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Leserstimmen (44)

Bernhard Aichner: Totenfrau (Die Totenfrau-Trilogie) (1)

Totenfrau Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-442-75442-7

Erschienen: 10.03.2014
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"an den Haaren herbeigezogen" (S. 248)

Von: J.E.Schubert aus Köln Datum : 03.01.2016

Wie meine Überschrift, so ist auch meine Einschätzung des Romans, dessen Story ich keineswegs für besonders originell halte. Allerdings hat mich anderes viel mehr geärgert, und ich habe nur weiter gelesen, da das sehr schnell ging und um mit einem möglichen Verriss dem Autor nicht unrecht zu tun.
Hauptärgernis ist, dass einiges an Kritik sich leicht zurückweisen ließe mit dem Hinweis, es folgten ja noch zwei Teile. Die werde ich allerdings bestimmt nicht lesen. Auch entschuldigt das nicht die offene Rechtfertigung von Selbstjustiz, die den Roman durchzieht. Schon der in dieser Form völlig überflüssige Beginn mit der Ermordung der Adoptiveltern durch die Protagonistin wird entsprechend unterfüttert, da sie ja von diesen Eltern so furchtbar gequält worden sei. Das wird übrigens detailreich mit Lust (?) am Abartigen und Perversen geschildert, wie übrigens noch einiges mehr in diesem Buch. Warum dann eine 24jährige, so alt ist die Hauptfigur Blum zu Beginn der Handlung, nicht das Weite sucht, bleibt insbesondere deshalb unglaubwürdig, da sie dem Leser im weiteren Verlauf als sehr selbstbewusste, gezielt handelnde und geradezu eiskalte Frau vorgestellt wird.
Damit komme ich zu einem der Hauptmängel des Romans, nämlich einer ganz unglaubwürdigen, klischeehaften Figurenzeichnung mit Hang zum Kitsch, z. B. bei der Beschreibung der so heilen Familienwelt mit zwei reizenden Kindern kurz nach Beginn der Handlung. Außer Blum ist auch deren Mann Mark, ein aufrichtiger Polizist, dem nichts über Gerechtigkeit geht, eine wenig überzeugende Figur, da er, wie der Leser zum Schluss erfährt, von Anfang an um die Morde an den Eltern weiß, aber dennoch Blum liebt und heiratet, da die Getöteten "es verdient haben" (!, S. 443). Da fügt sich bestens ein, dass auch etliche Nebenfiguren kaum realitätsnah sind, entweder geld- oder sensationsgeil, wie ein Polizist, der bei einer Verkehrskontrolle seine Pflichten sofort über den Haufen wirft, weil ihm von Blum spektakuläre Fotos von Leichen zugesagt werden, oder ein Detektiv, der sie zu erpressen versucht und sich durch die bloße Drohung, es gehe ihm an den Kragen, wenn er nicht verschwinde, das Weite sucht. Die Beispiele ließen sich näher ausführen und fortsetzen, was aber den Umfang dieser Kritik sprengen würde.
Ich möchte statt dessen noch auf einige andere Schwächen hinweisen. So strotzt der Roman v. a. in der ersten Hälfte vor Redundanz. Vieles wird dem Leser nicht nur zweimal, sondern sogar dreimal erzählt (s. z. B. S. 119), damit es auch der Dümmste mitbekommt. Die Metaphorik ist ebenfalls nicht Aichners Stärke, wenn z. B. ein "Brustkorb geöffnet (wird) wie eine Einkaufstüte" (S. 59) oder an die Ermordung Marks durch die trauernde Witwe mit den Worten erinnert wird; "Sie (die Täter, d.V.) haben die Kerze (Mark ist gemeint, d.V.) auf der Torte einfach ausgeblasen." (S. 228). Auch ansonsten nimmt der Autor es nicht so genau, präsentiert die Tochter Uma als dreijäriges Kindergartenkind (S.21), das aber noch immer im Kinderwagen schläft (S. 335). Last but not least ist der Roman ganz auf Verfilmung hin geschrieben. Ob das clever ist oder pekunäres Kalkül, mag dahingestellt bleiben, auch, dass die zahlreichen Danksagungen am Ende des Romans an Menschen gehen, denen all die Ungereimtheiten entgangen sind. Warum jedoch das Lektorat des btb-Verlags derart geschlafen hat, ist mir ein Rätsel oder nur dadurch erklärbar, dass an Kriminalliteratur als Massenkonsumware geringere Ansprüche gestellt werden.

Revenge

Von: wal.li Datum : 12.04.2015

wallis-buechersichten.blogspot.de/

Diese Eltern, wie können sie ihre Adoptivtochter nur Brünhilde nennen, sie müssten doch wissen, dass sie ihr ganzes Leben mit diesem Namen herum laufen muss. Doch Vater Hagen ist unerbittlich. Das ist er auch, wenn es um die Ausbildung der Tochter geht. Blum Bestattungen das ist das Unternehmen der Eltern und schon als Kind muss Brünhilde das Geschäft erlernen. Dabei ist sie doch ein Kind. Und jedes Jahr der Urlaub auf dem Boot und eines Jahres kommt der letzte Urlaub. Leider vergessen die Eltern, die Leiter zum Boot herabzulassen, leider schläft Brünhilde ein und hört die Schreie nicht. Das behauptet sie zumindest der Polizei gegenüber und auch Mark gegenüber, der zufällig in der Nähe ist, der zufällig Polizist ist. Mit Mark kommt das Glück in Brünhildes Leben, Brünhilde ist nun nur noch Blum und sie übernimmt die Firma. Doch dann wird Mark vor ihren Augen überfahren. Und Blum tut alles, um die Rätsel, die seinen Tod umgeben, zu lösen.

Ein wenig fühlt man sich an die Serie Revenge erinnert, wo ebenfalls eine junge Frau, der übel mitgespielt wurde einen Rachefeldzug startet. Doch während Emily Thorne sehr subtil und planvoll vorgeht, handelt Blum sehr direkt und schnell. Ihr Verhalten weckt schon Verständnis. Die Grausamkeiten, die ihr die Adoptiveltern antaten, bereiteten das Feld für ihre Handlungsweise. Die Zerstörung ihrer heilen Welt zerstört auch sie. Am liebsten wäre sie tot, doch für ihre Kinder und den nach einer Krankheit Betreuung benötigenden Schwiegervater muss sie weitermachen. Wie gelähmt in ihrer Trauer entdeckt sie auf dem Handy ihres Mannes Hinweise auf ein grausames Verbrechen, ein Fall, in dem er nicht offiziell ermitteln durfte, da die Hauptzeugin nicht glaubwürdig erschien, der ihn aber nicht losließ. Blum will es wissen und Blum will Rache.


Etwas hin und her gerissen von dem Thema fällt es schwer, wirklich ein Fazit zu ziehen. Nachvollziehbar schon, dass der Tod des geliebten Menschen Blum dazu bringt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, gegen alle Konventionen und Gesetze. Doch damit so eine Geschichte funktionieren kann, muss der Täter sympathisch werden. Doch so wie die extreme Reaktion ist auch das extreme Glück nicht dazu angetan, diesen Effekt hervor zu rufen. Da kommen Emily oder Dexter besser rüber. Die Totenfrau als Tötungsfrau wäre möglicherweise auch ein Ansatz zur Verwendung ganz schwarzen Humors gewesen. Doch leider vermisst man aberwitziges Grabgeflüster, bei dem ein wiedersinniges Ereignis das nächste nach sich zieht. Als ernst gemeinter Thriller, so gestehe ich ehrlich, war es einfach nicht mein Ding.

