Leserstimmen zu
Der Hanggarten eines passionierten Pflanzensammlers

Herbert Frei-Schindler

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Hardcover
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Sinnliches Lesevergnügen

Von: Ilse New aus 4114 Hofstetten, SO

01.05.2015

Dieses Gartenbuch ist eine Trouvaille, eine Einladung zu einem köstlichen Spaziergang unter der Führung des Ehepaars Frei-Schindler durch ihr persönliches Gartenjahr, ihr Gartenparadies, das sie in ihrer nun bald 20-jährigen Liebe und Leidenschaft fürs gemeinsame Gärtnern entstehen liessen. Die ganz offensichtlichen Vorzüge dieses Buchs sind einerseits die wunderschönen Illustrationen, praktisch ausnahmslos eigene Photographien, die übersichtliche Gliederung des Inhalts, und das gewaltige Pflanzenwissen des Autors. Beim Wandern durch die vier Jahreszeiten ist vom Gärtnerglück im Reich der Königinnen (Strauchpeonien) und ihrem Fussvolk die Rede, aber wir tauchen auch ein ins Schattenreich, lassen uns entführen in die Kunst des Aufbaus eines „Kammergartens“ und staunen ob des Aufwands, welcher der Autor treibt, auf seinen ausgedehnten Reisen auch noch eines ganz seltenen Blumenhartriegels oder der Exotin „Eucryphia“ bzw. einer seltenen Rose habhaft zu werden. Der Garten ist vorab nach ästhetischen Richtlinien gestaltet, gepaart mit einer rechten Prise „Spezialistentum“ – aber das grosse Detailwissen und die Experimentierfreude des Autors, sowie seine Liebe fürs Ungewöhnliche verbinden sich zur spannenden Lektüre. Was dieses Buch dann noch zu einer eigentlichen Erlebnisreise werden lässt, ist die Sprache, in der es verfasst ist: Herbert Frei bedient sich einer Prosa die durchwegs lyrisch und poetisch - ja musikalisch – und humorvoll- metaphorisch daherkommt. Wir lernen was es heisst, ein Blumenbeet zu „rhythmisieren“, oder die nervösen Gartenecken der Astilben und Zittergräser durch die grossflächigen, farblich abgestimmten Hosta Blätter zu „ beruhigen“. Da geben Leitpflanzen den Ton an, dort gilt es Triebe zu trimmen, und manchmal wird es todernst, wenn von unfreiwilligen – bisweilen sogar tödlichen Umarmungen mancher Pflanzen die Rede ist. Ja, die Leser verstehen: treffend und variantenreich ist von gewissen Spezies die Rede und der Notwendigkeit, mit liebevoller aber zugleich starker Hand Kontrolle und Disziplin zu halten im naturwüchsigen Chaos, das sich auszubreiten droht. Und wer müsste nicht herzlich lachen über die 65 verschiedenen Storchenschnäbel, die ihrer „promiskuitiven Natur gehorchend“, im Garten munter vor sich hin hybridisieren, bis sich die meisten dann immer ähnlicher sehen. Das Buch ist reines, sinnliches Lesevergnügen und Inspiration, es vermittelt so viel Lust und Freude, Heiterkeit und besinnliche Momente. Es lädt ein zum Träumen, zum Schauen, einen Perspektivenwechsel zu wagen und macht aber auch Mut zum Ausprobieren, zum selbst Hand anlegen bei der eigenen Garten(um)gestaltung. Wertvolle Tipps, wie man sich einer „Hanglage“ bemächtigt, um aus der vielleicht mühsameren Gartenarbeit ästhetischen Profit zu ziehen, miteingeschlossen. Das ist ein Buch zum oftmals Lesen, zum Verschenken an Gartenfreunde und –freundinnen und solche, die es werden möchten. Die tiefgründige Liebe und Faszination für die Schönheit der Natur und ihrer Pflanzenwelt und das unablässige Bestreben, ja „köstlich Müssen“, des Autors und seiner Frau, sich damit nach ganz persönlichen Vorlieben zu umgeben, ist auf jeder Seite dieses trefflichen Werks spür- und nachvollziehbar.

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