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Leserstimmen (81)

Jodi Picoult: Bis ans Ende der Geschichte

Bis ans Ende der Geschichte Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-570-10217-6

Erschienen: 31.08.2015
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Kundenrezensionen

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Ein Buch, das bewegt und noch lange nachhallt.

Von: -Leselust- Datum : 13.10.2016

leselustbuecher.blogspot.de

Was mir bei den Picoult Büchern eigentlich immer besonders gut gefällt sind die interessanten Themen, die solide Recherche und die Perspektivwechsel. Oft behandelt Picoult schwierige, moralische Themen und sie macht es dem Leser nie leicht, ein Urteil zu fällen, weil man auch in die Gedanken- und Gefühlswelt der vermeintlich "Bösen" eintauchen kann und anfängt, ihre Motive zu verstehen.

-Vorsicht, Spoiler-
Auch in diesem Buch gab es wieder ein schwieriges Thema, das sehr gut recherchiert wurde. Das hat mir gut gefallen. Durch den großartigen Schreibstil der Autorin, wird man auch direkt ins Geschehen gesogen und bekommt Ereignisse aus der NS-Zeit sowohl aus Sicht der Täter, als auch der Opfer geschildert. Allerdings gingen mir die Geschehnisse teilweise so nahe, das ich immer wieder pausieren musste. Also bei "Bis ans Ende der Geschichte" sollte man definitiv Taschentücher bereit legen und sich bewusst sein, auf was man sich einlässt.

Auch die Perspektivwechsel haben mir am Anfang sehr gut gefallen. Erst lernen wir die zurückgezogen lebende Sage kennen, die Jüdin der heutigen Generation. Auf der anderen Seite Josef, den ehemaligen SS-Mann. Ich fand es unglaublich spannend, seine Geschichte zu erfahren, da es einen anderen Blickwinkel auf die Geschichte bot. Ich fand es interessant zu verfolgen, wie aus einem ganz normalen Jungen so ein Monster werden kann.

Ein bisschen gestört hat mich allerdings der Mittelteil des Buches, da mir dort die Perspektivwechsel fehlen.
Der Mittelteil, der gut ein Drittel des Buches ausmacht, ist komplett von Sages Großmutter Minka erzählt und handelt von ihrer Vergangenheit erst im Ghetto, dann im KZ Auschwitz.
Und als ich mich erstmal darauf eingelassen habe, konnte ich auch anerkennen, das es sehr gut geschrieben war. Das war der Teil des Buches, der mir so nahe ging, das ich Pausen vom Lesen brauchte.
Aber ich fand den Teil zu lang, für die Schilderung nur einer Person. Wo sind die Schilderungen aus Josefs Blickwinkel? Wo die Gedanken von Sage dazu?
Außerdem muss ich sagen, dass ich von Klappentext her etwas anderes erwartet habe. Und zwar das, was ich am Anfang und am Ende auch bekommen habe: die Aufarbeitung und die Beschäftigung mit dem Thema in der heutigen Zeit, die Frage nach Schuld und Vergebung, nach Rache, nach Erinnern und Vergessen.
Klar kommt man da um die Schilderungen der Vergangenheit nicht herum. Aber das hätte ja auch in kürzeren Abschnitten geschehen können. Aber vielleicht wäre das Minks Geschichte nicht gerecht geworden. Und wie gesagt, wenn man sich erstmal darauf eingelassen hat, ist es auch wirklich bewegend. Aber vielleicht hätte man die ganze Geschichte dann auch anders "vermarkten" sollen. Also auch diesen Schwerpunkt nennen.

Fazit:
Trotz der kleinen Kritikpunkte ist "Bis ans Ende der Geschichte" insgesamt ein wirklich bewegendes Buch, das viele Denkanstöße liefert und die Beschäftigung mit den schwierigen Themen Schuld, Vergebung, Gnade und Rache anregt.
Ich finde es unglaublich wichtig, sich mit der NS-Zeit zu beschäftigen und es nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, was damals passiert ist.
Dieses Buch bietet auf jeden Fall spannende Einblicke sowohl auf jüdischer Seite, als auch auf Seiten der Nazis. Und Picoult zeigt auch auf, wie schwierig der Umgang mit dem Thema heute noch ist. Wie Überlebende immer noch stark unter der Vergangenheit leiden. Wie Traumata an die nächste Generation sozusagen "vererbt" werden können. Wie schwierig die Verfolgung der Täter ist. Und wie schwierig die moralischen Fragen zu beantworten sind.

Dieses Buch kann einem so nahe gehen, dass man immer wieder Pausen machen muss. Es sind auch viele bedeutungsvolle Sätze in diesem Buch, über die man erstmal in Ruhe nachdenken muss.

Erschütternd, brutal, anders - ein großartiger Roman!

Von: Mathematiqua Datum : 07.08.2016

www.mathematiqua.com/lesemonat

Sage Singer ist eine junge Bäckerin, die ihre Mutter bei einem von ihr verursachten Autounfall verlor, weswegen sie eine Trauergruppe besucht, wo sie den 90-jährigen Josef kennenlernt, mit dem sie sich schnell anfreundet. Eines Tages offenbart dieser ihr ein Geheimnis, er war Mitglied der SS und Offizier in Auschwitz. Daraufhin bittet er sie um Vergebung und Sterbehilfe. Sage weiß nicht, wie sie reagieren soll. Sie selbst ist Jüdin und ihre Großmutter war in Auschwitz Gefangene. Kann man so etwas vergeben? Darf man das vergeben? Oder sollte sie nicht viel mehr dafür sorgen, dass er für seine Taten zur Rechenschaft gezogen wird?

Jodi Picoult ist bekannt für ihre emotional ergreifenden Romane über schwer erschütternde Themen, und auch hier hat sie wieder ein dunkles Thema der Geschichte in die Hand genommen, um es in lebendige Bilder und tiefe Gefühle zu verpacken. Die Geschichte ist eigentlich aus zwei Perspektiven erzählt, einmal erlebt man die Geschichte von Sage, die in der heutigen Zeit stattfindet, und einmal die Geschichte ihrer Großmutter, die eine Art Rückblick ist.

Dabei bringt sie starke Charaktere ins Spiel, mit denen man schnell mitgehen kann und in die man sich sehr gut hineinversetzt. Es gibt auch eine kleine Parallelgeschichte, eine Art Mythos über einen Vampir, man sollte hier aber nun kein Fantasybuch erwarten, da das nur einzelne Kapitel sind und mehr eine metaphorische Bedeutung für den Holocaust hat. Diese Kapitel fand ich persönlich am schönsten, weil sie ausgesprochen poetisch und irgendwie vollkommen anders sind.

Einen Stern Abzug gebe ich dafür, dass ich das Gefühl habe, dass die Zweiteilung nicht überall ganz geglückt ist, vielleicht wäre es hier besser gewesen, sich lediglich auf die Geschichte der Großmutter zu konzentrieren und überhaupt keinen Bezug zu heute aufzubauen, da dieser (zumindest nachdem man erfahren hat, was damals im KZ passiert ist) irgendwie unpassend und zu lapidar wirkt.

Nichtsdestotrotz ist "Bis ans Ende der Geschichte" ein großartiger Roman, den man unbedingt lesen sollte und über den man auch noch lange, nachdem man die Buchdeckel geschlossen hat, nachdenken wird.

Unbedingt lesen!

Von: wassollichlesen Datum : 03.07.2016

www.wassollichlesen.blogspot.de

Das Zitat der Booklist auf dem Buchrücken beschreibt das Buch sehr gut:
"Ein eindringlicher, fesselnder, in manchen Passagen herzzereissender Roman, in dem Jodi Piccoult eine neue Sicht auf ein dunkles Kapitel der Geschichte eröffnet."
Genau wie "Beim Leben meiner Schwester" ist die Geschichte aus der Sicht mehrerer Personen geschrieben und spielt in verschiedenen Jahrzehnten. Dies mag ich an den Büchern von Jodi Picoult sehr gerne. Und genau wie "Beim Leben meiner Schwester" fühlt sich mein Herz manchmal so an, als würde es zerreissen.
Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, aber meiner Meinung nach müsste besonders in der heutigen Zeit, jeder dieses Buch lesen. Jodi Picoult beschreibt Grausamkeiten, bei denen man nicht glauben kann, dass sie wirklich passiert sind und man hofft so sehr, dass es sich nie wieder wiederholt.
Auch wenn man noch so viele Bücher über die Zeit des Nazi-Regimes gelesen hat, lohnt sich dieses dennoch. Es ist anders als alle Bücher, die ich bisher im Bezug auf die Thematik gelesen habe.
Auch wenn ich erst 50 Seiten gebraucht habe, um in die Geschichte reinzukommen, konnte ich es danach gar nicht mehr aus den Händen legen. Und wie es für Jodi Picoult typisch ist, gibt es am Ende auch noch eine Überraschung.

Fazit:

Unbedingt lesen!

Schuld und Sühne leicht verpackt *** Vorsicht Spoiler ***

Von: Detlef M. Plaisier Datum : 22.03.2016

lesekabinettleipzig.com

Schuld und Sühne sind verlässlich wiederkehrende Motive der Literatur. Jodi Picoult nimmt sich dieses Themas anhand zweier sehr unterschiedlicher Menschen an. Beide tragen eine tatsächliche Schuld mit sich herum, die jedoch gefühlt viel größer ist. Beide wünschen sich Vergebung und Erlösung, doch wer soll ihnen vergeben, wenn die, die es könnten, tot sind?

Die Außenseiterin und der alte Mann
Sage Singer ist eine junge Frau, die ihre Leidenschaft im Backen gefunden hat. Brötchen, Striezel, Brote, Kuchen, sie mischt Teige, backt und verziert. Sie arbeitet nachts, damit am Morgen jeder frisches Gebäck kaufen kann – und damit sie den Menschen aus dem Weg gehen kann. Denn sie trägt eine Narbe von einem Autounfall, die niemand sehen soll, von der niemand wissen soll; zu sehr schmerzt die Erinnerung an dieses Ereignis. Eines Abends kommt der pensionierte Deutschlehrer Josef Weber in die Bäckerei. Zwischen Sage und Josef entsteht sofort eine tiefe Freundschaft. Beide verbindet eine Schuld, die niemals gesühnt wurde.

Als Josef Sage sein schreckliches, lange verborgenes Geheimnis offenbart und Sage gleichzeitig bittet, ihm beim Sterben zu helfen, stürzt diese in einen tiefen Gewissenskonflikt. Josef, der in Nazi-Deutschland viele Menschen getötet hat, möchte endlich von seinen Qualen erlöst werden. Aber darf und kann Sage überhaupt entscheiden, ob ihm diese Erlösung zu teil werden kann? Anhand ihres inneren Konfliktes beginnt Sage schließlich, auch für sich zu begreifen, dass Schuld und Strafe nicht immer absolut sein müssen.

Das ewige Thema Nazi-Deutschland
Für viele amerikanische Autoren sind die Nationalsozialisten ein faszinierender Stoff für immer wieder neue Geschichten. Es ist das große Verdienst von Jodi Picoult, in ihrem Buch differenzierter zu agieren als viele andere amerikanische Autoren. Ihre Protagonisten sind nicht nur gut oder nur böse, sie offenbaren zwei Seiten und werden durch ihr soziales Umfeld geformt. Durch die Schilderung der Situationen aus dem Blickwinkel von Tätern, Opfern und weiteren Beteiligten lässt Picoult ein Bild entstehen, das viel tiefer greift als der „übliche Nazi-Roman“. Die Integration einer Geschichte in der Geschichte hilft viel mehr als jede Beschreibung zu begreifen, wie sehr Gut und Böse in jedem von uns wohnen.

Mein Fazit
Die unterschiedlichen Handlungsstränge führen zu spannender Unterhaltung, werden doch die Verflechtungen der Schicksale damit erst nach und nach sichtbar. Dennoch ist das Gesamtkonstrukt zu berechenbar, doch etwas zu sehr typisch amerikanischer Roman mit Happy End und Liebesgeschichte. „Bis ans Ende der Geschichte“ ist damit ein netter, leicht zu lesender Roman, der sich mit seiner differenzierten Betrachtungsweise der Charaktere wohltuend abhebt.

Rezensent Harry Pfliegl ist Autor im Netzwerk von [Der Mann für den Text] Detlef M. Plaisier Leipzig

Das Buch mit dem WOW-Effekt

Von: Cleos Bücherblog [www.ichlesehaltgern.com] Datum : 06.02.2016

www.ichlesehaltgern.com

5 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
ich hab noch nie ein Buch von Jodi Picoult gelesen, klingt spannend, aber worum geht’s eigentlich genau?, der Anfang ist schon mal herrlich, und so geht’s dann auch weiter…

Das sagt der Verlag zum Buch:
Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

Meine bescheidene Meinung:
WOW! Ich bin immer noch total begeistert, umgehauen, schockiert und beeindruckt, obwohl es jetzt schon ein bisserl her ist, dass ich das Buch gelesen habe. Ich muss auch ganz ehrlich gestehen, dass es mir nicht wirklich leicht fällt, eine Rezension zu schreiben, da ich sonst doch recht viel von der Handlung erzählen würde und das fände ich sehr schade. Ich war ohnehin schon überrascht, dass im Klappentext nichts erwähnt wurde; das werde ich sicher nicht kaputt machen – hier wird nicht gespoilert!

Bis ans Ende der Geschichte besteht aus 3 Geschichten, die nach und nach wie kleine Zahnräder ineinander greifen: da wäre zum einen die Geschichte um Sage in der Gegenwart, die versucht, mit dem Tod der Mutter umzugehen, in dem sie beispielsweise eine Affäre mit dem verheirateten Bestatter beginnt. Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Minka, Sages Großmutter väterlicherseits, die damals noch in Łódź in Polen lebte und erst später über Schweden in die Vereinigten Staaten kam. Und zu guter Letzt wäre da noch das Geschehen um Ania, die Protagonistin von Minkas fantastischer Geschichte.

Wie gesagt, dies alles mag ob der Tatsache, dass man nicht genau weiß, worum es geht, etwas wirr erscheinen, aber ich kann wirklich sagen, dass mich die kompletten 560 Seiten restlos überzeugen konnten. Es war einfach von allem, was in meinen Augen eine richtig gute Geschichte ausmacht, etwas dabei: Liebe, (Herz-) Schmerz, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Trauer, Hoffnung, Verzweiflung, Wut, Rache, tolle Charaktere, die nicht unfehlbar sind und mit denen man sich identifizieren kann und nicht zuletzt eben ein toller Plot, der einen fesselt und einen auch mal eine halbe Nacht wach halten kann.

Auch wenn meine Rezension hiermit ein bisschen kürzer ausfällt als sonst, gibt es von mir hierzu nichts mehr zu sagen, außer dem ausdrücklichen Rat: UN-BE-DINGT LESEN! Ihr werdet es nicht bereuen!

Perfekt!

Von: My_lovely_books13 Datum : 20.12.2015

buchlover13.blogspot.de/?m=1

~sσεтωαs ηεηηε ιcн вυcн~
Ich habe geweint, gelacht, war wütend und glücklich.
Aber beginnen wir von vorne :D
Die Geschichte beinhaltet mehrere Perspektiven, bzw. Geschichten, die für die Hauptstory von großer Bedeutung sind. Das hört sich vielleicht ein bisschen verwirrend an, ist es aber nicht.��
Mich persönlich hat die Geschichte von Minka am meisten berührt und wer es gelesen hat kann mir da auch sicherlich zustimmen. Es war alles vollkommen aufschlussreich und vorallem wurde man nachdenklich. Man hat sehr viel geschichtliches auch erfahren, ich möchte aber nicht zu viel verraten��
Ich kann es auf jeden Fall jedem ans Herz legen. Jodi Picoult hat -wieder einmal- bewiesen, was für eine Meisterin im Schreiben sie ist. 

Sehr berührend und auch schockierend

Von: lenisvea Datum : 06.12.2015

lenisvea.blogspot.de

Zum Inhalt:

Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade.

Meine Meinung:
Ich muss sagen, dass mir diese Rezension nicht ganz leicht fällt, ich bin noch voll von Eindrücken von diesem besonderen Buch.

Vom Klappentext ausgehend war ich nicht auf dieses harte Thema eingestellt. Das Lebensgeheimnis von Josef Weber war doch wesentlich erschreckender als von mir vorher vermutet. Ausserdem spielt Sages Grossmutter Minka später auch noch eine große Rolle.

Zuerst einmal lernt man Sage Singer und ihre persönliche Geschichte kennen, dann nähern sie und Josef Weber sich langsam an, dann fällt so langsam die Lebensbeichte an und man wird mitgenommen in eine ganz schreckliche Zeit vor über 60 Jahren.

Die Bücher von Jodi Picoult sind ja immer etwas tiefgründiger, aber dieses hatte es schon sehr in sich. Es kam mir aber sehr gut recherchiert vor, ich habe noch etwas Geschichtsunterricht bekommen.

