Leserstimmen zu
Bis ans Ende der Geschichte

Jodi Picoult

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Die Geschichte dieses Buches hat mich viele Wochen begleitet und war mehr als einmal der Grund warum mir in der Straßenbahn oder in der Mittagspause plötzlich Tränen in den Augen standen. Ich nützte jede freie Minute um darin zu lesen, was oft nicht sehr klug war, da mich viele Passagen unglaublich aufwühlten – wütend werden ließen – und ich einige Minuten brauchte um anschließend wieder an die Arbeit zu gehen oder fröhlich mit einer Freundin plaudern konnte. Zitat S. 258: [Seine Freude, mich zu sehen, verblasste, als er mein Gesicht sah – tränenverschmiertes Make-up -, die nackten Füße, die Haare, die sich aus den Nadeln lösten. „Minusia“, rief er. „Was ist passiert?“ Doch ich, die ich mich gern als Schriftstellerin sah, fand kein einziges Wort, um das zu beschreiben, was sich vor meinen Augen ereignet hatte. Und auch nicht für die tief greifenden Veränderungen, als hätte die Erde ein wenig ihre Bahn verlagert, weil sie sich vor der Sonne schämte, sodass wir jetzt lernen mussten, im Dunkeln zu leben. Schluchzend warf ich mich ihm in die Arme. Da hatte ich mich so sehr bemüht, eine kosmopolitische Frau zu sein, und wollte doch, wie sich herausstellte, nur ein kleines Mädchen bleiben. Doch ich war schlagartig erwachsen geworden.] Jodi Picoult hat ein Thema aufgegriffen, dass bereits in vielen Büchern behandelt wird – den Holocaust. Doch sie erzählt in ihrem Buch nicht nur eine Geschichte. Sie erzählt uns die Geschichte von unglaublich vielen Personen und spinnt darin gleichzeitig ein Märchen ein – und das – gelingt ihr auf eine so unglaubliche Weise, dass man nicht mehr davon loskommt. Sie schreibt über Schuld, Hass, Liebe, Freundschaft, Familie und Vergebung und als Leser erlebt man jedes einzelne dieser Gefühle so hautnah, als würde man selbst diese Zeit durchleben. Es würde mir nie zustehen zu sagen, dass ich den Hunger und die Kälte nachempfinden konnte, die von den Juden zu erleiden war, denn diesen Hunger kenne ich nicht und so einer Kälte war ich noch nie ausgesetzt. Jedoch kann ich sagen, dass Sie es immer wieder schaffte, dass ich die Fäuste ballte, und mich gegen den Gedanken wehrte, dass solche Zustände existieren – dass man mit Menschen so umgeht, so achtlos und unmenschlich! Dieses Werk behandelt soviele Themen – am liebsten würde ich mich gleich noch mal in ihm verlieren um auch sicherzugehen nicht etwas wichtiges überlesen zu haben und die schönsten Textstellen nocheinmal erleben zu dürfen ♥ Aufpassen müssen aber diejenigen die eine eingefahrene Meinung haben oder sich recht schnell ein Urteil bilden. Jodi Picoult versucht uns zu zeigen, dass es nicht immer nur eine Sicht der Dinge gibt – dass nicht alles falsch oder richtig ist. Lest es... Es ist ein Diamant von einem Buch!

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Als Erstes muss ich sagen, dass der Klappentext dem Buch nicht ganz gerecht wird. Es geht nicht nur um Beziehung zwischen Sage und JOsef und dieser Dilemma. Das Großteil des Buches beschäftigt sich vor allem mit der Zeit des National Sozialismus. Der Einblich im Leben der Juden während der Deportationen und in den Konzentrationslagern ist verblüffend, fesselend und lebendig. Beim lesen dieses Buches bekommt man ein Einblick auf die Geschichte aus der Sicht verschiedenen Beteiligten (ein typisches Merkmal des Schriebens Jodi Picoults). Die Spannung in diesem Buch lässt dich es nur sehr schwer ablegen, weil man unbedingt wissen muss, was als nächstes passiert. Dieser Roman povoziert das Nachdenken über unser Urteil über was falsch und was richtig ist, ist alles so schwarz und weiß? und wann hat man das Recht zur Gnade und zur Vergeltung? ...sei vorsichting, hier verwischen sich alle klaren Grenzen.

