Leserstimmen zu
Die Magie der kleinen Dinge

Jessie Burton

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Wunderschön

Von: Beate Senft

29.05.2015

Nella ist ein junges und gut behütetes 18-jähriges Mädchen, als sie mit dem älteren Amsterdamer Kaufmann Johannes Brandt verheiratet wird. Ängstlich, fasziniert, neugierig und auch ein wenig glücklich tritt sie die Reise in ihr neues zu Hause an, voller Träume von ihrem neuen Leben. Endlich in dem großen Haus angekommen, wird sie nicht gerade liebevoll empfangen. Ihr Ehemann glänzt durch Abwesenheit, ihre Schwägerin ist kalt und abweisend und die Dienerschaft würdigt sie kaum eines Blickes. Sogar ihren geliebten Wellensittich Peebo nimmt man ihr weg um ihn in der Küche unterzubringen. Verängstigt bezieht sie ihr neues Zimmer. Das soll jetzt also ihre Heimat sein? Als Johannes dann endlich erscheint, bringt er ihr ein Hochzeitsgeschenk mit. Ein großes und edles Puppenhaus, das ihrem neuen zu Hause nachempfunden ist. Nella wäre ja ein herzliches Willkommen und eine liebevolle Umarmung lieber gewesen. Auch an den nächsten Tagen bleibt sie alleine in dem großen Bett. Sie entschließt sich das Puppenhaus zu möblieren, wenn es schon einmal da ist und bekommt Sachen geliefert, die sie gar nicht bestellt hat und die ihr Geheimnisse ihrer neuen Familie offenbaren. Was geht vor in diesem seltsamen Haus? Was haben die Menschen hier zu verbergen. Und als sie endlich zu verstehen beginnt, ist ihr Leben schon lange nicht mehr so, wie sie es geplant hatte..... Was für ein wunderschöner Roman der Autorin mit "Die Magie der kleinen Dinge" gelungen ist. Die Geschichte beginnt 1687 und geht dann ein Jahr in der Zeit zurück. Man lernt die naive und liebenswerte Nella kennen. Ihre Schwägerin Marin, den Diener ihres Mannes Otto und das Mädchen für alles Cornelia. Und ob man möchte oder nicht, gewinnt man alle mit der Zeit lieb. Auch die kalte und abweisende Marin. Geschickt versteht es die Autorin, dem Leser kleine Happen zuzuwerfen, die mich immer neugieriger machten, so, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ich habe so mit Nella gelitten und am Ende einfach mit allen. Nella geht zu einem Miniaturisten, den sie niemals zu Gesicht bekommt, und hinterlässt ihm eine Bestellung und einen Scheck, für Möbel für ihr Puppenhaus. Was dann geliefert wird, entspricht aber nur zum Teil ihrer Bestellung und Nella ist verwirrt. Auch als sie gar keine Möbel mehr möchte, werden immer neue Teile geliefert. Der Schreibstil von Jessie Burton ist wunderschön und sehr bildhaft. Sie versteht es meisterhaft Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen und mir das 17. Jahrhundert in Amsterdam vor Augen zu führen. Eine Zeit der bigotten Heuchelei, der Lügen und des Verrats. Ich konnte die alten Lagerhäuser, die Krachten und die herrschaftlichen Häuser direkt vor mir sehen. Die Charaktere sind alle sehr facettenreich und liebevoll gestaltet. Die Autorin hat sehr viel Arbeit in die Entwicklung der Personen gesteckt, so dass sie alle authentisch und sehr lebendig wirken. Ich bin wirklich begeistert von diesem Buch, auch wenn ich mir vom Klappentext her etwas ganz anderes versprochen hatte. Das Buch war sogar noch viel besser, als ich angenommen hatte. Das Ende so ganz anders als gedacht. Ich vergebe 5 von 5 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung an alle, die gute Geschichten mögen. © Beate Senft