Es war nicht so flüssig zu lesen, da man Einiges zu verarbeiten hatte, aber dennoch war es ein absolutes Leseerlebnis.

Alles in allem kann ich dieses berührende, aber teilweise auch schonungsloses Buch nur weiter empfehlen, von mir hat das Buch 4,5 Sterne bekommen. Ich werde es nicht so schnell vergessen.


Aufwühlend, schockierend, bildgewaltig

Von: dressesandplaces.com Datum : 05.12.2015

dressesandplaces.com

Der erste Satz:
„Mein Vater wurde nicht müde, mir die Wünsche für seine eigene Beerdigung zu schildern.“

Wie es typisch ist für Jodi-Picoult-Bücher, wird die Geschichte aus verschiedenen, sich abwechselnden Ich-Perspektiven erzählt. Aus der Überschrift und der Schriftart wird jeweils deutlich, welche der Personen gerade erzählt. Unterbrochen wird das Ganze zudem von einer Geschichte einer namenlosen Person, die man anfangs überhaupt nicht zuordnen kann.

Im ersten Teil des Buches kommen Hauptfigur Sage, eine sozial zurückgezogenen Bäckerin, zu Wort,

„Die Welt fühlt sich für diejenigen unter uns, die erst nach Einbruch der Dunkelheit lebendig werden, einfach anders an. Sie ist fragiler und in gewisser Weise irreal, so als wäre sie eine Antwort auf jene Welt, die alle anderen bewohnen.“ S. 27

außerdem Josef, einem 90-jährigen Mann, den sie in einer Trauer-Selbsthilfegruppe kennen lernt, und der ihr schließlich gegenüber zugibt, während des Nazi-Regimes Aufseher im KZ Auschwitz gewesen zu sein. Er erzählt Sage, wie er Teil der Nazi-Gräuel wurde.

„Unsere Schüsse hallten nach, und es gab ein Feuerwerk aus Blut und Gehirnmasse. Dann trat die nächste Reihe der Gefangenen vor den Graben. Diejenigen, die am Ende der Reihe standen, sahen, was sie erwartete.“ S. 185

Nachdem Josef Sage gegenüber gestanden hat, wer er ist, schaltet Sage, ohne Josefs Wissen, die Polizei ein, von wo sie wiederum ans US-Justizministerium weitergeleitet wird. Hier trifft Sage auf Leo, der für das Aufspüren von Kriegsverbrechern des Zweiten Weltkriegs zuständig ist. Auch Leo kommt in der Geschichte eine Erzählperspektive zugute.

Der mittlere Teil des Buches wird aus der Sicht von Minka, Sages Großmutter und Holocaust-Überlebende, geschildert. Dieser Teil des Buches war der mitreißendste und emotional aufwühlendste.
Minka schildert wie sie mit ihrer Familie in einem polnischen Dorf aufwächst. Irgendwann werden sie aus ihrem Haus am Waldrand vertrieben und ins Ghetto von Lodz umgesiedelt. Zu menschenunwürdigen Bedingungen wird die jüdische Bevölkerung dort eingesperrt und nach für nach werden die alle Bewohner des Ghettos deportiert.

„Ende 1942 kannte jeder jemanden, der deportiert worden war.“ S. 306

Es geht das Gerücht um, dass die Deportierten vergast werden. Doch wirklich geglaubt, wird das von den Zurückgebliebenen nicht. Dass Menschen so etwas Grausames tun, kann sich niemand vorstellen. Dann wird auch Minkas Mutter deportiert und ihre Familie erhält den Hinweis, sie sei vergast worden.

„Das Getto war eine Geisterstadt. Und wir darin ein besiegter grauer Strom von Arbeitern, ohne Verlangen, uns an unsere Vergangenheit zu erinnern, und ohne Hoffnung auf eine Zukunft. Es gab kein Gelächter mehr und kein Himmel-und-Hölle-Spiel. Keine Haarbänder, kein Kichern. Alle Farbe und alle Schönheit waren verschwunden.“ S. 320

„Eine Zeit lang verschwanden Leute aus dem Getto wie Fingerabdrücke von einer Glasscheibe: gerade noch eine geisterhafte Erscheinung – und gleich darauf verschwunden, als wären sie nie dagewesen. Der Tod lief neben mir her, wenn ich die Straße entlangtrottete, flüsterte mir ins Ohr, wenn ich mir das Gesicht wusch, umarmte mich, wenn ich vor Kälte zitternd im Bett lag.“ S. 324

Schließlich landen auch Minka und ihr Vater auf der Deportationsliste: Sie werden nach Auschwitz gebracht. Minka wird dort als Gefangene des Arbeitslagers ausgewählt und erfasst sehr schnell die Dimension des Ganzen.

„Hätte ich aufgeblickt, hätten sie mein Gesicht gesehen und gewusst, dass das, was man ihnen gleich sagen würde – dass die Dusche nur eine vorbeugende Maßnahme war, bevor man sie zum Arbeiten schickte -, eine Lüge war. Hätte ich aufgeblickt, wäre ich versucht gewesen, die Wahrheit herauszuschreien und ihnen zu sagen, dass der Geruch nicht aus einer Fabrik oder einer Küche kam, sondern von den eigenen Freunden und Verwandten, die eingeäschert wurden.“ S. 350

Fassungslos folgt man Minkas Geschichte. Es ist einfach unglaublich, dass so etwas wirklich passiert ist. Jodi Picoult bedient sich dabei einer sehr einfühlsamen und melancholischen Sprache, um das unbeschreibliche Entsetzen des Holocausts auszudrücken.

Der dritte Teil des Buches wird überwiegend aus Sages und Leos Sicht geschrieben, aber auch Josef Zusammenfassend lässt sich sagen: Minka und Josef erzählen die Vergangenheit; sie erzählen jeweils ihre Sicht auf die Judenvernichtung. Sage und Leo erzählen die Gegenwart: Wie man heute rückblickend moralisch oder rechtlich über eine Zeit denkt, die man selbst nicht erlebt hat.
Es fällt schwer, so einen starken Roman zu kritisieren, aber besonders die Perspektive von Sage und ihr kompliziertes Privatleben hat mich stellenweise gelangweilt.

Abgesehen von diesem Kritikpunkt handelt es sich um ein weiteres Meisterwerk aus der Feder Jodi Picoults: „Bis ans Ende der Geschichte“ ist ein aufwühlender, schockierender, bildgewaltiger – aber vor allem lesenswerter Roman, über ein Thema, das wir nie vergessen dürfen.

Vielschichtiger Roman über Schuld und Vergebung

Von: booksinmyworld Datum : 03.11.2015

www.booksinmyworld.de

Ich bin ein großer Fan der Romane von Jodi Picoult. Immer wieder greift sie spannende Themen auf, die moralische Fragen aufwerfen. Als Leser taucht man in ihre Geschichten ein, wird eins mit den Protagonisten und fragt sich immer wieder „Wie würde ich handeln?“.

Bei „Bis ans Ende der Geschichte“ brauchte ich ein wenig, um mich in die Handlung einzufinden. Anfangs habe ich die ständigen Perspektivwechsel, die charakteristisch für Jodi Picoults Romane sind, vermisst. Diese sind allerdings auch hier vorhanden, nur wechseln sie nicht ganz so regelmäßig wie in den Vorgängerromanen. Unterteilt ist die Geschichte in drei große Teile, in denen die Perspektivwechsel durch unterschiedliche Schriftarten deutlich gemacht werden. Im Zentrum der Geschichte steht die junge Bäckerin Sage, in deren Lebens- und Familiengeschichte Jodi Picoult einige schwierige Themen wie Nationalsozialismus, Schuld, Vergebung, Selbstweifel und natürlich auch Liebe verarbeitet. Gerade mit der Verarbeitung der Geschehnisse im 2. Weltkrieg betritt die Autorin neues Terrain, auf dem man sich leicht angreifbar macht. Ihr gelingt jedoch eine ausgezeichnet recherchierte, authentische und vielseitige Schilderung des Holocausts, die sowohl Opfer als auch Täter in den Mittelpunkt rückt und zeigt, dass es manchmal gar nicht einfach ist zu entscheiden wer Opfer und wer Täter ist.

Während vor allem die Abschnitte über die NS-Zeit zum Teil sehr bedrückend und ergreifend sind, verleihen die Kapitel über Sages aktuelle Lebenssituation bedingt durch eine Liebesromanze, die hier eine größere Rolle spielt, dem Roman die nötige Leichtigkeit, um das Buch am Ende zufrieden und nicht zutiefst deprimiert zuklappen zu können. Warum zutiefst deprimiert? Weil Jodi Picoult in einem von ihr gewohnt emotionalen und sensiblen Schreibstil die Grausamkeiten der NS-Zeit in vielen schrecklichen Details schildert, die nur schwer verdaulich sind. Mich hat dieser Erzählstrang oft an den Film „Schindlers Liste“ erinnert, da sich einige Aspekte überschneiden. Vor allem die Frage nach dem „Ist ein Mensch nur gut oder nur schlecht?“ spielt sowohl im Film als auch in diesem Roman eine zentrale Rolle.

Jodi Picoults Figuren sind sehr ausdifferenzierte und vielschichtige Charaktere, die nicht einfach zu durchschauen sind und eben dadurch so real wirken. Als Leser fällt es leicht sich in sie hineinzuversetzen und mit ihnen über Fragen von Schuld, Vergebung und Moral zu grübeln.

Der Spannungsbogen wird trotz der knapp 600 Seiten kontinuierlich aufrecht erhalten – nicht zuletzt durch die wechselnden Perspektiven und unvorhersehbare Wendungen fliegt man förmlich durch die Seiten. Trotz all dieser positiven Aspekte hat mich der Roman nicht restlos von sich überzeugt, was sich schwer begründen lässt, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten. Es gab jedenfalls einen Erzählstrang, der eine fantasievolle Geschichte beinhaltete, die mich mehr verwirrt als gut unterhalten hat, weshalb ich einen Punkt von der maximalen Punktezahl abziehen muss.

Mein Fazit: Wieder einmal gelingt es Jodi Picoult eine bewegende Geschichte über moralische Dilemmata zu verfassen, die keinen Leser kalt lässt. Mit einem Schwerpunkt auf den Geschehnissen des Holocausts begibt sich die Autorin dieses Mal auf gewagtes Terrain, überzeugt aber durch eine vielseitige und sensible Schilderung der Ereignisse, die sie mit einer leichten Liebesromanze kombiniert. „Bis ans Ende der Geschichte“ ist genau die richtige Lektüre für graue Herbsttage!

Darf das Unverzeihliche jemals verziehen werden? – Mein Lesehighlight 2015!!!

Von: Lena G. Datum : 02.11.2015

www.mybookblog.de

Es fällt mir ehrlich schwer, meine Eindrücke zu diesem Roman niederzuschreiben. Denn ich bin sprachlos, erschüttert und tief beeindruckt und muss diese Geschichte erst einmal sacken lassen.
Um es mit Jodi Picoults eigenen Worten zu sagen: „Manchmal reichen Worte nicht aus, all die Gefühle zu erfassen, mit denen wir sie auszufüllen versuchen.„

Jodi Picoult ist in der Literaturszene ein Weltstar und sogar Hollywood nutzt ihre Romanideen gerne als Vorlage zu großen Kinofilmen.
In „Bis ans Ende der Geschichte“ stellt sie sich der gewaltigen Herausforderung, eine Geschichte über eines der schrecklichsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu schreiben – dem Holocaust, dem Völkermord an Millionen von Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus.

Die Story beginnt ungefähr 70 Jahre nach Kriegsende und stellt die Protagonistin, die junge Bäckerin Sage Singer, vor eine Entscheidung, die jeder Moral zuwiderläuft.
Ihr 90jähriger Bekannter offenbart ihr, dass er als SS-Soldat während des Zweiten Weltkrieges in Auschwitz stationiert war und dazu beigetragen hat, dass unzählige, unschuldige Menschen gequält und ermordet wurden. Um seiner Seele endlich Frieden zu geben, bittet er Sage, die aus einer jüdischen Familie stammt, stellvertretend für alle Opfer, um Vergebung.
Doch darf das Unverzeihliche jemals verziehen werden?

Dieser Roman besteht aus vielen Handlungssträngen, verteilt über einen großen Zeitraum, und großartig beschrieben ist der Gewissenskonflikt von Sage, als sie Josefs Geheimnis erfährt. Ihre Hilf- und Fassungslosigkeit gehen sofort auf die Leser über.

Ehrlich überrascht hat mich das Mitleid, das ich anfangs für den scheinbar gutmütigen Josef empfand. Umso entsetzter machten mich die Abschnitte, in denen er von seiner Zeit als SS-Soldat erzählt. Einer Zeit, in der er unmenschliche Dinge tat, einfach, weil er es konnte. Es ist unglaublich diesen Mann, den die hiesige Gemeinde als netten, alten Josef kennt, der sich ehrenamtlich engagiert und sich rührend um seine Hündin kümmert, mit der eiskalten, unberechenbaren jungen Version in Verbindung zu bringen.

Fassungslos und tieftraurig machten mich aber erst die Abschnitte, in denen sich Sages Großmutter zu Wort meldet, und beginnt, über die schlimmste Ära ihrer Lebensgeschichte zu erzählen.
Sie wurde als junges Mädchen deportiert und eine Gefangene im Konzentrationslager Auschwitz. Ich möchte nicht weiter auf ihren Leidensweg eingehen, aber die Zeilen, die ihr gewidmet sind, hat Jodi Picoult so bildhaft und authentisch niedergeschrieben, dass man zwangsläufig zum Teil der Handlung wird und hilflos neben den Gefangenen steht. Am liebsten möchte man eingreifen, dem Grauen ein Ende setzen. Das Gefühl des Ausgeliefertseins, das Wissen, das niemand da ist, der einen beschützen kann, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Man ist emotional auf eine Weise eingebunden, die einen die Tränen in die Augen treibt und das Herz vor Schmerz beinahe zerspringen lässt.

### Fazit ###

Jetzt bin ich schon wieder sprachlos und abschließend möchte ich einfach nur sagen:
LEST DIESES BUCH!!!

Jodi Picoult lässt in „Bis ans Ende der Geschichte“ sowohl die Gegenwart als auch die Vergangenheit lebendig werden und setzt mit diesem Werk ein beeindruckendes Denkmal gegen das Vergessen und zeigt, dass Geschichten Leben retten können.

Ein berührendes Buch, das vieles beinhaltet: Liebe, Schuld, Vergebung, Deutsche Geschichte

Von: Chrissi66 Datum : 27.10.2015

chrissisbuntelesecouch.wordpress.com

Von Jodi Picoult hatte ich bisher noch keinen Roman gelesen, aber schon gehört, dass sie sehr emotionale Bücher schreibt. Sie schreibt seit 1992 Romane, von denen die meisten auf den Bestsellerlisten zu finden sind.
Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, was dann aber beim Lesen auf mich zukam, damit hatte ich nicht wirklich gerechnet…

Beschreibung des Buches:
„Bis ans Ende der Geschichte“ ist im C.Bertelsmann-Verlag 2015 als Hardcover Buch erschienen. Es hat 554 Seiten Romantext. Das Cover ist schwarz gehalten, zeigt auf dem Titelbild eine Frau, die einen handschriftlichen Text liest. Die Frau ist nur in der Rückansicht zu sehen. Ich finde, das Titelbild ist gelungen und passt sehr gut zum Inhalt.

Kurze Zusammenfassung:
Sage Singer versucht in einer Trauergruppe über den Autounfalltod ihrer Mutter hinwegzukommen. Sage war die Fahrerin und überlebte. In der Gruppe lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Die beiden freunden sich an. Weber hat einen ungewöhnlichen Auftrag für Sage. Sie soll ihm helfen, seinem Leben ein Ende zu setzen. Er hat als junger Mann in den Kriegsjahren in Deutschland tiefe Schuld auf sich geladen. Sage gerät in einen schweren Konflikt. Als ihr dann noch die Großmutter ihre Lebensgeschichte erzählt, plagt sie das Gewissen: Kann man vergeben oder muss man bestrafen? Verjährt die Schuld?

