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Leserstimmen (21)

Dmitry Glukhovsky: Metro 2035 (Metro-Romane) (3)

Metro 2035 Blick ins Buch

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Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-453-31555-6

Erschienen:  11.04.2016
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Kundenrezensionen

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Erschreckend beklemmend

Von: sarahsuperwoman Datum : 28.09.2017

sarahsuperwoman.de

Metro 2035 geht auf?

Metro 2035 ist der dritte Band der Metro-Reihe. Aber auch diesen kann man gut ohne die anderen Bände lesen, da es sich wieder um einen in sich abgeschlossenen Teil handelt. Klar ist es interessant was vor der Geschichte in Metro 2035 passiert ist. Nötig ist dieses Wissen aber nicht. Gern könnt ihr euch die Rezension zu Metro 2034 einmal von mir durchlesen. Metro 2034 war total düster und niederschmetternd und mit 2035 geht es auch so weiter.
Der neugierige Hauptcharakter

Artjom, die Hauptperson in diesem Teil, macht sich auf dem Weg aus den Tunneln. Alle anderen bleiben dort unten und haben Angst davor was außerhalb dieser Mauern und vor allem an der Oberfläche zu finden ist. Vielleicht viele Tote? Vielleicht noch schrecklichere Wesen als unten in den U-Bahn Tunneln? Artjom ist in jedem Fall ein wirklich mutiger Mann und auf seiner Reise an die Oberfläche bekommt man viele Gedankengänge von ihm mit. Diese berühren oder erschrecken auf ihre eigene Art und Weise.
Düsterer Schreibstil 2.0

Ich kann es gar nicht anders bestätigen als, dass man sogar noch eine Schippe an Düsterheit (ist das überhaupt ein Wort?) und bedrückendem Schreibstil oben drauf machen kann. Diesmal war es sogar etwas schwieriger in das Buch reinzukommen, da man die Verzweiflung und Sorge aus dem Teil 2034 mitgenommen hat und wenn man merkt was an der Oberfläche los ist, dann trau ich mich gar nicht mehr weiter darüber nachzudenken.

Alles in allem ist es ein Buch der Extraklasse. Dmitry Glukhovsky haut damit ein Buch raus, dass mich wirklich schon fast deprimiert hinterlässt, aber auch unterhaltend. Ich frage mich wie er das mit dem düsteren und beklemmenden Schreibstil hinbekommt. Man will eigentlich aufhören zu lesen, da es so erschreckend ist und gleichzeitig muss man weiterlesen, da es einfach so unglaublich ist, dass man wissen will ob es noch schlimmer geht.

Besser Finger weg.

Von: Sofia Ma Datum : 21.07.2017

sofiasworldofbooks.blogspot.de/

Aufmachung:
Das Rot ist schon recht aggressiv, aber es passt definitiv zum Inhalt. Haha.
Zum Rest der Reihe passt es allerdings nicht so gut, und schön finde ich es auch nicht.
Die Titel der Reihe sind auch nicht besonders einfallsreich ("Metro 2033", "Metro 2034", "Metro 2035"), aber gut.
Die Kapitel sind alle lang.

Meine Meinung:
Vorweg: Ich habe die ersten beiden Teile der Reihe nicht gelesen, aber das hat sich nicht auf das Verständnis ausgewirkt, ich kam dennoch sehr gut mit, da vieles (oder sogar so gut wie alles) Wichtige am Anfang erklärt wird.

Allerdings kann das natürlich der Grund dafür sein, dass mir das Buch so gar nicht gefallen hat, vielleicht würde ich anders urteilen, wenn ich die Charaktere schon länger kennen würde (was ich zwar nicht glaube, der Fairness halber soll dies aber erwähnt werden).

Mir hat das Buch nicht nur gar nicht gefallen, ich würde sogar so weit gehen und sagen, "Metro 2035" ist das schlechteste Buch, das ich jemals gelesen habe.

Normalerweise bin ich mit solchen Behauptungen vorsichtig, aber hier muss das so gesagt werden.

Wie erwähnt, wird zu Beginn das meiste aus den Vorgängerbänden geklärt, sodass man als Leser auch dann gut mitkommt, wenn man "Metro 2033" und "Metro 2034" (sehr einfallsreiche Titel übrigens) nicht gelesen hat. Gleichzeitig lernt man den Protagonisten kennen, mit dem ich allerdings gar nicht warm werden konnte.

Einzig die vorangegangenen Beziehungen und deren Entwicklung lernt man nicht sofort kennen, aber im Laufe der Handlung kann man sich das alles zusammenreimen; die ersten beiden Teile sind meiner Meinung nach also nicht existenziell für das Verständnis.

Was das Buch nun so schrecklich macht ist Folgendes: Der Roman fasst stolze 700 Seiten, von denen ich knapp 350, plus minus ein paar, gelesen habe. Denn, und ich schäme mich nicht, das zu sagen, nach 300 Seiten habe ich angefangen, Seiten zu überspringen.

Nach diesen paar hundert Seiten passiert nämlich rein GAR NICHTS, es herrscht absolute und gähnende Langeweile und 700 Seiten hätte ich das definitiv nicht ausgehalten. Ich hatte nämlich nicht die Hoffnung, dass es auf den nächsten 400 noch besser wird, sonst hätte ich nie angefangen zu überspringen.

Bis jetzt war es bei mir immer so, dass ich, so schlecht das Buch auch war, immer bis zum Ende durchgehalten habe, um dem Buch noch den letzten Hauch einer Chance zu geben, besser zu werden. Aber hier hatte ich nicht die Energie dazu, und das will schon was heißen, wenn man bedenkt, dass ich noch nie Seiten übersprungen habe. Wirklich niemals, bis zu diesem Buch.

Ich habe also nach etwa 300 Seiten einige Seiten übersprungen, erst nur so drei bis fünf, dann zehn, und irgendwann hab ich dann nur noch das Ende gelesen.

Und was soll ich sagen? Das, was dort steht, war mir spätestens nach 100 Seiten schon klar. Ich habe also nichts verpasst.

Generell ist das Buch (das, was ich davon gelesen habe) total vorhersehbar und L A N G W E I L I G; der Protagonist ist unsympathisch und nervig, ich konnte mich gar nicht in ihn hineinversetzen oder seine Handlungen nachvollziehen.

Fazit:
Ich war froh, als ich das Buch auf die Seite gelegt hab, "Metro 2035" ist eine reine Tortur. Ich weiß nicht, wie die ersten beiden Teile sind, aber ich will es auch nicht wissen.
Wer die Reihe gern hat, meinetwegen, ich finde das Buch blöd.
-23/5 Lesehasen.

Metro 2035

Von: Drei-Lockenköpfe Datum : 11.05.2017

leseratten-drei-lockenkoepfe.blogspot.de/

Vorab muss ich gestehen das ich die vorherigen Bände dieser Serie nicht kenne. Nachdem mir versichert wurde das ich diese nicht zwingend benötige um das Buch, ohne grosse Wissenslücken, problemlos zu verstehen.
Dies Stimmt. Es ist nicht schwer der Geschichte zu folgen.

Das Buch fängt schleppend an und braucht sehr lang um in fahrt zu kommen. Das Ende wird dafür sehr kurz und knapp gehalten. Es wirkte auf mich als ob der Autor Dmitry Glukhovsky keine Zeit mehr hatte die Geschichte ausführlich zu beenden. Etwas gehetzt.
Alles wirkt wie eine lange Reise ohne Ankunft. Es wird versucht, Spannung aufzubauen, diese aber schafft die Steigung nicht.

Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Hier dominiert die Wörtliche Rede. Es ist an einigen Stellen schwer auf anhieb zu erkennen wer gerade spricht. Dmitry Glukhovsky hat auf diese Art und Weise versucht dem Leser ein modernes, aktives Gespräch zu bieten. Mich haben diese "Pausepunkte" ehr gestört. Ganze Sätze bieten mir einen angenehmeren Lesefluss.

Zitat: Warte, Schenja..... Wohin hast du mich...(S420)

Dmitry Glukhovsky hat es leider nicht geschafft mich mit dem Buch "Metro 2035" zu fesseln. Die Charaktere waren sehr oberflächlich. Was aber an der Tatsache liegen mag, das ich die vorherigen Bände nicht kenne.

