Leserstimmen zu
Die Magie der kleinen Dinge

Jessie Burton

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Dies ist wieder einmal ein Buch mit einem Cover, dass sofort meine Aufmerksamkeit bekommen hat. Auch der Titel hat mich sofort angesprochen und als ich den Klappentext gelesen habe, wusste ich, dass es sich hier um eine besondere und spannende Geschichte handelt. Ob ich mich getäuscht habe, erfährt ihr nun. Schon auf den ersten Seiten merkt man, dass dieser Geschichte eine wunderbare Atmosphäre geschenkt wurde. Ich empfand das Lesen fortan als richtig angenehm. Ein Schreibstil, der mich sofort gepackt und neugierig gemacht hat. Wir lernen Nella kennen, die mit einem Amsterdamer Handelsmann verheiratet werden soll. Als sie bei ihm einzieht, verändert sich ihr Leben schlagartig. Sie fühlt sich nicht wirklich wohl, bis sie ein ganz besonderes Geschenk erhält: ein Puppenhaus. Dieses spendet ihr Trost bis sie eines Tages, in regelmäßigen Abständen, mysteriöse Post bekommt. Kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder, die perfekt in das Puppenhaus passen. Diese kleinen Nachbildungen zeigen ihr Dinge, die auch tatsächlich so geschehen werden oder bereits geschehen sind. Wird Nella und ihre Familie beobachtet? Wer schickt ihr diese Nachbildungen und was hat das alles zu bedeuten? Nella denkt, dass Zuneigung etwas wert ist, wenn sie schon keine Liebe bekommt. Wird es jemals aufhören, dass sie sich Ersatz für das suchen muss, was sie wirklich will? Und dennoch will sie nirgendwo anders sein als an seiner Seite. - Seite 337 Nella war mir richtig sympathisch. Sie ist eine junge Frau, deren Gefühle man stets nachempfinden kann. Ich konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren, somit hat es die Autorin geschafft, die Protagonistin perfekt rüberzubringen. Aber auch die anderen Charaktere wurden richtig gut dargestellt und es gab absolut niemanden, den ich nicht mochte oder mir gar unsympathisch war. Die Geschichte kommt nach und nach in Fahrt und man erlebt mit Nella schöne aber auch nicht so schöne Momente. Für meinen Geschmack hat es etwas zu lange gedauert, bis der Spannungsbogen so richtig vorhanden war und ich das Buch dann auch nicht so schnell zur Seite legen wollte. Gut gefallen haben mir die unzähligen unerwarteten Wendungen, die das Buch für mich schon zu etwas besonderem gemacht haben. Leider gab es im Mittelteil des Buches wieder einen kleinen Hänger wo gefühlt so gar nichts spannendes passiert ist. Die Geschichte plätscherte so vor sich hin und erst nach einigen Seiten hatte ich wieder das Gefühl, dass ich nun wieder mittendrin im Geschehen bin. Das Ende wiederum hatte es dann wieder so richtig in sich. Schade, dass diese geballte Power nicht einfach ein wenig aufgeteilt wurde. Gewisse Stellen hätten dies definitiv benötigt. Bei Die Magie der kleinen Dinge wurde das Potential meiner Meinung nach nicht ganz ausgeschöpft. Desöfteren habe ich auf einen Wow-Moment gewartet, nur leider vergebens und dann war die Geschichte wieder so spannend und grandios, dass ich nun für meine Bewertung ein wenig hin- und hergerissen bin. Eine wunderschöne Erzählweise mit einem hinreißendem Ende. Eine wunderbare, packende Lektüre, die jedoch kleine Mängel aufweißt. Jessie Burton ist eine Autorin, die ich definitiv im Auge behalten werde, denn trotz meiner Kritik fand ich die Geschichte an sich richtig unterhaltsam und geheimnisvoll. Meine Schwester aus Südafrika hat es nun ebenfalls gelesen und war mehr als nur begeistert. Mit schwerem Herzen ziehe ich zwei Zebras ab, da ich einfach Stellen dabei hatte, wo ich mir mehr erwartet hätte.

