Leserstimmen zu
Die Magie der kleinen Dinge

Jessie Burton

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Kritik: Cover: Ein Fenster, davor ein Stuhl und ein Käfig. Durch das Fenster guckt eine Frau. Eindeutig viel größer als das Fenster selbst. Sie guckt also in ein Puppenhaus. Sehr passend. Gleichzeitig sieht man am Stil des Stuhls und der Tapete, dass das Buch in der Vergangenheit spielt. Sehr passendes und hübsches Cover. Ich mag es, wenn Cover auch den Inhalt wiederspiegeln. Eindrücke/Inhalt: Ein historischer Roman gepaart mit Mysteryelementen und natürlich ein Familiendrama. Der historische Aspekt des Buches war etwas schwierig für mich. Das liegt aber daran, dass mir Bücher aus “einer anderen Zeit” einfach nicht so liegen. Die Geschichte um Nella und ihre neue Familie entwickelt sich nur langsam. Richtig gefesselt hat sie mich erst mit der Hälfte des Buches. Dennoch war sie spannend. Das besondere ist, dass es Elemente der Zeit des 17. Jahrhunderts mit Mysteryelementen kombiniert. Wer ist diese Miniaturistin? Und gleichzeitig ist es auch ein kleiner Krimi/Thriller. Was hat es mit Johannes Brandt auf sich und was verschweigt Marin? In diesem Buch gab es im zweiten Teil so viele Offenbarungen und Wendungen, dass ich sie nicht vorhersehen konnte und einfach nur noch wissen wollte, wie es ausgeht. Ab da war es ein Pageturner. Auf der anderen Seite erzählt die Geschichte die Entwicklung einer jungen naiven Frau zur gestandenen Ehefrau, die sich in der Welt auch allein zurecht finden wird. Charaktere: Wir haben es hier mit mehreren Charakteren zu tun. Da ist natürlich zuerst einmal Patronella. Sie startet als naives junges Mädchen, das mit ihrer Heirat ein neues Leben starten will, ein aufregendes und glückliches Leben. Doch wie ernüchtert ist sie, als sie in Amsterdam bei ihrem Mann ankommt. Von da an erfährt sie eine Entwicklung zur gereiften Frau innerhalb von nur drei Monaten. Dies geschieht langsam und fast unmerklich. Immer wieder fällt sie auch in ihr naives Verhalten zurück, gerade wenn sie die Puppenstube als Vorhersager sieht und die Miniaturistin für ihre Zukunft verantwortlich macht. Insgesamt ist Nella aber ein sehr positiver, mutiger und selbstbewusster, aber vor allem auch starker Frauencharakter. Man weiß am Ende des Buches: trotz aller Widrigkeiten wird sie ihren Weg machen. Zum anderen gibt es dann natürlich ihren Ehemann Johannes Brandt. Der ist so überhaupt nicht fassbar. Distanziert, gleichzeitig herzlich. Irgendwie kalt und dennoch fürsorglich. Er war durch und durch widersprüchlich. Genauso seine Schwester Marin. Oberflächlich streng und gottesfürchtig, aber hinter der Fassade doch auch nur eine leidenschaftliche Frau. Auch die Nebenfiguren sind alle besonders und vielschichtig, wenngleich wir mitunter etwas wenig über sie erfahren, um richtig mit ihnen mitzufühlen. Stil/Gliederung: Den Prolog versteht man erst, wenn man das ganze Buch gelesen hat. Etwas schwierig, weil es für mich schon müßig war, durch den Prolog durchzukommen. Keine Namen wurden genannt. Alles war irgendwie seltsam. Wenn man den aber geschafft hat, kann man das restliche Buch genießen. Sprachlich ist es modern und doch nicht modern. Es hätte auch aus einer anderen Zeit stammen können. Dennoch las es sich angenehm. Die Kapitellänge war jedenfalls völlig in Ordnung. Fazit: Dies ist eher ein Roman der leisen Töne. Er kommt nur langsam in Gang, ist dann aber vielschichtig und spannend trotz des langsamen Erzähltempos. Für Fans dieses Genres sicher ein lohnenswertes Leseerlebnis.

