Leserstimmen zu
Die Magie der kleinen Dinge

Jessie Burton

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Die Magie der kleinen Dinge

Von: meggie

23.05.2015

Nella ist 18 Jahre jung und wird mit dem Amsterdamer Johannes Brandt verheiratet. Als sie in Amsterdam ankommt und ihr neues Zuhause das erste Mal betritt, merkt sie gleich, dass irgendetwas nicht stimmt. Ihre Schwägerin ist kühl und weicht Fragen aus. Das Hausmädchen Cornelia erzählt ihr geheimnisvolle Dinge und der Diener Otto kommt aus einem fernen Land. Und Johannes selbst straft Nella eher mit Nichtachtung, als ihr ein Ehemann zu sein. Damit sie abgelenkt ist, schenkt Johannes Nella ein Puppenhaus. Als sie beginnt, dieses einzurichten, bekommt sie unaufgefordert weitere Miniaturen zugeschickt, deren Zeichen Nella allerdings nicht deuten kann. Doch dann kommt Nella den Geheimnissen auf die Spur, die die Familie umgeben und weiß gleich, dass alles auseinanderzureißen droht. Das Buch beginnt mit einer schüchternen Nella, die ins Amsterdamer Leben geworfen wird. Von der Ehe hat sie nur die Vorstellung, die ihre Mutter ihr vermittelt hat und ist gefrustet, als ihr Ehemann sie eher links liegen lässt, als sich um seine Ehepflichten zu kümmern. Nella versteht vieles nicht, versucht jedoch, hinter die Geheimnisse zu kommen. Und als sie dann herausfindet, warum sich alle so komisch verhalten, kommt das Buch so richtig in Fahrt. Ich habe den ersten der vier Abschnitte des Buches mit offenem Mund beendet, weil die Geschichte eine Wendung nimmt, die ich mir so überhaupt nicht vorgestellt habe. Denn es wird ein Thema aufgegriffen, welches im Jahre 1686 völlig undenkbar ist und mit hohen Strafen belegt wird. Jessie Burton hat einen wunderbaren Schreibstil, der einem sofort gefangen nimmt. Man findet sich eben in der Geschichte wieder, wird mitgerissen von der Leichtigkeit der Worte, sieht die Magie in den kleinen Dingen und wünscht sich letztendlich nichts sehnlicher, als das Nellas eigener, kleiner Wunsch in Erfüllung geht. Ist Nella zu Anfang noch schüchtern, entwickelt sie innerhalb kürzester Zeit einen Mut, der sie über sich selbst hinauswachsen lässt. Sie steht ihren Mann, beginnt ein eigenes Handeln und zeigt damit, dass sie für dieses harte Leben in Amsterdam gewappnet ist. Je mehr man liest, umso mehr Geheimnisse kommen zum Vorschein. Alle sind betroffen, keiner will es gewesen sein und vor allem hat jeder jeden in der Hand. Sei es aus Liebe, aus Neid, aus Hass oder Missgunst. Die Charaktere sind derart unterschiedlich, dass sich ein buntgemischtes Puzzle ergibt, welches sich am Ende zwar zu einem Ganzen zusammensetzt, aber trotzdem am Ende ein paar kleine Teile fehlten. Mit zarten Tönen wird Nellas Geschichte erzählt. Kein leichter Weg, aber einen, den man beschreiten kann, wenn man genug „Mumm in den Knochen“ hat. Auch wenn ich Anfangs nicht so recht wusste, was genau mich erwartet, hätte ich am Ende gerne noch mehr Seiten gehabt. Dies führt leider zum Punktabzug, denn es bleibt doch noch so einiges offen, vieles ungeklärt. Fazit: Eine feine Geschichte, die zu recht als Bestseller gelobt wird, mich persönlich auch in den Bann zog, jedoch am Ende nicht vollständig zurückgelassen hat

