Leserstimmen zu
Kaffeeklatsch mit Goldfisch

Martha Sophie Marcus

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Meine Meinung zum Buch: Das Cover ist relativ schlicht, doch mich hat es gleich angesprochen. Auch die Inhaltsangabe klang interessant. Dabei denkt man eher an einen lockeren Frauenroman mit viel Witz und obwohl es einiges an Humor gab, werden auch ernstere Themen angesprochen. Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich aber authentisch gemacht. Jeder in dem Buch hat so seine Macken, doch das macht sie sympathisch. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und ihr Handeln verstehen, Der Schreibstil ist sehr angenehm, ich konnte das Buch flüssig lesen und war in zwei Tagen damit durch. Die Autorin beschreibt Orte, Personen und Ereignisse sehr lebhaft, so ging bei mir schnell das Kopfkino an. Auch die Dialoge sind toll geschrieben. Es war stets spannend zu lesen, immer wollte ich wissen wie es weitergeht. Nur das Ende kam mir dann zu plötzlich. Ein paar Seiten mehr von der Situation ein Jahr später, hätten mich gefreut. Mein Fazit: Ein unterhaltsamer Roman mit tollen Charakteren, bildhaftem, flüssigem Schreibstil, Themen, die zum Nachdenken anregen und trotzdem einiges an Humor. Eine tolle Mischung, die ich euch nur empfehlen kann. Danke an den Goldmann Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar! Meine Meinung wurde in keinster Weise beeinflusst.

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Autorin: Die Autorin Martha Sophie Marcus wurde 1972 im Schaumburger Landkreis geboren. Schon in ihrer Kindheit waren Bücher – ebenso wie Haustiere – reichlich vertreten. Nach dem Abitur studierte sie in Hannover Germanistik, Pädagogik und Soziologie – Schwerpunkt: Geschichtliche Aspekte. Danach lebte sie 2 J. in der historischen Stadt Cambridge/GB. Seit 2010 hat sie als Autorin erfolgreich einige historische Romane veröffentlicht und ein Kinder-/Jugendbuch. „Kaffeeklatsch mit Goldfisch“ ist ihr erster Roman im Genre „Frauenliteratur“. Mit ihrer Familie, die Mann, zwei Kinder, Hund und Katze umfasst, lebt sie im malerischen Lüneburg. Handlung: Die Apothekerin Antonia, 42 J., zernagen kurz vor dem 20. Hochzeitstag Selbstzweifel: Liebt ihr Mann Monty sie noch, war ihr Weg in die Selbstständigkeit mit der eigenen Apotheke richtig oder kommen ihre beiden pubertierenden Töchter seither zu kurz? Und auch ihre beste Freundin Helen hat Eheprobleme, während das Problem „kein Mann“ eher die 6fache Mutter und ehem. Mitschülerin Petra sehr belastet, die mit ihrer Großfamilie in sozial schwachen Verhältnissen lebt. Und Antonias junge PTA Carolin hat sehr mit ihrer Schüchternheit gegenüber Männern zu kämpfen. Doch so unterschiedlich diese Frauen sind: Als in ihrer Heimat Jeetzeburg die Elbe über die Ufer tritt, tun sie sich zusammen, um der alten Grundschullehrerin, Frau Lilienthal, dabei tatkräftig zu helfen, ihr geliebtes Fachwerkhaus und deren Erinnerungen vor den Fluten zu schützen. Auf einmal setzt das Leben ganz neue Prioritäten und fordert Zusammenhalt und alle verstehen, was wirklich wichtig ist im Leben. Fazit: Dieser Roman lag jetzt ziemlich lange auf meinem SuB und ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, dass ich ihn nicht schon früher gelesen habe, denn er hat mir wirklich super gefallen. Das Cover ist hübsch gestaltet, reisst mich aber jetzt auch nicht total in Begeisterung, was wohl eher am persönlichen Geschmack liegt, weil ich so gar kein Fan der Farbe Gelb bin 😉 Wenn ich richtig gezählt habe, sind die 318 Seiten auf 29 Kapitel + Nachwort verteilt. Das Schriftbild ist normal und die Kapitellänge für mein Leseverhalten wirklich meist (bis auf auf wenige Ausnahmen) optimal. Sehr gefallen hat mir bei der Kapitel-Aufteilung, dass sich jedes Kapitel einer der Protagonistinnen widmet und somit immer als Überschrift deren Namen trägt. Da Martha Sophie Marcus bisher im Genre der historischen Romane bekannt ist, ein Genre, das ich selbst nicht so gerne lese, war mir die Autorin auch noch nicht bekannt. Der Klappentext lässt zunächst einen typischen Frauen-Roman vermuten – ich finde allerdings, dass dieser Roman sehr viel mehr ist und bietet: Ein Generationen-Roman, Lebensratgeber und irgendwie ein Herzensbuch, obwohl es sich hier nicht um einen Liebesroman handelt. Martha Sophie Marcus ist es gelungen, die 2013 aktuellen Hochwasserereignisse mit einer hübschen fiktiven Stadt (Jeetzeburg), sehr realistischen Charakteren mit Problemen, wie sie auch jede der Leserinnen im eigenen Leben haben könnte, viel Lebensweisheit und einem Schreibstil sprachlich dicht am echten Leben zu einer wundervollen Wohlfühlgeschichte zusammenzufügen. Die Autorin hat hier gezeigt, dass ein Roman auch noch toll ist und nachhaltig wirkt, wenn man nicht auf allen Ebenen ein Happy End erzielt – so, wie das Leben eben ist 🙂 Ich habe diese Geschichte, die zeigt dass Zusammenhalt, Freundschaft, Anerkennung und Respekt sich jenseits von Alter, Generationsunterschieden, sozialem Status oder familiärer Situation abspielen können und sollten, wirklich sehr gemocht und vergebe hierfür – auch, wenn sie mal kleine Längen hatte – eine 5*****-Leseempfehlung. Sollte die Autorin noch weitere Romane in diesem Genre schreiben, werde ich ganz sicher wieder etwas von ihr lesen.

