Leserstimmen zu
Eisgesang

Kathleen Winter

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Die kanadische Journalistin Kathleen Winter geht an Bord eines russischen Eisbrechers, um die Arktis hautnah zu erleben. Sie begegnet anderen Reisenden, Einheimischen und den Erinnerungen an vergangene Versuche, die Nordwestpassage zu durchfahren. Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, weil das Thema 'Nordwestpassage' durch diverse Bücher und Filme in aller Munde war. Ich habe das Buch gern gelesen. Es war interessant und informativ; ich fand vor allem gut, dass die Autorin auch von Neufundland berichtet hat. Der Schreibstil des Buches war locker und leicht. Die Autorin beschreibt ihre Umgebung, die anderen Reisenden und das Leben auf dem Schiff sehr detailreich, aber nicht zäh. Sie erzählt auch ihre eigene Lebensgeschichte und wie es überhaupt dazu kam, dass sie diese Reise macht. Zum Ende hin kam es mir vor, als würde der Schreibstil etwas ins Esoterische abrutschen. Das hat mir nicht mehr so gut gefallen. Sehr gut fand ich die Fotos in der Mitte des Buches. Die Beschreibungen waren zwar detailreich, aber einige seltsame Dinge konnte man sich so doch besser vorstellen (zum Beispiel die Momente in Grönland). Ich hätte gern noch mehr Bilder gehabt. Die Karte im Buch war mir persönlich zu grob. Man konnte nicht genug darauf erkennen, daher war sie etwas überflüssig. Der Fokus des Buches liegt nicht auf der Erkundung der Legende von der Durchquerung der Nordwestpassage im 19. Jahrhundert. Allerdings werden einige Stationen der 'Terror' angesprochen und verarbeitet. Alles in allem war es ein informativer Erfahrungsbericht mit einer eisigen, aber einnehmenden Atmosphäre.

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Durch das Polareis auf der „Nordwestpassage“ führt Kathleen Winter ihre Reise. Von Kanada nach Grönland. Auch heutzutage immer noch kein Zuckerschlecken, ein Eisbrecher sollte, muss es schon sein, dem man sich für diese Passage anvertraut. Die Autorin Kathleen Winter bekam diese Chance durch eine Einladung geboten und besann sich nicht lange, bevor sie zusagte. Was für den Leser ein Glück ist, denn Winter versteht es zum einen sprachlich, den Leser zu fesseln und mit ihrem großen, differenzierten Sprachschatz viele Details der rauen Natur, des Eises, der unwegsamen Landmassen, der Begegnungen auf See vielfache Atmosphäre und Farben zu verleihen. Wie sie andererseits auch die „Innenseite“ dieser Reise hervorragend in Worte zu fassen versteht. Denn nicht nur, dass diese urwüchsige Natur, die Vielfalt der Einöde, auf jeden Menschen Wirkung ausübt, gerade Kathleen Winter vollzog die Reise in einer Phase der inneren Suche und Findung und vermag so, die Korrespondenz zwischen äußerem Erleben und innerer Bewegung sehr griffig und emotional dicht zu schildern. „Höhlen, Säulen, monumental und blau erleuchtet, mit einer Dunkelheit in den tiefen Spalten – so rätselhaft und imposant, dass ich stundenlang sprachlos blieb“. Was hilft, denn nur, wer nicht redet, ist überhaupt in der Lage, nach innen zu hören. Was Winter unprätentiös und ebenfalls nicht zu ausufernd, sondern genau in der richtigen Art und Weise im Buch vollzieht. Ohne den Blick von den äußeren Erlebnissen zu wenden samt dem Unglück, dass die Reisegruppe ebenfalls zu bestehen haben wird. „Am nächsten Tag versuchte der Kapitän noch einmal, das Schiff vom Felsen weg zu drücken“. Aufgelaufen. Mitten in unwirtlicher Umgebung. Zum Stillstand gekommen, ohne das gewollt zu haben Wieder aber auch eine Chance, nach vielen Begegnungen mit Einheimischen in den paar kleinen Ortschaften entlang der Route, noch einmal innezuhalten und, kurz or Ende der Reise, sich und die Erlebnisse zu sammeln. „Meine Zeit im Norden hat mir einen neuen Sinn geschenkt, einen Sinn wie das Sehen und Tasten…nur war das wahrnehmende Organ mein ganzes Ich, ein Ich, dass sich nun nicht mehr vom Land getrennt fühlt. Ein sensibles Buch mit sehr persönlichen Momenten, das aber dennoch und zudem auch wie ein Art „Reiseführer“ von der Geschichte der Nordwestpassage erzählt und ebenso viel von der Gegenwart der Flora und Fauna und des menschlichen Lebens dort zu berichten weiß. In einer wunderbar zu lesenden, sehr geraden und präzisen Sprache. Eine berührend zu lesende innere und äußere Reise.