Eigenwillige Thriller-Kunst, die begeistert!!

Von: WortGestalt Datum : 31.03.2015

wortgestalt-buchblog.blogspot.de/

Man könnte bei diesem Thriller die provokante These aufstellen, dass man ihn entweder lieben oder hassen wird. Weniger den Thriller an sich, aber doch den Stil den Autors Bernhard Aichner. Den muss man mögen. Und ich mag ihn! Ja, ich finde ihn sogar großartig! Weil er eigenständig ist, weil er aus der Masse heraussticht, weil er unkonventionell ist und weil er auf einer ganz subtilen Ebene Emotionen vermittelt. Das ist in jedem Fall speziell. Das muss man wirklich mögen. Ich würde ja gerne einen Vergleich anbringen, einen Tipp ähnlich „Wer das mochte, wird auch dies hier mögen“, aber ich kenne bisher nichts Vergleichbares. :)

„Totenfrau“ erzählt die Geschichte von Blum. Mitte 30, Mutter, Bestatterin, Witwe. Der Tod gehört auf vielerlei Arten zu ihrem Leben, bekommt jedoch an dem Tag, an dem ihr Mann stirbt eine völlig neue Gewichtung. Unfalltod, Fahrerflucht, Blum glaubt zunächst an einen schrecklichen Zufall, als ihr Mann kurz nach dem Verlassen des eigenen Grundstücks auf dem Motorrad von einem Wagen erfasst und überfahren wird. Doch schon bald entdeckt Blum Tonbandaufzeichnungen, die vieles in Frage stellen. Und während ihr mühsam errichteter Schutzkokon einer heilen Familienidylle mit dem Tod ihres Mannes zerbricht, erhebt sich Blums Alter Ego und sinnt auf Rache.

Und aus diesem recht gängigen Rache-Motiv kreiert Bernhard Aichner mit einem ungewöhnlichen Stil und einer ungewöhnlichen Protagonistin einen ebenso ungewöhnlichen Thriller. Der Plot selbst ist dabei nicht neu, auch die Figuren erfüllen die ihnen zugedachten Rollen erwartungsgemäß, wir haben typische Täter, einen typischen Handlungsverlauf. Aber einen alles andere als typischen Erzählstil.

Stakkatohaft, hämmernd und treibend reiht Autor Bernhard Aichner kurze Sätze wie Gedankenfetzen, wie Geistesblitze aneinander und legt ein Tempo vor, bei dem man sich direkt außer Atem liest. Die knappen Ausführungen schaffen es dennoch, eine Unmenge bedrückender und beklemmender Emotionen zu vermitteln, sie schaffen eine ganz eigene Atmosphäre beim Lesen.

Stil und Hauptfigur unterstützen sich dabei gegenseitig und formen ein stimmiges Bild, mit einer anderen Sprache hätte man der Figur Blum gar kein Leben einhauchen können, hätte sie kaum so wirkungsvoll darstellen können.

Weder Blum noch der Thriller werben um die Gunst des Lesers, sie sind kompromisslos, reflektieren nicht, erklären nicht, sie sind einfach da, verstörend, schnell, schön.

Fazit: Kompromisslos, provokativ, subtil. Eigenwillige Thriller-Kunst, die begeistern kann. Aichner erzählt und schreibt so extravagant, dass es dafür von mir 5 Sterne gibt.

Bestatterin, Witwe, Mutter... Opfer, Rachegöttin, Mörderin

Von: Floh Datum : 13.03.2015

www.lovelybooks.de/mitglied/Floh/

utor Bernhard Aichner begibt sich mit seinem Thriller in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele...Ich bin noch immer geschockt und erschüttert...
Ein Thriller, der nachwirkt.

Inhalt:
"Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder, sie besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Blum fährt Motorrad, sie trinkt gerne und ist glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Doch plötzlich gerät dieses Leben durch den Unfalltod ihres Mannes, eines Polizisten, aus den Fugen. Vor ihren Augen wird Mark überfahren. Fahrerflucht. Alles bricht auseinander. Blum trauert, will sich aber mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Das Wichtigste in ihrem Leben ist plötzlich nicht mehr da. Ihr Halt, ihr Glück. Durch Zufall findet sie heraus, dass mehr hinter dem Unfall ihres Mannes steckt, dass fünf einflussreiche Menschen seinen Tod wollten.
Blum sucht Rache. Was ist passiert? Warum musste Mark sterben? Als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos. Warum sie das tut? Warum sie dazu fähig ist? Die Antwort darauf liegt Jahre zurück."

Schreibstil:
Der Schreibstil des Autors in diesem Werk ist ein völlig neuer. So habe ich noch nie ein Buch gelesen. Ich kenne den Begriff für diesen Stil und diese Art des Schreibens nicht, aber eines kann ich sagen: Es haut rein! Es erschüttert, es trifft Mark und Seele...kurz, knackig, tief! In diesem Buch behandelt der Autor eine ganz finstere Thematik, er provoziert, erregt, erschüttert, gibt aber dennoch Stoff für Spekulationen und Mutmaßungen. Eine sehr gelungene neue Art, der Autor besitzt Wiedererkennungswert!
Autor Bernhard Aichner besitzt eine ganz besondere Note. Ihm ist es gelungen, durch was auch immer er es schafft, den Leser in seine Welt zu versetzen, sie an die Schauplätze zu bringen, sich mit den Charakteren zu identifizieren und zu schockieren. Der Leser hat bis zum Schluss das Gefühl, unter ständiger Spannung und Anspannung zu stehen, dieses Spitzt sich bis zum Ende zu. Allein hierfür würde ich gerne 5 Sterne vergeben!

Charaktere:
Die Charaktere sind das Kernstück des Thrillers. So viel Leid, Störung, Schändung, Verzweiflung, Schicksal, Mitleid usw. habe ich noch nie mit Charakteren mitempfunden.
Blum, die Bestatterin, die Witwe, die Mutter, das geschundene Kind, die Rachegöttin...
Mark, der Ehemann, Opfer eines Unfalls, Polizist mit einem Plan: Dunja
Dunja, der Schlüssel zu allem. Der Stein, der alles ins Rollen bringt
Massimo, der Freund und Kollege, der Helfer, der Anker
Reza, der Illegale, der Dankbare, die helfende Hand, der Stille

Verdiente 5 Sterne vergebe ich für die raffinierte Auswahl der Charaktere, die in ihren Rollen voll aufgehen und einen Platz in der Story finden, der nicht wegzudenken ist! Manche davon nehmen im Verlauf der Handlung eine ganz andere Seite ein, diese gekonnten und raffinierten Wendungen zeugen von großem Talent und Geschick des Autors. Hier ist "Schubladendenken" sicherlich nicht angebracht, denn hier erlebt der Leser einige Überraschungen. Autor Aichner besticht hier mit sehr detailliert beschriebenen Charakteren, auch jene Nebendarsteller werden mit einer ganz besonderen Macke oder Eigenschaft in dem Geschehen platziert. Die Darstellung der handelnden Personen ist authentisch und personifiziert geschildert. So bekommt der Leser die Möglichkeit Handlungen zu verstehen und sich zu identifizieren und vor allem: die Thematik tief in das Bewusstsein zu holen!!!

