Leserstimmen zu
Ein Streuner kehrt heim

Nick Trout

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Der Roman beginnt am Montagmorgen, der erste Tag an dem Dr. Cyrus Mills als "richtiger" Tierarzt praktiziert. Denn vorher war er Veterinärpathologe und hatte nichts mit den lebenden Tieren und ihren mehr oder weniger anstregenden und sorgenvollen Besitzern zu tun. Doch nun muss er Geld verdienen, bis ein Käufer für die Tierarztpraxis seines Vaters gefunden ist und wird sogleich ins kalte Wasser geschmissen. Die gesamte Handlung dreht sich um den Zeitraum von Montag bis Samstag, denn noch am selben Tag taucht ein Bankmitarbeiter auf, der ihm eine Gnadenfrist setzt. Wenn bis Ende der Woche nicht eine bestimmte Summe Geld aufgetrieben wird, gehe die Praxis und das gesamte Haus in den Besitz der Bank über. Leider hatte ich große Probleme in die Geschichte hinein zu kommen. Dies lag vor allem an der Handlung, denn diese zog sich auf den ersten Hundert Seiten ewig hin und waren schlichtweg langweilig. Teilweise konnte ich mühelos Abschnitte überspringen, ohne den Faden zu verlieren. Erst gegen Ende konnte ich mich etwas besser mit der Geschichte anfreunden und die letzten Seiten ließen sich dann doch recht zügig lesen. Die Charaktere blieben eigentlich den gesamten Roman über sehr blass. Doris, die Sekretärin war mir von Anfang an sehr unsympathisch und auch Lewis fand ich ziemlich seltsam. Auch wenn dieser der einzige war, mit dem ich am Ende doch etwas mehr Sympathie empfand. Cyrus selbst bleibt lieber für sich allein, weswegen er sich in einer richtigen Tierarztpraxis nicht sonderlich wohl fühlt. Obwohl er über das theoretische Wissen verfügt, hat er doch kleine Probleme dieses in die Praxis umzusetzen - und ich muss zugeben: dabei stellt er sich gar nicht so schlecht an. Zudem bringt er auch noch ein gravierendes Geheimnis nach Eden Falls, dessen Grund aber kurioser Weise nicht mal geklärt wird. Leider hatte ich zu keinem der Charaktere ein Bild und deren Hintergrundgeschichte hat mich auch nicht sonderlich interessiert. Lediglich einige Patienten, wie zum Beispiel die Katze Tina mit ihrer schwangeren Besitzerin Denise oder der Mischling Clint mit seinem Herrchen Harry (wobei auch Clints Vorgänger alle den selben Namen trugen) konnte ich ins Herz schließen. Ich war wirklich mit mir am hadern, ob ich den Roman abbreche. Aber erstens breche ich wirklich so gut wie nie ein Buch ab und zweitens währe das ja auch ein Fehler gewesen. Denn gegen Ende nimmt die Geschichte wirklich noch einmal an Fahrt auf, es kommen einige spannende Details ans Licht und Cyrus wächst über sich hinaus. Allein der Spannungsaufschwung gegen Ende hat die Bewertung noch um einen Punkt hochgerissen, das aber auch nur ganz knapp - ansonsten wäre es wohl bei zwei Eulen geblieben.

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