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Leserstimmen (6)

Alexa Hennig von Lange: Die Welt ist kein Ozean

Die Welt ist kein Ozean Blick ins Buch

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-14694-8

Erschienen:  27.07.2015
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Nicht wie erwartet

Von: Meggie Datum : 03.10.2015

licentiapoeticae.blogspot.de/

Ausgerechnet in einer psychiatrischen Klinik für Jugendliche will die 16-jährige Franzi ihr Schulpraktikum machen. Sie stellt sich das abenteuerlich und besonders vor – muss aber schnell erkennen, dass sie eine Welt betritt, in der die Normalität außer Kraft gesetzt ist. Hier trifft sie auf den 18-jährigen Tucker – und Tucker trifft sie voll ins Herz. Nach einem traumatischen Erlebnis spricht er nicht mehr. Tief in sich zurückgezogen, dreht er im Schwimmbad seine Runden, am liebsten unter Wasser, wo ihn keiner erreichen kann. Behutsam versucht Franzi, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Als ihr das gelingt, steht sie vor einer schweren Entscheidung: Soll sie wie geplant für eine Zeit ins Ausland gehen? Oder dem Herzen folgen, das gerade erst wieder zu sprechen begonnen hat?



Ich möchte mich vorab beim Randomhouse Bloggerportal, bei cbt und beim zuständigen Pressereferenten Sebastian Menacher bedanken, dass mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde.
Angesprochen hat mich das Buch vor allem aufgrund seines Covers. Die hellen, leuchtenden Farben springen gleich ins Auge und die Haare des Mädchens bilden einen so schönen Kontrast zum Meer. Auch den Schriftzug mit dem Schriftband darunter finde ich sehr schön und es wirkt insgesamt einfach stimmig und passt auch noch super zum Buch selbst.
Die Idee des Buches klang für mich nach dem Klappentext einfach super spannend. Es ist für Teenager ohnehin schwer mit ihren Gefühlen zu Recht zu kommen und das dann auch noch tun zu müssen, wenn man eigentlich eine professionelle Distanz zu den Patienten wahren sollte, klang für mich spannend und lesenswert. Leider mangelte es dann doch sehr an der Umsetzung. Anstatt einer tiefgründigen Geschichte über das erwachsen werden und das treffen eigener Entscheidungen, gab es eher ein lauwarmes Teen-Drama mit flachen Sprüchen. Immer wieder waren einige Stellen schön, das streite ich nicht ab. Zum Beispiel gab es in dem Gespräch mit dem Straßenmusiker durchaus Ansätze von tiefgründigem Erzählen, doch ansonsten war es wirklich schwer die doch eigentlich sehr schöne Message, die dahinter steht, auch zu erkennen.
Die Autorin versucht in ihrem Schreibstil sehr deutlich auf der Ebene von jungen Mädchen zu bleiben. Besonders auffällig wird dies bei der wörtlichen Rede. Allerdings wirkt es so leider auch wie gewollt und nicht gekonnt. Einfach flach und aufgesetzt und absolut unpassend. Vielleicht ist mein Blickwinkel als Erwachsene nicht der beste, aber selbst wenn ich an meine Jugendzeit zurückdenke, hätte ich diese gezwungen jugendliche Sprachweise albern gefunden. Außerdem gab es einfach auffallend viele Fehler im Buch. Ob nun logisch oder rechtschreibtechnisch, sollte so etwas bei einem gedruckten Buch, das an Kinder gegeben wird, nicht passieren. Immerhin nehmen Kinder und Jugendliche ja auch viel davon auf, was sie lesen und merken sich dieses.
Das Buch bedient obendrein jedes Klischee, wobei ich die Gangsterstory des zukünftigen Schwagers noch mit am spannendsten im ganzen Buch war, ist es doch eine sehr abgegriffene Geschichte, dass der Staranwalt von einem ehemaligen Bandenmitglied gerettet wird und seine Tochter sich dann unsterblich in diesen Jungen verliebt. Die wirklich wichtigen Themen, nämlich Tuckers Erkrankung und seine Schuldgefühle, wirken daneben dann wirklich oberflächlich. Sie bieten so viel Potential für eine tiefgründige Geschichte, das leider so gar nicht ausgeschöpft wird.
Die Entwicklungen im Buch passieren obendrein viel zu schnell. Der Junge ist psychisch krank, aber das Erscheinen der Protagonistin heilt ihn innerhalb von gerade einmal zwei Wochen. In dieser Zeit krempelt Franziska auch ihr Leben um und rückt plötzlich von ihren Kindheitsträumen ab. Das ging mir persönlich einfach zu schnell. So wirkt auch die Recherchearbeit hinter dem Buch. Schnell und oberflächlich. Da wäre sicher mehr rauszuholen gewesen, um alles etwas authentischer zu gestalten. Genauso auch die Charaktere, die oberflächlich blieben und zum Teil sogar sehr unrealistisch gehandelt haben. Ihr Verhalten wurde gar nicht richtig erklärt. Die Geschichte wirkte durch diese ganzen Punkte letztlich reichlich konstruiert und unrealistisch, mit wenig Herz geschrieben und am Ende auch noch schlecht lektoriert.


