Leserstimmen zu
Der Engelsbaum

Lucinda Riley

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Taschenbuch
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Zwei Dinge vorneweg: Erstens, ich habe die ersten Kapitel des Buches auf deutsch gelesen, bin danach aber auf das ungekürzte englische Hörbuch umgestiegen. Dennoch denke ich, dass ich anhand der auf deutsch gelesen Kapitel sagen kann, dass die Übersetzung sehr gut gelungen ist und sich sehr ansprechend liest. Zweitens, ich war der Meinung, bei "Der Engelsbaum" handle es sich um ein aktuelles Buch der Autorin, und ich war überrascht, als ich feststellte, dass das Buch eigentlich schon vor 20 Jahren unter einem anderen Titel und einem Künstlernamen erschienen ist! Ich habe erst vor kurzem eines der neueren Bücher von Lucinda Riley gelesen, und ich habe tatsächlich den Eindruck, dass man da einen Unterschied bemerkt: zwar ist auch "Der Engelsbaum" eine komplexe, verschachtelte Geschichte, die sich über mehrere Generationen erstreckt und sich dem Leser nur in kleinen Puzzleteilchen enthüllt, aber die Charaktere zeigen in meinen Augen weniger Tiefe. Auch der Schreibstil hat meiner Meinung nach nicht die gleiche detailverliebte Lebendigkeit, nicht ganz die mühelose Sogkraft. Besonders die Dialoge fand ich öfter ein wenig hölzern. Dazu muss ich aber sagen, dass das Jammern auf hohem Niveau ist: wäre es kein Buch von Lucinda Riley, hätte ich nicht solch hohe Erwartungen zur Lektüre mitgebracht! Die Geschichte hat durchaus ihre glanzvollen Momente, ihre originellen Einfälle... Ich fand sie auch überwiegend unterhaltsam und spannend zu lesen, mit nur gelegentlichen Längen. Der Schreibstil ist beileibe nicht schlecht, nur eben meines Erachtens nicht ganz auf dem Niveau, das Lucinda Riley in ihren neueren Werken vorlegt. Mein größtes Problem waren allerdings die Protagonistinnen: im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, die es mir zunehmend schwer machten, sie zu verstehen - Greta und ihre Tochter Cesca. Greta trifft fatale Entscheidungen, verstrickt sich in Lügen oder benimmt sich einfach selbstsüchtig, und das wuchert nicht nur in ihrem Leben wie ein Krebsgeschwür, sondern setzt sich auch fort ihm Leben ihrer Tochter. Das fand ich durchaus interessant und auf traurige Art auch realistisch. Beide Frauen sind im Grunde Opfer unglücklicher Umstände, und dazu kommt noch die gravierende psychische Erkrankung einer der beiden. Dennoch fiel es mir wirklich schwer, sie zu mögen und mit ihnen mitzufühlen, und ich habe mir oft gewünscht, dass sie endlich die Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen. Das lag zum Teil auch an der Art und Weise, wie sie David behandeln, den Ruhepol in ihrem Leben - David, der über mehrere Jahrzehnte (!!) alles für Greta und Cesca tut, ohne dass er viel von ihnen zurückbekommt. Er ist immer da, wenn sie ihn brauchen, er lässt alles stehen und liegen, wenn sie mit den Fingern schnippen, während sein eigenes Leben in einer Art Limbo verharrt. Das wirkte auf mich eher krankhaft als romantisch! Überhaupt sind die meisten Liebesbeziehungen in diesem Buch in meinen Augen ungesund - zum Teil obsessiv, zum Teil reine Zweckgemeinschaften, und in einem Fall wird eigentlich nur aus Rache geheiratet. Die Ausnahme von all dem ist Ava, die dritte Generation: die Tochter von Cesca beziehungsweise Enkelin von Greta. Sie steht mit beiden Beinen auf dem Boden und hat auch als einzige der drei Frauen eine liebevolle, gesunde Beziehung. Aber wie schon gesagt: trotz allem fand ich die Geschichte unterhaltsam und spannend, auch wenn ich mich den Charakteren wenig verbunden fühlte. Fazit: 1995 erschien "Der Engelsbaum" in der englischen Erstausgabe - unter dem Titel "Not Quite an Angel" und dem Künstlernamen Lucinda Edmonds. Vergleicht man das Buch mit den neueren Werken der Autorin, sieht man in meinen Augen, dass sich ihr Stil in den letzten 20 Jahren deutlich verbessert hat! Ich hatte deutliche Schwierigkeiten mit den zwei Frauen, die im Mittelpunkt des Geschehens stehen, fand das Buch im Ganzen aber dennoch lohnend und unterhaltsam.