Mein Leseeindruck:
Der Roman ist in drei große Teile unterteilt. Jodi Picoult wechselt in diesen mehrfach die Sichtweisen. Zunächst wird Sages Geschichte erzählt. Durch andere Schriftarten kenntlich gemacht, erfährt man als Leser Einiges aus der Sicht von anderen handelnden Personen.
Den größten Teil macht die Erzählung der Großmutter aus, die den Holocaust überlebt hat. Ihr ist fast der gesamte zweite Teil gewidmet – und dieser hat es in sich. Mit einer besonders detailreichen Beschreibung lässt Jodi Picoult die Großmutter von ihrem Leben und Überleben in Lagern und Ghettos erzählen. Hier wird das Buch zur gelebten Geschichte, wie ein Augenzeugenbericht. Die Gefühle, die Ohnmacht und der Überlebenswille der damals jungen Frau werden sehr emotional erzählt. An dieser Stelle kann man das Buch einfach nicht mehr aus den Händen legen, was im ersten Teil dann doch das ein oder andere Mal passierte.
Mich hat dieser Teil des Buches sehr mitgenommen. Es zieht einen in die Geschehnisse Deutschlands in den 1940ern Jahre hinein, führt einem vor Augen, was alles hinter geschlossenen Türen passiert ist, was aber auch ganz offensichtlich war und was viele einfach ignoriert haben, manchmal aus Angst vor dem eigenen Tod.
Sage Singers aktueller Lebensabschnitt und ihre Geschichte geben dem Buch in den anderen Teilen wiederrum eine gewisse Leichtigkeit, es entspannt sich z.B. eine Liebesromanze, als sie versucht, die Schuld des Josef Weber zu ergründen.

Fazit:
Der Roman ist kein Buch „zum Abschalten“. Hier wird man, besonders im Mittelteil, sehr beim Lesen gefordert.
Die Geschichte um Sage Singer hingegen hat vieles von einem Frauenroman, Liebesroman und auch etwas von einem Krimi, nämlich dann, wenn sie sich auf die Suche nach Josef Webers Schuld macht.

Der Autorin ist es gelungen beides in einem Roman zu verbinden. Ich werde noch lange über dieses Buch nachdenken.

Eine Geschichte um Schuld und Vergebung

Von: Petra Donatz Datum : 26.10.2015

leseratte1969.blogspot.de/

Klappentext
Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

Die Autorin
Jodi Picoult, geboren 1967 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und zahlreichen Tieren in Hanover, New Hampshire.

Meine Meinung

Story
Die nach einem Unfall entstellte Bäckerin Sage Singer lebt sehr zurückgezogen in ihrer Welt. Als sie Bekanntschaft mit den 90. jährigen Josef Weber macht, beginnt für sie beide eine ungewöhnliche Freundschaft. Doch als Josef ihr gesteht, das er ein gesuchter Kriegsverbrecher ist, der mit für den Holocaust u.a in Auschwitz verantwortlich ist, ändert sich Sage Haltung gegenüber Josef. Als er Sage schließlich bittet ihn beim Sterben zu helfen, steht Sage vor einem großen Gewissenskonflikt.

Schreibstil
Picoult bleibt ihrem Stil treu. Das Buch ist klar und verständlich geschrieben, trotz mehreren Handlungstränge. Die Geschichte wird aus mehreren Blickwinkeln erzählt.

Charaktere
Mit den einzelnen Charakteren kann man sich gut identifizieren, alle wirken authentisch.

Mein Fazit

Geschichten, in denen die Schuldfrage in einer Grauzone liegt, sind Picoults stärken, dem bleibt sie sich auch in diesem Buch treu. Zwar ist das Thema nicht neu und wurde schon hundertfach aufgegriffen, für Jodi Picoult ist es aber das erste Buch zu dem Thema. Etwas neues erfährt der Leser allerdings auch nicht. Picoult hat den Schrecken des Holocaust in einen Unterhaltungsroman gepackt, der um die Frage ringt, inwieweit kann man verzeihen, darf man verzeihen und wie lange dauert die Schuld? Letztendlich muss der Leser selbst entscheiden, wie er dazu steht. Eine klare Antwort gibt es in dem Buch nicht .Die Frage nach der Schuld macht das Buch aus. Einige Handlungstränge wirken auf mich etwas schnulzig. Am Ende der Geschichte erfolgt wie so oft bei Picoult der Knalleffekt, auch hier bleibt sie sich treu. Ein lesenswertes Buch ist es aber auf jeden Fall.
Ich vergebe gut vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.

Den Schrecken des Holocaust erneut erlebt

Von: Mel Bücherwurm Datum : 25.10.2015

melbuecherwurm.blogspot.de/

"Bis ans Ende der Geschichte" ist kein Buch, welches man nebenbei lesen kann, denn es erzählt einen äußerst schmerzliche Geschichte und lässt uns den Schrecken des Holocaust erneut erleben. Es ist grausam und dennoch so wahr, dass es mir oft durch Mark und Bein ging, denn so wie von Jodi Picoult geschrieben, hätte es sich in Ausschwitz abspielen können. Familien werden auseinander gerissen. Wir erleben einen Ort des Schreckens und des Verlustes. Es erneut zu erleben, wenn auch nur in Romanform, empfand ich als äußerst schmerzlich, obwohl ich es als wichtig erachte, diese Ereignisse nicht unter den Teppich zu kehren.
Die Idee der Story ist großartig und hat mich oft sehr bewegt. Das Heute und die Vergangenheit miteinander zu verknüpfen ist nicht leicht, aber der Autorin ist dieses auf eine ganz besondere Weise gelungen. Dieser Roman erzählt die Deutsche Geschichte auf schmerzliche Art und Weise, obwohl es auch eine Geschichte der Hoffnung ist.
Die Story verknüpft einige Personen miteinander, die ihre eigenen Kapitel bekommen und durch Überschriften voneinander zu unterscheiden sind. Sie alle erzählen aus ihren Leben und lassen uns daran teilhaben. Diese Verknüpfungen machen das Buch sehr lebendig und wirken im Leser nach.
Natürlich ist die Geschichte Deutschlands nichts Neues und dennoch unheimlich wichtig, immer und immer wieder aufgegriffen zu werden. Einfach schon dadurch, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.
Für mich war es ein absolutes Highlight für 2015. Ich lese sehr gerne Geschichtliches und da die Story einiges an Tabuthemen behandelt, wirkt es sehr authentisch. Wie schon im Klappentext erwähnt, werden Strafe, Gerechtigkeit. Vergebung oder auch Gnade miteinander verknüpft.
Sage, die sich schuldig fühlt am Tod ihrer Mutter, wird mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert und ist gezwungen wichtige Entscheidungen zu treffen. Sie selbst wird dadurch bereichert und entwickelt eine eigene, innere Stärke, die anfangs eher untergraben wurde. Schuld lässt Menschen innerlich verkümmern und dieses wird hier sehr deutlich. Josef Webers Lebensgeschichte ist eine ganz andere und dennoch haben diese beiden Menschen einen Verbindung zueinander, die nicht sofort ersichtlich ist.
Der Titel des Buches wird erst am Ende einen Sinn bekommen und hat mir ehrlich gesagt einen leichten Schauer über den Rücken laufen lassen, da Jodi Picoult am Ende alles zusammenfließen lässt und mich damit wirklich überrascht hat.
"Bis ans Ende der Geschichte" ist mit seinen 560 Seiten und einer Story, die ich nicht als leichte Kost betrachte, ein Roman gelungen, der regelrecht nachwirkt und mich absolut überzeugen konnte. Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung, da wir hier keinen oberflächlichen Roman lesen, sondern einen Teil unserer Geschichte erzählt bekommen und uns nun nur noch entscheiden müssen, ob wir uns darauf einlassen wollen oder eben auch nicht. Sich dieser Grausamkeit erneut zu stellen, ist eine Entscheidung, die jede/r Leser/in für sich selbst treffen muss. Ich kann dazu nur raten, denn für mich war es bisher das Beste Buch das der Feder der Autorin entsprungen ist.

Eine ungemein bewegende Geschichte

Von: Alexandra (The Read Pack) Datum : 21.10.2015

www.readpack.de

Beherrscht von dem Gedanken, nach einem dramatischen Unfall entstellt zu sein, lebt Sage ihr Leben ganz und gar zurückgezogen. Nur in der Backstube fühlt sich die junge Bäckerin wohl, zwar meidet sie die Kunden, geht aber in ihrer Arbeit auf. Als sie den 90jährigen Josef kennenlernt, ist da schnell eine enge Verbindung und starkes Verständnis zwischen den beiden Außenseitern. Je mehr sie jedoch von dem alten Mann erfährt, desto schwieriger wird ihre Beziehung. Vor allem, als Josef sie um einen folgenreichen Gefallen bittet.
Dreh- und Angelpunkt des Buches ist eine heikle moralische Frage: Darf man einem Menschen beim Sterben helfen, wenn er darum bittet? Wie sieht es aus, wenn dieser Mensch im Tod einer unerträglichen Schuld entfliehen will? Ist dann der Tod oder das Leben die schwerere Strafe?
Schon allein durch diese Thematik ist „Bis ans Ende der Geschichte“ keine ganz leichte Kost, zusätzlich beschwert wird die Geschichte durch unheimlich detaillierte Rückblicke in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Schilderungen und Abläufe in diesem Bereich des Buches mögen nicht ganz neu sein, sind aber unglaublich atmosphärisch und detailliert beschrieben und durch Abschnitte eines eingeschobenen „Märchens“ aufgelockert. Gerade in diesen märchenhaften Abschnitten herrscht eine wunderbar bildhafte und lebendige Sprache vor, die mit Leichtigkeit Metaphern auf den Rest der Geschichte zieht.
Dadurch entsteht eine moderne Umsetzung des Holocaust Themas, die durch die aktuellen Erzählstränge von Sage umso passender ergänzt werden. Das gibt dem Buch die nötige Leichtigkeit, Spannung und ja, auch einen Hauch Romantik.
Ich glaube „Bis ans Ende der Geschichte“ ist weniger ein historisch detailliertes Buch für Geschichtsfans, als eine moralisch interessante Erzählung, die zum Nachdenken anregt und mitreißt. Vielleicht tatsächlich eher ein Frauenroman, aber keine seichte Unterhaltung!

Es ist nicht alles neu in dieser Geschichte und manchmal war die Grenze zum Kitsch sehr schmal, aber die wunderbar Abwechslungsreiche Geschichte hat mich überzeugt und die behandelten Themen haben mich bewegt.

Für mich definitiv eins der besten Bücher in diesem Jahr!

Von: BuchBria aus Sondershausen Datum : 18.10.2015

buchbria.blogspot.de/2015/10/bis-ans-ende-der-geschichte-jodi-picoult.html

Die fünfundzwanzigjährige Sage Singer arbeitet als Bäckerin bei einer Pilgerstätte. Das Backen begleitet sie seit ihrer Kindheit und sie verbindet viele schöne Erinnerungen an die Familie damit. Seit einem schlimmen Autounfall fühlt sie sich entstellt wegen der Narben im Gesicht, die sie ständig versucht zu verstecken. Es sind jedoch nicht nur die äußerlichen Narben, mit denen sie zu kämpfen hat, sondern auch schwere Schuldgefühle lasten seitdem auf ihr, denn damals wurde ihre Mutter schwer verletzt und starb wenig später. In einer Trauergruppe lernt sie schließlich den neunzigjährigen Josef kennen, der eigentlich nur einen Wunsch hat, endlich auch zu sterben. Er bittet Sage um Hilfe, die daraufhin in riesige Gewissenskonflikte gerät und beginnt, sich mit der Geschichte ihrer Familie auseinanderzusetzen.

"Bis ans Ende der Geschichte" war mein erster Roman der Autorin und obwohl ich bereits soviel Gutes über ihre Bücher gehört hatte, war ich doch etwas sprachlos am Ende. Ich bin es nach nunmehr einer Woche eigentlich immer noch und so ganz losgelassen hat mich die Familie Singer noch nicht.

Sage Singer stammt aus einer jüdischen Familie, fühlte sich dieser Religion jedoch nie zugehörig. Ihre Eltern verstarben sehr früh und seit dem Autounfall, bei dem ihre Mutter wenig später verstarb, hat sie auch keinen Kontakt mehr zu den beiden Schwestern. Lediglich zu ihrer Großmutter hat sie noch eine enge familiäre Bindung. Diese sprach jedoch nie über ihre Vergangenheit und den Holocaust. Als Sage nun in der Trauergruppe Josef kennenlernt und dieser sie um einen ungewöhnlichen Gefallen bittet, muss Sage sich gleichzeitig auch mit der Geschichte ihrer jüdischen Familie beschäftigen, der Geschichte ihrer Großmutter Minka.

Im zweiten Teil des Buches erzählt Minka über ihre Zeit während des Holocaust und wie sie den Krieg erlebte. Der Leser erfährt dabei viel über ihre glückliche Kindheit in Lodz, über ihren Vater, der als Bäcker arbeitete und wie abrupt diese unbeschwerte Zeit schließlich endete. Sie liebte es zu schreiben und begann währenddessen sich eine eigene Geschichte auszudenken. Außerdem konnte sie fließend deutsch sprechen und wahrscheinlich rettete ihr das einige Male das Leben.

Der Schreibstil hat in mir so viele Gefühle ausgelöst, dass ich für all dies gar nicht das perfekte Wort finde. Es hat mich berührt, wie Sage gegen ihre Schuldgefühle ankämpft und zugleich ist sie ein so liebenswürdiger einfühlsamer Mensch, dass man sie einfach in den Arm nehmen möchte. Als ich dann jedoch im zweiten Teil die Geschichte von Minka las, war ich einerseits schockiert, obwohl mir all die Gräueltaten der damaligen Zeit bekannt waren, aber dies nun so hautnah anhand dieser liebenswerten Familie zu erfahren, ist mehr als heftig. So konnte ich diesen Teil auch immer nur stückchenweise lesen, da mir das einfach zu nahe ging. Auch über Josef und seinen Bruder erfährt man nach und nach immer mehr. Einerseits entwickelte ich da zum Teil Verständnis für den schwächeren der beiden Brüder, dann wiederum fragte ich mich, warum er sich so manipulieren ließ.

"In jedem von uns steckt ein Ungeheuer, in jedem von uns steckt ein Heiliger. Die wahre Frage ist die, welchen von beiden wir befördern und welcher den anderen vernichten wird." (Zitat S. 138)

Wie ein roter Faden zieht sich die Geschichte, die Sages Großmutter einst schrieb, durch das gesamte Buch, und auch wenn ich sie stellenweise zu brutal empfand, fand ich ihre Entstehungsgeschichte sehr beeindruckend.

Was mir weniger gefiel, war das Ende, welches einfach etwas unbefriedigend war für mich. Ich hatte mir da einen anderen Schluss gewünscht. Allerdings änderte dies letztenendes nichts an meiner Gesamtmeinung zum Buch und das perfekte Ende ist schließlich auch nicht immer das Beste.

Mein Fazit:

Mich wird dieser Roman nicht so schnell loslassen und ich möchte unbedingt weitere Bücher von Jodi Picoult lesen. Es ist eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und meiner Meinung nach großartig geschrieben ist. Für mich definitiv ein Jahres-Highlight!

Bis ans Ende der Geschichte

Von: buchwelten Datum : 11.10.2015

buchwelten.jimdo.com

Ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass das Thema in diesem Buch der Holocaust ist. Und wie schon in anderen Büchern der Autorin wird auch diese Geschichte aus Sicht verschiedener Personen erzählt - und das zu nterschiedlichen Zeiten.

In der Gegenwart erzählt Sage Singer ihre Sicht der Dinge, eine junge Frau, die den Tod ihrer Mutter noch immer nicht verarbeitet hat und die sehr zurückgezogen lebt, weil sie eine große Narbe im Gesicht hat, die sie als entstellend empfindet. Sie freundet sich mit dem viele Jahrzehnte älteren Josef an, der ihr ein schreckliches Geheimnis anvertraut. Auch aus Sicht Josefs sind einige Kapitel geschrieben, wie er die Freundschaft mit Sage empfindet und was es mit dem ihr anvertrauten Geheimnis auf sich hat.

Ein anderer, großer Erzählstrang ist in der Vergangenheit angesiedelt, in den 40er Jahren, und hier berichtet Minka, Sages Großmutter, von ihren Erlebnissen im Holocaust. Und zu guter Letzt gibt es noch einen weiteren Handlungsstrang, in dem ein fürchterliches Monster in einem kleinen Dorf in Polen wütet. Wie nun die verschiedenen Handlungsstränge zusammenhängen, werde ich natürlich nicht verraten, manche Zusammenhänge klären sich schon früh, andere erst später.

Durcheinanderkommen kann man nie bei den verschiedenen Personen, denn es ist nicht nur der Name der Person vor jedem Kapitel genannt, aus deren Sicht es geschrieben ist, die Schriftart ändert sich aber zudem bei den verschiedenen Personen, so dass man direkt weiß, wer gerade erzählt.

Die Geschichte von Minka fand ich sehr berührend – auch wenn es schon viele ähnliche Berichte über den Holocaust gibt und ich auch schon einiges aus dieser Zeit gelesen habe. Trotzdem hat mich ihr Schicksal wirklich ergriffen und gepackt. Der Handlungsstrang der Gegenwart hat mich dagegen bei weitem nicht so fesseln können – nicht nur, weil mich die Charaktere nicht überzeugen konnten, sondern auch, weil der Erzählstrang irgendwie sehr konstruiert wirkte; so, als ob er um die Geschichte um Minka herumgebaut wurde. Zu Anfang fand ich das noch nicht so augenfällig, aber gerade im letzten Drittel war das, was geschieht, einfach nicht mehr realistisch und authentisch.