Insgesamt ein Buch mit viel Potential, das leider unausgeschöpft blieb und deshalb die Geschichte oberflächlich und laienhaft wirken lässt. Vielleicht mögen jüngere Mädchen es anders sehen, aber ich konnte mich mit dem Buch nicht anfreunden und würde es auch weniger empfehlen.

Aussehen: ♥♥♥♥
Charaktere: ♥
Spannung: ♥
Schlüssigkeit: ♥♥
Emotionale Tiefe: ♥
Schreibstil: ♥♥

Konnte mich emotional leider nicht erreichen...

Von: Dani Schwarz - Lesemonsterchen´s Buchstabenzauber Datum : 07.09.2015

lesemonsterchens-buchstabenzauber.blogspot.de

Mit "Die Welt ist kein Ozean" hat die Autorin einen unterhaltsamen Roman für Jugendliche und Erwachsene geschrieben. Nicht mehr und nicht weniger...

Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht, und ich erwartete ein Buch voller Emotionen und Tiefgang. An dieser Stelle wurden meine Erwartungen aber leider nicht erfüllt.

Der 18-jährige Tucker leidet nach einem schockierenden Schicksalsschlag unter totalem Mutismus. das heißt, er spricht nicht mehr. Überhaupt nicht. Er hat eine verbale Blockade. Seit er vor einem Jahr in die psychatrische Klinik kam, hat kein Wort mehr seine Lippen verlassen. Die Ärtze sind bisher nicht weitergekommen, sie haben die Hoffnung auf Heilung schon beinahe aufgegeben.

Ausgerechnet die sechzehnjährige Praktikantin Franzi schafft, woran Ärzte und Familie scheitern: Die Blockade zu durchbrechen.
Franzi, ist eine sympathische, junge Protagonistin mit einem großen Herzen und einem angeborenen Helfersyndrom.
Die beiden sehen sich, verlieben sich unsterblich ineinander und schwupps, Tucker redet und ist wieder ein mehr oder weniger ganz normaler junger Mann. Hier fehlt mir eindeutig der Tiefgang.
Man erfährt zu wenig über diese Form der psychischen Krankheit und ebenso fehlte mir das langsame Herantasten, als dass mich Tuckers Schicksal wirklich auf emotionaler Ebene erreichen konnte.

Vielmehr empfand ich die Geschichte und den Schreibstil der Autorin zwar als angenehm und auch schön zu Lesen, aber im Großen nund Ganzen doch recht oberflächlich und unglaubwürdig. Zumal Tucker sich am Ende auf einmal frei außerhalb der Psychatrie bewegen kann, und das obwohl er nach einem Vorfall als äußerst instabil gilt. Dies entbehrte sich leider komplett meiner Logik.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön und flüssig zu lesen, und schafft auch eine angenehme Atmosphäre, mehr jedoch leider nicht.