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Die Magie der kleinen Dinge von Jessie Burton Die Magie der kleinen Dinge: Roman von [Burton, Jessie] ebook 8,99 € Blanvalet Verlag 480 Seiten Inhalt: Die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht zum ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung von Seiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur das Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt – und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen – und Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden … Meine Meinung: Ein detailreiches Cover und ein spannender Klappentext zogen mich in seinen Bann. Bella lebt im 17. Jahrhundert in Amsterdam. Sie heiratet den Handelsmann Brandt. Die junge Familie hat zwei Geheimnisse, die ihr Leben überschatten und deren weitreichender Einfluss so nicht zu ahnen war. Die Beiden sehen sich anfangs kaum, so dass Bella viel mit der Schwester von ihrem Ehemann zu tun hat, die sie nicht wirklich leiden kann. Bella bekommt ein Puppenhaus als nachträgliches Hochzeitsgeschenk, was weitreichende Folgen hat. Es gleicht dem Haus in Herengracht und soll nun von Nella mit Miniaturen eingerichtet werden. Bei einem Miniaturisten bestellt sie die ersten Einrichtungsgegenstände. Als die Lieferung kommt, sind jedoch nicht nur die bestellten Gegenstände in dem Päckchen, sondern auch noch drei weitere. Diese gleichen unheimlicher Weise den Gegenständen in Ihrem Wohnhaus bis ins kleinste Detail. Zutiefst verstört schreibt Nella dem Handwerker, dass sie die Geschäftsbeziehung beenden möchte. Doch kurze Zeit später erhält sie eine erneut Lieferung Miniaturen. Mir waren Johannes Brandt und seine Schwester von Anfang an unsympathisch. Bella jedoch wuchs mir schnell ans Herz und ich wollte wissen, wie es ihr ergeht und was hinter diesen mysteriösen Miniaturen steckt.... Das Ende wird den Leser sehr überraschen. Der Schreibstil an sich ist flüssig, nur die holländischen Ausdrücke, deren Bedeutung sich mir während dem Lesen nicht erschlossen hat, haben meine Lesefluss gestört. Die bildhafte Beschreibung von Dingen und Orten im Buch lassen den Leser in diese Welt eintauchen. Mein Fazit: Wer das Buch nach den ersten Seiten weglegt ist selbst schuld! Besonders ab der zweiten Hälfte überrascht es den Leser sehr!

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Die Kurzbeschreibung in Verbindung mit dem auffallenden Cover hatten mich angesprochen - klang "Die Magie der kleinen Dinge" doch noch einer durchaus interessanten Lektüre mit zu entdeckenden Verwicklungen und Geheimnissen. Die hat die Handlung tatsächlich zu bieten - allerdings erst nach mehr als 300 Seiten... Der Anfang der Geschichte ist recht einnehmend, man lernt Nella kennen und fühlt mit ihr und ihrer Nervosität, in ein Haus in einer Stadt zu ziehen, wo sie noch nie war und niemanden kennt. Abgesehen von Nella bleiben aber alle Charaktere mehr oder weniger eindimensional und auch die Handlung lässt sich vorerst kaum als solche bezeichnen. Es gibt nur Andeutungen, die beispielsweise Nellas Schwägerin gern von sich gibt und die ohne Zusammenhang zu sein scheinen und sich dem Leser ebenso wenig wie Nella erschließen. Die fragt aber nicht weiter nach, sondern lässt alles mehr und mehr auf sich zukommen. Auch die Angelegenheit mit den Miniaturen birgt eine Menge Potential in sich, das meines Erachtens von der Autorin nicht genutzt wurde, da sich eben keine Andeutungen auf die Geheimnisse der Protagonisten offenbaren, sondern sich erst im Nachhinein einstellen - auch eine Auflösung über das Wissen der Miniaturistin habe ich vermisst. Die letzten 150 Seiten des Buches liefern dann endlich das, was man sich von vornherein erwartet hat: eine unterhaltsame, spannende Handlung, die Entwicklung und Aufdeckung von Geheimnissen, die nun auch die weiteren Personen vielschichtiger werden lassen - allerdings konnte mich das dann für die dahin plätscherden ersten zwei Drittel des Buches nicht entschädigen.

