Leserstimmen zu
Totenfrau

Bernhard Aichner

Die Totenfrau-Trilogie (1)

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Grundsätzlich ist es ja - zumindest bei mir persönlich - nun einmal so, dass es zuallererst nicht auf den Inhalt eines Buches ankommt, sondern auf den Schreibstil des/der Autors/Autorin. Über den Inhalt kann ich mir nach drei Seiten noch kein Urteil bilden, über den Schreibstil aber sehr wohl. Und so gibt es Autoren, bei denen ich nach den ersten Seiten bereits völlig genervt bin und das Buch dann in den meisten Fällen unter "abgebrochen" verbuche, während ich wiederum bei anderen Autoren sofort gepackt werde und das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Bernhard Aichner ist einer der Autoren, deren Schreibstil seinesgleichen sucht, bei dem ich gleich auf den ersten Seiten das Atmen vergessen habe. Der mit seinem einzigartigen Stil von kurzen und noch kürzeren Sätzen, die stakkatoartig und wie ein Maschinengewehrfeuer daherkommen, den Puls bei mir hochschnellen liess. Vor lauter Mitfiebern. Und vor Begeisterung. Vor Begeisterung darüber, dass der Autor den Leser nicht eine Minute zur Ruhe kommen lässt, da die unterschwellige Bedrohung, die in diesem Thriller allgegenwärtig ist, im nächsten Moment schon wieder zuschlagen könnte. "- Du bist wie ein schöner Satz. - Ein Satz? - Ein wunderschöner Satz. Einer, der dich berauscht, der dich verzaubert, einer, der dich nicht mehr loslässt. Ein Satz, den man spürt. Kein Wort zu viel, einfach und klar." Zitat Seite 54 Doch er kann auch poetisch, der Herr Aichner! Inmitten des Gemetzels, der Angst und Brutalität in dieser Geschichte finden sich solche Sätze. Leise und berührend und in diesem Fall eine der schönsten Liebeserklärungen, die ich je gelesen habe. Die Gespräche zwischen den Protagonisten in diesem Thriller sind auch so eine Sache, denn sie sind anders, als wir Leser es von jeher gewohnt sind. Aber bedeutet anders = schlecht? Für einige Rezensenten offensichtlich schon, denn gerade diese Gespräche gaben in vorhergehenden Buchbesprechungen oft Anlass zur Kritik, da sie zu "einfach" erscheinen. Eine Unterhaltung findet hier grundsätzlich immer nur zwischen zwei Charakteren statt und es gibt weder Anführungszeichen noch "er sagte..., sie meinte...., ....antwortete er, .....schrie sie". Der Gesprächswechsel wird hier nur ganz schlicht mit einem Bindestrich deutlich gemacht. Zu Anfang durchaus gewöhnungsbedürftig, dann aber freute ich mich geradezu auf jedes Gespräch, denn auch hier schafft es der Autor immer, in kurzen und knappen Sätzen die Emotionen seiner Charaktere zum Ausdruck zu bringen. In dieser Geschichte gibt es viel Leid, viel Trauer, Blut, Leichen und Selbstjustiz. Die Hauptprotagonistin Blum, von Beruf Bestatterin und liebevolle Mutter zweier Töchter, wird durch ein einschneidendes Ereignis völlig aus der Bahn geworfen. Ihr wird sozusagen der Boden unter den Füssen weggezogen. Und obwohl auch Blum einige Leichen im Keller hat (nicht nur von Berufs wegen) und ein eher schwieriger und melancholischer Mensch ist, verbündet man sich als Leser mit ihr und wünscht ihr, dass sie denjenigen findet, der ihr DAS angetan hat. Ermittelnde Polizisten spielen in "Totenfrau" eine eher untergeordnete Rolle, was ich sehr begrüßenswert finde, da Blums persönlicher Rachefeldzug den Leser schon genug gefangen nimmt. Dass hier Selbstjustiz am Werk ist, verdrängt man, da man aufgrund dieses außergewöhnlichen Schreibstils Blums Beweggründe absolut nachvollziehen kann. Denn das Buch ist zwar in der dritten Person geschrieben, trotzdem hatte ich als Leserin die ganze Zeit das Gefühl, in Blums Kopf zu sein und ihre Gedanken zu lesen. Dieser Thriller ist anders als alle, die ich bisher gelesen habe. Und er ist einfach bemerkenswert großartig! Und das Beste: es ist der Auftakt einer Trilogie! Somit wird mir Blum noch länger erhalten bleiben und ich freue mich auf jeden einzelnen Satz der Fortsetzungen.