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Der historische Roman "Die Magie der kleinen Dinge" spielt Mitte des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden, und zwar in Amsterdam. Hierhin hat es die 18-jährige Nella verschlagen, frisch verheiratet mit dem Kaufmann Johannes Brandt. In dem Haushalt lebt noch dessen Schwester Marian und zwei Bedienstete. Bei ihrer Ankunft ist ihr Ehemann nicht da und Nella wird nicht gerade freundlich von Marian empfangen. Ein herzliches Willkommen sieht anders aus. Die Autorin nimmt sich am Anfang Zeit, um den Leser mit den verschiedenen Charaktere vertraut zu machen. Aber auch die beschriebenen Örtlichkeiten vermitteln das Gefühl, sich direkt vor Ort zu befinden. Um Nella an ihr neues Zuhause, ihr neues Leben zu gewöhnen, schenkt ihr Johannes Brandt ein verspätetes Hochzeitsgeschenk. Es ist ein Miniatur-Schrankpuppenhaus, was sehr viel Ähnlichkeit mit dem Kaufmannshaus in der Herrengracht aufweist - Dieses Puppenhaus steht heute im Rijkmuseum Amsterdam - Wenn ich bedenke, wie viele Jahrhunderte inzwischen vergangen sind und dieses einzigartige Teil existiert immer noch. Ein wahrer Schatz und er sowie seine Besitzerin, die ja wirklich gelebt hat, gaben der Autorin die Idee für diesen tollen Roman. Nach und nach will Nella das Puppenhaus mit Figuren beleben und gibt eine Miniatur in Auftrag. Unaufgefordert erhält sie weitere Miniaturpuppen, die sehr viel Ähnlichkeit mit den Menschen im Hause Brandts aufweisen. Als Charakter hat mir die Entwicklung von Nella gut gefallen. Sie mausert sich von einem schüchternen Landmädchen zu einer selbstbewussten Frau. Aber auch alle anderen mitwirkenden Personen entsprechen nicht dem sonst zu erwartenden Klischee, sondern zeigen ihre wahren Gesichter. Was bleibt, sind die Erinnerungen an ein wunderbares Buch, dessen Geschichte einen magisch anzieht. Gerade die geschilderten damaligen Lebensumstände, die Zeit des Handels u. a., der Kaufleute, kommen in diesem historischen Roman sehr gut herüber. Das "Buch historische Romane" schlägt eine neue Seite auf :-) Meine Leseempfehlung für ein richtig gutes Buch "Die Magie der kleinen Dinge"!