Schauplätze:
Die Schauplätze sind eher nebensächlich, werden aber dennoch sehr nah geschildert und ausgeformt. Wichtige Sequenzen werden in passender Weise vorgehoben. Auch hier weiß es der Autor zu glänzen. Aichner entführt seine Leserschaft an unterschiedlichste Schauplätze und Begebenheiten. Allein dafür nochmals 5 Sterne! Die einzelnen Schauplätze sind so vielzählig wie die Charaktere in dem Buch. Bizarre Orte, tiefe Abgründe, neue Welten, entsetzliche Kulissen, aber auch die gute biedere Gemütlichkeit und Geborgenheit einer heilen Familie kommen nicht zu kurz. Bernhard Aichner bietet dem Leser einen Blick in die Welt von geschundenen Seelen und kranken Psychen und in die Welt des Bestatters, bzw. der Bestatterin. Diese schildert er authentisch, ohne zu übertreiben und geschmacklos zu wirken. Gewürzt werden die Handlungsorte mit einer Brise Schock und bitterer Wahrheit, aber auch mit den alltäglichen Normalitäten wie sie die Welt "noch" zu bieten hat.

Meinung:
Dieser (Psycho-)Thriller verdient es hoch gelobt zu werden!!!! Und ich frage mich: ist das der Ernst? Und ich muss gestehen: Ja! Gerade wenn dann noch der Buchinhalt nachwirkt, dann hat der Autor mehr erreicht als einfach nur ein gutes Buch abzuliefern. Aichners "Totenfrau" macht nachdenklich und wirkt lange nach. Fragen stellen sich, Antworten werden geliefert. Was macht die Qual aus einem Menschen? Wieviel Leid kann eine Seele verkraften? Kann man trotzdem Mutter sein? Wen darf man trauen? Wer ist Freund? Gibt es Gerechtigkeit? All das geistert dem Leser anschließend im Kopf herum...

Ich jedenfalls habe das Buch binnen weniger Stunden gelesen und eine gefühlte Ewigkeit nachsinniert.
Dieser (Psycho-) Thriller bedient alle Emotionen. Er wandert nicht nur auf der Schiene von Abscheu, Ekel und Schock, nein dieser Thriller ist trotz der schockierenden Momente tiefsinnig und bewegend. Das Buch zog mich von Beginn an in das Geschehen und ich konnte das Buch ungern aus der Hand legen. Schock, Empörung, Leid und Neugier packen den Leser und fesseln ihn an die Ereignisse. Das Buch schwächelt in keinem einzigen Moment und ich als Leserin war immer gespannt darauf, was mich als nächstes erwartet und verblüffen wird.

Der Autor:
"Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Nach den Spannungsromanen Nur Blau (2006) und Schnee kommt (2009) erschienen bei Haymon die Max-Broll-Krimis Die Schöne und der Tod (2010), Für immer tot (2011) und Leichenspiele (2012). Totenfrau ist der erste Thriller, der bei btb erscheint. Für die Recherche dazu arbeitete Aichner ein halbes Jahr bei einem Bestattungsinstitut als Aushilfe.
http://www.bernhard-aichner.at"

Cover / Buch:
Das Cover, so besonders wie das ganze Buch. Sehr speziell, einfach anders, aber gekonnt abgestimmt. Das Schriftbild ermöglicht ein einfaches Lesen, auch bei Dämmerung, das Buch liegt gut in der Hand und wirkt absolut edel. Volle Punktzahl.
Das Cover ist die letzte Rundung zum rundum gelungenen Buch.

Fazit:
Da mir der Thriller durchweg mehr als sehr gut gefallen hat und ich das Buch guten Gewissens weiter empfehlen kann, sogar muss, kann ich gar nicht anders, als einen Lesezwang auszusprechen!
Es ist ein ganz anderes Werk, als die früheren Bücher, mit einer nicht gerade leicht verdaulichen Thematik, aber sehr intensiv, gut recherchiert, interessant und spannend zugleich.

Es geht mit rasendem Tempo voran, dass kaum Zeit bleibt entspannt durchzuatmen

Von: Bücherfetischistin Datum : 12.03.2015

www.buecherfetischistin.de

Kurze, knackige Stakkato-Sätze (ich mochte das sehr), welche eine gewisse Kühle vermitteln, die sehr gut zu Blum (Hauptfigur) passen. Die Story ist gut durchdacht, nicht dieser typische Ermittler-Alkoholkrank-geschieden-Kram. Sondern Blum löst die Probleme auf ihre ganz persönliche Art & Weise. Sie ist Bestatterin. Mir war im ersten Viertel schon klar, wer und wieso, was am Ende auch bestätigt wurde. Hier ein paar Schlagworte, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Orgasmus im Wald, zerstückelte Leichenteile in andere Särge zu Verstorbenen legen, Drecksau, Sex mit bestem Freund vom Mann, während eine Leiche im Kühlraum stirbt, Sex nachts im Wasserbettenladen (von Wachmann erwischt), 3 illegal Beschäftigte im Keller über 5 Jahre vergewaltigt, gedemütigt, misshandelt. Es geht mit rasendem Tempo voran, dass kaum Zeit bleibt entspannt durchzuatmen. Mir hat es sehr gefallen.

Die Frau ist wirklich sauer...

Von: Anke liest Datum : 28.02.2015

Www.anke-liest.blogspot.com

Man findet selten "neue" Autoren auf dem Thrillermarkt, von denen man gleich glaubt, sie spielen mit Leuten wie Fitzek in einer Liga, sie können sich etablieren und schreiben einfach phänomenal.

Dieses Buch zeichnet sich schon durch seinen recht ungewöhnlichen Stil aus. In kurzen Sätzen werden immer wieder kleine Bilder gemalt - "Blum wie sie mit den Kindern im See spielt". Die Sprache ist derartig bildhaft, dass sich diese kurzen Bilder einfach in die Phantasie einbrennen und man sofort in der Geschichte drin ist. Klar, für mich als erfahrenen Thrillerleser passiert wenig Unerwartetes - außer kurz vor Schluss, aber das erzähle ich hier definitiv nicht - aber das passiert mir eigentlich inzwischen bei jedem Thriller.

Ich habe gerade bei solchen Büchern immer eine Art "Point of no return" - einen Punkt, ab dem ich das Buch nicht mehr weglegen kann ohne es zu Ende gelesen zu haben. Normalerweise kommt der bei mir immer so ab Seite 100, wenn er bei Seite 150 nicht da war, ist es ein ganz schlechtes Zeichen. Nun bei diesem Buch war er auf Seite 12. Ich habe das Buch heute Morgen angefangen und bin gerade eben fertig geworden - ich habe nur zum Mittagessen kurz schweren Herzens aufgehört. Die Zeit verging wie im Flug, mein Mann musste alleine einkaufen (und sich den Zettel vorher auch noch selbst schreiben). Ein besseres Lob kann es für einen Thriller wohl kaum geben!