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Nella ist gerade einmal 18 Jahre alt, als sie 1686 mit dem Amsterdamer Kaufmann Johannes Brandt verheiratet wird. Ihren Mann kennt sie kaum und es steht auch ein großer Altersunterschied im Raum. Johannes ist 39 Jahre alt. Als sie das Haus zum ersten Mal betritt schlägt ihr eine große Feindseligkeit entgegen. Gerade Johannes´ Schwester Marin scheint sich von Nella in ihrem Posten als Hausherrin bedroht zu fühlen. Dann schenkt Johannes seiner jungen Frau ein Puppenhaus, das ihr ein wenig Trost spendet. Sie sucht im Handelsbuch jemanden, der ihr Einrichtungsgegenstände für das Haus macht. Doch die Lieferungen beinhalten immer Dinge, die sie nicht bestellt hat und die auf mysteriöse Weise in die Zukunft zu deuten scheinen. Nella beginnt langsam hinter die perfekte Fassade der Brandts zu blicken. Welche Geheimnisse erwarten sie? Und was weiß der Miniaturist? Jessie Burton nimmt die Leser mit auf eine Reise ins historische Amsterdam des 17. Jahrhunderts. Man lernt zusammen mit Nella die neue Umgebung kennen und vor allem ihre neue Familie mit der es von Anfang an zu Problemen kommt. Auch die Bediensteten des Hauses haben ihre Geheimnisse und so steht Nella vor der Aufgabe diese zu entwirren und zu verstehen. Da Nella noch recht jung ist weiß sie noch nicht viel vom Leben und der Führung eines Haushaltes, doch sie versucht stets ihr bestes und versucht für Harmonie zu sorgen, was ihr gerade bei Marin nicht so recht gelingen will. Das Element der Miniaturen hat mir gut gefallen, weil ich so einige Andeutungen erhalten habe, die auch nach und nach aufgelöst worden sind. Ich fand es spannend den Hinweisen zu folgen und an einigen Stellen zog ich die richtigen Rückschlüsse und an anderen hat mich die Autorin auch mit einigen Wendungen überraschen können. Der Schreibstil ist dabei sehr eingängig und ich habe mir jedes Detail des Puppenhauses zum Beispiel gut vorstellen können. Die bildhafte Sprache der Autorin war hier aber nicht etwa zuviel des Guten, sondern hat zu den leisen Tönen des Romans gepasst. Etwas störend fand ich die vielen holländischen Ausdrücke, die am Ende zwar teilweise übersetzt worden sind, die jedoch auch immer dafür gesorgt haben, dass ich mitten im Lesefluss nach hinten blättern musste um zu schauen was das Wort nun wieder bedeutet. Der Roman besticht nicht durch die große Fülle an Ereignissen, sondern eher durch die leisen Töne und die sympathische Hauptprotagonistin mit der ich von Anfang an mitfiebern konnte. Die anderen Charaktere wuchsen mir erst im Laufe der Geschichte ans Herz und man lernt, dass auch jemand, der auf den ersten Blick unsympathisch erscheint doch auch seine guten Seiten haben kann und anders herum. Fazit: Ein berührender Roman, der sich langsam aber kontinuierlich weiter entwickelt und sich schnell und gut lesen ließ. Etwas mehr Action hätte dem Buch aber sicherlich gut getan, denn an einigen Stellen war es mir etwas zu ruhig.