Fazit:
Die Welt ist kein Ozean ist an sich ein schön zu lesendes, unterhaltsames Jugendbuch. Jedoch hat es die eigentlich tolle Grundidee - durch die Oberflächlichkeit der Charaktere und den fehlenden Tiefgang - nicht geschafft, mich auf emotionaler Ebene zu erreichen.
3 von 5 Sterne

Gelungenes Buch, das sich mit den Abgründen der menschlichen Seele befasst, tiefgründig, emotional

Von: Tintenwelten Datum : 27.08.2015

https://www.youtube.com/channel/UCERCU4YR7gqHqKaA29335sw

Die 16-jährige Franziska macht ihr Schulpraktikum in einer Klinik für psychisch kranke Kinder und Jugendliche. Dort trifft sie nicht nur auf Patienten mit Ess-, Zwangsstörungen oder Neurosen sondern auch auf den schwer traumatisierten Tucker, der seit einem Jahr nicht mehr gesprochen hat. Wider allen Erwartungen löst sie etwas in ihm aus, so dass er sich ihr gegenüber zu öffnen beginnt. Plötzlich steht sie vor der Entscheidung: soll sie ihrem Verstand und somit ihrem Lebenstraum oder ihrem Herzen folgen?

Das Buch beschreibt sehr emotional und mitreißend das Ausmaß und den Umgang mit psychischen Erkrankungen und dass manchmal Schulmedizin und Therapie eben nicht ausreicht, um schwere Schicksalsschläge zu verarbeiten. Dabei beobachtet der Leser die aufkeimende Beziehung zwischen Franziska und Tucker. Nach und nach werden die Ereignisse, die zu Tuckers Trauma geführt haben aufgedeckt. Man erfährt aber zusätzlich auch einiges über andere Patienten, die Probleme ihrer besten Freundin Nellie sowie der dramatischen Vergangenheit von Franziskas Familie, was ich ebenfalls sehr spannend finde.

Sämtliche Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und wirken auf mich sehr authentisch. Allerdings stehe ich Franziska etwas zwiegespalten gegenüber. Sie ist gut behütet aufgewachsen und nimmt diese Praktikumsstelle zunächst nur an, weil sie eine Art Helfersyndrom zu haben scheint und weil sie das Besondere reizt. Meiner Meinung nach überschätzt sie sich maßlos, weil sie sich von Anfang an ausmalt, die Menschen dort heilen zu können und das ohne jegliches Vorwissen. Auf der anderen Seite macht sie im Verlauf des Buches auch immer wieder deutlich, dass sie sich vermutlich zu viel erhofft, wenn sie sich einbildet, Tucker wirklich helfen zu können. Obwohl sie in dieser Klinik ins kalte Wasser geworfen wird, tut sie meistens instinktiv das Richtige und findet so den ersehnten Zugang zu ihm. Allerdings finde ich es auch fragwürdig, ob ein solcher Fortschritt, wie er hier bezüglich Tucker beschrieben wird, in einer derart kurzen Zeit möglich ist. Dennoch hat mich die Geschichte von der ersten Seite an gepackt. Ich habe mit Franziska und Tucker gelitten und konnte mich meist in die Protagonistin hineinversetzen. Ihr Zwiespalt zwischen ihrem Lebenstraum - der Musik - oder Tucker zu wählen, wurde ebenfalls gut umgesetzt.

Schwierig war für mich als Charakter auch ihre beste Freundin Nellie, die aufgrund einer Trennung ihrer Eltern derart von Misstrauen befallen ist, dass sie teilweise echt nervig rüber kam ' wenn auch aus verständlichen und nachvollziehbaren Gründen.

Es ist ein gelungenes Buch, das sich mit den Abgründen der menschlichen Seele befasst ' tiefgründig, emotional und fesselnd.