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Blum, dieser Name steht für eine liebevolle Mutter zweier Kinder, für eine geliebte Ehefrau, für eine witzige und schlagfertige Frau, welche einen äußerst ungewöhnlichem Beruf nachgeht: Sie ist Bestatterin. Ihr Leben scheint perfekt und Blum ist unsagbar glücklich – bis zu dem Tag, an dem ihr Ehemann Mark mit dem Motorrad das Grundstück verlässt und auf der Straße vor ihren Augen überfahren wird. Fahrerflucht! So viel Blut! Und Mark liegt tot in ihren Armen… Tage der Trauer bestimmen nun das Leben von Blum, ihren Kindern und ihrem Schwiegervater. Doch sie lässt es sich nicht nehmen, Mark die letzte Ehre zu erweisen und ihn für sein Begräbnis persönlich vorzubereiten. Danach hat sie jedoch nicht einmal mehr die Kraft, das Bestattungsinstitut weiterzuleiten. Sie verkriecht sich in Marks Büro, um ihn noch einmal nah zu sein, bevor sie seine Habseligkeiten aufräumen will. Eines Nachts findet sie dort ominöse Tonbandaufnahmen einer Frau auf seinem Handy. Blum beginnt zu zweifeln. Ist diese Frau tatsächlich nur Zeugin/Opfer eines polizeilichem Ermittlungsverfahrens, für das sich ihr Mann in den letzten Wochen engagierte oder steckt da mehr dahinter? Eifersucht brodelt in ihr auf und so hört sie die Aufzeichnungen zu Ende, die keineswegs für sie bestimmt waren. Was ihr da zu Ohren kommt ist unfassbar, widerlich und grausam – es brennt sich in ihr Gedächtnis ein. Sie muss diese Frau finden, koste es was es wolle! Als dann der Verdacht aufkommt, dass ihr Mann ermordet wurde, beginnt das neue Ich von Blum so langsam zu bröckeln. Dieses Ich existiert nämlich erst, seitdem sie Mark begegnete. Davor war sie das Adoptivkind einer Bestatterfamilie, dass ab dem dritten Lebensjahr schlagartig keine Kindheit mehr hatte und Unvorstellbares erlebte. Plötzlich kommt eine rachelüstige, nach Selbstjustiz schreiende Blum an die Oberfläche und sie plant einen morbiden Schachzug gegen all diejenigen, die ihren Mann auf dem Gewissen haben. Mein Fazit Mal ehrlich, das was der Klappentext verspricht ist ein harmloser Abriss der tatsächlichen Handlung. Dieses Buch ist keinesfalls etwas für zart besaitete Leser/Zuhörer – es geht eklig und blutig zur Sache. Man ahnt gar nicht, wozu ein Wesen in der Lage ist, welches von Klein auf perfiden Abartigkeiten ausgesetzt wurde. Blum wird letztendlich zur Rächerin und kennt keine Gnade. Für mich ist „Totenfrau“ ganz eindeutig einer der fesselndsten Thriller des Jahres, welcher den Zuhörer noch an der einen oder anderen Stelle böse überraschen wird. Die Kombination aus der knackigen Schreibweise des Autors und der herausragenden Sprecherleistung von Christian Berkel lässt ein Gesamtwerk entstehen, welches seinesgleichen sucht. Herr Aichner, bitte mehr davon! Ich bin gespannt auf das nächste Buch "Totenhaus".