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Inhalt: Die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht zum ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung von Seiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur das Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt – und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen – und Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden … Meine Meinung: Die Magie der ruhigen und leisen Geschichten liegt in ihrer Atmosphäre, denn auch wenn man meistens ein wenig länger braucht, um sich in ihnen zu verlieren, schaffen sie dafür meistens eine besonders dichte Stimmung, der man sich kaum entziehen kann. "Die Magie der kleinen Dinge" ist eine dieser Geschichten mit leisen Tönen und ebenfalls eine dieser Geschichten, die ein wenig Zeit brauchen. Aber sie ist auch eine jener Geschichten, die eine ganz besondere und spezielle Atmosphäre aufzubauen wissen. In diesem Fall ist das eine enorm düstere und beklemmende Stimmung, die mich oft bedrückt zurückgelassen hat - was aber in keinem Fall negativ zu verstehen ist. "Die Magie der kleinen Dinge" ist besonders. Magisch. Und bleibt im Verborgenen, sodass ich beim Lesen oft das Gefühl hatte, alles durch einen Nebelschleier zu beobachten. Zwar habe ich einige Kritikpunkte, doch insgesamt ist die Geschichte um Nella definitiv lesenswert und strahlt einfach eine ganz bestimmte Magie aus, in der man sich verlieren kann. "Die Magie der kleinen Dinge" spielt in Amsterdam und ist allein deswegen schon besonders - bisher habe ich mich literarisch noch nie in der Stadt der Grachten aufgehalten und so empfand ich es als sehr schön, die Stadt im 17. Jahrhundert zu erkunden. Gemeinsam mit Nella kommt der Leser erstmals mit Amsterdam in Berührung und ist, ebenso wie Nella selbst, von Eindrücken überwältigt. Da ist einmal Nellas Schwägerin Marin, die anscheinend nicht begeistert von Nellas Ankunft ist, dann die vielen unterschiedlichen Gebräuche und Gedanken und die verschiedenen Menschen, deren Geheimnisse man noch nicht ergründen kann. "Die Magie der kleinen Dinge" ist vor allen Dingen ein Charakterroman und erzählt unter anderem von der Stellung der Frau im Amsterdam des 17. Jahrhundert, sowie von der doppelmoralischen Frömmigkeit, die einige soziale Problematiken mit sich zieht und gerade Nellas Schicksal stark beeinflussen wird. Dem Leser wird recht schnell klar, warum ihr frisch angetrauter Ehemann so desinteressiert an Nella ist und es war interessant zu sehen, wie diese Thematik im 17. Jahrhundert ausgearbeitet wurde. Doch die Geschichte ist nicht nur ein Abbild der Gesellschaft, sondern beherbergt tatsächlich auch selbst ein kleines bisschen Magie. Gerade im Bezug auf die Miniaturistin, um die es noch dazu geht und die Nella Miniaturen ihres Lebens schickt und dabei immer vorhersagen kann, was geschehen wird - wenn auch ganz anders, als Nella es geglaubt hätte. Das Ende ist in diesem Zusammenhang - und auch generell gesehen - sehr abrupt gehalten, sodass man ein wenig aus dieser atmosphärischen Welt fällt. Die Geschichte beginnt sehr langsam, steigert sich dann und endet einfach viel zu schnell, sodass man sich nicht wirklich an die Begebenheiten gewöhnen kann, was ich ein wenig schade fand. Es bleibt einfach alles sehr offen und was so lange Thema war, ist plötzlich nicht mehr so relevant. Dafür sind jedoch die Figurenzeichnungen sehr speziell und faszinierend - gerade die Nebenfiguren, wenn man sie denn überhaupt so nennen kann, wie Marin, Johannes, Cornelia und Agnes sind sehr stark potraitiert und steuern ihren Teil zu der Atmosphäre bei. Auch Nella, die anfangs noch sehr naiv und ruhig wirkte, entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter, jedoch liegt der Fokus hier tatsächlich mehr auf den Nebenfiguren. Fazit: "Die Magie der kleinen Dinge" steckt nicht nur voller Magie, sondern bietet dem Leser auch einen faszinierenden Einblick in die Amsterdamer Gesellschaft des 17. Jahrhunderts. Mit einer dichten, aber auch sehr düsteren Atmosphäre erzählt Jessie Burton eine facettenreiche und tiefgehende Geschichte über Miniaturen, Frauenrollen und Moral, und schafft es dabei mit leisen Tönen zu überzeugen. Der schwierige Einstieg und das abrupte Ende sind dabei leider negativ anzumerken, doch insgesamt verliert man sich so sehr in dieser bunten und zugleich grauen Welt, dass man der Geschichte solcherlei Fehler gerne verzeiht. Wer gerne historische Romane liest und sich in einer magischen, wie düsteren Geschichte verlieren will, in der nicht alles so ist, wie es scheint, sollte einen Blick auf "Die Magie der kleinen Dinge" werfen.