Traumatische Erlebnisse und jugendliche Liebe

Von: Satu Gustafson Datum : 09.08.2015

wortwucher.blogspot.de

Eckdaten zum Buch:

Autor/in: Alexa Hennig von Lange
Titel: Die Welt ist kein Ozean
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Jugendbuch/Mädchen
Länge: 242
Thema: Ängste, psychische Störung, Liebe unter schwierigen Umständnen

Plot in einem Satz: Franziska macht ein zweiwöchiges Praktikum in der Jugendpsychiatrie und verliebt sich in einen Jungen mit totalem Mutismus.

Erster Satz: Seit ich auf der Welt bin, versucht meine Mutter, mich von allem fernzuhalten, was mich auch nur im Ansatz traumatisieren könnte.

Inhalt: Die siebzehnjährige Franziska macht ein zweiwöchiges Praktikum in einer Jugendpsychiatrie, wo sie den gutaussehenden Tucker kennenlernt, der leider ein Problem hat: seit einem traumatischen Erlebnis in der Vergangenheit spricht er nicht mehr und hat sich ganz in sich zurückgezogen. Auch die Ärzte kommen nicht an ihn heran. Franziska verliebt sich in den Jungen und kommt ihm näher, als es für eine Praktikantin erlaubt wäre. Dabei plant sie doch eigentlich, ein Jahr an einem renommierten Musik-College in Australien zu verbringen. Wie soll sie sich entscheiden?

Was mir gefallen hat: Das Cover fand ich großartig und auch der Klappentext liest sich sehr interessant. Die Grundidee des Buchs gefällt mir einfach. Auch der generelle Faden des "Erwachsenwerdens" war passend. Franzi muss zunehmend mehr Lebensentscheidungen treffen und hat Angst davor, da sie bisher noch nicht sehr viel selbstständig entscheiden musste. Mir gefiel auch die Passage, in der Franzi den Straßenmusiker Randy kennenlernt. Die Gespräche zwischen den beiden haben für mich vieles herausgerissen. Insgesamt bin ich mit dem Buch aber leider überhaupt nicht warmgeworden.