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Ein spannendes Familiendrama erwartet die Leser bei diesem Buch. Mit Greta, ihrer Tochter Cheska und Enkelin Ava wird diese Geschichte über mehrere Jahrzehnte hinweg erzählt. Alles beginnt mit Gretas Rückkehr nach Marchmont Hall im Dezember 1985. Sie hatte vor vielen Jahren ihr Gedächtnis verloren und verbringt nun Weihnachten mit ihrer Familie. Bei einem Spaziergang findet sie im Wald ein kleines Grab. Es ist ihr kleiner Sohn Jonny, der hier begraben wurde. 1949 war dieser im Alter von nur drei Jahren gestorben. Durch einige „Flashbacks“ kommen Greta Erinnerungen aus dieser Zeit und sie bittet ihren Freund David, der immer für sie da ist, ihr alles zu erzählen. So erfährt der Leser in diesem Buch mehr über eine junge Frau, die sich eigentlich nur nach einem guten Leben sehnt und es doch nicht haben kann. Als sie schwanger wird und sich ihr damaliger Freund wegen ihres Lebenswandels von ihr trennt und aus ihrem Leben verschwindet, weiß sie nicht mehr weiter. Abtreiben oder das Baby doch behalten. Ihr guter Freund David bietet ihr schließlich die Möglichkeit, nach Marchmont Hall – seinem Elternhaus – zu seiner Mutter LJ zu ziehen. Greta bekommt das Lark Cottage bereitgestellt, um dort während der Schwangerschaft zu bleiben. Der Herr von Marchmont Hall ist Owen, der Schwager von LJ. Durch ein zufälliges Treffen lernen sich Greta und Owen kennen und heiraten, so dass Greta ihre Zwillinge Jonny und Cheska nicht als ledige Mutter großziehen muss. Doch nach dem Tod von Jonny verändert sich alles. Greta verlässt mit Cheska Marchmont Hall. Wieder ist es David, der ihr in der Not hilft, doch diese Hilfe wird sich im Laufe des Buches als Fluch erweisen. Zuviel sei an dieser Stelle nicht verraten, doch auch Cheska wird früh Mutter einer Tochter, Ava, und auch deren leiblicher Vater ist nicht der, der er zu sein scheint. Der Leser begleitet so auch Cheska durch ihr Leben. Der Aufstieg zum gefeierten Kinderstar bis zu ihrem tiefen Fall, all dies hat Spuren in Cheskas Seele hinterlassen. Im Verlauf des Buches schildert die Autorin die verschiedensten Gefühlszustände von Cheska, ohne auf den „Mitleidsknopf“ zu drücken. Denn Cheska ist nicht nur der brave Engel, der alle Menschen um den Finger wickelt. Sie hat auch eine dunkle Seite, die zunehmend an Stärke gewinnt.

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Selten fiel mir ein Einstieg in ein Buch so leicht, lasen sich doch die ersten Seiten wie ein Hedwig-Courth-Maler-Roman – armes Mädchen heiratet reichen Mann. Über diesen Eindruck konnte auch der typische Riley-Aufbau (Wechsel von Gegenwart und Vergangenheit), der in diesem Buch übrigens sehr selten erfolgt, nicht hinweg täuschen. Ich vermute sogar, das diese Gegenwartspassagen erst nachträglich eingebaut sowie der Klappentext angepasst wurden, denn bei dem Buch „Der Engelsbaum“ handelt es sich um eines der früheren Werke der Autorin; veröffentlicht 1996 unter dem Titel „No Quite an Angel“. Damals z.B. verwies der Klappentext eindeutig auf eine Geschichte mit der Hauptprotagonistin Cheska und trifft damit den Inhalt eindeutig besser als die heutige Beschreibung. Womit ich bei den Hauptfiguren wäre. Diese sind – wie bei Riley gewohnt – exzellent und detailliert herausgearbeitet; die Charaktere so gut gezeichnet, das man sofort Sympathie oder eben auch Antipathie für den einen oder anderen empfindet. Die Handlung selbst ist logisch aufgebaut und nachvollziehbar. Gibt es anfangs noch ein paar Passagen, die sich etwas zähflüssig lesen lassen, werden diese zum Ende hin durch die mittlerweile erzeugte Spannung wieder wett gemacht. Der Schluss des Buches, auch wenn vorhersehbar, lässt keine Fragen offen und entläßt den Leser mit dem Gefühl, ein gutes Buch in den Händen und einige vergnügliche Lesestunden gehabt zu haben. Fazit: Auch wenn „Der Engelsbaum“ nicht ganz an den heutigen ausgefeilteren und perfektionierteren Schreibstil von Lucinda Riley herankommt, hat mich die Geschichte wieder in ihren Bann ziehen können. Aus diesem Grund und unter Berücksichtigung, das es sich hier wirklich um eines der ersten Werke der Autorin handelt, vergebe ich gerne 5/5 Sternen und empfehle dieses Buch an all die weiter, die einfach einmal dem Alltag entfliehen wollen.

