Leserstimmen zu
Arktischer Sommer

Damon Galgut

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<em>Der südafrikanische Autor Damon Galgut, Jahrgang 1963, wurde für zahlreiche internationale Literaturpreise nominiert und zählt zu den renommiertesten Autoren seines Landes.</em> <strong>Die Handlung</strong> Der junge Engländer Edward Morgan Forster fühlt sich im viktorianischen England der Jahrhundertwende eingezwängt in starre Konventionen und prüde Borniertheit. Er fühlt seit frühester Jugend, dass er nur Menschen des eigenen Geschlechts sexuell anziehend findet, braucht jedoch lange Zeit, um sich dies auch einzugestehen. Nach dem frühen Tod seines Vaters lebt er bei seiner Mutter, die er verehrt und liebt, deren einengende Bevormundung ihm aber auch zunehmend stört. Da erscheint die Aussicht, ein halbes Jahr mit Freunden durch die englische Kolonie Indien zu reisen, sehr attraktiv. Auf der Überfahrt lernt er einen Engländer kennen, der in Indien als Soldat stationiert ist, und der ihm in Gesprächen, die nicht über Andeutungen hinaus das Thema Homosexualität berühren, das sinnliche Indien in den verführerischsten Farben schildert. Schon während seines Studiums in England hatte Forster Freundschaft zu dem Inder Masood geschlossen, den er nun nach Jahren in seiner Heimat besuchen will. Von ihm erhofft er sich die Erfüllung seiner sexuellen Träume. Doch das begehrte Sehnsuchtsobjekt will nicht bis zum Äußersten gehen, und Forster erlebt etwas Innigeres als profanes Ausleben seiner Begierden. Allerdings hat sich der Freund verändert und der Aufenthalt gerät letztlich zum Desaster. Wieder im kühlen England, wo er einige Männer kennenlernt, denen seine Präferenzen nicht fremd sind, erreicht Forster mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges der Ruf nach Ägypten, wo er sich als Mitarbeiter des Roten Kreuzes nützlich macht, indem er verletzte Soldaten im Hospital besucht und befragt. Dort in Alexandria, das so gar nichts von der erhofften orientalischen Leichtigkeit für ihn bereithält, lernt er den jungen Straßenbahnschaffner Mohammed kennen und lieben. Doch auch diese Liebe ist letztlich nicht von Erfüllung gekrönt, da Mohammed heiratet und später schwer erkrankt und stirbt. <strong>Homosexualität und der Kampf um den perfekten Roman</strong> Der Autor E. M. Forster (1879 – 1970) ist vielleicht manchem Leser bekannt. ich kannte ihn zuvor nicht. Und auch das beherrschende Thema – seine Homosexualität und der Umgang damit – ist nichts, was mich brennend interessiert. Ebenso fand ich die sehr ausführlich geschilderten Kämpfe des Protagonisten um die Entstehung seines Indienromans oder anderer Werke, ebenso wie die Schilderung seines Indien-Aufenthaltes, oftmals langatmig und ebenso wie seine sexuellen Beschwernisse voll mit Redundanzen und Abschweifungen. <strong>Mein Fazit</strong> Empfehlen kann ich den Roman nur denjenigen, die sich explizit für die englische Kolonialherrschaft in Indien und Ägypten, oder für das Thema Homosexualität in der Zeit um den Ersten Weltkrieg interessieren. Kein großer Publikumsroman. Cornelia Lotter, Autorin dieser Rezension, schreibt im Autorenpool von [Der Mann für den Text] Detlef Plaisier.

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Das Buch ging überhaupt nicht an mich. Das lag sicherlich an dem Thema Homosexualität, mehr aber noch an der Machart des Romans, die verhinderte, dass sich irgendein Bezug entwickeln konnte. Die Geschichte verliert sich in Belanglosigkeiten wie das Besuchen irgendwelcher Höhlen, die Gesellschaften in Indien enthalten auch nicht gerade das pralle Leben – wahrscheinlich schildert der Roman die Begebenheiten so hyperrealistisch, dass es so langweilig wirkt, wie die Realität nun einmal meistens ist. Die Beziehungen zu den anderen Männern entwickeln sich nicht richtig, meistens steht man ohnehin nur im Briefkontakt. Genauso fremd blieb mir Forrester selber, welcher über keinerlei Emotionen verfügt, sieht man davon ab, dass er einem Inder zugeneigt ist. Einen Konflikt, der sich aus der Reibung gesellschaftliche Erwartungen – Innenleben ergeben sollte, konnte ich nicht ausmachen. Fazit Die Distanz zwischen dem Buch und mir war einfach zu groß, um es mit Genuss lesen zu können. Eine unterkühlte Handlung mit emotionslosen Figuren mag ich nicht lesen. Ich halte dem Autor allerdings zu Gute, dass er sich eng an die Biographie gehalten hat.

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