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Die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht zum ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung von Seiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur das Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt – und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen – und Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden … Ein richtiges Überraschungsbuch und wie glücklich ich über diese Überraschung bin ^^ Eines Tages lag dieses Buch in meinem Briefkasten.. dann vergingen Wochen bis ich begonnen habe es zu lesen und dann vergingen Minuten, bis ich es zu Ende gelesen habe. Ja, ich bin hin und weg!! Hätte ich dieses Buch in einem Buchladen entdeckt, hätte ich es wahrscheinlich nicht aus dem Regal genommen. Ich hätte es nicht entdeckt, nicht angeschaut und nicht gekauft. Aber jetzt fasziniert mich das Cover (es ist perfekt!), der Titel hat mich schon immer angesprochen und die Geschichte - so schön! Aber beginnen wir von Anfang an... "Falls sie Miniaturistin eine sonderbare und beharrliche Lehrerin ist, fühlt Nella sich gerade wie eine störrische Schülerin. Sie begreift nicht, was die Lektionen zu bedeuten haben, und sehnt sich nach nur einem einzigen Stück, das erklärt, was die Miniaturistin von ihr will." (S. 251) Der Roman überzeugt nicht nur mit einer tollen Geschichte, sondern auch mit einem wunderbaren historischen Flair! Mit Nella konnte ich wirklich mitfühlen! Die Ablehnung der Familie, dass sie sich isoliert fühlt - alles hat Jessie Burton so treffend beschrieben, dass ich fast gedacht hatte, ich selbst müsste mich mit diesem Schicksal arrangieren. Auch die Beschreibung aller Charaktere ist der Autorin sehr gut gelungen. Im Mittelpunkt natürlich Nella, die sich während des Buches stark entwickelt. Am Anfang das eingeschüchterte Mädchen, bis sie am Ende die selbstbewusste Dame wird. Es treten zahlreiche Details in Erscheinung, wenn Jessie Burton schreibt! Ich war noch nie in Amsterdam, könnte jetzt aber so viel über das historische Amsterdam erzählen - ich habe einfach alles vor meinem inneren Auge gesehen - aber auch die Töpfe und Figuren, die der Miniaturist für Nella herstellt, sind so realitätsnah und bildlich beschrieben! Und dann auch noch alle Mysterien rund um das Puppenhaus, es wirkt so mystisch, so geheimnisvoll, versprüht aber trotzdem diesen unwiderstehlichen Charme! Kurzum: Jessie Burtons Schreibstil fesselt den Leser an die Geschichte, macht ihn süchtig und lässt vor dem Auge des Lesers eine historische Kulisse entstehen, führt eine Geschichte auf und verzaubert! Das schaffen nur wenige Autoren! Durch all das Historische, das in dem Roman steckt, habe ich ganz nebenbei sehr viel über die Geschichte gelernt! 1686, im "Goldenen Zeitalter", spielt die Geschichte, in der Blütezeit Amsterdams. Jetzt weiß ich also viel über den Alltag, die Mentalität, die Haltung der Menschen zu gewissen Dingen und auch den Handel - bestimmt sehr nützlich für den Geschichtsunterricht in der Schule ;) (und da sagt mal einer durch Romane lernt man nichts ;)!). Nella hat tatsächlich existiert, sie hieß Petronella Ortmann, und auch das Puppenhaus gab es wirklich. Leider endet die Geschichte so plötzlich, so abrupt und auch noch teilweise offen - nicht alle Geheimnisse sind aufgeklärt worden. Aber wir wissen schließlich auch nicht mehr als Nella ;) Ich weiß jetzt, warum in England so ein großer Hype rund um das Buch "Die Magie der kleinen Dinge" von Jessie Burton herrscht und kann euch das Buch nur ans Herz legen!! "Dieses Buch hat alles, um ein Erfolgsroman zu werden, der die Genresgrenzen sprengt." New York Magazine ***** Fünf Sterne für eines meiner neuen Lieblingsbücher! Beeindruckend, faszinierend und wunderschön!

