Leserstimmen zu
Die Magie der kleinen Dinge

Jessie Burton

(19)
(23)
(10)
(0)
(0)
€ 9,99 [D] inkl. MwSt. | € 10,30 [A] | CHF 14,50* (* empf. VK-Preis)

"Falls sie Miniaturistin eine sonderbare und beharrliche Lehrerin ist, fühlt Nella sich gerade wie eine störrische Schülerin. Sie begreift nicht, was die Lektionen zu bedeuten haben, und sehnt sich nach nur einem einzigen Stück, das erklärt, was die Miniaturistin von ihr will." (S. 251) Als die junge Nella mit dem reichen Amsterdamer Kaufmann Johannes verheiratet wird, hält sie es für die langersehnte Flucht aus ihrem kleinen, unspektakulärem Heimatdorf. Doch in Amsterdam folgt schnell die Ernüchterung: ihren Ehemann kriegt sie kaum zu Gesicht, seine herrische Schwester, die den Haushalt führt, bringt ihr nur Verachtung entgegen und selbst die Bediensteten sind Nella gegenüber verschlossen und geheimnistuerisch. Als ihr Ehemann ihr da ein wunderschönes Puppenhaus schenkt, welches genau ihr Haus in der Herengracht abbildet, hält sie es erst für sinnlose Zerstreuung. Doch dann schickt ihr der Miniaturist nicht nur winzige Möbel zum Befüllen des Hauses, sondern auch verblüffende genaue Abbilder der Einwohner. Figuren, die Nella langsam deren Geheimnisse enthüllen... Die Magie der kleinen Dinge wird in England bereits seit einiger Zeit hochgelobt, und da mich die Beschreibung sofort angesprochen hat, bin ich aus meinem üblichen Leseschema ausgebrochen und habe zu diesem historischen Roman gegriffen - und habe es keine Sekunde bereut. Denn Jessie Burtons Debüt kann sich wirklich sehen lassen und überzeugt nicht nur mit einer spannenden Geschichte, sondern auch mit wundervoll historischem Flair. Das Buch erzählt die Geschichte der achtzehnjährigen Petronella Oortman, die ihr kleines Heimatdorf verlässt, um in Amsterdam als Ehefrau des reichen Kaufmanns Johannes Brandt zu leben. Doch einmal in Amsterdam angekommen, fühlt sich alles andere als willkommen, denn man begegnet ihr kühl und abweisend, und ihren Ehemann kriegt sie kaum zu Gesicht. Erst das prunktvolle Puppenhaus, welches ihr Johannes schenkt, reißt Nella aus ihrer Trübsal. Denn die Miniaturfiguren, die ihr plötzlich unaufgefordert zugesandt werden und die Einwohner ihres Hauses exakt abbilden, offenbaren verblüffende Geheimnisse, durch die Nella langsam erfährt, was sich eigentlich genau hinter der perfekten Fassade der Familie Brandt abspielt... Ich konnte wirklich sehr mit Nella mitfühlen. Die Ablehnung, die sie durch Johannes strenge Schwester erfährt, die Missachtung durch den eigenen Ehemann und das Gefühl der Isolation, alles wurde sehr gefühlvoll und realistisch beschrieben. Die verschiedenen Charaktere sind der Autorin ebenfalls wunderbar gelungen, allen voran Nella, die im Verlauf der Geschichte eine glaubhafte Entwicklung durchmacht, vom schüchternen Dorfmädchen zur selbstbewussten Frau. Jessie Burton schreibt ihre Geschichte einfach mit einem wunderbaren Detailgrad. So konnte ich mir nicht nur die Amsterdamer Straßen und schicken Häuser, sondern auch die winzigen Töpfe, Polstermöbel und Figuren, die der Miniaturist hier für Nella herstellt, richtig bildlich vorstellen. Das mysteriöse Puppenhaus verströmt dabei einen fast schon magischen Charme. Denn woher weiß der Miniaturist so intime Sachen über die Einwohner des Hauses? Nicht nur die spannende Geschichte hat mich fasziniert, sondern auch die historischen Komponenten, die so korrekt wie möglich dargestellt wurden und durch die ich nebenbei beim Lesen richtig viel über die damalige Zeit gelernt habe. Die Geschichte spielt 1686, eine Zeit, in der Amsterdam seine Blütezeit erlebt hat, weshalb man es heute auch das "Goldene Zeitalter" nennt. Durch das Buch bekommen wir Einblick in den Aufbau der Gesellschaft, welche strengen Ansichten die Amsterdamer zu Sünde und Moral hatten und wie der Alltag oder der Handel ablief. Auch der Charakter von Nella beruht auf historischen Fakten, denn Petronella Oortman hat tatsächlich existiert, sowie auch ihr Puppenhaus, welches man heute im Amsterdamer Rijksmuseum bewundern kann. Lediglich das Ende hat mich ein ganz klein wenig wehmütig zurückgelassen, da die Geschichte recht offen endet und nicht alle Geheimnisse im Detail geklärt werden. Aber an sich ist das auch logisch nachvollziehbar, denn wir erfahren nun einmal nur, was auch Nella weiß. Und so bleibt mir Die Magie der kleinen Dinge als sehr schönes Leseerlebnis in Erinnerung, welches ich gerne jedem weiterempfehle, der eine Schwäche für historisch korrekte Romane hat.