Fazit: Mir war der Einstieg in die Geschichte zu langatmig. So das ich sehr lange brauchte um mich zum weiterlesen aufzuraffen.
Erwartet habe ich einen mitreissenden, spannenden Dystopieroman.
Wer dies erwartet wird enttäuscht. Dieses Buch bringt keine Emotionen rüber, es liest sich wie ein gemütlicher Spaziergang.

Metro 2035

Von: Nicca Datum : 11.12.2016

www.kosmeticca.blogspot.de

Ich kenne die Metro-Reihe ausnahmsweise nicht durch die Bücher, sondern aufgrund des PC Spiels. Ich habe es vor langer Zeit mal gespielt und erst danach erfahren, dass das ganze auf Büchern basiert und es sogar mehrere gibt. Ich war ganz begeistert und wollte sie unbedingt lesen, da mir das Spiel auch schon so gut gefallen hat.

Das Cover von "Metro 2035" gefällt mir sehr gut. Es ist sehr schlicht, aber durch die rote Farbe auch sehr ausdrucksstark und das passt meiner Meinung nach perfekt zur Thematik.

Das Buch ist sehr dick und man sollte sich ausreichend Zeit dafür nehmen. Zwar finde ich den Schreibstil sehr gut und die Erzählweise gefällt mir, aber wenn man nicht gerade Ferien oder Urlaub hat, braucht man einfach mehr Zeit - es sind schließlich 784 Seiten, die auf den Leser warten.

Ich möchte nicht zu viel von der Story verraten, da ich damit nur den Spaß am Buch rauben würde. Ich finde das Preis-/Leistungsverhältnis bei diesem Buch einfach super, man bekommt für wenig Geld eine wunderbare, spannende und unterhaltsame Lektüre - probiert es selbst aus, das Buch ist nämlich wirklich toll!


Fazit
Ein sehr faszinierendes Buch!

Dmitry Glukhovsky - Metro 2035

Von: Jari-chan Datum : 11.09.2016

buechergebrabbel.blogspot.ch/

Für den dritten und neuesten Teil von Glukhovskys "Metro"-Reihe habe ich sehr lange gebraucht. Erst wollte ich alle anderen angelesenen Bücher durchhaben, damit ich mich voll und ganz auf "Metro 3035" konzentrieren konnte. Denn für mich ist "Metro" nicht einfach nur eine unterhaltsame Reihe, sondern ein Werk, das mich vor allem dadurch begeistert, dass ich mir genau so unsere Zukunft vorstelle.

Als ich dann endlich dazu kam, mich auf Glukhovsky zu stürzen, habe ich auch dann wieder sehr lange gebraucht. Das liegt nicht daran, dass das Buch schlecht ist, eher im Gegenteil. Je länger ich darin las, desto mehr wurde 2035 zu meinem Lieblingsband. Jedoch eigentlich sich "Metro 2035" nicht dafür, einfach mal da einen Satz und dort eine Seite zu lesen. Ich wollte mir Zeit nehmen dafür, mich hineinsinken lassen in diese düstere, enge Welt. Das gelingt auch sofort, dafür sorgt Glukhovsky schon, aber wenn ich schon las, dann wollte ich es auch geniessen. Also musste ich mir diese Zeiten rausnehmen und dafür hatte ich nur selten Gelegenheit.

Auch ist "Metro 2035" kein Buch, das man einfach so nebenbei mal runterliest. Zumindest nicht für mich, schon gar nicht dieser Band. Denn hier zeigt sich nun, welche Monster wirklich in der Metro lauern. Keine Schatten oder Monster, es sind die Menschen, die grausam sind. Glukhovsky schafft ein glaubhaftes Abbild unserer Gesellschaft und eh man sich's versieht, hat er uns den Spiegel vorgehalten. Darin sind russische Sci-Fi-Autoren schon immer gut gewesen und nun führt Glukhovsky diese Tradition fort: Kritik halten an aktuellen gesellschaftlichen Standards. Aber es spielt ja alles in der Zukunft, das ist ganz weit weg und nur Fantasie. Mag man denken. Denkt man etwas weiter stellt man fest, dass es keine Metro braucht, damit ein paar wenige privilegiert sind und sich alles zusammenreimen um sich diese Privilegien zu bestätigen.

Für Fans dieses Universums gibt es ausserdem ein paar saftige Überraschungen und neue Ansichten. Zumindest mich erwischte es ein paar Mal ziemlich kalt. Somit ist "Metro 2035" kein Aufwärmen des ersten Bandes, was leider schon viel zu oft vorgekommen ist, sondern eine legitime und überzeugende Fortsetzung. Hier kommen auch die ersten beiden Bände zusammen, Artjom trifft auf Homer, so viel darf man meiner Meinung nach schon verraten ohne zu spoilern.

Überhaupt - Artjom. Er ist grossartig. Ein grossartiger Held. Beziehungsweise eben kein Held. Er will ja auch keiner sein. Artjom gehört nicht zu jenen Helden, die mit irgendwelchen Begabungen geboren werden, auserwählt sind oder sich ihrer Sache von Anfang an sicher sind. Meiner Meinung nach ist er der menschlichste Bücherheld, den ich je getroffen habe. Und ich habe schon viele Bücher gelesen. Aber Artjom ist anders. Er zieht zwar sein Ding durch, wie viele andere auch. Aber er zweifelt, verzweifelt, macht riesige Fehler, unter denen auch andere zu leiden haben. Er steht zwar immer wieder auf, aber oft dauert das eine Weile. Sind andere Protagonisten, die darauf getrimmt sind, menschlich zu wirken, dank ihrer Freunde oder ihrer Überzeugung schon lange wieder unterwegs, muss Artjom sich erst selbst langsam und verletzt wieder aus der Scheisse ziehen. Schweinescheisse sogar.

Deshalb mag ich Artjom. Er kriecht durch die Metro, die ihn mehr und mehr einengt, möchte eine Revolution anfangen, doch ob er es schaffen kann? Hier will ich nicht allzu viel verraten, denn das wäre dann wohl zu viel gespoilert, aber was die Figurenkonstellationen betrifft, passiert hier im Verlauf der Geschichte einiges. Vieles davon völlig unerwartet.

Natürlich möchte Homer aus Artjom einen Helden machen. Das will Artjom aber nicht. Hätte Glukhovsky Artjom gefragt, ob er ein Buch über ihn schreiben darf, hätte er wahrscheinlich ebenfalls abgelehnt. Aber Glukhovsky hat nicht gefragt und hier haben wir nun das absolute Gegenteil eines strahlenden Helden. Hier haben wir einen, der sich sträubt, verstrahlt ist und es den Leuten um sich herum oft nicht einfach macht.

In einer Rezension habe ich gelesen, dass die Geschichte wirr ist. Ja, an einigen Stellen ist sie das. Und genau das fand ich grossartig. Glukhovsky arbeitet hier sehr stark an seiner Sprache. In gefährlichen, rasanten Stellen wechselt die Sprache vom Präteritum ins Präsens. Keine ruhige Erzählung mehr, sondern jetzt muss man handeln, reagieren. JETZT. Auch seine Ausdrücke wechseln immer wieder, als wolle der Autor einfach mal ausprobieren und ich finde, das darf er auch. Das muss er sogar.

Etwa in der Mitte hat Artjom ein ziemliches Blackout. Er weiss nicht mehr, was passiert ist. Wissen wir als Leser das? Nein. Wir müssen zusammen mit Artjom herausfinden, was während dieser Zeit passiert ist. Glukhovsky macht es uns da nicht einfach, indem er alles runterpalavert, was passiert ist. Auch der Leser hat etwas zu tun. In der Metro gibt es keine Silberteller, zumindest nicht in der Metro, in der Artjom lebt. Wieso sollte dann der Leser alles auf dem Silbertablett bekommen?

Die Gespräche sind oft in direkter Rede gehalten, sodass man rasch den Faden verliert, wer nun was sagt. Hier kann ich zusammen, dass es etwas verwirrend werden kann. Genau deshalb nahm ich mir Zeit für "Metro 2035" - um aufmerksam zu sein, aufzupassen, was vor sich geht und mich auch mal meiner Verwirrtheit hinzugeben. Schlussendlich wird nämlich alles aufgeklärt.