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Ein hypnotisierender Thriller

Von: Lisa Gardner, #1 New York Times Bestsellerautorin

07.01.2016

Hypnotisierend! Aichner lotet in dieser fesselnden Geschichte einer Bestattungsunternehmerin die dunkelsten Tiefen der menschlichen Psyche aus. Blum berührt als Mutter, ihr Handeln ist nachvollziehbar, aber als rachesüchtige Ehefrau ist sie fest dazu entschlossen die Mörder ihres Ehemanns zur Strecke zu bringen … Sie sollten Angst haben. Große Angst! Einer der fesselndsten Thriller, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.

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Kurze, knackige Stakkato-Sätze (ich mochte das sehr), welche eine gewisse Kühle vermitteln, die sehr gut zu Blum (Hauptfigur) passen. Die Story ist gut durchdacht, nicht dieser typische Ermittler-Alkoholkrank-geschieden-Kram. Sondern Blum löst die Probleme auf ihre ganz persönliche Art & Weise. Sie ist Bestatterin. Mir war im ersten Viertel schon klar, wer und wieso, was am Ende auch bestätigt wurde. Hier ein paar Schlagworte, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Orgasmus im Wald, zerstückelte Leichenteile in andere Särge zu Verstorbenen legen, Sex mit bestem Freund vom Mann, während eine Leiche im Kühlraum stirbt, Sex nachts im Wasserbettenladen (von Wachmann erwischt), 3 illegal Beschäftigte im Keller über 5 Jahre vergewaltigt, gedemütigt, misshandelt. Es geht mit rasendem Tempo voran, dass kaum Zeit bleibt entspannt durchzuatmen. Mir hat das Buch sehr gefallen.

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464 gnadenlos packende Seiten, die „gut“ und „böse“ kurzerhand durcheinander würfeln. Ich muss zugeben, der erste Eindruck nach dem Lesen des Klappentextes reizte mich nicht mehr, als jeder andere ungelesene Thriller auch. Nachdem mir das Buch in den sozialen Netzwerken jedoch mehrfach über den Weg lief und sehr empfohlen wurde, konnte ich nicht widerstehen. Glücklicherweise, denn hätte ich es nicht gelesen, wäre mir einer der besten Thriller entgangen. Auf jeden Fall bin ich sehr froh, dass auch Teil zwei, „Totenhaus“, hier schon auf mich wartet. Aber zuerst zum Inhalt: Brünhild Blum ist Bestatterin, nicht ganz freiwillig, hat sie doch einen Weg gefunden, sich ihr Leben einzurichten. Vielleicht nicht den Weg, den andere genommen hätten, aber immerhin einen nachvollziehbaren. Zum Startpunkt der Geschichte scheint ihr Leben in glücklichen Bahnen zu verlaufen, ihr Mann ist Polizist, sie haben zwei Kinder und Blum versorgt, zusammen mit dem Angestellten und Freund Reza, ihre Leichen. Bis ihr Mann stirbt. Ohne Vorwarnung und ohne sie darauf vorzubereiten, was danach passiert. Wer ist die geheimnisvolle Frau, die ihr Mann so oft getroffen hat und deren gemeinsame Gespräche auf seinem Handy gespeichert sind? Sie hört abscheuliche Geschichten und begibt sich daran, die Wahrheit herauszufinden. Und als Leserin war ich schon zu diesem Zeitpunkt emotional mitten in der Geschichte. Ebenfalls ohne Vorwarnung und Vorbereitung. Wie so oft bei Thriller-Rezensionen würde ich so gerne mehr erzählen, gerade weil ich dieses Buch für absolut spektakulär halte. Da ich aber anderen Lesern die Freude auf das Buch nicht zerstören will, belasse ich es dabei. Eines kann ich mir nicht verkneifen: Schon ziemlich zu Anfang fiel mir beim Lesen eine bestimmte Serie ein, genaugenommen die einzige TV-Serie, die mir jemals richtig gut gefallen hat... zu einem späteren Zeitpunkt wird eben diese Serie tatsächlich im Buch erwähnt, gewisse Parallelen sind auch zu finden, ohne dass Ideen großartig abgekupfert wurden. Hier wie dort mag es sehr, wenn nicht ganz klar ist, wer oder was denn nun eigentlich gut oder böse ist. Wenn mit moralischen und ethischen Vorstellungen gespielt wird und ich als Leser immer wieder darüber nachdenken muss, ob alles jetzt irgendwie richtig ist, oder nicht. Nur ganz wenige Autoren haben dies so erreicht wie Bernhard Aichner, mir fallen nur zwei weitere Bücher ein, die hier mithalten können: „Still“ von Thomas Raab und „Das Parfum“ von Patrick Süßkind. Damit ist Aichner quasi von Null auf Hundert in meinen persönlichen Thrillerautoren-Himmel aufgestiegen ;-) Sein Schreibstil ist anders als gewohnt, gefällt mir aber sehr. Viele kurze, abgehakte Sätze spiegeln das Gefühlsleben Blums wider, man ist mittendrin im Geschehen, zeitweise so dicht, dass man tatsächlich ins Grübeln kommt, ob es nicht doch besser wäre, mal eine Nacht nicht im Dunkeln allein zu schlafen. Sehr schön sind die Dialoge in dem Buch, nicht in klassischen „Gänsefüßchen“, sondern mit Spiegelstrichen voneinander getrennt und ohne „Regieanweisungen“. Auch dies führt dazu, dass man unmittelbar dabei ist, scheinbar wirklich den Gesprächen zuhört. Blum als Protagonistin wird so authentisch, so echt beschrieben, dass ich jeden ihrer Beweggründe verstehen konnte. Was durchaus verwirrend ist, wenn sie anders handelt, als ich es tun würde. Vielleicht. Nebenbei habe ich einige Dinge über den Bestatterberuf gelernt, die ich eigentlich gar nicht so genau wissen wollte, dem Buch aber natürlich weit nach vorne helfen. Alles was der Autor beschreibt, scheint bestens recherchiert zu sein, sonst hätte er kaum so genau und detailreich erzählen können. Nicht unbedingt etwas für zart besaitete Gemüter, aber wenn vorne „Thriller“ draufsteht, will ich auch einen Thriller drinnen haben und das ist dieses Buch definitiv. Jeder Fan dieses Genres wird daran nicht vorbei kommen, all jenen, die dieses Buch empfohlen haben, sei gedankt und ich schließe mich uneingeschränkt an. Absolute, definitive und unbedingte Kaufempfehlung! (Und ich werde mich jetzt sofort Band 2 widmen ).

