieser hat jetzt den Auftrag, den Mörder des Originals zu finden. Doch dafür hat er nur 20 Tage Zeit. Danach schaltet er sich selber aus. Und gleichzeitig wird ihm klar, dass es um mehr geht, als einen simplen Mord. Der Plan "Ikarus" spielt eine wichtige Rolle. Nur worum es sich dabei handelt, weiß er nicht. Zuerst wirkt es wie normaler Mordfall, nur eben unter SciFi-Umständen. Doch dann, im Laufe des Romans, wird die Sache immer epischer. Und dies geschieht fast unmerklich. Irgendwann hat die Handlung von "Ikarus" enorme Ausmaße erreicht. Und wenn man das merkt, ist man erstaunt. Keine Zweifel: Andreas Brandhorst stellt mit "Ikarus" erneut sein Können unter Beweis. Die Handlung, die er zu Papier bringt, ist spannend und offeriert wiederholt Plottwists. Und zwar vom Anfang bis zum Ende. Selbst kurz vor dem Finale gibt es eine Wendung der Handlung, die man so nicht hat kommen sehen. Und die trotzdem noch logisch und nachvollziehbar ist. Das Schöne an dem Buch sind die Charaktere, die alle enorm abwechslungsreich sind. Takeder, der Kopiat, ist dabei bemitleidenswert. Er steht unter Druck und nicht alles läuft nach Plan. Wiederholt wird ihm bei den Ermittlungen der Boden unter den Füßen weggezogen. Angefangen von der Erkenntnis, dass er nicht alle Rechte seines Originals besitzt bis hin zu dem Moment, wo er komplett rechtelos wird. Wobei es aber auch Szenen gibt, in denen deutlich wird, dass er und sein Original alles andere als Waisenknaben sind. So sieht er verächtlich auf seinen Sohn herab und hat sich einige Sachen erlaubt, die so nicht in Ordnung waren. Und trotzdem wirkt er sympathisch, was vor allem an seiner glaubwürdig dargestellten Wandlung vom Saulus zum Paulus wirkt. Denn er beginnt gegen die Independenz vorzugehen, obwohl er jahrelang mit ihnen zusammengearbeitet hat. Eine andere Handlungsebene sind die Rebellen, vor allem Mercurio und Nadja. Das faszinierende an ihren Erlebnissen ist, dass diese nicht immer in der Realität stattfinden, sondern in der Virtualität. Hier beschreibt der Autor die Konsequenzen einer stark verschachtelten virtuellen Realität, die sich auf Körper und Seele auswirken. Doch wer jetzt meint, dass hier mit dem Konzept der Wirklichkeit gespielt wird, der wird enttäuscht sein. Aber es würde auch nicht zu dem Buch passen, wenn all das, was geschrieben wird, stets in Zweifel gezogen werden würde. Vor allem würde es sich mit den anderen Handlungsebenen beißen, weshalb das schon eine gute und richtige Entscheidung des Autors war. "Ikarus" ist ein Roman, dessen Komplexität und Epik erst nach und nach sichtbar werden. Aber genau das ist auch der Grund, weshalb der Band so einen Spaß beim Lesen macht. Und aus diesem Grund ist das Buch ein "Klassiker" und ein "Splashhit".