Lesen Sie weiter

Das wundervolle Cover und der interessante Klappentext haben mich zu diesem Buch greifen lassen, über das es bereits viele positive Meinungen zu lesen gab. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an diesen geheimnisvollen historischen Roman. Ich bin gut reingekommen in die Geschichte, was vor allem an dem angenehmen Schreibstil lag. Er ist vielleicht nicht immer leicht zu lesen, dafür sehr poetisch und detailverliebt. Es gibt viele tolle Beschreibungen, nicht nur der Umgebung oder der Charaktere, vor allem auch vieler kleiner Gegenstände, so dass ich mir alles gut vorstellen konnte. Außerdem hatte die Geschichte eine ganz besondere Atmosphäre – geheimnisvoll, mystisch und historisch – ich auf jeden Fall fühlt mich nach Amsterdam ins 17. Jahrhundert versetzt, habe die Herengracht vor Augen gehabt und viel über das damalige Leben lernen dürfen. Es sind viele Themen, die in die Geschichte einfließen und denkt man, es geht ausschließlich um das Geheimnis der Miniaturistin, so wird man enttäuscht sein. Vielmehr geht es um eine sehr eigenwillige Familie, die viele Geheimnisse birgt, die nach und nach ans Tageslicht gelangen - es geht um Rassismus und Emanzipation, um Klassengesellschaften und gleichgeschlechtliche Liebe – nicht alle Themen werden ausgiebig behandelt, manche nur angerissen, manche ausführlicher behandelt. Insgesamt schienen es mir aber zu viele Themen zu sein für ein Buch dieser Dicke, zumal die Geschichte erst in der zweiten Hälfte Fahrt aufnimmt, während man in der ersten Hälfte erst mal die Charaktere genau kennenlernt und in der leider nur sehr wenig passiert. Hat man aber die doch manchmal etwas langatmig geratene erste Hälfte geschafft, überschlagen sich die Ereignisse, und die Geschichte entwickelt eine ganz eigene Sogwirkung. Ich zumindest wollte wissen, wie die verschiedenen Geheimnisse zusammenhängen, habe selber gerätselt und mit der Protagonistin gefiebert. Das Ende konnte mich dann aber leider nicht überzeugen – auch wenn es vielleicht zur Geschichte passt und sie auch schlüssig abschließt, war ich nach Zuschlagen des Buches ein wenig deprimiert und hatte im Kopf immer noch Fragen, die leider nicht beantwortet waren. Toll gelungen sind die Charaktere der Geschichte – es gibt nicht viele Personen, die eine wichtige Rolle für den Verlauf spielen, dafür sind diese aber exzellent gezeichnet. Die Figuren spiegeln nicht nur die Gesellschaft der damaligen Zeit wunderbar wieder, sie sind vor allem facettenreich, tiefgründig und geheimnisvoll. Jeder hat eine eigene Geschichte und Vergangenheit, so dass man sich besser in die Personen hineinversetzen und manche Handlung, die zunächst unverständlich erscheint, dann doch nachvollziehen kann. Mein Fazit Die Idee des Buches ist wirklich toll und in Abschnitten konnte mich das Buch wirklich überzeugen, fesseln und auch begeistern, leider aber braucht die Geschichte lange, um wirklich in Fahrt zu kommen. Toll sind aber der Schreibstil und die Gestaltung der Charaktere, so dass ich – auch wenn mich das Ende etwas deprimiert zurückgelassen hat – insgesamt 3,5/5 Sternen vergebe.