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Jodi Picoult ist hiermit offiziel eine meiner liebsten Autoren. Ihre Romane fesseln mich bis in die letzte Faser meines Körpers. Ich kann ihre Bücher einfach nicht beiseite legen, sondern muss immer weiter lesen. Das ist wie eine Sucht. Ich werde jetzt nach und nach alle Bücher von ihr verschlingen. Sie sind einfach zu gut, um sie nicht zu lesen. In diesem Buch geht es sehr viel um den Holocaust und die Judenverfolgung im 2. Weltkrieg. Ein sehr spannendes und wichtiges Thema. Ich lese diese Bücher sehr gerne, denn sie vermitteln mir einfach ein besseres Wissen, als es der Geschichtsunterricht in der Schule jemals konnte. Ich wusste gar nicht, das es um dieses Thema geht, als ich mir den Klappentest durchlas und danach mit den ersten Seiten des Buches begann. Es geht um Sage die in einer Trauergruppe den alten Josef kennen lernt. Beide freunden sich schnell an und verstehen sich gut. Bis Josef ihr ein Geheimnis offenbart, mit dem sie nie gerechnet hat. Und dadurch wird sich ihr ganzes Leben verändern. Erzählt wird hier aus verschiedenen Perspektiven. Diese wechseln innerhalb des Buches. Dabei wird keinem bestimmten Schema gefolgt, sondern einfach der Situation entsprechend. Ich fand das sehr gut, denn in diesem Buch waren viele verschiedene Blickwinkel und Sichtweisen sehr hilfreich. Die Autorin stellt sich in ihren Bücher immer sehr kritischen Themen. Wichtigen Themen! Und bringt sich dabei in sehr knifflige Situationen. Ich frage mich oft am Anfang ihrer Bücher: Wie willst du da wieder heil raus kommen? Wie willst du es schaffen, das aus so einer schrecklichen Situation ein gutes Ende wird? Mir gefällt es, das sie so schmerzhaft realistisch schreibt und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. Dieses Buch ist absolut zu empfehlen. Eigentlich könnte ich stundenlang über dieses eine Buch sprechen. Aber dabei würde ich auch viel zu viel spoilern. Ich kann es einfach nur jedem ans Herz legen. Diese Geschichte ist gefühlvoll und schmerzhaft. Erschreckend ehrlich. Freundschaft trifft auf Feinde. In diesem Buch steckt so viel Grausamkeit und doch sieht man überall die Knospen der Liebe, die sich nicht unterdrücken lassen. Ich kann euch nur um eine Sache bitten: Lest es!

