Leserstimmen zu
Die Kostbarkeiten von Poynton

Henry James

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(1) Die Kostbarkeiten von Poynton, eines der Spätwerke von Henry James, wurde im Manesse Verlag in neuer Übersetzung von Nikolaus Stingl herausgegeben und hat darüber hinaus eine wunderschöne Gestaltung mit farbigem Buchschnitt und Leineneinband erhalten, die allein schon zum Sammeln seiner Werke wunderbar ist. Doch auch der Name Nikolaus Stingl trägt eine Art Gütesiegel unter den deutschen Übersetzern, weshalb ich mich auf eine gute Übersetzung und eine tolle Geschichte von Henry James freute. Ich bin ein großer Fan von Henry James, habe jedoch bisher tatsächlich nur zu seinen frühen Werken gegriffen. Somit war Poynton mein erstes Spätwerk des Autors und ich erkannte schnell, dass es einen ganz anderen Charme hat. Ich bleibe nach wie vor ein Fan der früheren Werke doch was in seinen älteren Büchern ebenso heraussticht, das ist die große Gabe, Gesellschaften und einzelne Personen genauestens zu analysieren und ihre Schwächen auf teilweise sehr satirische aber auch versteckte Art dazustellen. Nichts anderes war auch hier der Fall und man kann einfach nicht anders, als die Passagen nach Hinweisen abzusuchen, das Verhalten der Charaktere zu analysieren und sich darüber zu amüsieren. Besonders spannend fand ich hierbei Fleda. Die wird schnell zu einem Werkzeug von Mrs Gereth, als diese erkennt, dass sie die Schönheit Poyntons genauso schätzt, wie sie selbst: Das Problem ist nämlich, dass ihr Sohn eine Frau heiraten möchte, die die Kostbarkeiten nicht zu schätzen weiß und an die Mrs Gereth diese keinesfalls verlieren möchte. Sie sieht in Fleda somit nicht nur eine potentielle Schwiegertochter sondern auch eine Lösung des Gesamtkonflikts und auch Fleda findet nach und nach Gefallen an Mrs Gereths Sohn Owen. Dennoch versucht Fleda immer wieder, nicht zum Spielball der Witwe zu werden und lehnt sic in ihrem Verhalten häufiger gegen diese auf, was ihr jedoch nicht immer gelingt. Besonders spannend war es auch, ihre Entwicklung nachzuverfolgen und gegen Ende nimmt dieser Punkt immer mehr an Spannung zu. Gemeinsam mit Mrs Gereth und Owen hängt Fleda in einer Art Kommunikationsdreieck und der Großteil des Buches spielt sich auch in Gesprächen dieser drei Parteien ab. Wir haben also einen interessanten Familienkonflikt, der mich sehr fesseln konnte und darüber hinaus sowohl im Konflikt selbst als auch in seiner Lösung sehr unüblich ist. Darüber hinaus fand ich viele Wendungen, die ich erstaunt las, da ich sie so nicht erwartet habe und das Ende des Romans setzt dem ganzen noch eine Krone auf und führt dazu, dass der Leser noch einige Zeit an die Geschichte zurückdenkt. Fazit: Henry James Spätwerk Die Kostbarkeiten von Poynton unterscheidet sich zwar von seinen früheren Werken, die Kunst, Personen und Gesellschaften zu analysieren, ist jedoch erhalten geblieben. Er entführt den Leser in eine Geschichte, mit einem sehr eigenartigen Familienkonflikt und schafft es, mit seiner Charakteranalyse zu fesseln. Besonders hervorgehoben werden, muss außerdem die gute Übersetzung.

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