Was mir nicht gefallen hat: (Achtung, milde Spoiler!) Ich muss voranstellen, dass ich nun wirklich nicht die Zielgruppe des Buches bin. Ich könnte eher schon Kinder im Zielgruppenalter haben (meine sind allerdings noch klein). Insofern ist mein Blickwinkel sicher auch ein anderer, und ich kann mir vorstellen, dass der Roman jüngeren Mädchen sehr gut gefallen könnte, auch wenn ich persönlich damit gar nicht warmgeworden bin.
Das lag zum einen am Schreibstil, der sehr jungendlich ist, und auch einiges an Stilblüten produziert.
Ich fühlte mich an Texte meiner Schüler erinnert. Das macht den Text einerseits natürlich authentisch, denn Franzi ist genau in dem Alter, in dem auch meine Schüler sind. Dennoch hätte eine Stilpolitur hier und da dem Lesevergnügen nicht geschadet. Das ist auch gleich mein zweiter Kritikpunkt. Ich weiß nicht, was das Lektorat gemacht hat. Lektoriert jedenfalls nicht. Ich bin Deutschlehrerin und lese sehr viel Korrektur. Ich bin deswegen sehr auf Fehlersuche trainiert, daher fällt mir sicher weit mehr auf als dem durchschnittlichen Leser. Dennoch finde ich, dass in einer Verlagsveröffentlichung, die auch im Print erhältlich ist, nicht so viele Fehler zu finden sein dürften. Von einer "Sechszehn" in der Kapitelüberschrift zu einem "Bundstiftherz", zahlreichen Grammatik- und Anschlussfehlern bis hin zu inhaltlichen Dingen. Da werden zum Beispiel in der "Gestalttherapie" Plakate gebastelt. Die Gestalttherapie ist aber ein sehr festgelegter Begriff und hat mit "Gestalten" an sich erst einmal wenig zu tun. Gemeint ist wohl eher Kunsttherapie oder GestaltUNGStherapie. Ich fand einige Inhalte auch sehr klischeehaft (wie den "ehrenhaften Gauner" in Form von Franzis zukünftigem Schwager, dem reformierten Gangmitglied, das plötzlich zum Traumschwiegersohn mutiert ist). Manches las sich einfach für mich wie ein Skript zu "Zwei bei Kalwass" oder ähnlichen Pseudo-Reality-Formaten.
Schade fand ich in jedem Fall, dass der Roman so an der Oberfläche bleibt. Tuckers Erkrankung wird zum Beispiel nicht näher beleuchtet und seine spontane Wunderheilung ging mir viel zu schnell. Ich hätte mir gewünscht, Franziska hätte sich ihm langsam genähert - vielleicht in einem Praktikum, dass sich über 3-6 Monate zieht. Zwei Wochen waren mir einfach zu kurz - auch zu kurz um die ganz große Liebe entstehen zu lassen, die hier schon nach drei Tagen plötzlich im Raum steht, ohne dass die beiden auch nur ein Wort miteinander gesprochen haben. Eigentlich macht Franzi auch nichts Besonderes, das erklären würde, warum Tucker auf sie reagiert. Franzi wirkte auch so, als habe sie sich überhaupt nicht informiert, bevor sie das Praktikum begonnen hat. Auch bei den Klinikszenen an sich hatte ich nicht das Gefühl, dass hier umfassend recherchiert wurde. Die Ärzte und Schwestern wirken sehr laienhaft und haben natürlich überhaupt keine Ahnung. Sie sind dann auch dementsprechend froh, dass endlich Franzi daherkommt.
Das Ende fand ich auch nicht besonders realistisch. Ich bezweifle, dass jemand, der nicht schwimmen kann, auf die Idee kommt, nachts in ein unbekanntes Gewässer zu steigen, um dort einen Schlüssel zu suchen (!), den man vermutlich auch am Tag nicht finden könnte, geschweige denn in der Dunkelheit. Und natürlich ist zufällig dann auch der Retter mitten in der Nacht rechtzeitig zur Stelle. Also, ich mag ja Kitsch und verzeihe viel, aber das war mir wirklich etwas too much. Es wirkte einfach unmotiviert und konstruiert. Schade.
Mit den Charakteren wurde ich auch nicht so recht warm. Franzi zerfloss immer wieder im Selbstmitleid (warum eigentlich?), ihre Freundin Nelli war mir ziemlich unsympathisch und auch Tucker blieb reichlich blass. Von ihm ist bei mir hängengeblieben, dass er Waffeln mag und gut aussieht. Viel mehr nicht.
Das schlechte Lektorat mag ich hier nicht der Autorin anlasten, aber es hat mich wirklich gestört.

Wem würde ich das Buch empfehlen? Ich glaube, jüngere Leserinnen nehmen es mit dem Realismus nicht so ernst. Stichwort: Zwei bei Kalwass. Da geht es auch mehr um das Drama, das für eine jüngere Zielgruppe eben spannend ist. Ihr Fokus dürfte mehr auf dem Gefühl liegen, das vermittelt wird. Hier bietet der Roman natürlich einen hübschen, unnahbaren Jungen mit Problemen, ein Mädchen im Strudel der widerstreitenden Gefühle, das mit allen Problemen des Erwachsenwerdens konfrontiert ist, eine schöne Kulisse, viel Drama (und Melodram) und somit vermutlich auch gute Unterhaltung. Sehr seicht meines Erachtens, aber wenn man sich darauf einlässt, kann es auch unterhaltsam sein. Bei mir addierten sich die negativen Eindrücke einfach zu sehr, dass ich es nicht mehr genießen konnte, aber ich betrachte das Buch wie gesagt auch aus einem völlig anderen Blickwinkel. Unterhaltung - ja. Tiefgang - Fehlanzeige. Ich könnte es mir als Ferienlektüre für Mädchen ab 12 vorstellen. Es ist aber kein Buch, das ich als Mutter mitlesen würde, um gemeinsam zu schwärmen.

Traumhaft schön!