"Metro 2035" ist ein grandioses Werk, eigensinnig und starrköpfig wie sein Protagonist. Ein Meisterwerk der Sci-Fi-Literatur und eine Abwechslung in einer Literaturgattung, in der es ansonsten eher glitzert und Happy Ends gibt. Dieses Buch sucht Seinesgleichen und ich hoffe, dass der nächste Teil ebenso überzeugend und faszinierend ist.

Reise ins Ungewisse

Von: Anyah Fredriksson Datum : 06.09.2016

https://angisbuecherkiste.blogspot.com

Von den 200 Überlebenden seiner Metrostation WDNCh ist Artjom der einzige, der nach wie vor nicht aufgegeben hat, daran zu glauben, dass es irgendwo auf der Welt noch andere lebende Menschen geben muss. Täglich zieht er los und begibt sich auf eines der Hochhäuser, natürlich zu Fuß, denn die Fahrstühle funktionieren nicht mehr, und sendet seine Radiosignale aus. Seine Bemühungen werden allerdings nicht gerne gesehen. Im Gegenteil, Suchoj, sein Stiefvater versucht ihn von seinen Ausflügen abzuhalten, ohne Erfolg. Auch seine große Liebe Anja hat sich von ihm abgewandt und zeigt ihren Hass ihm gegenüber, sie glaubt sogar, dass er trotz Dekontaminierung restliche Strahlen auf sie alle samt der Tiere und Pflanzen übertragen kann. So ist Artjom auch alles andere als erfreut, als plötzlich Homer, von der Sewastopolkaja Station, in der WDNCh auftaucht und ihm eröffnet, dass er ein Geschichtsbuch für die Nachfahren schreiben möchte und Artjom ihm dafür seine Geschichte erzählen soll. Da dies auf Empfehlung von Melnik, Anjas Vaters geschieht, ist Artjom aufgebracht über Homers Ansinnen. Artjom zieht es hinaus, zu viele Konflikte häufen sich in der Metrostation, er möchte erforschen, ob ein Leben an der Oberfläche nicht doch wieder möglich sein könnte, nach all den Jahren, so begibt er sich erneut auf eine Reise.

Mit dem dritten und leider letzten Band seiner Reihe ist dem Autoren Dmitry Glukhovsky erneut ein episches Meisterwerk gelungen. In moderner und frischer Sprache erzählt der Autor Artjoms Geschichte weiter. Der Schreibstil Dmitry Glukhovskys ist ausgewogen und in flüssigem Tempo. Das Lesen ist somit angenehm und unterhaltend. Dies war mein erster dystopischer Roman und er hat mich gleich zutiefst begeistert. In einem Interview hat der Autor gesagt, Leser finden dann zu Dystopien, wenn sie mit der politischen Lage ihres Landes oder der Welt nicht mehr zufrieden sind und ich denke, darin liegt ein Kern der Wahrheit.

Nur zu gerne vergebe ich dem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Als Leser kommen Dystopie-Fans sowie Neulinge wie mich in Frage, auch ist es nicht zwingend erforderlich, die ersten beide Teile gelesen zu haben, ich selbst werde dies jedoch schnellst möglichst nachholen.

düstere Welt der Moskauer Metro

Von: M. Schütt Datum : 30.07.2016

leserattenhoehle.blogspot.de/

Die Metro-Romane haben mich von Anfang an fasziniert. Diese Vorstellung, wie es nach einem Atomkrieg weitergehen könnte mit dem Leben auf der Erde, von Dmitry Glukhovsky ist düster, erschrecken und doch in seiner Unwirklichkeit real. So habe ich mich gefreut mit Metro 2035 wieder in die Moskauer Metro herabsteigen zu können.

Inhalt:
Der Held einer ganzen Generation ist zurück – in METRO 2035 macht sich Artjom erneut auf die gefährliche Reise durch das Dunkel der Moskauer Metro
Seit ein verheerender Atomkrieg zwanzig Jahre zuvor die Erde verwüstet hat, haben die Menschen in den Tiefen der Metro-Netze eine neue Zivilisation errichtet. Doch die vermeintliche Sicherheit der U-Bahn-Schächte trügt: Zwei Jahre, nachdem Artjom die Bewohner der Moskauer Metro gerettet hat, gefährden Seuchen die Nahrungsmittelversorgung, und ideologische Konflikte drohen zu eskalieren. Die einzige Rettung scheint in einer Rückkehr an die Oberfläche zu liegen. Aber ist das überhaupt noch möglich? Wider alle Vernunft begibt sich Artjom auf eine lebensbedrohliche Reise durch eine Welt, deren mysteriöses Schweigen ein furchtbares Geheimnis birgt …

Metro 2035 ist das dritte Buch in der Reihe. Diese lassen sich unabhängig voneinander lesen, auch wenn dieser dritte Band die Verbindung der beiden vorherigen Bücher herstellt.
Sowohl Metro 2033, mit der Hauptperson Artjom, also auch Metro 2034, mit Homer als hauptsächliche Person sind in sich abgeschlossene Geschichten, die sich nur am Rande berühren. Wer beide Bücher gelesen hat, wird diese Berührungspunkte erkennen.
So verhält es sich auch in diesem Buch. Artjom und Homer treffen aufeinander und wir als Leser erleben, wie sie gemeinam sich in der Metro auf die Suche begeben. Diese Suche und das Durchreisen des Metro-Netzes fand ich in diesem Buch mühsam zu lesen. Mehr als in den anderen Büchern. Es mag daran liegen, dass ich vieles was während der Wanderung in der Metro passiert in den vorherigen Büchern gelesen hatte. Auch fehlte mir dabei dieses unheimlich-düster-geheimnisvolle, dass Artjoms Weg im Buch „Metro 2033“ begleitet hat. Ich hätte mir etwas weniger Reise/Wanderung sondern mehr Action und Spannung gewünscht. Diese kamen ja nicht nur durch die Schwarzen in „Metro 2033“, sondern auch durch Mutanten, die sich in dieser unterirdischen Welt entwickelt haben oder kleinere Bewohnergruppen, die gänzlich anders leben, als der Rest der Metro.
Zum Glück ist das Buch nicht durchgehend langweilig, sondern es gibt immer wieder spannende Abschnitte, vor allem zum Ende hin, so dass ich das Buch gerne weitergelesen habe.
Das in der Metro ein Spiegelbild einer Kleinstadt existiert – mit seinen Überspitzten Darstellungen in der Mirkowelt des Metro-Netzes bleibt für mich das Erschreckenste an diesem Buch, den trotz seines Unterhaltungscharakters hat der Autor es geschafft mit so mancher Schilderung mich wieder nachdenklich zu machen.
Das Buch kommt zwar nicht ganz an seine Vorgänger heran ist dennoch empfehlenswert und mir hat es Spaß gemacht wieder in die düstere Metrowelt einzutauchen. Falls es einen Folgeband geben sollte, werde ich ihn auf jeden Fall lesen.

Metro 2035

Von: Elizzy Datum : 03.07.2016

https://readbooksandfallinlove.wordpress.com/

Zusammenfassend
Dmitry verpackte das System einer ganzen Welt in die Unterwelt der Moskauer Metro Stationen.

Jede Station hat ihre eigene Ordnung, wird beherrscht oder regiert, treibt Handel oder Prostitution. Umso mehr man sich mit Artjom auf den Weg durch die Stationen macht umso tiefer wird man in diese grausame und ekelerregende Unterwelt geführt.

Es ist ein langer Kampf und eine beschwehrliche Reise auf der Suche nach der Wahrheit. Doch die Wahrheit stellt sich immer wieder als Lüge dar und so scheint es als würde der Weg / die Suche danach, niemals enden.

Artjom lernt auf seiner Reise viele Leute kennen, die ihm helfen doch auch viele die ihm immer wieder Steine in den Weg legen.

"Warum fährst du dann nicht los?"

"Weil eben. Weil der Mensch von Natur aus ein Hosenscheisser und ein Melancholiker ist. Die Entscheidung war einfach, aber den Arsch hochzukriegen ist schwer." S. 454

Doch angetrieben vom Gedanken "Wir können nicht die letzten Menschen auf der Erde sein" stösst er immer weiter in das System der Metro ein und somit auch in ein System voller Lügen und Halbwahrheiten.