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Die 18jährige Nella heiratet den angesehen und erfolgreichen Geschäftsmann Johannes Brandt. Seit ihrer Ankunft in Amsterdam hat sie ihn allerdings kaum zu Gesicht bekommen. Ihre einzige Gesellschaft besteht aus seiner barschen Schwester Marin, die Nella nicht wirklich leiden kann und den beiden Bediensteten Cornelia und Otto. Als nachträgliches Hochzeitsgeschenk ersteht Johannes ein Schrankpuppenhaus für Nella. Es gleicht dem Haus in Herengracht und soll nun von Nella mit Miniaturen eingerichtet werden. Bei einem Miniaturisten bestellt sie die ersten Einrichtungsgegenstände. Als die Lieferung kommt, sind jedoch nicht nur die bestellten Gegenstände in dem Päckchen, sondern auch noch drei weitere. Diese gleichen unheimlicher Weise den Gegenständen in Ihrem Wohnhaus bis ins kleinste Detail. Zutiefst verstört schreibt Nella dem Handwerker, dass sie die Geschäftsbeziehung beenden möchte. Doch kurze Zeit später erhält sie eine erneut Lieferung Miniaturen. Kennt der Miniaturist die dunklen Geheimnisse der Familie, die Nella selbst erst nach und nach ergründet? Das Cover finde ich wunderschön, der Titel und der Klappentext haben mich auch sofort angesprochen. Durch das Wort „Magie“ im Titel hatte ich aber etwas Übernatürliches erwartet. Es handelt es sich jedoch um einen reinen historischen Roman, der im Jahr 1686 spielt. Den deutschen Titel finde ich daher nicht ganz passend. Am Anfang des Buches begleitet man Nella bei ihrer Ankunft in ihrem neuen Heim in Amsterdam. Der Empfang von ihrer Schwägerin Marin ist alles andere als freundlich und ich konnte schnell eine Beziehung zu Nella aufbauen, da sie so unfair behandelt wurde. Nella und Johannes haben, wie damals üblich, nicht aus Liebe geheiratet, sondern aus Zweckmäßigkeit. Nella war mir durch und durch sympathisch und ich fand es beeindruckend, wie sie ihre Lage gemeistert hat. Bei Johannes habe ich etwas gebraucht um mit ihm warm zu werden. Johannes tut zwar alles um es Nella leichter zu machen, kann aber Marin nicht in ihre Schranken verweisen und ist als Geschäftsmann selten zu Hause. Marin war mir anfangs wegen ihrer Art sehr unsympathisch. Doch im Laufe der Geschichte hat sich auch bei ihr einiges getan. Die Charaktere haben sich alle sehr gut weiterentwickelt und ich konnte mit allen mitleiden und mitfiebern. „Die Magie der kleinen Ding“ gibt einen Einblick in das Handelsleben im 17. Jahrhundert in Amsterdam. Man lernt die Gilden kennen, die die Stadt regieren und auch einschränken. Etwas störend fand ich die holländischen Ausdrücke, die immer wieder verwendet wurden. Ein paar wurden zwar am Ende des Buches übersetzt, aber nicht alle. Durch diese Ausdrücke wurde mir zwar immer wieder bewusst, dass die Geschichte in Amsterdam spielt, aber sie haben den Lesefluss doch ziemlich gestört. Jessie Burton hat keinen leichten Schreibstil. Sie hat sich teilweise sehr bildlich ausgedrückt, was aber gut zu diesem historischen Roman gepasst hat. Nach einer kleinen Eingewöhnungszeit hat sich das Buch dann doch noch recht schnell lesen lassen. Fazit: Fesselnder historischer Roman, der in Amsterdam des 17. Jahrhunderts spielt. Das volle Potenzial wurde jedoch nicht ausgeschöpft. 3,5 von 5 Sternen.