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Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, doch dann habe ich verhältnismäßig lange gebraucht, um damit wirklich “warm zu werden”. Erst nach etwa 150 Seiten hat mich die Story in ihren Bann gezogen und fast ebenso lange habe ich gebraucht, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Dieser ist zwar absolut nicht schlecht, aber stellenweise nicht so flüssig lesbar, wie ich es mir gewünscht hätte. Allerdings passt der Stil auch irgendwie wieder sehr gut zum 17. Jahrhundert, in dem die Geschichte angesiedelt ist. Und Sätze – wie dieser auf Seite 283 – machen das Buch auch wieder zu etwas Besonderem: “Weihnachten schlurft vorbei wie ein armer Verwandter der Freuden, die es einst verheißen hat.” Die Charaktere, die zunächst noch etwas sperrig wirken, entwickeln sich im Lauf der Geschichte – und am Ende blickt man zurück und kann gar nicht verstehen, dass man sie einmal fast unsympathisch fand. Nella ist eine tolle Protagonistin, die glaubwürdig und authentisch wirkt. Ihre Zweifel, Gefühle und Ängste machen sie zu einer lebendigen Figur, mit der man gerne mitfühlt. Zunächst kam es mir so vor, als würde sich die Geschichte viel zu langsam entwickeln. Doch rückblickend versteht man viele Kleinigkeiten besser und ich hatte fast das Gefühl, das Buch direkt noch einmal von vorne lesen zu müssen, um die versteckten Hinweise und Geheimnisse besser zu verstehen. Die zweite Hälfte ist dagegen direkt actionreich und die Story wird zunehmend tragischer und dramatischer. Die titelgebende Magie ist nicht allzu fantastisch und wird größtenteils am Ende gut erklärt. Überhaupt wirkt der Schluss sehr passend, wenn auch für meinen Geschmack noch zu viele lose Enden bleiben, die ich gerne in einer Fortsetzung verknüpft sehen möchte. Das Buch hat mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten sehr gefesselt und bestens unterhalten. Die Personen sind mir im Lauf der Geschichte so ans Herz gewachsen, dass ich gerne wissen möchte, wie es mit ihnen allen weitergeht. Auch nach dem Zuklappen der letzten Seite denkt man noch länger darüber nach – und erst dann versteht man auch das kurze erste Kapitel, das eigentlich einen Teil des Schlusses darstellt. Fazit: Wer bereit ist, sich anfangs etwas zu gedulden, wird mit einer sehr emotionalen, tragisch-schönen Geschichte belohnt.

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Amsterdam im 17. Jahrhundert: Die junge Nella wird nach dem Tod ihres Vaters, der das Vermögen der Familie verprasst hat, mit dem reichen Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Nach der Ferntrauung steht das schüchterne Mädchen vom Lande erwartungsvoll vor dem herrschaftlichen Haus in der Herengracht. Doch bei ihrer Ankunft ist weder ihr neuer Ehemann anwesend, noch wird sie herzlich empfangen. Ihre herrische Schwägerin Marin scheint sie zu verachten und selbst das Hauspersonal behandelt sie herablassend. Als Johannes nach Tagen endlich auftaucht bringt er seiner Ehefrau als Hochzeitsgeschenk ein Puppenhaus mit. Dieses ist der perfekte Nachbau ihres neuen Heimes - nur "befüllt" muss es noch werden. Nella sucht nach einem Miniaturisten und gibt die fehlenden Gegenstände in Auftrag. Doch nach der ersten Lieferung ist Nella mehr verstört als erfreut. Die Püppchen, die die Bewohner des Puppenhauses darstellen, sind sehr detailgetreu und außerdem den realen Menschen in der Herengracht erschreckend ähnlich. Obwohl Nella keine weiteren Lieferungen mehr haben möchte, werden ihr immer wieder Möbelstücke und Figuren unaufgefordert zugesandt. Einige davon offenbaren ihr verblüffende Geheimnisse und Nella erfährt nach und nach, was sich wirklich hinter der perfekten Fassade der Familie Brandt abspielt...... Petronella, genannt Nella, ist anfangs eine sehr schüchterne junge Frau, die mit der Ablehnung ihr gegenüber nicht wirklich klar kommt. Sie kämpft mit der ewigen Abwesenheit ihres Mannes, der sich ihr gegenüber zwar als Einziger liebenswürdig verhält, jedoch keine Nähe zulässt. Das Puppenhaus und die Päckchen, die sie vom Miniaturisten erhält, sind für sie ein Ausweg aus ihrer Einsamkeit und eine Zuflucht in eine Traumwelt. Dieser Roman besticht durch die Aussagekraft zwischen den Zeilen. Die bigotte christliche Gemeinde, die jegliche Andersartigkeit ausschließt und sich hinter ihrer äußerlichen Fassade versteckt, ist eines der großen Themen in dieser Geschichte. Während die Familie Brandt sich für fremde Länder interessiert und sogar einen farbigen Hausangestellten hat, nennt ein Großteil der Städter den Hausdiener Otto ein Tier. Auch das noch sehr deutliche Rollenbild der Frau , aber vorallem die Kirche spielt eine übergeordnete Rolle. Die Brandt's sind anders und werden anfangs wegen ihres Reichtums trotzdem akzeptiert - bis es zu einem Vorfall kommt.... Neben der geheimnisvollen und mystischen Atmosphäre im Roman, versteht es die Autorin auch ihre Charaktere wunderbar darzustellen. Sie sind zwar teilweise etwas einseitig, aber man sich jeden von ihnen bildhaft vorstellen. Nur Nella macht im Laufe der Geschichte eine glaubhafte Wandlung von der schüchternen jungen Frau zu einer selbstbewussten Dame durch. Besonders bildhaft sind auch die Beschreibungen der Stadt Amsterdam, die zu dieser Zeit einen sehr großen Aufschwung erlebt hat. Hier hätte ich mir noch ein paar mehr Informationen über den Handel der Gilden in den holländischen Kolonien erhofft. Leider blieben für mich am Ende des Buches einige Fragen offen, die mich ein bisschen enttäuscht zurück gelassen haben. Wegen der manchmal fehlenden Spannung und den offenen Fragen am Ende ziehe ich einen Stern ab. Anführen möchte ich noch, dass Petronella Oortman wirklich gelebt hat und dieses Puppenhaus noch heute im Amsterdamer Rijksmuseum bewundert werden kann. Der Rest ist Fiktion. Schreibstil: Der Schreibstil war für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, was sich nach kurzer Lesezeit aber ändert. Die eindrucksvollen Beschreibungen von Amsterdam zur Blütezeit sind sehr anschaulich. Es herrscht eine etwas düstere Stimmung im Buch, die jedoch nicht den Lesefluss hindert und verbunden mit der Mystik der Geschichte richtig gut passt. Fazit: Ein ruhiger und geheimnisvoller Roman gespickt mit etwas Mystik, Historie und einer tolle Atmosphäre. Leider gibt es kleine Längen und einige offene Fragen am Ende.