Er verlässt seine Frau Anja und zerstört so seine bereits zerrüttete Ehe.
Er wird von Homer, einem alten Mann, begleitet, der seine Geschichte aufschreiben will.
Und auf dem Weg durch die Metro gesellt sich ein Broker zu ihnen, der im die Treue schwört.

Und so fragt mach sich;
Wird er es schaffen?
Wird er wieder lernen Anja zu lieben?
Und wird er die Wahrheit herausfinden?

Gefiel mir sehr
Die Grundidee des Buches konnte mich überzeugen. Auch Artjom war mir sympathisch und ich habe mir gewünscht, dass er endlich zur Ruhe kommt uns seine Wahrheit herausfindet. Ich war Anfangs auch sehr beeindruckt, wie der Autor eine ganze Metrostation so genau und detailliert erschaffen konnte. Selbst die Karte dazu baute er in seinem Buch mit ein.

Gefiel mir nicht
Ich muss zugeben ich war sehr froh, als ich das Buch endlich zu Ende gelesen habe. Die Geschichte an sich war doch sehr schwer und an manchen Stellen so widerrlich und grausam, dass ich öfters Pausen machen musste.

Was ebenfalls sehr mühsam war, waren die ganzen russischen Namen. Diese sind so lang und werden so oft auf verschiedene Arten abgekürzt, dass man richtig Mühe hat, der Geschichte noch zu folgen und zu begreifen, dass dies noch ein und die selbe Person ist.

Auch war ich sehr vom Ende enttäuscht, da es für mich kein gelungenes Ende war. Für mich muss der Protagonist am Ende seines Buches etwas erreichen oder ein Fazit ziehen. Doch hier war man am Ende genau so frustriert wie am Anfang und auch in der Mitte des Buches. Das Buch gibt einem immer nur einen kleinen Funken Hoffnung und zerstört ihn dann innerhalb von ein paar Seiten von grund auf.

Schreibstil & Cover
Das Cover ist ganz in Ordnung und fällt durch das Rot natürlich sehr auf. Doch ansonsten finde ich es nicht besonders ansprechend.

Ich fand den Schreibstil ganz schrecklich. Wie oben erwähnt störte es mich sehr, dass die Namen ständig änderten und auch ansonsten fand ich den Stil zu schwer und zu kompliziert.

Fazit
Solche Bücher mag ich einfach persönlich nicht. Es kann ja sein, dass die Geschichte einigen zusagt aber für mich war das einfach nichts. Ausserdem finde ich es sehr wichtig, dass man bei Büchern die fast 800 Seiten umfassen, unbedingt die Spannung halten oder aufbauen können sollte. Doch dies war bei diesem Buch leider gar nicht der Fall und bei einigen Kapitel habe ich mich sehr gelangweilt und wurde ungeduldig. Schade!

Bewertung
Buchlänge ♥♥ (2/5)
Schreibstil ♥ (1/5)
Botschaft ♥♥ (2/5)
Lesevergnügen ♥♥ (2/5)

Vielen Dank an Bloggerportal und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

Hier geht es zur Leseprobe!

Ein schauriges Szenario mit russischer Seele

Von: Juju Datum : 21.06.2016

jujusbuecherkiste.blogspot.de

Die Freude auf dieses Buch war groß, denn die Stimmung in Metro 2033 war einfach nur genial. In Metro 2035 geht es ebenfalls um die Moskauer Metro. Artjom ist nun älter und wird von allen für Verrückt gehalten weil er noch immer denkt, es gäbe etwas außer der Moskauer Metro. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben irgendwann an der frischen Luft zu leben. Doch nach 20 Jahren Metro kennen die anderen Leute nichts anderes mehr und wollen auch nichts anderes mehr. Doch Artjom hat von einem Funker gehört, der Kontakt aufgenommen hat. Das muss er nachprüfen und macht sich direkt auf den Weg. Doch der ist beschwerlich, sei es die Hanse, die Rote Linie oder das Reich...die Zeit drängt jedenfalls.

Die Charaktere haben sich hier gut weiterentwickelt. Artjom, Anja, sein Stiefvater und Melnik - an allen hat die Zeit und Metro genagt. Jeder kämpft mit seiner Bürde. Bei Artjom hat der Kampfgeist noch nicht nachgelassen und er wirkt immernoch wie der ganz normale Kerl von Nebenan.

Der Schreibstil ist gut. Flüssig, spannend und unterhaltsam...aber nicht so geheimnisvoll düster wie in Metro 2033. Es ist eben weniger Horror und mehr Thriller geworden. Das ist zwar schade, aber das Buch ist dennoch wirklich sehr lesenswert. Unterteilt ist es in bequeme Kapitel. Einziges Manko war für mich, dass an einigen Stellen kaum zu deuten war wer da jetzt spricht. Da fehlten schlichtweg die typischen "sagte er"s. es waren aber vielleicht zwei oder drei Stellen und es ging um nichts gravierendes.

Insgessamt betrachtet ist Metro 2035 ein Grund zur Freude. Sehr unterhaltsam, spannend und mit einem Stück russischer Seele. Ein Szenario dass man sich sehr gut vorstellen kann und welches genau dadurch besonders gut wirkt! Absolute Leseempfehlung!

Wenige Höhen, viele Tiefen

Von: Kleine Bücherinsel Datum : 16.06.2016

www.monesleseinsel.blogspot.de

Metro 2035 hat mich auf Grund seines Plottes angezogen und neugierig gemacht. Die ersten beiden Bände dieser Reihe kenne ich nicht, aber nach deren Rezensionen zu urteilen, wäre ich noch enttäuschter von Metro 2035 gewesen.

Worum geht es in dem Buch?
Nach einem verheerenden Atomkrieg vor 20 Jahren sind die Menschen in den Moskauer Untergrund geflüchtet. Aber dort machen sich nun Seuchen breit, die Nahrungsmittel schwinden und auch sonst kommt es zu Unzufriedenheiten. Artjom, der damals die Menschen in die U-Bahn geführt hat, verlässt diese immer häufiger, um an der Oberfläche nach Leben zu suchen. Damit bringt er nicht nur sich in Gefahr, sondern auch alle anderen. Dies lässt die Stimmung weiterhin kippen. Keiner möchte ihm glauben, dass er einen Funkspruch eingefangen hat.
Eines Tages trifft er auch Homer, der Geschichten über die Metrobewohner aufschreibt und dieser berichtet ihm, dass eine andere Gruppe auch einen Funkspruch aufgeschnappt hat. Sie machen sich beide auf den Weg durch die Metro und suchen einen Platz, in dem die Menschen außerhalb der Metro überleben können.

Auch wenn ich die Vorgängerbände nicht kenne, bin ich doch eigentlich recht schnell mit den Protagonisten vertraut gewesen und mit der Situation, die in den U-Bahn Schächten herrscht. Die bedrückende Stimmung war greifbar und sehr gut eingefangen. Das langsame Spalten der Gemeinschaft und die unterschwellige Aggressionen, die sich aufgebaut haben über die Jahre hinweg. Zwar habe ich gemerkt, dass mir das ein oder andere Wissen aus den Vorgängerbänden gefehlt hat und ich trotzdem das ein oder andere vermisst habe. Das war auch nicht das Problem gewesen, welches ich mit dem Buch hatte. Ich habe eine düstere und spannende Dystopie erwartet, ein Buch, welches mich fesselt und erst zum Schluss wieder loslässt. Mit der ein oder anderen Länge habe ich auch gerechnet, doch ich fand das Buch ziemlich langweilig.

Die Spannung konnte kaum gehalten werden, wenn sie dann mal vorhanden war. Bis auf wenige Szenen, in denen ich den Atem angehalten habe, war es ein nicht besonders aufregender Spaziergang von einem älteren und jungen Mann in der Metro, wo es zwischendurch mal zu kleineren Reibereien kam.

Einzig gut fand ich die Stimmungen, die in der U-Bahn herrschte. Teilweise Hoffnungslosigkeit, die Ängste und die daraus hervorgerufenen Konflikte, weil ein Mensch die Hoffnung auf ein besseres Leben eben nicht aufgegeben hat.