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Die Kurzbeschreibung in Verbindung mit dem auffallenden Cover hatten mich angesprochen - klang "Die Magie der kleinen Dinge" doch noch einer durchaus interessanten Lektüre mit zu entdeckenden Verwicklungen und Geheimnissen. Die hat die Handlung tatsächlich zu bieten - allerdings erst nach mehr als 300 Seiten... Der Anfang der Geschichte ist recht einnehmend, man lernt Nella kennen und fühlt mit ihr und ihrer Nervosität, in ein Haus in einer Stadt zu ziehen, wo sie noch nie war und niemanden kennt. Abgesehen von Nella bleiben aber alle Charaktere mehr oder weniger eindimensional und auch die Handlung lässt sich vorerst kaum als solche bezeichnen. Es gibt nur Andeutungen, die beispielsweise Nellas Schwägerin gern von sich gibt und die ohne Zusammenhang zu sein scheinen und sich dem Leser ebenso wenig wie Nella erschließen. Die fragt aber nicht weiter nach, sondern lässt alles mehr und mehr auf sich zukommen. Auch die Angelegenheit mit den Miniaturen birgt eine Menge Potential in sich, das meines Erachtens von der Autorin nicht genutzt wurde, da sich eben keine Andeutungen auf die Geheimnisse der Protagonisten offenbaren, sondern sich erst im Nachhinein einstellen - auch eine Auflösung über das Wissen der Miniaturistin habe ich vermisst. Die letzten 150 Seiten des Buches liefern dann endlich das, was man sich von vornherein erwartet hat: eine unterhaltsame, spannende Handlung, die Entwicklung und Aufdeckung von Geheimnissen, die nun auch die weiteren Personen vielschichtiger werden lassen - allerdings konnte mich das dann für die dahin plätscherden ersten zwei Drittel des Buches nicht entschädigen.

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Meinung „Die Magie der kleinen Dinge“ war ein Buch, dessen Klappentext mich neugierig machte. Ich fragte mich, inwieweit ein Puppenhaus und die Puppen Geheimnisse verbergen können und was die Autorin aus dieser Grundidee gemacht hat. Stürzen wir uns also uns Abenteuer „Puppenhaus“ und schauen mal, ob wir uns in den kleinen Zimmern zurecht finden. Die Hauptprotagonistin ist Nella oder auch Petronella. Achtzehn Jahre jung wird sie mit einem viel älterem Mann verheiratet, landet in dessen Haus und muss nun gucken, wie sie klar kommt. Anscheinend ist ihr niemand wohlgesonnen, denn Nella taumelt in ihrem neuen Leben umher, wie ein Blatt im Wind. Gerade zu Anfang kam sie mir sehr unreif und naiv vor, aber je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr kommt die Frau hervor, die sie bereit ist zu sein. Es scheint, als wolle ihr neues Dasein ihr Leben so richtig, richtig schwer machen und stellt sie vor Aufgaben, denen sie nicht gewachsen zu sein scheint. Aber Nella gibt nicht auf und stellt sich allem, was ihr vor die Füße geworfen wird. Sie wächst, wird reifer und ist am Ende vielleicht etwas verbittert, aber sie weiß, dass sie alles schaffen kann, was noch auf sie zukommen könnte. Das fand ich sehr beeindruckend, denn Nella hat noch nicht viel erlebt, als sie verheiratet wird und in ein fremdes Haus ziehen muss. Sie nimmt die Dinge nicht hin, sie hinterfragt, auch wenn sie zuweilen etwas zu leichtgläubig ist. Allerdings denke ich, dass das der Zeit geschuldet ist, in derer sie lebt und nicht ihr selbst. Als nächstes und von Interesse wären da die Geschwister Brandt. Johannes Brandt heirate Nella, seine Schwester Marin wohnt bei ihm im Haus. Sie ist unverheiratet und führt seit jeher den Haushalt mit Diener und Dienstmädchen. Sie ist sehr verschlossen, missmutig bis äußerst verbittert und führt kein leichtes Leben. Sie machte es Nella und