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Ikarus

Von: ralfreitze

06.08.2015

Der Holder Jami Jamis Takeder ist tot. Der Kopiat Jami Jamis Takeder erwacht ohne Bürgerrechte in seinem violetten Körper und hat 20 Tage Zeit, seinen (eigenen) Mörder zu finden. Nach diesen 20 Tagen stirbt sein Körper, keine weiter Kopie ist möglich. Die Tätigkeiten des Kopiats werden von einer Kommission aufgezeichnet, zusätzlich hat der Kopiat von seinem Vorgänger aber noch 1 % des Vermögens der Holding mitbekommen, um die Suche komfortabel zu gestalten. Jamis ist verwirrt, die Aufzeichnung seines getöteten Ichs liegt 2 Tage zurück, was hat Jamis dazu getrieben sein Bewusstsein aufzuzeichnen, ahnte er von dem Mord? Was oder wer ist die Stimme, die in seinem Inneren spricht und ihm Informationen zuflüstert, die er nicht zuordnen kann? Die menschliche Rasse wird seit 400 Jahren von den Regulatoren, einem Zusammenschluß von 12 höher entwickelten Zivilisationen, begrenzt, beschnitten, die menschlichen Kolonien auf den Planeten sind voneinander abgeschnitten. Wir sind im Tau-Ceti-System 12 Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Regeln werden von den Besatzern gemacht, nur wenige Menschen, die in Creditoren, Debitoren und Herrschenden, die 'Holder', aufgeteilt sind, kommen in den Genuss von höher entwickelter Technik und Privilegien. Daneben existiert eine Widerstandsgruppe, die Liberalisten, die die 4 Jahrhunderte lange Isolation beenden will. In diese Welt werden der Kopiat und der Leser ahnungslos geworfen. Vor seinem Tod war Jamis ein mächtiger Holder, jetzt ohne Bürgerrechte und ohne vollständige Erinnerung an sein früheres Leben, versucht er sich verzweifelt zurecht zu finden. Wem kann er trauen? Hatte der echte Takeder überhaupt Freunde? Welche Rolle spielen seine Frau, oder sein Sohn Erik, der nach seinem Tod den Vorstand der Holding übernahm?Das Wirtschaftsunternehmen verkauft sogenannte Lizenzen, der Regulatoren Hardware, was sind die Interessen der fremden Spezies, warum werden die Menschen eingesperrt? Aus der Sicht von Takeder erleben wir die ersten 'Gehversuche' in diesem atemlosen Thriller und dann wird der Kopiat auch noch Opfer eines Giftanschlages, der die Lebenszeit des violetten Körpers nochmal drastisch reduziert. Brandhorst hält sich hier nicht mit Erklärungen auf, der Leser muss sich die meisten Punkte mühsam zusammenreimen. Es ist eine verwirrende Welt, die Brandhorst hier parat hat, aber auch eine, die sich von dem vorherigen Bestseller Kosmotop unterscheidet. Das Einzige was beide verbindet, ist die Fülle von Ideen, die auf den Leser hereinprasseln. Hier ist noch mehr Aufmerksamkeit gefragt, das Tempo und die Spannung werden bis aufs Äußerste angezogen. Der Leser fühlt sich wie Takeder, ein Kopiat, mit unzureichendem Wissen ausgestattet, ein Gift, das in seinem Körper zirkuliert, auf der Suche nach dem Mörder, ohne Wasser oder Essen zu benötigen (wie der Körper des Kopiaten) ist er dem Buch ausgeliefert! Dass nach der Hälfte des Romanes die Hoffnung und Zuversicht des Kopiaten und des Lesers auf eine neue Tiefstmarke gesunken ist, das Buch aber trotzdem noch nicht einmal bei der Hälfte der Seiten ist, erstaunt, dann fasziniert es einen, wie Brandhorst noch den letzten Rest von Spannung und Komplexität in die Geschichte verpackt. Das Tempo wird noch atemloser, noch dichter, bis Brandhorst wirklich die maximale Aufmerksamkeitsspanne des Lesers erreicht hat. Ikarus ist nicht bloß ein atemloser Thriller mit Materialschlacht, das Konzept des Ikarus der den Göttern trotzt und der Erde flieht ist hier als Assoziation zu dem geheimen Projekt Ikarus zu verstehen, das Auflehnen der Menschheit gegen ihre Wächter. Auffallend ist auch das vollkommen andere Konzept von Ikarus zu Kosmotop. Hatte ich beim Kosmotopen gedacht, Brandhorst hatte hier seine Ideen für Jahrzehnte verschleudert, wurde ich bei Ikarus eines Besseren belehrt. Was unter dem Tempo leidet, sind dann doch etwas die Figuren. Außer mit Takeder und vielleicht noch Mercurio, dem Führer der Liberalisten, wird man mit keiner anderen Nebenfigur warm, auch wenn teilweise sogar aus ihrer Sicht erzählt wird. Ob Ikarus jetzt nun der Sonne zu nahe kommt und deswegen zu hart auf dem Boden aufschlägt, mag der geneigte Leser selber lesen. Für mich ist Brandhorst einer der interessantesten, packendsten, innovativsten und spannensten lebenden Science Fiction Autoren, von dem ich bestimmt noch nicht das letzte Buch gelesen habe.

