Leserstimmen zu
Zeit der Unschuld

Edith Wharton

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Tolles Buch...

Von: EvaMaria

23.08.2018

“Zeit der Unschuld” ist mein erstes Buch der Autorin und ich bin wirklich begeistert. Die Autorin entführt den Leser nach New York und zwar muss hier der Rechtsanwalt Archer eine Entscheidung treffen, in welche Richtung sein Leben gehen wird. Soll er seine Verlobte heiraten, die ihm ein stabiles Leben ermöglicht? Oder soll er doch Ellen heiraten, die sich nicht so anpassen kann oder will. Persönlich fand ich das Buch regelrecht faszinierend. Ich fand es schon sehr amüsant, was mit dieser Dreiecksbeziehung passieren wird. Allerdings fand ich die Darstellung der Menschen bzw. der High Society in New York einfach gelungen. Man hatte das Gefühl, alle sind so angepasst und ja nicht auffallen, dass es schon, wie ein Zwang auf mich gewirkt hat. Ich konnte als Leser auch wirklich sehr gut in die Handlung abtauchen. Die Emotionen in der Geschichte schwankten regelrecht, einmal war alles wunderbar und dann wieder nicht, so war ich als Leser einfach nur mitgerissen. Die Charaktere fand ich wirklich wunderbar ausgebaut. Mir hat es gefallen, wie vielschichtig diese auf mich gewirkt hatten und bei so einigen davon, dachte ich nur, was seid ihr den spießig, weil alles so real auf mich gewirkt hat. Bin absolut verzückt. Die Schreibweise war ein Genuss. Bei manchen Klassiker wird man von der Schreibweise abgeschreckt, weil viele sehr schwierig sind und auch teilweise sehr ermüdend wirken. Hier hingegen war das aus meiner Sicht sowas von absolut nicht der Fall. Das Buch war leicht zu lesen und alles mache einen sehr flüssigen Eindruck. Die Handlung wird von einem auktorialer Erzähler, welcher alles von außerhalb präsentiert. Fand ich aber sehr geschickt gewählt, denn man wäre wahrscheinlich bei diesen Menschen auch eher außerhalb und so wirkte alles sehr real auf mich. Das Cover finde ich recht ansprechend und elegant. Persönlich finde ich es sehr passend zur Handlung. Zur Autorin: Edith Wharton (1862–1937) war ein Kind der Upperclass von New York. Ihre Ehe mit einem deutlich älteren Bankier endete in einer Scheidung. Nach dem Pulitzerpreis für »Zeit der Unschuld« wurde ihr 1923 als erster Frau die Ehrendoktorwürde der Yale University verliehen. Sie war Mitglied der American Academy of Arts and Letters und wurde mehrfach für den Literaturnobelpreis nominiert. Quelle: Verlag Fazit: 5 von 5 Sterne. Tolles Buch. Ein Highlight. Einfach wunderbar. Klare Kauf – und Leseempfehlung. Wird auch nicht meine letzte Geschichte der Autorin sein.

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“Zeit der Unschuld” ist ein alter Roman, den der Manesse Verlag neu auflegte. Die Erstveröffentlichung war 1920. Das ich ihn schon mal irgendwann gelesen hatte, merkte ich bereits im ersten Viertel des Buches. Es tat dem wonnevollen Lesen keinerlei Abbruch, denn: Edith Wharton befleißigte sich eines schönen Schreibstils und verfasste einen niveauvollen Roman, der die New Yorker Upper class um die Jahrhundertwende skizziert. Sowohl die Diplomatie, jemanden aus ihrer Gesellschaft auszuschließen und mit eisiger Höflichkeit zu behandeln als auch die gewinnende Höflichkeit, um sich anzubiedern oder aber seinen Status klar zu zeigen. Klassenunterschiede sollten von Anfang an in der Neuen Welt unerheblich sein – jedoch, ohne Hierarchien können Gesellschaften wohl nicht auskommen. Das zeigt die Geschichte immer wieder und dieses Element baute die Autorin gar wunderbar aus und in ihren Roman ein. Die US-Amerikaner hielten das “good old europe” damals für dekadent und waren doch selbst in der gehobenen Gesellschaft so konservativ wie es nur irgend ging. Genau diesen Punkt hebt Wharton immer wieder hervor während die eigentliche Liebegeschichte – die, die nicht wahr werden darf – ihren Lauf nimmt. Der Schmöker hat Niveau!

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