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Von der ersten bis zur letzten Seite ging von diesem Buch eine Magie aus, die mich in ihren Bann gezogen hat. Jedoch muss ich sagen, dass es nicht immer leicht zu lesen war. Es ist schon ein bisschen ein anspruchsvollerer Plot, der die volle Aufmerksamkeit des Leser erfordert. Wer “Die Magie der kleinen Dinge” also lesen möchte, sollte sich ausreichend Zeit dafür einplanen und sich durch nichts und niemanden stören lassen. Gespickt ist die Story mit jeder Menge Mystery. Wer steckt hinter den Miniaturen, die nicht nur das Puppenhaus füllen, sondern Nella auch noch geheime Hinweise geben? Zur Handlung darf man an dieser Stelle gar nicht zu viel verraten. Der Klappentext reicht da voll und ganz aus, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Alles weitere sollte man lieber erleben! Fasziniert hat mich der Spielort. Das Buch bewegt sich im Amsterdam um 1686 und zeigt eine Welt, die bisher in Romanen die ich gelesen habe noch nicht auftauchte. Man hat ein fein skizziertes Bild vor Augen, wie das damals war, mit der feinen Kaufmannsschaft, mit Neid und Missgunst, mit dem Stand in der Gesellschaft. Ohne zu viel verraten zu wollen, machte mich das Buch ab und zu traurig. Es beschert also keine amüsanten Lesestunden. Dafür liefert Jessie Burton aber eine Geschichte um unerfüllte Liebe, unüberbrückbare Differenzen, der Unmöglichkeit so zu sein wie man gerne wäre. Es regt zum Nachdenken an. Überaus ansprechend finde ich das Cover. Es hat mich sofort eingefangen und ist sicher auch im Buchhandel zwischen den vielen anderen Büchern ein echter Eyecatcher. Einen Minuspunkt vergebe ich, weil ich irgendwie das Ende abgehackt empfunden habe. So als stand die Autorin unter Druck, es fertig zu bekommen. Es sind bei mir Fragen offen geblieben, die ich aber nicht nennen möchte, da ich sonst zu viel vom Inhalt verraten würde. Wer ein Buch mit Tiefgang sucht und nicht nur seichte Unterhaltung, der wird sich schnell von “Die Magie der kleinen Dinge” einfangen lassen.