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Freundschaften und Beziehungen, Vergangenheit und finanzielle Engpässe ebenso wie kleine Unterstützung im Alltag zwischen mehreren Frauen einer kleinen Gemeinde an der Elbe. Während es einen Sommer lang quasi größtenteils nass draußen ist und die Elbe immer mehr anschwillt, nimmt der tägliche Wahnsinn zwischen Arbeitsalltag und vermisstem Privatleben im Haushalt der vier Protagonistinnen seinen Lauf. Die eine führt eine Apotheke und gesteht nur sich selbst ein, dass sie finanziell am Ende ist und lässt ihre Familien nicht an sich heran. So denkt der Gatte, das er überflüssig ist. Eine andere lebt in ihrem kleinen Fachwerkhaus unten am Fluss, schaut wehmütig auf ihre vergangene Zeit als Lehrerin zurück und sorgt fast unbemerkt für das Katzenfutter von Figur Nummer drei. Die wiederum zwar handfest ist, aber leider mit sechs kleinen Kindern alleinerziehend ohne Job sich über Wasser halten muss. Dazu kommt noch eine anscheinend arrogante Ärztin und die Flut. Zu Beginn hört es sich etwas wirr an, aber es entwirrt sich alles recht schnell. Das Buch ist ziemlich realistisch verfasst - es sind vier Geschichten aus dem Leben, die genauso und ähnlich ablaufen könnten. Dieser Roman wird nicht langweilig und ist garantiert keine Schnulze - eher ein wunderbarer Sommerroman für den Garten ;-)