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Meinung „Die Magie der kleinen Dinge“ war ein Buch, dessen Klappentext mich neugierig machte. Ich fragte mich, inwieweit ein Puppenhaus und die Puppen Geheimnisse verbergen können und was die Autorin aus dieser Grundidee gemacht hat. Stürzen wir uns also uns Abenteuer „Puppenhaus“ und schauen mal, ob wir uns in den kleinen Zimmern zurecht finden. Die Hauptprotagonistin ist Nella oder auch Petronella. Achtzehn Jahre jung wird sie mit einem viel älterem Mann verheiratet, landet in dessen Haus und muss nun gucken, wie sie klar kommt. Anscheinend ist ihr niemand wohlgesonnen, denn Nella taumelt in ihrem neuen Leben umher, wie ein Blatt im Wind. Gerade zu Anfang kam sie mir sehr unreif und naiv vor, aber je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr kommt die Frau hervor, die sie bereit ist zu sein. Es scheint, als wolle ihr neues Dasein ihr Leben so richtig, richtig schwer machen und stellt sie vor Aufgaben, denen sie nicht gewachsen zu sein scheint. Aber Nella gibt nicht auf und stellt sich allem, was ihr vor die Füße geworfen wird. Sie wächst, wird reifer und ist am Ende vielleicht etwas verbittert, aber sie weiß, dass sie alles schaffen kann, was noch auf sie zukommen könnte. Das fand ich sehr beeindruckend, denn Nella hat noch nicht viel erlebt, als sie verheiratet wird und in ein fremdes Haus ziehen muss. Sie nimmt die Dinge nicht hin, sie hinterfragt, auch wenn sie zuweilen etwas zu leichtgläubig ist. Allerdings denke ich, dass das der Zeit geschuldet ist, in derer sie lebt und nicht ihr selbst. Als nächstes und von Interesse wären da die Geschwister Brandt. Johannes Brandt heirate Nella, seine Schwester Marin wohnt bei ihm im Haus. Sie ist unverheiratet und führt seit jeher den Haushalt mit Diener und Dienstmädchen. Sie ist sehr verschlossen, missmutig bis äußerst verbittert und führt kein leichtes Leben. Sie machte es Nella und mir sehr schwer, sie zu mögen und auch, als ich die ganzen Hintergründe erfuhr, wurde das nicht besser. Nella war da verständnisvoller, für mich blieb Marin ein Rätsel, dass ich nicht verstand. Für mich war sie eine Figur, die nur dafür da war, es Nella schwerer zu machen und ihr eine Bürde nach der nächsten aufzuhalsen. Johannes ist da nicht anders. Er ist zu Anfang sehr reserviert seiner neuen Frau gegenüber. Irgendwann sprechen beide von einer zarten Freundschaft, die sich entwickelt und ich fragte mich die ganze Zeit, woher die kam. Schließlich haben sie nie mehr als ein paar Sätze gewechselt, sie kannten sich nicht und auch wenn Nella eine gute Ehefrau sein wollte, sie hielt Johannes sie doch immer am ausgestreckten Arm. Nah genug, um zu sehen, was sie tat, aber weit genug weg von ihm selbst. Johannes war ein Mann mit vielen Geheimnissen. Er tat Dinge, die ich so nicht verstand und auch die Erklärung half da nicht sonderlich weiter. Vielleicht war das zu der Zeit so, aber irgendwie fehlten mir seinen Handlungen und Taten immer etwas Hand und Fuß, irgendwas Festes. Irgendwas, was ich hätte nachvollziehen können. Genau wie seine Schwester war er ein Rätsel, was ich irgendwann auch nicht mehr lösen wollte. Die Grundhandlung …. hab ich nicht verstanden. So leid mir das auch tut und ich habe es wirklich versucht, aber ich weiß gar nicht so recht, um was es eigentlich ging. Nella wird verheiratet und es sind vier Monate vergangen, dann endet die Geschichte. Nella erlebt wenige Höhen und mehr als genug Tiefen für einen Menschen. Sie agiert mit ihrem Umfeld, kämpft sich ans Licht und stellt sich allen Widrigkeiten. Und dennoch bin ich mir nicht sicher, ob es jetzt die Geschichte einer jungen Frau war, die lernen muss, Rückgrat zu zeigen, oder ob es darum geht, dass man sehr schnell untergehen kann, wenn man sich und seinem Geld zu sicher ist. Oder ging es darum, dass man immer