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„Ich habe gelernt, jederzeit eine Einladung annehmen zu können, wenn das für mich heißt, dass ich reisen kann.“ Diese Abenteuerbereitschaft ihrer Freundin gefiel der amerikanischen Schriftstellerin Kathleen Winter, so dass sie ebenfalls für alle Fälle einen kleinen Koffer packte und in ihren Wandschrank verstaute. Damals ahnte sie noch nicht, dass dieser Fall schon in Kürze eintreten sollte: Sie wird eingeladen, auf einem russischen Eisbrecher eine Reise durch die Nordwestpassage zu unternehmen, die sie in diesem Buch schildert. Schon der Einstieg der Geschichte ist sehr gelungen: Kathleen, Ende 40, trifft ihre Jugendfreundinnen wieder. Sie liegen auf einem Steg und erinnern sich an die Zeit zurück, als die Zukunft verheißungsvoll und die Welt für sie noch voller Möglichkeiten war. Nun, 30 Jahre später, hat Kathleen eine unglückliche Ehe und ein Familienleben hinter sich, das sie als eher „uninspiriert“ erlebte. Unverändert geblieben ist ihre Sehnsucht nach dem Unvorhergesehenen. Daher zögert sie nicht lange und nimmt das Angebot ihres Berufskollegen, an seiner Stelle zu reisen, an. Das Schiff folgt der Route Roald Amundsens bei seiner ersten Überquerung der Nordwestpassage von Kanada nach Grönland mit dem Endziel Kugluktuk. Unter der Crew befinden sich Forscher, Geologen, Touristen und jene, die persönliche Tragödien verarbeiten wollen. Kathleen sucht zunächst eher Abstand von der Gruppe. Statt sich in Lehrvorträgen Fakten und Zahlen über die Fjorde anzuhören, möchte sie die Landschaft und die Begegnung mit den Ureinwohnern live erleben und auf sich wirken lassen. Das Naturerlebnis, das ich mir überwältigend vorstelle, beschreibt Kathleen fesselnd und bildgewaltig. Sie macht das Land im wahrsten Sinne des Wortes lebendig, indem sie es mit einem Reisegefährten vergleicht, der über einen Körper und eine Sprache verfügt. In der sich ständig verändernden Eislandschaft erkennt sie ihre eigene Veränderung während der Reise wieder. Je tiefer sie in die „Existenz einer arktischen Majestät“ eindringt, desto mehr wird ihre bisherige Wahrnehmung und ihr Denken außer Kraft gesetzt. Dazu gehört auch, dass sich ihre ursprüngliche Vorfreude und Neugier zunehmend in das unbehagliche Gefühl verwandeln, unbefugt in ein fremdes Territorium einzudringen. Auch der krasse Gegensatz zwischen dem Komfort auf dem Schiff und der Unerbittlichkeit des Meeres macht ihr bewusst, dass die Geborgenheit reine Illusion ist. Ich kann jedem nur empfehlen, Kathleen Winter auf dieser einzigartigen Reise sowohl in die Arktis als auch in ihre Seelenlandschaft zu begleiten.