Der Schreibstil ist sehr detailliert, wodurch der Spannungsaufbau halt auch gelitten hat. Dafür konnte man sich alles ziemlich gut vorstellen.

Auch wenn ich von Band 3 jetzt nicht wirklich überzeugt war, werde ich mir den ersten Teil auf jeden Fall besorgen und lesen.

Endlich ist Artjom wieder da!

Von: Kaisu Datum : 08.06.2016

life4books.blogspot.de

Nachdem wir in "Metro 2033" den jungen Artjom kennen lernen durften, der voller Tatendrang steckte und für große Veränderung sorgte. Ging es in dem zweiten Teil schon wesentlich ruhiger zu. Der Geschichtenerzähler Homer führte uns durch die verwinkelten Gänge der Metro und zeigte uns die verschiedenen Stationen, sowie die Lebensweisen der dort hausenden Menschen. Mittendrin schlurfte noch Homer umher, an dem der Druck des Lebens sehr deutlich seine Spuren hinterlassen hat. Nun sind wir im Jahre 2035 angekommen. Zwei Jahre nachdem Artjom für mächtigen Wandel gesorgt hat und quasi die Tore für die Welt da draußen - an der Erdoberfläche - geöffnet hat. Man Hoffnung und Neubeginn spüren sollte. Hat sich nichts getan.

"Ich bin oben geboren."
"Und wirst unten verrecken!" (S.298)

Eher im Gegenteil. Man hat sich eingerichtet. Lebt sein Leben und hat nicht den Drang nach Veränderung. Dem ein oder anderen scheint es trotzdem langweilig zu werden. Gerüchte breiten sich aus. Kriechen in jede Ritze und schüren das Böse in den Köpfen den Bewohner. Von Verrätern ist die Rede. Maulwürfen, die die einzelnen Fronten unterwandern und für Hass und Missgunst sorgen. Und plötzlich droht tatsächlich ein Krieg auszubrechen. Zerstört sich die Moskauer Menschheit nun selbst? Soll dass das Ende sein?
Artjom hat seinen Wunsch nach einem Leben an der Oberfläche nie aufgeben und so sieht er jetzt die Chance die Bewohner nach oben zu bringen und dem Krieg aus dem Weg zu gehen. Schließlich ist das Böse verbannt. Lediglich die Reststrahlung ist ein Hindernis. Ein klitzekleines Hindernis. Hüstel.

Unseren Helden Artjom stört das allerdings nicht, allein um die Luft dort oben tief einatmen zu können, um raus aus der Enge zu sein, die Freiheit genießen zu können, riskiert er fast täglich sein Leben. Das macht sich inzwischen deutlich an seiner Optik bemerkbar. Er braucht "nachts auf dem Klo kein Licht mehr anzuschalten." (S.115), wie er es so schön ausdrückt. Was sagt das unserem normalen Menschenverstand? Richtig. Artjom hat nicht mehr lange zu leben. Doch sein Lebenswille ist noch lange nicht gebrochen. Schon gar nicht Atomstrahlung kann ihn aufhalten, das aufzudecken, was er nie für möglich gehalten hat. Manchmal sind angebliche Maulwürfe und ihre stille Post eben doch zu etwas gut.

Merkt man es? Ich bin hellauf begeistert gewesen von diesem Buch. Endlich geht es da weiter, wo im Auftakt aufgehört wurde. Artjom ist die anti-heldenhafte Figur der Ereignisse und ist starrsinniger denn je. Gleichzeitig macht er Bekanntschaft mit Homer. Zwei sture Fronten treffen also aufeinander und ziehen gemeinsam durch die Tunnel, bis sie aufgehalten werden. Denn ihre Mission, einem angeblichen Funkspruch von der Oberfläche als real zu identifizieren, passt scheinbar nicht jedem. Dabei kommen Wahrheiten ans Licht, die ich mir so nicht erträumt hätte. Zwar vermutet man viel und ahnt diverse Dinge. Trotzdem wurde ich zweimal in dem Buch gedanklich vom Hocker gehauen und habe richtig mit den Charakteren mitgelitten.

Trotz der gewaltigen bald 800 Seiten kam mir das Buch an keiner Stelle zäh oder langweilig vor. Ich habe es genauso gern gelesen wie "Metro 2033", wenn auch die Situation eine andere ist. Nämlich so ziemlich genau zwei Jähre später und weitaus depressiver.

Endzeit ist wohl wahrscheinlich nicht für jeden Leser etwas. Hier wird einem aber eine Perspektive geboten, die durchaus in einigen Punkten wahr werden könnte und sicher einige Skeptiker überzeugen kann. Daher: Zur Hand nehmen und lesen! Ich freue mich derweil schon auf den vierten Teil!

Band 3/3 mit 5/5 Sternen

Von: Lies-Diers Datum : 31.05.2016

lies-diers.blogspot.de

"Metro 2035" ist ein gelungener dritter Roman der Reihe, die sich mittlerweile um viele andere Romane bekannter russischer Autoren erweitert hat, welche alle im "Metro-Universum" angesiedelt sind.
Der Schreibstil ist einfach gehalten, bietet jedoch aufgrund der komplexen Beschreibungen des Lebens und der Organisation in der Moskauer Metro, zudem auch durch die Namen der Personen und der Stationen, eine gewisse Schwierigkeit. Dies gestaltet sich jedoch weitaus einfacher, wenn die Vorgänger-Romane bekannt sind.
Die aufgearbeitet Geschichte rund um die sich wandelnde Ideologie in der Metro und die Konflikte innerhalb der letzten Menschen Moskaus ist sehr anschaulich dargestellt und lässt sich schnell eine eigene Meinung bilden. Spannend wird hier die Reise Artjoms beschrieben und seine Schwierigkeiten, sein Ziel zu erreichen. Wendepunkte gibt es zu Genüge, sodass hierdurch eine immer tiefergehende Geschichte entsteht.
Spannung wird von Beginn an aufgebaut und bis zum Ende gehalten, was auch durch die klare Abgrenzung der einzelnen Kapitel erreicht wird. Hierdurch wird ein Teil der erzählten Geschichte abgeschlossen und ein neuer Teil beginnt, was ich persönlich als sehr angenehm empfinde.
Zwar bleibt mir letztlich zu sagen, dass "Metro 2035" nicht an den ersten Band "Metro 2033" herankommt, jedoch besser als der zweite band ist. Das Thema ist neu und weist größtenteils komplett neue Begebenheiten auf, als es in den Vorgängern der Fall war.
Ich sehe dieses Buch als große Metapher für viele Probleme der Menschen - vom Zusammenhalt in Extremsituationen, bis hin zu purem Egoismus in Augenblicken, in denen das genaue Gegenteil weitaus klüger wäre. Aus diesem Grund und aufgrund der spannenden und komplexen Geschichte in einer hochinteressanten Umgebung gebe ich "Metro 2035" 5 Smileys!

Klasse Buch

Von: Patrick Datum : 18.05.2016

vanessa-liest.blogspot.de

Titel: Metro 2035
Autor: Dmitry Glukhovsky
Seiten: 781
Verlag: Heyne

Inhalt: Seit ein verheerender Atomkrieg zwanzig Jahre zuvor die Erde verwüstet hat, haben die Menschen in den Tiefen der Metro-Netze eine neue Zivilisation errichtet. Doch die vermeintliche Sicherheit der U-Bahn-Schächte trügt: Zwei Jahre, nachdem Artjom die Bewohner der Moskauer Metro gerettet hat, gefährden Seuchen die Nahrungsmittelversorgung, und ideologische Konflikte drohen zu eskalieren. Die einzige Rettung scheint in einer Rückkehr an die Oberfläche zu liegen. Aber ist das überhaupt noch möglich? Wider alle Vernunft begibt sich Artjom auf eine lebensbedrohliche Reise durch eine Welt, deren mysteriöses Schweigen ein furchtbares Geheimnis birgt …

Cover: Das Cover finde ich ganz toll es hat mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Sonst mag ich einfarbig rot nicht so aber hier sagt es mir irgendwie zu.