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Ich möchte diese Rezension gerne etwas anders angehen als üblich, da es das Buch einfach hergibt. WORUM GEHT’S? Also, die Geschichte ist schnell erzählt. Sage Singer ist Bäckerin aus Leidenschaft und aus Scham über ihr Aussehen. Sie kämpft darum, den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten und, als Fahrerin des Unglücksautos fühlt sie sich schuldig. In der Trauergruppe, in der sie versucht ihre Trauer zu bewältigen, trifft sie auf Josef, einen Mann jenseits der 90, zu dem sie schon bald eine freundschaftliche Beziehung aufbaut. Nach einigen Wochen betraut dieser Mann sie mit der Bitte, ihm beim Sterben zu helfen. Zunächst dachte ich an eine ähnliche Geschichte wie „Ein ganzes halbes Jahr“, aber es geht hier nicht darum, ob einem Mensch generell beim Sterben geholfen werden darf, sondern ob diese Bitte jemandem zusteht, der selbst den Tod 100.000er Menschen herbeigeführt und oftmals hinausgezögert hat. Josef, so stellt sich schnell raus, war als SS-Soldat im Konzentrationslager in Auschwitz stationiert. DAS ETHISCHE DILEMMA Die Frage ist also, ob einem Menschen, der so viele Menschen misshandelt und gedemütigt hat, das Recht hat, in Würde zu sterben. Das Buch gibt keine befriedigende Antwort, wie denn auch, es ist nicht wissenschaftlich geprägt, sondern zeigt viel mehr verschiedene Perspektiven und Blickwinkel auf. Ich habe geweint, dicke Tränen. Weniger bei der Perspektive der Opfer als bei der der Täter. Es war nicht traurig, sondern erschreckend bis verstörend. Wie ist die Frage zu beantworten? Da kann wahrscheinlich ein Psychologe mehr zu sagen, ich möchte aber gerne aus aktuellem Anlass die Shoah-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch zitieren, die dank ihrer Musikalität das Vernichtungslager überleben konnte. Bei ihrer Rede in Bundestag zum Gedenken an die Befreiung Auschwitz‘ am 27. Januar 1945 erzählt sie von ihrem Umgang mit Deutschland in ihrem Leben nach 45. Der Satz, der interessiert, ist folgender: „Hass ist ganz einfach ein Gift, und letzten Endes vergiftet man sich selbst.“ (Quelle: NRZ.de) Ich finde diesen Satz ganz besonders wichtig, denn er zeigt das Dilemma auf, in dem sich auch heute noch viele Menschen befinden. Auch wenn Hass gegenüber dem Mörder des eigenen Kindes menschlich absolut verständlich wäre, so wird er einen irgendwann auffressen und im schlimmsten Fall zur Vergeltung führen. Vergebung ist gut. Aber wer kann vergeben und wem kann vergeben werden? Kann eine Überlebende ganz Nazi-Deutschland vergeben, oder nur denjenigen, mit denen sie persönlich zu tun hatte? Und kann der Enkel eines Überlebenden dem SS-Offizier verzeihen, der seinen Großvater erschossen oder in eine Gaskammer geschickt hat? Hier greift das Buch das Vater Unser auf „Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Das Possessivpronomen „unseren“ ist von elementarer Bedeutung. Wir können nur denjenigen vergeben, die sich uns gegenüber schuldig gemacht haben. Wir können nicht demjenigen vergeben, der unsere Mutter getötet hat. Das ist mit ein Grund, weshalb Mord im Judentum unverzeihlich ist. MEINE MEINUNG Zurück zum Buch. Über die Charaktere möchte ich gar nicht sprechen, damit würde ich viel vorwegnehmen, lieber erwähne ich den Schreibstil der Autorin. Es war mein erstes Buch von Jodi Picoult und als ich es zum ersten Mal in der Hand hielt, dachte ich: Das bekommst du in einem Monat nicht durch, weil es lange her war, dass ich ein Buch mit fast 600 Seiten gelesen hatte. Aber die Eindringlichkeit, Wortgewalt und Poesie mit der Picoult spielt und schreibt, macht das Buch zu einem echten Page-Turner. Besonders gut gefallen hat mir die Abtrennung zwischen den verschieden Erzählern durch die Schriftart. Das brachte Struktur in das ganze Buch und hat mit dazu geführt, dass man sich in alle Charaktere gut, manchmal zu gut, hineinversetzen konnte. Ich gebe dem Buch auf jeden Fall die volle Punktzahl, in allen Kategorien, die ich zu bieten habe. Es ist definitiv jetzt schon eins meiner Highlight-Bücher für 2018 und ich kann es nur jedem als Lektüre empfehlen. FAZIT Handlung: 5/5 Charaktere: 5/5 Spannung: 5/5 Schreibstil: ∞/5

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Hat mich nachhaltig beschäftigt: BIS ANS ENDE DER GESCHICHTE - Jodi Picoult ——————————————— Weder der Klappentext noch der seichte Anfang lässt erahnen mit welcher Wucht dieser Roman später „zuschlägt“. Er handelt vom dritten Reich und dem Holocaust und erzählt die Geschichten zweier (fiktiver) Zeitzeugen: Eines deutschen SS-Offiziers und einer Auschwitz Überlebenden. Doch dieser Roman verdeutlicht nicht nur Gut und Böse- Schwarz und Weiß - sondern nimmt auch auf all das Bezug, dass dazwischen liegt: Alle Schattierungen von Grau! Und es wirft Fragen auf, die einen nachhaltig beschäftigen: Was macht uns zu einem guten/bösen Menschen? Wie konnte aus „normalen“ Menschen brutale Bestien werden, deren Gräueltaten bar jeder Vorstellungskraft liegen? Ab wann hat man sich jegliches Recht auf Vergebung verspielt? Es geht um Schuld und Sühne, Vergeltung und Vergebung und liest sich wie ein grausames Märchen, dass am Ende doch leider wieder auf tatsächlich statt gefundener Weltgeschichte beruht. Extrem aufwühlend und beschämend und gerade deshalb sehr lesenswert. Lediglich die um den Erzählkern gesponnene Liebesgeschichte, hätte für mich in diesem Buch nicht sein müssen.