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Kaffeeklatsch mit Goldfisch war ein ein Zufallsfund aus der Bibliothek am Mailänder Platz, ich hatte mich durch die Neuerscheinungen gescrollt und bin bei diesem Buch hängen geblieben. Für mich war es das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe. Martha Sophie Marcus sagte mir überhaupt nichts. Kaffeeklatsch mit Goldfisch spielt im fiktiven Jeetzeburg. Die Handlung des Buch wird abwechselnd aus Antonias, Helens, Carlines und Petra Sicht beschrieben. Antonia ist betreibt seit Kurzem ihre eigene Apotheke, die in letzter Zeit aber nicht mehr genug Gewinn abwirft. Mit ihrem Mann ist sie seit vielen Jahren verheiratet ist aber mit ihrer Ehe mehr als unzufrieden, da sie denkt, ihr Mann würde sie nicht mehr begehrenswert finden. Caroline ist Antonias Angestellte und in einen früheren Schulfreund verliebt, der sich aber nicht für sie interessiert. In Gegenwart von Männer ist sie sehr schüchtern und bekommt keinen Ton heraus. Helen ist Antonias Freundin. Ihr Mann ist Alkoholiker und dennoch deckt sie ihn vor allen anderen. Petra (warum ausgerechnet dieser Name) ist Mutter von sechs Kindern, die nicht alle den gleichen Vater haben. Ihr Vermieter hat ihren Mietvertrag gekündigt und sie muss auf die Schnelle eine Wohnung für sich und ihre Kinder finden. Sie hat das Problem, dass sie zwar einen grünen Daumen hat, das Lesen von komplexen Texten ihr Schwierigkeiten bereitet. Dennoch versucht sie ihren Kindern eine gute Mutter zu sein und das gelingt ihr auch recht gut. Geld ist bei ihr Mangelware aber sie versucht aus allem das Beste zu machen. Antonia und ihr Mann wollten ihren Hochzeitstag großartig feiern aber das beginnende Hochwasser macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Monty hilft mit Sandsäcke zu verteilen. Als Frau Lehmann in ihrem Haus, auf Grund des Hochwasssers gefangen ist, machen sich die vier Frauen auf den Weg um der alten Frau zu helfen. Kurz vor ihnen trifft die Ärztin ein, in dessen Haus Antonias Apotheke ist. Die beiden Frauen mögen sich so gar nicht. Während die sechs Frauen in Frau Lehmanns Haus festsitzen, kommen sich die Frauen näher und erzählen von ihren Sorgen und Problemen. Da ich bisher noch kein Buch der Autorin gelesen habe, konnte ich dieses Buch vorurteilsfrei lesen und wurde angenehm überrascht. “Kaffeeklatsch mit Goldfisch” las sich sehr flüssig und ich hatte das Gefühl, dass ich mit meinen Problem nicht alleine dastehe, anderen geht es auch nicht besser. Durch den Perspektivwechsel wirkt das Buch viel lebhafter und man bekommt als Leser viel mehr von den Gedanken der einzelnen Protagonistinnen mit. Da ich selber zwei Pubertierende Kinder habe, kann ich mich gut in Antonias Lage hinein versetzen und ich wäre sicher alles andere als glücklich, wenn der erst Freund meiner Tochter so aussehen würde, wie der von Mickie. Da mir Kaffeeklatsch mit Goldfisch gut gefallen hat, werde ich mir die historischen Bücher der Autorin anschauen und vielleicht auch lesen. Da ich ein paar nette Lesestunden hatte, bekommt das Buch vier von fünf Sternen und eine glasklare Leseempfehlung.

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Ein lebendiger, lebensfroher Roman über das Leben und darüber, wie schnell unsere Probleme unwichtig werden können und man erkennt, was wirklich wichtig ist im Leben… Meine Gedanken zu dem Buch: Ich muss gestehen, dass ich bei diesem Buch zunächst etwas skeptisch war, ob es mir wirklich gefallen könnte. Das Cover selbst hat mich so gar nicht angesprochen, ebenso wenig wie der Titel. Erst der Klappentext war, der mich doch neugierig auf das Buch und die Geschichte hinter Cover und Titel gemacht hat. Und nun muss ich eingestehen – ich habe es nicht bereut… Die Autorin verpackt das doch eher ernsthafte Grundthema Hochwasser auf eine locker-leichte und auch humorvolle Art und Weise und nimmt so diesem dramatischen Hintergrund seine einschüchternde Wirkung, liefert aber gleichzeitig einen fabelhaften Background für die Zusammenführung der fünf Frauen. Einzeln erscheinen ihnen ihre Probleme unüberwindbar, doch in dieser brenzligen Situation müssen sie erkennen, was wirklich im Leben zählt und lassen alles andere bedeutungslos wirken. Untermauert wird dies noch durch die abwechselnden Perspektiven. Denn so lernt der Leser die Frauen sehr schnell, sehr gut kennen. Mir waren die Figuren allesamt von Beginn an sympathisch, vor allem deshalb, weil ihre Probleme und ihr Leben so real und auch so nah an unserem eigenen Leben waren. Sicherlich konnte man nicht alle Reaktionen der Frauen nachvollziehen, doch kann man nie mit Bestimmtheit sagen, wie man selbst in ihrer Situation gehandelt hätte. Mich hat beeindruckt, wie die Frauen sich der zunächst ausweglosen Situation gestellt, sich gegenseitig unterstützt und auch zugehört haben. Das gab allen von ihnen Halt, den Halt den eigentlich jede von ihnen zuvor in ihrem Leben auf irgendeine Weise vermisst hatte. Schade ist eigentlich nur, dass es für solche Erkenntnisse meist ein negatives oder dramatisches Schlüsselereignis braucht. Wir sollten uns vielmehr auf die kleinen Dinge des Lebens besinnen, und zwar jene, die unser Leben besonders machen – Freundschaft, Liebe und unsere Träume. Kurz & Gut - Mein persönliches Fazit Nach anfänglicher Skepsis hat mich das Buch von der ersten bis zur letzten Weise begeistert, weil es mich auf wunderbar leichte und fabelhafte Weise unterhalten hat, sodass ich das Lesen einfach nur genießen konnte. Doch trotz dieser Leichtigkeit hat es mich auch nachdenklich gemacht – nachdenklich über mein eigenes Leben und darüber, was wirklich zählt. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich allen Grund habe, rundum glücklich zu sein! © Rezension: 2015, Sandra „Sunny liest“