Vielleicht liegt es aber auch an den Charakteren, die zwar nicht schlecht gestaltet, aber auch nicht unbedingt Sympathieträger sind. Gerade Sage, die eine große Rolle im Buch einnimmt, ist ein sehr spezieller Charakter – ich mochte sie zwar, konnte aber ihre Handlungen meist nicht nachvollziehen. Zunächst fand ich Sage schlüssig – auch in ihren Gedanken und Aktionen – gegen Ende aber macht sie eine Entwicklung durch, die so einfach nicht glaubhaft war, weil sich einfach zu viel in sehr kurzer Zeit änderte. Auch Josef war eine Figur, die mich zwiegespalten zurück lässt, weil ich ihn, seine Gedanken und Handlungen einfach nicht verstanden habe, ich nicht weiß, warum er sein Geheimnis so viele Jahre mit sich rumgeschleppt hat und dazu leider auch keine Erklärungen folgten. Am überzeugendsten war da wirklich Minka – und nicht nur, weil sie Schreckliches erlebt hat, sondern weil ich sie schlüssig fand in dem, was sie gesagt und getan hat.

Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. In der Gegenwart wirkt er sehr lebendig, weil es viele Dialoge gibt, in der Vergangenheit scheint er reduzierter auf das Wesentliche und unterstreicht damit nochmal die Erlebnisse Minkas. Hier hat die Autorin auch wunderbar die Atmosphäre einfangen können, das Leid, den Schrecken und die Not der Menschen. In der Gegenwart habe ich ein bisschen mehr Atmosphäre und Spannung vermisst – hier hatte ich leider kaum das Bedürfnis, weiterlesen zu müssen, auch wenn es im letzten Drittel einige Überraschungen und Wendungen gab, die ich aber übertrieben fand - oder anders gesagt: das, worauf ich gehofft habe, nämlich auf eine ganz bestimmte Begegnung, die hat leider nicht stattgefunden. Ich denke, die, die das Buch kennen, wissen, was ich meine.

Insgesamt hat mich das Buch schon unterhalten können, es war aber vor allem die Geschichte um Minka, die mich überzeugt und auch wirklich gepackt hat. Den Erzählstrang drumherum hätte es für mich nicht geben müssen, er wirkte einfach zu konstruiert. Da ich das Thema aber gut fand, mich einzelne Kapitel absolut begeistern konnten, während andere eher überflüssig, aber dennoch nicht langweilig zu lesen waren, gebe ich dem Buch knappe 4/5 Sternen.



Mein Fazit

Eine tolle Idee, deren Umsetzung ich leider nicht so gelungen fand. Drei Erzählstränge – einer in der Gegenwart, ein fiktiver und einer in der Vergangenheit – sind zwar geschickt miteinander verknüpft, der Handlungsstrang der Gegenwart wirkt aber sehr konstruiert und konnte mich leider überhaupt nicht fesseln. Ganz anders dagegen, hat mich das Geschehen der Vergangenheit packen und berühren können, hier hat die Autorin nicht nur gut recherchiert, sondern mich vor allem emotional gefangen. Die Charaktere sind in keinster Weise stereotyp, leider aber auch nicht alle sympathisch – nur in wenige konnte ich mich wirklich hineinversetzen. Dafür ist der Schreibstil gewohnt flüssig zu lesen, so dass Langeweile, auch in den nicht so überzeugenden Kapiteln, nicht aufgekommen ist. Ich gebe knappe 4/5 Sternen, weil mich vor allem der Teil der Vergangenheit überzeugt hat und mir die Idee der Geschichte gut gefallen hat.

Für mich eins der besten Romane des Jahres!

Von: bookish-heart-dreams Datum : 10.10.2015

bookish-heart-dreams.blogspot.de/

Jodi Picoult gehört schon seit längerem zu meinen Lieblingsautorinnen. Daher war ich auf das Erscheinen dieses Roman sehr gespannt. Beim Lesen dachte ich dann irgendwann nur noch WOW. Jodi Picoult schreibt hier mit so viel Herz und Tiefgang zugleich, wie schon lange nicht mehr.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die junge Sage, die sich die Schuld am Tod ihrer Mutter gibt und daher eine Trauergruppe besucht. Dort lernt sie den 90jährigen Josef kennen, der sie bittet ihm beim Sterben zu helfen, ihr aber vorher sein dunkles und entsetzliches Geheimnis erzählt: Er war Mittäter im NS-Regime und ist für die Ermordung von unendlich vielen Menschen verantwortlich. Sage ist nun moralisch hin und her gerissen zwischen Gnade für den alten Mann und den Wunsch nach der gerechten Strafe für einen Massenmörder.
Obwohl Sage aus einer jüdischen Familie stammt, sieht sie sich selbst nicht als Jüdin. Daher hat sie sich bislang nie viele Gedanken über die Vergangenheit ihrer eigenen Familie gemacht. Während Josef nach und nach von seiner düsteren Vergangenheit berichtet, ist Sage immer mehr einem inneren Kampf ausgesetzt und beginnt daher sich mit der Vergangenheit ihrer eigenen Familie auseinanderzusetzen. Ihre Großmutter, eine Überlebende eines Konzentrationslagers, ist ihr dabei zunächst keine große Hilfe, die sie eigentlich nie wieder über ihre Vergangenheit erzählen wollte.
Letztendlich heißt es für Sage: Kann sie dem Menschen, der ihrer Familie, ihrem Volk so viel Leid zugefügt hat, verzeihen und ihm beim Sterben helfen? Oder ist der Hass auf ihn und seine Taten immer noch so groß, dass sie ihn leiden lassen möchte?

Jodi Picoult erzählt die gesamte Handlung aus mehreren Perspektiven. Dadurch gewinnt die gesamte Geschichte nach und nach immer mehr an Spannung und alles fügt sich zu einem wunderbaren Ganzen zusammen. Jodi Picoult knallt Josefs Taten allerdings nicht einfach so aufs Tablett, sondern lässt ihn seine Geschichte nach und nach erzählen. Dadurch kommt er auch als Mensch und nicht nur als Monster daher. Man begreift, wie er zu dem werden konnte, der er war.
Allerdings lässt Picoult nicht nur Josef, sondern letztendlich auch Sage Großmutter Minka zu Wort kommen, wenn es um die Aufarbeitung der Nazizeit geht.

Dieser Roman ist mit so viel Gefühl geschrieben, dass ich nicht anders konnte, als mich darin zu verlieren. Beim Lesen blieb ich oftmals sprachlos berührt zurück, da einem insbesondere die Erzählungen Josefs nicht kalt lassen. Wird er zunächst als alter gutherziger Mann dargestellt, der jahrelang Deutschunterricht an der örtlichen Schule abgehalten hat und Schiedsrichter beim Kinder-Baseball war, stellt Josef sich in den Erzählungen über seine Vergangenheit in der Nazizeit als komplett anderer Mensch dar.
Mit Sage und Josef hat Picoult zwei überaus interessante Charaktere gewählt: Sage ist eine eher introvertierte Persönlichkeit, die von sich selbst nicht gerade das beste Bild hat. Sie lebt ein zurückgezogenes Leben und hat eine Affäre zu einem verheirateten Mann. Josef ist zunächst der gute Großvater, wie er im Buche steht und zeigt auf, dass jeder eine dunkle Vergangenheit haben kann.

Der Roman verfügt über so viel Authentizität, dass man das Gefühl hat alles real mitzuerleben. "Bis ans Ende der Geschichte" ist definitiv kein fröhliches Buch, sondern wird überschattet von einer Menge Grausamkeit, Angst und Hilflosigkeit. Mir gefällt es, dass die Geschehnisse der Vergangenheit vom "Täter" und "Opfer" geschildert werden. Insbesondere Minkas Berichte als Holocaust-Überlebende machen klar, dass auch 70 Jahre später nichts vom Entsetzen verloren gegangen ist.
Man sollte meinen, dass es einer Amerikanerin schwer fällt, die Geschehnisse des Holocausts so glaubhaft nieder zu schreiben wie hier. Aber ich muss sagen, dass man merkt, dass Picoult sich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Sie geht zugleich mit relativer Nüchternheit und aber auch mit außergewöhnlichem Tiefgang an die Erzählungen der Vergangenheit heran. Dabei urteilt sie nicht offen, sondern lässt den Leser selbst entscheiden, wie er Josef wahrnimmt.

Meiner Meinung nach ist dies eine sehr eindrucksvolles Buch, dass einem auch nach dem Lesen noch eine ganze Weile beschäftigt. Jodi Picoult schafft es perfekt ein so schwieriges Thema sensibel anzugehen und das Ganze packend und mit den passenden Emotionen in eine Romanhandlung zu verknüpfen. Hier ist einfach alles stimmig. Dies ist zum Einen eins der besten Romane von Jodi Picoult und für mich auch ein der besten Romane diesen Jahres!
Daher bekommt dieser Roman von mir wohlverdiente 5 (von 5) Punkten!

Eine ergreifende Geschichte, die man nicht so schnell vergisst.

Von: Susy Bücherjunkies Datum : 08.10.2015

www.bookdibluempf.blogspot.de

Eine Geschichte um Sage Singer, die eine eher introvertierte Persönlichkeit ist und selbst von sich behauptet nicht hübsch und durch den Unfall "entstellt" zu sein lebt, eigentlich ein normales Leben. Nur eben etwas zurückgezogener. Die Affäre zu einem verheirateten Mann bleibt im verborgenen, genauso wie sie Nachts als Bäckerin im Verborgenen arbeitet, während andere schlafen. Durch genau diesen Unfall, bei dem ihre Mutter ums Leben gekommen ist, wurde sie zu der Person, die sie jetzt ist. Als sie auf den 90-jährigen Josef Weber trifft, fühlt sie eine Verbindung zwischen den beiden und eine tolle Geschichte beginnt. Josef Weber hat vieles durchgemacht in seinem Leben und er ist an einem Punkt angekommen, an dem er nicht mehr leben möchte. Jedoch liegt ihm noch etwas sehr wichtiges auf dem Herzen, dass er Sage anvertraut. Zwischen den beiden und ihren Geschichten beginnt eine emotionale Fahrt in die Vergangenheit.
Josef Weber hatte eine schlimme Vergangenheit in Deutschland. Er erzählt ihr, dass er damals bei der SS war und Dinge getan hat auf die er nicht stolz ist. Sein Leben lang trägt er diese Geschichten und Geschehnisse mit sich herum und es quält ihn von Tag zu Tag erneut. So beginnt Sage sich in die Vergangenheit zu versetzen um die Geheimnisse und die Wahrheiten ans Licht zu bringen.
Eine weitere Person kommt ins Spiel: Minka. Sie ist Sages Großmutter, die in Lodz aufwächst und später nach Amerika kam. Ihre Geschichte ist emotional voller Spannung und Mitgefühl, bei der man kaum aufhören konnte sie zu lesen. Durch die unterschiedlichen Perspektiven kann der Leser sich in alle Teile der Geschichte einfügen und mitfühlen. Sprachlich unterscheiden sie sich leicht, sodass es so wäre, als würde man wirklich sich mit den einzelnen Personen beschäftigen.

Wie in dem Teil "zum Buch" geschrieben wurde, geht es um Liebe, Vergebung, Gnade, Gerechtigkeit, ... Alles in allem hat die Autorin in diesem Roman so grandios verpackt, dass man regelrecht emotional gefesselt ist und noch Stunden danach an diese Geschichten denken muss. So mitfühlend und extrem ... ein wirklich richtig gelungener Roman!

Bis ans Ende der Geschichte

Von: Bücher-Stöberia Datum : 07.10.2015

Jodi Picoult gehört für mich schon lange zu meinen Lieblings-Autorinnen. Nie vergessen und immer wieder lesen werde ich "Bis ans Ende aller Tage", das mein absolutes Lieblingsbuch von ihr ist. Ich weiß nicht mal, warum, aber irgendwie habe ich ihren neueren Werken nicht mehr viel Beachtung geschenkt. Vielleicht habe ich mich etwas an ihr überlesen, vielleicht stehe ich zur Zeit aber auch einfach auf Bücher anderer Genres. Nachdem ich in der letzten Zeit jedoch einige begeisterte Besprechungen zu "Bis ans Ende der Geschichte" gelesen habe und der Klappentext gut klang, kam ich an dem Buch nicht mehr vorbei und habe die letzten Tage damit verbracht, es zu lesen. Stellenweise kam ich dabei nur langsam voran, aber vor allem die letzten 150 Seiten habe ich förmlich inhaliert.

Es gibt in diesem Buch mehrere Erzählebenen, das heißt mehrere Zeitebenen sowie mehrere personelle Erzähler.

Wir lernen Sage kennen, die in der Gegenwart die weibliche Hauptperson und Ich-Erzählerin ist. Sage hat vor drei Jahren ihre Mutter bei einem Unfall verloren und besucht seitdem regelmäßig eine Trauergruppe. Sie geht den Menschen aus dem Weg, arbeitet als Bäckerin, weil sie nachts weniger Menschen begegnet als tags. Ihr Liebesleben spielt sich im Verborgenen ab, denn Sage hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann. (Dieses Handlungsdetail ist für mich rückblickend überflüssig gewesen. Ja, es spiegelt Sages Drang danach wider, sich vor ihren Mitmenschen zu verstecken. Aber letztlich nimmt die Affäre im Vergleich zum Rest des Buches eine völlig unbedeutende Rolle ein. Warum also den Charakter noch mit so etwas belasten ... Zumal Adam, Sages Affäre, einfach nur ein lächerlicher Charakter war.)

Während des Besuchs der Trauergruppe lernt Sage den 96-jährigen Josef Weber kennen, der auch Kunde in ihrer Bäckerei ist. Herr Weber ist sehr beliebt im Ort, ist als freundlicher Herr bekannt, der immer Trinkgeld gibt, sein Brötchen immer mit seinem Dackel teilt und dem sogar von der Handelskammer der Preis als Guter Samariter verliehen wurde. Doch eines Tages bittet er Sage um einen unfassbaren Gefallen, dessen Auslöser so gar nicht in das Erscheinungsbild dieses beliebten Menschen passt.

Die Geschichte von Josef Weber wird rückblickend aus seiner Perspektive erzählt und bringt den Leser zurück in die dunkelste Zeit, die Deutschland wohl jemals erlebt hat. Wir werden Zeuge, wie Josef Weber zusammen mit seinem Bruder Franz in einem kleinen Ort in der Nähe von Paderborn aufwächst und schon als Schuljunge immer wieder in Prügeleien gerät. Ganz im Gegensatz dazu ist sein Bruder der brave Musterschüler, der von einem Studium der Literaturwissenschaft träumt. In der Hitlerjugend wird Josef Weber schnell das Vorbild aller Jungs, da er sportlich und stark und der perfekte Befehlsempfänger ist. So entfernt sich Josef charakterlich immer mehr von seinem Bruder und seine Karriere nimmt ihren Lauf, die ihn schließlich nach Auschwitz führt, wo er Ursache und Verantwortlicher für Leid, Elend und Tod wird.

Wir lernen Sages Großmutter Minka kennen, sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit, denn auch sie erzählt den Lesern ihre Geschichte. Und die ist erschütternd, beängstigend, grausam und so häufig gar nicht angenehm zu lesen. Denn sie führt ebenfalls nach Auschwitz.

Ein weiterer Charakter, dem wir in der Gegenwart begegnen, ist Leo Stein, der im US-Justizministerium arbeitet und sich auf das Aufspüren von Kriegsverbrechern des 2. Weltkrieges spezialisiert hat. Ich muss sagen, dass es mir teilweise schwerfiel, nachzuvollziehen, mit welchem Ehrgeiz und welcher Rechtfertigung er so verbissen seiner Arbeit nachgeht. Vor allem die Tatsache, dass er nach all den Jahren nur das Schlechteste von Josef Weber denkt, hat mich extrem nachdenklich gestimmt. Aber das ist auch eine der moralischen Problemstellungen, mit denen Jodi Picoult in diesem Buch arbeitet. Daher verstehe ich, dass Leo Stein seine Arbeit so verbissen rechtfertigt, denn es gibt auch andere Sichtweisen auf diese Thematik, was so typisch für Jodi Picoult ist und mir so gut gefällt.

Immer wieder eingestreut werden Kapitel, die in kursiver Schrift gedruckt sind. Hierzu möchte ich gar nicht viel sagen, weil es schwierig ist, sich dazu zu äußern, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten. Letztendlich sind es aber wohl diese Kapitel, denen das Buch seinen Namen zu verdanken hat.