Meinung: Ich bin durch das Spiel auf den Roman aufmerksam geworden und habe mir gedacht ich lese es mal. Die Handlung startet direkt auf den ersten Seiten wie ich finde. Es ist absolut spannend dieses Buch zu lesen. Der Autor hat die Personen so erschaffen wie auch viele Menschen in so einer Situation sein würden entweder total ägstlich und feige oder mutig, tapfer und kämpfend.
Das Buch ist nichts für schwache Leser denn Frauen sind hier meist erniedrigend dargestellt (Prostitution!) und es werden auch oft sympathische Charaktere erschossen!

Schreibstil: Der Schreibstil hat etwas eigenes... er war aber dennoch okay zu lesen.

Bewertung: 4/5 Sterne

Monerbuch-ohne Monster

Von: Atelier Maikind Datum : 17.05.2016

ateliermaikind.wordpress.com

Artjom ist zurück und begibt sich erneut auf eine gefährliche Reise durch die Metro von Moskau! Es geht endlich weiter! Ewig habe ich auf diesen Band gewartet und jede Info auf der Facebookseite des Autor förmlich aufgesogen! Jetzt ist er endlich da: der dritte Metro Band!

Das Prinzip ist eigentlich das selbe wie immer. Nach einer Atomkatastrophe mussten sich die Einwohner Moskaus in die Metro retten, in der sie nun leben. Es ist dunkel, kalt und nass- trostlos eben. Hoffnung ist schon fast ein Schimpfwort und die Menschen haben sich an dieses trostlose Leben gewöhnt. Alle, außer Artjom. Auch wenn er als verrückt abgestempelt wird, so will er seine Hoffnung auf Leben in den anderen Städten der Welt, einfach nicht aufgeben.

Das Cover ist gewöhnungsbedüftig. Das Rot ist sehr hell und passt so eigentlich weniger zu den letzten Bänden dieser Reihe. Trotzdem sieht es im Bücherregal sehr toll aus. Dieses Buch fällt auf- egal ob in der Buchhandlung oder Zuhause.

Der Schreistil war grandios, aber es gab viele langatmige Stellen. Außerdem gingen die Horror-Elemente durch die ganzen Verschwörungstheorien sehr verloren. Eines viel mir noch negativ auf: es gab einfach keine Monster mehr. Weder an der Oberfläche noch in den Tunneln.

Dieser Band wird mein letzter Metro Band werden. Alle meine Fragen wurden geklärt und ich bin vollkommen zufrieden mit dem Ende. 4 von 5 Sternen für „Metro 2035“.

Dmitry Glukhovsky - Metro 2035 (Heyne)

Von: Christian Funke Datum : 03.05.2016

www.wewantmedia.de/

Dmitry Glukhovsky
Metro 2035
(Heyne)


Der Held einer ganzen Generation ist zurück – in METRO 2035 macht sich Artjom erneut auf die gefährliche Reise durch das Dunkel der Moskauer Metro

Seit ein verheerender Atomkrieg zwanzig Jahre zuvor die Erde verwüstet hat, haben die Menschen in den Tiefen der Metro-Netze eine neue Zivilisation errichtet. Doch die vermeintliche Sicherheit der U-Bahn-Schächte trügt: Zwei Jahre, nachdem Artjom die Bewohner der Moskauer Metro gerettet hat, gefährden Seuchen die Nahrungsmittelversorgung, und ideologische Konflikte drohen zu eskalieren. Die einzige Rettung scheint in einer Rückkehr an die Oberfläche zu liegen. Aber ist das überhaupt noch möglich? Wider alle Vernunft begibt sich Artjom auf eine lebensbedrohliche Reise durch eine Welt, deren mysteriöses Schweigen ein furchtbares Geheimnis birgt…

Dmitry Glukhovsky, geboren 1979, hat internationale Beziehungen in Jerusalem studiert und arbeitete als Journalist unter anderem für Russia Today, Deutsche Welle und Sky News. Mit seinem Debütroman „Metro 2033“ landete er auf Anhieb einen Bestseller. Glukhovsky lebt und arbeitet in Moskau.

© Heyne & Dmitry Glukhovsky

Meinung zur Veröffentlichung:

Ich muss gestehen, dass ich seinerzeit auf das literarische Metro-Universum erst durch das sehr atmosphärische und durchaus gelungene PC-Spiel aufmerksam geworden bin. Da zu der Zeit russische Spiele zu den interessantesten des Marktes gehörten, kam man als Fan nicht umhin, sich auch mit diesem Spiel auseinanderzusetzen. Erst einige Zeit später stolperte ich zufällig über die Romanvorlage des Autoren Dmitry Glukhovsky, der hier nun mit Metro 2035 den dritten Teil der Reihe vorlegt.

Die Geschichte spielt im Moskau des Jahres 2035. Vor mehr als zwanzig Jahre hat ein Atomkrieg die Stadt unbewohnbar gemacht, und die Überlebenden in den Untergrund getrieben. Ihre neue Heimat ist nun das weit verzweigte U-Bahn-Netz mit seinem nahezu unüberschaubaren System aus Tunneln und Schächten. Das Leben im Untergrund fordert jedoch seinen Tribut, hat es doch alle bisher gängigen sozialen Gesellschaftsformen ausgehebelt, und lässt nun die ungewöhnlichsten Lebensgemeinschaften entstehen. Ein (Über-) Leben an der Außenwelt ist nicht möglich, denn die für den Menschen tödliche Strahlung verhindert einen längeren Aufenthalt in den Ruinen der vergangenen Zivilisation. Die Gefahr durch die mutierten Kreaturen und Monster scheint in Metro 2035 offensichtlich gebannt.

Hauptfigur ist der aus Teil 1 bekannte Protagonist Artjom, der ein Leben außerhalb der Metrotunnel kaum noch kennt. Artjom ist mittlerweile verheiratet und mit seiner Lebenssituation in den Schächten unzufrieden. Immer wieder treibt es ihn in seinem Schutzanzug an die Oberwelt, um zu schauen, ob es weitere Überlebende der Katastrophe gibt. Als ihm (dem Leser aus Teil 2 bekannte) Homer begegnet, der seine Geschichte niederschreiben möchte, berichtet dieser von aufgefangenen Funksprüchen, die beweisen sollen, dass auch außerhalb des bekannten Tunnelsystems weitere Überlebende existieren. Bei seinen Recherchen kommt er einer weitrechenden und alles in Frage stellenden Verschwörung auf die Spur…

Mit sehr viel Liebe zum Detail beschreibt Glukhovsky das Leben im eigentlich unwirtlichen Untergrund. Über die Jahrzehnte haben sich die Menschen dort häuslich eingerichtet, züchten Pilze und halten ihre Nutztiere. Die neue Währung ist Munition, da diese rar ist. Das Trinkwasser muss speziell gefiltert werden, um zusätzliche Erkrankungen zu vermeiden, dass menschliche Immunsystem ist durch den Verlust des Sonnenlichtes schließlich sehr angreifbar. Da alle in derselben Situation leben, wird Nachbarschaftshilfe meistens groß geschrieben. Dennoch bilden sich immer mehr autonome Gruppen, die anfangen, sich gegenseitig zu bekämpfen oder zu beklauen. Der Schutz gegen feindliche Eindringlinge wird deshalb von allen Bewohnern einer Kommune organisiert. Auffallend ist, dass sich Metro 2035 inhaltlich wie stilistisch von seinen Vorgängern unterscheidet. Neben dem Verzicht auf die mystischen, sehr stimmungsvollen Elemente der beiden Vorgänger haben wir es hier mit einem Polit-Thriller zu tun, der sich kritisch mit den unterschiedlichen Ideologien auseinandersetzt und den Fokus auf den Menschen und seine korrupten Systeme richtet. Ein spannender, aber völlig andersartiger Beitrag zum Metro-Universum.

Metro 2035 (Originaltitel: МЕТРО 2035) erscheint bei Heyne als 784 Seiten starkes, ansprechend gestaltetes Paperback mit Klappenbroschur, Hörbuch und eBook in einer Übersetzung aus dem Russischen von M. David Drevs.

Auch wenn sich Metro 2035 inhaltlich von seinen Vorgängern entfernt, entsprechend man als Leser die klassische Metro-Stimmung der vorangegangenen Romane vergeblich sucht, ist es ein spannender und clever konzipierter Thriller, auf den man sich unbedingt einlassen sollte!