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Auf der Suche nach dem eigenen Mörder

Von: Barbara Wenzler

28.07.2015

Inhalt Wir befinden uns auf Tayfun, einem von 17 von Menschen besiedelten Planeten. Die Gesellschaft ist unterteilt in Kreditoren und Debitoren, wobei letztere es schwer haben, von ihrer Schuldnerseite weg zu kommen. Deshalb haben sich einige zu den sogenannten Liberisten zusammengeschlossen, um gegen dieses System anzukämpfen. Auf Seiten der Kreditoren stehen dagegen die einflussreichen Holder, die über Vermögen und Macht verfügen. Die Rigger, eine weitere Spezies, halb Mensch, halb Maschine, mischen ebenfalls mit und versuchen, ihren Einfluss zu erhöhen. Die Macht, die über allen steht: die Regulatoren: Seit 400 Jahren kontrolliert und isoliert diese außerirdische Intelligenz die Menschen auf diesem Planeten und nimmt sogar verstärkt Einfluss auf das Wetter. Als deren Aktivitäten mehr und mehr zunehmen, wird langsam klar, dass sie irgendetwas im Schilde führen. Etwas, das mit der Verbotenen Zone auf dem Planeten zu tun hat... Als Jamo Jamis Takeder erwacht, ist das erste, das er erfährt, sein eigener Tod. Ihm wird klargemacht, dass er nur eine Kopie seines vor zwei Stunden ermordeten Originals ist und nun laut einer Testamentsvereinbarung 20 Tage Zeit hat, seinen Mörder zu finden. Als Kopiat macht er sich nun auf die Suche nach Informationen über die letzten Geschehnisse und muss erkennen, dass ihm zwei Tage an Erinnerungen fehlen und nicht nur das, sondern auch sonst ist sein Erinnerungsvermögen bruchstückhaft. Ohne zu wissen, wem er trauen kann, wer die Wahrheit spricht und was er kurz vor seinem Tod getan hat, versucht er aus den vielen Puzzleteilen ein vollständiges Bild zu erhalten, um seinen Mörder zu finden. Und immer wieder stolpert er über das Wort „Ikarus“. Was hat es damit auf sich? Wusste er einst darüber Bescheid? Meine Meinung Mit „Ikarus“ ist dem Autor wieder eine sehr spannende Geschichte gelungen. Science-Fiction mit Thriller- bzw. Krimi-Elementen machten die Geschichte für mich zu einem tollen Rätselraten, bei dem ich als Leserin sehr gut mit der Figur des Takeder mitfiebern konnte. Vieles sprach dafür, dass sein Tod mit „Ikarus“ zu tun hatte, doch wer oder was steckte dahinter und wer wollte davon profitieren und einen Mord dafür begehen? Takeders Suche, und damit auch die des Lesers, wurde erschwert durch die Erinnerungslücken und die Ungewissheit, wem man trauen konnte. Sollte der Original-Takeder sich tatsächlich mit den Rebellen getroffen haben, die er so verabscheute? Warum hat sich sein eigentlich bester Freund so seltsam verhalten? Und woher kommen die Stimmen, die ihm Anweisungen gaben? .... Gemeinsam mit dem Kopiat versuchte ich beim Lesen, mich zu orientieren und Zusammenhänge zu finden. Vieles war seltsam und erst einmal unverständlich, doch nach und nach klärten sich die Fragen und wurde mir die Welt, in der wir uns hier im Buch bewegten, deutlicher. Denn wir begleiten nicht nur Takeder, sondern auch den Liberisten Mercurio und lernen so die andere Seite kennen, die schon lange versucht, sich den Fesseln des Schuldensystems zu entziehen. Auch die Bekanntschaft mit einem Rigger, halb Mensch halb Maschine sorgt für spannende Momente. Und die Szenen mit einigen Debitoren macht auch deren Los deutlich, immer wieder darum zu kämpfen, von der Debitoren- auf die Kreditorenseite zu wechseln, auch wenn sie dafür riskante Aufträge annehmen müssen. Takeder lernt bei seinen persönlichen Ermittlungen nicht nur, was es mit Ikarus auf sich hat, sondern lernt auch die ihm eigentlich bekannte Welt dabei neu kennen, mit anderen Augen eben. Auch wenn sein Original ihn immer wieder gerne beeinflussen möchte, so wird der Kopiat mit der Zeit immer eigenständiger und bewertet das Gesehene und Gehörte ganz neu. Diese Veränderung der Persönlichkeit war sehr gut mitzuerleben, ich konnte es richtig spüren beim Lesen. Aber auch die anderen Figuren waren sehr interessant und lebendig beschrieben. Ihre Gedanken und ihre Motivationen waren spannend zu lesen und auch die Nebenfiguren hatten alle Ausstrahlung, z. B. hatte Takeders Ehefrau nur kurze Auftritte, aber dafür sehr deutliche. Und die anderen Spezies wie z. B. Rigger, Glaziale und Regulatoren waren natürlich auch wieder sehr beeindruckend in ihrer Art und ihren Handlungen. Besonders beeindruckend war, wie in den anderen Büchern des Autors auch, wieder die beschriebene Welt. Die Beschreibungen des Planeten Tayfun, die Schiffsstadt der Regulatoren, das Apartment Takeders u. ä. auf der einen Seite und die virtuellen Welten, die Reisen durch die Datennetze und Zeitparallaxen auf der anderen Seite. Ob real oder virtuell, ich hatte wieder vermehrtes Kopfkino beim Lesen! Ich bewundere immer wieder die vielseitige Fantasie des Autors und seine besondere Fähigkeit, durch seinen Schreibstil in meinem Kopf intensive Bilder und Filme zu erzeugen. Es ist sicherlich kein Buch zum Nebenher lesen, das würde ich bei keinem der Bücher des Autors tun, sondern die Handlung erfordert auch bei dieser Geschichte wieder viel Aufmerksamkeit. Dann ist es aber ein ganz besonderes Lesevergnügen und belohnt wird man auch hier wieder damit, dass alle Fäden am Schluss doch zusammenfinden. Und nach einem actionreichen und spannenden Finale bietet das Ende dann auch noch einen schönen Ausklang.