Thriller mit psychologischer Raffinesse

Von: Petzi Datum : 26.02.2015

www.dieliebezudenbuechern.de

Blum, die eigentlich Brünhilde heißt, ist Mutter zweier Kinder, Bestatterin und jetzt auch Witwe. Ihr Leben war gut. Sie war glücklich verheiratet, sie hatte alles, was man sich wünschen kann. Als ihr Mann, ein Polizist, vor ihren Augen überfahren wird und der Unfallverursacher Fahrerflucht begeht, bricht ihr Leben auseinander. Blum trauert und will sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Der wichtigste Mensch in ihrem Leben fehlt. Ihr Halt und ihr ganzes Glück, sie ist verzweifelt. Nur durch Zufall findet sie heraus, dass hinter dem Tod ihres Mannes mehr steckt, als ein einfacher Unfall. Fünf einflussreichen Menschen kam er in die Quere und darum musste er sterben. Blum sucht Rache und Vergeltung und als sie die richtigen Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos, bis zum Schluss.

Dieses Buch brachte in der Vergangenheit viele unterschiedliche und kontroversen Meinungen hervor. Umso gespannter war ich, wie ich es selbst beurteilen würde. Und als Wortgestalt schrieb, dass man dieses Buch nur lieben oder hassen kann, hatte sie vermutlich recht. Denn man muss sich als Leser auf diese Geschichte einlassen können, um restlos von ihr gefangen genommen zu werden. Wenn dies funktioniert, dann wird man allerdings sprachlos und begeistert zurückbleiben.

Bernhard Aichners Schreibstil, ist wohl einer der größten Kritikpunkte mancher Leser und ganz sicher wird nicht jeder damit zurechtkommen. Ein Blick in die Leseprobe lohnt sich auf jeden Fall. Zugegebenermaßen habe ich die ersten fünf Seiten auch gestutzt und war nicht sicher, ob ich damit klarkommen würde. Doch von Seite zu Seite gefiel er mir mehr. Kein anderer Schreibstil hätte hier besser gepasst. Kurze, aussagekräftige Sätze und manchmal auch nur einzelne Worte. Beklemmend, fesselnd, rasant, skrupellos und mörderisch. Mit einem wahnsinnigen Tempo jagt der Autor durch die Geschichte und fesselt den Leser immer mehr. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und hab es in nur wenigen Stunden komplett gelesen.

Dieses Buch ist kein typischer Thriller, teilweise geht es sogar recht grauenvoll zu. Leichen, Blut, Exkremente, Gliedmaßen - alles nichts für zartbesaitete Leser. Trotzdem oder genau deswegen hat mir das Buch unglaublich gut gefallen, weil es etwas anderes war. Etwas, dass ich zuvor so noch nie gelesen habe.

Blum ist zweifelsohne die Hauptperson in dieser Handlung und man wird wahrscheinlich nicht sofort mit ihr sympathisieren. Sie ist keine Person, die man gleich einschätzen kann und auch keine, die man direkt greifen kann. Dass sie von allen mit ihrem Nachnamen angesprochen wird, lässt sie sehr kalt erscheinen. Dennoch, und das merkt der Leser im Verlauf, hat sie auch andere Seiten. Wenn sie von ihrer Liebe zu Mark oder den beiden Töchtern berichtet, dann kommt diese Seite zum Vorschein. Ihr Antrieb Rache an den Mördern ihres Mannes zu verüben, nahm ich ihr als Leser jederzeit ab. Genauso wie sie sich gegen die Dämonen der Vergangenheit gewehrt hat, tut sie es auch hier. Eine Person, die unter die Haut geht und deren Reiz man sich nicht so leicht entziehen kann.

Ein kleiner Kritikpunkt mag vielleicht sein, dass der Zufall schon verdächtig oft seine Hände im Spiel hat und die Mörder ihres Mannes ziemlich schnell gefunden sind. Für mein Dafürhalten läuft es hier manchmal zu glatt und zu komplikationslos. Dennoch hat mich dieses Buch auf ganzer Linie überzeugt, weil die kleinen Schwächen durch das unglaubliche Tempo der Geschichte und der psychologischen Raffinesse wieder ausgebügelt wurden.

Fazit: Ein unglaublich spannender, temporeicher und skrupelloser Thriller, der von der ersten Seite an überzeugt und kleine Schwächen durch seine psychologische Raffinesse locker wieder ausbügelt. Für Thrillerfans eine absolute Empfehlung, wenn man sich mit Bernhard Aichners Schreibstil anfreunden kann.

Auf das Wesentliche reduzierter Rachethriller

Von: Sabrina Datum : 01.08.2014

Die Protagonistin Blum wurde von ihren Adoptiveltern ohne Liebe aufgezogen. Ihren Alltag bestimmte die Arbeit im Bestattungsinstitut. Schon als kleines Kind wurde sie streng bestraft, wenn sie die Arbeiten nicht zufriedenstellend oder gar nicht übernehmen wollte. Mit 24 dreht sie das Steuer rum und lässt ihre Eltern ertrinken. Nach diesem Mord trifft sie auf den Polizisten Mark, der nicht nur ihr Ehemann, sondern auch der Vater ihrer beiden Kinder wird. Sie sind eine glückliche Familie, bis Mark beim einem Verkehrsunfall mit Fahrerfluch stirbt. In Blum zerbricht etwas. Während sie sich noch in einem tiefen Loch befindet, findet Blum Aufnahmen ihres Mannes mit einer Frau. Dunja erzählt die fast unglaubliche Geschichte ihrer Verschleppung und Vergewaltigung über fünf Jahre. Blum macht sich auf die Suche nach Dunja, findet sie und in ihr wird wieder die Psychopathin geweckt. Sie will Rache für Dunja und die beiden anderen Verschleppten!

Der Autor beschränkt sich auf die Schilderung des Geschehens und verzichtet auf Beschreibung von Örtlichkeiten oder Personen vollständig. Ausschmückungen sucht man vergeblich. Der Schreibstil ist sicher nicht jedermanns Sache, da er sich auch dort nur auf das Nötigste konzentriert. Dies verleiht der Geschichte etwas Gehetztes, was jedoch meiner Meinung nach sehr gut zur Geschichte passt. Es entsteht das Gefühl vollkommen in den Gedanken der Protagonistin zu versinken. Kann man etwas wie Mitgefühl für die Rache und Hilflosigkeit der Hauptperson aufbringen verschlingt man das Buch nahezu, auch wenn man von Selbstjustiz nichts hält und die Person als solche auch nicht sympathisch findet.

Abzug gibt es von mir dafür, dass die Geschichte endet, bevor gegen Blum ermittelt wird, aber vielleicht soll es einen zweiten Teil geben?

Potentiellen Lesern würde ich empfehlen eine Leseprobe zu lesen, um zu sehen, ob der Schreibstil passt.

Spannung, Nervenkitzel und Gänsehaut in einem atemberaubenden Tempo....

Von: Sandra aus Erfurt Datum : 31.05.2014

Spannung, Nervenkitzel und Gänsehaut mit einem atemberaubendem Tempo – Dieses Buch ist eine wahre Gefühlsachterbahn der Schaurigkeiten!