Christian Funke

Enttäuschend

Von: Christian Datum : 29.04.2016

bieberbruda.blogspot.de/

Dem immer weiter wachsenden Metro-Universum folgt mit "Metro 2035" der dritte "offizielle" Band der postapokalyptischen Reihe rund um die Überlebenden in der Metro Moskaus.

Inhalt:
Nach den Ereignissen von Metro 2034 ist Artjom zu seiner Heimatstation WDNCh zurückgekehrt. Während er von einigen Bewohnern der Metro noch als Held gefeiert wird, kippt die Stimmung der anderen Bewohner immer mehr: Fast täglich bringt er sich und seine Kameraden in Gefahr, indem er die Metro verlässt, um mit der Welt Funkkontakt aufzunehmen und weitere Überlebende zu finden. Keiner will ihm glauben, dass es noch weitere Überlebende geben soll. Doch eines Tages taucht ein alter Bekannter auf und berichtet, dass auch auf einer anderen Station fremde Funksprüche eingegangen sind. Gemeinsam machen sie sich auf den gefährlichen Weg durch die Metro und bis an die Oberfläche Moskaus...aber gibt es tatsächlich Hoffnung für die Menschheit?!

Meine Meinung:
Die Fortsetzung der Reihe um den Stalker Artjom habe ich sehnsüchtig erwartet! Metro 2033 gehört aufgrund der düsteren und mysteriösen Atmosphäre zu meinen Lieblingsbüchern. Die rätselhaften Kreaturen an der Oberfläche und und die klaustrophobischen Zustände innerhalb der Metro waren ganz großes Kino! Metro 2034 war ein überzeugender Nachfolger, der aber bei weitem nicht an das Original heranreichte, weil es ihm vor allem an Spannung fehlte.
So sehr ich mich also auf eine Weiterführung der Geschichte und Antworten vieler offener Fragen gefreut habe - Metro 2035 war eine herbe Enttäuschung:
Statt der beklemmender Atmosphäre und Spannung der Vorgänger, kommt das Buch nur sehr schleppend in Fahrt und wirklich spannend wird es selten. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass der Autor das Buch lustlos heruntergeschrieben hat: Der Weg Artjoms durch die Metro und an die Oberfläche fühlt sich wie eine Art "Abhaken" von Gegebenheiten. Die Erklärungen zu offenen Fragestellungen sind war plausibel, aber dennoch ziemlich nüchtern und irgendwie enttäuschend, weil auch hierdurch das Geheimnisvolle verloren geht (z.B. bei den unsichtbaren Beobachtern). Die Portion Grusel wird abgelöst durch politische Themen und Verschwörungstheorien - Schade!

Fazit:
Ein eher enttäuschender und nur mäßig spannender Abschluss der Reihe (?), bei dem die düstere und geheimnisvolle Atmosphäre der Vorgänger komplett verloren gegangen ist und durch politische Aspekte ersetzt wurde. Auf mich wirkte das Buch recht lustlos heruntergeschrieben, deshalb kann ich leider nur 2 Sterne vergeben.

Eine Dystopie über finstere Hoffnung und den Kampf der Menschheit gegen sich selbst - wahnsinnig!

Von: Julia Hettich Datum : 26.04.2016

lizoyfanes.blogspot.com/

Ein verheerender Atomkrieg hat das Leben auf der Erde vernichtet, ehemals bewohnte Gebäude zu verstrahlten Gerippen gemacht und aus gewöhnlichen Lebewesen Mutanten und Degenerierte gezüchtet. In der Moskauer Metro, in der Dunkelheit endloser Tunnel, haben die Menschen mit allen Mitteln versucht, die Zivilisation neu aufzubauen. Der junge Artjom sieht als einziger, dass die Metro kein Lebensraum für die Menschen ist und sehnt sich danach, ein Leben an der verseuchten Erdoberfläche zu führen. Aber gibt es wirklich noch etwas auf der Welt? Irgendwo Funksignale anderer Überlebender? Artjom kann nicht aufhören zu hoffen und begibt sich auf die Suche nach einem Mann in der Metro, der angeblich Signale anderer Überlebender empfangen hat. Doch diese Suche verkampft sich zu einem Kampf gegen die Metro selbst. Neue politische Ideologien, Seuchen, Hunger und Verelendung verbergen, was hinter den dunkelsten Tunneln der Metro wirklich lauert ...

Dimitry Glukhovsky hat mit dem Universum seiner Metro-Bücher international Bestseller-Listen für sich beansprucht. Ich habe die Vorgänger - ,,Metro 2033" und ,,Metro 2035" - noch nicht gelesen, aber Abgesehen von einigen irritierenden Passagen und Personen fand ich mich recht schnell in diesem düsteren Moskau zurecht. Die Mutanten und Monster, welche für die anderen Metro-Bücher prägend sind, gab es hier leider nicht, was mich schon etwas verwunderte - wurden sie etwa alle irgendwie ausgerottet? Ich weiß es nicht, aber in den Vorgänger-Büchern wird das hoffentlich aufgedeckt.

Gleich von Anfang an schlug mir die bedrückende Stimmung ins Gesicht, welche die Überlebenden wie nagender Hunger plagt - nur Artjom, der seinen Idealen bis zum Schluss hin treu bleibt, ist hier wie ein Lichtblick der (berechtigten?) Hoffnung. Die anderen Charaktere sind zwar nicht das, was ich unbedingt als ,,sehr sympathisch" beschreiben kann - der Autor hat sich viel Mühe gegeben, die Menschen so zu gestalten, wie es Menschen in Extremsituationen sind: entweder feige oder zu sehr darauf beschränkt, andere zu bekämpfen. In vieler Hinsicht ist ,,Metro 2035" die politischste Dystopie, die ich je gelesen hab - von Kommunismus bis Faschismus ist hier alles vertreten, auch an Sklaverei mangelt es nicht. Beängstigend, aber fesselnd!

Der Schreibstil des Autors ist schwierig zu beschreiben, aber wisst ihr was? Das geht mir oft so, wenn ich Bücher russischer Autoren lese. In Glukhovskys Schreibstil ist stets ein Bild eingefangen, exotisch, aber irgendwie auch gewöhnlich und derb: wie ein verstaubter Vogel hinter einer dicken Glaswand. Es gab sogar ein Kapitel, das komplett in direkter Sprache geschrieben war. Dieses Kapitel musste ich zweimal lesen, um überhaupt durchzublicken, wer spricht. Manchmal hätte ich mehr szenische Dialoge als diese direkten Gespräche ohne weitere Erläuterung gelesen.
Zorn, Verzweiflung und verzweifelter Optimismus hat mich manchmal förmlich die Augen aufreißen lassen. Gewalt spielt hier eine große Rolle, was nichts für sanfte Gemüter ist. Da sind Frauen meistens zu Prostituierten erniedrigt und sympathische Charaktere kriegen sehr schnell eine Kugel in den Kopf gejagt.

Und: dieses Buch ist kein trockenes Buch über Systemkampf und Rebellion, da ich über den melancholischen Humor immer wieder lachen musste. Wenn Ljocha nach dem Gemetzel bei den Funktürmen von ,,Arflöchern" (ihm wurden die Zähne eingeschlagen) sprach :)

Nach einem zähen Einstieg hat mich das Buch nicht mehr losgelassen - es ist anspruchsvoll und verlangt geradezu mit gebleckten Zähnen nach Aufmerksamkeit. Die letzten Patronen wurden verschossen, das letzte Wort zischelnd gesprochen und zugleich wütend wie erfreut verstaue ich meine Metro-Karte und sehe zum Horizont, wo eine blasse Sonne 4 trübe Strahlen auf das Skelett von Moskau wirft.

Das Ende der Reise?

Von: chrissieskleinewelt Datum : 22.04.2016

www.chrissies-kleine-welt.de

Mit Metro 2035 hat Glukhovsky den langerwarteten dritten Teil seiner auch für andere Autoren offenen postapokalyptischen Welt geschrieben, der für so manchen Fan mit unerwarteten Neuerungen aufwartet.