sehr genau hinsehen soll? Das man seine Feinde genauso gut kennen soll wie seine Freunde? Ging es darum, dass die Kirche über allem steht? Sollte dem Leser gezeigt werden, wie sich Hass auf den Menschen auswirkt? War es eine Frage der Moral? Loyalität? Puppenhäuser? Neid? … Ich hab absolut keine Ahnung. Und das ärgert mich selbst. Ich tappe im Dunkeln, stelle Vermutungen an und weiß gleichzeitig, dass ich keine Antwort bekomme, da die Geschichte ja beendet ist. Und was war das mit diesem Puppenhaus? Am Anfang fand ich es echt gruselig und hab drauf gewartet, dass dieses Haus sich selbstständig macht und rumgeistert oder was weiß ich, aber es passiert nix. Nella bekommt Puppen, Möbel und was man sonst noch so in einem Puppenhaus findet, alles in Miniaturansicht und äußerst lebensecht. Es sind hübsche Dinge und das Beste, oder auch nicht, sie sehen haargenau so aus, wie alles, was auch in dem neuen Haus steht, in dem Nella jetzt wohnt. Sie bekommt die gleichen Stühle, wie im Esszimmer. Die Miniaturhunde gleichen den Großen bis aufs letzte Haar. Nella bekommt diese Minimöbel von einem Miniaturisten, aber woher weiß der, wie es bei Nella im Haus ausschaut? Woher weiß der, was passieren wird, denn manche Puppen bekommt sie, bevor bestimmte Dinge eintreten. Aber das Wichtigste: WER ist diese geheimnisvolle Person? Das ist unteranderem einer der Handlungsstränge, die nicht aufgeklärt werden. Vieles bleibt am Ende ungeklärt und fühlte mich unzufrieden. Ich muss keine Geschichte mit Happy End haben, aber diese Geschichte war einfach nur traurig. Sie war deprimierend, zog mich runter und brachte mich zeitgleich zum Nachdenken. Was alles nicht schlimm gewesen wäre, wenn ich nur wüsste, was die Autorin mir hätte sagen wollen. Es ist zermürbend gewesen, Nella zu verfolgen, ohne zu wissen, wohin sie will. Kleine Andeutungen, die eingestreut wurden, wurden nicht aufgeklärt und die fahnenscheinige Motivation der agierenden Personen bremste meine Lust am Lesen derbe aus. Fazit „Die Magie der kleinen Dinge“ besitzt die Macht, mit jeder neuen Seite, den Leser zum Nachdenken anzuregen. Es sind die Zwischentöne, die hier den Charme der Geschichte ausmachen, denn der Rest schafft es nicht wirklich, zu brillieren. Dieses Buch wird seine „Fans“ finden, ich gehöre leider nicht dazu. Von daher auch nur eine bedinge Leseempfehlung. Bewertung Das ist schwer, wirklich. Aber nach einigem Hin und Her und nachdem ich mich selbst aus einer depressiver Phase geholt hab, die dem Buch geschuldet war, vergebe ich hier ganz, ganz knappe 3 von 5 Marken. Historisch gesehen, was es eine interessante Lektüre. Die Zwischentöne mochte ich. Nellas Entwicklung war erstaunlich. Der Rest, nun ja, war nicht mein Fall. Liebe Grüße Tilly

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Aufmachung: Das Cover gefällt mir doch schon recht gut. Ich habe mir Nella so in etwa vorgestellt wie die Frau, die dort zu sehen ist und man sieht ein Zimmer des Puppenhauses, das im Buch doch schon eine relativ große Rolle spielt. Den deutschen Titel finde ich ebenso gelungen wie den OT. Das Buch ist in insgesamt fünf Teile geteilt, von denen jeder mit einem Bibelzitat beginnt. Im Anhang finden sich Erklärungen zu einigen holländischen Begriffen, die das Verständnis erleichtern, sowie eine Übersicht über das Durchschnittseinkommen einiger sozialen Gruppen im Holland des 17. Jahrhunderts und das Durchschnittsauskommen eines Holländers zu der Zeit. Mit dem Lesebändchen dazu ist das Buch also recht hochwertig und hübsch gestaltet. (LESEBÄNDCHEEEN!!! :D) Meine Meinung: Auch dieses Buch hat einen vielversprechenden Klappentext, der mich jedoch wieder enttäuscht hat. Ich war gespannt auf die Geheimnisse der Brandts und wollte wissen, was es mit der Miniaturistin auf sich hat. "Die Magie der kleinen Dinge" erschien mir wie ein spannender