Lesen Sie weiter

Mal wieder ein Buch, wo ich schon vorher sehr hohe Erwartungen hatte. Der Einstieg in die Geschichte ist mir recht gut gelungen, auch wenn ich den Anfang etwas schleppend fand. Man lernt zunächst die Protagonisten kennen und erst dann fängt für mich die Handlung und die Geschichte richtig an. Was mir besonders aufgefallen ist am Anfang, ist die Atmosphäre. Der Autorin ist die Beschreibung der Szenerie sehr gelungen und ich hatte das Gefühl wirklich in Amsterdam Ende des 17. Jahrhunderts zu sein. Diese Atmosphäre zieht sich durch das gesamte Buch und man kann in eine andere Welt beim Lesen eintauchen. Auch die ganzen Protagonisten sind sehr interessante Charaktere. Als Leser fragt man sich die ganze Zeit, warum die Personen sich so verhalten und was sie verbergen. Jede Figur entwickelt sich aber im Laufe der Geschichte, insbesondere die Hauptprotagonistin Nella. Am Anfang konnte ich sie nicht so recht einschätzen, aber ihre Entwicklung hat mich am meisten beeindruckt. Allein schon die Verknüpfung der Personen mit der Atmosphäre machen das Buch zu etwas Besonderem. Die Handlung an sich ist auch interessant und teilweise mysteriös. Allerdings hätte ich mir noch mehr Spannung erhofft. Es gibt immer mal wieder kleine oder größere Wendungen und man hat das Gefühl zwei Handlungen zu verfolgen, die später noch verknüpft werden müssen. Zwar lösen sich zum Ende hin viele Sachen auf, meiner Meinung nach das Wichtigste aber nicht. Es hinterlässt ein leicht unbefriedigendes Gefühl, dass man als Leser am Ende nicht die erhoffte Auflösung erhält. (Ich werde hier nicht verraten was ich meine, denn das würde das Lesevergnügung nur schmälern). Der Schreibstil ist wirklich gut und es werden immer mal wieder holländische Begriffe verwendet, was ich recht authentisch finde. Im Anhang gibt es noch Erklärungen zu den Begriffen und noch andere interessante Fakten zu der damaligen Zeit. Generell fand ich es sehr spannend etwas über die Zeit damals zu erfahren, auch wenn einiges Fiktion ist, aber man bekommt trotzdem einen guten Einblick in das Leben im Jahre 1686/87. Fazit: Tolle Atmosphäre und Charaktere, aber die Handlung hätte noch spannender sein können und das Ende war nicht ganz zufriedenstellend.