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Meine Meinung: Das Cover und der Buchtitel waren es auch diesmal wieder, die meine Aufmerksamkeit erweckten. Außerdem machte mich die Kurzbeschreibung neugierig, so kam es, dass ich dieses Buch kurz nachdem ich es gesehen hatte, in meiner Hand hielt. Als erstes lernte ich die vier Protagonistinnen dieses Buches kennen. Die Kapitel wechselten immer wieder zu einer der vieren, was mir sehr gut gefallen hat. Jede der vier Frauen hatte ein "Päckchen" zu tragen. Antonia steckt in einer Krise, familiär und beruflich. Helen verschließt die Augen vor der Tatsache, dass ihr Mann trinkt. Petra hat als allein erziehende Mutter von sechs Kindern reichlich Sorgen und Carolin mangelt es an Selbstbewusstsein. Sehr interessiert lese ich, was die vier Frauen erleben und wie sie damit klar kommen. Wer weiß, wie sich alles entwickelt hätte, wenn das Hochwasser sie nicht zusammen geschweißt hätte. Mit viel Gefühl, aber auch Humor hat die Autorin beschrieben, wie selbst ein großes Unglück sich in Glück für alle wandeln kann. Es zeigt mal wieder, dass alle mit anpacken, wenn es nötig ist und miteinander reden, helfen kann, was ich ja sowieso immer wieder erwähne. Manchmal dauert es zwar etwas länger, bis die Beteiligten es endlich schaffen, aber besser spät als nie. Sehr gut hat die Autorin es verstanden, alltägliche Probleme mit der Geschichte der Frauen zu verknüpfen. Über vieles haben einige sicher auch schon einmal nachgedacht oder sie finden sich in manchen Personen sogar wieder. Bis jetzt bin ich noch nicht näher auf den Titel des Buches eingegangen und mancher wird sich fragen, was es denn damit auf sich hat. Aber darüber will ich jetzt nichts verraten, nur soviel dass auch ein Goldfisch eine wichtige Rolle in diesem Buch spielt. Welche, wird jeder im Laufe der Geschichte schon merken, wenn das Buch gelesen wird. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und das Buch leicht zu lesen. Allerdings hätte es mich gefreut, wenn das Ende nicht so schnell gekommen wäre. Vorher habe ich alles sehr ausführlich lesen können und am Ende kam es mir wie eine knappe Zusammenfassung vor. Wobei ich jetzt nicht den Epilog meine, das finde ich immer wieder gut. Vielleicht macht uns die Autorin die Freude und schreibt ein weiteres Buch, denn zu erzählen gibt es sicherlich reichlich. Fazit: Ein Buch, das ich gerne weiterempfehle. Mag es auf den ersten Blick nach einem leichten Frauenbuch aussehen, stellt man aber schnell fest, dass vieles zum Nachdenken anregt. Gefühl und Humor - beides wurde sehr gut kombiniert.

