Leserstimmen zu
Nebelmacher

Bernhard Trecksel

(0)
(1)
(0)
(0)
(0)
€ 6,99 [D] inkl. MwSt. | € 6,99 [A] | CHF 9,00* (* empf. VK-Preis)

Der Schreibstil ************ Der Schreibstil ist locker und spannend gehalten. An einigen Stellen erinnert er stark an einen Mittelalter-Roman, weil einige Ausrufe und Begriffe an diese Zeit erinnern. Die Sätze lassen sich gut flüssig lesen und bauen genau dann Spannung auf, wenn die Spannung auch in der Handlung steigt. Ich habe jetzt schon ein paar Bücher gelesen, bei denen die Sätze nicht kürzer wurden, obwohl die Spannung zu nahm. Dementsprechend merkt der Leser bei diesem Buch sofort, wenn eine spannende oder gefährliche Szene kommt. Mir persönlich hat der Schreibstil mit dem Wechsel von langen und kurzen Sätzen gut gefallen, zudem die Sprechweise ebenfalls an den jeweiligen Ständen angepasst wurde. Einer aus der "Gosse" redet also nicht wie jemand, der der Inquisition angehört. Oder umgekehrt (es sei denn, man muss sich verstellen, um an Informationen heranzukommen, nicht wahr?) Die Handlung *********** Beschrieben wird die Handlung aus 4 Sichtweisen. 1) Clach der Nebelmacher und Totenkaiser 2) Fennek, Inquisitor, Sanftleben sein "Bewacher 3) Ormgair, Nebeljäger (man kann sich denken, wen oder was er jagt) 4) Morven, eine Kriegerin des Lichtfürsten (wenn man es so nennen kann) Clach, um den es eigentlich auf den ersten Blick zu gehen scheint, jedoch nicht das große Ganze erkennt. Fennek, der seit Jahren auf den Spuren des Tötens von Clach wandelt. Ormgair, ein alter Greis, der dem Tode geweiht scheint, ohne wirklich große Heldentaten verbracht zu haben und nun befürchtet, nicht in aller Munde zu sein. Und sich doch auf die Suche nach dem Totenkaiser begiebt (Warum nur? Das fragen wir lieber das Schwert) Morven, die anfangs so gar keinen Bezug zu den anderen Personen hat und doch das gesamte Bild ergänzt. Clach tötet. Aber nicht irgendwie, sondern er sperrt die Seele des Toten in einen Tierkörper und lässt diesen abermals töten. Zu Nebel machen (so glaubt er). Doch schnell merkt er, dass irgendwas nicht stimmen kann. Die Getöteten leben und erfreuen sich bester Gesundheit ("Ihm war kein Zustand bekannt, der toter war, als tot zu sein," S.441). Verfolgt von Fennek kommt dieser ihm beachtlich nahe, eigenes Verschulden oder bloßer Zufall? Clach macht sich also auf die Suche nach einem Schuldigen und merkt schnell, dass irgendetwas in ganze falsche Bahnen gelängt wird. Fragen über Fragen, die erst beim Lesen geklärt werden. Jeder, der etwas zu wissen scheint, hat es schlichtweg wieder vergessen. Jemand...oder etwas treibt sein Unwesen in der Stadt. Das Fazit ******* Anfangs habe ich mir unter dem Nebelmacher jemanden vorgestellt, nun, der Nebel macht. Schnell wurde allerdings klar, dass dies nicht gemeint war. Irren ist menschlich. Wer hier eine Liebesgeschichte mit Happy End erwartet, wird schnell enttäuscht sein. Gewalt, Missgunst und die nur zu gern bis ins Detail beschriebenen Tode sind gewiss nicht für jeden etwas. Auch ich musste ein paar Mal schlucken, denn immerhin habe ich doch eine sehr tiefgreifende Fantasie, die mir Bilder vor Augen beschafft. Was bei einem Abtrennen des Kopfes nicht dazu beträgt das Essen, das man eben gekocht hat, essen zu wollen. Hat man diesen ersten Schlag überwunden, geht die Geschichte genauso süffisant weiter.So unterschiedlich diese Personen sind, haben sie doch Eines gemeinsam: Den Kampfgeist. Egal wie alt oder jung die Figuren sind, egal aus welchem Milieu sie kommen. Wer ist der alte Greis, der fast am Ende seines Lebens steht und heimgesucht wird? Genau das hat dem Ganzen erst die richtige Würze verliehen. Eine Hauptperson, die nicht jung und dynamisch ist, sondern alt und mit Schmerzen in den Gliedern. Daran muss man sich vermutlich erst ein Mal gewöhnen. Ein alter Mann, der die besten Tage schon gesehen hat und nun quasi auf seinen Tod wartet. Eine junge Kriegerin, die eigentlich nur das Gunst des Vaters sucht. Ein Inquisitor, der trotz den jahrelangen Suche nicht aufgibt und der Gesuchte, der immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Jeder von ihnen verfolgt eigene Ziele doch irgendwie läuft es auf ein großes Ganzes hin, dass dem Leser jedoch nicht direkt klar wird. Erst im Verlauf der Handlung werden diese feinen Fäden zwischen den Figuren sichtbar: Wer mit wem was zu tun hat und warum. Insgesamt ist das Buch sehr düster und dunkel beschrieben. Es gibt zwar amüsante Momente, ein Greis der auf ein Mal wieder in der Blüte seines Lebens steht, oder Sprüche bei denen man lächeln muss/nickend zustimmt, aber selten Lichtblicke. Da alles in einer einzigen grauen Masse zu verlaufen scheint. Düster, dunkel und trist, wie die Story zu vermitteln scheint. Massaker, Gewalt und Tod sind die Hauptbegleiter beim Lesen. Wer also nicht unbedingt nur etwas vom Tod lesen möchte, dem will ich dieses Buch nicht empfehlen. Es gibt kaum ein Kapitel, in dem nicht irgendjemand abgemetzelt oder vergiftet oder irgendetwas zertrümmert wird. Dennoch hat mir dieses Buch, besonders die Vorstellung, dass die Seele zu Nebel wird, sehr gut gefallen. Eine gelungene Abwechslung zu der sonst so "liebeslastigen" Fantasy. Und die Hauptpersonen sind endlich mal nicht unfehlbar und perfekt/ oder hat einfach alles, was Mann/Frau sich wünschen kann. Oh nein. Jede Hauptperson ist alles andere, aber nicht perfekt. Morde, die nicht im Auftrag der Vorgesetzten geschehen. Eine jahrelange Suche, die kein Ende zu haben scheint. Eine zerrüttete Familie und Streben nach Ansehen, als einziges Mädchen in der Familie, die die dunkelsten Geheimnisse vor ihr verborgen hält. Ein alter Mann, gezeichnet durch das Alter und die Schwermut. All dies trug dazu bei, dass ich dieses Buch verschlungen habe (hätte ich nicht nebenbei so viel tun müssen). Allerdings hätte ich auf den ein oder anderen Mord verzichten können (bis ins Detail muss ich jetzt nicht erfahren, wie jemand getötet wird...). Das Ende kam durchaus ein wenig abrupt. Man könnte schon meinen, es ist ein offenes Ende. Ich hätte nur zu gern gewusst, wie es weiter geht und warum die Toten zurückkomen. Fragen, die beim Lesen nur teilweise geklärt oder angedeutet werden. Schade eigentlich.

Lesen Sie weiter