Lesen Sie weiter

Meine Meinung: Nicht nur die kleinen Dinge strahlten eine gewisse Magie aus, auch das Buch zog mich magisch an. Obwohl es lange dauerte, bis ich Zugang zur Geschichte fand. Zunächst lernte ich Nella kennen, die 1686 als junge Ehefrau aus ihrem kleinen Heimatdorf nach Amsterdam zieht. Sie ist nun mit dem Handelsmann Johannes Brandt verheiratet und fühlt sich in seinem Haushalt anfangs sehr unwohl. Mit ihr gemeinsam lernte ich die anderen Hausbewohner und später die Bekannten von Johannes kennen. Einige verhalten sich schon etwas merkwürdig und ich war, genau wie Nella, neugierig, weshalb sie das taten. Nella bekam von ihrem Mann ein Puppenhaus geschenkt, das die genaue Nachbildung des eigenen Hauses hatte und nun sollten sich viele Dinge ereignen, die etwas mysteriös waren. Jetzt hatte mich das Buch in seinen Bann gezogen. Ich wollte unbedingt wissen, was noch alles passiert, wie alles zusammenhängt. Die Autorin hat wunderbar fesselnd beschrieben, wie sich das Leben damals abspielte und es auch wunderbar verstanden, die Magie der kleinen Dinge mit der Geschichte zu verknüpfen. Für mich wurde es nun spannend, denn inzwischen kannte ich die "Macken" aller und hatte alle Hausbewohner in mein Leserherz geschlossen. Ganz besonders aber Nella, die sich von dem unbedarften Mädchen in eine bewusste Frau verwandelt hat. Es hat sehr viel Spaß gemacht dies zu beobachten. Das Buchcover zieht einen auch magisch an und nach dem Lesen des Buches kann man es bestens verstehen. Im Umschlag finde ich viele Hinweise, wie begeistert die Presse in England dieses Buch feiert. Meist macht mich das etwas skeptisch, denn oft genug habe ich erlebt, dass Bücher hochgejubelt wurden und dann nicht das versprachen, was sie angeblich halten sollten. Bei den esten Kapiteln hatte ich auch so meine Bedenken, konnte dann aber feststellen, dass dieses Buch doch die Lobpreisungen verdient hat. Schade fand ich da nur, dass es mich nicht gleich zu Beginn in seinen Bann ziehen konnte. Manch ein Leser würde vielleicht schon wieder aufgeben, aber ich kann nur sagen, es lohnt sich durchzuhalten. Fazit: Wer mal ein etwas anderes Buch lesen möchte - Historisch mit Magie verknüpft, dem kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen.

Lesen Sie weiter

Nella ist eine junges, naives 18-jähriges Mädchen, welches aus einer verarmten Adelsfamilie von Lande stammt und alleine nach Amsterdam zieht, um ihren Pflichten als Ehefrau nachzukommen. Eigentlich freut Sie sich auf Ihr neues Leben mit Johannes Brandt, auch wenn Sie noch keinerlei Erfahrung darin hat eine gute Ehefrau zu sein. Leider kommt alles ein bisschen anderes als sich das Nella wohl erhofft hat. Nella's Mann widmet sich ausschließlich seinen Geschäften und scheint nur wenig Interesse an einem Eheleben zu haben. Von ihrer dominanten Schwägerin Marin erfährt sie auch nur ein kaltes, ablehnendes Verhalten. Einzig zu dem Dienstmädchen Cornelia fasst Nella nach und nach ein wenig Vertrauen. Es ist ein freudloses Leben, das Nella nach ihrer Hochzeit in Amsterdam führt. Die einzige Abwechslung bietet ihr das Hochzeitsgeschenk ihres Mannes, eine kleine Ausgabe ihres neuen Heims, welches sie auf seine Kosten und nach ihren Wünschen einrichten darf. Die entsprechenden Lieferungen kommen von einem Miniaturisten, der offenbar bestens mit den Geheimnissen der Familie vertraut ist und Nella nach und nach intime Informationen über ihre neue Familie liefert. Aber woher weiß der Miniaturist so viele Einzelheiten aus dem Leben anderer? Ausspionieren ist die eine Sache, dass könnte man sich noch vorstellen, aber das Besondere ist, die Gegenstände zeigen das was noch kommt. Die Handlung spielt 1686. Die Autorin hat die damalige Gesellschaft sehr schön beschrieben. Wohlhabenden Bürger, gottesfürchtig und immer darauf bedacht, sich streng an die gesellschaftlichen Regeln zu halten. Da möchte man nicht hinter die Fassade schauen, denn jeder trägt ja so sein kleines Geheimnis mit sich herum. Der Roman hat mir ganz gut gefallen und ich hatte ihn auch innerhalb kurzer Zeit gelesen. Nella und Johannes, sowie alle Mitglieder des Haushaltes Brandt, sind, jeder auf seine Art, unheimlich sympathische und sehr charakterstarke Persönlichkeiten. Meiner Meinung nach hätte die Autorin die spannenden Ereignisse ein bisschen mehr verteilen können. Der Anfang schleppt sich dahin und am Ende überschlagen sich die Ereignisse auf einmal. Das war mir ein bisschen zu viel dann. Schade fand ich auch, dass nicht so richtig aufgeklärt wurde, woher der Miniaturist nun die Einzelheiten aus dem Leben anderer so genau kannte. Fazit: Ein guter Roman, mit einem sehr schönen, einfachem Schreibstil. Die dramatischen Ereignisse hätten ein bisschen mehr verteilt sein können. Ich kann diesen Roman allen empfehlen, die Lust haben, sich in eine andere Welt entführen zu lassen.