So viel zum Inhalt des Buches. Ich muss zugeben, dass ich nach dem Lesen des Klappentextes schon so eine Ahnung hatte, in welche Richtung das Buch gehen könnte. Ich hoffe, dass ich euch mit meiner zusätzlichen Inhaltsbeschreibung nicht zu viel verraten habe. Wobei die Details, die ihr meiner Rezension nun entnehmen könnten, wirklich nur an der Oberfläche kratzen. Also lest das Buch einfach selbst. Ich hoffe, dass es noch viele Leser findet, denn es gibt so viel Gesprächsstoff und ich würde mich total freuen, mich noch etwas detaillierter mit dem einen oder anderen Leser austauschen zu können.

"Bis ans Ende der Geschichte" ist kein fröhliches Buch. Auch nicht in den Szenen, die in der Gegenwart spielen. Stattdessen wird es überschattet von unfassbarer Grausamkeit, erschreckenden Szenen, Details, die ich am liebsten wieder vergessen würde. Und manchmal musste ich mich zum Weiterlesen zwingen. Und doch ist dieser Roman so gut, so unfassbar lesenswert. Nicht durchweg konnte Jodi Picoult mich fesseln. Gerade der kursiv geschriebene Teil des Buches hat für mich einige Längen beinhaltet, wobei ich zugegebenermaßen aber auch erst im Verlauf der Handlung dessen Wichtigkeit und Bedeutung erkannt habe. Aber es ist so faszinierend, was für eine Geschichte Jodi Picoult konstruiert hat, wie sich auf verschiedenste Arten und Weisen Kreise schließen und Verbindungen entstehen, mit denen man nicht gerechnet hat. Und das Ende hat mich dann einfach fassungslos, mit offenem Mund und kullernden Tränen zurückgelassen. Nie, nie, nie hätte ich mit diesem Ende gerechnet und ich glaube, ich habe es immer noch nicht ganz verdaut. Ich bin froh, dass Jodi Picoult nicht den einfachen Ausweg gewählt hat. Aber dass sie mich so treffen würde, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.

Die Autorin ist bekannt dafür, nicht nur die verschiedensten Sichtweisen auf bestimmte Thematiken, die durch ihre Charaktere repräsentiert werden, zu entwickeln, sondern auch gleichzeitig ihre Leser dazu zu bringen, selbst Position zu beziehen. Wobei ich sagen muss, dass es mir beim Lesen dieses Buches extrem schwergefallen ist, eine klare Position zu finden. Vielleicht habe ich das auch jetzt noch nicht. Vielleicht brauche ich einfach noch ein paar Tage, um diesen Roman zu verarbeiten.

Jodi Picoult hat für ihr neuestes Werk unfassbar gut und intensiv Recherche betrieben, was sie in ihrem Nachwort schildert und auch an einer Parallele zu Oskar Schindler zu erkennen war. Dadurch ist ihr ein unglaublich authentischer Roman gelungen, der Fakt und Fiktion vereint und ein Werk darstellt, bei dem sich nach dem Lesen nicht mehr die Frage stellt, ob denn noch ein Buch über die Zeit des Zweiten Weltkrieges wirklich notwendig gewesen ist.

Mein Fazit

"Bis ans Ende der Geschichte" ist ein erschreckender und beängstigender Roman, der dennoch so lesenswert ist und mich völlig sprachlos zurückgelassen hat.

Tolles Thema, emotionslose Umsetzung

Von: LeseBlick Datum : 07.10.2015

leseblick.blogspot.de/

Meine Meinung
Dieses Buch ist ein Buch der vielen Sichtweisen.
Die Autorin stellt uns insgesamt 5 Erzählstränge vor, die wir mal mehr oder weniger über das Buch hinweg verfolgen.
Dieser häufige Perspektivwechsel ist ein wichtiges Markenzeichen der Autorin.
Neu für mich war, dass jeder Erzählstrang in einer anderen Schriftart dargestellt wurde, mir viel es dadurch leichter, dem jeweiligen Strang einem Charakter zuzuordnen.

Die große Thematik in diesem Buch ist der Holocaust und die Judenverfolgung. Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht verraten.

Wie an den Erzählperspektiven zu erkennen, gibt es hier eine Unzahl an Personen. Wirklich berühren, wie es Picoult meist tut, konnte mich nur Sage’s Großmutter Minka, die mich mit ihrer Lebensgeschichte wirklich in ihren Bann ziehen konnte.

Als Sage den 90-jährigen Josef kennen lernt, gerät sie in einen Gewissenskonflikt, der für mich viel zu früh in dieser Geschichte auftrat. Über das Thema Holocaust und dessen Folgen sind du damaliger Zeit so einige in diesen Konflikt geraten, allerdings war Sage’s Meinung zu schnell offensichtlich, so dass es gar kein richtiger Konflikt in meinen Augen war.
Auf ihrem Weg suchte sich Sage schnell Beistand bei der Polizei bzw. einer Instanz, welche Kriegsverbrecher aufsucht. Hier kommt Leo Stein ins Spiel, mit dem ich mich auch wenig arrangieren konnte.
Aber die Begründung liegt glaub ich wirklich daran, dass Sage die Polizei eingeschaltet hat, welche für mich nicht in dieses Buch reingehört.

Pluspunkte konnte die Autorin mit ihrem Schreibstil und den Schilderungen der geschichtlichen Aspekte des 2. Weltkriegs sammeln. Hier fiel auf, wie gut dieses Buch und dessen Story recherchiert sind.
Dieses Buch punktet eindeutig mit den Handlungssträngen der Vergangenheit, die Gegenwart war hier absolut nicht meins.
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Mit dem Hauptcharakter Sage konnte ich vom Anfang bis zum Ende sehr wenig anfangen, was sehr untypisch ist, denn normalerweise mag ich die Protaginsten von Picoult immer sehr gerne und fiebere mit ihnen. Bei Sage konnte ich mich weder mit ihrer Persönlichkeit, noch mit ihren Denk- und Handelsweisen identifizieren. Ich kann nicht mal so genau sagen, woran es gelegen hat, allerdings stelle ich die Vermutung an, dass mir das Buch mit einer anderen Protagonistin, anderen Entscheidungen usw. deutlich besser gefallen hätte.

Zudem hätte ich mir von den Charakteren Sage und Josef mehr Emotionen gewünscht. Lediglich Minka konnte mich hier wirklich berühren.

Die Entwicklung und vor allem das Ende konnte mich leider weder berühren, noch begeistern. Lag es wirklich daran, dass ich mir die Geschichte von Anfang an ganz anders zurechtgesponnen habe?
Dies war wohl hier eindeutig eine Fehlentscheidung, ich konnte mich einfach nicht richtig drauf einlassen.

Mein Fazit
Das neue Werk von Jodi Picoult konnte mich trotz einiger toller, wertvoller Momente nicht so überzeugen, wie andere ihrer Werke.
Dennoch bleibt es ein überdurchschnittlich gutes Buch, einfach weil diese Autorin weiß, wie man mit Worten umgeht.

Eine besondere Leseerfahrung.

Von: Svenja Datum : 04.10.2015

the-bookthief.blogspot.de/

Sage Singer ist eine zurückgezogene Bäckerin, zurückgezogen vor allem weil sie sich die Schuld an dem Tod ihrer Mutter gibt. In einer Gruppe für Trauerbewältigung lernt sie den 90-jährigen Josef kennen, zwischen den beiden entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Sie lernen voneinander und erkennen die Wunden des anderen. Als ihr Josef allerdings erzählt, dass er während der Nazi-Zeit in Ausschwitz stationiert war und Menschen getötet hat, gerät Sage in ein Zwiespalt. Und zum ersten Mal in ihrem Leben, erweckt diese Offenbarung das Interesse an ihre eigene Familiengeschichte und sie drängt darauf endlich zu erfahren was ihrer Großmutter zu dieser Zeit wiederfahren ist...


Gestaltung:
Ich finde das Cover sehr schön, erst einmal mag ich die Gestalt und ihren Look, aber auch wie sie vertief in eine Geschichte ist und der dunkle Hintergrund wirkt sehr stimmig miteinander und passt sehr gut zum Buch.


Meinung:
Bei diesem Buch weiß ich ehrlich gesagt gar nicht so genau wie und wo ich Anfangen soll, es bleibt vielleicht zu erwähnen, dass dieses Buch für mich eine absolute Überraschung dargestellt hat. Ich bin ziemlich neutral an das Buch heran gegangen, weil es sich mit dem Holocaust auseinandersetzt, was kein einfaches Thema ist.

Anfang des Buches gibt es ein paar wirre Details, die Perspektive wechselt immer wieder, die ist allerdings durch einen Schriftwechsel oder einer enstprechender Überschrift gekennzeichnet und doch gibt es einen Part, bei dem man kaum weiß wie er sich in die Geschichte integriert und was genau das alles Aussagen soll und dennoch ist genau dieser Part von großer Bedeutung. Anfangs hat mich das ein bisschen verwirrt, aber irgendwann kam für mich der Punkt da hab ich diesen Part einfach betrachtet und gelesen ohne mir allzu viele Fragen zu stellen und es einfach auf mich wirken zu lassen.
Gerade im nachhinein empfinde ich diesen Part als eine echte Bereicherung. Zu viel möchte ich diesbezüglich aber nicht verraten, weil das meiner Meinung nach zu viel vorweg nehmen würde.

Die Gesamte Geschichte hat mir vom Aufbau her gut gefallen, wie lesen aus der Perspektive von Sage. Ich mochte Sage, auch wenn sie einige Probleme mit sich bringt und ihr Verhalten sich vielleicht nicht immer logisch erklären lässt, dennoch hab ich persönlich eine gute Verbindung zu ihr aufbauen können und mochte sie, vor allem unterzieht sie sich im Laufe der Handlung einer Veränderung die mir sehr zugesagt hat.

Desweiteren gibt es noch den Part von Leo, er ist Bundesbeamter und beschäftigt sich mit dem Auffinden von Kriegsverbrechern der Nazizeit. Ich fand diesen Part sehr interessant, er nimmt nicht übermäßig viel Raum ein, aber doch erkennt man wie der Ablauf seiner Arbeit ist und wie die Vorgänge sind, wenn es einen Verdächtigen gibt. Ich weiß nicht wie realitätsnah diese Schilderungen waren, ich fand sie für das Buch nur wirklich goldwert und hab es sehr gerne gemocht.

Zu kleinen Anteilen hat auch Josef die Gelegenheit seine Sicht zu zeigen. Josef ist wohl der Charakter der bei mir die meisten zwiespältigen Emotionen hervorgerufen hat, man lernt ihn als alten Mann kennen und er ist Lebensmüde und doch ist er einfach nett und fürsorglich und dann schildert er seinen Werdegang wie er dazu kam in Ausschwitz zu arbeiten und in diesem Teil lernt man einen kalten und furchtlosen Jungen kennen, der so viel Hass in einem hervorruft.
Generell hat mich sein Part sehr nachdenklich gestimmt, seine Schilderungen waren wirklich furchtbar und gingen mir sehr nahe.
Und doch stellten sich mir die Frage wie viel Schuld die meisten Menschen wirklich getragen haben, wie viel Vorwurf man ihnen machen kann. Es ist so eine schwierige Frage und meine Antort war nie wirklich dieselbe, je nach dem was ich erade genau zu lesen bekommen habe. Ich glaube nur, dass es aus heutiger Sicht sehr einfach ist zu verurteilen und zu meinem, einem selbst wäre sowas nie passiert - weil man es nicht zugelassen hätte, von daher könnte ich für mich persönlich nie eine allgemeingültige Antwort finden und müsste es immer individuell betrachten.

Das ganze Buch hat bei mir also einen gewissen Nerv getroffen und hat mich erdrückt und anchdenklich gestimmt, es hat mich gedanklich sehr intensiv beschäftigt und insgesamt hat mich das Buch dadurch wirklich gefesselt, auch wenn ich gleichzeitig das Bedürfnis hatte großen Abstand vom Buch zu nehmen, weil es mir nicht immer gut tat. Aber ich konnte mich nicht davon lösen, weder beim lesen, noch sofort nach dem Lesen.

Der beste Part des Buches war der Part von Sages Großmutter Minka, sie ist Jüdin und war in Ausschwitz, auf rund 200 Seiten erzählt sie ihren Werdegang. Wie die Ausgrenzung langsam anfing, wie sie ins Getto gedrängt wurden sind und wie sie für die Deutschen schufften musste. Bis zu dem Zeitpunkt als immer mehr Menschen verschwinden, teile ihrer Familie und letztendlich auch sie.
Allein dies war schon eine sehr genaue und realistische Schilderung und hat bei mir manches Mal Gänsehaut verursacht und mich emotional tief berührt.
Als sie dann in Ausschwitz ist fängt das Leiden erst richtig an, es ist natürlich zu einem die Tatsache, dass all das wirklich passiert ist und noch so viel schlimmeres dazu und dann hab ich diesen Bericht als sehr nahe empfunden. Ich hab wirklich gespürt wie Minka, hungerte und frohr und körperlich an Ende war. Das war beim Lesen für mich allgegenwertig und sehr dicht dran. Das hat das ganze für mich sehr wertvoll werden lassen, gleichzeitig war es aber auch sehr schwer das ganze zu lesen und zu ertragen - zumindest für mich.
Auch ihre ganze Person fand ich überzeugend und einfach einzigartig. Und allen wegen ihr lohnt sich dieses Buch in vielerlei Hinsicht.


Fazit:
Vielleicht mag dieses Buch nicht bei jedem den gleichen Nerv treffen wie bei mir, aber mich hat es wirklich überwältigt. Es hat mich emotional wirklich mitgenommen und auch wenn es nicht leicht war mich so nah an das Geschehen von damals heranführen zu lassen, so ist dieses Buch für mich Gold wert und ich persönlich würde es jedem empfehlen.

Eindrucksvoll, packend, erschreckend

Von: Caro1893 Datum : 04.10.2015

buecherohneende.blogspot.de

Zum Inhalt:
Sage Singer backt für ihr Leben gerne. Deswegen hat sie diese Leidenschaft auch zu ihrem Beruf gemacht. Doch nicht nur Leidenschaft ist der Grund für diese doch recht einsame Beschäftigung. Seit einem Autounfall vor einigen Jahren ist das Gesicht von Sage mit einer Narbe gezeichnet. Sie fühlt sich hässlich und möchte unter keinen Umständen von den Leuten gesehen werden. Und so versteckt sie sich in ihrer Backstube. Einzig in der Trauergruppe, die sie regelmäßig besucht, öffnet sie sich ein wenig. Dort lernt sie auch den über 90-jährigen Josef Weber kennen, mit dem sie sich trotz des großen Altersunterschiedes recht schnell anfreundet. Als Josef ihr jedoch aus seiner Vergangenheit erzählt und dabei ein dunkles Geheimnis zu Tage fördert ist Sage entsetzt und nichts ist mehr wie es vorher war.

Meine Meinung:
"Bis ans Ende der Geschichte" ist ein unglaublich beeindruckendes Buch. Es erzählt vom dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte - dem Nationalsozialismus. Natürlich haben wir alle schon viel über diese Zeit gehört und gelernt, doch dieses Buch schildert die Ereignisse von damals auf so eine persönliche und eindrucksvolle Weise, dass ich stellenweise kaum atmen konnte.

Trotz der Vielfalt an Geschichten über diese Thematik finde ich dieses Buch unfassbar wichtig. Denn auch wenn dieses Kapitel längst Vergangenheit ist, so schadet es doch nicht, sich dessen immer wieder bewusst zu machen. Denn trotz Vergangenheit sollten diese Geschehnisse niemals in Vergessenheit geraten. Was einige vor so vielen Jahren verbrochen haben, lässt sich kaum in Worte fassen.

Picoult wählt hier die Großmutter von Sage Singer. Diese überlebte den Holocaust und erzählt nun die Geschichte aus ihrer Sicht. Hautnah erfährt man als Leser die Geschehnisse aus den Konzentrationslagern. Während die Geschichte immer weiter voran schritt packte mich das Entsetzen immer mehr. Picoult nimmt hier kein Blatt vor den Mund. Sie schildert unverblümt die Grausamkeit der Nazis und lässt trotz allem durchblicken, dass in einigen von ihnen auch teilweise noch ein Funken Reue und somit Mensch schlummerte. Die Geschichte nahm mich so mit, dass ich über die Geschehnisse dringend mit meinem Mann reden musste. Natürlich weiß ich schon aus Schulzeiten, was grausames in dieser Zeit in den Konzentrationslagern geschah. Doch nirgends entstehen grausamere Bilder als in der eigenen Fantasie. Und so zeichnete sich beim Lesen nach und nach Bilder der KZs in meinem Kopf, die schlimmer nicht sein konnten. Das schlimmste dabei ist, dass diese vermutlich genau der Realität entsprechen.