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Wir schreiben das Jahr 1687. Als die junge Nella mit dem viel älteren Kaufmann Johannes Brandt verheiratet wird, ahnt sie nicht, was sie in Amsterdam in seinem herrschaftlichen Haus erwartet. Erhofft hat sie sich ein schönes Leben an der Seite des erfolgreichen Kaufmanns, doch Johannes beachtet sie kaum. Er behandelt sie mit Respekt, er macht ihr Geschenke, doch erhofft hat sich Nella ein richtiges Familienleben mit Kindern, mit Liebe. Über den Haushalt herrscht Johannes Schwester Marin. Sie wirkt kalt und unnahbar. Zur Hochzeit bekommt Nella von ihrem Mann ein Puppenhaus geschenkt. Es ist eine Nachbildung des Hauses, in dem sie jetzt lebt. Die junge Frau bestellt Miniaturen, doch sie erhält exakte Nachbildungen von Möbeln und Menschen, die in dem Haus leben und sich darin befinden. Das Puppenhaus und seine Bewohner scheinen ein Eigenleben zu entwickeln. Nella begreift, dass ihr jemand etwas damit sagen will. Sie ahnt, dass einiges nicht stimmt. Welche Geheimnisse verbirgt Nellas neue Familie vor ihr? "Die Magie der kleinen Dinge" - ein außergewöhnlicher Roman, der mich von der ersten Seite an gefesselt und begeistert hat. Spannend und authentisch. Es ist eine raffiniert gestrickte Story, vielschichtig und verführerisch. Nach und nach lernt der Leser die einzelnen Personen und ihre Geheimnisse kennen. Dabei ist es so spannend, dass man es kaum erwarten kann umzublättern. Das Amsterdam der damaligen Zeit, seine Menschen, seine Sitten und Gebräuche, ganz nebenbei versetzt die Autorin den Leser in diese Zeit. Als Leser ist man dabei. Man begleitet die Personen, man fühlt mit ihnen. "Die Magie der kleinen Dinge" - ein großartiges Lesevergnügen!

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Die Magie der kleinen Dinge

Von: meggie

23.05.2015

Nella ist 18 Jahre jung und wird mit dem Amsterdamer Johannes Brandt verheiratet. Als sie in Amsterdam ankommt und ihr neues Zuhause das erste Mal betritt, merkt sie gleich, dass irgendetwas nicht stimmt. Ihre Schwägerin ist kühl und weicht Fragen aus. Das Hausmädchen Cornelia erzählt ihr geheimnisvolle Dinge und der Diener Otto kommt aus einem fernen Land. Und Johannes selbst straft Nella eher mit Nichtachtung, als ihr ein Ehemann zu sein. Damit sie abgelenkt ist, schenkt Johannes Nella ein Puppenhaus. Als sie beginnt, dieses einzurichten, bekommt sie unaufgefordert weitere Miniaturen zugeschickt, deren Zeichen Nella allerdings nicht deuten kann. Doch dann kommt Nella den Geheimnissen auf die Spur, die die Familie umgeben und weiß gleich, dass alles auseinanderzureißen droht. Das Buch beginnt mit einer schüchternen Nella, die ins Amsterdamer Leben geworfen wird. Von der Ehe hat sie nur die Vorstellung, die ihre Mutter ihr vermittelt hat und ist gefrustet, als ihr Ehemann sie eher links liegen lässt, als sich um seine Ehepflichten zu kümmern. Nella versteht vieles nicht, versucht jedoch, hinter die Geheimnisse zu kommen. Und als sie dann herausfindet, warum sich alle so komisch verhalten, kommt das Buch so richtig in Fahrt. Ich habe den ersten der vier Abschnitte des Buches mit offenem Mund beendet, weil die Geschichte eine Wendung nimmt, die ich mir so überhaupt nicht vorgestellt habe. Denn es wird ein Thema aufgegriffen, welches im Jahre 1686 völlig undenkbar ist und mit hohen Strafen belegt wird. Jessie Burton hat einen wunderbaren Schreibstil, der einem sofort gefangen nimmt. Man findet sich eben in der Geschichte wieder, wird mitgerissen von der Leichtigkeit der Worte, sieht die Magie in den kleinen Dingen und wünscht sich letztendlich nichts sehnlicher, als das Nellas eigener, kleiner Wunsch in Erfüllung geht. Ist Nella zu Anfang noch schüchtern, entwickelt sie innerhalb kürzester Zeit einen Mut, der sie über sich selbst hinauswachsen lässt. Sie steht ihren Mann, beginnt ein eigenes Handeln und zeigt damit, dass sie für dieses harte Leben in Amsterdam gewappnet ist. Je mehr man liest, umso mehr Geheimnisse kommen zum Vorschein. Alle sind betroffen, keiner will es gewesen sein und vor allem hat jeder jeden in der Hand. Sei es aus Liebe, aus Neid, aus Hass oder Missgunst. Die Charaktere sind derart unterschiedlich, dass sich ein buntgemischtes Puzzle ergibt, welches sich am Ende zwar zu einem Ganzen zusammensetzt, aber trotzdem am Ende ein paar kleine Teile fehlten. Mit zarten Tönen wird Nellas Geschichte erzählt. Kein leichter Weg, aber einen, den man beschreiten kann, wenn man genug „Mumm in den Knochen“ hat. Auch wenn ich Anfangs nicht so recht wusste, was genau mich erwartet, hätte ich am Ende gerne noch mehr Seiten gehabt. Dies führt leider zum Punktabzug, denn es bleibt doch noch so einiges offen, vieles ungeklärt. Fazit: Eine feine Geschichte, die zu recht als Bestseller gelobt wird, mich persönlich auch in den Bann zog, jedoch am Ende nicht vollständig zurückgelassen hat