mir sehr schwer, sie zu mögen und auch, als ich die ganzen Hintergründe erfuhr, wurde das nicht besser. Nella war da verständnisvoller, für mich blieb Marin ein Rätsel, dass ich nicht verstand. Für mich war sie eine Figur, die nur dafür da war, es Nella schwerer zu machen und ihr eine Bürde nach der nächsten aufzuhalsen. Johannes ist da nicht anders. Er ist zu Anfang sehr reserviert seiner neuen Frau gegenüber. Irgendwann sprechen beide von einer zarten Freundschaft, die sich entwickelt und ich fragte mich die ganze Zeit, woher die kam. Schließlich haben sie nie mehr als ein paar Sätze gewechselt, sie kannten sich nicht und auch wenn Nella eine gute Ehefrau sein wollte, sie hielt Johannes sie doch immer am ausgestreckten Arm. Nah genug, um zu sehen, was sie tat, aber weit genug weg von ihm selbst. Johannes war ein Mann mit vielen Geheimnissen. Er tat Dinge, die ich so nicht verstand und auch die Erklärung half da nicht sonderlich weiter. Vielleicht war das zu der Zeit so, aber irgendwie fehlten mir seinen Handlungen und Taten immer etwas Hand und Fuß, irgendwas Festes. Irgendwas, was ich hätte nachvollziehen können. Genau wie seine Schwester war er ein Rätsel, was ich irgendwann auch nicht mehr lösen wollte. Die Grundhandlung …. hab ich nicht verstanden. So leid mir das auch tut und ich habe es wirklich versucht, aber ich weiß gar nicht so recht, um was es eigentlich ging. Nella wird verheiratet und es sind vier Monate vergangen, dann endet die Geschichte. Nella erlebt wenige Höhen und mehr als genug Tiefen für einen Menschen. Sie agiert mit ihrem Umfeld, kämpft sich ans Licht und stellt sich allen Widrigkeiten. Und dennoch bin ich mir nicht sicher, ob es jetzt die Geschichte einer jungen Frau war, die lernen muss, Rückgrat zu zeigen, oder ob es darum geht, dass man sehr schnell untergehen kann, wenn man sich und seinem Geld zu sicher ist. Oder ging es darum, dass man immer sehr genau hinsehen soll? Das man seine Feinde genauso gut kennen soll wie seine Freunde? Ging es darum, dass die Kirche über allem steht? Sollte dem Leser gezeigt werden, wie sich Hass auf den Menschen auswirkt? War es eine Frage der Moral? Loyalität? Puppenhäuser? Neid? … Ich hab absolut keine Ahnung. Und das ärgert mich selbst. Ich tappe im Dunkeln, stelle Vermutungen an und weiß gleichzeitig, dass ich keine Antwort bekomme, da die Geschichte ja beendet ist. Und was war das mit diesem Puppenhaus? Am Anfang fand ich es echt gruselig und hab drauf gewartet, dass dieses Haus sich selbstständig macht und rumgeistert oder was weiß ich, aber es passiert nix. Nella bekommt Puppen, Möbel und was man sonst noch so in einem Puppenhaus findet, alles in Miniaturansicht und äußerst lebensecht. Es sind hübsche Dinge und das Beste, oder auch nicht, sie sehen haargenau so aus, wie alles, was auch in dem neuen Haus steht, in dem Nella jetzt wohnt. Sie bekommt die gleichen Stühle, wie im Esszimmer. Die Miniaturhunde gleichen den Großen bis aufs letzte Haar. Nella bekommt diese Minimöbel von einem Miniaturisten, aber woher weiß der, wie es bei Nella im Haus ausschaut? Woher weiß der, was passieren wird, denn manche Puppen bekommt sie, bevor bestimmte Dinge eintreten. Aber das Wichtigste: WER ist diese geheimnisvolle Person? Das ist unteranderem einer der Handlungsstränge, die nicht aufgeklärt werden. Vieles bleibt am Ende ungeklärt und fühlte mich unzufrieden. Ich muss keine Geschichte mit Happy End haben, aber diese Geschichte war einfach nur traurig. Sie war deprimierend, zog mich runter und brachte mich zeitgleich zum Nachdenken. Was alles nicht schlimm gewesen wäre, wenn ich nur