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Das Buch ist keine leichte Lektüre, die man mal so nebenbei oder in den Ferien lesen konnte. Es ist ein komplexes Buch, in das man erst einmal hineinkommen muss. Schon zu Anfang merkt man, dass Sage Singer zurückgezogen lebt und in Selbstmitleid badet. Sie traut sich jeglichen Kontakt zu Menschen nicht zu und nur ihre Chefin und der neunzigjährige Josef dringen zu ihr vor. Beim weiteren Verlauf des Buches war ich sprachlos. Ich hatte nie viel Interesse an dem Holocaust oder generell dem zweiten Weltkrieg, da ich dieses Thema ewig lange in der Schule hatte und eigentlich nur verdrängen wollte. Aber der Aufgriff dieses Themas hat Frau Picoult so ergreifend und emotional beschrieben, dass ich an einigen Stellen einfach schockiert war. In dem Buch geht es vor allem um Schuld und Vergebung, was ich unglaublich umgesetzt fand! Während man anfangs, den aus der Selbsthilfegruppe kennengelernten, Josef als liebevollen Opa mit Hund in sein Herz schloss, steht man später immer mehr im Konflikt zu ihm, da er all seine Grausamen Taten als KZ-Aufseher aufdeckt. Sage ist schockiert, als sie erfährt, dass auch ihre Familie mit drinsteckt und ihre Großmutter eine Überlebende war. Josef vermutet, dass sein langes Leben darauf beruht, dass es Gottes Rache ist, ihn Reue verspüren zu lassen. Deshalb bittet er Sage, dass sie ihm aktiv beim Sterben hilft, damit die Enkel einer seine Insassinnen ihm seine Schuld abnimmt. Während des gesamten Romans steht man im ständigen Konflikt zwischen Liebe und Hass und Vergebung und Schuld. Sehr gerührt hat mich die Perspektive von Minka, Sages Großmutter. Ihre fiktive Geschichte, mit der sie das Erlebte verarbeitete, war total mitreißend, realistisch und erschreckend. Es ist unglaublich wie sehr sie mich in ihren Bann gezogen hat. Alles in Allem war ich (ein weiteres Mal) von Frau Picoults Schreibkünsten fasziniert und dieses Buch enthält definitiv die berührendste Geschichte von allen Literaturen, die ich bisher von ihr gelesen habe!

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Sage Singer ist eine junge, leidenschaftliche Bäckerin. Als sie den allseits beliebten pensionierten Lehrer Josef Weber kennenlernt, entwickelt sich trotz des großen Altersunterschieds eine enge Freundschaft zwischen ihnen. Doch als Josef ihr eines Tages ein lange vergrabenes, schreckliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem Dilemma. Denn wo verläuft die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade? Zunächst muss ich zugeben, dass es mir sehr schwer fällt, diese Rezension hier zu verfassen, ohne zu spoilern. Wie man sieht, lässt sich dem Klappentext noch nicht entnehmen, welches Geheimnis Josef Weber Sage verrät. Doch ebendieses Geheimnis ist eigentlich Gegenstand des gesamten Buchs – es geht um nichts anderes. Allerdings werde ich im Folgenden versuchen, dieses Geheimnis nicht zu nennen, sondern lediglich zu umschreiben. Der Einstieg in das Buch fiel mir etwas schwer, da die Handlung zunächst etwas zu stagnieren scheint. Sage Singer berichtet von ihrem Alltag und freundet sich langsam mit Josef Weber an, wobei mir beide Charaktere etwas suspekt waren. Im Nachhinein ist ihr Verhalten aber plausibel. Erst als Josef Weber sein Geheimnis offenbart, kommt die erzählte Geschichte richtig ins Rollen. Betrachtet werden im Laufe des Buchs zwei Zeitstränge: einer aus der Gegenwart und einer zur Zeit des Nationalsozialismus. Diese Zeitstränge werden dem Leser durch vier verschiedene Erzählperspektiven dargelegt: Sage Singers und Leo Steins – außer, dass er ein wichtiger Nebencharakter ist, lässt sich nichts sagen, ohne zu spoilern – in der Gegenwart und Josef Webers sowie Minkas – Sages Großmutter – in der Vergangenheit. Zusätzlich werden stückweise Passagen aus der Geschichte, an der Minka zur NS-Zeit geschrieben hat, eingeschoben, die zwar mit der Handlung an sich nichts zu tun haben, mir aber geholfen haben, das komplexe Thema rund um Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade besser fassen zu können. Insgesamt konnte ich mit jeder der wichtigen Figuren mehr oder weniger sympathisieren, selbst mit Josef Weber, mit dem man zweifellos nicht sympathisieren sollte. Aber genau dies zeigt, wie Herz und Verstand in einer solchen moralischen Debatte gegeneinander ankämpfen. Mit Abstand konnten mich aber die Erzählungen von Minka packen und zugleich auch schocken. Mit brutaler Ehrlichkeit wird hier dargestellt, wie es damals zur NS-Zeit zugegangen ist, so dass es mich zu Tränen gerührt und nachts nicht schlafen lassen hat. Alles in allem wird in „Bis ans Ende der Geschichte“ damit etwas so Wichtiges angesprochen, weshalb man allein deshalb nicht die Augen vor diesem Buch verschließen sollte. Die Frage nach Gerechtigkeit und Vergebung lässt mich persönlich immer noch nicht los, obwohl ich das Buch bereits beendet habe. Der Roman regt zum Nachdenken über Themen an, die viel öfter in Büchern zum Ausdruck kommen sollten. Neben diesem lehrreichen Aspekt wird aber natürlich die Geschichte an sich nicht außen vor gelassen. Es bleibt spannend mit einigen Plot-twists bis zum Ende. Bezüglich des Schreibstils von Jodi Picoult kann ich persönlich sagen, dass dieser dem aus „Kleine große Schritte“ von ihr sehr ähnelt. Wieder wendet die Autorin einen sehr ausdrucksstarken Wortschatz an, schafft es aber ebenso, große Emotionen mit wenig Worten im Leser hervorzurufen. Zusammengefasst merkt man bestimmt, dass ich absolut nichts Negatives anzumerken habe und definitiv begeistert von „Bis ans Ende der Geschichte“ bin. Es handelt sich hierbei um einen unglaublich tiefgründigen, berührenden, emotionalen und packenden Roman, den jeder in seinem Leben mal gelesen haben sollte.