Ein kleiner Einblick in den Klappentext:

Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder, sie besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Blum fährt Motorrad, sie trinkt gerne und ist glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Doch plötzlich gerät dieses Leben durch den Unfalltod ihres Mannes, eines Polizisten, aus den Fugen. Vor ihren Augen wird Mark überfahren. Fahrerflucht. Alles bricht auseinander. Blum trauert, will sich aber mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Das Wichtigste in ihrem Leben ist plötzlich nicht mehr da. Ihr Halt, ihr Glück. Durch Zufall findet sie heraus, dass mehr hinter dem Unfall ihres Mannes steckt, dass fünf einflussreiche Menschen seinen Tod wollten. Blum sucht Rache. Was ist passiert? Warum musste Mark sterben? Als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos. Warum sie das tut? Warum sie dazu fähig ist? Die Antwort darauf liegt Jahre zurück.

Meine Gedanken zu dem Buch:

„Oh wow – was für ein Nervenkitzel“, war der mein erster Gedanke als ich dieses Buch beendet hatte. Dieses Buch bot wirklich alles, was ein guter Thriller braucht – ein Spannungsbogen, der rasch in die Höhe schnellt und fast über das gesamte Buch hinweg auf hohem Niveau bleibt. Immer wenn man glaubte, es könnte dramatischer nicht kommen und die Gänsehaut hätte ihren Höhepunkt erreicht schaffte es der Autor auf erstaunliche Weise noch einen drauf zu setzen.

Wirklich beeindruckend war auch dieser außergewöhnliche Schreibstil des Autors. Sicherlich ist er höchstwahrscheinlich nicht jedermanns Geschmack. Auch ich musste mich erst ein wenig daran gewöhnen. Doch bereits nach wenigen Seiten war ich in der Story und auch in diesem Schreibstil gefangen. Diese kurzen Sätze die teilweise nicht aus mehr als einem Wort bestanden, heizten für mich die Spannung immer wieder neu an und führten dazu, dass ich das Buch einfach nicht weglegen konnte. Ich musste einfach wissen, wie es weiter geht.

Weiterhin gefesselt hat mich die zeitweilige Detailnähe des Autors. Besonders authentisch war für mich dabei die Szene, als der Mann der Protagonistin verunglückte und sie am Unfallort vor Verzweiflung, Schock und Traurigkeit emotional zusammengebrochen ist. Ich habe all diese Emotionen und die unendliche Trauer der Frau als Leserin selbst spüren können und es war mir fast so, als wäre ich an ihrer Stelle. Auch bei den Rachemorden der Protagonistin lief es mir stellenweise kalt den Rücken herunter. Der Autor beschrieb diese Szenen derart realitätsnah und detailgenau, dass ich auch hier das Gefühl hatte, unmittelbar ein Teil des Geschehens zu sein. Diese Art und Weise, die Szenen zu gestalten, ist einfach phänomenal und hat diesen Thriller für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Auch die zwei Gesichter der Protagonistin Blum – als liebenswerte und fürsorgliche Mutter sowie Ehefrau auf der einen Seite und aber auf der anderen Seite als nach Rache sich verzehrende Mörderin – haben mich von Beginn an begeistert und erschaudern lassen. Erstaunlich wie schnell und scheinbar spielend sie zwischen diesen beiden Rollen wechseln konnte. Doch, dass ihr dies nicht immer leicht gefallen ist, bleibt auch dem Leser nicht verborgen. Die Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt machen dies nur allzu deutlich. Die Liebe zu ihren beiden kleinen Kindern macht es ihr immer schwerer diesen Spagat aufrecht zu erhalten. Doch die Liebe zu ihrem Ehemann war und ist auch über dessen Tod hinaus derart stark und mächtig, dass sie einfach nicht anders kann als sich zu rächen. War er doch der einzige Mensch in ihrem Leben, der sie wirklich um ihrer selbst willen geliebt und stets zu ihr gestanden hat. Ich kann Blum durchaus verstehen, dass sie wütend, traurig und verletzt ist, aber dennoch habe ich erhebliche Zweifel daran, dass ihr Weg der Richtige ist, mit dem Tod bzw. Mord ihres Mannes umzugehen. Denn letztlich ist sie ja auch nicht viel besser, als die Mörder ihres Mannes.

Das Ende dieses Thrillers war eine Befreiung, nicht nur für die Protagonistin, sondern auch für den Leser. Die Handlung spitzte sich derart zu, dass ich einfach wissen musste, wie es endet. Als ich das Buch fertig gelesen hatte, fühlte ich mich auf eine seltsame Art und Weise befreit, weil die Täter für ihre grausamen Taten bestraft worden sind. Dieses Gefühl überraschte mich auch gewissermaßen, da ich die Art und Weise gar nicht gut hieß, aber irgendwie spürte ich, dass es für die Protagonistin der richtige Weg war und sie innerlich befreite. Dies übertrug sich über den Schreibstil des Autors wahrscheinlich auch auf mich als Leserin. Einfach beeindruckend, wozu der Autor mit seinem Schreibstil in der Lage ist.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

Dieses Buch hatte einfach alles, was ein guter Thriller braucht – Spannung, Nervenkitzel und jede Menge Gänsehautfeeling. Gepaart mit einem außergewöhnlichen und gleichzeitig einzigartigen Schreibstil, war diese temporeiche Handlung ein wahrhaft schauriges Lesevergnügen. Ich habe lange keinen Thriller gelesen, der mich derart gefesselt hat und emotional aufgewühlt hat. Für jeden Thrillerfan ist dieses Buch ein Lesegenuss, den er so schnell nicht wieder vergessen wird.

Langsamer Start und teilweise wenig spannend

Von: Sebastian Völker Datum : 11.05.2014

Das Buch "Die Totenfrau" ist ein scheinbar spannendes Buch. Leider konnte ich während der ersten 100 Seiten keinen Spannungaufbau erleben. Es werden einerseits teils scheinbar unwichtige Sachverhalte detailliert geschrieben. Andere spannende Sachverhalten werden hingegen mit wenigen Sätzen abgetan.