historischer Roman, auf den ich mich dann natürlich auch dementsprechend gefreut habe. Tja, leider hat Burton all das nicht so umgesetzt, wie ich es mir erhofft hatte. Die Geheimnisse der Brandt sind gar nicht so geheimnisvoll, wie sie zuerst den Anschein haben, bereits nach den ersten hundert Seiten hatte ich eine Ahnung, was die Familie verbirgt. Und als es dann auch wirklich so war, war ich nicht sonderlich überrascht, da es ja doch sehr offensichtlich war. Allerdings ist das nicht das einzige, das ich erraten konnte und so wurde das Buch, von dem ich mir anfangs so viel versprochen habe, doch sehr schnell ziemlich langweilig. Dazu kommt dann noch, dass Burtons Schreibstil doch sehr schwerfällig ist. Zwar ist mir klar, dass sie sich an die Zeit anpassen muss, allerdings hat die Autorin das dann doch sehr holperig umgesetzt, was den Lesefluss natürlich zusätzlich noch erschwerte. Ebenfalls negativ fällt die Protagonistin auf: Sie - und auch alle anderen Charaktere - ist sehr oberflächlich gehalten, weshalb der Leser keine richtige Beziehung zu ihr aufbauen kann und nicht wirklich warm mit ihr wird. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass sie - besonders zu Anfang - noch sehr naiv und kindlich ist. Dann entwickelt sie sich jedoch weiter und man merkt schon, dass sie am Ende über sich hinaus gewachsen ist. Das ist ein Pluspunkt. Ebenso hat mir gut gefallen, wie Burton die Situationen der verschiedenen sozialen und gesellschaftlichen Gruppen - Reiche, Arme, Diener, Dunkelhäutige, Homosexuelle - dargestellt hat. Man erkennt, welchen großen Einfluss die Kirche zu der Zeit in Amsterdam gehabt haben mochte - weshalb ich die oben erwähnten Bibelzitate auch passend fand - und kann sich die Gegebenheiten dort sehr gut vorstellen. Fazit: Ein Buch, das viel verspricht, jedoch nicht besonders gut halten kann. Positiv anzumerken sind die Entwicklungen der Charaktere sowie die Darstellungen seitens der Autorin, wie es gewesen sein muss, zu der Zeit gelebt zu haben. Allerdings fehlt es hier eindeutig an ein wenig Spannung, was zum Teil an der prägnanten Vorhersehbarkeit des Plots, zum Teil aber auch an der Protagonistin liegt. Außerdem lässt sich Burtons Schreibstil nur schwer lesen, ist also nichts für zwischendurch. 3/5 Lesehasen.

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Alte Puppenhäuser verströmen eine eigenartige Magie, der man sich selten entziehen kann. Man spürt ein vergangenes Leben, die einstigen Hände, die hier einst die kleinen Gegenstände arrangierten und nicht selten erlebt man einen leichten Schauer, wenn man kurz den Kopf wendet und sich fragt: Hat sich da gerade etwas bewegt? Stand die kleine Vase nicht eben noch auf dem anderen Tisch? Stand der Stuhl schon immer so weit vom Schreibtisch entfernt?Genau diesem Gefühl erliegt die junge Ehefrau eines reichen Kaufmanns in der Blütezeit der Amsterdamer Handelsgesellschaften. Petronella, von allen nur Nella genannt, fühlt sich von Anfang an nicht wohl in dem Haus ihres Ehemanns. Sie wird wie ein Eindringling behandelt und führt nicht das Eheleben, was sie sich erhofft hat. Als schließlich ihr Ehemann ihr ein Puppenhaus schenkt – ein enormes Statussymbol der damaligen Zeit, beginnen mit der Einrichtung des schrankhohen Hauses seltsame Dinge um sie herum zu geschehen. Nella ist ein junges, naives Mädchen von 18 Jahren, die frisch vom Dorf in die pulsierende Hauptstadt Amsterdam zieht und sich nicht nur der neuen, schnellen und lauten Handelsmetropole stellen muss, sondern vor allem auch ihrer eiskalten Schwägerin. Diese macht ihr vom ersten Moment an das Leben im neuen Haus schwer und zeigt ihr stets, wer hier die eigentliche Hausherrin ist. Da ihr ständig abwesender Ehemann eher passiv den Geschehnissen und auch seiner Frau gegenüber steht, sieht Nella in ihrem neuen Puppenhaus ihre erste