Von: Zwischensequenz Datum : 28.07.2015

zwischensequenz.wordpress.com

Titel: Die Welt ist kein Ozean
Autor: Alexa Hennig von Lange
Verlag: cbt
Seitenanzahl: 242
Preis: 11,99€ (Als eBook bei Amazon)


"Wichtig ist, dass man weiß, was am Ende dabei rauskommen soll"
-Franzi's Vater (S. 66)


COVER:

Das Cover ist wie ich finde sehr schlicht gehalten aber passend zum Titel und zur Handlung. Franzi erwähnt oft die Meereswellen welche auf dem Cover ins Auge sticht und vor allem die roten Haare und die bleiche Haut passen perfekt. Mir gefiel das Cover gut aber nicht so gut das ich sagen würde "Deswegen wollte ich dieses Buch lesen!".


INHALT:

Die junge, sechzehnjährige Franzi entscheidet sich für ein zweiwöchiges Berufspraktikum in einer psychiatrischen Klinik für Kinder und Jugendliche bevor sie ihr lang ersehntes Auslandsjahr antretet. Da sie sehr behütet aufgewachsen ist sieht sie das als eine Art Urlaub von eben diesem und sie stellt sich die zwei Wochen aufregend und besonders vor aber bald muss sie merken das sie gar nicht so stählerne Nerven hat wie sie es zuvor auf dem Fragebogen der Klinik angekreuzt hat. In der Klinik trifft sie auf Jugendliche und Kinder die von außen gänzlich normal sind innerlich aber gegen viele Dämonen zu kämpfen haben und diesen Kampf durchaus auch verlieren. Franzi merkt bald das sie sobald sie die Treppe zur Klinik hochgeht und diese betritt in eine Welt taucht in der die Normalität außer Kraft gesetzt ist und das junge Mädchen bezeichnet die Klinik als "Wunderland" ("Die Alice im Wunderland-Welt trägt Trauer." S181).

Doch obwohl ihr das alles was in der Klinik passiert an die Substanz geht setzt sie ihr Praktikum fort denn sie will anderen helfen und als sie den achtzehnjährigen Tucker welcher nach einem traumatischen Erlebnis an totalem Mutisums leidet trifft hat sie einen weiteren Grund zu bleiben. Tief zurückgezogen schwimmt Tucker seine Runden im Schwimmbad der Klinik und das am liebsten unter Wasser wo ihn keiner erreichen kann. Mit viel Geduld schafft Franzi es das der traumatisierte Junge auf sie reagiert und sogar mit ihr spricht und plötzlich steht die sechzehnjährige vor einer schweren Entscheidung. Soll sie wie geplant das langersehnte Auslandsjahr antreten oder ihrem Herzen folgen welches dank Tucker erwacht zu sein scheint?


MEINUNG:

Als ich das Buch beim Bloggerportal angefragt habe tat ich es ohne irgendwelche Erwartungen und nur weil mich der Klappentext ansprach. Der Plot des Buches wird sehr gefühlvoll und realistisch erzählt. Mir persönlich hat sehr gefallen wie vorurteilsfrei und unbefangen Franzi anderen Menschen und vor allem den Kindern und Jugendlichen welche mit psychischen Erkrankungen jeglicher Art zu kämpfen haben in der Klinik begegnet. Es ist bemerkenswert wie sie es schafft mit allen aus zukommen, auf diese Kinder und Jugendliche einzugehen, für einen jeden von ihnen da zu sein und zu helfen falls sie es wollen und es dabei dennoch schafft sie selbst zu seinen und sich nicht zu verstellen. Sämtliche Figuren im Buch sind in meinen Augen sehr realistisch dargestellt und vor allem Franzi die mit ihrer Art alles positiv zu sehen (gut fast alles) stich aus der Menge heraus. Franzi hat mir von Anfang an gefallen und ich konnte mich erstaunlich gut mit ihr Identifizieren. Was Tucker angeht muss ich sagen das auch er mir von Anfang an sehr gut gefallen hat. Während Franzi jedoch durch ihre Worte überzeugt ist es bei Tucker aufgrund seines Krankheitsbildes so das er durch Handlungen und mit seinem auftreten gegenüber Franzi überzeugt. Anfangs erscheint es einem irgendwie lächerlich das Franzi daran glaubt ihn "retten" zu können aber man merkt bald das man mit diesem Gedanken sehr falsch liegt und das sie einander quasi gegenseitig retten. Für mich ist dieses Protagonisten-Paar sehr seltsam aber auch sehr interessant und im laufe des Buches sind mir beide sehr ans Herz gewachsen.