Ein Rachefeldzug

Von: Melanie E. / Mel Buecherwurm aus Leopoldshöhe Datum : 03.05.2014

"Totenfrau" ist ein Thriller, der mich von Anfang an erschauern ließ, denn ein Kind ist ein Kind und keine Erbin eines Familienunternehmen. Blum unsere Protagonistin wird von Kindesbeinen an darauf gedrillt mit Leichen zu arbeiten, denn ihr Adoptivvater ist Bestatter. Mich hat es wirklich wütend gemacht in Blums Erinnerungen einzutauchen. Irgendwann ändert sich das Blatt, wobei Blum ihre Hände im Spiel hatte, sich aber von ihren lieblosen Eltern befreien konnte Ab da scheint ihr Leben einen Wendepunkt zu erleben, denn sie scheint glücklich und zufrieden, bis zu dem Tag an dem Mark aus ihrem Leben gerissen wird. Unfall oder Mord? Blum, die sich ihrer Trauer stellt um ihren Kindern als Mutter erhalten zu bleiben, startet einen grausamen Rachefeldzug, der mir wieder das Blut in den Adern gefrieren ließ, denn Blum ist skrupellos.
"Totenfrau" liest sich leicht und flüssig und erscheint am Anfang nicht unbedingt als Thriller, sondern als Roman, bis dann irgendwann eine Wende eintritt, die ich so ehrlich gesagt nicht erwartet hätte. Ich fand die Story hinter der Story wirklich faszinierend.
Bernhard Aichner, der sich zuvor intensiv mit dem Beruf des Bestatters auseinander gesetzt hat, zeigte mir auch Dinge auf, die ich ehrlich gesagt nicht unbedingt wissen wollte, da es mich erschreckt was mit Verstorbenen nach ihrem Tod geschieht. Manche Dinge fand ich ehrlich gesagt etwas pietätlos, denn auch Tote haben ihre Würde, aber nun ja, das ist etwas, was nur am Rande der Story immer wieder einfließt.
Blum ist ein interessanter Charakter mit vielen Ecken und Kanten, die einfach nicht hinnehmen kann, das ihr Mann Mark aus ihrem Leben gerissen wurde, als sie dann auch noch hinter ein Geheimnis kommt welches mich als Leserin sehr schockiert, reift in ihr ein Plan und sie geht auf die Suche nach den Männern, die für den Tod ihres Mannes verantwortlich zu sein scheinen. Ein Handy und Dunja bringen sie auf die richtige Fährte und ab da wird es blutig und grausam. Die kleine schwache Blum, so wie ich sie mir vorstelle entwickelt plötzlich Bärenkräfte und schlägt zurück.
Was seicht beginnt wird zu einem Thriller, der mich wirklich mitreißen konnte. Kurze knackige Kapitel zwingen regelrecht dazu immer weiter und weiter zu lesen, bis es irgendwann endet und mich immer wieder überrascht, denn gerade das Ende , der Showdown, war für mich völlig unvorhersehbar. Ein genialer Thriller, der dem Leser eine Menge an Überraschungen bietet. Leseempfehlung!

Autoren: Hebt euch vom Mainstream ab - Bernhard Aichner hat es genauso gemacht und traf bei mir damit voll ins Schwarze

Von: In Flagranti Books Datum : 02.05.2014

Meinung:
Ehrlich gesagt werde ich hier sehr wenig vom Inhalt preisgeben. Das hat dieses Mal zwei ganz besondere Gründe. Zum einen ist er eigentlich nicht sonderlich wichtig und zum anderen erzielt er ohne seine zwei „Partner“ nicht dem im Buch vorhandenen Effekt. Daher werde ich dieses Buch aus meinen Gefühlen heraus rezensieren – also erschreckt bitte nicht, wenn ich versuche, metaphorisch zu klingen und kläglich daran scheitere ^^.

Bücher, mit all ihren Worten, sind oftmals einzigartige und abstrakte Gemälde für mich. Sie erzählen mir mit ihren Farben, Pinselstrichen und Mustern die unterschiedlichsten Geschichten, lassen mich an den verschiedensten Gefühlen teilhaben. Meine Augen können sich dadurch des Öfteren nur schwer von ihrem Antlitz lösen, verlieren sich stundenlang auf und zwischen den Seiten. Ich weiß natürlich, dass es nur Gemälde sind, und dennoch erwische ich mich mehr als nur einmal dabei, wie ich immer wieder neue Details erkenne, die mich wortwörtlich gefangen nehmen.
„Totenfrau“ von Bernhard Aichner ist eines dieser einzigartigen Gemälde, das sich von der farblosen und Mainstreamhaften Masse anderer Künstler abhebt. Er beweist mit seinem Werk, dass Autor etwas Großes wagen muss, um eine neue, vielleicht sogar bessere Richtung einzuschlagen. Eine Richtung, bei der die Meinungen der Lesenden erheblich auseinandergehen. Denn erweckt nicht gerade solch ein Werk die Neugierde eines Lesers? Bei mir hatte er dadurch auf alle Fälle perfekt ins Schwarze getroffen.

Der Anfang des Buches und worauf es aufbaut
Am Anfang war da ein Boot, auf dem sich eine junge Frau in Ruhe sonnte. Nur sie, ihr Vater und ihre Mutter - völlig alleine auf dem offenen Meer. Nur das sie die Einzige war, die sich auf dem Boot befand. Nach und nach wird man durch Kleinigkeiten darauf hingewiesen, dass die Eltern eiskalt von der eigenen Tochter ertränkt werden. Denn sie nahm die Leiter vom Boot, ohne die die Eltern nicht zurück ans Deck steigen konnten. Während sich die Tochter mit Musik in den Ohren von der Sonne verbrennen lässt, wird es auf dem Meer immer stiller. Schließlich ertrinken die beiden und ab da beginnt die eigentliche Show: Um Hilfe rufend und behauptend, dass sie eingeschlafen sei und urplötzlich die Eltern verschollen waren. Diesen Plan hatte sich die zirka 23 jährige Blum seit langem zurechtgelegt und endlich konnte sie ihn mit voller Entschlossenheit in die Tat umsetzen. Dass sie von einem jungen Polizisten auf dem offenen Meer gefunden wurde, sich in ihn verliebt und ihn heiratet, war ja eine Ironie des Schicksals. Sie verlor ihr altes Leben und bekam über die Jahre gleich drei Neue geschenkt. Zwei kleine Mädchen und endlich eine Familie, von der sie die Liebe bekam, die sie sich seit ihrer Kindheit sehnlichst wünschte. Ich könnte hier jetzt Schluss machen und ein Happy End setzen, aber wir sind hier in einem Thriller und keinem Märchen. Als ihr Mann einen Unfall hatte, verstarb und sich herausstellte, dass es doch kein Unfall war, bricht ihr ganzes Leben aufs Neue zusammen.

Im Grunde lief alles von Beginn an darauf hinaus, das Blums lang vergessene, dunkle Seite freigelegt wird. Machte der Autor mir als Leser doch gerade mit der Anfangsszene und den dazugehörigen Erinnerungsstücken bewusst, mit welchen Bürden Blum seit ihrer Kindheit zu kämpfen hatte und wie diese Bürden zu ihrem späteren Rachefeldzug führten. Es passte einfach. Zum gesamten Buch-Stil.
Wer legt fest, dass die Handlung der Mittelpunkt einer Geschichte sein muss?

Wie ich einst schon bei einem anderen Werk lobte, so muss ich auch hier den Erzähl – und Schreibstil loben. Denn genau dieser hier ist das Lächeln auf der Mona Lisa, macht aus einer einfachen „Frau“ etwas anderes, Einzigartiges. Er zeigte mir, dass man auch nur mit dem nötigsten eine Geschichte erzählen kann. Kurze, adjektivarme Sätze. Ein-Wort-Sätze. Dialoge, die protokolliert aufgeführt werden. Ohne das jemand seufzt, schluchzt, knurrt oder die Mimik beschrieben wird. Denn welcher Mensch knurrt schon im richtigen Leben Wörter heraus?
Daher kann ich mich an dieser Stelle nur mit dem allergrößten Respekt vor dem Schreib – und Erzählstil verbeugen.