Emanzipationsmöglichkeit. Es wird ihr Projekt, dieses Haus einzurichten. Dafür sucht sie sich einen Miniaturisten und gibt die ersten Gegenstände in Auftrag. Doch sie erhält weitaus mehr als sie bestellt hat. Damit beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Tatsächlich gab es die hier vorgestellte Petronella Oortman wirklich und sie hatte auch wirklich ein Puppenhaus, das noch heute im Rijksmuseum in Amsterdam zu bestaunen ist. Man ist sich nicht sicher, ob das Puppenhaus tatsächlich ihr eigenes Haus en detail darstellte oder ob es nicht vielmehr als eine Art Ideensammlung und Traumvorstellung für ihren eigenen Haushalt fungierte. Pinterest des 17. Jahrhunderts oder so ;) Ich finde die zweite Vorstellung viel verlockender, denn ähnlich wie im Buch, gibt man vermutlich mit der perfekten Nachbildung auch das Private auf. Man gibt alles von sich preis, vielleicht auch die Dinge, die man lieber nicht zeigen möchte. Ähnliche Gedanken muss wohl auch Jessie Burton gehabt haben, als sie die Ideen für ihren Roman zusammentrug. Ein Puppenhaus als Spiegel des eigenen Lebens, der nichts schönt und viel offenbart. Alles ist in der Bewegung erstarrt und man kann sich die Zeit nehmen, alles in Ruhe zu betrachten. Gerade für die noch unerfahrene, häufig naiv wirkende Nella bietet der Umstand, dass ihr Puppenhaus wie auf magische Weise die Geheimnisse seiner Bewohner zeigt, ein enormes Entwicklungspotenzial. Sie kann sich in Ruhe mit den Informationen auseinander setzen und in Gedanken ihre Handlungsmöglichkeiten durchspielen. Sie reift entsprechend stark in den wenigen Monaten, die die Handlung umfasst. Und doch fehlte mir hier die Innensicht, der klarere Wechsel vom naiven Kind zur gefestigten Frau, den man wundervoll an ihren Gedanken hätte deutlich machen können. Stattdessen bleibt einem Nella häufig nur als verschrecktes und etwas wirres Mädchen im Gedächtnis, der am Anfang viel Raum für ihre unsicheren Gedanken eingeräumt wird. Gegen Ende der Handlung spürt man zwar einen Wechsel in ihrem Verhalten, doch in ihrem Denken zeichnet sich der nicht ab. Das raubt für mich doch sehr die Glaubwürdigkeit der Figur. Leider zeigen alle Figuren eine sehr ausgeprägte Charaktereigenschaft, die sie definiert: Der distanzierte Ehemann, die eiskalte Schwester, die naive junge Ehefrau, die munter plappernde Dienstmagd usw. usw. Das Repertoire der Figuren bleibt dadurch sehr beschränkt und auch wenn ein paar Figuren leichte Entwicklungen durchlaufen, bleiben sie doch irgendwie plakativ und hölzern. Oder wie ich es auf Instagram schon angedeutet habe: Ein wenig wie bei Iny Lorenz. Dabei hat diese Geschichte durchaus Potenzial! Es gibt viele interessante Ansätze, besonders die kulturhistorischen Ansätze sind spannend und gut recherchiert. Ich hätte sehr gern mehr über die Sammelleidenschaft der reichen Amsterdamerinnen erfahren, über den regen Handel der Gilden mit exotischen Waren und vor allem: Mehr über die Miniaturistin. Eine der zentralen Figuren, bei weitem die komplexeste und mysteriöseste. Eine Frau, die abseits der gesellschaftlichen Norm lebt, ein völlig anderes Frauenbild als damals üblich verkörpert und zugleich einem Genie gleich viele Ausnahmetalente in sich vereint. Leider geht dieser Handlungsstrang im letzten Drittel fast völlig unter, ihre Geheimnisse werden wie nebenbei offenbart. Aber für mich am schlimmsten: Sie werden nicht mal gut und zufriedenstellend aufgedeckt. Es bleiben einfach viel zu viele offene Fragen. Gefühlt entstehen dadurch einige Logikfehler, die die Autorin nicht sauber zu lösen scheint. Sehr schade! Fazit Ein sehr schönes historisches Setting mit einer spannenden Puppenhausidee. Leider hat die Autorin in ihrem Debüt einige handwerkliche Fehler begangen, weshalb die Figuren ins Klischee abdriften und die Handlung gegen Ende unlogische Lücken aufweist.