wüsste, was die Autorin mir hätte sagen wollen. Es ist zermürbend gewesen, Nella zu verfolgen, ohne zu wissen, wohin sie will. Kleine Andeutungen, die eingestreut wurden, wurden nicht aufgeklärt und die fahnenscheinige Motivation der agierenden Personen bremste meine Lust am Lesen derbe aus. Fazit „Die Magie der kleinen Dinge“ besitzt die Macht, mit jeder neuen Seite, den Leser zum Nachdenken anzuregen. Es sind die Zwischentöne, die hier den Charme der Geschichte ausmachen, denn der Rest schafft es nicht wirklich, zu brillieren. Dieses Buch wird seine „Fans“ finden, ich gehöre leider nicht dazu. Von daher auch nur eine bedinge Leseempfehlung. Bewertung Das ist schwer, wirklich. Aber nach einigem Hin und Her und nachdem ich mich selbst aus einer depressiver Phase geholt hab, die dem Buch geschuldet war, vergebe ich hier ganz, ganz knappe 3 von 5 Marken. Historisch gesehen, was es eine interessante Lektüre. Die Zwischentöne mochte ich. Nellas Entwicklung war erstaunlich. Der Rest, nun ja, war nicht mein Fall. Liebe Grüße Tilly

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Zum Inhalt: Die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht zum ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung von Seiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur das Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt – und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen – und Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden … Meine Meinung: Amsterdam, 1686: Die junge, unbedarte und etwas naive Petronella "Nella" Oortmans kommt zu ihrem deutlich älteren Ehemann nach Amsterdam. Als sie das Haus betritt, ist sie irritiert, dass niemand sie empfängt und schnell wird klar, dass sie dort nicht erwünscht ist. Ihr Ehemann, Johannes Brandt, ist Händler und vermögend, doch auch er scheint kein Interesse an seiner Ehefrau zu haben - seine Geschäfte scheinen wichtiger. Mit in dem Haus wohnen ihre Schwägerin Marin, die Dienerschaft Otto und Cornelia sowie Johannes Hunde. Literarisch lese ich relativ wenig historische Romane. Um so überraschter war ich, als ich mich auf dieses "magische" Abenteuer eingelassen habe. Die Gedanken und Gebräuche zu der damaligen Zeit waren um ein vielfaches anders, als die heutigen "Regeln". Die Familie gibt vor gottgläubig zu sein, jedoch nur, weil dies zur damaligen Zeit notwendig war. Nach außen hin musste der Schein einer gut situierten und vorzeigbaren Familie stimmen. Und doch gab es einige Punkte, die Johannes förderte, Marin aber am Liebesten ungeschehen machen würde. Dazu zählt z.B. der farbige Hausangestellte Otto. Ich war begeistert von der detaillierten Beschreibung der Charaktere, die erst nach und nach ihr wahres Gesicht gezeigt haben. Die Miniaturistin gibt dem ganzen zusätzlich einen gänzlich Touch und schafft es, neben den tollen Charaktere auch einen mystischen Einfluss zu generieren. Wer ist die Frau, die hinter den verschiedenen Miniaturen steckt, die Nella erhält um das Puppenhaus einzurichten? Warum finden sich so viele Parallelen zwischen den Miniaturen und den Bewohnern des Hauses und was steckt hinter den geheimnisvollen Hinweisen? Nella findet es bald heraus und durchlebt dabei emotionale Höhen und Tiefen. Währenddessen reift sie unbewusst von der naiven kleinen Nella Oortman zur starken und selbstbewussten Petronella Brandt. Fazit: Ich kam etwas schwer in die Geschichte hinein, sobald ich aber diesen Plot hinter mir hatte, ging es steil bergauf. Eine tolle Geschichte über das Leben im 17. Jahrhundert und das der Frauen zu dieser Zeit. Von mir gibt es 4,5 von 5 möglichen Punkten.