Die ganz persönlichen Antagonisten der Totenfrau:

Der Koch, Jäger, Clown, Fotograf. Einen nach den anderen will sie ausschalten, haben ihr doch die unbekannten 4 Männer im Buch ein kostbares Lebensstück genommen: Ihren Mann.
Ein Widerling nach dem Nächsten, bei denen ich mich ehrlich gesagt wortwörtlich an der Seite der Totenfrau wiederfand. Um ihr zu assistieren. Es war im Laufe der Geschichte immer schwerer, herauszulesen, wer denn nun der Böse und wer der Gute war. Typische Figuren, die auf den ersten Blick ein normales Leben führen, offenbaren sich beim Dreck wühlen als Abschaum, denen man sofort die schlimmsten Dinge an den Hals wünschte. Das Böse lauert in jeden, ist überall. Eine typische Vorgehensweise im Thriller-Genre.

Die Taten, die hier begangen wurden, sind grausam und doch für mich als Thriller Leser nicht besonders gewesen. Ohne inhuman zu klingen, haben andere Autoren in ihren Büchern auf schlimmere, tiefgründigere Boshaftigkeiten zurückgegriffen. Aber Bernhard Aichner hat es dennoch gerade durch diesen unkomplizierten „Fall“ geschafft, die Thriller Elemente durch den Schreib - und Erzählstil so unterzumischen, sodass sie mir auf Überraschender Weise an den richtigen Stellen einen Schauer bereitet hatten. Er verzichtete meiner Meinung nach auf unnötige Emotionen und ließ seine Protagonistin gleich zur Sache kommen. Dem folgen des roten Faden der kompletten Geschichte:
Die Jagd nach den Antagonisten.

Die einzige Kritik – die meine Begeisterung beinahe gestürzt hätte
ALLERDINGS hat mich die Auflösung einer der Antagonisten wirklich wütend gemacht. Das ist und bleibt auch mein einziger Kritikpunkt. Ich konnte nicht nachvollziehen, wieso ausgerechnet dieser es sein musste. Vor allem sprach nichts dafür und die Logik dahinter war mir schleierhaft. Ich brauchte auch ehrlich gesagt ein paar Tage, um meine Wut darüber sacken zu lassen. So sehr hat mich das wortwörtlich mitgenommen. Wenn nämlich vorher alles für mich stimmte und durch so eine Sache alles kaputt gemacht wird, kann ich das als Leser nur schwer verzeihen.

Es wird mit Sicherheit zwei Sorten von Lesern dieses Buches geben:
Die, die dieses Buch hassen oder die, die beeindruckt von der Andersartigkeit waren. Ich war, wie man unschwer nachlesen kann, mehr als beeindruckt von dem Stil. Dem Mut, und dem ganz eigenen Wiedererkennungswert des Autors. Als ich die ersten Seiten des Buches las, war ich doch recht erstaunt über den Schreib – und Erzählstil. Dachte ich noch, dass dieser nur am Anfang benutzt wird, um eine besondere Stütze für die Spannung zu sein, bemerkte ich, wie er sich von Kapitel zu Kapitel tapfer weiter schlug. Und es faszinierte mich bis zum Schluss hin. Die Augenringe am nächsten Tag waren Beweis genug. ^^

Fazit:
Hebt euch vom Mainstream ab, zeigt uns Lesern doch endlich mal was Neues als immer nur dieselben Bücher. Ich glaube, Bernhard Aichner's kompletter Schreibarbeitsplatz war voller Post-It's mit genau diesem Spruch. Ich war wirklich positiv beeindruckt von dem mutigen Schritt, den sich da Bernhard Aichner mit der Erzählperspektive und Schreibstil gewagt hatte. Dieses Duo sorgte letzten Endes dafür, dass die Handlung zur Nebensache wurde und man dieses Werk einfach nur wegen den zweien gelesen haben muss. Die Qualität stimmte meiner Meinung nach und auch das Hineinversetzen in die Charaktere war trotz Verzicht auf überschüssige Wörter machbar. Ganz viel Lob meinerseits, falls das noch nicht klar genug rübergekommen ist.

Bewertung:
Für den kompletten Stils dieses Werkes muss ich dem Buch einfach 5 Marken und einen Stern geben. Einzigartigkeit und Mut gehören einfach belohnt und belobt.

Es grüßt
~ Jack T.R.

Anstrengend zu lesen

Von: C. Wagenbreth Datum : 01.05.2014

Puhhh, war das ein K(r)ampf, sich durch dieses Buch zu lesen! Sowas hatte ich echt schon lange nicht mehr - wenn nicht sogar nie, würde ich fast behaupten. "Totenfrau" ist eigentlich eine Zumutung für alle Fans des geschriebenen, wohlklingenden Wortes. Denn Herr Aichner hat in seinem Leben wohl zuviele Telegramme bekommen oder selbst verfasst, zumindest ist das GESAMTE Buch in eben solch einem Telegramm-Stil geschrieben. Nur kurze, abgehackte unvollständige Sätze, wie diese hier:

"Blum und Mark. Mitten auf der Straße. Das Motorrad liegt fünfzig Meter weiter vorne. Blum hört die Kinder, auch sie schreien, sie weinen, Blum sieht, wie Karl und Reza sie festhalten. Sie wollen zu ihrem Vater, sie wollen zu Blum, sie hören ihre Mutter. Wie verzweifelt sie ist. Wie laut der Schmerz ist." (S. 45)

Diesen Stil mag man anfangs noch recht interessant finden, ist immerhin mal was anderes. Und ja auch nicht ganz leicht, immer nur so zu schreiben. Aber mal ehrlich: nach spätestens 10 Seiten macht es einen WAHNSINNIG!!! Ohne Witz! Ich hab irgendwann angefangen, auch nur noch so kurz und abgehackt zu denken und da wurde mir klar, dass mich dieses Buch wirklich schafft. Die Dialoge! Eine Katastrophe, ehrlich. Als ob sich Menschen im Telegrammstil unterhalten, nie über 5 Worte pro Äußerung hinwegkommen.
Vor allem macht dieser Schreibstil aber auch jegliche Handlungsanbahnungen kaputt. Ich war stets so abgelenkt von diesem Satz-Stakkato, dass ich die Handlung irgendwie völlig nebensächlich vorbei habe laufen lassen und kaum etwas mitnehmen konnte. Einige Personen sterben. Das hab ich mitbekommen.

Das einzig positive, was ich hier feststellen konnte, war die Tatsache, dass die Kapitel schön kurz sind; denn dadurch musste man sich stets nur für 3 oder 4 Seiten durch ein Kapitel kämpfen.
Ja, kämpfen. Ich kann diesem Buch wirklich nichts lesenswertes abgewinnen. Es macht keinen Spaß zu lesen. Es unterhält nicht. Es macht Kopfschmerzen.

sehr guter Thriller

Von: Silja Schmitt aus Fulda Datum : 26.04.2014

Bestatterin Blum hat einen etwas chaotischen Lebensstil, bis zu dem Tag an dem ihr Mann tödlich verunglückt. Erst denkt man an einen Unfall, bis sie merkt das es kein Unfall war und das einige einflussreiche Leute seinen Tod wollten.
Ich finde das Buch sehr spannend und es geht einem emotional sehr nahe.
Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, aber nachdem man sich an diese kurzen Sätze gewöhnt hat macht es richtig Spaß, ist mal was ganz anderes.
Totenfrau ist ein eiskalter ,blutiger Thriller und nix für schwache Nerven.
Also wer mal wieder ein richtig gutes Buch lesen möchte ist hier genau richtig.
Ich wollte es icht mehr aus der Hand legen.