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Auch wenn es sich hier um ein sehr frühes Werk der Autorin handelt, dass jetzt noch einmal neu aufgelegt wurde, so kann man doch den typischen Stil der Autorin entdecken. Man bekommt wieder eine Familiengeschichte, die ans Herz geht und eine starke Protagonistin. Dabei merkt man, dass Menschen manchmal eine große Veränderung innerhalb ihres Lebens durchmachen können und dass es viele nicht leicht haben. Außerdem wird wieder einmal deutlich, welche große Rolle die Familie im Leben von Menschen spielen kann und wie gefährlich Geheimnisse sein können.

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Das war mein erstes Buch der Autorin, das mir empfohlen wurde. Es handelt sich um ein frühes Werk der Autorin, was sie bereits 1995 geschrieben hat. In einer von der Autorin überarbeiteten Version erschien es 2014 auch in Deutschland. Die Protagonistin Greta verlor vor vielen Jahren durch einen Unfall ihr Gedächtnis. In all den Jahren war ihr David Marchmont eine große Hilfe. Zu Weihnachten bringt er sie zurück nach Marchmont Hall, wo sich die Familie trifft und Greta früher einmal gelebt hat. Bei einem Spaziergang im Wald entdeckt sie ein Kindergrab und stellt fest, dass hier ihr eigener Sohn begraben liegt. Da beginnt Greta sich zu erinnern … Die Autorin erzählt hier eine Familiengeschichte über drei Generationen, beginnend zur Nachkriegszeit 1945 bis hinein in die 80er Jahre. In Rückblenden erfahren wir, zunächst Gretas Geschichte, wie sie David Marchmont kennenlernte und es dazu kam, dass sie Marchmont Hall lebte. Greta ist zunächst eine sehr naive junge Frau, die sich mit Mühe durch das Leben schlägt. Sie entwickelt sich aber mehr und mehr zur zielstrebigen erwachsenen Frau, besonders nachdem sie ihre Tochter allein erzieht und ins Filmgeschäft bringt. In der zweiten Rückblende erleben wir den Werdegang von Gretas Tochter Cheska und im 3. Teil den von Cheskas Tochter Ava. Alle 3 Frauen sind sehr facettenreiche Figuren und obwohl sie ja direkt verwandt sind, sehr unterschiedlich. Cheska ist sicher die interessanteste der drei, aber sie ist auch ein bisschen unheimlich. Mit viel Einfühlungsvermögen und Kreativität erzählt die Autorin die Lebensgeschichte der drei Frauen und weiteren Familienmitgliedern. Das mag sich jetzt vielleicht langweilig anhören, aber das ist es auf keinen Fall. Manche Dinge sind vielleicht etwas zu detailliert beschrieben, aber darüber habe ich gerne hinweggesehen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr mitreißend und immer wenn ich dachte, jetzt wird sicher nichts mehr passieren, wurde ich eines besseren belehrt. Es gibt viele Wendungen und überraschende Ereignisse, so dass ich die Geschichte durchgängig gefesselt hat. Dazu beigetragen haben auch die wechselnden Stimmungen und die vielen verschiedenen Emotionen. Das Ende, das zeitlich in der Gegenwart liegt, lässt keine Fragen offen und ist versöhnlich. Diese schöne Familiengeschichte hat mich gut unterhalten und Lust auf weitere Bücher der Autorin gemacht. Fazit: 4 von 5 Sternen