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essie Burtons Roman entführt uns in das Amsterdam des 17. Jahrhunderts. Wir erhalten Einblick in das Leben der 18jährigen Nella, der man anmerkt, dass sie sehr jung ist und noch wenig Lebenserfahrung besitzt. Da ihre Familie verarmt ist, wird sie mit dem Amsterdamer Kaufmann Johannes Brandt verheiratet und zieht in dessen Haus nach Amsterdam. Johannes ist sehr freundlich zu Nella, er behandelt sie gut. Seine Schwester hingegen lässt Nella ihre Abneigung spüren. Nella fühlt sich in dem Haus nicht sehr wohl. Ihr Mann ist ständig weg und scheint kein großes Interesse an ihr zu haben und seine Schwester ist sehr abweisend zu ihr. Auch die Dienerschaft geht erst einmal auf Distanz zu ihrer neuen Mitbewohnerin. Als Nella von Johannes ein Puppenhaus bekommt, das eine genaue Nachbildung ihres neuen Heimes ist, soll sie das einrichten. Sie bekommt mysteriöse Päckchen, die die Bewohner des Hauses beinhalten .. Jessie Burton erzählt aus der Sicht von Nella, die im Laufe der Handlung erwachsen wird. Gut beschrieben ist die Doppelmoral der Gesellschaft, der religiöse Eifer und die Problematik der Frauen im 17. Jahrhundert. Die Autorin scheint hier sehr gut recherchiert zu haben. Am Ende bleiben einige Dinge im Dunkeln, die ich gerne näher beleuchtet gehabt hätte. Ein richtig gut erzählter, sehr atmosphärischer, geheimnisvoller Debütroman, sehr ruhig erzählt und dennoch fesselnd mit sehr gut ausgearbeiteten Charakteren. Von mir erhält dieser gelungene Abstecher nach Amsterdam ins 17. Jahrhundert 4/5 Sterne.

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Hinter den Deckeln dieses Buches verbirgt sich auf den ersten Blick eine Geschichte über Geheimnisse, Intrigen und mysteriöse Miniaturen, angesiedelt Ende des 17. Jahrhunderts in Amsterdam. Erst beim näheren Hinschauen erkennt der Leser jedoch, dass hinter diesen Offensichtlichkeiten - versteckt und nicht für jeden sofort sichtbar - die Entwicklung einer jungen Frau steckt, die, gefangen in ihrer kindlichen Naivität und den konservativen Einstellungen der damaligen Zeit, erst im Laufe des Romans ihren Weg findet, der so ganz anders verläuft als geplant. Zuerst glaubte ich, dass ich es mit einer typischen Familiengeschichte zu tun haben würde: historisch, skandalös und eindeutig für ältere Frauen verfasst. Bald aber sollte sich herausstellen, dass Schreibstil - in meinen Augen etwas zu einfach gehalten, aber sprechen wir nicht weiter drüber - Protagonistin und Verlauf des Plots doch eher darauf schließen ließen, dass sich die Geschichte an jüngere Frauen richtete. Die 18jährige Nella kommt als unschuldiges, recht gutgläubiges Mädchen nach Amsterdam, und wird in eine Welt geschleudert, die so gar nichts mit dem Eheleben zu tun hat, das sie sich erhoffte. Doch nach und nach erkennt sie auch die Vorteile eines so freien, unkonventionellen Lebens und entwickelt sich zu einer starken, unabhängigen und denkenden Frau. Ein bisschen schade fand ich nur, dass das "große Geheimnis" für mich keine Überraschung darstellte, da ich es mir bereits viele Kapitel davor bereits habe denken können. Doch sieht man davon mal ab und schaut sich die Botschaft des Buches an - ein Hoch auf Toleranz, Emanzipation und Bildung - so kann ich nur betonen, wie viel Freude mir das Lesen bereitet hat. Kein unnötiger Kitsch; keine plötzlichen, unlogischen Wendungen und all das platziert in einem authentischen, gut recherchierten Setting. Klar, das Ende wird mal wieder nicht jedem gefallen, meinen Geschmack traf es jedoch vollkommen.

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