Lesen Sie weiter

Nach ihrer Hochzeit im Jahre 1686 mit dem Amsterdamer Kaufmann Johannes Brandt kommt die 18-jährige Petronella Oortmann allein in Amsterdam an. Der Empfang von Brandts Schwester Marin ist äußerst unterkühlt und auch ihren Ehemann sieht Nella fast nie. Nachdem Johannes ihr als verspätetes Hochzeitsgeschenk ein Puppenhaus schenkt, findet Nella wenigstens hier ein wenig Trost. Die Einrichtungsgegenstände lässt sie bei einem Miniaturisten anfertigen und ist nach der ersten Lieferung begeistert von dessen detailreichen Arbeiten. Doch dann treffen immer weitere Gegenstände und auch Nachbildungen ihrer neuen Familie für ihr Puppenhaus ein, die Nella nicht bestellt hat. Diese zeigen, was ganz offensichtlich verborgen bleiben soll. Als Nella langsam beginnt, hinter die Fassade der Familie Brand zu schauen, gerät sie in einen Sog aus Geheimnissen und Abgründe, dessen sich nicht mehr entziehen kann. Nella ist eine junge, etwas naive 18-jährige, die aus einer verarmten Adelsfamilie von Lande stammt und das erste Mal in Amsterdam ist. Von der dominanten Marin lässt sie sich einschüchtern, rebelliert nur selten auf und versucht vergeblich, ihrem Mann etwas näher zu kommen. Doch obwohl Johannes äußerst freundlich und umgänglich ihr gegenüber ist, schenkt er ihr kaum Beachtung, widmet sich ausschließlich seinen Geschäften und scheint nur wenig Interesse an einem Eheleben zu haben. Einzig zu Dienstmädchen Cornelia fasst Nella nach und nach ein wenig Vertrauen. Bei ihren regelmäßigen Spaziergängen durch die Stadt fällt Nella bald eine blonde Frau auf, die sie intensiv zu beobachten scheint. Doch jedes Mal, wenn Nella deren Aufmerksamkeit erlangen will, verschwindet die junge Frau spurlos. Jessie Burton beginnt ihren historischen Roman mit einer Beisetzung, wobei der Leser nicht weiß, wer hier zu Grabe getragen wird. Anschließend erlebt man die frostige Begrüßung Nellas im Hause Brandt und verfolgt fortan ihr anfangs ziemlich monotones Leben in der Herengracht. Dieser Teil des bildhaften und atmosphärisch dicht erzählten Romans schildert die Autorin auf eine ruhige, eher zurückhaltende Art, die einen dennoch sofort in seinen Bann zieht. Und als sich dann die Ereignisse regelrecht überschlagen und die Geschichte immer wieder sehr überraschende Wendungen nimmt, kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Neben der einnehmenden Erzählweise der Autorin überzeugen auch die wunderbar herausgearbeiteten Charaktere des Romans. Im Mittelpunkt steht klar Nella, doch auch die restlichen Hausbewohner in der Herengracht kommen beileibe nicht zu kurz und einige überraschen in ihren Handlungen doch wirklich sehr. Die Geschichte entwickelt im Verlauf eine Dramatik, welche man sich in dieser Form anfangs in keiner Weise vorgestellt hätte. Auch das bigotte, puritanische Leben der wohlhabenden Bürger Amsterdams, welche sich streng an die gesellschaftlichen Regeln halten wie auch das Leben selbst in der Handelsstadt beschreibt Jessie Burton überaus farbenfroh, wobei die Stimmung des Buches durchweg recht bedrückend wirkt. Dies ist aber schlicht und einfach dem Verlauf der Geschichte geschuldet. Fazit: Mysteriös und auf sehr ruhige Art dennoch packend und sehr kurzweilig erzählt.