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Dieser Roman von Lucinda Riley ist mal was ganz anderes und das fand ich sehr erfrischend. Im Mittelpunkt stehen Greta und ihre Geschichte. Die Idee hinter dem Gedächtnisverlustes und die Enthüllung der Familiengeschichte waren gut umgesetzt. Es erstaunt mich immer wieder aufs Neue, wie geschickt Riley sowas umsetzt. Die Handlung ist bis aufs Kleinste durchdacht und es ist genau durchdacht, wann was erzählt wird. Was ich bei diesem Roman jedoch etwas schade fand, war, dass die jetzige Zeit ein wenig vernachlässigt wurde. Die Geschichte hat fast nur in der Vergangenheit gespielt. Schreibstilmäßig war das Buch einfach super. Es ließ sich leicht und flüssig lesen. Ich war von Anfang bis Ende von diesem Buch gebannt und die Autorin hat es wieder einmal geschafft, mich zu packen. Das Ganze ist liebevoll und mit einem Auge für Details ausgearbeitet. Die Greta in der Vergangenheit fand ich erst super sympathisch und nett. Als jedoch die Karriere von Cheska startete, hat sich verändert und war plötzlich nur noch auf die Karriere ihrer Tochter fixiert und hat ihr keine Kindheit gegönnt. Das hat für mich nicht zu dem Bild gepasst, das ich vorher von Greta hatte. Das kam für mich auch ein wenig unwirklich rüber. David war von Anfang an ein sehr treuer und loyaler Mensch. Er kümmert sich aufopferungsvoll um seine Familie und setzt sein eigenes Wohl in den Hintergrund. Für mich mein Lieblingscharakter in dem Buch. Die anderen Charaktere hatten alle ihre Stärken und Schwächen und das macht sie menschlich. Mir haben diese sehr gut gefallen. Alles in allem ein gelungener Roman. Von Schreibstil her ein typischer Riley, von der Geschichte her mal etwas Neues und somit sehr erfrischend. Bis auf eine sind alle Charaktere sehr authentisch. Nur zu empfehlen.

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Rezension zu „Der Engelsbaum“ Ivonne Szynkiewicz 27. Juli 2015 Gegenwartsliteratur Buchbild Daten: Der Engelsbaum von Lucinda Riley – Goldmann Verlag – 640 Seiten – ISBN 344248135X – 9,99€ – veröffentlich am 08. Dezember 2014 Inhalt: In dem neuen Buch von Lucinda Riley, geht es um Greta Marchmont. Nach 30 Jahren kehrt sie in das Haus zurück in dem sie ihre Kinder zur Welt brachte. Doch für Greta ist es kein einfacher Besuch denn sie hat vor 23 Jahren bei einem Unfall ihr Gedächtnis verloren. Sie hat keine Erinnerungen an ihr bewegtes Leben. Einzig ihr langjähriger Freund David kann ihr eine Stütze sein in dieser Welt ohne Erinnerungen. Doch der Besuch in Marchmont Hall bleibt nicht ohne Wirkung. Bei einem Spaziergang entdeckt Greta das Grab ihres Sohnes. Und auf einmal kommen die Erinnerungen zurück. Mit der Hilfe von David lernt Greta sich wieder kennen. Sie erfährt mit welchen Träumen sie damals, mit gerade 18 Jahren nach London kam und dann schwanger mit Zwillingen in Marchmont Hall landete. Greta erfährt die dramatische Geschichte ihrer Tochter Cheska und ihrer Enkelin Ava. Es erfordert viel Mut sich diesen Erinnerungen zu stellen. Oft genug merkt Greta, dass sie viele Fehler in ihrem Leben gemacht hat. Doch immer war David an ihrer Seite. Wird er ihr auch dieses Mal helfen mit allem was sie verarbeiten muss fertig zu werden? Meine Meinung: Der Engelsbaum heißt der nicht ganz neue Roman der irischen Bestseller-Autorin Lucinda Riley. Der Roman wurde bereits vor 20 Jahren unter ihrem Geburtsnamen Lucinda Edmonds veröffentlicht. Allerdings ist dies die erste Veröffentlichung in Deutschland des Buches. Für mich war dieses Buch eine absolute Überraschung. Ich habe es regelrecht verschlungen. Die Geschichte um Greta und die Familie Marchmont ist unglaublich spannend. Leidet man Anfangs mit der jungen Greta, deren Leben so komplett anders verläuft als sie sich das gewünscht hat, versteht man im Laufe des Buches nicht immer ihr Handeln und oft wird sie einem unsympathisch. Gretas Tochter Cheska wächst einem sehr ans Herz und oft kann man beim Lesen nur den Kopf schütteln was das Mädchen alles mitmachen musste. Es ist ein Auf und Ab der Gefühle und bis zur letzten Seite spannend. Denn Anfangs weiß man genau so viel wie die an Amnesie leidende Greta. Erst wenn sie mehr über ihr Leben erfährt, lichtet sich auch für den Leser der Nebel. Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem ans Herz legen. Es lässt sich sehr flüssig lesen. Man merkt ab und an, dass die Autorin noch sehr jung war als sie es geschrieben hat. Das schwächt aber auf keinen Fall das Lesevergnügen. Insgesamt ist es ein sehr schönes Buch was man zwischendurch lesen kann. Eine absolute Leseempfehlung von mir.