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Mich hat das Buch vor allem wegen dem Cover sehr angesprochen, gerade jetzt im Winter ist es genau das richtige und ich wollte schon länger gerne wieder eine wahre Geschichte lesen. Die Protagonistin des Buches ist die Autorin selbst. Sie kommt als eine aufgeschlossene, etwas verrückte und doch liebenswerte Person rüber, die gerne mal ein Abenteuer erleben möchte. Und genau das tut sie, als sie einem Kollegen die Reise abnimmt, da dieser nicht kann. Es ist eine wunderschöne Reise über Grönland und Kanada die wir hier zu lesen bekommen. Das ganze ist so wunderschön und poetisch Beschrieben, das ich völlig in diesem Buch versunken bin. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Die Autorin findet in der Geschichte auch ein wenig zu sich selbst, sie interviewt andere Menschen, die sich ebenfalls auf dem Schiff befinden und so kommen wir als Leser auch in den Genuss noch mehr Informationen oder sogar Erinnerungen von diesen zu erhalten. Für mich war das eine völlig neue Perspektive, die mir sehr gut gefallen hat. Man lernt somit sehr viele Menschen kennen, die an sich zwar keine große Rolle spielen, dem Buch aber das gewisse etwas geben und es mit Leben füllen. In diesem Buch sieht man wie klein doch die eigenen Probleme sind und wie unbedeutend der ganze Stress ist, den wir uns tagtäglich machen. Auch habe ich mir aus diesem Buch sehr viele Zitate heraus geschrieben, da es viele Sätze gibt, die mich so nicht mehr los gelassen hätten. Es hat mich fast traurig gemacht, von dieser Abgeschiedenheit und der beruhigenden Atmosphäre des Buches abschied nehmen zu müssen, als die Reise zu Ende ging. Aber ich bin sicher ich habe dieses Buch nicht das letzte mal gelesen und freue mich schon darauf, irgendwann wieder auf dieser tollen und inspirierenden Reise dabei sein zu dürfen. Die Autorin: Kathleen Winter ist Journalistin, Romanautorin, verfasst Kurzgeschichten und schreibt Drehbücher für das kanadische Fernsehen. Ihr Debütroman »Annabel« war ein Bestseller in Kanada und ein internationaler Erfolg. Er stand auf der Shortlist der wichtigsten kanadischen Literaturpreise (Giller Prize, Governor General's Award, CBC Canada Reads) und war nominiert für den Orange Prize for Fiction. Ihr Memoire »Boundless« war Finalist für den Hilary Weston Writers Trust Prize for Nonefiction und den RBC Taylor Prize. Kathleen Winter hat lange in St John's auf Neufundland gelebt. Heute lebt sie in Montreal. Mein Fazit: Eine unbeschreiblich schöne Reise auf die der Leser hier mitgenommen wird. Ein Buch das jeder gelesen haben sollte!

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Die kanadische Journalistin Kathleen Winter macht sich an Bord eines russischen Eisbrechers auf die Fahrt durch die legendäre Nordwestpassage. Sie erlebt hautnah mit, wie fragil und gefährdet die Welt der Arktis ist. In wunderbaren Bildern schildert sie ihre Begegnungen mit dieser großartigen Landschaft und ihren Bewohnern. Winters eindringlicher Reisebericht ist zugleich die Geschichte ihrer persönlichen Lebensreise, eine Geschichte vom Verlieren und Finden, vom Suchen und vom bei sich selbst Ankommen. "Die Natur bestimmt alles", sagte Bernadette. "Das Wasser, das Land, der Wind, der Himmel - sie allein besitzen absolute Freiheit." Zitat Seite 58 Mit diesem Buch bin ich auf eine große eindrucksvolle Reise gegangen. Die Autorin Kathleen Winter hat mich mitgenommen auf ihre Fahrt durch das ewige Eis. Zunächst muss ich sagen, dass mich ihr wunderbarer, bildgewaltiger Erzählstil begeistert hat. Sie hat eine intensive Sprache, ihre Gedanken werden sehr gut spürbar und es entstehen lebendige Bilder in meinem Inneren als wäre ich direkt mit dabei auf dieser Fahrt durch die Arktis. Als ob ich die grenzenlosen Naturschauspiele selbst erleben würde. Auf dieser Reise erlebt Kathleen das Kalben der gigantischen Eisberge mit. Sie formuliert wie beeindruckend die besonderen Lichtverhältnisse im hohen Norden sind und gibt Einblick in die Welt der Pflanzen, Tiere und der Inuit, deren Lebensgewohnheiten und Veränderungen in den letzten Jahrzehnten. Sie hört den Menschen zu, aber auch der Natur und lässt sich auf dieses Spektakel aus Stille, unendlicher Weite, berstendem Eis und großer Kälte ein. Das lässt sie auch über ihr eigenes Leben nachdenken. Vor dieser so abgeschiedenen Kulisse aus Eis und Schnee erlebt sie ihre ganz besondere Reise zur Natur und zu sich selbst. "Wir waren eine bewegliche, grenzenlose Ansammlung unserer Träume und Fantasien, und der Ort wirkte durch seine wechselnden Bedeutungen, die sich mit jeder Stunde änderten, auf uns ein. Unsere Zeit in Tundra, Fels und Eis war einem Wandel unterworfen: Feste Formen wirkten zusammen, wurden wie Gedanken oder Wasser." Zitat S. 177 In diesem Buch gibt es viel zu entdecken. Die Autorin kommt der Natur näher, sie sieht, sie hört und sie entdeckt die Erde, die hier Jahrmillionen schon so existierte. Sie bekommt ein Gespür für ihre Umgebung und als Leser in man mit dabei. Auch ihre internationalen Mitreisenden kommen zu Wort und erzählen ihre Geschichten. Es ist wie eine Reise um die Welt, deren Bewohner sich in Grönland treffen, um der Natur zu huldigen. Ein faszinierender Reisebericht über die großartige Schönheit der Arktis, der deutlich macht, wie wichtig die Erhaltung unserer Natur für alle auf dieser Erde ist!

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