Picoult schafft es die Gefühle der Gefangenen so authentisch rüber zu bringen, dass ich stellenweise das Gefühl hatte ich wäre selbst dabei gewesen. Das Entsetzen, die Angst, Hilflosigkeit und der Hunger sind mit den Händen greifbar. Ich finde es gut, dass die Geschichte aus der Sicht einer Holocaust-Überlebenden erzählt wird, denn so merkt man, dass auch nach 70 Jahre nichts davon vergessen ist. Das Entsetzen der Opfer sitzt weiterhin tief.

Natürlich kam bei mir irgendwann der Gedanke auf, inwieweit eine Amerikanerin die Geschichte des Nationalsozialismus erzählen und dabei authentisch bleiben kann. Mein Fazit ist: Sie kann es einfach richtig gut. Im Nachwort schildert sie, dass sie natürlich die Hilfe einiger Experten hatte. Sie phantasiert also nicht einfach nur, sondern erzählt hart recherchierte Fakten, was das ganze glaubwürdiger und dabei umso schlimmer macht.

Nebenbei fand ich die Schilderungen über Sages' Backleidenschaft total ansprechend. Ich backe selber wahnsinnig gerne und so konnte ich mich den Schilderungen über ihr frisches Gebäck sehr gut hingeben. Schade finde ich es hier, dass es am Ende des Buches keine Rezepte der leckeren Gebäcke gibt. Denn so wie diese im Buch geschildert werden, hätte ich gerne mal das ein oder andere davon ausprobiert.

Die Entwicklung die Sage während der Geschichte durchmacht ist schön zu beobachten. Nach und nach öffnet sie sich der Welt und den Menschen dort draußen und merkt, dass doch nicht alles so schlecht ist wie sie dachte. Sie lernt zu lieben und dabei auch sich ein stückweit selbst zu vergeben. Sie reift mit jeder Seite und begreift, dass das Leben mehr zu bieten hat, als ihre verstaubte Backstube. Die kleine Liebesgeschichte, die Picoult hier mit eingebaut hat, war für mich etwas vorhersehbar und so auch eigentlich gar nicht nötig. Denn Sage ist eine so starke Persönlichkeit, dass sie durchaus auch alleine mit den Geschehnissen fertig geworden wäre. Aber natürlich gönnt man ihr am Schluss trotz allem ihr persönliches Glück.

Zum Ende hin wartet die Geschichte noch mal mit einer großen Wendung auf, die mich sehr überrascht hat. Zwar hatte ich damit gerechnet, dass irgendwo nochmal ein Bogen gemacht wird, doch war mir nicht klar, dass das alles so enden würde. Es bleibt offen, wie genau Sage damit umgeht, denn die Geschichte endet unmittelbar nach diesen Enthüllungen. Ich denke aber dass Picoult hier genau den richtigen Zeitpunkt für einen Abschluss gewählt hat. Manche Dinge sollten einfach offen und der Fantasie des Lesers überlassen bleiben.

Fazit:
Ein eindrucksvolles und meiner Meinung nach sehr wichtiges Buch. Ich bin mir sicher, dass mich die Geschehnisse noch eine ganze Weile beschäftigen werden. Hut ab vor Jodi Picoult die es schafft ein so schwieriges Thema packend und dabei trotz allem mit genau den richtigen Emotionen umzusetzen.

Eine wunderschöne und bewegende Geschichte!

Von: MeineLieblingsbücher Datum : 03.10.2015

meinelieblingsbooks.blogspot.co.at/

Als die junge Sage Singer, Josef Weber bei der Trauergruppe trifft weiß sie noch nicht welch dunkles Geheimnis sich hinter dem zögerlichen Lächeln des Neunzigjährigen verbirgt. Zwischen Sage und dem ehemaligen, beliebten Lehrer entwickelt sich eine Freundschaft. Eines Tages jeddoch offenbart Josef ihr ein schreckliches Geheimnis und bittet sie um einen Gefallen. Einen Gefallen den Sage zu tiefst erschüttert und ihr ganzes Leben verändert.

Dies ist mein erstes Buch von der umschwärmten Autorin Jodi Picoult und als ich es in die Hand nahm, ahnte ich nicht im geringsten auf welche Geschichte ich mich hier einlasse. Allein dieser eine Satz schafft es, mich wieder zum Weinen zu bringen, den ich habe beim lesen schon lange nicht mehr so sehr geweint wie bei diesem Buch. Mehrmals musste ich mir erschrocken die Hand auf den Mund pressen um nicht gleich loszuschluchtzen. Wenn ich Bücher lese bin ich immer sehr emotional, aber hier war es doch noch etwas anders als sonst. Intensiver.

Der Grund warum mir dieses Buch so zu Herzen gegangen ist, ist einfach erklärt. Jodi Picoult schafft es eine unglaubliche Nähe zwischen Leser und Protagonist sowie zwischen Leser und Geschichte aufzubauen. Es ist nicht sehr schwer sich in der Geschichte zu verlieren, durch die Geschichte zu treiben und die Gefühle der Protagonisten zu teilen. Das Buch besteht eigentlich aus drei großen Geschichten, einmal der gegenwärtigen Geschichte von Sage Singer, die Vergangenheit von Josef Weber und die Vergangenheit von Sage's Großmutter Minka. Jede der drei Geschichten hat etwas ganz besonderes an sich und ich kann nur schwer sagen, welche mir am besten gefallen hat. Ich fühlte mich zu allen Protagonisten sehr verbunden und war erstaunt wie sehr ich sie bereits nach dem Beenden des Buches vermisste.

Ich würde gerne etwas mehr über die Geschichte erzählen, aber ich möchte euch nicht die Spannung an der Geschichte nehmen weshalb ich vage bleiben werde.Die bildhafte Sprache erleichterte es mir, mich in den unterschiedlichen Geschichten zu verlieren und der gefühlsvolle Schreibstil brachte mich des öfteren zum Weinen. Dieses Buch fühlte sich für mich wie Magie an, Magie mit spitzen Nadeln und einem saurem Nachgeschmack aber trotzdem reine Magie. Ich war von Anfang an, bis zum Ende total mitgerissen und beeindruckt.

~ FAZIT ~
Jodi Picoult konnte mich mit ihrer wunderschönen, tieftraurigen und erschütternden Geschichte von sich überzeugen und ich kann euch dieses berührende Buch nur ans Herz legen!

Zwei Brüder

Von: Martinas Buchwelten Datum : 30.09.2015

martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

Darum geht's:
Die junge Sage ist seit dem Tod ihrer Mutter traumatisiert, denn sie lenkte damals den Unglückswagen und gibt sich die Schuld an deren Tod. Die Narbe im Gesicht verdeckt sie durch einen langen Pony, die im Herzen versucht sie in einer Trauergruppe zu überwinden. Dort lernt sie den über 90jährigen Josef kennen, der ihr ein folgenschweres Geheimnis erzählt und sie um einen Gefallen bittet, der sie in große Gewissenkonflikte stürzt.

Meine Meinung:
In "Bis ans Ende der Geschichte" erzählt im ersten Handlungsstrang in der Gegenwart von Sage, einer sehr unsicheren jungen Frau, die sich die Schuld am Tod ihrer Mutter gibt. Die Narbe, die ihr geblieben ist, versteckt sie hinter ihrer Haarflut, sich selbst in einer Bäckerei. Das Gefühl für den Tod ihrer Mutter büßen zu müssen, da sie das Auto lenkte, in dem diese unkam, ist allgegenwärtig. Selbst in der Trauergruppe, die sie besucht, hört sie lieber zu, als etwas von sich seobst preiszugeben. Bis sie den über 90jährigen Josef Weber kennenlernt, der ihr aus seinem Leben erzählt und zugibt früher bei der SS gewesen zu sein. Er bittte sie, eine Jüdin, an Stelle vieler anderer, ihm zu vergeben und beim sterben zu helfen. Doch Sage nimmt Verbindung mit der Polizei auf und wird an eine Stelle verwiesen, die Naziverbrechen verfolgt. Der zuständige Sacharbeiter Leo Stein nimmt sich ihrer Anzeige an und beginnt nachzuforschen.

Und bereits bei diesen oben erwähnten Punkten begannen meine Probleme mit der Geschichte. Ein ehemaliger Naziverbrecher sucht bei einer einzigen Person um Vergebung und einen Art Erlass seiner Sünden? Etwas, das ich nicht nachvollziehen konnte, was aber am Ende der Geschichte geklärt wird. Sage's Verhalten sofort zur Polizei zu laufen, BEVOR sie sich überhaupt seine Geschichte angehört hat, konnte ich genauso wenig verstehen. Überhaupt wurde ich mit Sage nicht so richtig warm und konnte die meisten ihrer Verhaltensweisen so überhaupt nicht nachvollziehen.

Doch dann begann Handlungsstrang Nummer 2, der aus der Sicht von Minka, Sage's Großmutter, erzählt wurde. Die Geschichte von Minka, einer außergewöhnlich guten Schülerin, die ihren Vater abgöttisch liebt, hat mich sehr berührt. Sie ist ein junges Mädchen, das von einer Karriere als Schriftstellerin träumt, als die Verfolgung der Juden beginnt und auch das Leben sich in Lodz, Polen, durch die Nazis und den Zweiten Weltkrieg zu verändern beginnt. Lange wehrt sich Minkas Vater, der eine gutgehende Bäckerei führt, das Viertel zu verlassen, doch schlussendlich landen auch sie im Ghetto. Die Beschreibungen des Lebens hinter dem Stacheldraht und schlussendlich im Konzentrationslager Ausschwitz lässt absolut nichts aus. Picoult hat hier hervorragend recherchiert und erzählt aus zwei Sichten, nämlich aus der der Jüdin Minka und ihrer Freundin Darija und den Brüdern Franz und Reiner Hartmann, die der SS angehören. Der Schreibstil ist auf diesen 200 Seiten eher emotionslos, doch die brutalen Schilderungen aus dem KZ nahmen mich trotzallem ziemlich mit. Picoult beschönigt und verurteilt hier nicht, sondern erzählt Fakten bzw. eine Lebensgeschichte. Und diese packte mich ungemein und ist auch der Grund, dass der Roman von mir gerade noch 4 Sterne erhält.

Denn die Geschichte aus der Gegenwart konnte mich nicht wirklich fesseln und war zu vorhersehbar, zu übertrieben und meiner Meinung nach überhaupt nicht der Stil von Jodie Picoult!

Es gibt auch noch eine dritte Geschichte, die wie ein kurzer eingeflochtener Handlungsstrang wirkt. Dieser ist in kursiver Schrift dargestellt und erzählt eine brutale Geschichte eines Mädchens in Polen und zwei vampirartigen Brüdern. Erst mit der Zeit entdeckt man, dass dieses Art Märchen von Minka geschrieben wurde, das ihr hilft, das Leben im KZ zu überstehen.
So verknüpft die Autorin in drei sehr unterschiedlichen Erzählsträngen einen Roman, der von Opfern und Tätern erzählt.

Jodie Picoult ist auch dafür bekannt, dass ihre Bücher immer mit einem besonderen Knalleffekt enden. Dieser war mir diesmal zu vorhersehbar und wird meiner Meinung nach auch zu wenig begründet und erklärt. Hier hätte ich es besser gefunden, wenn die Autorin eine andere Lösung gefunden oder einfach auf einige Ereignisse verzichtet hätte.

Schreibstil und Charaktere:
Die beiden Hauptstränge unterscheiden sich sprachlich sehr. Während der Teil über den Holocaust eher einfach, aber sehr aussagekräftig war und mich fesselte, war der der Beginn und das Ende des Buches, das in der Gegenwart erzählt, zu unausgegoren und eher seicht....es fehlte mir an Tiefe. Die vorhersehbare Erzählweise erinnerte mich überhaupt nicht an den tollen und mitreißenden Schreibstil der Autorin, den ich sonst gewohnt bin.

So erging es mir auch mit den Charakteren aus dem Teil des Buches, der in der Gegenwart spielte. Ich wurde weder mit Sage so richtig warm, noch konnten mich die anderen Personen aus diesem Teil des Buches überzeugen.
Ganz anders jedoch der Rückblick in die Zeit des zweiten Weltkrieges. Mit Minka litt ich mit, zitterte vor Angst oder suchte nach einem Hoffnungsschimmer. Auch ihre Freundin Darija konnte ich mir bildhaft vorstellen. Dieser Part ist fesselnd und sehr berührend.

Bewundernswert finde ich die gute Recherche der amerikanischen Autorin, die das Thema Holocaust nicht wie wir allgegenwärtig hat, ebenso wie ihre gewohnte Sicht auf zwei Seiten und Meinungen, die nicht polarisieren.

Fazit:
Ein Buch, das mich zwiegespalten hat. Die Rahmenhandlung hat mich enttäuscht. Sie war vorhersehbar und emotionslos. Der Teil aus der Vergangenheit war berührend, fesselnd und sehr gut recherchiert. Meine Bewertung hat mir Kopfzerbrechen bereitet. Durch den Lieblingsautorstatus und der intensiven Holocaustgeschichte vergebe ich gerade NOCH vier Sterne.

Aufwühlende Thematik: Holocaust

Von: Janine2610 aus 2002 Großmugl, Österreich Datum : 30.09.2015

janine2610.blogspot.co.at/

Ja, Jodi Picoult hat es wieder getan: einen Roman geschrieben, der wegen seiner brisanten Thematik aufwühlt und sehr nachdenklich stimmt.
Es geht darin um die Judenverfolgung in der Zeit des zweiten Weltkriegs und um die Tatsache, Macht über jemandes Leben und Sterben zu haben. Rache und Zorn werden hier ebenso thematisiert, wie Mitleid und Vergebung ...

Sage ist eine Protagonistin, für die ich bis zum Schluss, obwohl sie eine nennenswerte Entwicklung durchgemacht hat, keine Sympathie entwickelt habe. Ihre anfängliche Lebensführung (die Beziehung zu einem verheirateten Mann und ihr sich-vor-der-Welt-Verstecken, bedingt durch ihr geringes Selbstwertgefühl, weil sie meint, im Gesicht entstellt zu sein) und ganz allgemein ihre emotionslose Art, haben sie nicht zu meinem Lieblingscharakter gemacht.
Und warum ist sie mir dann im Laufe der Geschichte, trotz enormer Wandlung, nicht sympathischer geworden? - Weil diese Entwicklung viel zu schnell vonstatten gegangen ist und somit ziemlich unglaubwürdig war. Man kann nicht innerhalb kürzester Zeit selbstbewusst werden, aus sich herausgehen und sich attraktiv und schön finden, wenn dies vor kurzem noch überhaupt nicht so war. Eine derartige Umstellung passiert in meinen Augen eher schleichend und nicht so plötzlich wie es bei Sage der Fall war. Das ging mir wahrlich zu schnell.
Und rachedurstige und lügende Menschen konnte ich noch nie besonders gut leiden. Sages letzte Handlungen haben sich für mich eben sehr rachedurstig gelesen, was ich absolut abstoßend fand ...

Dann gibt es hier auch noch den 95-jährigen Josef, der einer der Hauptcharaktere war. Was ich von diesem Mann halten soll, weiß ich bis jetzt nicht ... Seine Erzählungen/Beichten über seine Vergangenheit als SS-Mann im KZ Auschwitz waren für mich alles andere als leichte Kost. Die Gräueltaten, die er und die anderen Soldaten begangen haben, klingen heftig und gefühllos und als seine Erzählung davon beendet war, musste ich erst mal ganz tief durchatmen.

Ebenso sehr mitgenommen hat mich Minkas (Großmutter von Sage) Geschichte. Minka hat im Ghetto gelebt und wurde anschließend in Todeslager nach Auschwitz gebracht. Und was sie darüber alles zu berichten hat, ist zutiefst berührend, aufwühlend und hat mich wahnsinnig traurig gestimmt. Diese 200 Seiten über Minkas Vergangenheit fand ich am besten an dem ganzen Buch!

Ganz allgemein kann ich sagen, dass es mir hier aber einfach zu viele verschiedene Erzählstränge gegeben hat. Ich fand den ständigen Perspektivenwechsel ermüdend und deswegen ist es mir auch so schwergefallen, mich ordentlich in die Charaktere hineinzuversetzen bzw. sie zu verstehen. Den Mittelteil des Buches mit Minka, in dem auf 200 Seiten kein Wechsel stattgefunden hat, fand ich deshalb am mitreißendsten.

Ich fand das Buch wirklich nicht schlecht, aber umgehauen (wie beispielsweise "Neunzehn Minuten") hat es mich leider auch nicht.
Lesenswert sind in meinen Augen hier vor allem die Passagen über den Holocaust und Josefs grauenvolle Beschreibungen über seine Arbeit als SS-Mann, da dies bei mir die aufwühlendsten Gefühle hervorgerufen hat.