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In der Buchvorstellung hat mich hier die Inhaltsangabe neugierig gemacht dieses Buch unbedingt lesen zu wollen um hinter diese Geheimnisse zu kommen :) Worum geht es? die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung vonseiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur das Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt - und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen - sowie dunkle Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden... Ein Buch das man nicht mehr aus der Hand legen möchte - bis es fertig ist. Ich muss ehrlich sein - das Cover hat mir nicht zugesagt, ausschlaggebend war für mich die Inhaltsangabe und der Titel... Und ich wurde nicht enttäuscht... Die Hauptprotagonistin Nella alias Petronella Brandt sieht in der Heirat mit Johannes Brandt eine Möglichkeit Assendelft zu entkommen. Ihr Vater hat durch sein, wie soll ich es höflich ausdrücken: kostspieliges Leben. Seiner Familie nichts hinterlassen. Eine verarmte "gehobene Gesellschaft" Sie heiratet, schon vor der Hochzeitsnacht muss Johannes abreisen, sie reist dann zu ihrem neuen zu Hause - dort wird sie nicht gerade mit offenen Armen empfangen, dennoch fügt sich Nella! Ihren Ehemann sieht sie selten, eigentlich fast gar nicht - komische Ehe ..... Diese Püppchen die die Familie darstellt - jedes von ihnen birgt ein Geheimnis, auch scheinen sich manche zu verändern - da ist Magie im Spiel! Die Miniaturistin scheint genauestens Bescheid zu wissen - ist da Magie im Spiel? "Alles, was ein Mann sieht, hält er für ein Spielzeug" Aber ich finde auch Nella ist untypisch für die damalige Zeit - ein außergewöhnlicher starker Charakter den Jessie Burton erschaffen hat. Aber nicht nur Nella, sondern auch Johannes, Marin, Otto oder Toot, Cornelia und "Der" geheimnisvolle Miniaturist, sind Charakteren die man schätzen und lieben lernt - sowie so ist jeder einzelne davon Außergewöhnlich für die damalige Zeit, und trotz dem Standesunterschied wie eine Familie. Anfangs mag man nicht jeden Charakter, aber nach und nach bekommt man Verständnis für diejenigen und lernt sie lieben.... Was das Buch auch so spannend macht sind immer wieder die unerwarteten Wendungen - ganz ehrlich immer wenn ich als Leser gedacht hatte - "Ha ich weiß es!" Kam es doch ganz anders und unerwartet... Man fiebert mit - versucht die Geheimnisse zu lüften - es wurde mir einfach nie langweilig. Nella ist eine tolle Frau, auch Johannes - man wird ihn verstehen lernen im Laufe des Buches. Auch Historisch gesehen hat diese Buch einiges zu bieten, man lernt nie aus - und grausam war diese Zeit auch... Ja ich habe auch geheult..... Trotzdem fehlt mir noch etwas, das Ende kann doch nicht so stehen bleiben, gibt es vielleicht noch einen 2.Teil. Irgendwie wäre es interessant zu wissen wie es weitergehen würde. Ich möchte hinter die Geheimnisse der anderen kommen wollen. Auch ist mir unklar was nun wirklich mit der Miniaturistin ist? Die Frau aus dem Epilog - ist sie das? Ich will mehr... Jessie Burton hat einen wirklich tollen Schreibstil - es wird nie langweilig - es bleibt immer spannend und regt die Leser unter anderem auch zum nachdenken an - jedenfalls bei mir! "Die Magie der kleinen Dinge" ist wirklich sehr empfehlenswert!!! Historie Fans kommen hier voll auf ihren Geschmack! Jessie Burton Die Magie der kleinen Dinge Seiten: 480 Gebundenes Buch mit Schutzumschlag Verlag: Limes Preis: 19,99€ ISBN: 978-3-8090-2647-1