Kommen wir nun zu den Nebenfiguren. In dem Buch haben mich zwei Nebenfiguren sehr beeindruckt und ich finde diese sind auch die wichtigsten. Da ist einmal Franzi's beste Freundin Nelli und dann ist da Schwester Maggie die in der Klinik während Franzi's Praktikum ihre Ansprechpartnerin ist. An Nelli hat mich am meisten beeindruckt das obwohl sie so erwachsen und aufgeklärt erscheint man schnell merkt das in ihr eigentlich ein kleines, verlassenes und verletztes Mädchen steckt welches mir der jetzigen Familiensituation überfordert ist und deswegen mit aller kraft an dem wenigen beständigen (wie zum Beispiel ihre Freundschaft mit Franzi) in ihrem Leben klammert.

Bei Schwester Maggie war es schlicht ihre ganze Art. Anfangs beschreibt Franzi Schwester Maggie als streng aber auch als jemanden denn sie mag jedoch wird schnell klar das Maggie gar nicht so streng ist wie sie scheint. Ich empfinde Schwester Maggie als sehr Mitfühlsam und lieb. Im laufe der Geschichte wird die Schwester zur einer starken Stütze für Franzi und das macht sie in meinen Augen zu einer sehr, sehr wichtigen Nebenfigur. Ich denke würde Franzi jemals in der Klinik arbeiten hätte sie mit Schwester Maggie jemanden der immer an ihrer Seite stehen würde der ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen würde.

Zum Schreibstil des Buchen kann ich nicht viel sagen außer das er einfach aber dennoch gefühlvoll und realistisch ist was vermutlich an der Einfachheit liegt. Keiner von uns redet im richtigen Leben wie ein Schriftsteller aus vergangener Zeit, wir benutzen keine schweren Wörter wenn wir uns mit wem unterhalten sondern einfache und ebenso hat es die Autorin beim schreiben gemacht. Sie hat die leichten Wörter den schweren vorgezogen und das macht das Buch für mich so traumhaft schön. Es war für mich nicht schwer in die Geschichte von Franzi und Tucker einzutauchen und mit ihnen sämtliche Probleme zu meistern die ihnen das Leben beschert hat.


FAZIT:

Ehrlich gesagt weiß ich nicht was ich sagen soll. Ich habe lange kein Jugendbuch gelesen und vergessen wie herrlich einfach sich solche Bücher lesen. Alle Jugendbücher sind einfach geschrieben aber kein Jugendbuch hat mich so sehr gepackt wie dieses. Ich habe vom ersten Satz an mitgefühlt und zusammen mit Franzi eine Reise in eine Welt gemacht die mich als jemanden der Depressionen hat etwas erschreckt. Ich kann aus Erfahrung sagen das es verflucht schwer ist gegen die eigenen Schweinehunde zu kämpfen und ich will mir nicht ausmalen um wie viel schwerer das sein muss wenn man in einer Klinik sitzt. Beim lesen dieses Buches sind meine Gefühle Achterbahn gefahren. Ich habe geweint und gelacht, ich war verzweifelt, verängstigt und begeistert, ich war traurig, deprimiert und nachdenklich und am Ende dieser Achterbahn war ich glücklich und nachdenklich. Das Ende dieses Buches hat mir sehr gefallen denn es lässt Spielraum für eine Fortsetzung und für die Fantasie des Lesers. Das Buch habe ich innerhalb weniger Stunden zu Ende gelesen und nun bereue ich es denn ich vermisse Franzi, Tucker, Schwester Maggie und Nelli jetzt schon sehr. Ich hoffe (wenn auch vielleicht vergeblich) auf eine Fortsetzung und möchte mich an dieser Stelle bei dem Verlag cbt und der Autorin herzlichst für dieses wundervolle Buch bedanken welches mir auf eine gewisse Weise sehr viel Kraft gegeben hat und welches ich sicherlich erneut lesen werde.