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Zum Cover: Das Cover wurde sehr schlicht, aber sehr schön gestaltet. Die weiß-blaue Farbe und die beiden Vögeln wirken sehr friedlich und dementsprechend könnte man von einer schönen Geschichte ausgehen. Aber es ist ein wenig irreführend, denn die Geschichte, die einen erwartet, ist wirklich heftig. Zum Inhalt: Auf ersten Blick wirkt dieser Roman nicht als ein Meisterwerk, der den Leser am Ende sprachlos lässt. Sage hat schon viel in ihrem Leben mitmachen müssen und wird durch Josef Webers Geständnis auch mit der eigenen Familiengeschichte konfrontiert. Sie wird in ein moralisches Dilemma katapultiert, welches ihre eigenen Probleme in den Hintergrund schiebt. Die Autorin setzt sich in diesem Roman nicht nur mit Sage und ihrer Familie auseinander, sondern auch mit dem schlimmsten Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges - dem Holocaust, dem Genozid. Zum Schreibstil: In diesem Roman gibt es zwei Zeitstränge und vier Perspektiven - Sage, ihre Großmutter Minka, Josef Weber und Leo Stein. Zudem gibt es noch die Kapitel, die aus dem selbst geschriebenen Märchen von Minka stammen. Am Ende der Geschichte fügt sich dann alles zusammen und bildet ein Gesamtwerk. Die Perspekitven sind durch verschiedene Schreibarten und Schreibstile gut übersichtlich. Auch die vorhanden Absätze, Dialoge und die kurzen Sätze ermöglichen einen guten Leseverlauf. Dieser Roman zeigt auch, dass sehr viel Recherche voraussetzt, denn die Passagen über den Holocaust sind derart detailliert und gleichzeitig glaubwürdig geschildert. Außerdem ist es Jodi Picoult gelungen eine gefühlsvolle und emotionale Geschichte zu schreiben. Mein Fazit: "Bis ans Ende der Geschichte" war mein erstes Buch von Jodi Picoult und ich muss sagen, dass dieser Roman meine Erwartungen absolut übertroffen hat. Jodi Picoult hat mit diesem Roman eine unglaublich bewegende und warmherzige Geschichte geschrieben, die einen als Leser beeindruckt und bewegt. Dieser Roman, der ganz still und leise in einer dörflichen Idylle beginnt, entwickelt sich zu einem grandios ausgearbeiteten Roman. Jodi Picoult verbindet auf wunderbare Weise einen spannenden und flüssigen Schreibstil mit tiefgehenden Themen, die einen beim Lesen sehr bewegen. Dementsprechend gebe ich diesem schönen, sensiblen und fesselnden Roman 5 von 5 Sternen.

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