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Die Britin Jessie Burton hat mit "die Magie der kleinen Dinge" einen ungewöhnlichen Debütroman geschrieben. Als Theater-Schauspielerin hatte sie wenig Erfolg und besann sich auf ihre Liebe zum Schreiben, eine Leidenschaft aus früher Kindheit. Die Fan-Gemeinde kenntnisreich geschriebener Historien-Romane wird es freuen. Inspiration für ihren Roman war ein antikes Puppenhaus, welches als Exponat im Amsterdamer Rijksmuseum zu bewundern ist. Auch Nella Oortman hat es wirklich gegeben, das von Jessie Burton beschriebene Geschehen haben wir allerdings ihrer Phantasie zu verdanken. Die große Stärke der Autorin ist das atmosphärische Erzählen. Sie schreibt nicht nur über "die Magie der kleinen Dinge", sie erschafft sie auch. Die Handlung des Romans ist überschaubar, das Erzähltempo ist auch eher gemächlich. Man fragt sich unwillkürlich, woran es dann liegt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Die Antwort liegt wohl vor allem im Flair dieses Buches, in der Welt, die Jessie Burton erschafft, bzw. wiederauferstehen lässt. Es ist, als ob all die Porträts, die man aus dieser Zeit kennt, diese ernst und humorlos dreinblickenden Menschen in dunkler Kleidung mit ihren gestärkten weißen Halskrausen und Hauben zum Leben erwachen. Die Autorin nimmt uns mit in eine Welt, so fern der heutigen - grausam und doch verlockend ob der klar aufgestellten Regeln, anziehend und abstoßend zugleich. Von der für sie ungewohnten Stadt ist Nella zunächst überfordert, noch schlimmer aber ist für sie der frostige Empfang in ihrem neuen Zuhause. Ihre Welt ändert sich, als Johannes ihr sein außergewöhnliches Hochzeitsgeschenk präsentiert: ein schrankgroßes Puppenhaus, eine exakte Replik ihres neuen Zuhause. Nella will wenigstens dieses mit Leben füllen und greift auf die Dienste einer Miniaturistin zurück. Die winzigen Kreationen der schwer fassbaren und rätselhaften Künstlerin spiegeln ihre echten Vorbilder in unheimlicher und unerwarteter Weise. Zunächst machen jagen die Geschöpfe der Miniaturistin ihr Angst ein, enthüllen ihre winzigen kleinen Dinge und Puppen doch die ungewöhnlichen Geheimnisse ihrer auf den ersten so frommen neuen Familie. Schon bald jedoch betrachtet sie die Miniaturistin geradezu als Prophetin und fiebert ihren versteckten Hinweisen und Ratschlägen entgegen. Die Frage, ob diese Frau eher der Schlüssel zu ihrer Rettung oder doch die Archtitektin ihrer Zerstörung ist, verdrängt sie zunächst. Es dauert nicht lange und das Unheil bricht über das Kaufmannshaus hinein. Nella jedoch wächst mit den Schwierigkeiten und letztlich ist sie es, die denen, die das Unheil überleben, mit ungewohnter Stärke neue Zuversicht gibt Spannend und sehr interessant ist daneben der Blick auf eine weitere Hauptdarstellerin: die Stadt Amsterdam. Der Roman zeigt Amsterdam auf dem Höhepunkt seiner frühen Blütezeit, die Stadt breitet sich immer weiter aus, "baut immer höher, obwohl durchaus die Möglichkeit besteht, dass alle im Morast versinken". Die Stadt wird beherrscht von einer Melange aus Geld und Scham, man lebt eine Kultur des Widerspruchs. Die Liebe zu glltzerndem Reichtum und das Streben nach Wohlstand kollidieren allüberall mit der Furcht vor Todsünden, gepredigt wird gottesfürchtige Enthaltsamkeit - Bigotterie in Reinkultur. Keiner in dieser Stadt kann sich jemals sicher fühlen, die Fassade der Stadt wird dank gegenseitiger Überwachung aufrechterhalten. Die "in Wasser geschriebenen Regeln" der Stadt und ihrer Bewohner ersticken die Seele der Menschen. Wer heute die großen, so stark multikulturell geprägten Städte Hollands kennt, kommt selten auf den Gedanken, dass die Geschichte der Niederlande sehr lange nicht so bunt und tolerant war wie heute. Und auch heute noch kann man die Strenge bedrückender Religion gerade hinter den Fassaden der ländlichen, sehr calvinistisch geprägten niederländlichen Provinzen finden. Die akribisch recherchierte "Magie der kleinen Dinge" sorgt da durchaus für ein besseres Verständnis des historischen Zusammenhangs. Auch Nellas Ehemann Johannes und seine Schwester Marin verbringen ihr Leben in einem "unsichtbaren Käfig, dessen Gitterstäbe aus tödlicher Heuchelei bestehen", Am Ende werden sie von der Stadt, die vor allem Johannes und seinem kaufmännischen Geschick so viel verdankt, verraten.. Wie es mit Nella und den ihr Anvertrauten weitergeht, bleibt offen. Gewagt für einen Debütroman, aber schlussendlich folgerichtig, Der Leser bleibt in dieser durchgehend im Präsens geschriebenen Geschichte immer auf dem Kenntnisstand von Nella, nie ist er ihr voraus. Und wer weiß - vielleicht gibt es ja ein Wiederlesen?