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Fünf Frauen, die alle ihre eigenen Probleme mit sicher herumtragen, sei es in beruflicher oder privater Hinsicht, sehen sich bald vor einem gemeinsamen Problem stehen. Der Fluss tritt über die Ufer und erreicht bisher nie gekannte Höhen. Ohne groß darüber nachzudenken treffen sich die Frauen bei der betagten Frau Lilienthal, deren Haus mehr als bedroht ist, die jedoch trotzdem nicht davon abzubringen scheint ihr geliebtes Heim zu verlassen. Daher bleibt viel Zeit für gemeinsame Gespräche und das Reflektieren der eigenen Probleme... Jeder kennt private und/oder berufliche Probleme jedweder Natur, weshalb man sich als Leser mit Sicherheit in mindestens eine der agierenden Frauen hineinversetzen kann. Da jede mit ihrem ganz eigenen Schicksal geschlagen ist, ist es nur logisch sie mehr oder weniger getrennt voneinander zu beleuchten. Dazu wird in den wechselnden Kapitel immer wieder auf die Hauptperson gewechselt, wodurch man einen besseren Einblick in das Leben der Frauen erhält, als würde man von einem Punkt aus das Gesamtgeschehen betrachten. Natürlich gehen die Ereignisse fließend ineinander über, wodurch auch sogleich die Zusammenhänge deutlich werden. Es scheint, als hätten alle Frauen schon lange nicht mehr den nötigen Abstand, um ihre Situationen auch einmal von außen zu betrachten. Denn könnten sie dies, würden sie zu einigen Schlüssen kommen, die dem Leser schnell auffallen. Am liebsten würde man sie alle nacheinander wach rütteln. Doch bevor es dazu kommt, tritt der Fluss über die Ufer und beschert dem Dorf ein Hochwasser wie es noch nie dagewesen ist. Daher kommen die Frauen in eine Situation, die das Wachrütteln für den Leser übernimmt. Endlich beschäftigen sie sich einmal aus einer anderen Sicht mit sich, was die ein oder andere überraschende Erkenntnis nach sich zieht. Die ein oder andere Passage mag sich ein wenig in die Länge ziehen, doch im Großen und Ganzen hat Martha Sophie Marcus mit „Kaffeeklatsch mit Goldfisch“ einen unterhaltsamen Roman geschaffen, der gleichzeitig dazu anregt seine ganz eigenen Probleme einmal zu reflektieren und die ganze Situation mal wieder objektiv zu betrachten. Es steckt eben doch immer etwas Wahrheit in jeder Fiktion.

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“Kaffeeklatsch mit Goldfisch” von Martha Sophie Marcus ist ein humorvolles, kurzweiliges Stück Unterhaltung, das aber auch mit tiefgründigeren, ernsthafteren Hintergründen dienen kann. So hat dieser Roman einen durchweg heiteren Unterton, zentrales Thema ist aber die Überflutung einer Stadt und deren existenzbedrohender Folgen. Protagonistin ist die 42-jährige Apothekerin Antonia, Mutter zweier Töchter und Frau eines weitestgehend abwesenden Ehemanns. Sie teilt sich die Rolle des Erzählers allerdings mit drei weiteren Frauen: Helen, Antonias beste Freundin, hat zwei Söhne und einen Alkoholiker als Ehemann, die alleinerziehende Petra ist kurz davor mit ihren sechs Kindern auf der Straße zu stehen und Antonias Apothekenhelferin Carolin ist unfähig jungen Männern auch nur in die Augen zu sehen, geschweige denn mit ihnen zu reden. Jede der vier Frauen hat mehr als genug eigene Probleme, auch wenn sie vor den meisten davon krampfhaft die Augen verschließen. Als ihre Heimatstadt jedoch von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht wird und Frau Lilienthal, eine ältere Dame und Antonias Kundin, um Hilfe bittet, weil ihr Haus überflutet wird, müssen die Frauen ihre persönlichen Probleme jedoch erst einmal in den Hintergrund stellen und alle gemeinsam anpacken. Und während sie in den oberen Etagen des Lilienthalschen Hauses festsitzen, kommen sie langsam aber sicher miteinander ins Gespräch. Beim “Kaffeeklatsch” in Frau Lilienthals Schlafzimmer fangen sie an über ihre jeweiligen Probleme zu reden und diese so nach und nach aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Durch diese Gespräche und durch die wechselnden Perspektiven lernt man die Figuren schnell sehr gut kennen. Sie alle wirken so real, vor allem durch ihre “Alltäglichkeit”. Die Probleme, die sie beschäftigen, sind Allerweltsprobleme, mit denen sich fast jeder – aufgrund eigener Erfahrungen oder welcher im Bekanntenkreis – auf irgendeiner Ebene identifizieren kann. Das heißt aber noch lange nicht, dass mir die Figuren alle sympathisch waren. Helen zum Beispiel fand ich schon nach wenigen Seiten fürchterlich unausstehlich, einfach weil sie es ihrem rebellischen Teeny-Sohn übel nimmt, dass er den Alkoholismus des Vaters nicht totschweigen will, während Helen sich selbst und ihrem jüngeren Sohn munter was vorlügt – immerhin hatten sie doch stillschweigend Stillschweigen vereinbart… Aber so ist das Leben und gerade die Mischung aus Anti- und Sympathien macht Martha Sophie Marcus’ “Kaffeeklatsch mit Goldfisch” so lebensecht. Dazu kommt ein locker-leichter, immer humorvoller Schreibstil, der aber trotzdem die Ernsthaftigkeit der einzelnen Themen immer gut rüberbringen kann. Für mich ein tolles Lesevergnügen, das sich zwar nicht immer so ganz nach meinem Geschmack entwickelt hat aber trotzdem definitiv lesenswert ist!

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