Das Buch kriegt von mir trotz des Covers das mir zwar gut aber nicht außerordentlich gefallen hat fünf von fünf Sternen und ich kann es jedem empfehlen der einen Einblick in solch eine Institution wagen möchte, etwas schönes aber leichtes lesen will und sich für solche Sachen interessiert.

herzzerreißend und unglaublich :'( *_*

Von: ~alli Datum : 27.07.2015

https://m.facebook.com/openedbyabook

Erscheinungsdatum: 27.07.2015
Preis als Printausgabe: 14,99€
Preis als Kindle Edition und als ebook: 11,99€
Seitenanzahl: 352 Seiten

Die Kurzbeschreibung:
Ausgerechnet in einer psychiatrischen Klinik für Jugendliche will die 16-jährige Franzi ihr Schulpraktikum machen. Sie stellt sich das abenteuerlich und besonders vor – muss aber schnell erkennen, dass sie eine Welt betritt, in der die Normalität außer Kraft gesetzt ist. Hier trifft sie auf den 18-jährigen Tucker – und Tucker trifft sie voll ins Herz. Nach einem traumatischen Erlebnis spricht er nicht mehr. Tief in sich zurückgezogen, dreht er im Schwimmbad seine Runden, am liebsten unter Wasser, wo ihn keiner erreichen kann. Behutsam versucht Franzi, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Als ihr das gelingt, steht sie vor einer schweren Entscheidung: Soll sie wie geplant für eine Zeit ins Ausland gehen? Oder dem Herzen folgen, das gerade erst wieder zu sprechen begonnen hat?

Holla die Waldfee und Adios mein Herz es wurde von dem Buch rausgerissen, drauf rumgetrampelt, zersplittert, zusammengeklebt und wieder reingestopft. Es ist ein so wunderschönes und sehr berührendes Buch, welches einen wirklich zum Nachdenken, heulen und manchmal dann doch auch zum lächeln bringt. Es ist so herzergreifend geschrieben und es braucht kein großes TamTam um sich in diese Geschichte zu verlieben. Ich war von der ersten Seite an so begeistert und es wurde mit jeder Seite wirklich zu einer Sucht weiterzulesen das ich mich am ende geärgert habe, das ich schon fertig bin.

Die Autorin hat mit Franziska und Tucker wirklich traumhafte Charaktere erschaffen, in die man sich so unfassbar schnell reinversetzen kann und mit ihnen auf jeder einzelnen Seite mitempfinden kann. Mit Franzi konnte ich mich sofort Identifizieren weil sie einfach dieses zurückhaltendere Mädchen ist was im Verlauf des Buches langsam immer selbstbewusster wird und so Stück für Stück ihren eigenen Weg findet. Die Nebencharaktere oh Gott wo soll ich da nur anfangen dieses Buch ist ein Feuerwerk an tollen Charakteren, die ich besonders toll finde, weil es einfach auch alltägliche Charaktere sind, denen man so jeden Tag auf der Straße begegnen könnte. Aber dennoch bekommt es durch die ganzen Charaktere in der psychiatrischen Klinik etwas unbekanntes was man so im alltäglichen Leben nicht so mitbekommt.

Alles in allem kann ich jedem von euch der z.B. die Bücher von John Green gerne liest dieses Buch wirklich ans Herz legen, aber auch allen anderen, da es so unfassbar tief berührend ist. Ich hab mich wirklich mit jeder Seite mehr in dieses Buch verliebt und würde es am liebsten sofort gleich nochmal lesen aber ich fürchte dann kann man mein Herz echt sonst wo suchen.