22 Jahre nach der verheerenden atomaren Katastrophe begegnen wir wieder Artjom, dem Protagonisten und Helden aus Metro 2033, an seiner Heimatstation WDNCh. Die Erdoberfläche ist immer noch stark verstrahlt, so dass die Menschen weiterhin tief in der Moskauer Metro ihr Leben fristen. Artjom ist unglücklich verheiratet und hadert mit dem Schicksal der Menschen. Für ihn ist es nicht vorstellbar, dass es außerhalb von Moskau keinerlei Überlebende auf dem gesamten Planeten geben soll und so wirft er sich fast täglich in seinen Schutzanzug und begibt sich in die Häuserruinen Moskaus, erklettert den höchstmöglichen Punkt und versucht Funksprüche zu empfangen – vergebens.
Eines Tages erreicht jedoch ein Reisender die Station WDNCh, der Artjoms Geschichte niederschreiben möchte und den wir aus Metro 2034 bereits kennen. Er nennt sich Homer und berichtet, dass er einen Menschen in einer anderen Station der Metro kennt, der behauptet, er habe Funksprüche von außerhalb empfangen. Dies ist der Startschuss für unseren Protagonisten und seinen schreibenden Weggefährten hinein in eine Geschichte, die beide an ihre Grenzen führen wird – und darüber hinaus.

Wer den Werdegang von Dmitry Glukhovsky in den letzten Jahren beobachtet hat durfte schon feststellen, dass er sich thematisch in seinen Büchern mit immer philosophischeren Themen befasst und auch nicht vor einer kritischen Auseinandersetzung mit den verschiedensten Ideologien zurückschreckt. Dies setzt sich auch in diesem Buch fort und wird die Leser ernüchtern, die wieder mit einem SciFi-Horrorroman voller Monster und Mutanten gerechnet haben, der sich nebenher mit den angesprochenen Themen beschäftigt. Begründet wird es nicht wirklich, jedoch sind alle Mutanten und Monster zwei Jahre nach dem Showdown in Metro 2033 verschwunden. Der Fokus richtet sich im Jahr 2035 ausschließlich auf die Menschen der Metro, was sich diese gegenseitig antun und wie Artjom David-gegen-Goliath-gleich dagegen anzukämpfen versucht – jedoch ohne Steinschleuder.

Die Metro wird hauptsächlich von vier verschiedenen Bewegungen beherrscht. Die kapitalistische Hanse, das faschistische Vierte Reich, die kommunistische rote Linie und die künstlerische Polis, die von dem Orden beschützt wird, dem vor zwei Jahren auch Artjom die Treue geschworen hat. Daneben gibt es noch kleinere Zusammenschlüsse und viele unabhängige Stationen, doch im Grunde hängt alles irgendwie mit diesen vier Gemeinschaften zusammen. Diese verfolgen strikt ihre Ideologien und verschmähen oder bekämpfen gar, was hier nicht hineinpasst. Näher erläutern muss man diese Problematik wahrscheinlich nicht, da heutzutage jeder weiß, was zum Beispiel Nazis tun um ihre Weltansicht durchzusetzen.
Auf der Suche nach dem unbekannten Funker geht Artjom wieder einen ähnlichen Weg wie zwei Jahre zuvor und muss so auch wieder diese vier Hoheitsgebiete durchqueren. Durch die verschiedensten Umstände wird er bereits schnell tief in Machenschaften verstrickt, die ihn immer weiter in einen Sumpf hineinziehen, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Er merkt hierbei selbst, dass sich seine Einstellung, seine eigenen Ideale stark verändert haben. Immer wieder sieht er gewisse Dinge oder erahnt sie, bei denen er früher sofort eingeschritten wäre. Heute jedoch schaut er weg und stellt sich unwissend, nur damit er seinen Weg fortsetzen kann und in keine Schwierigkeiten gerät.
Letzteres klappt natürlich nicht und so entwickelt sich Artjoms Charakter dahingehend weiter, dass er immer weiter erniedrigt und gebrochen wird, bis er sein Leben so gut wie aufgegeben hat. Aus der Asche wiedergeboren kämpft er sich dann schließlich doch wieder hoch und stellt sich seinen Träumen und Idealen und wird sich selbst wieder treu.

Während dieser Zeit deckt er Dinge auf, die unvorstellbar erscheinen. Sein Wunsch nach Kontakt mit Überlebenden von außerhalb trifft wunde Punkte und bald wird Artjom neben den ideologischen Konflikten noch mit Treue und dessen Bruch konfrontiert sowie mit Märchen, die sich als wahrer herausstellen, als ihm lieb ist.

Für mich ist Metro 2035 ein Roman mit viel Substanz, der auch nach dem Lesen viel Potenzial zum Nachdenken mit sich bringt und zur Selbstreflexion anregt. Glukhovsky schafft es hierbei die Menschen real darzustellen. Es gibt keine Beschönigungen, kein strahlender Heldentum, der angepriesen wird. Seine Charaktere begehen auch unschöne Taten. Sie haben Angst, hängen den falschen Werten an oder sind schlichtweg unfähig sich an etwas Neues heranzuwagen.
Zum Ende hin verzweifelt man fast wie Artjom an den Menschen der Metro und versteht als aufgeklärter Leser doch, warum diese so handeln, während man sich gleichzeitig an der Glut und dem Feuer in Artjom nährt, der für seinen Traum kämpft.

Das Buch hat teilweise Stellen, die sich dem Leser nicht zu 100% erschließen und es gibt Abschnitte, die rein in wörtlicher Rede geschrieben sind, was mich irritierte. Zudem hätte es dem Ganzen wahrscheinlich gut getan, wenn es ein paar Seiten weniger gehabt hätte.

Trotzdem habe ich Metro 2035 wie auch seine Vorgänger sehr gerne gelesen. Das Metro-Universum erzählt eine tolle postapokalyptische Geschichte mit sehr viel Tiefgang, aber auch spannenden Szenen und Charakteren, die sich tief in das Leserherz hineinschreiben können. Die Idee ist innovativ und gut umgesetzt und bietet im Laufe der bisherigen Trilogie für jeden Leser Anreizpunkte – sei es nun der Monsterhorror aus dem ersten Teil oder das politisch-philosophische, aber auch grausame Geschehen aus Teil 3. So wie ich es empfinde ist das Ganze immer untermalt mit der typischen Melancholie, die so viele russische Fantasy-Romane begleitet.

Sollte deine Reise weitergehen, Artjom, ich bin gerne wieder mit dabei.

ein zäher, wenig spannender Roman

Von: Creepy Creatures Reviews Datum : 15.04.2016

https://www.youtube.com/channel/UCvaWifnOLUfdZNeyPvE7yiw

Vorweg: "Metro 2033" war und ist für mich einer der besten dystopischen Sci-Fi oder Horror Romane überhaupt. Die Welt, die der Autor kreiert, eine Mischung aus Moster-Horror, dystopischem Untergrundgrusel und gesellschaftskritischen Tönen war genial. Die Welt der Menschen hat sich auf unterschiedliche Mikrokosmen in den Stationen der Moskauer U-Bahn zurückgezogen und kämpf um das Überleben - gegen Mutanten aber auch gegen sich selbst.

Von den nicht-menschlichen Wesen ist bei "Metro 2035" nichts mehr zu lesen, auch der Klappentext weist darauf hin. Was geblieben ist, ist ein zäh-flüssiger dystopischer Roman, der hauptsächlich um den Kampf der Systeme und den Kampf des Protagonisten Artjom geht. Alte Szenarien werden wieder aufgeriffen, aber nur wenig erweitert und vor allen in klassische Bahnen gelenkt. Da sind die Faschisten auf der einen Seite, die Kommunisten auf der anderen und dazwischen eine im Sterben liegende Gesellschaft - ein klassisches Bild der Dystopie.

Alles in dem Roman dauert sehr lange. Jede Entwicklung zieht sich über buchstäblich hundert Seiten hin und auch dann ist sie das, was man erwartet hätte.

Es gibt auch spannende Momente, wenn etwa Artjom in einem unterirdischen Arbeitslager bestehen muss. Aber das meiste ist nun mal sehr langatmig und ausgewalzt beschrieben.

Leider kann dieses Buch nicht im Ansatz an "Metro 2033" herankommen. Zu wenig Neues ist Glukhovsky eingefallen, zu wenig Spannung kommt auf und zu sphärisch sind große Teile des Buches. Das Weglassen jedweden übernatürlichen Elements hat der Geschichte noch dazugeschadet.