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Eine Kopie jagt den Mörder seines Originals

Von: Karin Wenz-Langhans

24.07.2015

Als der einflußreiche Holder Jamo Jamis Takeder von Tayfun zu sich kommt, erfährt er, daß er lediglich ein Kopiat mit den Erinnerungen des Holders ist, da dieser vor wenigen Stunden ermordet wurde. In seinem Testament hat er verfügt, daß er als Kopiat das Recht hat, seinen eigenen Mord aufzuklären – dafür hat er 20 Tage Zeit, bevor sein Kopiatenkörper zerfällt. Aber es geht nicht nur um die Suche nach dem Mörder, sondern auch um das Geheimnis von Ikarus. Mit Ikarus führt der Autor die Leser auf den Planeten Tayfun, einer von siebzehn von Menschen besiedelten Planeten, die sich zur Independenz zusammengeschlossen haben. Die Menschen sind allerdings nicht unabhängig, sondern werden seit vierhundert Jahren von den mächtigen Regulatoren kontrolliert. Die menschliche Gesellschaft auf Tayfun unterteilt sich in Kreditoren (Gläubiger) und Debitoren (Schuldner). Auf der Kreditorenseite wollen einige der mächtigen und einflußreichen Holder die Kontrolle der Regulatoren durchbrechen, während auf der Debitorenseite die sogenannten Liberisten im Untergrund dafür kämpfen, das Kreditoren-/Debitorensystem zu überwinden. Der Leser erlebt Tayfun aus der Sicht des erwachten Kopiaten Takeders und seinen Erinnerungen, die jedoch lückenhaft sind, wie sich bald herausstellt. Man wird in eine unbekannte Welt geworfen und vieles hört sich erstmal unbekannt an, aber im Laufe der Lektüre werden die Fragen nach und nach beantwortet. Sehr hilfreich ist in dem Zusammenhang auch das Glossar am Ende des Buches. Mir hat das Kennenlernen von Tayfun und die Suche nach Takeders Mörder und Ikarus wieder sehr viel Unterhaltung und Spannung bereitet. Jamo Jamis Takeder besticht nicht unbedingt durch seine sympathische und menschenfreundliche Art. Vielmehr erscheint er zynisch, seine Ehe und sein Verhältnis zu seinem Sohn sind miserabel, die Debitoren sind ihm nur gut genug, wenn sie seinen Zielen dienen, die Liberisten sieht er als Verbrecherbande an. Allerdings muß er als Kopiat bald feststellen, daß er eben kein Mensch mehr ist und damit deutlich weniger Rechte und Ansehen geniesst als die Debitoren. Andreas Brandhorst entwickelt eine spannende und rätselhafte Geschichte und mir schwirrten während des Lesens viele mögliche Theorien durch den Kopf, von denen höchstens Bruchstücke zutreffend waren. Bis zum Schluß wurde ich immer wieder mit neuen Wahrheiten verblüfft. Das Ende finde ich sehr gelungen, weniger Action, sondern eher ein ruhiger Abschluß. Insgesamt ist Ikarus wieder ein sehr gelungener Science-Fiction-Roman des Autors, der mir viele spannende Stunden beschert hat.

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