Leserstimmen zu
Was tot ist

Belinda Bauer

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Am Anfang des Buches hatte ich etwas mit den wechselnden Perspektiven zu kämpfen. Die eigentliche Hauptrolle Patrick leidet am Asperger Syndrom - oder besser, seine Mitmenschen leiden darunter. Ihn interessiert es schlicht nicht. Seine Faszination vom Tod ist mehr als verständlich und sein ruppige Art machte ihn mir auch sehr sympatisch. Trotzdem fand ich das meiste doch zu vorhersehbar. Am Ende der Geschichte dreht sich noch mal einiges, aber einfach nicht genug. Der richtige Knall hat leider gefehlt, auch wenn die Autorin ein gutes Gespür für Worte und Figuren hat.

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Seit Patricks Vater bei einem Autounfall gestorben ist und er das alles als siebenjähriger Junge mit ansehen musste, fragt sich der Junge, der am Asperger-Syndrom leidet, wo sein Vater nun hin ist. Patrick gibt sich nicht damit zufrieden, dass sein Vater nun einfach weg ist und ist seitdem besessen vom Tod. Er möchte rausbekommen, was mit der Seele geschieht wenn jemand stirbt und bekommt tatsächlich einen Platz im Anatomiekurs der Universität. Dort entdeckt er bei einer Leiche, dass der Mann nicht an dem gestorben ist, was angegeben ist und ist sich sicher, dass dieser ermordet wurde. Nun versucht Patrick herauszubekommen wer den Mann getötet hat und begibt sich dadurch selber in Gefahr... Belinda Bauer hat mit Patrick einen hochinteressanten Charakter erschaffen und gibt dem Leser ein wenig Einblick in das Leben eines Authisten. Patrick ist ein liebenswerter Protagonist, mit dem ich mich aber erstmal anfreunden musste. Patrick hat nur noch seine Mutter. Ich habe mich manchmal wirklich erschrocken, wie die Mutter von Patrick denkt, dass sie dem Jungen die Schuld am Tod seines Vaters gibt und dass Patrick das einfach so hinnimmt. Patrick versteht Emotionen wie Freude und Traurigkeit nicht und kann sie somit auch nicht nachempfinden. Der zweite Protagonist, Sam Galen, ist nicht weniger interessant. Der Mann liegt nach einem Unfall im Wachkoma. Man weiß ja nicht so genau was diese Patienten mitbekommen. Was wäre aber wenn Sam Galen das meiste was um ihn rum geschieht ganz genau wahrnehmen könnte, ihm aber die Fähigkeit sich bemerkbar zu machen fehlt? Was wäre, wenn dieser Mann einen Mord mitbekommen würde und selber Angst hat getötet zu werden? Ein Horror sondergleichen, wenn man es ganz genau weiß, sich aber nicht mitteilen kann. Gruselige Vorstellung... "Was tot ist" ist für mich ein Psychothriller der komplett anderen Art. Ein ungewöhnliches Buch, mit der Idee einen jungen Mann der am Asperger-Syndrom leidet ermitteln zu lassen, an seinen Gedanken, die für ihn alle logisch sind, teilhaben zu lassen. Ich habe Patrick gerne auf der Suche nach der Wahrheit begleitet und Seite für Seite ist er mich mehr ans Herz gewachsen. Der Psychothriller ist nicht reisserisch oder über die Maßen brutal, allerdings sind die Abschnitte, in denen Menschen seziert werden nicht ganz ohne aber trotzdem hochinteressant. Man bekommt Einblicke wie die verschiedenen Studenten mit verstorbenen Personen umgehen. Manche respektvoll, bei anderen hatte ich das Gefühl, dass sie tote Menschen ganz einfach nur als Sache sehen. Vielleicht braucht man ja diese Einstellung, wenn man diesen Beruf ergreifen möchte. Ich kann es mir nicht wirklich vorstellen. Fazit: Ich bin bei diesem Buch ein bisschen hin-und hergerissen. Ein Authist als Hauptperson und Ermittler ist ungewöhnlich und so ganz anders als die Thriller, die ich sonst so lese. Ich fand die Story sehr interessant und fast noch mehr hat mich die Erzählweise des Menschen im Wachkoma mitgerissen. Wer anspruchsvolle Psychothriller mag und sich mit dem Hauptcharakter anfreunden kann und versucht ihn zu verstehen, wird "Was tot ist" verschlingen, allerdings muss man sich hier darauf einlassen können, dass dieser Psychothriller ganz anders ist. Ein ruhiger, sehr interessanter Thriller aber nicht unbedingt ein Pageturner.

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