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Der historische Roman "Die Magie der kleinen Dinge" spielt Mitte des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden, und zwar in Amsterdam. Hierhin hat es die 18-jährige Nella verschlagen, frisch verheiratet mit dem Kaufmann Johannes Brandt. In dem Haushalt lebt noch dessen Schwester Marian und zwei Bedienstete. Bei ihrer Ankunft ist ihr Ehemann nicht da und Nella wird nicht gerade freundlich von Marian empfangen. Ein herzliches Willkommen sieht anders aus. Die Autorin nimmt sich am Anfang Zeit, um den Leser mit den verschiedenen Charaktere vertraut zu machen. Aber auch die beschriebenen Örtlichkeiten vermitteln das Gefühl, sich direkt vor Ort zu befinden. Um Nella an ihr neues Zuhause, ihr neues Leben zu gewöhnen, schenkt ihr Johannes Brandt ein verspätetes Hochzeitsgeschenk. Es ist ein Miniatur-Schrankpuppenhaus, was sehr viel Ähnlichkeit mit dem Kaufmannshaus in der Herrengracht aufweist - Dieses Puppenhaus steht heute im Rijkmuseum Amsterdam - Wenn ich bedenke, wie viele Jahrhunderte inzwischen vergangen sind und dieses einzigartige Teil existiert immer noch. Ein wahrer Schatz und er sowie seine Besitzerin, die ja wirklich gelebt hat, gaben der Autorin die Idee für diesen tollen Roman. Nach und nach will Nella das Puppenhaus mit Figuren beleben und gibt eine Miniatur in Auftrag. Unaufgefordert erhält sie weitere Miniaturpuppen, die sehr viel Ähnlichkeit mit den Menschen im Hause Brandts aufweisen. Als Charakter hat mir die Entwicklung von Nella gut gefallen. Sie mausert sich von einem schüchternen Landmädchen zu einer selbstbewussten Frau. Aber auch alle anderen mitwirkenden Personen entsprechen nicht dem sonst zu erwartenden Klischee, sondern zeigen ihre wahren Gesichter. Was bleibt, sind die Erinnerungen an ein wunderbares Buch, dessen Geschichte einen magisch anzieht. Gerade die geschilderten damaligen Lebensumstände, die Zeit des Handels u. a., der Kaufleute, kommen in diesem historischen Roman sehr gut herüber. Das "Buch historische Romane" schlägt eine neue Seite auf :-) Meine Leseempfehlung für ein richtig gutes Buch "Die Magie der kleinen Dinge"!