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Art, leise, böse, außergewöhnlich Totenfrau Totenfrau Bernhard Aichner Follower (1) Kasin Klassische Ansicht Neuer Beitrag Ausgewählter Beitrag Kasin vor 1 Tag Kasin (6) Brünhilde Blum ist alles, nur eines nicht - langweilig! Genauso empfand ich auch dieses Buch und die Geschichte um die Bestattin Blum. Kein Allerweltsberuf, schon gar nicht für eine Frau, aber Blum ist auch keine Allerweltsfrau. Erstmal kurz zur Story: Alles ist perfekt im Leben der Bestatterin Blum, die Adoptiveltern tot und damit eine zentnerschwere Last von ihr gefallen. Einen Traummann schlechthin, einen Villa, 2 tolle Kinder, einen besondere Familiengemeinschaft in der gelebt und geliebt wird. Bis zu dem einen verhängnisvollen Tag als Mark stirbt, Mark der Polizist, Ehemann und Vater, einfach so überfahren. Ein Unfall anfänglich, bis Blum anfängt zu graben und Dinge damit zum Vorschein kommen die nur noch eines in ihr hervorruft - der Wunsch nach Rache! "Totenfrau" von Autor Bernhard Aichner, erschienen beim btb-Verlag der Verlagsgruppe Random House GmbH, als Taschebuch mit 444 Seiten und der erste von drei geplanten Bänden um die Bestatterin Blum. Mich hat ja dieser Schreibstil vom ersten Moment an begeistert. Selten sind so kurze Sätze, oft einzelne Wörter nur, so aussagekräftig bei mir angekommen wie mit oder in diesem Buch. Der Autor macht nicht viel Aufhebens um Blum und ihre Mitmenschen. Er läßt sie einfach denken, reden und handeln. So als passiert es jetzt und hier. Anführungszeichen bedarf es nicht, man liest es ja und weiß wer spricht und mit wem. Blum ist eine sehr außergewöhnliche Frau, was wohl auch an ihrer Vergangenheit liegt. Als Adotivkind, Retterin des Familienunternehmen, akzeptiertes Anhängsel aber furchtbar ungeliebt und in eine Rolle gedrängt die kein Kind so erfahren sollte und die die wenigsten Erwachsenen ertragen könnten. Der Umgang mit den Toten, Leichen. Dem Vorbereiten, Waschen, Ankleiden und und und.... Bereits der Einstieg ins Buch ist eine Art Schauermärchen, denn Blum hat beschlossen endlich ihr Leben zu führen, da ist kein Platz mehr für die ungeliebten und unliebenden Eltern. Danach wird Blums Leben gut und auch im Buch selbst herrscht zeitweise Harmonie, bis eben die Sache mit Mark passiert. Wer den Anfang schon furchtbar fand, die Taten von Blum, der wird im Verlauf des Buches öfters an seine Grenzen kommen. Denn Blums Rache ist sehr grausam und polarisiert in extremen Maße. Eine Sympathie für eine Mörderin empfinden? Geht dass? Eine Frage, auf die jeder seine eigene Antwort finden muss. Die Geschichte ist so komplex. Klar, Rache ist das vordergründige Thema aber es geht auch um noch viel, viel mehr. Darum zu helfen, wo keiner mehr hinsieht, andere aufzunehmen und ihnen eine Heimstadt geben. Zu verdrängen und zu verarbeiten. Um das Lieben, geliebt werden und um ganz besonders um das Hassen. Blum und dieses Buch, hat mich begeistert, fasziniert, zu Tränen gerührt, erschrocken und schockiert. Und dennoch mag ich diesen Charakter und dieses Buch, ja ich mag auch Blum. Deshalb vergebe ich 5 von 5 Sternen. c)K.B. 09/2015 Band 2 "Totenhaus" ist bereits erschienen, meine Rezension dazu: http://www.lovelybooks.de/autor/Bernhard-Aichner/Totenhaus-1162482413-w/rezension/1178520401/

