Leserstimmen zu
Sturmabteilung

Daniel Siemens

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Daniel Siemens, geboren 1975 in Bielefeld, ist Professor für Europäische Geschichte an der Newcastle University und Fellow der Royal Historical Society. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Das vorliegende Werk hat er bereits 2012 in englischer Sprache verfasst. 2017 erschien das Buch bei der Yale University Press auf Englisch und erst jetzt auf Deutsch. Um mein Fazit gleich vorweg zu nehmen: Dieses Buch ist das neue Standard-Nachschlagewerk zu diesem Thema. Der junge Historiker Daniel Siemens hat es geschafft, alle vorherigen Werke zum Thema der Sturmabteilung in die zweite Reihe zu verbannen. Sorgfältigste Recherchen und Forschungen auf dem Gebiet lassen einige bisherige Fakten als teilweise falsch dastehen oder als bisher nicht bekannt. Seine neu geschriebene Geschichte der SA zeigt auf, dass die Sturmabteilung weit mehr war als ein Haufen politischer Raufbolde und Pöbler. Einige bisherige grundsätzliche Falschdarstellungen entlarvt Siemens in nüchtern, sachlichen Worten. Er zeigt auf, wie wichtig die antisemitische Ideologie als Grundsatz für die SA war. Die Geschichte der Sturmabteilung von den Anfängen als paramilitärischer Verband zur Stütze des Nationalsozialismus wird hier in klar zu lesenden Worten beschrieben. Die Anfänge und Entwicklung der SA waren bisher schon weitgehend bekannt, aber Siemens beschränkt sich beileibe nicht auf das Ende der SA bei Kriegsende. Im vierten Teil des Buches, betitelt als: Was bleibt? Deutungskämpfe der Nachkriegszeit, behandelt er die Zeit nach dem Krieg. Man kann beim Lesen nicht zuletzt einige beunruhigende Parallelen zu heutigen Verhältnissen erkennen. Dazu möchte ich Daniel Siemens selbst zitieren: "Man kann aus der Zeit etwas lernen. Zum Beispiel, dass es ein Irrtum ist anzunehmen, dass es eine bestimmte Form von gewalttätiger und „hässlicher“ Politik niemals von der Straße in die Parlamente oder sogar zur Regierungsmacht schaffen werde. Das zeigt das Beispiel der SA." Das Buch ist eigentlich ein unverzichtbares Werk der deutschen Geschichtsschreibung.

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