Lesen Sie weiter

"Die Magie der kleinen Dinge" von Autorin Jessie Burton hat mir gut gefallen. Ich wusste dieses Buch jedoch zunächst nicht richtig in ein Genre einzuordnen, da ein Titel mit "Magie" doch irgendwie auf Fantasy hindeutet, der Handlungsort jedoch typisch für einen historischen Roman ist. Rückblickend würde ich sagen, dass es sich hier eindeutig um einen historischen Roman handelt, bei dem sich die Autorin jedoch sehr viel künstlerische Freiheit heraus genommen hat. Versteht man den deutschen Titel als Zitat aus dem Buch, dann hätte es auch eigentlich "Die Kunst der kleinen Dinge" heißen müssen und das wäre als Hinweis auf die handwerkliche Fähigkeit des Miniaturisten vielleicht auch passender gewesen, bevor der Leser zu viel in den Titel hineininterpretiert. Nach dem Lesen von "Die Magie der kleinen Dinge" habe ich auch erst einmal recherchiert was denn hier auf historischen Fakten beruht, denn auch wenn es am Ende des Buches einen Glossar gibt, so hat die Autorin doch darauf verzichtet über ihre Recherchen und die historischen Hintergründe aufzuklären. Auf Tatsachen beruht hier lediglich, dass es eine Frau mit Namen Petronella Oortman gab, die mit einem Händler namens Johannes Brandt verheiratet war und im Besitz eines Schrankpuppenhauses, das sich nun im Reichsmuseum in Amsterdam befindet. Alles andere scheint mit dem Leben der echten Petronella Oortman nichts zu tun zu haben und das heißt für mich im Grunde genommen auch, dass man der Hauptfigur dann besser auch nicht den Namen einer real existierenden Person gegeben hätte. Das reale Schrankpuppenhaus und die Ideen der Autorin rund um dieses kostbare Möbelstück war Inspiration für die Geschichte, aber die Umsetzung ist für mich nicht sonderlich glaubwürdig gelungen. Augenscheinlich hat die Autorin hier auch verschiedene Ereignisse die nach Amsterdam gehören in die Zeitspanne des einen Jahres transferiert, in dem die Handlung von "Die Magie der kleinen Dinge" spielt. Ein echtes Abbild der Epoche kann der Roman daher auch nicht sein, auch wenn verschiedene Einblicke in das Leben einer reichen Kaufmannsfamilie gelungen erscheinen. Aufgebaut wird die Handlung rund um die Geheimnisse der Mitglieder des Haushalts und die Figuren haben mir auch gut gefallen. Einige Geheimnisse sind offensichtlich, andere kommen erst später ans Tageslicht und manches wird auch gar nicht richtig aufgeklärt. Undurchsichtig bis zum Schluss ist für mich die Figur des Miniaturisten und die Rolle dies sie hier in dieser Geschichte spielt und das fand ich auch ein wenig unbefriedigend. Ich habe die Geschichte mit Interesse verfolgt und eigentlich nur darauf gewartet, dass sich hier am Ende aufklärt warum alles so gekommen ist und wie der Miniaturist von allem wissen konnte. Aber leider gibt es diese Aufklärung nicht und das was hier stattdessen als Ende präsentiert wird ist für mich schon eher wieder der Anfang von etwas anderem und mich hätte durchaus interessiert wie es denn in einer solch strengen Gesellschaft weiter erzählt werden könnte. Vielleicht überrascht uns Jessie Burton auch irgendwann mit einer Fortsetzung, aber bis dahin behalte ich "Die Magie der kleinen Dinge" als Geschichte in Erinnerung die mich zwar gut unterhalten hat, aber nicht alle Fragen beantworten konnte. Empfehlen kann ich das Buch zwar an Leser die an historischen Romanen interessiert sind, aber mit den Fakten sollten sie es nicht allzu genau nehmen.

Lesen Sie weiter