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Aufmachung: Das Cover gefällt mir doch schon recht gut. Ich habe mir Nella so in etwa vorgestellt wie die Frau, die dort zu sehen ist und man sieht ein Zimmer des Puppenhauses, das im Buch doch schon eine relativ große Rolle spielt. Den deutschen Titel finde ich ebenso gelungen wie den OT. Das Buch ist in insgesamt fünf Teile geteilt, von denen jeder mit einem Bibelzitat beginnt. Im Anhang finden sich Erklärungen zu einigen holländischen Begriffen, die das Verständnis erleichtern, sowie eine Übersicht über das Durchschnittseinkommen einiger sozialen Gruppen im Holland des 17. Jahrhunderts und das Durchschnittsauskommen eines Holländers zu der Zeit. Mit dem Lesebändchen dazu ist das Buch also recht hochwertig und hübsch gestaltet. (LESEBÄNDCHEEEN!!! :D) Meine Meinung: Auch dieses Buch hat einen vielversprechenden Klappentext, der mich jedoch wieder enttäuscht hat. Ich war gespannt auf die Geheimnisse der Brandts und wollte wissen, was es mit der Miniaturistin auf sich hat. "Die Magie der kleinen Dinge" erschien mir wie ein spannender historischer Roman, auf den ich mich dann natürlich auch dementsprechend gefreut habe. Tja, leider hat Burton all das nicht so umgesetzt, wie ich es mir erhofft hatte. Die Geheimnisse der Brandt sind gar nicht so geheimnisvoll, wie sie zuerst den Anschein haben, bereits nach den ersten hundert Seiten hatte ich eine Ahnung, was die Familie verbirgt. Und als es dann auch wirklich so war, war ich nicht sonderlich überrascht, da es ja doch sehr offensichtlich war. Allerdings ist das nicht das einzige, das ich erraten konnte und so wurde das Buch, von dem ich mir anfangs so viel versprochen habe, doch sehr schnell ziemlich langweilig. Dazu kommt dann noch, dass Burtons Schreibstil doch sehr schwerfällig ist. Zwar ist mir klar, dass sie sich an die Zeit anpassen muss, allerdings hat die Autorin das dann doch sehr holperig umgesetzt, was den Lesefluss natürlich zusätzlich noch erschwerte. Ebenfalls negativ fällt die Protagonistin auf: Sie - und auch alle anderen Charaktere - ist sehr oberflächlich gehalten, weshalb der Leser keine richtige Beziehung zu ihr aufbauen kann und nicht wirklich warm mit ihr wird. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass sie - besonders zu Anfang - noch sehr naiv und kindlich ist. Dann entwickelt sie sich jedoch weiter und man merkt schon, dass sie am Ende über sich hinaus gewachsen ist. Das ist ein Pluspunkt. Ebenso hat mir gut gefallen, wie Burton die Situationen der verschiedenen sozialen und gesellschaftlichen Gruppen - Reiche, Arme, Diener, Dunkelhäutige, Homosexuelle - dargestellt hat. Man erkennt, welchen großen Einfluss die Kirche zu der Zeit in Amsterdam gehabt haben mochte - weshalb ich die oben erwähnten Bibelzitate auch passend fand - und kann sich die Gegebenheiten dort sehr gut vorstellen. Fazit: Ein Buch, das viel verspricht, jedoch nicht besonders gut halten kann. Positiv anzumerken sind die Entwicklungen der Charaktere sowie die Darstellungen seitens der Autorin, wie es gewesen sein muss, zu der Zeit gelebt zu haben. Allerdings fehlt es hier eindeutig an ein wenig Spannung, was zum Teil an der prägnanten Vorhersehbarkeit des Plots, zum Teil aber auch an der Protagonistin liegt. Außerdem lässt sich Burtons Schreibstil nur schwer lesen, ist also nichts für zwischendurch. 3/5 Lesehasen.

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