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Inhalt: Die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht zum ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung von Seiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur das Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt – und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen – und Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden … Meine Meinung: Die Magie der ruhigen und leisen Geschichten liegt in ihrer Atmosphäre, denn auch wenn man meistens ein wenig länger braucht, um sich in ihnen zu verlieren, schaffen sie dafür meistens eine besonders dichte Stimmung, der man sich kaum entziehen kann. "Die Magie der kleinen Dinge" ist eine dieser Geschichten mit leisen Tönen und ebenfalls eine dieser Geschichten, die ein wenig Zeit brauchen. Aber sie ist auch eine jener Geschichten, die eine ganz besondere und spezielle Atmosphäre aufzubauen wissen. In diesem Fall ist das eine enorm düstere und beklemmende Stimmung, die mich oft bedrückt zurückgelassen hat - was aber in keinem Fall negativ zu verstehen ist. "Die Magie der kleinen Dinge" ist besonders. Magisch. Und bleibt im Verborgenen, sodass ich beim Lesen oft das Gefühl hatte, alles durch einen Nebelschleier zu beobachten. Zwar habe ich einige Kritikpunkte, doch insgesamt ist die Geschichte um Nella definitiv lesenswert und strahlt einfach eine ganz bestimmte Magie aus, in der man sich verlieren kann. "Die Magie der kleinen Dinge" spielt in Amsterdam und ist allein deswegen schon besonders - bisher habe ich mich literarisch noch nie in der Stadt der Grachten aufgehalten und so empfand ich es als sehr schön, die Stadt im 17. Jahrhundert zu erkunden. Gemeinsam mit Nella kommt der Leser erstmals mit Amsterdam in Berührung und ist, ebenso wie Nella selbst, von Eindrücken überwältigt. Da ist einmal Nellas Schwägerin Marin, die anscheinend nicht begeistert von Nellas Ankunft ist, dann die vielen unterschiedlichen Gebräuche und Gedanken und die verschiedenen Menschen, deren Geheimnisse man noch nicht ergründen kann. "Die Magie der kleinen Dinge" ist vor allen Dingen ein Charakterroman und erzählt unter anderem von der Stellung der Frau im Amsterdam des 17. Jahrhundert, sowie von der doppelmoralischen Frömmigkeit, die einige soziale Problematiken mit sich zieht und gerade Nellas Schicksal stark beeinflussen wird. Dem Leser wird recht schnell klar, warum ihr frisch angetrauter Ehemann so desinteressiert an Nella ist und es war interessant zu sehen, wie diese Thematik im 17. Jahrhundert ausgearbeitet wurde. Doch die Geschichte ist nicht nur ein Abbild der Gesellschaft, sondern beherbergt tatsächlich auch selbst ein kleines bisschen Magie. Gerade im Bezug auf die Miniaturistin, um die es noch dazu geht und die Nella Miniaturen ihres Lebens schickt und dabei immer vorhersagen kann, was geschehen wird - wenn auch ganz anders, als Nella es geglaubt hätte. Das Ende ist in diesem Zusammenhang - und auch generell gesehen - sehr abrupt gehalten, sodass man ein wenig aus dieser atmosphärischen Welt fällt. Die Geschichte beginnt sehr langsam, steigert sich dann und endet einfach viel zu schnell, sodass man sich nicht wirklich an die Begebenheiten gewöhnen kann, was ich ein wenig schade fand. Es bleibt einfach alles sehr offen und was so lange Thema war, ist plötzlich nicht mehr so relevant. Dafür sind jedoch die Figurenzeichnungen sehr speziell und faszinierend - gerade die Nebenfiguren, wenn man sie denn überhaupt so nennen kann, wie Marin, Johannes, Cornelia und Agnes sind sehr stark potraitiert und steuern ihren Teil zu der Atmosphäre bei. Auch Nella, die anfangs noch sehr naiv und ruhig wirkte, entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter, jedoch liegt der Fokus hier tatsächlich mehr auf den Nebenfiguren. Fazit: "Die Magie der kleinen Dinge" steckt nicht nur voller Magie, sondern bietet dem Leser auch einen faszinierenden Einblick in die Amsterdamer Gesellschaft des 17. Jahrhunderts. Mit einer dichten, aber auch sehr düsteren Atmosphäre erzählt Jessie Burton eine facettenreiche und tiefgehende Geschichte über Miniaturen, Frauenrollen und Moral, und schafft es dabei mit leisen Tönen zu überzeugen. Der schwierige Einstieg und das abrupte Ende sind dabei leider negativ anzumerken, doch insgesamt verliert man sich so sehr in dieser bunten und zugleich grauen Welt, dass man der Geschichte solcherlei Fehler gerne verzeiht. Wer gerne historische Romane liest und sich in einer magischen, wie düsteren Geschichte verlieren will, in der nicht alles so ist, wie es scheint, sollte einen Blick auf "Die Magie der kleinen Dinge" werfen.