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Eigentlich ist Blums doch ungewöhnliches Leben als Besatterin gut. Sie hat einen tollen Polizisten-Mann, zwei super Kinder und keine Jobängste. Doch von einem Tag auf den anderen ändert sich alles, denn ihr Mann wird in der eigenen Hauseinfahrt einfach überfahren - tot von einer Sekunde auf die andere. Eigentlich sieht alles aus wie ein Unfall mit Fahrerflucht. Doch dann entdeckt Blum alte polizeichliche Aufzeichnung von ihrem Mann und forscht nach. Dabei deckt sie eine grauenhafte Geschichte auf, die alles verändert. War der Unfall vielleicht doch Mord? ----- Die Story beginnt schnell - und außergewöhnlich. Außergewöhnlich nicht wegen der Geschichte, sondern wegen dem Schreibstil. Schnell ist klar, hier wird nicht "normal" erzählt, hier kommt eine ganze besondere Schreibart zum Zug, die das Besondere ausmacht. Schnell, schonungslos, kurzbündig und doch emotional (wenn auch eher kalt). Eine ganz andere Art zu Schreiben und auch zu Lesen. Aber interessant, sehr interesant sogar, weil die Story wirklich hart und schnell voranschreitet. Keine unnötigen blumigen Umschreibungen, nur eine harte schnelle Geschichte. Gewöhnungsbedürftig am Anfang aber auf jeden Fall top und passend. Von der Geschichte selbst geht es auch wirklich spannend und packend los. Auch wenn der Prolog sehr weit in die Vergangenheit greift und mit der nachfolgenden Geschichte nur verhältnismäßig wenig zu tun hat merkt man schon hier den Ton des gesamten Verlaufes. Unbarmherzig, schonungslos und hart - ideal für eine gute Basis eines Thrillers! So geht die ganze Story auch weiter, entwickelt sich wirklich toll und unvorhersehbar. Ein Thriller der wirklich packen kann. Einziger kleiner Tropfen auf dem heißen Stein: Manche Dinge fallen sehr zufällig in das Raster - wo gerade noch eine Sackgasse war ergibt sich durch gröbste Zufälle doch noch ein neuer Hinweis um die Nachforschungen nicht im Sand verlaufen zu lassen. Das passt zwar einerseits dazu, dass hier eine Frau ermittelt die keinerlei polizeiliche Ausbildung oder Schulung hat, andererseits wirkt es manchmal schon ein bisschen gar auf dem Silbertablett serviert. Diese Zufälligkieten darf man aber gut und gerne übersehen, denn auch die Charakterdarstellung von Blum ist wirklich brilliant! Eine so weiche Familienmutter und doch so harte Rächerin erwartet man beinahe nicht, macht aber gerade den Reiz aus. Der schmale Grat zwischen Familienglück und Ermittlungswahnsinn ist fesselnd und nervenaufreiben - super kombiniert. Ein wirklich gelungener und packender Thriller, den man so schnell nicht mehr aus der Hand legt. Außer man hat ihn einfach - so wie ich - in kürzester Zeit verschlungen. Ein ganz neues Tempo, von dem sich viele lahme Thriller etwas abschneiden könnten. Ein kleines Stückchen würde manchmal schon ausreichen.