Fesselnd und bewegend

Von: Kristine Datum : 27.09.2015

kristineliest.blogspot.de/

Mein erster Roman von Jodi Picoult hat mich gefesselt und nicht mehr losgelassen.
Der eigentliche Erzählstrang, die Geschichte von Sage und Josef, wird ergänzt durch zwei, eigentlich sogar drei weiteren Erzählsträngen. So berichtet Josef von seinem Leben während des Dritten Reichs und auch Sages Großmutter Minka blickt auf ihre unfassbaren Erlebnisse während dieser Zeit zurück. Immer wieder eingeschoben ist eine weitere fortlaufende Geschichte, von der ich aber nicht weiter erzählen mag, da sonst vielleicht zuviel vorweg genommen wird.
Der Schreibstil von Jodi Picoult hat mir sehr gefallen, flüssig, anschaulich, ehrlich und nie übertrieben. Die Seiten flogen nur so vorbei und ich war stets in der Geschichte drin, war dabei, wobei das nicht immer angenehm war.

Aber solche Bücher sind so wichtig, die Greuel der Nazizeit dürfen nie in Vergessenheit geraten, wir müssen uns aauch heute immer wieder bewusst machen, dass es wieder passieren kann, wenn wir es zulassen, wenn wir leise bleiben und nicht den Mund aufmachen - momentan vielleicht wichtiger denn je.

Zwei Zitate aus dem Buch möchte ich unbedingt dalassen, als Anregung zum Nachdenken:

"Bei der Hitlerjugend wurde mir die richtige Antwort gesagt, und solange ich sie wie ein Papagei wiederholte, hielt man mich für ein Genie."

"Es könnte auch Ihnen so ergehen. Sie denken: niemals. Sie denken: ich nicht. Aber wir sind in jedem Moment dazu in der Lage, etwas zu tun, womit wir am wenigsten gerechnet hätten."

5 Sterne
vergebe ich für dieses spannende, verstörende, grausame, wunderbare und beeindruckende Buch.

Wenn deine Vergangenheit den Rest deines Lebens bestimmt...

Von: nicigirl85 Datum : 24.09.2015

nicigirl85.blogspot.de/

Seitdem ich "Neunzehn Minuten" von Jodi Picoult gelesen hatte, war ich von ihren Geschichten fasziniert und so war es nur verständlich, dass ich auch ihr neustes Werk lesen wollte.

Im Buch geht es um die junge Sage Singer, die seit einem Autounfall menschenscheu geworden ist, denn ihr Gesicht ist entstellt und zudem gibt sie sich die Schuld am Tod ihrer Mutter. Den Schmerz versucht sie über eine Trauergruppe zu verarbeiten, in der sie alsbald den um viele Jahre älteren Josef Weber kennenlernt. Schnell merken die beiden, dass sie etwas verbindet und eine tiefe Freundschaft entsteht. Können sie sich gegenseitig Halt geben und ihren Schmerz überwinden? Und wird ihre Freundschaft Bestand haben?

Die Handlung gestaltet sich völlig anders als erwartet, was aber nicht heißt, dass es mir nicht gefallen hat.

Die Geschichte spielt sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit. Während die Gegenwart durch Sage Singer und Leo Stein beleuchtet wird, vergegenwärtigen uns die Vergangenheit Sages neuer Freund Josef Weber und ihre Großmutter Minka. Die jeweiligen Parts lassen sich gut durch unterschiedliche Schriftarten und der jeweiligen Überschrift unterscheiden. Der jeweils berichtende Protagonist fungiert als Ich- Erzähler.

Sage ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, an die man sich erst so ein wenig gewöhnen muss. Sie hat einige Päckchen des Lebens zu tragen und man spürt ihren Schmerz, das hat mir gut gefallen. Josef mochte ich anfänglich unheimlich gern, als dann aber sein Geheimnis zu Tage tritt, da war ich erschüttert und mir nicht mehr sicher, was ich von ihm halten soll, aber da ging es mir wahrscheinlich wie Sage.

Besonders berührt hat mich jedoch das Schicksal von Sages Großmutter Minka. Das Thema Holocaust wurde in Büchern schon oft besprochen, aber die Autorin hat hier ihre ganz eigene Art damit umzugehen und konnte mich überzeugen.

Ich bin vernarrt in die Vergangenheit und vor allem faszinierte mich schon immer die Geschichte der Juden, seitdem ich mit dieser das erste Mal im Geschichtsunterricht in Berührung kam.

Das Buch regt definitiv zum Nachdenken an und man sollte hart im Nehmen sein oder es verkraften, dass die ein oder andere Träne rollt. Gerade bei dem aktuellen Flüchtlingsdrama bekommt man aufgrund dieser Geschichte noch einmal eine ganz andere Sichtweise.

Fazit: Ein Roman, der mich berührt hat. Frau Picoult sorgt dafür, dass man als Leser selbst seine Schlüsse zieht und sich eine eigene Meinung bildet. Gern empfehle ich den Roman weiter.

Harter Tobak

Von: hessen liest Datum : 24.09.2015

Die Bäckerin Sage verliert bei einem Autounfall ihre Mutter und wird selbst durch eine große Narbe im Gesicht entstellt, daher lebt sie sehr zurückgezogen. Sie besucht eine Trauergruppe und lernt dort den über 90 jährigen Joseph kennen und freundet sich mit ihm an.
Er beginnt ihr sein Geheimnis zu erzählen denn er ist nicht der, der er vorgibt zu sein. Er war bei der SS und hat zahllose Menschen ermordet.
Sage weiß nicht ob sie das Geheimnis für sich behalten soll oder ob Joseph dafür bestraft gehört. Sie ist von dem gehörten so gefangen dass sie immer wieder bei ihrer Großmutter, einer Jüdin nachhakt um deren Geschichte zu erfahren, um die immer ein großes Geheimnis gemacht wurde.
Das Thema Nationalsozialismus ist kein neues und dennoch fesselt es mich immer wieder, auch wenn es mich immer wieder abstößt und mir eine Gänsehaut beschert. Mir gefällt die Herangehensweise der Autorin sehr gut denn sie beleuchtet ein Thema immer von mehreren Seiten.
Hier berichtet Joseph von seiner Zeit bei der SS und Sages Großmutter Minka beleuchtet diese Zeit aus ihrem Blickwinkel. Es ist nicht einfach die Geschichte der Beiden zu lesen, sehr hart und sehr emotional möchte man das Buch des Öfteren einfach zur Seite legen.
Streckenweise hat die Story aber ihre Längen und ein paar Seiten weniger hätten der Geschichte gut getan.
Ein Buch das zum Nachdenken über Schuld und Sühne anregt. Waren, zumindest einige der Täter, nicht auch Opfer? Mussten sie so handeln um ihr eigenes Leben zu schützen? Macht sie dieses Wissen zu besseren Menschen?
Wie die meisten Bücher von Judi Picoult wird auch dieses noch eine Zeitlang nachwirken.

Bewegend und ergreifend

Von: Tines Bücherkiste Datum : 21.09.2015

tinesbuecherkiste.blogspot.de

Ich habe bisher erst ein Jodi Picoult Roman gelesen und war sehr gefesselt und ergriffen. Auch bei diesem Buch erging es mir ähnlich. Ein tolles Buch, bewegend und ergreifend.
Sage, die sich schuldig am Tod ihrer Mutter fühlt, ist durch einen Unfall entstellt. Sie arbeitet leidenschaftlich gern als Bäckerin, der Vorteil, sie kann nachts arbeiten und fühlt sich dadurch den vermeintlichen Blicken nicht ausgesetzt. Bei einer Trauergruppe lernt sie den 90-jährigen Josef kennen. Er war zu Nazi-Zeiten im KZ Auschwitz gefangen und musste dort zusehen wie 1000 von Menschen ermordet wurden.

Josef ist ein pensionierter Lehrer, der plötzlich anfängt aus seiner brutalen Vergangenheit zu erzählen. Er ist zu allen nett und freundlich und niemand hätte vermutet, dass er so eine Vergangenheit hat. Er will, das Sage seinem Leben ein Ende setzt. Sage will Josef anzeigen und wendet sich darauf hin an den jungen Anwalt Leo, er bringt ehemalige SS-Offiziere vor Gericht.

Dann gibt es noch Minka, Sage Großmutter. Sage recherchiert über Josefs Vergangenheit und dabei kommen immer mehr Fakten über ihre Großmutter raus. Der Hass auf die Juden, das Überleben und die Ankunft in Amerika…

Ein toll recherchiertes Buch. Man bekommt eine Ahnung wie es den Menschen im KZ gegangen sein muss. Das die Offiziere nur die Wahl hatten, töten oder selber getötet zu werden. Ein schweres Thema, was nach vielen Jahrzehnten immer noch schwer diskutiert wird.

Erschreckend grausam und doch absolut begeisternd

Von: DannyBiest Datum : 21.09.2015

Ausnahmsweise schreibe ich mal keine Inhaltsangabe mehr mit eigenen Worten, ich habe bei diesem Buch zu große Sorgen das ich einfach mal wieder zu viel verraten könnte. Deswegen ist die Inhaltsangabe und meine Meinung in einem abschnitt zusammen gefasst.
Das Buch wurde aus der Sicht von verschiedenen Personen geschrieben. Da ist zum einen Sage Singer, die nach einem Unfall eine Narbe im Gesicht hat und sich derer schämt, sie arbeitet in der Nacht in einer Bäckerei und geht in eine Trauergruppe um den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten.
Dann gibt es Josef Weber, ein Mann Anfang 90 und zu Anfang in Sages Augen sehr sympathisch und freundlich, doch er trägt ein dunkles Geheimnis mit sich.
Sages Oma Minka spielt in diesem Buch auch noch eine große Rolle und auch aus ihrer Sicht werden verschiedene Kapitel geschrieben und zu guter letzt gibt es noch Leo, der für den Staat arbeitet und die Verbrecher sucht, die zu der Nazi Zeit getötet haben.
Die ganze Geschichte dreht sich eigentlich darum das Josef möchte, das Sage ihm vergibt. Sage soll ihm Dinge vergeben die er getan hat, als Minka die Großmutter selber noch eine junge Frau war. Josef hat zig Juden getötet, weil es seine Aufgabe war, doch Sage will erst seine ganze Geschichte hören um ihm verzeihen zu können. Minka erzählt aber auch Sage ihre Geschichte und so weiß Sage nachher nicht mehr wie sie mit all dem gehörten umgehen soll.
Klar kenne ich die Geschichte aus der Hitler Zeit und ich weiß auch genau das es grausame Deutsche gab die andere Menschen eiskalt umgebracht haben, nur weil sie eine andere Religion haben, eine andere Hautfarbe oder eine andere sexuelle Orientierung haben. Aber nachdem ich jetzt das Buch gelesen habe wusste ich zu erst nicht ob ich sagen soll das es ein gutes Buch ist oder ob es nur schrecklich ist. Gerade wenn ich daran denke, das zur Zeit die Flüchtlinge nach Deutschland kommen und man auf Facebook und Co wieder die ganzen ätzenden Sprüche sieht das die hier nichts verloren haben. Und nachdem ich jetzt bestimmt eine Woche oder mehr damit gewartet habe diese Rezension zu schreiben, bin ich der Überzeugung das dieses Buch einfach nur richtig gut geschrieben wurde. Ich habe von meiner Mutter schon viel von dem Krieg gehört und wie schrecklich es damals in Paderborn war, was alles weg gebombt wurde und dann wieder neu aufgebaut werden musste. Aber wenn man dieses Buch dann liest und die Geschichte sowohl aus der Sicht von dem Nazi Josef liest, wie auch aus der Sicht von der jungen Jüdin Minka, ist es noch mal wieder was anderes. Es wurde so glaubhaft beschrieben wie Josef die Juden vor einen Graben in Reihe hat aufstellen lassen und dann einfach einen nach dem anderen erschossen hat ohne mit der Wimper zu zucken. Auch wie Minka erzählt wie es war, als sie verladen wurde und nach Auschwitz gebracht wurde. Wie sie in der Schlange gestanden hat und vom Reichsarzt untersucht wurde und dann in eine neue Schlange eingeteilt wurde die nicht in die Gaskammer führt.
Ich habe wirklich schon lange kein Buch mehr gelesen, was mich so berührt hat und mich so lange hat grübeln lassen. Auch das ich so lange gebraucht habe um meine Meinung zu einem Buch in den Blog zu schreiben ist eher aussergewöhnlich. Ich will das eigentlich immer direkt machen damit ich nichts vergesse, aber in diesem Fall musste ich das alles erst mal sacken lassen. Wer auch immer für Jodi Picoult recherchiert hat, hat verdammt gute Arbeit geleistet. Josef ist gebürtig aus Wewelsburg was bei Büren im Kreis Paderborn liegt und das ist die Ecke in der ich aufgewachsen bin. Die Wewelsburg ist für ihre Nazi Vergangenheit wirklich bekannt und es gibt auch heute noch eine große Ausstellung rund um das Thema. Ich fand es absolut faszinierend ein Buch einer Amerikanischen Autorin zu lesen die ein Ort beschreibt den man selber so gut kennt und genau weiß was es mit dem Ort auf sich hat. Ich konnte mir auch bei den anderen Orten die sie beschrieben hat genau vorstellen wie es ausgesehen haben muss. Also Respekt an dieser Stelle sich für ein so schwerwiegendes Thema wie den Nationalsozialismus als Hintergrund einer Geschichte zu entscheiden. Aber nur mal am Rande, wenn jetzt jemand denkt es wird irgendwas aus der Hitler Zeit verschönigt oder gut geredet, der täuscht sich.
Von mir gibt es ganz klar 5 von 5 Sternen für dieses Werk von Jodi Picoult. Ich werde das Buch immer wieder weiter empfehlen und kann es nur jedem ans Herz legen.

Aufwühlend, bewegend & grandios geschrieben.

Von: Kate Datum : 21.09.2015

www.katesleselounge.de

Ich habe bereits einige Bücher von Jodi Picoult gelesen und bisher konnte mich jedes Buch begeistert und faszinieren. So auch „Bis ans Ende der Geschichte“. Ein Buch, das aufwühlend, bewegend und unglaublich gut geschrieben ist. Jodi Picoult ist eine Geschichtenerzählerin. Beim Lesen merkt man deutlich, dass die Autorin das Handwerk des Schreibens versteht. Ihre Geschichten sind gut recherchiert, mit viel Liebe zum Detail versehen und einfach nur grandios geschrieben, sodass man sich in der Geschichte verlieren kann.

In „Bis ans Ende der Geschichte“ stecken eigentlich vier Geschichten in einem. Es wird aus der Sicht von Sage, Ihrer Großmutter Minka, Leo Stein und Josef Weber erzählt. Zwischendurch auch ein selbstgeschriebenes Märchen von Minka. Minka und Josef erzählen die Vergangenheit. Sage und Leo die Gegenwart. Eine Mischung, die vielleicht für Verwirrung hätte sorgen können, hat es aber nicht. Im Gegenteil. Am Ende der Geschichte läuft aber alles zu einem zusammen und ergibt ein ganzes Bild. Auch wenn es zwischenzeitlich einige Passagen gab, die etwas langatmig erschienen sind.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich zu Anfang ein wenig Schwierigkeiten hatte mit Sage Singer. Sie war mir nicht direkt unsympathisch, aber es war auch nicht Liebe auf der ersten Seite. Sie hat viele Probleme, die sie noch nicht verarbeitet hat und somit ist ihr Verhalten durchaus verständlich, aber wir haben dennoch Zeit gebraucht um warm miteinander zu werden. Schwer fand ich es auch mit Josef. Zu Anfang war mir der über 90-Jährige sympathisch. Bis man die vermeintliche Wahrheit über in erfährt. Ich konnte daher die Zerrissenheit von Sage gut nachempfinden, da ich es so ähnlich empfunden habe. Leo Stein dagegen hat „Bis ans Ende der Geschichte“ aufgelockert mit seiner humorvollen Art und Weise. Es war ein passender Kontrast, was dem Buch einfach gut getan hat.

Für mich persönlich allerdings war die Geschichte von Minka am Eindrucksvollsten. In der Schule und auch später habe ich so einige Bücher über den zweiten Weltkrieg lesen, aber keines konnte mich so bewegen wie es „Bis ans Ende der Geschichte“ getan hat. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Geschichten über den Holocaust ist keine leichte Kost. Und auch hier war es sehr aufwühlend, ergreifend und regte viel zum Nachdenken an. Und dennoch hat die Autorin der Figur Minka etwas Leichtes und Hoffnungsvolles verschafft. Es war schlimm, sehr sogar. Aber nicht zu erdrückend.

Bei den Büchern von Jodi Picoult freue ich mich immer auf das Ende des Romans. Nicht, weil ich möchte, dass das Buch zu ende ist. Nein, sondern weil die Autorin mich bisher jedes Mal vollkommen umgehauen hat, da die Geschichte eine völlig unerwartete Wendung genommen hat und ich bisher jedes Mal erstaunt und geschockt gewesen bin. Auch „Bis ans Ende der Geschichte“ nimmt solch eine Wendung. Jedoch habe ich es dieses Mal schon im Voraus nicht nur geahnt, sondern bin beim Lesen bewusst drauf gestoßen bin, dass es so enden wird. Ich fand es schade, da es so zwar noch immer ein bewegendes Ende ist, aber leider auch einen kleinen Stich der Enttäuschung bereit hält.