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Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, doch dann habe ich verhältnismäßig lange gebraucht, um damit wirklich “warm zu werden”. Erst nach etwa 150 Seiten hat mich die Story in ihren Bann gezogen und fast ebenso lange habe ich gebraucht, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Dieser ist zwar absolut nicht schlecht, aber stellenweise nicht so flüssig lesbar, wie ich es mir gewünscht hätte. Allerdings passt der Stil auch irgendwie wieder sehr gut zum 17. Jahrhundert, in dem die Geschichte angesiedelt ist. Und Sätze – wie dieser auf Seite 283 – machen das Buch auch wieder zu etwas Besonderem: “Weihnachten schlurft vorbei wie ein armer Verwandter der Freuden, die es einst verheißen hat.” Die Charaktere, die zunächst noch etwas sperrig wirken, entwickeln sich im Lauf der Geschichte – und am Ende blickt man zurück und kann gar nicht verstehen, dass man sie einmal fast unsympathisch fand. Nella ist eine tolle Protagonistin, die glaubwürdig und authentisch wirkt. Ihre Zweifel, Gefühle und Ängste machen sie zu einer lebendigen Figur, mit der man gerne mitfühlt. Zunächst kam es mir so vor, als würde sich die Geschichte viel zu langsam entwickeln. Doch rückblickend versteht man viele Kleinigkeiten besser und ich hatte fast das Gefühl, das Buch direkt noch einmal von vorne lesen zu müssen, um die versteckten Hinweise und Geheimnisse besser zu verstehen. Die zweite Hälfte ist dagegen direkt actionreich und die Story wird zunehmend tragischer und dramatischer. Die titelgebende Magie ist nicht allzu fantastisch und wird größtenteils am Ende gut erklärt. Überhaupt wirkt der Schluss sehr passend, wenn auch für meinen Geschmack noch zu viele lose Enden bleiben, die ich gerne in einer Fortsetzung verknüpft sehen möchte. Das Buch hat mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten sehr gefesselt und bestens unterhalten. Die Personen sind mir im Lauf der Geschichte so ans Herz gewachsen, dass ich gerne wissen möchte, wie es mit ihnen allen weitergeht. Auch nach dem Zuklappen der letzten Seite denkt man noch länger darüber nach – und erst dann versteht man auch das kurze erste Kapitel, das eigentlich einen Teil des Schlusses darstellt. Fazit: Wer bereit ist, sich anfangs etwas zu gedulden, wird mit einer sehr emotionalen, tragisch-schönen Geschichte belohnt.

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