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Dieses Hörbuch hat mich wirklich in seinen Bann gezogen. Die Geschichte ist ziemlich widerlich, zugegeben, und bestimmt nichts für zartbesaitete Menschen. Selbst mir wurde an der einen oder anderen Stelle ein wenig übel, immer ein Zeichen dafür, dass mir ein Plot unter die Haut geht und mich persönlich trifft. Allerdings habe ich mich gefragt, woran das liegt. Selbstverständlich nicht an der Auflistung von Perversitäten, das ist in anderen Büchern schon zur Genüge ausgewalzt, finde ich. Nein, ich glaube, es liegt an der Ausdrucksweise. Wortgewaltig und doch irgendwie sprachlos erzählt Bernhard Aichner und damit so eindringlich und einfühlsam, dass es mir direkt ins Herz ging. Warum ich das Wort 'sprachlos' verwende, ist mir eslbst nicht ganz klar, es tauchte in meinem Kopf aber während des Hörens öfter auf. Vielleicht, weil es für manches Grauen keine Worte gibt und ein Autor gut daran tut, sich nicht in gewaltätigen Details zu verlieren. Hier ist die Kunst die Andeutung, das Reduzieren auf wenige Tatsachen. Und vielleicht die Wiederholung der traurigeren Wörter, die Gefühle ausdrücken, die man nicht nachvollziehen kann. Verzwickt ist die Sache mit der Protagonistin, denn Blum ist eine Frau, die ich beschützen wollte, sprich, zu der ich gehalten habe, mit ihr gezittert und um sie gebangt. Das ist immer wieder interessant, wenn es ein Autor schafft, moralische Grundsätze in Frage zu stellen und den Leser oder Hörernicht in eine Zwickmühle zu bringen, sondern ihn ganz klar für etwas entscheiden zu lassen, was er normalerweise selbstverständlich ablehnt. Ich sehe das immer als eine Art psychologisches Experiment, das mir selbst zeigt, wer ich bin. Und genau das grenzt 'Totenfrau' von anderen Thrillern ab, finde ich. Es ist fundiert und nachvollziehbar - wenn auch schrecklich in seiner Konsequenz. Christian Berkel liest, wie dieses Buch wohl kaum besser gelesen werden kann. Einfühlsam und angenehm, nie laut und aufdringlich, und immer auch ein bisschen distanziert, sodass man als Hörer Blum vor Augen hat, eine Frau, die trauert und das tut, was sie eben tun muss. Eine Frau, die ihre Gefühle oft verbirgt, meist nur funktioniert und die Fassade aufrecht erhält, aber konsequent ihre Ideale verteidigt. Fazit? Ein wunderbar schreckliches Buch, das richtig Lust auf mehr macht!

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