Fazit
Mit „Bis ans Ende der Geschichte“ hat Jodi Picoult eine bewegende, aufwühlende und zum Nachdenken anregende Geschichte verfasst, die einfach nur grandios geschrieben wurde. Man erkennt deutlich, dass die Autorin eine anspruchsvolle Geschichtenerzählerin ist mit viel Liebe zum Detail. Auch wenn man den Ausgang der Geschichte bereits erahnen konnte und somit der für Frau Picoult bekannte überraschende Schluss dieses Mal weniger schockierend ausfällt, lohnt sich das Lesen dieser wundervollen Geschichte unbedingt.

Absolut lesenswert!

Von: Influenza Bookosa Datum : 21.09.2015

influenza-bookosa.de/bis-ans-ende-der-geschichte-jodi-picoult/

Leben und Überleben, Schuld und Vergebung, Krieg und Frieden. Eine Geschichte voller Kontraste, hervorragend recherchiert, hochemotional erzählt und definitiv nicht mein letztes Buch von Jodi Picoult.

Keine leichte Kost - aufwühlend, beeindruckend, grandios

Von: Bloggerhochzwei Datum : 16.09.2015

www.bloggerhochzwei.de

Dieser kurze Klappentext sagt eigentlich sehr wenig aus, um welche Geschichte es in diesem Roman geht. Daher war ich auch sehr gespannt, auf welches Leseabenteuer ich mich hier einlasse. Da ich aber von Jodi Picoult fast durchweg nur gute und berührende Geschichten kenne, musste ich auch dieses lesen.

Gedanklich, das kann ich ehrlich sagen, bin ich noch immer in diesem Buch gefangen. „Bis ans Ende der Geschichte“ entführt euch in das dunkelste Kapitel von Deutschland – in den zweiten Weltkrieg und den damit verbundenen Holocoust. Vorweg kann ich schon sagen, es ist keine leichte Kost! Aber nun mal zu der Story:

Sage Singer hat bei einem Autounfall ihre Mutter verloren. Den Unfall hat Sage selber verursacht und sich bis heute noch nicht vergeben. Die davongetragenen Narben sind groß, nicht nur in ihrem Herzen, sondern auch auf einer Gesichtshälfte. Ihre Leidenschaft findet sie in ihrem Beruf, Sage ist Bäckerin. Die Arbeitszeiten kommen auch ihrem Gemüt zugute, da sie seit dem Unfall sehr menschenscheu geworden ist. Um den Verlust ihrer Mutter zu verarbeiten, schließt sie sich einer Trauergruppe an. Dort lernt sie Josef kennen, einen 95-jährigen Rentner, und schließt mit ihm Freundschaft. Eines Tages jedoch bittet Josef Sage, ihm beim Sterben zu helfen und verrät gleichzeitig, dass er ein SS-Offizier im 3. Reich war. Sage ist sowohl von seiner Bitte als auch von der bitteren Wahrheit mehr als entsetzt – ist doch ihr Großmutter Minka eine Überlebende des Holocaust. Sage beschließt Josef anzuzeigen und erhält von Leo, einem jungen Anwalt, Unterstützung.

Der Roman wird aus verschiedenen Persperktiven erzählt, welche sich sowohl aus den unterschiedlichen Schriften als auch sprachlich leicht unterscheiden lassen. Durch diese Erzählweise wird dem Leser auch auf einzigartige und behutsame Weise vermittelt, in welchem Zwiespalt Sage Singer steckt.

In diesem Moment fielen mir die mahnenden Worte meiner Mutter ein, immer Mensch zu bleiben und das Wohlergehen der anderen vor das eigene zu stellen.

Ich glaube wir sind uns auch einig, dass dieser dunkle Fleck in der deutschen Geschichte mit nichts zu entschuldigen ist. Jedoch stellt man sich die Frage, wie wäre man selber damals geworden, in welche Richtung hätten wir uns entwickelt? Aufgewachsen während des Nationalsozialismus, dem Gruppenzwang ausgesetzt, gedrillt von Eltern, Lehrer und dem gesamten Umfeld. Selber konnte man nicht mehr klar denken. Aber genau diese Sichtweise wird von Josef erzählt. Es macht das Ganze nicht leichter, aber vielleicht verständlicher.

Minkas Geschichte ist die traurigste. Auch diese Protagonistin erzählt von Ihrer Kindheit, ihrer Jugend, den Beginn der Judenverfolgung, die Umsiedlung ins Ghetto und letzlich das Konzentrationslager in Auschwitz. Diese Schilderung legt sich wie ein Schatten auf die Schulter, genauso schwer und dunkel.

Zwischen all der Vergangenheit und der Gegenwart wird immer wieder eine Geschichte erzählt von einem Monster, dem upiòr, und einem Mädchen. Diese Story wurde von Minka schon vor Kriegsbeginn geschrieben und während des Krieges fortgesetzt.

Ich erbleichte. Das Krankenhaus war das Vorzimmer der Gaskammern.

Und all die vielen Erzählungen haben eine gemeinsame Botschaft: Es geht um Liebe, Vergebung, Strafe, Gerechtigkeit und Gnade.

Eigentlich finde ich für den Roman keine Worte. Er ist so aufwühlend und fesselnd, man muss ihn selbst gelesen haben. Vor allem Minkas Geschichte bereitet euch Gänsehaut und erzeugt ein Engegefühl in der Brust. Und auch wenn es nicht leicht ist, dieses Buch zu lesen, so bin ich froh, dass ich es getan habe.

Jodi Picoult hat brilliant recherchiert und wie immer ist ihr Schreibstil flüssig und spannend und einfühlsam. Das Cover gefällt mir super gut und ist passend zu der Geschichte.

Mein Fazit

Unbedingt lesen! Auch wenn die Geschichte an die Nieren geht und ein unschönes, nein das schlimmste Kapitel in der deutschen Geschichte verarbeitet wird, so lohnt es sich. Es ist auch ein Appell, dass sich so etwas nie mehr wiederholen darf und auch ein Roman gegen das Vergessen.

Wie immer einfach nur ein tolles Buch der Autoren

Von: buecherdenise Datum : 13.09.2015

Die 25-jährige Sage Singer führt ein sehr zurückgezogenes Leben. Ihr Beruf als Bäckerin in der Bäckerei Our Daily Bread von Mary DeAngelis, einer ehemaligen Nonne, kommt diesem Lebensstil nur zu Gute. Soziale Kontakte hat sie kaum, auch kaum noch welche zu ihrer Familie, aber seit drei Jahren besucht sie regelmäßig die Trauergruppe Helping Hands, denn vor drei Jahren hatte Sage einen Autounfall, den sie selbst aus Unachtsamkeit verschuldet hat. Sie wurde verletzt und ist seitdem "gezeichnet", ihre Mutter starb an ihren Verletzungen später im Krankenhaus. Ihr Vater starb an einem Herzanfall, als sie neunzehn war und mit dem Tod der Mutter zerbrach die Familie endgültig. Sage ist der Meinung, dass ihre beiden Schwestern ihr den Tod ihrer Mutter vorhalten, wie sie es selbst tut, sodass sie jedweden Kontakt zu ihnen abgebrochen hat. Die Helping Hands sind für Sage auch nicht wirklich eine Selbsthilfegruppe - sie betrachtet sie als Strafe, als Strafe für das, was sie getan hat.

Als wäre diese Selbstgeißelung nicht schon genug, hat sie auch noch eine Affäre mit Adam begonnen, dem Bestatter ihrer Mutter, der zu allem Überfluss auch noch verheiratet ist. Sicherlich wünscht sie sich, dass sie einen Mann hätte, der voll und ganz zu ihr steht und sie, trotz ihrer Narben, annimmt, wie sie ist, doch hat sie das wirklich verdient, nach allem, was sie getan hat? In der Trauergruppe lernt Sage den 95-jährigen Josef Weber kennen. Dieser ist ein geachtetes Mitglied der Gesellschaft, der lange Jahre, auch nach seiner Pensionierung als Deutschlehrer, noch ehrenamtlich tätig war. Josef sucht nach dem Tod seiner Frau die Trauergruppe auf, doch eigentlich sucht er Absolution. Denn im Gegensatz zu dem was Sage glaubt, hat Josef mit Absicht ihre Bekanntschaft gemacht.

Schon nach kurzer Bekanntschaft offenbart sich Josef. Er will, dass Sage, Tochter jüdischer Eltern (jedoch hat sie ihre Bat-Mizwa abgelehnt), ihm beim Sterben hilft, denn Josef Weber ist nicht wirklich Josef Weber, sondern lebt seit dem Ende des 2. Weltkrieges unter falschen Namen. Sage lehnt dies rundweg ab, doch dann zeigt Josef etwas, was Sages Meinung ändern könnte - ein Foto von ihm, in jungen Jahren, in einer SS-Uniform. Josef erzählt ihr offen, dass er Mitglied bei den SS-Totenkopfverbänden war. Sage ist entsetzt, gerade in Hinblick auf Josefs Wunsch, ihm beim Sterben zu helfen, aber sie willigt ein, über seinen Wunsch nachzudenken, wenn er ihr alles, aber auch wirklich alles erzählt, denn nur wenn sie alles weiß, besteht auch nur im Ansatz die Möglichkeit, ihm Absolution, wenn überhaupt, zu erteilen. Sage, die entsetzt ist, über das, was sie erfährt, wendet sich hinter Josefs Rücken an die HRSP und deren Ermittler Leo Stein, um vielleicht doch noch Gerechtigkeit walten zu lassen - allerdings nicht so, wie Josef sich das vorstellt, sondern Sage will den Kriegsverbrecher vor Gericht sehen. Aber dafür muss sie sich seine Geschichte anhören ...


Vergebung für einen Kriegsverbrecher? Der Plot wurde sehr spannend, emotional und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders faszinierend empfand ich die Grundidee, dass ein Mensch, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt hat, Absolution von einem Nachfahren seiner Opfer haben möchte, um in Frieden sterben zu können, doch ehrlich, hat ein solcher Mensch eine Absolution seiner Verbrechen verdient? Ferner weist der Plot die Besonderheit auf, dass dieser nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern gleich drei, welche jedoch direkt miteinander verknüpft sind. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Anfangs empfand ich die Figur der Sage etwas befremdlich, doch tatsächlich hat sie innerhalb des Buches eine erstaunliche Wandlung durchgemacht, die sie hat reifen lassen und zu der Person gemacht hat, die sie schon immer sein sollte. Jedoch, ich muss es gestehen, empfand ich auch die Figur des Josef ausgesprochen faszinierend, denn was treibt einen Menschen, der abscheuliche Verbrechen verübt hat an, zum Ende seines Lebens noch Verzeihung erfahren zu wollen? Den Schreibstil empfand ich als sehr einfühlsam und auch spannend erarbeitet, sodass ich mich kaum von dem Buch lösen konnte.

Bis ans Ende der Geschichte

Von: Carina Datum : 13.09.2015

worte-und-welten.blogspot.de/

Die junge Bäckerin Sage Singer lernt in ihrer Trauergruppe den 90jährigen Josef Weber kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich trotz des großen Altersunterschieds eine ungewöhnliche Freundschaft. Doch eines Tages verrät Josef ihr ein entsetzliches Geheimnis, das er lange verschwiegen hat… und er bittet sie um einen schwerwiegenden Gefallen, der große Konsequenzen hätte, wenn Sage sich darauf einlässt.

Die Geschichte hat mich gleichermaßen berührt, entsetzt und verstört… Der Leser durchlebt hier wirklich ein Wechselbad der Gefühle.

Zunächst lernen wir die Protagonistin Sage kennen, die seit dem Tod ihrer Mutter nicht mehr wirklich glücklich ist und die sich lieber versteckt, anstatt ihr Leben zu genießen. Dann ist da der schon alte, aber dennoch recht fitte Mann Josef, der so gut in die Gesellschaft integriert ist, aber dennoch ein schreckliches Geheimnis hütet. Und auch Leo spielt eine große Rolle; er jagt Verbrecher, deren Gräueltaten jedoch schon Jahrzehnte zurückliegen und versucht für Gerechtigkeit zu sorgen. Einen großen Part nimmt auch Sages Großmutter Minka ein. Im Mittelteil des Buches übernimmt sie eine Passage und aus der Perspektive ihres jugendlichen Ichs erzählt sie von ihren Erlebnissen, die sie doch so lange zu verdrängen versucht hat. Diese Passage hat mich mit am meisten berührt. Man leidet mit Minka mit, man hat Hoffnung für sie und und und…

Mehr möchte ich über den Inhalt gar nicht verraten, aber ich will das Buch jedem ans Herz legen. Es ist einfach so eine starke Geschichte, die viele wichtige Themen behandelt: es geht um Vergebung, Liebe und Hoffnung, aber ebenso um Krieg, Tod und Leiden. Auch das Sterben an sich spielt eine große Rolle, ebenso Religion und die Familie.
Die Geschichte hat bei mir unheimlich viel bewegt und ich bin sehr dankbar, dass ich das Buch gelesen habe… Die Autorin erzählt so voller Authentizität und Kraft, dass man sich alles zu 100% genau vorstellen kann.

Bei diesen Worten würde ich es gerne belassen, aber zum Schluss gibt es noch einen Appell an euch: Lest dieses Buch! Es lohnt sich wirklich.

Ein berührender Schachtelroman

Von: Lilli33 Datum : 11.09.2015

https://lillisbuchseite.wordpress.com

In Jodi Picoults neuestem Roman finden wir drei Handlungsebenen: die Rahmenhandlung mit Sage Singer als Protagonistin, die Geschichte ihrer Großmutter Minka während des 2. Weltkriegs und eine Erzählung um eine Bestie, die Minka sich damals ausgedacht hat. Immer geht es um Schuld, Vergebung und Menschlichkeit.

Sage ist Mitte zwanzig, als sie in einer Trauergruppe den 95-jährigen Josef Weber kennenlernt. Der alte Mann hat eine dunkle Vergangenheit und daraus resultierend ein besonderes Anliegen an die junge Frau jüdischer Herkunft. Sage ist sich nicht sicher, wie sie damit umgehen soll. Soll sie Josefs Wunsch entsprechen und sich damit gegen das Gesetz stellen? Soll sie auf ihren Kopf oder auf ihr Bauchgefühl hören?

An den Romanen von Jodie Picoult liebe ich zum einen die eindringliche, deutliche Sprache. Aber vor allem liebe ich, wie sie Themen aufgreift, die polarisieren, die die Protagonisten in eine Zwickmühle bringen, die zu einem inneren Konflikt führen. Und wie dann dieser seelische Konflikt von verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Meistens kann ich mir gar nicht vorstellen, wie Picoults Protagonisten es schaffen könnten, aus dem Zwiespalt herauszukommen, was ich sehr spannend finde. Auch „Bis ans Ende der Geschichte“ bietet diesen Zwiespalt, aber leider nicht in dem Maß, wie ich es von Picoult erwartet habe. Hier fehlte mir etwas die Tiefe in der Rahmenhandlung. Sage blieb mir relativ fremd, obwohl ich sie sehr sympathisch fand.

Dagegen ist Minkas Erzählung über ihre Erlebnisse während des Holocausts einfach nur wahnsinnig fesselnd und berührend. Sie wirkt schockierend ehrlich und gut recherchiert. Zwar habe ich schon etliche Romane über diese Zeit gelesen, doch kann es nie genug sein. Nur so können die grauenhaften Verbrechen der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten.

Wie meistens bei Romanen von Picoult kommen verschiedene Ich-Erzähler zu Wort. An den unterschiedlichen Schriftarten, aber auch aufgrund verschiedener Erzählstile, sind sie sehr leicht auseinanderzuhalten. Ich mag diese verschiedenen Perspektiven ja sehr gerne, geben sie doch einen umfassenderen Einblick in ein Thema, als wenn es nur aus einem einzigen Blickwinkel betrachtet wird.

„Bis ans Ende der Geschichte“ bietet reichlich Stoff zum Nachdenken und ist fesselnd geschrieben, allerdings nicht so wahnsinnig spannend. Denn das meiste ist relativ vorhersehbar. Auf die eine große Überraschung, die Jodi Picoult eingebaut hat, wird man schon frühzeitig mit dem Zaunpfahl gestoßen, was ich ein bisschen schade fand.

Fazit:
Trotz kleiner Kritikpunkte ist das Buch sehr lesenswert. Fans von Jodi Picoult werden es sicher mögen, aber auch Leser, die sich auf eingängige Art mit unserer unrühmlichen Vergangenheit auseinandersetzen wollen, sind hier richtig.