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Nachdem Petronella “Nella” Oortmans mit dem Amsterdamer Kaufmann Johannes Brandt aus der Ferne verheiratet wurde, kommt sie im Oktober 1686 in ihr neues Zuhause an der Herengracht. Dort lernt sie ihre Schwägerin Marin und die Dienerschaft Cornelia und Otto kennen. Von ihrer Schwägerin schlägt ihr von Beginn an Abneigung und Ablehnung entgegen. Während Otto zurückhaltend ist, erweist sich Cornelia als vorlaut und frech. Ihr frisch angetrauter Ehemann glänzt durch Abwesenheit und meidet sie auch in den Tagen darauf. Eines Tages überrascht Johannes seine Braut mit seinem Hochzeitsgeschenk, einem Puppenhaus. Erst ist Nella gekränkt und fragt sich, was sie mit diesem Kasten anfangen soll. Doch dann entschließt sie sich, das Puppenhaus nach ihren Wünschen zu füllen und sie beauftrag einen Miniaturisten kleine Gegenstände für sie zu bauen. Bald schon erhält sie ein Päckchen mit den gewünschten Sachen. Fortan erhält sie immer weitere Dinge für ihr Haus mit mystischen Botschaften……. Man muss ehrlich ein aufmerksamer Leser sein um die Botschaften zu entschlüsseln und die Geschichte zu verstehen. Das war bei mir Anfangs leider nicht der Fall. Die Handlung zog sich anfangs so in die Länge, spielte sich gleichzeitig auf engstem Raum – Stadthaus – ab, dass ich immer wieder mit meinen Gedanken abschweifte und mich nicht wirklich auf die Erzählung einließ. Erst allmählich dämmerte es mir, dass die mystischen Botschaften in der Geschichte ihre Auflösung finden und einem aufmerksameren Leser als mir, dies wohl schon viel früher bewusst geworden wären. Von diesem Zeitpunkt an hatte mich die Geschichte aber in ihren Bann gezogen. Nella, das junge naive aber liebenswerte Mädchen vom Land macht eine Wandlung durch und wächst über sich hinaus. In den schwärzesten Stunden die den Haushalt treffen, lastet die ganze Verantwortung auf ihr und sie meistert alles mit Stärke und Willenskraft. Sie ist mir von den Hauptfiguren her ans Herz gewachsen umso mehr sich die Geschichte vertiefte. Alle anderen Figuren sind gut gewählt und spielen eine entscheidende Rolle in diesem Drama. Den Dialogen konnte ich manchmal nichts abgewinnen und sie ließen mich als Leser eher verwirrt denn befriedigt zurück. Richtige Abwechslung und auf eine gewisse Art auch Spannung kam erst mit dem vierten Abschnitt in die Handlung. Das fand ich etwas schade, denn vom Schreibstil her gefiel mir das Debüt von Jessie Burton recht gut. Das Ende kam dann doch recht überraschend schnell und hat mich persönlich nicht wirklich befriedigt. Das Cover finde ich sehr gut gewählt. Das Glossar am Ende des Romans ist informativ und hilfreich. Da die Geschichte Ende des 17. Jahrhunderts angesiedelt ist schildert es sehr gut die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Sie schildert aber auch wie sehr die Menschen in dieser Zeit durch Neid, Missgunst und Rache getrieben sind. Sie schildert aber auch von Toleranz , Freundschaft und Zusammenhalt. Alles zusammen eine gute Mischung die der Autorin mit diesem Historischen Roman ist. Mein Fazit: “Die Magie der kleinen Dinge” ist kein Roman den man mal ebenso lesen kann. Er benötigt Zeit und Ruhe und man sollte sich ganz auf die Handlung einlassen. Auch wenn es anfangs recht eintönig und, wie mir schien, immer in einem ähnlichen Muster dahin geht, hat man am Ende ein recht schönes Leseerlebnis mit nur kleinen Gebrechlichkeiten.

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Eine ruhige Story im frühen Amsterdam, die aber trotzdem interessant ist und mich bis zum Schluss am lesen gehalten hat.

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