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Greta soll das Weihnachtsfest mit ihrem alten Freund David bei ihrer Enkeltochter verbringen. David bringt sie nach Marchmont, an das sie keine Erinnerung mehr hat, seit sie vor 23 Jahen einen Unfall hatte, der eine Amnesie zur Folge hatte. Ihre Enkeltochter ist ihr fremd, selbst an ihre Tochter kann sie sich nicht erinnern, trotzdem David ihr immer wieder von ihr erzählt. Sie hat keine Erinnerung mehr an ihr Leben auf Marchmont und was sie dort erlebte. Bei einem Spaziergang findet sie nahe am Wald ein Grab mit der Inschrift, dass dort ein 3-jähriger Junge beerdigt wurde. Sie spürt, dass sie etwas mit dem Grab verbindet und fängt langsam an, sich zu erinnern, dass dort ihr kleiner Junge begraben wurde. Die Erinnerung bringt sie zurück ins London der Nachkriegszeit. Greta ist Tänzerin und kann nicht wählerisch sein, bei dem, was sie auf der Bühne darstellen soll. Als sie einen attraktiven GI kennen- und liebenlernt, verschweigt sie ihm dies und ist froh, dass er sie mit nach Amerika nehmen und heiraten will. Als er erfährt, was sie auf der Bühne darbietet, verlässt er sie ohne ein Wort und ohne zurückzublicken. Sie bleibt zurück, schwanger und allein. Sie vertraut sich ihrem Freund David an, der sie zu seiner Mutter schickt, nach Marchmont, einem Herrenhaus. David, der in London bleiben musste, liebt Greta, wagte aber nie, es ihr zu sagen. Und bald ist es zu spät, denn auf Marchmont lernt sie seinen Onkel kennen, der sie heiraten will. Obwohl sie ihn nicht liebt, willigt sie ein, ihrem Kind zuliebe. Aus dem einen Kind werden Zwillinge und drei ganze Jahre lang sind sie eine mehr oder weniger glückliche Familie, bis das Schicksal zuschlägt und ihr Sohn stirbt. Nun konzentriert sie sich voll auf ihre Tochter Cheska und bringt sie beim Film unter. Was Greta nicht aus ihren eigenen Erinnerungen schöpfen kann, erfährt sie von David. David ist ihr in all den Jahren eine Stütze gewesen, sowohl in jungen Jahren wie auch während der Zeit ihrer Amnesie. Das Buch umfasst zwei Zeitstränge, der erste beginnt in der Vergangenheit nach dem Krieg, der zweite in der Gegenwart, im Jahr 1985. Durch die Zeitsprünge erfährt der Leser von Gretas Leben und ganz intensiv auch von Cheskas, die teilweise ein ähnliches Schicksal finden wird wie ihre Mutter. Viel passiert, viel Gutes, aber auch viel Negatives. Greta macht Fehler bei der Erziehung ihrer Tochter und diese entgleitet ihr irgendwann. Es gibt Höhen und Tiefen und Momente, in denen man denkt, nun wird alles gut. Aber es ist ein weiter Weg, voller Ängste und Sorgen und voller Stolpersteine. Die Story befindet sich in steter Bewegung, Langeweile oder Längen kommen so gut wie nicht vor. Greta hätte ich liebend gern das ein oder andere geschüttelt, als es um ihre Tochter Cheska ging und um deren Karriere. Sie war mir sympathisch und sie tat mir leid, was sie alles zu verkraften hatte. David war immer der Fels in der Brandung, den ich bewunderte. Selbstlos und ohne Bedenken, war er immer für Greta und ihre Tochter da, verzichtete auf eigenes Glück. Nachdem die Autorin Lucinda Riley mit den Büchern "Das Oleanderhaus" und "Der Lavendelgarten" große Erfolge feierte, wurde neben "Das italienische Mädchen" nun auch dieses Buch aus ihrer Schaffensphase in den 90er Jahren neu verlegt. Zu Recht kann ich nur sagen, denn auch dieses zeigt dem Leser ihre fantastische Erzählkunst, die den Leser ans Buch fesselt. Was mich jedoch bei dem Buch echt genervt hat, was das Wort "Schätzchen", das auch ab und an mal mit "Schatz" abwechselte. Das war so auffällig oft, dass es wirklich störend wirkte. Aber davon abgesehen, ist es, wie alle Bücher der Autorin, ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.

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