Gemischte Gefühle

Von: Birgit Schmitt Datum : 24.04.2014

Der Roman von Bernhard Aichner scheint mittendrin zu beginnen und doch erfährt man, hat Blum, die Hauptperson in dem Buch, schon eine Menge erlebt und erleidet, um an genau diesen Punkt zu gelangen.

Aichner verwendet eine eigentümliche Sprache. Worte wie Gedanken kurz, prägnant, in seinem Hirn erdacht. Man muß ihm folgen, seinen Gefühlen und Gedanken manchmal hinterher hechten, um am Ball zu bleiben.

Die größte Liebe in all seinen Facetten, der Schock und der Abgrund der Seele im direkten Vergleich in Zwietracht mit einer eigentümlich starken Brutalität. Aichner läßt den Leser teilhaben an der gemischten Gefühlswelt von Blum. Die Sprache ist ungewöhnlich und gestaltet das Tempo des Buches. Entweder man gewöhnt sich innerhalb des Buches daran oder eben nicht. Entweder man kann sich an den Stil gewöhnen und an die außergewöhnliche Brutalität der Morde oder nicht.

Das Thema ist interessant, Blum ist eine aussergewöhnliche Figur. Die Neugier auf die nächsten Ereignisse halten die Spannung. Diese scheint sich mehr und mehr abzunutzen. Zu konstruiert wirken die Verknüpfungen, zu wenig erfährt man über die anderen Figuren, zu vorhersehbar sind die nächsten Schritte. Punkt für Punkt werden die Gegner ohne jegliche Mühe aus dem Leben verbannt. Schwierigkeiten gibt es kaum. Wo bleibt das wahre Leben, welches so manche Fußfessel bietet? Wie ein Messer durch weiche Butter mordet sich Blum durch das Buch.

Idealerweise ist sie Inhaberin eines Bestattungsinstitus - am Rande des Leuchtturms ist es immer am dunkelsten. Dieser Punkt hat mich fasziniert, ein kluger Schachzug, die Protagonistin genau hier wirken und arbeiten zu lassen. Schade nur, dass die anderen Figuren so blass und ereignislos bleiben.

So eigentümlich geradlinig und einfach der Plot daherkommt, so gespannt ist man doch auf die scheinbar demnächst zwangsläufig auftretende Komplikation, auf die man ständig wartet. Und so liest man bis zum Schluss und wird doch noch einmal überrascht.

Nichts für schwache Nerven

Von: Melanie Breuer aus Duisburg Datum : 23.04.2014

Der Österreicher Bernhard Aichner hat mit „Totenfrau“ einen gut recherchierten, aber blutrünstigen Thriller von einer liebevollen Frau, über ihre Mutterliebe, ihre große Liebe Mark und mit einem für eine Frau eher ungewöhnlichen Beruf einer Bestatterin erschaffen.


Der Roman beginnt mit einer Begebenheit in der späten Jugend der immer noch jungen Protagonistin, die einem dem Charakter der „Blum“ sehr nahe bringt. Die eigentliche Handlung spielt in der Gegenwart.
Blum erbt den elterlichen Betrieb, ein Bestattungsunternehmen. Ihr Freund Mark, den sie vor 8 Jahren kennengelernt hat, zieht zu ihr und unterstützt sie bei der Renovierung des Unternehmens und vielem mehr. Die beiden haben in sich die große Liebe gefunden und genießen sie in vollen Zügen. Sie heiraten und gründen eine Familie – die Kinder sind das Wichtigste in Blums Leben, ob nach oder neben ihrem Mann, kann man nicht genau sagen.
Als sie ihren Mann verliert, sind die Kinder ihr einziger Halt im Leben. Trotzdem begibt sie sich immer wieder in Gefahr, und das nicht zu knapp, denn sie hat etwas herausgefunden und möchte nun auf Marks Wegen weiterwandeln und begibt sich auf die Suche nach seinen Mördern.
Dabei erfährt sie Hilfe auf unerwartetem Weg, wird außerdem berechnend und skrupellos.

Der Wechsel zur Gegenwart ist sehr krass, da sich dort zwei völlig verschiedene Charaktere in einer Person vereinen und die eigentlich sehr sympathische Blum einen harten Zug verliehen bekommt. Blum nötigt einem großen Respekt ab, da man sie aufgrund ihrer Kindheit und der jüngsten Vorfälle durchaus gut versteht, wieso sie so ist, wie sie ist und wie sie handelt.

Leider lässt die Geschichte in meinen Augen im Verlauf des Buchs stark nach. Am Anfang konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, am Schluss fand ich es leider zu durchsichtig, zu vorhersehbar, zu einfach. Die erwartete Wendung in der Geschichte, auftauchende Probleme und die gefühlvolle Blum habe ich am Schluss leider völlig vermisst.
Es ging alles so glatt, so einfach... Das kann nicht alles gewesen sein, schreit alles in mir.


****Vorsicht, Spoiler!****

Ein Privatdektiv, der sich von einer einfachen Morddrohung einer Frau abschrecken lässt? Auch das erscheint mir zu simpel, zu konstruiert. Ein Politiker, der alles einfach auf sich beruhen lässt, seiner Karriere willen? Wo sind die Hindernisse, Zuschauer, Verwandte, Nachbarn?

Genial ist das Traumkapitel, auf das man einfach reinfallen muss!

**Spoiler Ende**



Nichtsdestrotrotz hat das Buch mit Blum einen wahnsinnig interessanten Charakter und selber auch jede Menge Charme. Das Lesen fällt nicht schwer und der Schreibstil ist erfrischend anders. Der Einblick in ein Bestattungsunternehmen ist sehr interessant und insgesamt bin ich trotzdem nicht unzufrieden, das Buch zu Ende gelesen zu haben.

Rachefeldzug

Von: Cordula Kirstein aus Bottrop Datum : 11.04.2014

Die Buchaufmachung ist sehr gelungen,das Cover besticht durch elegante Einfachheit und das raue Material.

Der Schreibstil mit kurzen Sätzen,die öfter aus nur einem Wort bestehen,ist sehr gewöhnungsbedürftig,macht das Buch und seine Handlung aber schnell und lässt die Gedankengänge der Protagonistin gut darstellen.

Blum ist Bestatterin geworden,wie ihre Adoptiveltern.Nach einer ganz schrecklichen Kindheit verliert Blum auf sehr dubiose Umstände ihre Eltern und lernt direkt im Anschluss die große Liebe ihres Lebens kennen,den Polizisten Mark. Sie bekommen zwei Kinder sind einige Jahre sehr glücklich bis zu dem Tag,als Mark einen "Unfall" mit dem Motorrad hat.Der Verursacher flüchtet unerkannt und Blum macht sich auf in ihren Rachefeldzug und übt Selbstjustiz.

Viele schreckliche Dinge kommen dann ans Tageslicht und Blum die Bestatterin rächt sich auf ihre Weise an den Verursachern.